2022/2023
AN/0823/2023 - Künstliche Intelligenz kann sexistisch sein – Wie stellt die Stadt sicher, dass sie diskriminierungsfreie KI-Anwendungen nutzt und fördert?
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Anlage 1 - Auszug des Ausschusses für die Gleichstellung von Frauen und Männern vom 04.09.2023
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Geschäftsführung Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern Herr Neweling Telefon: (0221) 221 26348 Fax: (0221) 221 26462 E-Mail: frank.neweling@stadt-koeln.de Datum: 11.09.2023 Auszug aus dem Entwurf der Niederschrift der 18. Sitzung des Ausschusses für die Gleichstellung von Frauen und Männern vom 04.09.2023 öffentlich 1.3 Anfrage der SPD-Fraktion betreffend "Künstliche Intelligenz kann sexis- tisch sein – Wie stellt die Stadt sicher, dass sie diskriminierungsfreie KI- Anwendungen nutzt und fördert?" AN/0823/2023 Antwort der Verwaltung 2022/2023 Monika Möller bittet darum, die Vorlage zurückzustellen, da es der SPD-Fraktion bis- her nicht möglich war, über die Beantwortung zu beraten. Der Ausschuss stellt die Vorlage zurück und bittet darum, die Beratungsfolge der Be- antwortung um den Digitalisierungsausschuss zu erweitern.
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Dezernat, Dienststelle IX/IX/2 Vorlagen-Nummer 29.08.2023 2022/2023 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 04.09.2023 Digitalisierungsausschuss 19.08.2023 Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln aus der Sitzung des Ausschusses für Gleichstellung von Frauen und Männern vom 11.05.2023 (AN/0823/2023) betreffend „Künstliche Intelligenz kann sexistisch sein – Wie stellt die Stadt sicher, dass sie diskriminierungsfreie KI-Anwendungen nutzt und fördert?„ Im Kontext zur diskriminierungsfreien Nutzung von Künstlicher Intelligenz bittet die SPD-Fraktion um Beantwortung der folgenden Fragen: 1. Wie stellt die Verwaltung sicher, dass KI-Anwendungen der Stadt diskriminierungs- frei und nicht sexistisch sind? 2. Berücksichtigt die KI -Strategie der Stadt die oben erläuterten Probleme aus Sicht des Gleichstellungsamtes ausreichend? 3. Die KölnBusiness Wirtschaftsförderung unterstützt jährlich viele KI -Startups mit Gründungs- und Finanzierungsberatungen, Netzwerkeven ts sowie der Hilfe bei Messeauftritten und Fördergeldern. Wird bei der Entscheidung, wer unterstützt wird, auf Diversität bei den Entwickler*innen geachtet, und wie viele Startups von Grün- derinnen wurden in den letzten 10 Jahren gefördert? 4. Wie viele Frauen und Menschen mit internationaler Familiengeschichte arbeiten im ZukunftsLabor mit? 5. Gibt es bereits eine Auswertung dazu, wer Ideen bei un:box cologne eingebracht hat, und wie wurde sichergestellt, dass auch Frauen und Menschen mit internatio- naler Familiengeschichte sich beteiligt haben? Die Verwaltung nimmt hierzu wie folgt Stellung: 2 Aktuell nutzt die Stadtverwaltung z.B. KI Komponenten im Bereich der Online Redak- tion. Hier wird über das Tool DeepL eine Übersetzungskomponente in den Webauftritt der Stadt Köln integriert. Möglichkeiten von KI werden in unterschiedlichen internen Pi- lotszenarien evaluiert, z.B. im Rahmen des digitalen Assistenten. Auch in der Anwen- dungsentwicklung kommt KI zum Einsatz, um z.B. Programmcode zu generieren oder eigenentwickelten Code im Sinne der Qualität zu überprüfen. Anwendungsfälle aus dem Bereich des KölnBot werden rein dialogbasiert umgesetzt, die KI versteht sich hier einzig und allein auf ein Mapping der gestellten Frage zum jeweils passenden Dialog- zweig. Zu Frage 1: Das Feld der Künstlichen Intelligenz wird bereits in den Kölner Perspektiven 2030+ the- matisiert und als ein Trend für die absehbare Zukunft dargestellt. Eine bedeutende Rolle spielt dabei die Algorithmisierung städtischer Systeme, diese eröffnet neue Möglichkei- ten zur Optimierung städtischer Dienstleistungen. Die „großen“ Anbieter von KI-Lösungen auf dem Markt (bspw. OpenAI mit der aktuell in den Medien fokussierten Lösung ChatGPT) trainieren ihre Engines mit teils ungefilter- ten Daten aus dem Internet, das bekanntermaßen kein diskriminierungsfreier Raum ist. Entsprechend besteht tatsächlich die reelle Gefahr, dass auch die auf den entsprechen- den KI-Engines basierenden Anwendungen nicht diskriminierungsfrei sind. Hier wird seitens der Stadt Köln bei der aktuell laufenden Technologie-Auswahl strikt darauf ge- achtet, dass die KI-Lösungen mit von der Stadt Köln vorselektierten und qualitätsgesi- cherten Datenquellen interagieren und die Ergebnisse stets einem Monitoring unterwor- fen werden können. Beim „Trainin g“ der KI ist zudem auf eine hohe Qualität der Da- tensätze zu achten, inkl. einer die Vielfalt abbildenden Datenbasis. Um angemessen auf die Auswirkungen der digitalen Transformation zu reagieren, ist insbesondere die Bewertung der Chancen und Risiken des Einsatzes Künstlicher Intel- ligenz relevant. Ein wesentlicher Aspekt ist hierbei die Erprobung von KI-Anwendungen, auch mit dem Ziel einer möglichen Regulierung. Um einheitliche Rahmenbedingungen für den Einsatz und die Erprobung von Künstli- cher Intelligenz zu schaffen und sie innerhalb der Stadt vergleichbar zu gestalten, soll eine KI-Strategie in Form von Richtliniensets erstellt und übergreifend abgestimmt wer- den. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Strategie sind zu etablierende Ethikrichtlinien für den Einsatz von KI-Systemen. Diese umfassen neben allgemeinen Anforderungen wie Transparenz, Datenschutz, -sicherheit und Effizienz auch Aspekte von Fairness und Gerechtigkeit, um Diskriminierung oder Benachteiligung von Personen oder Gruppen zu vermeiden bzw. frühzeitig zu erkennen und angemessen gegenzusteuern. Unabhän- gig von der Datenverarbeitung in einer KI -Anwendung ist eine hohe Datenqualität von entscheidender Bedeutung, die idealerweise bereits auf mögliche Diskriminierung von Personengruppen überprüft wurde. Im Rahmen der strategischen Betrachtung sollen auch die erforderlichen Fähigkeiten und Schulungen definiert werden, um eine umfas- 3 sende Datenkompetenz im Umgang mit KI zu erlangen und ein Bewusstsein für Diskri- minierungsfreiheit zu schaffen. Zukünftig sollen Technologien verwendet werden, die ihre Antworten durch nachvollziehbare Quellenangaben belegen und herleiten. Es ist auch wichtig, Transparenz bei den eingesetzten Werkzeugen für digitale Ent- scheidungsfindung zu gewährleisten und die Möglichkeit einer externen Überprüfung zu bieten, um Impulse für die Sicherstellung des erwarteten Nutzens zu liefern und eine kontinuierliche Verbesserung sicherzustellen. Mit Hintergrund der Open -Source-First- Strategie der Stadt Köln werden KI -Technologien ausgewählt, die maximale Transpa- renz erzeugen. Um sicherzustellen, dass die Stadtverwaltung die Vorteile von KI vollständig nutzen kann und gleichzeitig den ethischen und strategischen Anforderungen gerecht wird, ist ein enger Austausch und Wissensaufbau sowohl auf interkommunaler, wissenschaftli- cher und wirtschaftlicher Ebene als auch die Verknüpfung und Einbindung europäi- scher, bundesweiter und landesweiter Gesetzgebung erforderlich. Insbesondere die europäische Gesetzgebung widmet sich dem Bereich der Künstlichen Intelligenz und ist dabei, harmonisierte Vorschriften für künstliche Intelligenz (Gesetz über Künstliche Intelligenz) zu verabschieden. Mit dem Kölner Urbanen Datenökosystem (KUDOS) wird eine organisationsübergrei- fende Datenplattform geschaffen, die perspektivisch auch KI-Anwendungsszenarien er- möglichen soll. Durch die frühzeitige Umsetzung und Etablierung einer Datagovernance sollen identifizierte Anwendungsfälle qualitativ und ethisch der städtischen Gesamtstra- tegie entsprechen. Neben der Etablierung ist die kontinuierliche Überprüfung und Evaluation der erarbei- teten Richtlinien von großer Bedeutung, um den potentiellen neuen oder veränderten Anforderungen gerecht zu werden. Zu Frage 2: Das Amt für die Gleichstellung von Frauen und Männern sieht dem derz eitigen umfas- senden Ansatz der KI-Strategie der Stadtverwaltung Köln positiv entgegen. Um Vorur- teilen und Diskriminierungen in den Ergebnissen der KI zu vermeiden, bedarf es einer fortlaufenden und konsequenten Anstrengung. Die sogenannte Erprobung der Strategie, bei der Chancen und Risiken des KI -Einsat- zes bewertet werden sowie der Möglichkeit einer Regulierung wird begrüßt, ebenso wie die zu etablierende Ethikrichtlinien für den Einsatz von KI-Systemen. Daraus verspricht sich das Amt für die Gleichstellung von Frauen und Männern null Toleranz gegenüber Sexismus und der Reproduktion von geschlechtlichen Rollenklischees. Zu Frage 3: Seit der Gründung der KölnBusiness 2019 wird großer Wert auf die Unterstützung von Female Entrepreneurship gelegt, sowohl loka l mit der Unterstützung eines Gründerin- 4 nenstammtisches als auch überregional mit der Initiative FemupStartups die gemein- sam mit dem StartupChamps Zusammenschluss der Städte Berlin, Hamburg, München und Köln gegründet wurde. Mit dem FemaleStartaperitivo wur de in diesem Rahmen auch ein erfolgreiches Eventformat eingeführt, das Gründerinnen mit möglichen Inves- tor*innen zusammenbringt. Um die Sichtbarkeit zu stärken hat die KölnBusiness auch auf der Startupmap weibliche Gründerinnen in einem eigenen Landscape hervorgehoben. Das Netzwerk der Organi- sationen die sich hier einsetzen: Female Empowerment Map: Companies | Cologne Startup Ecosystem (startup-map.cologne) Als Role Model aus Köln in Sachen KI und Diversität aus Köln ist die Gründerin Céleste Kleinjans zu nennen, die auch schon Speakerin beim Digital Ethics Summit war Céleste Kleinjans möchte Wohlbefinden und Lebensqualität verbessern | (digital -ethics-sum- mit.de) Zu Frage 4: Das Zukunftslabor ist ein Ort der Stadtverwaltung in Form von innovativen Kreativräu- men, der keine Mitarbeitenden oder Personen beschäftigt. Dieser Ort steht allen Dienst- stellen der Verwaltung zur Verfügung. In den dort stattfindenden Workshops, Veranstal- tungen und Meetings werden keine Daten über die Diversität der Teilnehmenden erho- ben. Zu Frage 5: Eine konkrete Auswertung dazu wer Ideen eingebracht hat wurde nicht gezielt erhoben. Die Ideen wurden größtenteils über die Online- Beteiligungsplattform Meinung für Köln eingereicht. Die an die Verwaltung übermittelten Daten bestehen, neben der Idee selbst, aus der Mailadresse der Ideengeber*innen und einem Nutzer*innen-Alias. Bei knapp fünfzig Ideen kann hieraus das Geschlecht gedeutet werden. Dabei liegt der Anteil von Frauen und Männern gleich hoch. Bei den restlichen mehr als siebzig Ideen kann weder das Geschlecht noch die Herkunft eindeutig entnommen werden. Durch die aufsuchende und inhaltlich offene Beteiligung versucht die Verwaltung, alle Menschen/ die gesamte Stadtgesellschaft zu erreichen. Insgesamt soll möglichst vielen sozio-kulturellen Gruppen der Stadtgese llschaft die Möglichkeit geboten werden, sich an dem un:box cologne Prozess zu beteiligen und eine neue Kultur des Mitmachens zu generieren. Daher wurden vier zentrale Dialog-Zielgruppen identifiziert. Stadtgesellschaft Die Kölner Stadtgesellschaft im Sinne von un:box cologne umfasst die Bürgerschaft, Institutionen, Wissenschaft und Wirtschaft. Sie ist die Ziel- und Nutzer*innengruppe des un:box cologne Prozesses. Sie hat ein potenzielles Interesse an un:box cologne, da sie selbst Ideen einbringt und entwickelt und an der Umsetzung von integrierten Maßnah- men beteiligt ist. Durch vielfältig nutzbare un:box cologne Projekte kann sie selbst dazu beitragen, die Lebensqualität in Köln zu verbessern. 5 Fachöffentlichkeit Mit Fa chöffentlichkeit werden alle Expert*innen und Organisationen der Fachgebiete bezeichnet, die un:box cologne tangieren. Diese Akteursgruppe setzt sich aus den Be- reichen Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Aus dem Bereich der Fachöffentlichkeit wurden LoI -Partner*innen gewonnen, die sich bereits in der Strate- giephase des un:box cologne Prozesses aktiv eingebracht und ihr Engagement und die Beteiligung an der Umsetzung zugesagt haben. Politik Der Kölner Stadtrat ist die gewählte Vertret ung der Stadtgesellschaft. Er wird über die Fortschritte im lernenden Prozess un:box cologne regelmäßig unterrichtet. Er fällt die rahmengebenden Entscheidungen und beauftragt die Verwaltung nach Abschluss der Strategiephase A mit der Umsetzung des un:box cologne Prozesses. Die entsprechen- den Fachausschüsse werden regelmäßig eingebunden. Stadtverwaltung und Stadtwerkekonzern Köln Die Stadtverwaltung Köln ist für die Umsetzung städtischer Aufgabenbereiche im Pro- jekt zuständig und bildet die Schnittstelle zur Stadtgesellschaft. Durchgängig beteiligt ist die Stabsstelle Digitalisierung. Die Stabsstelle für Strategische Stadtentwicklung ist eine Hauptkooperationspartnerin. Sie ist für die Umsetzungssteuerung der Stadtstrate- gie “Kölner Perspektiven 2030+” verantwortlich und kann die Projekte im gesamtstädti- schen Kontext einordnen. Die Umsetzung konkreter Projekte mit Verwaltungsbeteili- gung erfolgt über die jeweils zuständigen Fachämter/Dienststellen. Weitere wichtige Partner*innen innerhalb der Stadtverwaltung sind das Innovationsbüro und das Büro für Öffentlichkeitsbeteiligung sowie die Volkshochschule der Stadt Köln, um kommunale Services und Infrastrukturen bereitzustellen. Aus dem Stadtwerkekonzern Köln sind be- sonders die Kölner Verkehrsbetriebe, die Rheinenergie AG und die Abfallwirtschaftsbe- triebe beteiligt. Gez. Haack
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2022/2023
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 11.09.2023
- Erstellt
- 19.06.2023 14:52