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A-R/0037/2008

Frauen für die Feuerwehr begeistern - auch in Münster

Antrag an den Rat 20.08.2008

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 27.08.2008, TOP 21.2

Originalantrag

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Originalantrag

6248 Zeichen

Antrag an den Rat Nr. A-R/0037/2008  
 
 
1 
 
 
 
 
Antrag  
 
 
 
11.08.2008 
 
 
 
 
SPD-Fraktion 
im Rat der Stadt Münster  
 
 
Münzstr. 15 
48143 Münster 
Telefon: 0251/ 45 314 
Fax: 0251/ 511 750 
spdfrak@muenster.de  
www.spd-muenster.de  
Frauen für die Feuerwehr begeistern – auch in Münster 
 
 
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 
 
 
Die Verwaltung wird beauftragt, gezielte Aktionen d urchzuführen, um Mädchen und 
Frauen für die Berufsfeuerwehr zu interessieren und  anzuwerben. Darüber hinaus 
sollen Fördermaßnahmen getroffen werden, die Mädche n und Frauen ermöglichen, 
die Einstellungsprüfung zu bestehen, wie 
 
- eine verstärkte Ausbildung von jungen Frauen in de n technischen Berufen der 
Stadtverwaltung und der zum Konzern Stadt gehörende n Betriebe, deren 
Berufsausbildung Voraussetzung für eine Bewerbung b ei der Berufsfeuerwehr 
ist; 
 
- Praktika insbesondere für Mädchen und Frauen und g ezielte 
Vorbereitungskurse für die Einstellungsprüfung bei der Berufsfeuerwehr; 
 
- die Sportprüfung so zu verändern, dass sie für Fra uen geeignet ist, ohne die 
Ansprüche zu verringern, z.B. durch wirklichkeitsna he Aufgaben, die reale 
Kraftanforderungen simulieren; 
  
- die Öffnung des BewerberInnenkreises durch weitere  Berufsfelder wie 
Krankenpflege mit Erfahrung in der Notfallmedizin, Notfallambulanz oder im 
OP-Einsatz.  
 
 
Begründung: 
 
Die Feuerwehr ist nach wie vor ein männlich dominie rter Bereich, sowohl in der 
freiwilligen als auch in der Berufsfeuerwehr. Männl iche Organisationsstrukturen und 
Hierarchien halten Frauen und Mädchen vom Engagemen t in der freiwilligen 
Feuerwehr ab; in der Berufsfeuerwehr sind es die fo rmalen Voraussetzungen, an 
denen Frauen und Mädchen scheitern. 2003 lag der Fr auenanteil bei der Feuerwehr 
bundesweit bei 6,4 %. Der Anteil der Mädchen bei de r Jugendfeuerwehr lag 
hingegen im selben Jahr bei 22,7 %.  
 
Laut Bericht zum Frauenförderplan 2001 – 2003 der S tadt Münster wurde „in 
Absprache mit der Feuerwehr, dem Frauenbüro und dem  Personal- und 
Organisationsamt „…eine einvernehmliche Regelung fü r die verschiedenen Stufen

2 
des Auswahlverfahrens gefunden und gesondert als in tern abgestimmte 
Handlungsrichtlinie zusammengefasst.“ Die Erprobung  dieser Richtlinien bei der 
geplanten Einstellung von BrandmeisteranwärterInnen  zum 01.08.04 hat offenbar im 
Hinblick auf die Förderung von weiblichen Nachwuchs kräften bei der Feuerwehr 
Münster nicht zum Erfolg geführt. 
 
Laut WN-online vom 1. Juni 2008 weist Gisbert Rodew ald, Direktor des Instituts der 
Feuerwehr in Münster, angesichts des demografischen  Wandels auf die 
zunehmende Dringlichkeit der Nachwuchsgewinnung hin  und fordert: „Mehr Frauen 
sollten, könnten und müssten dabei sein“. Weiterhin betont er, dass die körperlichen 
Ansprüche an Feuerwehrleute im mittleren Dienst hoc h seien, „aber bei den 
Einstellungsuntersuchungen erwiesen sich Männer nic ht unbedingt als 
leistungsfähiger als Frauen“. 
 
Der Deutsche Feuerwehrverband hat die Zeichen der Z eit erkannt – die Zahl der 
männlichen Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr is t seit längerem rückläufig – und 
mit Beteiligung der Deutschen Jugendfeuerwehr ein F orschungsprojekt „Mädchen 
und Frauen in der Feuerwehr“ initiiert. Mit finanzi eller Unterstützung des BMFSFJ 
entwickelte ein Forschungsteam Leitlinien für Model lprojekte, die die Integration von 
Mädchen und Frauen in die Feuerwehr fördern und unt erstützen sowie zum Abbau 
von Hindernissen beitragen sollen, die dem entgegen stehen. In einem 
Nachfolgeprojekt sind einige Maßnahmen offenbar mit  Erfolg durchgeführt worden. 
Die Zahlen der Frauen in der freiwilligen Feuerwehr  erhöhten sich – in Baden-
Württemberg von 2002 bis 2006 um 30 % - auch in NRW. 
 
Für den gehobenen technischen Dienst gibt es offenb ar genügend Bewerberinnen. 
Hier sind BerufsanfängerInnen mit Architektur- oder  Bauingenieurstudium gefragt. 
Sie haben - z.B. in Saarbrücken - eine Chance, ange nommen und nach der 
Ausbildung übernommen zu werden. Dort bewarben sich  im Jahr 2001 mehr Frauen 
als Männer, obwohl der durchschnittliche Anteil der  an der HTW Saarbrücken 
studierenden Frauen nur 44 % betrug, und es kam zur  Einstellung von Frauen. In 
NRW ging die Stadt Dormagen voran: 2006 berief sie die erste Frau an die Spitze 
der Berufsfeuerwehr in NRW. 
 
Im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst hingegen f ehlt es den jungen Frauen zum 
einen an der technischen Berufsausbildung, zum ande ren an der geforderten 
12monatigen Berufserfahrung. Eine systematische und  regelmäßige Information von 
Mädchen und Jungen in den Schulen insbesondere in d er Phase der 
Berufswahlorientierung und eine offensive Teilnahme  der Berufsfeuerwehr am Girls’ 
Day durch mädchenspezifische Angebote sollten für d ie Feuerwehr 
selbstverständlich sein. Außerdem  sollte eine vers tärkte Erstausbildung in den 
technischen Berufen der Stadtverwaltung und der zum  Konzern Stadt gehörenden 
Betriebe erfolgen.  
 
Zusätzlich bietet sich die Öffnung des BewerberInne nkreises durch weitere 
Berufsfelder wie Krankenpflege mit Erfahrung in der  Notfallmedizin, Notfallambulanz 
oder im OP-Einsatz (als Zugangsvoraussetzung z.B. i n Essen und Hannover) bzw. 
die Berufsausbildung durch die Feuerwehr z.B. zur R ettungsassistentIn (z.B. in 
Essen geplant).

3 
Zur Feststellung der physischen Voraussetzungen für  den Feuerwehrdienst werden 
offenbar sehr unterschiedliche Prüfungen durchgefüh rt,  z.T. auch verschiedene 
Prüfungen für beide Geschlechter. Eine Möglichkeit wäre, den Sporttest besser auf 
die tatsächlichen körperlichen Anforderungen im Ein satzdienst auszurichten durch 
wirklichkeitsnahe Aufgaben, die reale Kraftanforder ungen simulieren. Die Feuerwehr 
Düsseldorf hat - laut Controllingbericht zum Frauen förderplan 2005 - diesen Test „so 
entschärft, dass die Chancen für Frauen eindeutig erhöht wurden“.  
 
 
Marianne Hopmann   Anne Hakenes     Karsten Rahn  
Holger Wigger   Ralf Hubert        Udo Reiter  
Wolfgang Heuer   Dr. Michael Jung     Anne Schulze Wintzler  
Anika Bergner   Marianne Koch     Joachim Tonn  
Hedwig Chudziak   Gaby Kubig-Steltig     Beate Vilh jalmsson 
Philipp Gabriel   Kurt Pölling      Karl-Heinz Wint er 
Beanka Ganser

Beratungsverlauf (1)

27.08.2008 Rat
TOP 21.2 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Münzstraße 15

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Details

Vorlagen-Nr.
A-R/0037/2008
Typ
Antrag an den Rat
Datum
20.08.2008
Erstellt
06.10.2020 14:37