A-M/0004/2020
Die Straße "Danziger Freiheit" wird in "Marga-Spiegel-Straße" umbenannt
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A-M_0004_2020
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Antrag an die Bezirksvertretung Münster-Mitte Die Bezirksvertretung möge beschließen: Die Straße „Danziger Freiheit“ wird in „Marga-Spiegel-Straße“ umbenannt. Begründung: Der Name „Danziger Freiheit“ ist ein von den Nationalsozialisten aus propagandistischen Gründen gewählter Straßenname, der offen gegen die Friedensordnung von Versailles polemisierte und darüber hinaus die gewaltsame Expansionspolitik des NS-Regimes verherrlichen sollte. Die Benennung ist ein Affront gegenüber den Beziehungen Deutschlands zur Republik Polen und gegenüber den Beziehungen Münsters zu seiner Partnerstadt Lublin. Daher ist eine Umbenennung, gerade 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zwingend geboten, auch als Signal für die heutige Stadtpolitik, die auf Frieden und Völkerverständigung in einem geeinten Europa setzt. Als Alternative wird eine Benennung nach Marga Spiegel vorgeschlagen. Marga Spiegel, * 21.06.1912, die jüdische Überlebende des Holocausts aus dem nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis, entkam mit Hilfe von katholischen Bauern im Münsterland zwischen 1942 und 1945 der nationalsozialistischen Verfolgung. Nachdem ihr Ehemann von befreundeten Bauern von der massenhaften Tötung von Juden im heutigen Polen durch die Nationalsozialisten erfuhr, arrangierte er eine Versteckmöglichkeit für seine Ehefrau und Tochter bei Landwirten des Münsterlandes. Dank der mutigen Hilfe der Bauern überlebten sowohl sie als auch ihr Ehemann und ihre Tochter die NS-Zeit. 1965 veröffentlichte Marga Spiegel schließlich ihre Erinnerungen an die NS-Zeit und machte die Mithilfe der Münsterschen Bauern so publik. Daraufhin wurden die Bauernfamilien, die die Spiegels versteckt hatten, von dem israelischen Botschafter in Deutschland mit dem Titel „Gerechte unter den Völkern“ geehrt. Bis zum ihrem Tod 2014 war sie als Zeitzeugin um die Aufrechterhaltung der Erinnerung an die NS-Vergangenheit bemüht und besuchte zahlreiche Schulen und Einrichtungen im Münsterland, um von ihren Erlebnissen zu berichten. Mit einer solchen Benennung setzt die Stadt Münster ein Zeichen der aktiven Erinnerung an den von den Nationalsozialisten verübten Völkermord und würdigt den Neuanfang jüdischen Lebens in unserer Stadt. Ausdrücklich soll in diesem Zusammenhang geprüft werden, ob eine Weiterführung des neuen Straßennamens in der an die bisherige „Danziger Freiheit“ anschließenden „Admiral-Spee-Straße“, deren Benennung ebenfalls nationalsozialistisch ist und deren Namenspatron für den sinnlosen Tod von 2200 Marinesoldaten verantwortlich ist, möglich ist. Münster, 18.August 2020 Monika Mayweg, Martin Honderboom, Marita Otte, Thomas Schmidt und Inga Bußkamp für die SPD in der Bezirksvertretung Münster-Mitte Jonas Freienhofer als Einzelverteter für DIE LINKE in der Bezirksvertretung Münster-Mitte Bernd Mayweg als Einzelvertreter für die FDP in der Bezirksvertretung Münster-Mitte Antrag A-M/0004/2020
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: eingebracht
Zur SitzungOrte (2)
- Marga-Spiegel-Straße
- Admiral-Spee-Straße
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Details
- Vorlagen-Nr.
- A-M/0004/2020
- Typ
- Antrag an die BV Mitte
- Datum
- 27.08.2020
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37