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3116/2022

Beantwortung der mündlichen Fragen der SE Frau Lange betreffend "Ausstiegspfad aus Erdgas"

Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.) 27.09.2022

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Nächste Beratung: Ausschuss Klima, Umwelt und Grün, Sitzung am 29.09.2022, TOP 1.3.2

Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss

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Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss

11208 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
II/II/2 
 
Vorlagen-Nummer 27.09.2022 
 3116/2022 
Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Sitzung  
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 29.09.2022 
 
Beantwortung der mündlichen Fragen der SE Frau Lange betreffend "Ausstiegspfad aus 
Erdgas" 
 
Anlässlich der Beantwortung (2330/2022) der Anfrage gemäß § 4 der Geschäftsordnung der Fraktion 
DIE LINKE. im Rat der Stadt Köln vom 16.05.2022 (AN/1054/2022) betreffend „Ausstiegspfad aus 
Erdgas“ hatte SE Frau Lange in der Sitzung am 25.08.2022 verschiedene Nachfragen gestellt. 
 
Die Verwaltung hat die RheinEnergie AG um deren Beantwortung gebeten. Die jeweiligen Antworten 
lauten - den konkreten Fragen zugeordnet - wie folgt: 
 
Nach dem Bericht über die Entwicklung der Erneuerbaren Energien von RheinEnergie wurden 
2021 ca. 6,86% erneuerbare elektrische und ca. 1,93% erneue rbare thermische Energie 
hergestellt. Hier ist also noch deutlich Luft nach oben und die Zeit zum CO2 -Aussieg drängt. 
Sie geben an, dass Sie den Zukunftspfad für den Ausstieg aus Erdgas noch nicht benennen 
können. Ist es da nicht sinnvoll, solange die Fernwärme nicht weiter auszubauen, bis klar ist, 
wie der Ausstieg aus fossiler Energie gelingen kann? 
 
Antwort RheinEnergie AG: 
 
„Bezüglich der Dekarbonisierung der Fernwärme verweisen wir auf die Antworten zu Frage 1 Ihrer 
Anfrage vom 16.05.2022 ((Vorlagennum mer 2330/2022) in der die sehr klaren Vorstellungen der 
RheinEnergie beschrieben sind. Daher ist auch die Vorstreckung und Verdichtung von Fern - und 
Nahwärme mit Nachdruck voranzutreiben!“ 
 
Bis wann ist mit einem fundierten Ausstiegspfad zu rechnen? 
 
Antwort RheinEnergie AG: 
 
„Siehe Antwort zur vorhergehenden Frage.“ 
 
Wann ist die Prüfung zu Großwärmepumpen abgeschlossen? 
 
Antwort RheinEnergie AG: 
 
„Die Prüfung der ersten Großwärmepumpe soll im ersten Quartal 2023 abgeschlossen sein.“ 
 
Auf welche Temperaturen können die Pumpen das Wasser erhitzen? 
 
Antwort RheinEnergie AG: 
 
„Moderne Großwärmepumpen sind mit der Wärmequelle Rheinwasser in der Lage 
Vorlauftemperaturen bis zu 110°C zu realisieren. Die außentemperaturabhängige max. 
Vorlauftemperatur von 125°C (bei -10°C Außentemperatur!) kann somit nicht alleinig durch eine

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Großwärmepumpe realisiert werden und bedarf einer „Nachheizung“ wie z.B. durch einen 
Elektrodenkessel. Jedoch ist fraglich, ob bei -10°C ein auskömmliches Stromerzeugungs-angebot aus 
erneuerbaren Energien zum Betrieb einer Großwärmepumpen in Deutschland vorherr scht oder ob 
dies nicht eher bei einer „kalten Dunkelflaute“ auftritt, in der eine wasserstoffbetriebene KWK-Anlage 
die Wärmeversorgung übernimmt.“ 
 
Kann das erhitzte Wasser der Großwärmepumpen in alle bestehenden Fernwärmenetze 
eingesetzt werden? 
 
Antwort RheinEnergie AG: 
 
„Ja, dies sieht die RheinEnergie als möglich an.“ 
 
Welche Energiemenge sollen die Großwärmepumpen jährlich liefern? Wann kann 
RheinEnergie hier weitere Informationen liefern? 
 
Antwort RheinEnergie AG: 
 
„Stand heute plant die RheinEnergie  mit einem Anteil dekarbonisierter Wärme aus 
Großwärmepumpen von größer 50%, was derzeit mehr als 500 GWh/a allein im Innenstadtnetz 
bedeutet; mit der noch kommenden Verdichtung und Vorstreckung der Fernwärme wird dieser Wert 
noch wachsen. Genauere Angaben  wird die RheinEnergie nach der Fertigstellung des 
Transformationsplanes des Innenstadtnetzes nennen können, welche ab März 2023 erwartet 
werden.“ 
 
Beim Thema Geothermie gibt es Gespräche zur Umsetzung einer Solarthermieanlage in 
Merheim. Wie viel Energie soll die Anlage erzeugen? Wann gibt es dazu konkrete 
Informationen? 
 
Antwort RheinEnergie AG: 
 
„In Bezug auf Geothermie gibt es Gespräche zwischen dem Geologischen Dienst NRW, dem 
Fraunhofer IEG, der Stadtverwaltung und der RheinEnergie. Es werden eher oberflächennahe 
Potenziale im rechtsrheinischen Merheim gesehen. 
 
Derzeit werden die Planungen bzgl. einer Solarthermie-Freiflächenanlage in Merheim intensiviert, da 
seitens der Bezirksregierung (Vorhaben steht der Raumordnung nicht entgegen und B -Plan-
Verfahren ist nicht erforderlich) und der Stadt Köln (Abweichung vom Landschaftsplan ist 
genehmigungsfähig) keine Bedenken gegen das Vorhaben bestehen und die RheinEnergie 
aufgefordert worden ist, einen Bauantrag zu stellen. Parallel wird die RheinEnergie zei tnah die 
Verfügbarkeit eines Grundstücks klären. Aus heutiger Sicht (volle Grundstückflächennutzung) könnte 
die Anlage eine solare Einspeiseleistung von rd. 8 MW aufweisen, wobei die solare Einspeisearbeit 
rd. 6 GWh/a betragen würde. Letzteres kann sich mi t zunehmender Konkretisierung jedoch noch 
ändern.“ 
 
Ist die umfassende Erneuerung der GuD Anlage in Merkenich bis 2024 auf der Basis von 
Erdgas in der jetzigen Situation mit extrem hohen Erdgaspreisen nicht noch einmal neu zu 
überdenken? 
 
Antwort RheinEnergie AG: 
 
„Die Modernisierung der bestehenden Erdgas -GuD-KWK-Anlage – inkl. der Errichtung einer 
Klärschlammmonoverbrennungsanlage – unter Berücksichtigung der Versorgungssicherheit, 
Bezahlbarkeit und Umweltfreundlichkeit ist nach Auffassung der RheinEnergi e die einzig sinnvolle 
Variante.“ 
 
Die Angabe, dass in Zukunft „unter 50%“ Wasserstoff für die Fernwärme eingesetzt werden 
soll, hat uns erschreckt. Sie zitieren hier eine Studie der Agora Energiewende (vermutlich

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„Klimaneutrales Deutschland 2045“, von Juni 2022). Diese Studie geht von der 
Klimaneutralität bis 2045 aus. 2035 soll der Erdgasanteil danach noch 33% betragen. Dies 
passt nicht zur Strategie der Stadt Köln, die bis 2035 klimaneutral werden will. Es gibt andere 
Studien, die von einem wesentlich geringeren Anteil an Wasserstoff im Wärmesektor 
ausgehen und mit Wasserstoff nur die Dunkelflauten abdecken, z.B. der Sachverständigenrat 
für Umweltfragen‘ der Bundesregierung (kurz: SRU).  
 
https://www.umweltrat.de/SharedDocs/Downloads/DE/04_Stellungnahmen/2020_2024/2021
_06_stellungnahme_wasserstoff_im_klimaschutz.html 
 
Antwort RheinEnergie AG: 
 
„Ja, andererseits gibt es zahlreiche Studien, die ebenfalls von hohen Wasserstoffanteilen in der 
Energieversorgung Deutschlands ausgehen, wie z.B. die dena-Leitstudie „Aufbruch Klimaneutralität“. 
 
Auch die Vorabaussagen aus der Studie im Auftrag des „Nationalen Wasserstoffrates“ (ein von der 
Bundesregierung berufenes Expertengremium – https://www.wasserstoffrat.de/) zum Einsatz von 
Wasserstoff im Wärmemarkt (Zwischenbericht zum Projekt „Bottom-Up Studie zu Pfadoptionen einer 
effizienten und sozialverträglichen Dekarbonisierung des Wärmesektors“ im Auftrag des Nationalen 
Wasserstoffrates) der Gutachter Fraunhofer ISE und Fraunhofer IEE deuten auf ei nen 
nennenswerten Einsatz von Wasserstoff in der Fernwärme:  „Netzgebundene Versorgung mit H2 ist 
ein wichtiger Baustein zur Erreichung der mittel - und langfristigen Klimaziele. Um die Klimaziele im 
Wärmemarkt mittel - und langfristig erreichen zu können, wird H2 sowohl in Fernleitungs- als auch in 
den Verteilnetzen eingesetzt, zur Deckung von Bedarfen der Industrie und zur gekoppelten 
Erzeugung von Wärme und Strom in der Fernwärme.“ 
 
Da für Deutschland gem. Klimaschutzgesetz (zuletzt auf Grund eines BVG-Urteils in 2021 novelliert) 
eine Klimaneutralität bis 2045 vorgesehen ist, beziehen sich fast alle aktuelleren Studien auf das Jahr 
2045.“ 
 
Wie viel Wasserstoff soll im Schnitt ab 2035 jährlich verheizt werden? 
 
Antwort RheinEnergie AG: 
 
Solche Berechnungen sind bislang noch nicht durchgeführt worden, qualitativ wird dies am Standort 
Niehl aber ein 3-stelliger GWh-Betrag werden, zzgl. der Standorte Merkenich, Merheim, zahlreichen 
noch Erdgas-BHKW und einer noch unbekannten Anzahl wasserstoffbetriebener Gaskessel. 
 
Woher soll eine so große Menge Wasserstoff kommen? 
 
Antwort RheinEnergie AG: 
 
„Der gerade startende und stark boomende Wasserstoffmarkt wird perspektivisch weltweit als 
billionenschwer eingeschätzt, allein bis 2030 soll dieser laut der Statista GmbH 
(https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1195935/umfrage/prognose-zu-marktvolumen-einer-
wasserstoffindustrie-in-eu/) global auf 150 Mrd. € und EU -weit auf 20 Mrd. € steigen. In zahlreichen 
Regionen mit herausragenden EE-Potenzialen – teils EU-Länder mit Gaspipeline-Infrastruktur – wie 
z.B. Norwegen, UK, iberische Halbinsel, aber auch in der MENA -Region, Kanada, Australien, Chile, 
Patagonien, u.a. werden aktuell milliardenschwere Investitionsentscheidungen getroffen, siehe z.B. 
die beigefügte Übersicht allein an geplanten grünen Ammoniak Projekten.

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So wird die vom Bundeswirtschaftsministerium initiierte Stiftung „H2-global“ ab voraussichtlich 2025 
Wasserstoff-Derivate wie bspw. Ammoniak und Methanol nach Deutschland lotsen. Es ist zu 
vermuten, dass die zuletzt veröffentlichten LOI (letter of intent) von e.on bzgl. Derivatebezug aus 
Australien und Kanada und Uniper bzgl. Derivatebezug aus Kanada über dieses intermediäre System 
gesicherte Mengen an Wasserstoffderivate nach Deutschland schafft. 
 
Ein ähnliches „market maker“-System zur Sicherstellung des Bezugs von grünem Wasserstoff hat die 
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am 14.09.2022 vorgestellt. Neu ist ein Programm 
mit einem Volumen von 3 Mrd. € für den Ausbau der Wasserstoffpro duktion. Dazu soll eigens eine 
europäische Wasserstoff -Bank gegründet werden. Sie soll helfen, "den Kauf von Wasserstoff 
international zu sichern" und gleichzeitig die europäische Infrastruktur für Wasserstoff vorzubereiten.  
 
Auch das Bundesforschungsmini sterium sieht Importe als wesentliche Lösung und adressiert hier, 
neben den oben genannten Ländern, auch insbesondere Westafrika mit einem Erzeugungspotential 
von bis zu 160.000 TWh grünem Wasserstoff pro Jahr. 
 
https://www.bmbf.de/bmbf/shareddocs/kurzmeldungen/de/woher-soll-der-gruene-
wasserstoffkommen.html#:~:text=Wasserstoff%2DPartnerschaft%20mit%20Kanada,2%2C5%20Millio
nen%20Euro%20bereit .“ 
 
Wie teuer wird dieser Wasserstoff dann sein?  
 
Antwort RheinEnergie AG: 
 
„Eine mögliche Kostenentwicklung ist in unserer Übersicht an öffentlich zugänglichen Studien  aus 
2021 dargestellt:

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Wenn weder klar ist, woher der Wasserstoff kommen soll, noch ob er dann bezahlbar ist, 
wieso setzt RheinEnergie dann in einem so hohen Maße darauf? 
 
Antwort RheinEnergie AG: 
 
„Die RheinEnergie ist sich sicher, dass es in den 30e r Jahren einen zunehmend wettbewerblichen 
marktnahen Wasserstoff aus zahlreichen diversifizierten Quellen geben wird. Sollte die 
Wirtschaftlichkeit nicht in dem erwarteten Maße eintreten, wird die Elektrifizierung der 
Energieversorgung mittels erneuerbarer Energien noch stärker wachsen müssen. D.h. der bisherige 
Stromverbrauch Deutschlands wird bis 2050 nach unseren Schätzungen von aktuell 570 TWh – 
davon 230 TWh erneuerbare Energien – auf über 1.000 TWh anwachsen, bzw. müsste bei einem 
schwächeren Wasserstoffmarkt um einen 3-stelligen TWh-Betrag darüber hinaus anwachsen. 
 
Der Zuwachs der Stromerzeugung über erneuerbare Energien über den Faktor 5 hinaus wird 
natürlich sehr anspruchsvoll (und spezifisch teurer).“  
 
gez. Prof. Dr. Diemert

Beratungsverlauf (1)

29.09.2022 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün
TOP 1.3.2 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
3116/2022
Typ
Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.)
Datum
27.09.2022
Erstellt
21.09.2022 13:13