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Änderungsantrag zur Schwerpunktsetzung der Arbeit im Integrationsrat in der 2. Hälfte der aktuellen Wahlperiode

Änderungsantrag nach § 13 der GeschO Rat AN/1312/2023 vom 29.08.2023

Stand: Am 15.08.2023 im Integrationsrat ungeändert beschlossen.

Dokumente

  • Gedankenpapier zur weiteren Schwerpunktsetzung der Arbeit im IR

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    1 Gedankenpapier zur weiteren Schwerpunktsetzung der Arbeit im IR Im Folgenden werden drei unterschiedliche Bereiche der Migrationsarbeit definiert: 1. Bereich: Anerkennung und Nutzung der Res- sourcen und Potentiale von Menschen mit internationaler Familiengeschichte und Überwindung der defizitorientierten Perspektive auf Migration … zur weiteren gemeinsamen Gestaltung der Zuwanderungsstadt Köln. Ziel ist, dass Menschen mit internationaler Familien-geschichte mit ihrem Wissen, ihren Potentialen und Ressourcen als gleichwertiger Teil der Gesellschaft gesehen und gehört werden. Sie müssen mit ihrer Herkunftsidentität grundsätzliche anerkannt und ihre Potentiale als gesellschaftlichen Mehrgewinn in einer global vernetzten Welt und durch Zuwanderung geprägten Stadt wertgeschätzt werden. Durch die Identifizierung, Sichtbarmachung, Stärkung ihrer Potentiale kann ein wichtiger Beitrag zur Überwindung diskriminierenden und rassistischen Denkens geleistet werden. Dies kann z.B. erreicht werden durch 1. die Identifizierung individueller Ressourcen und Stärkung persönlicher Potentiale von Menschen mit internationaler Geschichte. Kinder und junge Menschen mit internationaler Familiengeschichte sind bereits in Kita und Schule in unterschiedlicher Intensität aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe, Religion etc. oftmals von Ausgrenzung und Rassismus betroffen. Diese Negativerlebnisse und der gesellschaftlich defizitäre Blick auf sie, kann ihre Entwicklung zu einer gesunden und vollständigen Persönlichkeit behindern und die Entfaltung ihrer individuellen Potentiale massiv beeinträchtigen. Dies gilt insbesondere für Menschen mit Behinderungen, wie bspw. Gehörlose. Erforderlich sind hier z.B. Maßnahmen einer wertschätzenden Ermittlung der persönlichen Ressourcen und Potentiale, Herstellung von Barrierefreiheit aus intersektionaler Perspektive (Mehrsprachigkeit, Zugänge für Menschen, die be_hindert werden etc., das Angebot von Seminaren zur Stärkung von Empowerment 1 und Awareness 2 2. die Nutzung der vorhandenen migrationsgesellscha ftlichen Kompetenz aufgrund des Aufwachsens in zwei oder mehreren Lebenswirklichkeiten (hinsichtlich Traditionen, Sprachen, Religion, Erinnerungskulturen, Habitus etc.) für die Gestaltung und Weiterentwicklung der 1 Empowerment zielt darauf ab, dass Menschen die Fähigkeit entwickeln und verbessern, ihre soziale Lebenswelt und ihr Leben selbst zu gestalten und sich nicht von außen gestalten zu lassen. 2 Awareness bezeichnet das Bewusstsein und die Aufmerksamkeit für Situationen und Strukturen, in denen Grenzen anderer wie z.B. durch Diskriminierung und Ausgrenzung überschritten werden und wie man sich im Voraus für solche Situationen sensibilisieren kann. 2 Einwanderungsstadt Köln. Kölner*innen mit internationaler Familiengeschichte wissen besser was neu zugewanderte Menschen mit internationaler Familiengeschichte brauchen, was sie blockiert, was ihnen nützt etc.: „Vielfältige Menschen ermuntern zu Vielfalt.“ 3. die Nutzung der mitgebrachten und der zugelernte n Sprachkompetenzen (siehe Ratsbeschluss ‚Identität stärken - natürliche Mehrsprachigkeit fördern!‘) vom 20.6.22) für die Einwanderungsstadt Köln z.B. durch gezielte Einstellung von Menschen mit mehrsprachigen Kompetenzen bei der öffentlichen Verwaltung, Beratungsträgern, Polizei etc. und Aufforderung das mitgebrachte Sprachpotential einzusetzen etc. Hierdurch können z.B. Verfahren bei der Stadtverwaltung für neu zugewanderte Menschen wertschätzender und auch effektiver gestaltet werden. Die deutsche Sprache ist selbstverständlich die Verkehrs- und Amtssprache. 4. die Sichtbarmachung der Potentiale (und Verlasse n der Defizitperspektive) von Menschen mit internationaler Geschichte in Kindergärten, Schulen, Verwaltungen und auf dem Arbeitsmarkt, z.B. durch - Werbung zur Ausweitung von bilingualen Angeboten in Kitas und Schulen, - Infoveranstaltungen für nichtmigrantisch geprägte Organisationen. Denkbar sind z. B. in inhaltlicher Anlehnung an Integrationskurse für Migrant*innen entsprechende Kampagnen oder Infoveranstaltungen mit dem Thema: „Wie funktioniert eine Migrationsgesellschaft?“ etc., für aufnehmende Communities - Kampagnen zum Erkennen und Nutzen der Potentiale von Migration für ankommende und aufnehmende Communities - Beratung von Verwaltungen und Firmen zur Nutzung dieser 3 Potentiale - Sichtbarmachung der bereits vorhandenen Potentiale in den Strukturen der Stadtteile, z.B. durch Hinweis auf das bürgerschaftliche Engagement in den Interkulturellen Zentren, bürgerschaftliches Engagement im Stadtteil und in Vereinen etc. - wissenschaftlich fundierte Ausarbeitung von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Potentialen der Migration etc. Zur Einleitung eines Perspektivwechsels im Sinne einer Anerkennung und Nutzung der Ressourcen und Potentiale von Menschen mit internationaler Familiengeschichte besteht ein großer Bedarf an einer grundsätzlichen strukturellen Förderung entsprechender Maßnahmen. Hierbei sollten u.a. die Interkulturellen Zentren und die Migrant*innenorganisationen eine wichtige Rolle spielen. Wichtig bleibt es dennoch bei einer Potenzial- und Ressourcenorientierung, keinen „Nützlichkeitsdiskurs“ in Bezug auf Menschen mit internationaler Geschichte zu führen. Migration und Diversität sind die Norm der globalen und vernetzen Welt, und jeder Mensch ist wertvoll für die ganze Gesellschaft. 4 2. Bereich: Schaffung von Chancengerechtigkeit und gleichberechtigter Teilhabe für alle Menschen mit internationaler Familiengeschichte … durch Vermittlung und Sicherstellung eines gleichberechtigten und diskriminierungsfreien Zugangs zu allen Bereichen des Regelsystems der Stadt und seiner gesellschaftlichen Angebote. durch - Abbau von diskriminierenden Zugangsbarrieren ( bspw.: mangelnde räumliche und kommunikative Barrierefreiheit, Barrieren auf der Kommunikations- und Interaktionsebene wie Rassismus und Diskriminierung in Wort und Handlung, mangelndes Fachwissen und unzureichende Sensibilisierung für die spezifischen Bedürfnisse, Institutionelle Diskriminierung durch strukturell bedingte standardisierte Abläufe und Routinen und dem damit verbundenen Zeit- und Effizienzdruck, mangelnde diversitätsorientierte Ausrichtung der Angebote etc.) - Sicherstellung, dass alle städtischen Angebote au ch für Menschen mit internationaler Geschichte zur Verfügung stehen und bei persönlichem Bedarf und Interesse von diesen auch genutzt werden können, - Sicherstellung der Barrierefreiheit durch einen i ntersektionalen Blick auf Migration, Geschlecht und Behinderung, beispielsweise durch das Mitdenken von Gebärdensprachen . - Sensibilisierung der Gesellschaft und ihrer Insti tutionen für ausgrenzendes, diskriminierendes und rassistisches Verhalten und evtl. bestehender Zugangsbarrieren für Menschen mit internationaler Geschichte, - Förderung von Antirassismusprojekten und Beratung sstellen bei Diskriminierung und Rassismus - Förderung der politischen Partizipation u.a. durc h Stärkung des Integrationsrates Hierbei spielen u.a. die Interkulturellen Zentren eine wichtige Rolle und sollten künftig Aufgaben des Regelsystems wie das Angebot von Seniorenberatungen, Seniorennetzwerken, der Kinder- und Jugendarbeit, der Offenen Ganztagsschule etc. übernehmen. 5 Dieser Themenbereich wird bearbeitet, es bestehen verschiedene Forderungen (z.B. im Senior*innenbereich, Gesundheitsbereich etc. pp) 6 3. Bereich: Integration von neu zugewanderten Menschen mit internationaler Familiengeschichte und der postmigrantischen Gesellschaft 3- Integration verstanden als das Engagement der aufnehmenden und der ankommenden Communities … zur gesellschaftlichen und kulturellen Orientierung sowie der sprachlichen Qualifikation durch Maßnahmen. wie z.B.: • Angebot von Sprachkursen • Angebot von Integrationskursen • Beratungsangebote für Geflüchtete • Hilfen bei der Wohnungssuche (z.B. Auszugsmanageme nt), Hilfen bei Kitasuche, Hilfen bei der Vermittlung in Schulen etc. • Hilfen bei der Antragstellung bei Behörden etc. pp . • Übersetzungshilfen Erforderlich sind des Weiteren • Schutzräume in städtischen Unterkünften für queere geflüchtete Menschen • Regelmäßige Schulungen für Mitarbeitende in städti schen Unterkünften • Regelmäßige Schulungen für Mitarbeitende der Sicherheitsdienste in den städtischen Unterkünften • Barrierefreiheit für Menschen, die be_hindert werd en und eine internationale Familiengeschichte haben, fördern • Audioversion auf der Seite der Ausländer*innenbehö rde Köln überarbeiten (das Vorlesen lassen in der jeweils übersetzten Sprache funktioniert nicht gut, die Aussprache ist so, dass sie nicht verständlich ist) Dieser Themenbereich wird von Trägern, Interkulturellen Zentren, Beratungsstellen etc. abgedeckt. Der Bedarf nach einer strukturellen Förderung und dem kontinuierlichen Finanzierungsbedarf der Angebote ist in einer Einwanderungsgesellschaft / Einwanderungsstadt weiterhin 3 Unter einer postmigrantischen Gesellschaft (von lateinisch post ‚hinter', ‚nach') wird hier die aktuelle deutsche Gesellschaft verstanden, welche durch eine gemeinsam gemachte Erfahrung der Migration geprägt ist. 7 hoch, da sich sowohl das Aufgabenspektrum als auch die Anzahl der Ratsuchenden und Projektteilnehmenden stetig erhöht. Es ist notwendig eine Strategie zur Sicherstellung der Ressourcen für dieses Engagement zu erarbeiten. Hinweis: Grundsätzlich sind in allen drei genannten Bereichen immer auch Intersektionale Perspektiven zu berücksichtigen, denn Menschen sind immer unterschiedlich und sind immer unterschiedlichen "Gruppen" zugehörig. Die Vielfalt drückt sich aus in Bezug auf Geschlecht, Geschlechtsidentitäten, Wohnort, Herkunft, sozialer Status, gesundheitliches Befinden, Alter etc. (siehe hierzu auch die Kampagne des Integrationsrates MEHRALLES). Diese Unterschiede sind eine Realität. Zur dieser Realität gehört aber auch, dass je nachdem, zu welcher „Gruppe“ wir gehören, wie alt wir sind, wie viel Geld wir haben, welche Hautfarbe wir haben, welchen Pass wir haben, und, und, und... wir unterschiedlich behandelt werden, wir unterschiedliche Chancen oder Probleme haben, und unser Leben entsprechend anders verlaufen kann. Mit dem Begriff Intersektionalität können wir kritisch auf die "Kreuzungen" in unserer Gesellschaft schauen. Und wir können nach der Betrachtung überlegen, wie wir unsere Gesellschaft gerechter, mit weniger Rassismus und weniger Diskriminierung gestalten können.
  • Tayfun Keltek, Elizaveta Khan - Gemeinsamer Änderungsantrag zur Schwerpunktsetzung IR

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    Tayfun Keltek, Elizaveta Khan 03.08.2023 An den Vorsitzenden des Integrationsrates An die Geschäftsstelle des Integrationsrates Herrn Andreas Vetter Änderungsantrag gem. § 13 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Integrationsrat 15.08.2023 Antrag zur Schwerpunktsetzung der Arbeit im Integrationsrat in der 2. Hälfte der aktu- ellen Wahlperiode Die Mitglieder des Integrationsrates trafen sich am 15.4.23 zu einer Klausurtagung. Ein Schwerpunktthema der Klausurtagung war ein Austausch über die Ausrichtung der künftigen Arbeit im Integrationsrat in der 2. Hälfte der aktuellen Wahlperiode. Das in der Anlage beigefügte Papier ist das Ergebnis der Diskussion der Teilnehmenden: Tayfun Keltek, Malik Karaman, Christophe Twagiramungu Mugabowindekwe, Gönül Topuz, Turan Özkücük, Vivian Berhane, Anna Maria Klimaszewska-Golan, Ali Esen, Fardad Hoo- ghoughi, Luziano Gonzalez Tejon, Claudia Brock-Storms, Martin Erkelenz, Dr. John Akude sowie weiteren Ergänzungen von GOL/Elizaveta Khan und Engagierten aus den Interkultu- rellen Zentren. Der Integrationsrat wird gebeten folgenden Beschluss zu fassen: Beschluss: Der Integrationsrat 1. nimmt das in der Anlage beigefügte Gedankenpapier zur weiteren Schwerpunktsetzung der Arbeit des Integrationsrates mit seiner Differenzierung der Themenbereiche a) Anerkennung und Nutzung der Ressourcen und Potentiale von Menschen mit interna- tionaler Familiengeschichte und Überwindung der defizitorientierten Perspektive auf Migration b) Schaffung von Chancengerechtigkeit und gleichberechtigter Teilhabe für alle Men- schen mit internationaler Familiengeschichte c) Integration von neu zugewanderten Menschen mit internationaler Familiengeschichte und der postmigrantischen Gesellschaft 1- Integration verstanden als das Engage- ment der aufnehmenden und der ankommenden Communities zur Kenntnis und verabschiedet es als Positionspapier ‚Schwerpunktsetzung der Arbeit des Integrationsrates / 2. Hälfte der Wahlperiode 2020-2025‘, 2. wird künftig den Bereich ‚Anerkennung und Nutzung von Potentialen‘ in besonderer Weise mit politischen Initiativen und den Bereich ‚Schaffung von Chancengerechtigkeit‘ weiterhin eng über die Facharbeitskreise begleiten, 1 Unter einer postmigrantischen Gesellschaft (von lateinisch post ‚hinter', ‚nach') wird hier die aktuelle deutsche Gesellschaft verstanden, welche durch eine gemeinsam gemachte Erfahrung der Migration geprägt ist. 3. bittet die Fachverwaltung ‚Amt für Integration und Vielfalt‘ künftig den Bereich ‚Anerken- nung und Nutzung der Ressourcen und Potentiale‘ in besonderer Weise zu beachten und entsprechende Initiativen und Maßnahmen (auch finanziell) zu unterstützen, sowie die Umsetzung in den Bereichen ‚Schaffung von Chancengerechtigkeit‘ und ‚Integration‘ wei- ter in allen Bereichen der Stadtverwaltung zu begleiten und zu unterstützen, 4. bittet diesen Beschluss des Integrationsrates den Ausschüssen Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen, Ausschuss für Kunst und Kultur, Ausschuss Schule und Weiterbil- dung, Ausschuss Soziales und Senioren, Gesundheitsausschuss sowie dem Jugendhil- feausschuss als Mitteilung zur Kenntnis zu geben. Anlage: ‚Gedankenpapier zur weiteren Schwerpunktsetzung der Arbeit im IR‘ Mit freundlichen Grüßen Tayfun Keltek, Elizaveta Khan

Beratungsverlauf

  1. 15.08.2023

    Integrationsrat

    TOP 6.1.1, Entscheidung. Ergebnis: ungeändert beschlossen

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