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A-M/0004/2020

Die Straße "Danziger Freiheit" wird in "Marga-Spiegel-Straße" umbenannt

Antrag an die BV Mitte 27.08.2020

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung Münster-Mitte, Sitzung am 10.11.2020, TOP 6.2

A-M_0004_2020

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A-M_0004_2020

2976 Zeichen

Antrag an die Bezirksvertretung Münster-Mitte
Die Bezirksvertretung möge beschließen:
Die Straße „Danziger Freiheit“ wird in „Marga-Spiegel-Straße“ umbenannt. 
Begründung:
Der Name „Danziger Freiheit“ ist ein von den Nationalsozialisten aus propagandistischen Gründen
gewählter  Straßenname,  der  offen  gegen  die  Friedensordnung  von  Versailles  polemisierte  und
darüber  hinaus  die  gewaltsame  Expansionspolitik  des  NS-Regimes  verherrlichen  sollte.  Die
Benennung  ist  ein  Affront  gegenüber  den  Beziehungen  Deutschlands  zur  Republik  Polen  und
gegenüber den Beziehungen Münsters zu seiner Partnerstadt Lublin. Daher ist eine Umbenennung,
gerade 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zwingend geboten, auch als Signal für die
heutige Stadtpolitik, die auf Frieden und Völkerverständigung in einem geeinten Europa setzt. 
Als  Alternative  wird  eine  Benennung  nach  Marga  Spiegel  vorgeschlagen.  
Marga Spiegel, * 21.06.1912, die jüdische Überlebende des Holocausts aus dem nordhessischen
Schwalm-Eder-Kreis, entkam mit Hilfe von katholischen Bauern im Münsterland zwischen 1942 und
1945 der nationalsozialistischen Verfolgung. Nachdem ihr Ehemann von befreundeten Bauern von der
massenhaften Tötung von Juden im heutigen Polen durch die Nationalsozialisten erfuhr, arrangierte er
eine Versteckmöglichkeit für seine Ehefrau und Tochter bei Landwirten des Münsterlandes. Dank der
mutigen Hilfe der Bauern überlebten sowohl sie als auch ihr Ehemann und ihre Tochter die NS-Zeit.
1965  veröffentlichte Marga  Spiegel schließlich ihre Erinnerungen an die  NS-Zeit und machte die
Mithilfe der Münsterschen Bauern so publik. Daraufhin wurden die Bauernfamilien, die die Spiegels
versteckt hatten, von dem israelischen Botschafter in Deutschland mit dem Titel „Gerechte unter den
Völkern“  geehrt.  Bis  zum  ihrem  Tod  2014  war  sie  als  Zeitzeugin  um  die  Aufrechterhaltung  der
Erinnerung an die NS-Vergangenheit bemüht und besuchte zahlreiche Schulen und Einrichtungen im
Münsterland, um von ihren Erlebnissen zu berichten.
Mit einer solchen Benennung setzt die Stadt Münster ein Zeichen der aktiven Erinnerung an den von
den Nationalsozialisten verübten Völkermord und würdigt den Neuanfang jüdischen Lebens in unserer
Stadt.  
Ausdrücklich  soll  in  diesem  Zusammenhang  geprüft  werden,  ob  eine  Weiterführung  des  neuen
Straßennamens in der an die bisherige „Danziger Freiheit“ anschließenden „Admiral-Spee-Straße“,
deren Benennung ebenfalls nationalsozialistisch ist und deren Namenspatron für den sinnlosen Tod
von 2200 Marinesoldaten verantwortlich ist, möglich ist.
Münster, 18.August 2020
Monika  Mayweg,  Martin  Honderboom,  Marita  Otte,  Thomas  Schmidt  und  Inga  Bußkamp
für die SPD in der Bezirksvertretung Münster-Mitte 
Jonas Freienhofer 
als Einzelverteter für DIE LINKE in der Bezirksvertretung Münster-Mitte
Bernd Mayweg 
als Einzelvertreter für die FDP in der Bezirksvertretung Münster-Mitte
Antrag A-M/0004/2020

Beratungsverlauf (1)

10.11.2020 Bezirksvertretung Münster-Mitte
TOP 6.2 Antrag Entscheidung

Beschluss: eingebracht

Zur Sitzung

Orte (2)

  • Marga-Spiegel-Straße
  • Admiral-Spee-Straße

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Details

Vorlagen-Nr.
A-M/0004/2020
Typ
Antrag an die BV Mitte
Datum
27.08.2020
Erstellt
06.10.2020 14:37