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1174/2022

Radverkehrskonzept Mülheim - Radverkehrshauptnetz

Beschlussvorlage Bezirksvertretung 13.04.2022

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung 9 (Mülheim), Sitzung am 02.05.2022, TOP 9.1.1

Anlage 1_Hauptnetz_Muelheim_Entwurf

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Beschlussvorlage Bezirksvertretung

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Anlage 1_Hauptnetz_Muelheim_Entwurf

152 Zeichen

Radverkehrsnetzpläne Köln - Bezirk 9 - Mülheim - Hauptnetz

Entwurf

Anlage 1 |

nn
0 0,5 1km

Stand: 07.04.2022

ss P Consult
Beratende Ingenieure GmbH

Beschlussvorlage Bezirksvertretung

11582 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
III/66/661/4 
661/4 
Vorlagen-Nummer 
 1174/2022 
Freigabedatum 
  
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung 
Betreff 
Radverkehrskonzept Mülheim - Radverkehrshauptnetz 
Beschlussorgan 
Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 
Gremium Datum 
 
Beschluss: 
Die Bezirksvertretung Mülheim nimmt den Netzentwurf (Anlage 1) als Zielkonzept für das Radver-
kehrskonzept Mülheim zur Kenntnis und beschließt, dieses Netz als Grundlage für alle zukünftigen 
Planungen im Straßenraum zu verwenden. 
 
 
Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 02.05.2022

2 
Haushaltsmäßige Auswirkungen 
 Nein 
Auswirkungen auf den Klimaschutz 
 
  Nein    
  Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung)  
  Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung)  
 
 
Begründung: 
Das Strategiepapier „Köln Mobil 2025“ setzt den Rahmen für die zukünftige verkehrliche Entwicklung 
Kölns. Angestrebt wird eine deutliche Veränderung des Modal-Splits hin zu den Verkehrsmitteln des 
Umweltverbundes (ÖPNV, Fahrradfahren und zu Fuß gehen). Die Verkehrsmittel des Umweltverbun-
des sollen dabei einen Anteil von 2/3 der Wege der Gesamtbevölkerung Kölns erreichen. 
Die Erstellung von Radverkehrshauptnetzen für alle Stadtbezirke bildet dabei die konzeptuelle Grund-
lage für die Radverkehrsförderung der nächsten Jahre. Damit wird eine flächendeckende und länger-
fristige Rahmenplanung für die Netzentwicklung vorgegeben. Für die Stadtbezirke Lindenthal (Stadt-
teile Klettenberg, Lindenthal, Sülz), Innenstadt und Ehrenfeld wurden in den vergangenen Jahren 
Radverkehrskonzepte erarbeitet, die neben den Radverkehrshauptnetzen auch einen Maßnahmenka-
talog beinhalten. Im Sinne einer Beschleunigung der Planungsprozesse und einer stadtweit einheitli-
chen Netzgestaltung wurde für die weiteren Bezirke die Erstellung der Radverkehrshauptnetze in den 
Vordergrund gestellt.  
Mit der Unterstützung eines externen Ingenieursbüros wurden die Netzentwürfe der Radverkehrs-
hauptnetze für die Bezirke Rodenkirchen, Lindenthal, Nippes, Chorweiler, Porz, Kalk und Mülheim 
parallel erstellt. Darüber hinaus wird es weitere untergeordnete Radverkehrsverbindungen geben, die 
nicht Gegenstand des hier vorgestellten Netzes sind. Die Entwürfe wurden in den jeweiligen Runden 
Tischen und daraus gebildeten Facharbeitskreisen intensiv mit Bezirksvertreter*innen und Verbänden 
diskutiert. Durch die zeitgleiche Erarbeitung wird neben der Beschleunigung der Planungsprozesse 
die bezirksgrenzenübergreifende Konsistenz der Netze gewährleistet.  
Die Radverkehrshauptnetze bilden ein Raster der Radhauptrouten mit Bündelungsfunktion. Diese 
sollen zu jeder Quelle und zu jedem Ziel eine Entfernung von 200 m nicht überschreiten. Die Radver-
kehrshauptnetze werden nach dem bewährten Muster der bereits beschlossenen Konzepte in grüne 
und gelbe Verbindungen gegliedert, die eine unterschiedliche Charakteristik aufweisen. Die Aufteilung 
in ein grünes und gelbes Netz hat das grundsätzliche Ziel, eine klare Zuordnung zur Führungsart des 
Radverkehrs zu treffen (Mischverkehr oder Trennung). Zudem sollen unterschiedliche Zielgruppen 
berücksichtigt, Netzlücken geschlossen und ein flächendeckendes Angebot geschaffen werden.  
 
 
Das Radverkehrshauptnetz als Zielkonzept: 
Grundlage der zukünftigen Radverkehrsplanungen im Bezirk Mülheim ist das Radverkehrshauptnetz. 
Dieses Konzept bildet die Zielvorstellung der zukünftigen Radhauptrouten ab und ist maßgeblich für 
die Berücksichtigung des Radverkehrs bei zukünftigen Planungen. Durch zukünftige Straßenplanun-
gen auf diesem Netz wird der Zielzustand sukzessive hergestellt. Ziel ist ein zusammenhängendes, 
durchgehend befahrbares Radverkehrsnetz, das den Bezirk Mülheim mit den benachbarten Stadttei-
len verbindet und innerbezirkliche Verbindungen anbietet. Dabei soll der Radverkehr auf den Rad-
hauptrouten gebündelt werden und ein besonders sicher und komfortabel befahrbares Netz entste-
hen. 
 
Bei der Umsetzung von Einzelmaßnahmen im Rahmen des Zielkonzeptes wird die Netzbedeutung 
der Verbindung erneut überprüft sowie aktuelle Entwicklungen berücksichtigt. Neben den bezirklichen 
Netzkonzepten werden für das übergeordnete Netz parallel Konzepte erstellt. Dazu gehören die 
Schnellen Radverbindungen für Köln und die RadPendlerRouten. Diese werden bzw. wurden in sepa-

3 
raten Vorlagen behandelt. Die übergeordneten Verbindungen und Anbindungen sind im Radver-
kehrshauptnetz integriert. 
 
 
Das gelbe Netz bildet das Radverkehrsnetz entlang der MIV-Hauptverkehrsstraßen (motorisierter 
Individualverkehr) ab. Hier wird in der Regel eigene Radverkehrsinfrastruktur angeboten; grundsätz-
lich wird die Fahrbahnführung bevorzugt (Radfahrstreifen, Schutzstreifen). Abhängig von den örtli-
chen Gegebenheiten ist die Radverkehrsführung auch über bauliche Radwege möglich. Das Grund-
prinzip lautet hier getrennte Führung vom MIV. Der MIV-Verkehrsanteil und/oder die angeordnete 
Geschwindigkeit sind in der Regel so hoch, dass der Radverkehr einen besonderen Schutzraum be-
nötigt. In wenigen Ausnahmefällen kann auf die Anwesenheit von Radfahrenden im Straßenraum 
lediglich mit Markierungen hingewiesen werden. Auch zukünftig werden im gelben Netz die Verkehrs-
anteile des MIV die des Radverkehrs voraussichtlich übertreffen. Das Fahren entlang der Hauptver-
kehrsstraßen richtet sich vorrangig an routinierte, schnelle Radfahrende, die möglichst zügig fahren 
möchten und hat darüber hinaus ebenfalls den Anspruch, sichere und komfortable Verbindungen an-
zubieten. Bislang sind an diesen Hauptverkehrsstraßen einige Netzlücken im Radverkehrsnetz vor-
handen. Diese Netzlücken werden durch die Umsetzung des vorliegenden Netzkonzeptes geschlos-
sen.  
 
 
Das grüne Netz bildet ein Netz für Radfahrende abseits der großen MIV-Verkehrsströme ab. Hier 
wird der Radverkehr im Mischverkehr mit den anderen Verkehrsarten geführt, eine separierende 
Radverkehrsinfrastruktur wird in der Regel nicht angeboten. Das Grundprinzip lautet hier Verträglich-
keit. 
Schon heute oder mittelfristig überwiegt der nicht motorisierte Verkehr im Vergleich zum MIV auf den 
weitaus meisten Strecken im grünen Netz. Das grüne Netz ist auch das Angebot für jene, die das 
Fahren an Hauptverkehrsstraßen aus Gründen mangelnder subjektiver Sicherheit ablehnen. Das 
grüne Netz wird durch gezielte Maßnahmen hinsichtlich Sicherheit und Komfort so weit optimiert, 
dass es dem Anspruch dieser Zielgruppe gerecht wird. Die Geschwindigkeit ist in der Bandbreite 
Schrittgeschwindigkeit bis Tempo 30 einzuordnen. Es können geschwindigkeitsreduzierende Maß-
nahmen eingesetzt werden. Lichtsignalanlagen (LSA) sollen im Prinzip auf dem grünen Netz abge-
baut werden (Synergieeffekte zum LSA-Abbau-Programm der Stadt Köln werden genutzt), einzig bei 
den Schnittstellen mit dem gelben Netz ist der Erhalt zu prüfen. Einbahnstraßen sollen auf dem grü-
nen Netz für den Radverkehr in beide Richtungen geöffnet werden.  
Führungsformen im grünen Netz sind Tempo 30, Verkehrsberuhigter Bereich, Fahrradstraße, Fuß-
gängerzone/Fahrrad frei und Radwege im Grünen. Der Radverkehr soll hier sicher und komfortabel 
geführt werden, muss auf den innerstädtischen Stadtstraßen aber auch auf zu Fuß Gehende Rück-
sicht nehmen. Auch einige Fußgängerbereiche sind aus Gründen des Netzzusammenhangs Teil des 
Radverkehrsnetzes. Hier hat jedoch der Fußverkehr Vorrang und höhere Geschwindigkeiten sind für 
den Radverkehr nicht immer möglich. 
 
Im Rahmen des Radverkehrskonzeptes Mülheim wird zudem aus dem grünen Netz ein Netz potenti-
eller Fahrradstraßen abgeleitet, das in einem nächsten Schritt als bezirkliches Fahrradstraßennetz 
entwickelt werden soll.  
 
 
Dialog mit Verbänden und Bezirksvertreter*innen  
Das Netz wurde im Rahmen des Runden Tisches Radverkehr im Bezirk Mülheim am 04.02.2021 und 
am 15.04.2021 vorgestellt und im Facharbeitskreis am 06.05.2021 sowie im Runden Tisch Radver-
kehr am 27.10.2021 mit Verbänden, Initiativen und Politik diskutiert.  
Von Verbandsseite wurden etwa 150 Vorschläge eingereicht, die zum einen die Aufnahme neuer 
Verbindungen und zum anderen die Änderung einiger Verbindungen von grün zu gelb betreffen. 
Von diesen Vorschlägen konnte gut die Hälfte nach dem Facharbeitskreis ungeändert übernommen 
werden. Da für die andere Hälfte weiterer Klärungsbedarf bestand, wurden diese Abschnitte im da-
rauffolgenden Runden Tisch behandelt. In diesem Rahmen wurde jeder Abschnitt einzeln besprochen 
und eine Einigung für die weitere Berücksichtigung erzielt.  
Abschließend wurden alle diskutierten und angepassten bezirklichen Netzentwürfe in Abstimmung mit 
dem beauftragten Büro u. a. hinsichtlich der Netzkriterien, der zukünftigen Netzbedeutung und der

4 
stadtweit einheitlichen Netzgestaltung verwaltungsintern geprüft. In diesem Zusammenhang konnte 
bestätigt werden, dass der größte Teil der in Mülheim eingebrachten und diskutierten Änderungen 
sinnvoll und relevant ist. Bis auf vier Ausnahmen wurden alle Eingaben, wie im Runden Tisch disku-
tiert, übernommen. Die abschließende fachliche Prüfung aller Netzentwürfe ergab, dass für diese vier 
Abschnitte im Rahmen des Zielkonzepts die Führung im Mischverkehr (grünes Netz) zu bevorzugen 
ist. Zuvor war in den Diskussionen eine Aufnahme der Verbindungen ins gelbe Netz gewünscht wor-
den. Die Entscheidung der Verwaltung, diese nun wie ursprünglich vorgesehen in grün aufzunehmen, 
ist neben der zukünftigen Netzbedeutung in der teilweise bereits vorhandenen Geschwindigkeitsbe-
grenzung auf 30 km/h sowie in den vorhandenen relativ geringen Verkehrsbelastungen begründet, 
die nach den Regelwerken schon im Bestand eine Eignung für die Führung im Mischverkehr beschei-
nigen.  
 
Daher werden die folgenden Abschnitte nach interner Prüfung im Verwaltungsvorschlag in grün auf-
genommen.  
 
 Deutz-Mülheimer Straße (zw. Danzierstraße und Lohmühlenstraße), 
 Graf-Adolf-Straße und Rendsburger Platz, 
 Mielenforster Straße/Dellbrücker Hauptstraße (zw. Bensberger Marktweg und Thurner Stra-
ße), 
 Stammheimer Ring (zw. Düsseldorfer Str. und Egonstraße). 
 
Grundsätzlich erfolgt nach Beschluss des Netzes in jedem Fall eine Einzelprüfung bzw. Einzelpla-
nung. Hierbei wird unter anderem genau untersucht, ob die Netzfestlegung unter der Berücksichti-
gung aktueller Entwicklungen sinnvoll umgesetzt werden kann. 
 
Hinzuweisen ist darüber hinaus auf den Tunnel der B55a zwischen Germaniastraße und Kasernen-
straße. Dieser wurde nach Absprachen im Runden Tisch Kalk in das Radverkehrshauptnetz Kalk auf-
genommen, der Runde Tisch Mülheim entschied sich jedoch gegen eine Aufnahme, sodass sich die 
im Plan dargestellt Linie lediglich auf die Südseite des Tunnels bezieht. 
 
Die drei als geplant dargestellten zusätzlichen Rheinquerungen repräsentieren lediglich einen festge-
stellten Bedarf für zusätzliche Querungsmöglichkeiten. Wann und in welcher Form diese realisiert 
werden können (z. B. Brücke, Fähre, etc.) muss im weiteren Verlauf der Planung geprüft werden. 
 
 
Klimabewertung: 
Das Radverkehrskonzept Mülheim bildet als Zielkonzept einen Rahmen für Maßnahmen der Radver-
kehrsförderung. Der thematische Fokus des Konzepts liegt auf der Realisierung von attraktiven Rad-
verkehrsverbindungen im Bezirk Mülheim. Den Bürgerinnen und Bürgern wird eine adäquate Alterna-
tive zur Nutzung des privaten Pkw angeboten, der Umweltverbund wird gestärkt. Dies trägt zu einer 
möglichen Reduktion des Treibhausgasausstoßes bei, wodurch der Beschluss als positiver Betrag 
zum Klimaschutz bewertet werden kann. 
 
 
Anlage: 
Radverkehrshauptnetz

Beratungsverlauf (1)

02.05.2022 Bezirksvertretung 9 (Mülheim)
TOP 9.1.1 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung

Orte (12)

  • Deutz-Mülheimer Straße
  • Graf-Adolf-Straße
  • Mielenforster Straße
  • Düsseldorfer Straße
  • Egonstraße
  • Germaniastraße
  • Bensberger Marktweg
  • Stammheimer Ring
  • Dellbrücker Hauptstraße
  • Lohmühlenstraße
  • Rendsburger Platz
  • Danzierstraße

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Details

Aktenzeichen
1174/2022
Typ
Beschlussvorlage Bezirksvertretung
Datum
13.04.2022
Erstellt
05.04.2022 17:48