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3387/2019

Bürgereingabe gem § 24 GO NRW betr. Umgang mit Mikoplastik im Kölner Abwasser

Beschlussvorlage Ausschuss 17.10.2019

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Nächste Beratung: Ausschuss für Anregungen und Beschwerden, Sitzung am 29.10.2019, TOP 1.7

Anlage 1_Bürgereingabe-

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Beschlussvorlage Ausschuss

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Anlage 1_Bürgereingabe-

4152 Zeichen

Gesendet: Mittwoch, 21. August 2019 11:10 S :

An: 02-1/4 Geschäftsstelle Anregungen und Beschwerden R
Betreff: Anregung nach $24 GO NRW - Mikroplastik im Kölner Abwasser

Sehr geehrte Damen und Herren im Ausschuss für Anregungen und Beschwerden, Kunststoffe regieren
die Welt. Sie sind nützliche Alltagsbegleiter, sie machen uns das Leben einfacher. Doch was passiert,
wenn der Kunststoff nach seinem Einsatz achtlos weggewörfen wird? Was passiert, wenn die Kläranlage
auf einmal nichtmehr den kurzfristig wohltuenden Mikroplastik-enthaltenden Peelingzusatz entfemen kann
oder Waschmittelzusätze oder Abriebstoffe von Funktionstextilien während des Waschprozesses im
Wasserkreislauf landen? -

Fakt ist, dass Mikroplastik sich stetig in der Umwelt verbreitet und in den meisten Fällen.erst nach 450
Jähren abgebaut wird. Wie Können wir demnach verhindern, dass, die Mikroplastikpartikel. über die
-Nahrungskette wieder auf unserem Tisch landen? Es stellt,sich die Frage, wie wir diesem wachsenden
Problem sinnvoll, nachhaltig und: effizient mit Lösungen begegnen können. i e

Seit 2012 erforscht das Team von Wässer 3.0 um Dr. Katrin Schuhen:einen neuen Ansatz zur Entfernung .
von unerwünschten anthropogenen Stressoren aus dem Wasser. Neben der Entfernung von en
Medikamenten:und Medikamenitenrückständen beschäftigen sich die Wissenschaftler seit2015 zusätzlich
intensiv mit der Eliminierung von Mikroplastik. Bei Mikroplastik handelt es sich um kleine Kunststoffpartiket
mit’einer Größe von mindestens-10 um (meistens. 150-350 um, was.0,015-0,035 cm entspricht), ‘die
aufgrund langer Abbauzeiten:sehr lange im Ökosystem-verbleiben und dieses schädigen.

Die Lösung Kann so einfach sein: Wasser 3.0 - StressFix? & PLUS PE-X Das erste effiziente Verfahren zur
‚Entfernung. von Mikroplastik aus Abwässern wurde von der AG Organische und Ökologische Chemie. der
Universität Koblenz-Landau nun in.einem Pilotversuch in.der Kläranlage der EW Landau erfolgreich
getestet. , - a

Wie bereits für die Entfernung von Medikamenten und deren Rückständen, für die das Team von Wasser
3.0 bereits mit StressFix eine Lösung entwickelt hat, bedienen sich die Forscher auch bei der Entfernung
von Mikroplastik den anorganisch-organischen Hybridkieselgelen. Diese Verbindungen bilden die Basis der
Forschung und Entwicklung, um die Belastungssituation von Wässern zu verbessern und am Ende
recycelbare Produkte aus dem Abwasserreinigungsprozess zu erhalten. Es gibt sozusagen eine klassische
Einbatinstraßensituation, in:der durch Zugabe von StressFix-Verbindungen wachsende Partikel.entstehen;,
die zum einen in der'Lage sind, gelöste Stressoren, zu denen Medikamente gehören, zu binden; die:aber
auch Mikroplastikpartikel einschließen können. Am Ende der Reaktion erhält man große Partikelverbünde
die aufgrund ihrer’ geringeren Dichte auf dem Wasser schwimmen und so sehr einfach abgetrennt:werden
können. Zurück bleibt sauberes, partikelfreies Wasser. - u: ä
Die Meilensteine für das Projekt wurden vor Beginn der Forschung klar definiert und nicht aus den Augen
verloren. Übergeordnet verfolgt das Team das Ziel: Sauberes Wasser mit geringem finanziellem Aufwand
für.den Verbraucher zu gewährleisten, welches‘in einem effizienten und auf Belastungssituatiönen
anpassbären Verfahren für dezentrale und zentrale Einsatzbereiche überall auf der Welt eingesetzt werden

‚kann. Nach der Reinigung sollen die Abfallprodukte aus dem Reinigungsprozess wiederverwertbar bzw:

nützbar sein. Unter dem Strich soll'das Verfahren somit eine positive Ökobilanz aufweisen..Dies alles,
konnte durch das’ Pa: j :

Forscher- und Entwicklerteam aus Synthesechemikemn, Umweltwissenschaftlern und Abwassertechnikern
zusammen mit der'Firma aber GmbH und der Zahnen Technik GmbH erarbeitet werden. j

Link zu Interndtseite: www.wasserdreinull.de

Daher rege ich'an dieser Stelle an, nichtwissend, wie:seitens der Stadtentwässerungsbetriebe Köln aktuell
das Thema:Mikroplastik im Abwasser behandelt:wird, das o.g. Verfahren innerhalb der Kölner Kläranlagen
"zu erproben und ggfs. konkrete Lösungen zu’schaffen, wie Mikroplastik zu > 99% geklärt werden können.

Mit freundlichen Grüßen

Beschlussvorlage Ausschuss

2907 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
II/II/2-2 
 
Vorlagen-Nummer 
 3387/2019 
Freigabedatum 
16.10.2019  
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung 
Betreff 
Bürgereingabe gem § 24 GO NRW betr. Umgang mit Mikoplastik im Kölner Abwasser 
Beschlussorgan 
Ausschuss für Anregungen und Beschwerden 
Gremium Datum 
 
Beschluss: 
Der Ausschuss dankt dem Petenten für seine Eingabe. Die Stadtentwässerungsbetriebe sind mit dem 
Umweltministerium des Landes Nordrhein Westfalen, der RWTH Aachen und anderen Betreibern im 
Gespräch, um unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten auszuloten, die Erkenntnisse über die 
Eintragspfade zu vertiefen und sinnvolle Vermeidungsstrategien zu erforschen. 
 
Ausschuss für Anregungen und Beschwerden 29.10.2019

2 
Haushaltsmäßige Auswirkungen 
 Nein 
 
Begründung: 
Der Petent regt an, dass die Stadtentwässerungsbetriebe Köln (StEB), AöR, die Forschungsarbeiten 
des Teams von Wasser 3.0 um Dr. Katrin Schuhen (www.wasserdreinull.de) zur Beseitigung von Mik-
roplastik im Abwasser in den Kölner Kläranlagen berücksichtigen und ggf. erproben. Die Forscher 
bedienen sich bei der Entfernung von Mikroplastik den anorganisch-organischen Hybridkieselgelen. 
Dieses Verfahren wurde von der AG Organische und Ökologische Chemie der Universität Koblenz-
Landau in einem Pilotversuch in der Kläranlage der EW Landau erfolgreich getestet. 
 
Die Stadtentwässerungsbetriebe nehmen dazu wie folgt Stellung:  
 
Mikroplastik ist in der Tat ein großes Problem in der aquatischen Umwelt und hinsichtlich der Ein-
tragspfade, der Messung von Mikroplastik und der Strategien zur Vermeidung steht die Fachwelt erst 
am Anfang der Erkenntnis. Nach dem jetzigen Stand der Wissenschaft tragen die Kläranlagenabläufe 
nicht signifikant zum Eintrag von Mikroplastik in den Gewässern bei. Mikroplastik lagert sich zum 
überwiegenden Teil an Belebtschlammflocken an. Der behandelte und ausgefaulte Klärschlamm der 
Kölner Anlagen wird verbrannt, wodurch das enthaltene Mikroplastik zerstört wird. 
  
Das angesprochene Verfahren zum Mikroplastikrückhalt mittels anorganisch-organischen Hybridkie-
selgelen ist eines von vielen Verfahren, die zurzeit in der Fachwelt diskutiert werden. So werden be-
reits auf einigen kleineren und mittelgroßen Kläranlagen in Deutschland Membranfiltrationstechniken 
eingesetzt, die jedoch aufgrund enorm hoher Energieverbräuche bei größeren Anlagen nicht zweck-
mäßig sind. Auch der Einsatz von Retentionsbodenfiltern in ländlich geprägten Regionen wird getes-
tet und diskutiert, um Mikroplastikfrachten aus Mischwasserentlastungen Einhalt zu gebieten.  
  
Die StEB Köln sind zurzeit mit dem Umweltministerium des Landes, der RWTH Aachen und anderen 
Betreibern im Gespräch, um unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten auszuloten, die Erkenntnis-
se über die Eintragspfade zu vertiefen und sinnvolle Vermeidungsstrategien zu erforschen.

Beratungsverlauf (1)

29.10.2019 Ausschuss für Anregungen und Beschwerden
TOP 1.7 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
3387/2019
Typ
Beschlussvorlage Ausschuss
Datum
17.10.2019
Erstellt
26.09.2019 10:05