SV-2007/0087
Antrag der Fraktionen SPD, Bü 90/Grüne und FDP vom 4. Dezember 2007 betr. Entwicklung einer Gesamtkonzeption zur weiteren Erhaltung, Entwicklung und Sanierung sowie möglicher baulicher Ergänzung der Künstlerkolonie Mathildenhöhe
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SV-2007/0087
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Vorlage-Nr. SV-2007/0087
Antrag der Fraktionen SPD, Bü 90/Grüne und FDP vom 4. Dezember 2007 betr.
Entwicklung einer Gesamtkonzeption zur weiteren Erhaltung, Entwicklung und
Sanierung sowie möglicher baulicher Ergänzung der Künstlerkolonie Mathildenhöhe
04. Dezember 2007
Gemeinsamer Antrag der Fraktionen SPD, Bündnis 90/Grüne und FDP betreffend die
Entwicklung einer Gesamtkonzeption zur weiteren Erhaltung, Entwicklung und Sanierung
sowie möglicher baulicher Ergänzung der Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
Der Magistrat wird aufgefordert, bis Ende des Jahres 2008 eine Gesamtkonzeption zur
weiteren Erhaltung, Entwicklung und Sanierung sowie möglicher baulicher und gärtnerischer
Ergänzungen der Künstlerkolonie Mathildenhöhe der Stadtverordnetenversammlung
vorzulegen.
1) Diese Konzeption soll durch Einbindung aller betroffenen Dezernate und Ämter, dem
Denkmalschutz und der Kämmerei unter Leitung des "Koordinators Mathildenhöhe"
erarbeitet werden.
2) In das Erhaltungskonzept sind potentielle private Investoren, Sponsoren, Mäzene und
Eigentümer/Anlieger mit einzubeziehen. Ebenso soll der Sachverstand, der im Verein
„Freunde der Mathildenhöhe e.V.“ versammelt ist, mit herangezogen werden.
3) Der unbebaute Osthang, der im Krieg zerstört wurde, soll in einem Wettbewerb von
der Stadt gemeinsam mit dem Land Hessen beplant werden.
4) Ein mittelfristiges Finanzierungskonzept der öffentlichen Leistungen von Stadt und
Land soll vorgelegt werden. Dabei ist zu prüfen, inwieweit für die Mathildenhöhe, die
jetzt schon unter einem umfassenden Ensembleschutz steht, Bundesmittel und
eventuell europäische Fördermittel zur Verfügung stehen können. Die mit der
SPD - Stadtverordnetenfraktio n
Bad Nauheimer Str. 4—64289 Darmstadt
Tel./Fax: 06151/2 79 02 70, 06151/2 79 02 71
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Email: fraktion@fdp-darmstadt.de
Internet: www.fdp-darmstadt.de
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Anmeldung der Künstlerkolonie als Weltkulturerbe verbundenen Kosten sind
gesondert auszuweisen.
5) Eine Anmeldung der Künstlerkolonie Mathildenhöhe zum Weltkulturerbe sollte
gemeinsam mit dem Land Hessen, gemäß den neuen Bestimmungen der UNESCO
und des Welterbekomitees in Deutschland geprüft werden.
6) Gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege sollte erörtert werden, ob ein
solches Projekt zum architektonischen gesamtkünstlerischen und geistigen Aufbruch
der "Lebensreform" um 1900, wie es in der umfassenden Schau zur Neugestaltung
von Leben und Kunst im Jahre 2001 auf der Künstlerkolonie dokumentiert wurde, in
Verbindung mit dem Jugendstilensemble in Bad Nauheim und einzelner Bauwerke
des Jugendstils in anderen hessischen Städten vorgelegt werden kann.
Begründung:
Nach den bei den städtischen Ämtern vorliegenden Ergebnissen des 2006 durchgeführten
Forums "Entwicklung Mathildenhöhe" besteht für die Stadt Handlungsbedarf für die
Erhaltung, Entwicklung und Sanierung sowie die mögliche bauliche Ergänzung des
Gesamtkunstwerkes Mathildenhöhe. Die historische, kunsthistorische, künstlerische und
geistige Bedeutung der Entstehung der Künstlerkolonie, die von Großherzog Ernst Ludwig
ins Leben gerufen wurde, hat von 1901 – 1914 eine große Strahlkraft in Deutschland und
weit über Deutschland hinaus entfaltet. Darüber gibt es zahlreiche Dokumentationen,
Ausstellungen, Veröffentlichungen und Forschungsansätze. Die Stadt Darmstadt hat nach
den Zerstörungen des Krieges nicht nur weitgehende Versuche der Sanierung der
Architektur und der Parks versucht, sondern mit großen Ausstellungen auch die Geschichte
dieses besonderen Ortes wiederaufleben lassen.
Mit insgesamt nahezu 14 Millionen Euro ist in den Jahren von 1961 bis zum Jahr 2007 der
Wiederaufbau von Ausstellungshallen, Einzelhäusern, der Wiederherstellung von Parks und
Gärten und der Russischen Kapelle gelungen. Daneben ist mit der Jubiläumsausstellung
1976 "Ein Dokument deutscher Kunst 1901 – 1976" eine Aufarbeitung der geistigen
Reformsituation geschehen. Weiterhin gab es in den letzten Jahren immer wieder
Ausstellungen, die sich mit Einzelaspekten dieser Aufbruchsituation beschäftigt haben, unter
anderem der großen Ausstellung "Lebensreform".
Die genannten Defizite aus dem Krieg und der schnelle Aufbau der Nachkriegszeit verlangen
eine intensive Behandlung der unter hohem Denkmalschutz stehenden überlieferten
Gebäude, aber auch eine Beschäftigung mit der Frage des Rückbaus von sanierten
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Gebäuden, der eventuellen Auflagen für Gebäude in Privatbesitz, der Öffnung der Gärten
sowie der Beplanung und Bebauung des Osthanges.
Die Frage des Erwerbs des Welterbestatus muss sorgfältig überlegt werden. Er ist
insbesondere zu diskutieren im Hinblick auf Auflagen und Einschränkungen für
Privateigentümer. Andererseits ist zu erkunden, in wieweit durch die Unterschutzstellung ein
hoher neuer Imagegewinn und touristische wie wirtschaftliche positive Auswirkungen zu
verzeichnen sind.
Darüber hinaus ist mit dem Landensdenkmalamt und dem Hessischen Ministerium für
Wissenschaft und Kunst zu erörtern, in wieweit angesichts der universalen Anmeldesituation
und dem Drängen anderer Kontinente nach Erwerb des Welterbestatus, eine
Wettbewerbssituation in Hessen vermieden werden und gegebenenfalls eine Bündelung der
unterschiedlichen Interessen gemeinsam zum Erfolg führen kann.
Es muss abgewogen werden, ob die Investitionen im baulichen Bereich und eventuell in den
Nachfolgebereichen von Personalkosten, Parksituation etc. , die sich aus einer
Anmeldesituation für den Welterbestatus ergeben, sehr viel höher sind, als diejenigen
Kosten, die durch eine Erhaltungs-, Fortentwicklungs-, Sanierungs- und
Erweiterungskonzeption der Mathildenhöhe ohne Welterbestatus entstehen würden.
Dagmar Metzger Dr. Inge Landzettel Ruth Wagner, MdL
Walter Schmidt Hildegard Förster-Heldmann
Torsten Rossmann Doris Fröhlich
Sandra Russo
Pascal Angelbeck
Hanno Benz Brigitte Lindscheid Leif Blum
Vorsitzender SPD-Fraktion Vorsitzende Fraktion Bündnis 90/Grüne Vorsitzender FDP-
Fraktion
Beratungsverlauf (2)
Orte (3)
- Bad Nauheimer Straße 4
- Lauteschlägerstraße 38
- Rheinstraße 22
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Details
- Vorlagen-Nr.
- SV-2007/0087
- Typ
- Antrag
- Datum
- 04.12.2007
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00