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1050/2019

Anfrage der Ratsgruppe GUT Köln- AN/0237/2019- Minihäuser für Obdachlose

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 18.04.2019

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Nächste Beratung: Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren, Sitzung am 02.05.2019, TOP 11.2.3.1

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

6732 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
V/502/7 
 
Vorlagen-Nummer 18.04.2019 
 1050/2019 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung  
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Soziales und Senioren 02.05.2019 
 
Anfrage der Ratsgruppe GUT Köln- AN/0237/2019- Minihäuser für Obdachlose 
Die Ratsgruppe GUT Köln bezieht sich in Ihrer Anfrage auf ein Angebot für Wohnungslose in Öster-
reich, das diesen Menschen eine Heimat bietet. Das Angebot wird als „Vinzi-Dörfer“ beschrieben und 
besteht in Graz und in Wien. 
 
Im Zusammenhang mit diesem Angebot werden von der Ratsgruppe GUT folgende Fragen gestellt: 
 
1. Wie bewertet die Verwaltung dieses Angebot und welche Möglichkeiten sieht sie, ein solches 
Projekt in Köln auf den Weg zu bringen? 
 
2. Die Stadt ist in regelmäßigem Austausch mit freien Trägern und Initiativen der Obdachlosen-
hilfe. Gibt es in diesem Rahmen seitens der Verwaltung ausreichende Kapazitäten, um neue 
bzw. innovative Konzepte im Bereich der Obdachlosenhilfe zu berücksichtigen? 
 
 
Die Verwaltung hat folgende Vorinformation zu den wesentlichen Inhalten der Vinzi-Dörfer ermittelt: 
 
Zielgruppe: wohnungslose Menschen, die die bestehende Notversorgung in Form von 
Schlafsälen oder Notquartieren ablehnen. 
 
Raumkonzept: 24 kleine Einheiten mit jeweils 8 qm in Wien (8 Wohneinheiten in einem Haus, 
16 Wohncontainer im Garten) mit Toilette, Bett und Tisch;  
33 Wohneinheiten in Graz. 
 
Gemeinschaftsduschen und Essensangebot 
  
   24 Stunden Betreuung vor Ort 
 
Wohnkonzept: Wohnen ist unbefristet möglich 
 
   Rauchen und Alkoholkonsum im Zimmer ist erlaubt 
 
   Selbstbestimmung ohne Veränderungsdruck 
 
 
Die Verwaltung nimmt zu dem Angebot der Vinzi-Dörfer wie folgt Stellung (Frage 1): 
 
Raumkonzept: 
 
Die Unterbringung in kleinen Wohneinheiten oder in Einzelzimmer stellt grundsätzlich eine adäquate 
Form der Unterbringung von wohnungslosen Menschen dar.

2 
 
 
Die jeweilige Raumgröße der Wohncontainer mit ca. 8 qm entspricht jedoch nicht den angemessenen 
Standards. Im Vergleich hierzu belaufen sich die Flächen im betreuten Einzelwohnen im Bereich der 
Hilfen nach § 67 SGB XII auf derzeit 12 qm pro Bewohner/in. 
 
Darüber hinaus haben die Vinzi-Dörfer durch die Vielzahl der aufgestellten Wohncontainer oder Mini-
häuschen sowie der notwendigen Gemeinschaftsanlagen einen großen Flächenbedarf, der im Ver-
hältnis zu der Anzahl der untergebrachten wohnungslosen Menschen als sehr hoch angesehen wird. 
 
Umsetzbarkeit für Köln: 
 
Die Grundidee des Raumkonzeptes, wohnungslosen Menschen ein Einzelwohnen zu ermöglichen, 
bewertet die Verwaltung positiv. Das bestehende Raumkonzept mit dem hierfür erforderlichen Flä-
chenbedarf ist jedoch in einer Großstadt wie Köln schwer realisierbar. 
 
In Köln bestehen bei Trägern der Wohnungslosenhilfe verschiedene Wohnprojekte/Wohngruppen, in 
denen wohnungslose Menschen in Einzelzimmern untergebracht sind. Die Raumgröße bei einem 
Einzelzimmer entspricht den Standards des betreuten Einzelwohnens mit 12 qm pro Bewohner/in. 
Sanitäranlagen, zusätzliche Aufenthaltsmöglichkeiten oder die Nutzung von Küchen erfolgen als Ge-
meinschaftsangebote. Das Vorhalten einer Essensversorgung ist teilweise gegeben, soweit die Be-
wohner eine Selbstversorgung nicht sicherstellen können. Eine notwendige Betreuung vor Ort ist in 
den Angeboten ebenfalls gewährleistet.  
 
Wohnkonzept: 
 
Im Rahmen eines zielgruppenspezifischen und bedarfsgerechten Hilfekonzeptes sieht die Verwaltung 
die Notwendigkeit, Angebote für wohnungslose Menschen zur Verfügung zu stellen, die ein unbefris-
tetes Wohnen ermöglichen und den individuellen Veränderungswillen oder die Veränderungsfähigkeit 
berücksichtigen. Insbesondere bei suchtkranken wohnungslosen Menschen besteht häufig nicht die 
Bereitschaft oder der Wunsch, abstinent zu leben. Dies ist bei der Planung notwendiger Angebote zu 
berücksichtigen. 
 
Umsetzbarkeit für Köln: 
 
In Köln bestehen folgende Angebote, die dem Wohnkonzept der Vinzi-Dörfer entsprechen: 
 
Johannesbund gGmbH: 
 
Der Johannesbund ist ein Träger der Hilfen nach § 67 SGB XII für wohnungslose Männer, die alko-
holabhängig oder psychisch krank sind. In allen Angeboten des Johannesbundes ist Alkoholkonsum 
erlaubt. Die Unterbringung erfolgt in Einzelzimmern. 
 
Folgende Angebote ermöglichen ein dauerhaftes Wohnen und bieten eine sozialarbeiterische Unter-
stützung an, die darauf ausgerichtet ist, Hilfestellung im Alltag zu geben und eine Verschlechterung 
des Gesundheitszustandes zu vermeiden. Der individuelle Veränderungswille und die Veränderungs-
fähigkeit werden bei der Unterstützung durch Sozialarbeit berücksichtigt: 
• Dauerwohnheim (70 Plätze) 
• Annohaus (60 Plätze) 
• Außenwohngruppen (ca. 11 Plätze) 
 
Im Dauerwohnheim und im Annohaus besteht eine 24 Stundenpräsenz über eine Pforte. In den Au-
ßenwohngruppen besteht eine wöchentliche Präsenz eines Sozialarbeiters/in. 
 
Internationaler Bund: 
 
Im Angebot des Wohnprojektes Lüderichstr. können insgesamt 30 Männer und Frauen in Einzelzim-
mern untergebracht werden. Alkoholkonsum ist erlaubt. Die Unterbringung dort ist unbefristet. Der 
Einsatz eines Sozialarbeiters erfolgt im Hinblick auf das Einhalten eines sozialen Miteinanders.

3 
 
 
Sozialdienst Kath. Männer (SKM): 
 
Der SKM bietet für chronisch erkranke Alkoholiker ein Wohnprojekt mit 28 Plätzen an. Die Unterbrin-
gung erfolgt unbefristet. Die sozialarbeiterische Unterstützung bezieht sich auf Hilfestellung in der 
Alltagsbewältigung. Der Alkoholkonsum ist gestattet. 
 
Das Wohnprojekt wird über feste Präsenzzeiten eines Sozialarbeiters betreut. 
 
 
2. Die Stadt ist in regelmäßigem Austausch mit freien Trägern und Initiativen der Obdachlosen-
hilfe. Gibt es in diesem Rahmen seitens der Verwaltung ausreichende Kapazitäten, um neue 
bzw. innovative Konzepte im Bereich der Obdachlosenhilfe zu berücksichtigen? 
 
Die Verwaltung nimmt für sich in Anspruch, gemeinsam mit den Trägern der Wohnungshilfe als Part-
ner über eine Kernkompetenz in der Versorgung wohnungsloser Menschen zu verfügen.  
 
Im Amt für Soziales, Arbeit und Senioren, Abteilung Fachstelle Wohnen, wirtschaftliche Hilfen und 
ResoDienste steht eine Vollzeitstelle Fachkraft der Sozialarbeit zur Verfügung, die in administrativen 
Tätigkeiten bei der Projektplanung von einer 0,5 Stelle unterstützt wird. Die Aufgabe besteht in der 
Projektplanung, Koordination und Steuerung der Hilfen für wohnungslose Menschen mit besonderen 
sozialen Schwierigkeiten. Durch diesen Aufgabenbereich wird das Hilfesystem zielgruppenspezifisch 
und bedarfsgerecht unter Berücksichtigung neuer innovativer Ideen in der Wohnungslosenhilfe konti-
nuierlich weiterentwickelt. 
  
 
 
Gez. Dr. Rau

Beratungsverlauf (1)

02.05.2019 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
TOP 11.2.3.1 Antrag / Anfrage Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
1050/2019
Typ
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
Datum
18.04.2019
Erstellt
18.03.2019 11:53