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AN/0252/2026

Koloniales Erbe des Botanischen Gartens der Stadt Köln

Die Linke. Anfrage nach § 4 10.02.2026

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Nächste Beratung: Ausschuss Klima, Umwelt und Grün, Sitzung am 30.04.2026, TOP 1.3

Linke Anfrage nach § 4

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Anlage1-Kolonialismus_und_BG_-_Positionspapier_VBG

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Anlage2-Desintegration Flora

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Linke Anfrage nach § 4

3968 Zeichen

Die Linke.-Fraktion · Postfach 103564 · 50475 Köln  
 
An die Vorsitzende  
des Ausschusses für Klima, Umwelt und 
Grün  
Frau Denise Abé  
 
An Oberbürgermeister  
Herren Torsten Burmester 
 
Rathaus 
 
 
Rathaus, Spanischer Bau  
 50667 Köln 
Postanschrift:  
Postfach 103564 · 50475 Köln  
Tel: 0221/221 -27840 · Fax: 0221/221-27841  
E-Mail: DieLinke@stadt -koeln.de 
Fraktionsvorstand  
 
 
Eingang beim Amt des Oberbürgermeisters: 10.02.2026 
AN/0252/2026 
Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates 
Gremium Datum der Sitzung 
Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 05.03.2026 
 
Koloniales Erbe des Botanischen Gartens der Stadt Köln 
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, 
sehr geehrte Frau Ausschussvorsitzende,  
 
Die Linke Fraktion im Rat der Stadt Köln bittet Sie darum, die folgende Anfrage auf die 
Tagesordnung der 3. Sitzung des Ausschusses Klima, Umwelt und Grün in der Wahlperiode 
2025/2030 am Donnerstag, dem 05.03.2026 zu setzen. 
 
Die Flora – der Botanische Garten der Stadt Köln ist Mitglied im Verband botanischer Gärten. 
Dieser Verband gab 2023 ein Positionspapier (Anlage 1) zum Thema „Botanische Gärten, 
Pflanzensammlungen und Kolonialismus“ heraus. An diesem Papier arbeitete der Botanische 
Garten Köln offensichtlich nicht mit, obwohl auch er eine bekannte koloniale Vergangenheit (und 
Gegenwart?) hat. Wir verweisen an dieser Stelle auf den angehängten Beitrag von Frau Marianne 
Bechhaus-Gerst. (Anlage 2) 
In diesem Beitrag wird aus aktuellen Gründen auch die Frage aufgeworfen, was aus der kolonialen 
Botanik wurde. Es wird grob auf die „Flora-Seite“ verwiesen, die wir als unter Flora und 
Botanischer Garten - Stadt Köln aufrufbar identifizieren. Dort ist von einem etwa 500 Meter langen 
„Entdeckerweg“, einer „exotischen Weltreise“, „Plantagen“ und "Tropischen Nutzpflanzen" die 
Rede.  
Das sind laut ‚Frau Bechhaus-Gerst „Begrifflichkeiten, die wir genauso schon vor über 100 Jahren 
lesen konnten und hinter denen sich die Zerstörung gewachsener Wirtschaften in Übersee und die 
gnadenlose Ausbeutung der angeeigneten Gebiete verbargen.“  
Auch in den städtischen Handlungsempfehlungen des Expert*innengremiums (Post)koloniales 
Erbe Köln werden Flora und Botanischer Garten erwähnt.  
„Die kolonialen Bezüge sind nur manchmal noch sichtbar, zum Beispiel bei Denkmälern oder 
Straßennamen. Häufiger sind sie unsichtbar, teils, weil der Krieg ihre materiellen Manifestationen

zerstört hat, teils, weil ihr kolonialer Ursprung oder Zusammenhang vergessen, ignoriert oder von 
anderen, nachkolonialen Erzählungen und Zuordnungen überlagert wurde. Hier sind zum Beispiel 
Museen, die Universität, der Zoo und der Botanische Garten als Orte kolonialer Wissensproduktion 
und Vermittlung zu erwähnen. Gerade die kritische Auseinandersetzung mit den Spuren, die sich 
nicht unmittelbar erschließen, steckt noch in den Anfängen. Ebenfalls muss man immer noch sehr 
großes Unwissen über die deutsche Kolonialvergangenheit, die Verwicklung Deutschlands – und 
Kölns – in den Versklavungshandel und über afrodeutsche Geschichte konstatieren.“ 
Wir sehen in den Museen, dem Zoo und unserem Botanischen Garten städtische 
Bildungseinrichtungen. Diesen stünde es sehr gut zu Gesicht, gegen die oben genannte 
Unwissenheit vorzugehen und sich auch ihrem kolonialen Erbe zu stellen. 
 
Daher haben wir die folgenden Fragen. 
1. Wie steht der Kölner Botanische Garten zum oben erwähnten Positionspapier des 
Verbands botanischer Gärten? 
 
2. Welche der im oben genannten Positionspapier aufgeführten Handlungsmöglichkeiten 
setzt, der Botanische Garten der Stadt Köln bereits um oder wird diese zukünftig 
umsetzen, um Transparenz herzustellen, die T eilhabe der Öffentlichkeit zu ermöglichen 
und um die Rolle Botanischer Gärten im Kolonialismus und seinen bis heute 
andauernde Strukturen zu betrachten und in die Forschung sowie die Bildungs- und 
Öffentlichkeitsarbeit einzubinden? 
 
gez. 
Dr. Günter Bell 
Fraktionsgeschäftsführer

Anlage1-Kolonialismus_und_BG_-_Positionspapier_VBG

11908 Zeichen

1 
Botanische Gärten und Kolonialismus 
Positionspapier:  
Botanische Gärten, Pflanzensammlungen und 
Kolonialismus 
Weltweit gibt es ca. 2500 Botanische 
Gärten, von denen die weitaus meisten im 
Globalen Norden liegen. In den dortigen 
Botanischen Gärten stammt ein großer Teil 
der lebenden Pflanzen und Herbarbelege 
aus dem Globalen Süden, was umgekehrt 
keineswegs der Fall ist. Diese ungleiche 
Verteilung der Sammlungen lässt sich direkt 
auf die Geschichte der Botanischen Gärten 
zurückführen, die – wie die der westlichen 
Wissenschaft insgesamt – eng mit dem 
Kolonialismus verbunden ist. An der 
Aufarbeitung dieses kolonialen Erbes der 
Botanischen Gärten möchte sich der 
Verband Botanischer Gärten e.V. aktiv und 
in transparenter, konstruktiver und 
verantwortungsvoller Weise beteiligen. 
Gefunden, g esammelt, geraubt – wie kamen die Pflanzen in die Botanische n 
Gärten? 
Die Geschichte der Botanischen Gärten in Deutschland und Europa ist untrennbar mit dem 
Kolonialismus und der europäischen Expansion verbunden. Die Kolonien mussten 
pflanzliche Nahrungs- und Genussmittel sowie Rohstoffe für die fortschreitende 
Industrialisierung Europas liefern. Die entsprechenden Nutzpflanzen wurden systematisch 
zwischen den einzelnen Kolonien ausgetauscht, oft unter Beteiligung Botanischer Gärten. 
Diese machten mit dem Ausstellen tropischer Nutzpflanzen in ihren Gewächshäusern 
zugleich Werbung für die vermeintlich unverzichtbaren „Schutzgebiete“. Zierpflanzen aus 
den Kolonien wurden in großem Maßstab von europäischen Handelsgärtnereien vermarktet 
und in Botanischen Gärten der Öffentlichkeit präsentiert. Um die Nutzung und Ausbeutung 
der kolonisierten Gebiete zu bewerben und das Narrativ der unbekannten, „unzivilisierten“ 
Welt außerhalb Europas zu unterstreichen, stellten Botanische Gärten zuweilen „exotische“ 
Pflanzen für Kolonialausstellungen bereit, in deren Kontext auch Menschen aus den 
Kolonien zur Schau gestellt wurden. Dies trug nicht zuletzt zu dem tief verankerten 
strukturellen Rassismus bei, der sich bis heute durch alle Gesellschaftsschichten zieht und 
die Lebensrealität Betroffener beeinflusst. 
In den Kolonien selbst legten die Europäer ebenfalls Botanische Gärten an, wo 
Anbauversuche mit Nutzpflanzen wie Kaffee, Kautschuk und Sisal durchgeführt wurden. Die 
Ergebnisse legten den Grundstein für Plantagenkulturen weltweit. Die Arbeit in den Gärten 
und auf den Plantagen wurde von einheimischen Menschen unter oft grausamen 
Bedingungen geleistet, bis hin zur Sklaverei. Diese systematische Ausbeutung von 
Menschen, Rohstoffen und Natur hat den Industrienationen letztlich zu enormem Reichtum 
verholfen, von dem der Globale Norden bis heute profitiert. 
Die Herrschaftsform des Kolonialismus ist 
gekennzeichnet durch die Inanspruchnahme fremder 
Territorien, motiviert von wirtschaftlichen, 
machtpolitischen und strategischen Zielen. Um diese zu 
erreichen, werden die kolonisierten Gesellschaften 
politisch unterdrückt und wirtschaftlich ausgebeutet. Aus 
der ideologischen Überzeugung einer weißen 
„Überlegenheit“ wird ihre kulturelle, intellektuelle und 
religiöse Selbstbestimmung stark eingeschränkt oder 
sogar unmöglich gemacht – bis hin zur gezielten 
Ausrottung ganzer Ethnien. Auch wenn die meisten 
vormaligen Kolonien heute selbständige Staaten sind, 
prägen die in Jahrhunderten des Kolonialismus 
entstandenen Strukturen die heutige Weltordnung; die 
durch den Kolonialismus hervorgerufene Ungleichheit 
durchdringt nach wie vor verschiedenste Bereiche von 
Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft. 
Anlage 1

2 
Botanische Gärten und Kolonialismus  
Eurozentrische Wissenschaft und Wissensaneignung 
Neben Saatgut und Setzlingen zur Kultivierung lebender Pflanzen gelangten auch Millionen 
von gepressten und getrockneten Pflanzenproben aus dem Globalen Süden in die Herbarien 
und die Botanischen Gärten Europas. Diese auf zahlreichen Expeditionen gesammelten 
Herbarbelege dienten vor allem dem wissenschaftlichen Interesse der europäischen 
Pflanzensystematiker, die sich den immensen, erst durch die kolonialen Machtverhältnisse 
ermöglichten Zustrom von Untersuchungsmaterial zunutze machten. Sie ordneten die 
Pflanzenfunde taxonomisch ein und beschrieben ihnen bislang unbekannte Arten als neu für 
die Wissenschaft. Informationen zur Nutzung stammten dabei in der Regel von der lokalen 
Bevölkerung, die Urheber*innen der angeeigneten Informationen wurden jedoch nur in den 
seltensten Fällen in den Publikationen genannt. Die wissenschaftliche Benennung erfolgte 
mit Latein in einer europäischen Gelehrtensprache und ehrte häufig die europäischen 
Sammler*innen, wissenschaftliche Kolleg*innen, Geldgeber*innen oder Personen in 
Machtpositionen – die oft bekannten indigenen Namen hatten dabei meist keine Relevanz. 
Diese Art der wissenschaftlichen Arbeitsweise und der Aneignung außereuropäischen 
Wissens dauert vielfach bis heute fort. Die kritische Auseinandersetzung damit hat erst in 
jüngster Zeit begonnen und hinterfragt verstärkt auch die Rolle der westlichen Wissenschaft 
als alleingültige Weltanschauung. Deren enge historische Verbindung mit dem Kolonialismus 
hat unter anderem dazu geführt, dass alternative, außereuropäische Sichtweisen auf die 
Natur ignoriert, unterdrückt oder gar vollständig eliminiert wurden. 
 
Position und Handlungsmöglichkeiten 
Der Verband Botanischer Gärten e.V. sieht sich in der Verantwortung, den kolonialen 
Kontext Botanischer Gärten in Geschichte und Gegenwart kritisch aufzuarbeiten. Dazu muss 
die Rolle Botanischer Gärten im Kolonialismus und seinen bis heute andauernden Strukturen 
betrachtet und in die Forschung sowie die Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit eingebunden 
werden. Der verantwortungsbewusste Umgang mit den Folgen des Kolonialismus erfordert 
dabei Transparenz, die Teilhabe der Öffentlichkeit und einen selbstkritisch reflektierenden 
Blick auf die eigene Arbeits- und Denkweise. Um den notwendigen Perspektivwechsel zu 
vollziehen, müssen vor allem der intensive Austausch und die Zusammenarbeit auf 
Augenhöhe mit Menschen und Institutionen aus dem Globalen Süden zum Standard werden. 
Schon heute pflegen viele Botanische Gärten des Globalen Nordens enge Kooperationen mit 
Botanischen Gärten, Universitäten und Naturschutzorganisationen im Globalen Süden. 
Sowohl in der Grundlagenforschung als auch im Artenschutz und bei der nachhaltigen 
Nutzung der Pflanzenvielfalt sind solche Kooperationen mittlerweile zur Grundvoraussetzung 
für ein erfolgreiches Arbeiten geworden. Auf Sammelexkursionen wird die Pflanzenvielfalt 
gemeinsam erfasst, die Ergebnisse werden im Anschluss gemeinsam publiziert; bei 
gegenseitigen Gastaufenthalten lernen die Partner*innen über- und voneinander. 
Kooperationen dieser Art sollten jedoch weitaus häufiger und selbstverständlicher werden 
und alle Arbeitsbereiche Botanischer Gärten umfassen. Sie müssen verstärkt den Ausbau 
der Infrastrukturen an Botanischen Gärten im Globalen Süden unterstützen. 
Nach Jahrhunderten des Sammelns und dem häufigen Verlust von Aufzeichnungen zur 
Herkunft der Pflanzenzugänge gestaltet sich die Provenienzforschung zu schon lange in 
Botanischen Gärten kultivierten Pflanzen meist äußerst schwierig. Viele Herbarbelege und 
handschriftliche Aufzeichnungen liegen jedoch noch unaufgearbeitet in Magazinen und 
Archiven und können als Grundlage für zukünftige Forschungsprojekte zur Provenienz der 
Sammlungsbestände dienen. Heute sind Botanische Gärten internationalen Abkommen wie 
der Konvention über die Biologische Vielfalt und dem Nagoya-Protokoll verpflichtet. Sie 
dokumentieren dementsprechend alle verfügbaren Sammeldaten zu ihren Beständen in 
Datenbanken und stellen durch Weitergabe dieser Informationen sicher, dass die 
Herkunftsländer im Falle einer Nutzung der genetischen Ressourcen am Gewinn beteiligt

3 
Botanische Gärten und Kolonialismus  
werden können. Durch Online-Datenbanken machen zudem immer mehr Botanische Gärten 
ihre Bestände transparent, und in Einzelfällen wurden bereits Provenienzen größerer 
Sammlungsbestände rekonstruiert. Um ein größtmögliches Maß an Transparenz zu 
erreichen, müssen die Bemühungen in dieser Richtung jedoch signifikant ausgebaut werden. 
Genaue Kenntnisse zu den Provenienzen der Sammlungen Botanischer Gärten sind auch 
Voraussetzung für Diskussionen über potenzielle Restitutionen. Unabhängig von einer 
physischen Restitution können Herbarbelege durch Digitalisierung weltweit frei zugänglich 
gemacht werden, so dass sie auch und gerade Kolleg*innen in den Herkunftsländern virtuell 
zur Verfügung stehen. Während dies für sogenannte Typusbelege schon weitgehend 
geschehen ist, muss ein Großteil der verbleibenden Belege jedoch noch durch gezielte, 
großangelegte Digitalisierungsprojekte verfügbar gemacht werden.  
Im Gegensatz zu den meisten Museumsobjekten sind lebende Pflanzen in fast allen Fällen 
reproduzierbar, können also durch Saatgut, Stecklinge o.ä. vermehrt werden. Dies bietet ein 
enormes Potenzial für den internationalen Artenschutz: Pflanzen in den Botanischen Gärten 
des Globalen Nordens, die an ihren Naturstandorten im Globalen Süden gefährdet oder gar 
ausgestorben sind, können dort durch gezielte Wiederansiedlung vor dem endgültigen 
Aussterben bewahrt werden. Der Zugang zu Lebendmaterial in den Sammlungen des 
Globalen Nordens muss für Institutionen des Globalen Südens jedoch erheblich verbessert 
werden, und Kooperationen in diesem Bereich müssen deutlich zahlreicher werden. 
Wissenschaftliche Pflanzennamen garantieren Eindeutigkeit in der Fachkommunikation und 
reflektieren die Verwandtschaftsverhältnisse der Arten. Während sie damit im 
wissenschaftlichen Bereich unverzichtbar sind, dürfen die botanischen Namen nicht darüber 
hinwegtäuschen, dass viele Pflanzen schon lange vor der vermeintlichen „Entdeckung“ durch 
die Europäer von der indigenen Bevölkerung gekannt, benannt und genutzt wurden. Da dies 
den Besucher*innen Botanischer Gärten bisher nur in den seltensten Fällen ersichtlich ist, 
sollte ein zeitgemäß angepasstes Informations- und Bildungsangebot die jahrhundertelange 
Praxis der Pflanzenbenennung erläutern und zugleich hinterfragen. Zudem sollten, wo immer 
möglich, bei wissenschaftlichen Neubeschreibungen von Arten ganz explizit indigene Namen 
aufgegriffen werden. 
Sammlungen lebender Pflanzen waren und sind die Grundlage der Arbeit Botanischer 
Gärten. Was oft mit der Zurschaustellung „exotischer“ Pflanzenvielfalt als koloniale 
Machtgeste begonnen hat, dient heute der Forschung und Lehre, Bildung und 
Erholung, dem Gartenbau und Artenschutz. Es geht um Erhaltung statt Aneignung, 
um Kooperation statt Herrschaft und um Wege, auf diesem Planeten gemeinsam und 
nachhaltig zu leben. Für dieses Miteinander ist noch viel zu tun, und ganz am Anfang 
muss die verantwortungsbewusste und transparente Aufarbeitung der 
Kolonialgeschichte stehen. Der Verband Botanischer Gärten stellt sich dieser 
Verantwortung und freut sich über konstruktive, kreative und kritische Mitarbeit.  
 
Diese Erklärung (Stand 1/2023) ist das Diskussionsergebnis einer Arbeitsgruppe von Kustodinnen und Kustoden 
im Verband Botanischer Gärten e.V. (VBG). Wir haben uns mit den postkolonialen Bezügen unserer 
Sammlungen, unserer Geschichte und unserem Selbstverständnis kritisch auseinandergesetzt. Unterstützt 
wurden wir von Runa Hoffmann, Masterstudentin im Botanischen Garten Berlin, Alexandra Straka, 
Masterstudentin im Botanischen Garten Potsdam und Demba Sanoh, Historiker, Berlin.  
Es arbeiteten mit: Botanischer Garten Berlin: Dr. Nils Köster, Botanische Gärten Bonn: Dr. Conny Löhne, 
Palmengarten der Stadt Frankfurt: Dr. Marco Schmidt; Botanischer Garten Potsdam: Dr. Michael Burkart; 
Botanischer Garten Tübingen: Dr. Alexandra Kehl; Tropengewächshaus Witzenhausen/Kassel: Marina Hethke; 
Sukkulenten-Sammlung Zürich: Dr. Felix Merklinger.

Anlage2-Desintegration Flora

4699 Zeichen

Für die meisten Menschen in Köln heute sind Flora und Botanischer Garten 
identisch. Das ist aber historisch nicht der Fall. 1862 wurde von 
einflussreichen Kölner Bürgern das „Comitee zum Bau eines Botanischen Zier- 
und Lustgartens“ gegründet und das neben dem Zoo liegende Grundstück mit 
einer Fläche von 5,6 Hektar für die geplante Anlage gekauft. 1864 wurde die 
Flora eröffnet. 
Im Mittelpunkt der Anlage stand der sogenannte Glaspalast, der sich u.a. am 
Londoner Crystal Palace orientierte. Das Gebäude diente als Palmenhaus, wurde 
aber auch für festliche Bälle und andere Unterhaltungsveranstaltungen genutzt. Im 
Zentrum der Flora stand von Anfang an die „Tropenbotanik“, die wenig später – als 
„koloniale Botanik“ – eine bedeutende Rolle spielte. Wenngleich die Flora primär als 
ein Ort der Unterhaltung und Entspannung für die Kölner Bürger*innen präsentiert 
wurde, waren (koloniale) Wissensproduktion und koloniale Propaganda wichtige 
Bestandteile. Die Pflanzen wurden zu Instrumenten kolonialer und 
kolonialrevisionistischer Aneignungsphantasien. 
Die erste große, publikumswirksame Veranstaltung in der Flora, bei der die koloniale 
Botanik prominent präsentiert wurde, war die „Internationale Jubiläums-Gartenbau-
Ausstellung“, die vom 4. August bis zum 1. Oktober 1888 stattfand. Die Deutsche 
Kolonialzeitung (DKZ), das Presseorgan der Deutschen Kolonialgesellschaft, warb in 
einer Ankündigung der Ausstellung für die „hervorragenden Kolonialsammlungen“, 
die in einer „Halle für Colonialprodukte“ gezeigt wurden. Eine umfassende 
Präsentation der Vielfalt an pflanzlichen Produkten aus Übersee war ein wichtiges 
kolonial-propagandistisches Mittel, den Kölner Bürger*innen den Sinn und Nutzen 
des kolonialen Projekts des Deutschen Reichs „zu verkaufen“. 
Dass die meisten der ausgestellten pflanzlichen Rohstoffe 1888 aus eigenen 
Kolonien kamen, zeugte nicht zuletzt von der machtvollen Position, in der man sich 
als Kolonialmacht sah. Und diese machtvolle Position machte es möglich, die 
pflanzlichen Rohstoffe und Produkte einzubetten in Präsentationen von 
Ethnographika, wie Waffen und Schmuck. Wenn die Besucher*innen sich ausruhen 
wollten, konnten sie sich in exotisierenden oder orientalisierenden Etablissements 
wie dem „Türkischen“ Pavillon oder dem „chinesischen“ Café bewirten lassen. 
Ab 1912 wurde auf dem Gelände neben der Flora ein neuer Botanischer Garten 
angelegt, der 1914 eröffnet wurde. Von Beginn an wurde die 
Kolonialpflanzensammlung im Garten systematisch erweitert und verschiedene 
„Warmhäuser“ für tropische Pflanzen, darunter insbesondere für „koloniale 
Nutzpflanzen“ wie Kaffee, Kakao, Baumwolle, Kapok, Sisal, Reis, Maniok und 
Bataten wurden errichtet. Auch in der Freilandabteilung wurden „subtropische 
Kolonialpflanzen“ angebaut. 
Nach dem Ende des realen Kolonialbesitzes war die Botanik in Köln Teil des 
kolonialrevisionistischen Engagements für die Rückgewinnung. Eines der letzten 
Großereignisse, bei dem die koloniale Pflanzenwelt und ihre Bedeutung für die 
wirtschaftliche Entwicklung und den Wohlstand des Landes einer breiten 
Öffentlichkeit präsentiert wurde, war Deutsche Kolonialausstellung 1934 in der 
Kölner  Messe. Um den Besucher*innen den Zusammenhang von preiswerten 
pflanzlichen Rohstoffen aus eigenen Kolonien und dem persönlichen Haushalt zu 
verdeutlichen und ihnen gleichzeitig das Gefühl einer Reise in die Überseegebiete 
$QODJH

zumindest andeutungsweise zu vermitteln, hatte man „lebende Vegetationsbilder“ mit 
Leihgaben aus dem Botanischen Garten geschaffen und sogar auf den Freiflächen 
vor dem Staatenhaus eine echte Baumwollkultur angelegt. Hier wurde 
öffentlichkeitswirksam, unterhaltsam und Sehnsüchte weckend mit pflanzlichen 
Produkten koloniale Propaganda betrieben. 
 
Was ist aus der kolonialen Botanik geworden? 
Es lohnt sich ein Blick auf die Homepage der Kölner Flora. Dort  sind vor einiger Zeit 
die Warmhäuser oder Gewächshäuser, die in der kolonialen Botanik eine so große 
Rolle spielten, wegen des schlechten Zustands geschlossen worden. Sie werden 
gerade erneuert. Auf der Flora-Seite finden sich die Planungen für den Neubau mit 
Begriffen wie „Exotische Weltreise“, „Entdeckerweg“, „Plantagen“ und nicht zuletzt 
„Tropische Nutzpflanzen“: beschrieben. Lebt hier der koloniale Diskurs unreflektiert 
und romantisierend weiter? Das sind Begrifflichkeiten, die wir genauso schon vor 
über 100 Jahren lesen konnten und hinter denen sich die Zerstörung gewachsener 
Wirtschaften in Übersee und die gnadenlose Ausbeutung der angeeigneten Gebiete 
verbargen. Ist also aus der kolonialen Botanik eine neo-koloniale geworden? 
Quelle: 
Botanischer Garten/Flora - Desintegration!

Beratungsverlauf (1)

30.04.2026 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün
TOP 1.3 Antrag / Anfrage Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Im Garten

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Details

Aktenzeichen
AN/0252/2026
Typ
Die Linke. Anfrage nach § 4
Datum
10.02.2026
Erstellt
09.02.2026 16:38