2008/0345
Bund-Länder-Programm 'Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - die Soziale Stadt' Eberstadt Süd Nachhaltigkeitskonzept
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Gemeinde:
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Stadtplanungsamt
Bessunger Straße 125
64285 Darmstadt
Konzept zur Verstetigung im Sinne der Nachhaltigkeit (Nachhaltigkeitskonzept)
Stadtteil Eberstadt Süd
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt verfolgt eine fortgesetzte Verbesserung der Wohn- und
Lebensbedingungen im Stadtteil und betrachtet dieses Ziel als gesamtstädtisches Anliegen.
Die Programmphilosophie der 'Sozialen Stadt' soll im Sinne eines integrierten Stadtentwick-
lungsprozesses fortgesetzt werden.
1. Festlegung des verbleibenden Handlungsbedarfs
Die Maßnahmen im Regelförderzeitraum haben in den Bereichen städtebauliche Neuord-
nung von Frei- und Grünflächen, Ausbau der sozialen Infrastruktur sowie im Aufbau eines
Beteiligungsnetzwerks zu ersten Stabilisierungen geführt. Als besonderer Handlungsansatz
ist die Verknüpfung von sozialen, beschäftigungsorientierten und städtebaulichen Aspekten
(z. B. Umnutzung der Konversionsfläche Grenzallee: städtebauliche Transformation, bauli-
che Umnutzung, Schaffung von Angeboten für Qualifizierung, Prävention, Beratung, Kultur,
nachbarschaftliche Kontakte, gebietsübergreifender Imagegeber) zu sehen.
Die weitere Entwicklung des Stadtteils ist eine fortlaufende Aufgabe, da sich hier soziale Be-
nachteiligungen in Überlagerung mit Zuwanderungsproblemen kumuliert auswirken.
Die Aufgabe der Integration der hiervon betroffenen Bevölkerungsgruppen bleibt über den
Zeitraum der Förderung der 'Sozialen Stadt' bestehen.
Aufgrund seiner wichtigen gesamtstädtischen Funktion benötigt der Stadtteil daher weiterhin
die intensive Unterstützung der Akteure der Gemeinschaftsinitiative.
1.1 Fortschreibung von Handlungs- bzw. Entwicklungszielen
Auf Grundlage der erfolgten Schlussbilanzierung werden folgende zentrale Ziele für die
nächsten (5 bis 10) Jahre gesehen:
1) Verbesserung der Wohnqualität in Zusammenwirken mit der Wohnungswirtschaft,
2) Verbesserung des Gebiets-Image,
3) Stabilisierung der Bevölkerungs- und Sozialstruktur,
4) Verbesserung des Angebots für Migrant/innen,
5) Bedarfsgerechter Ausbau der Gesundheitsversorgung und -förderung,
6) Bedarfsgerechter Ausbau der Freizeit-, Sport- und Kulturförderung,
7) Verbesserung des nachbarschaftlichen Zusammenlebens,
8) Perspektiventwicklung für den Schulstandort und
9) Entwicklung sozialräumlicher Strategien gegen Ausgrenzung und Armut.
- 1 -
Eine Konkretisierung der Ziele sowie die Ableitung von unterstützenden Maßnahmen und
Projekten erfolgt über die Fortschreibung des Integrierten Handlungskonzeptes.
1.2 Controlling/Sozialraumbeobachtung
Die Gemeinde führt den gebietsbezogenen Stadtentwicklungsprozess als Teil der Gesamt-
stadtentwicklung weiter. Eine Grundvoraussetzung hierzu ist, dass die Wissenschaftsstadt
Darmstadt die Entwicklung des Gebietes mit Hilfe verfügbarer Statistik und Datenerhebung
im Kontext der Entwicklung der Gesamtstadt weiterhin beobachtet und daraus sowohl
Entwicklungsziele als auch Maßnahmen ableitet. Dies wird mit Nachdruck
sozialraumbezogen,
unter Einbeziehung der Bewohner/innen mit deutschem Pass und Migrationshintergrund ver-
folgt. Damit setzt die Wissenschaftsstadt Darmstadt ihre jahrelang erfolgreiche Tradition fort,
ine kleinräumige integrierte Sozialberichterstattung zu verfolgen. e
1.3 Fördervorrang und Mittelbündelung für das Quartier
Es ist beabsichtigt, über die relevanten kommunalen Fachbereiche weiterhin Mittel und Res-
sourcen mit Vorrang für das benachteiligte Quartier zur Verfügung zu stellen. Eine gebiets-
bezogene Bündelung von Haushaltsmitteln aus verschiedenen Fachressorts ist beabsichtigt.
Die Mittelakquisition im öffentlichen Bereich (insbesondere Fachprogramme im Bereich So-
ziales, Bildung, Wohnen, Jugend und Beschäftigung) und privaten Bereich (insbesondere
Wohnungswirtschaft, lokale Wirtschaft, Stiftungen) wird weiterhin durch Beauftragte aktiv
betrieben.
Es ist beabsichtigt über die Regelaufgaben hinaus(Präsenz des Städtischen Sozialdienstes
im Fördergebiet) bedarfsgerechte Angebotsstrukturen auszubauen.
1.4 Kooperations- und Steuerungsstrukturen
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt wird zur Steuerung und Weiterführung eines integrierten
Stadtteilentwicklungsprozesses im Sinne der 'Sozialen Stadt' die geschaffenen Kooperati-
onsstrukturen aufrecht erhalten und entsprechend der Bedarfe weiterentwickeln:
a) Verwaltungsinterne Arbeitsstrukturen
Die für den Zeitraum der Förderung eingerichteten Verwaltungsstrukturen werden in einer
modifizierten Form fortgeführt.
Die Projektkoordination 'Soziale Stadt', die als Lenkungsgruppe die Koordination des Bund-
Länder-Programms 'Soziale Stadt' für den Stadtteil übernommen hat, wird sich nach Ablauf
der Regelförderung, weiterhin in einem dreimonatigen Rhythmus treffen.
Mitglieder der Projektkoordination sind Vertreterinnen und Vertreter des Stadtplanungsam-
tes, der Sozialverwaltung, projektbezogen tätiger Ämter, Vertreterinnen und Vertreter des
Städtischen Sozialdienstes und der Wohnungswirtschaft sowie des Stadtteilmanagements,
der Stadtteilwerkstatt einschließlich der jeweiligen Träger. Im Rahmen der Projektkoordinati-
on werden aktuelle, mittel- und langfristige Problemlagen und Potenziale des Stadtteils erör-
tert und zur Entwicklung erforderlich Projekte und Maßnahmen diskutiert, abgestimmt, koor-
diniert, strukturiert und für die Umsetzung vorbereitet. Die Projektkoordination wird noch
enger mit den formellen Strukturen der gesamtstädtischen Planungsgremien (Jugendhilfe-
ausschuss, Magistratskommission Soziale Brennpunkte etc.) verzahnt. Die Abstimmungser-
gebnisse der Stadtviertelrunde zu Projekten und Maßnahmen werden durch die Projektkoor-
dination berücksichtigt.
Die dezernatsübergreifende AG Sozialplanung, die alle planerischen Aufgaben der Arbeits-
bereiche Stadtplanung, Sozial- und Jugendhilfeplanung, Stadtforschung, Schulentwicklungs-
planung, Frauenbüro, Interkulturelles Büro bündelt wird ihr Augenmerk noch stärker auf die
Gebiete mit besonderem Entwicklungsbedarf richten.
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b) Institutionalisierte Zusammenarbeit in Gremien und Netzwerken
Das offen tagende, mit einer klaren Geschäftsordnung ausgestattete Stadtteilgremium
'Stadtviertelrunde' wird als zentrales Stadtteilkoordinierungs- und Planungsgremium über
den Förderzeitraum der 'Sozialen Stadt' hinaus als bewährtes Instrument der Beteiligung,
Koordination und Steuerung aufrecht erhalten.
Die Stadtviertelrunde (SVR) Eberstadt Süd ist ein Zusammenschluss von am Ort tätigen In-
stitutionen, Einrichtungen, Diensten, Vereinen, Initiativen und Arbeitsgruppen von Bewohne-
rinnen und Bewohnern. Ziel des Gremiums ist, die Wohn- und Lebensverhältnisse im Stadt-
viertel in konzertiertem Engagement nachhaltig zu verbessern. Die Stadtviertelrunde versteht
sich als Mittlerin zwischen unterschiedlichen Interessenlagen und Vertreterin der Belange
des Stadtviertels gegenüber Dritten. Sie befasst sich mit allen Belangen des Stadtviertels,
die geeignet sind, die Zielsetzung zu erreichen. Sie arbeitet als zentrales, stadtviertelbe-
zogenes Planungs- und Koordinierungsgremium in und für Eberstadt Süd. Sie bezieht sozial,
strukturell oder lokal angrenzende Einrichtungen und Interessen ein.
c) Unterstützungsstrukturen auf Stadtteilebene
Die Unterstützungsstrukturen im Stadtteil werden mit Auslauf der Förderung 'Soziale Stadt' in
Anpassung an Bedarfe und Aufgaben fortgeführt. Die Unterstützungsstrukturen sind wie folgt
vorgesehen:
Stadtteilmanagement
Das Stadtteilmanagement soll durch das beauftragte Büro Freischlad + Holz fortgeführt wer-
den. Vorgesehen ist, nach Abschluss der Regelförderung jährlich fortzuschreibende Verträge
mit präziser Darstellung des Arbeitsauftrags, des Arbeitsumfangs sowie der Honorierung zu
schließen.
Folgende Aufgaben sollen durch das Stadtteilmanagement u.a. übernommen werden:
- die Vorbereitung und Abstimmung von Projekten in verschiedensten Handlungsfeldern,
- die Initiierung, Begleitung und Vernetzung von Projekten und Maßnahmen,
- die Vernetzung von Förderprogrammen, die Einwerbung von Drittmitteln, die Vorbereitung
von Antragstellungen,
- die Erarbeitung, Abstimmung und Fortschreibung der Stadtteilentwicklungsagenda,
- die Erstellung einer Übersicht über alle geplanten Stadtteilaktivitäten, ihre Bewertung und
die Analyse möglicher Synergien,
- die Vor- und Nachbereitung von Sitzungen auf Entscheidungs-, Steuerungs- und Durch-
führungsebene,
- die Öffentlichkeitsarbeit.
Stadtteilwerkstatt
Die vom Caritasverband Darmstadt e.V. und dem Diakonischen Werk Darmstadt-Dieburg
getragene Stadtteilwerkstatt soll fortgeführt werden. Geplant ist, eine Leistungsvereinbarung
mit den Trägern der Stadtteilwerkstatt über den Betrieb der Stadtteilwerkstatt im CaritasLokal
nach Abschluss der Regelförderung abzuschließen. Der Betrieb des CaritasLokals als Ge-
meinbedarfseinrichtung ist für 25 Jahre vertraglich geregelt.
Die Stadtteilwerkstatt soll zukünftig u. a. folgende Aufgaben übernehmen:
- die Verstetigung einer Struktur, die es den Bewohner/innen ermöglicht, aktiv und verant-
wortlich an der weiteren Stadtteilentwicklung mitzuarbeiten
- die Moderation und Begleitung von Arbeitsgruppen
- die Koordination und Abstimmung der Aktivitäten der vor Ort im sozialen Bereich tätigen
Akteure und Institutionen, mit dem Ziel Synergieeffekte zu ermöglichen und vorhandene
personelle, materielle und ideelle Ressourcen effektiv einzusetzen
- 3 -
- die weitere Initiierung und Förderung von Aktivitäten der sozialen Nachbarschaft und des
aktiven Stadtteillebens in Zusammenarbeit mit den Bewohner/innen und den unterschied-
lichen Interessensgruppen vor Ort
- die Einbindung der Bewohner/innen, Adressaten und Expertinnen/Experten in die Vorbe-
reitung und Umsetzung investiver Projekte
- die Initiierung von Kultur- und Bildungsangeboten mit Kooperationspartnern
(Infoveranstaltungen, Kursangebote, Seminare etc.)
- die Förderung der Gesundheit von Bewohner/innen durch Angebote der Gesundheitsvor-
sorge und der Begleitung des Netzwerkes Gesundheit
- die Begleitung und Unterstützung von Maßnahmen zur Wohn- und Umfeldverbesserung,
- die Unterstützung von Selbsthilfeinitiativen (Bildung, Gesundheit, Soziales etc.).
Die konkreten Aufgaben der Stadtteilwerkstatt werden mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt
im Rahmen einer Leistungsvereinbarung geregelt.
1.5 Bewohner und Bew ohnerinnen als Experten und Gestalter ihres Stadtteils w erden
weiter unterstützt
Die Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger am Stadtteilentwicklungsprozess ist
erkennbar hoch. Selbsthilfepotentiale wurden in deutlichem Umfang aktiviert. Damit leisten
die Bewohner/innen einen zentralen Beitrag zur positiven Stadtteilentwicklung. Das aktivierte
Engagement der Bewohner soll weiterhin professionell unterstützt werden. Für die Ausübung
des ehrenamtlichen Engagements werden klare Rahmenbedingungen geschaffen. Das Leit-
bild zur Bürgerbeteiligung mit Festlegung verschiedener Beteiligungsstufen (Information,
Motivation, Mitbestimmung, Mitwirkung) ist über den Zeitraum der Programmdurchführung
Soziale Stadt hinaus durch politischen Beschluss (Magistratsbeschluss Nr. 357 vom
22.06.2005) formuliert und festgelegt.
1.6 Festlegung verbindlicher Partnerschaften zu den Handlungsfeldern
Die im folgenden dargestellten Partnerschaften werden im Abgleich mit den Bausteinen der
'Sozialen Stadt' erhalten bzw. aufgebaut und durch das Stadtteilmanagement sowie die
Stadtteilwerkstatt in ihrer Arbeit unterstützt:
Baustein 1: Aktivierung und Beteiligung von Bewohner/innen
Die Vernetzung der Bewohner/innen mit den vor Ort tätigen Institutionen, der Stadtverwal-
tung sowie den politischen Gremien wird langfristig über die Stadtviertelrunde sichergestellt.
Die organisatorische Unterstützung der Stadtviertelrunde erfolgt durch das Stadtteilmana-
gement und die Stadtteilwerkstatt.
Baustein 2: Stärkung der lokalen Wirtschaft
Das zentrale Projekt zur Vernetzung des Stadtteils mit der lokalen Wirtschaft ist die 'Jugend-
werkstatt Eberstadt Süd als Teil des 'CreativHofs Grenzallee'. Für den Betrieb des Creativ-
Hofs Grenzallee wird zur Zeit ein Beirat konstituiert. Dieser wird an die formellen planungs-
und Beteiligungsstrukturen der gesamtstädtischen Gremien angebunden, die die Themen
Jugendberufshilfe, Kinder- und Jugendarbeit sowie Hilfe zur Erziehung bearbeiten. Damit
sind die Angebote des Creativhofs für das Fördergebiet optimal koordiniert; sie finden ihren
Platz in der gesamtstädtischen Angebotsplanung.
Baustein 3: Verbesserung des sozialen und kulturellen Lebens
Zur nachhaltigen Sicherung und Vernetzung der Angebote im sozialen und kulturellen Be-
reich werden die AGs 'Kinder und Jugend' in der alle Kinder- und Jugendeinrichtungen des
Stadtteils vertreten sind, sowie die AG Bauverein, die AG Soziale Nachbarschaft, die AG
Interkulturelle Stadtteilarbeit, die AG Stadtteilfest/Kultur, das Netzwerk Gesundheit sowie
GARI BALDI weitergeführt.
- 4 -
Zur langfristigen Sicherung der Aktivitäten des 'Creativhofs Grenzallee' (Circus Waldoni,
Kunstwerkstatt, Mobile Praxis, etc.) wird eine Kooperationsvereinbarung zwischen den dort
ansässigen Trägern geschlossen. Ziel ist, die Aktivitäten in den Bereichen Qualifizierung und
Beschäftigung, Kultur und Beratung aufeinander abzustimmen und weiterzuentwickeln. Ge-
plant ist die damit verbundene Beratung sowie das Controlling der Projektkoordination und
dem geplanten Beirat zu übertragen.
Baustein 4: Städtebauliche Stabilisierung
Die Verantwortung für die weitere städtebauliche Stabilisierung des Stadtviertels wird auch
zukünftig durch das Stadtplanungsamt in engem Zusammenwirken mit der Sozialverwaltung,
in Zusammenarbeit mit der Projektkoordination Eberstadt Süd übernommen. Wesentliche
Themen werden die Perspektiventwicklung des Schulstandorts sowie die Verknüpfung des
Stadtviertels mit den angrenzenden Quartieren sein.
Baustein 5: Verbesserung der Wohn- und Lebenssituation
Die Sicherung der Zukunftsfähigkeit des für die Gesamtstadt wichtigen Wohnstandortes ist
wesentlicher Gegenstand der Arbeit der Projektkoordination, in der die Wohnungswirtschaft
(Bauverein AG), das Amt für Wohnungswesen sowie die Stadtteilwerkstatt als Interessenver-
treter der Bewohner/innen vertreten sind. Auch hier findet eine Abstimmung mit der Stadt-
viertelrunde statt.
Kontinuierlich umzusetzende kleinteilige M aßnahmen werden in der AG 'Bauverein' behan-
delt, die über den Förderzeitraum der 'Sozialen Stadt' hinaus, moderiert durch die Stadtteil-
werkstatt, weitergeführt wird.
Darmstadt, den 16.06.2008
Bürgermeister Wolfgang Glenz
Dezernat II
Stadtrat Jochen Partsch
Dezernat V
Stadtrat Dieter Wenzel
Dezernat VI
Die Unterschrift des Nachhaltigkeitskonzepts erfolgt vorbehaltlich des Beschlusses durch die
politischen Gremien im August 2008.
Die Beschlüsse werden mit Vorliegen bis Mitte August 2008 nachgereicht.
- 5 -
Anlage 1
Längerfristige Entwicklungsziele und –strategien für das Quartier
mit besonderem Entwicklungsbedarf1
Entwicklungsziele
Materielle Verbesserungen der Lebenslage im Gebiet hinsichtlich:
• Wohnumfeld
• Wohnqualität
• sozialkulturelles Infrastrukturangebot
• Entwicklung eines attraktiven Quartiers-/Nachbarschaftszentrums
• Freizeit- und Sportförderung
• Lokalen Ökonomie
• Beseitigung des Wohnungsleerstandes
• Nahversorgung
• Umwelt- und Gesundheitsbedingungen
• Gesundheitsversorgung und –förderung
• andere materielle Verbesserungen
Nicht-materielle Verbesserungen der Lebenslage im Gebiet hinsichtlich:
• Zusammenleben im Stadtteil
• Gebiets-Image
• Sicherheit im öffentlichen Raum
• Integration der Schule(n) in den Stadtteil
• andere nicht-materielle Verbesserungen
Verbesserung der Lebensverhältnisse durch:
• Stärkung der Eigeninitiative von Bewohner/innen
• Stabilisierung der Bevölkerungs- und Sozialstruktur
• Ausbau von Beteiligungsmöglichkeiten
• Verbesserung von Ausbildungs- und Qualifizierungsangeboten
• Sicherung und Verbesserung von Beschäftigungsangeboten
• Verbesserung der vorschulischen Bildung
• Verbesserung der schulischen Bildung
• andere Verbesserung der Lebensperspektive
Zielgruppenorientierte Verbesserung des Angebots an Einrichtungen für:
• Jugendliche
• Migrant/innen
• alte Menschen
• Frauen
• andere Zielgruppen
1 Quelle: Dritte bundesweite Befragung, Difu 2005/2006
2008/0345
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Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
04.09.2008
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat VI Dezernat II
Dezernat V
Dezernat VI
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Amt: Stadtplanungsamt
Beschluss in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Ja
Nein
Internetfähig
Verteiler:
II 61
V 50
VI BE
Stvv. 20
Vorlage-Nr. 2008/0345
Magistratsbeschluss-Nr.
Betreff: Bund-Länder-Programm 'Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - die Soziale
Stadt' Eberstadt Süd Nachhaltigkeitskonzept
Vorlage vom: 25.07.2008
Beschlussvorschlag:
1. Der Magistrat stimmt der Umsetzung des Nachhaltigkeitskonzepts zu.
2. Das Stadtplanungsamt und die Sozialverwaltung werden in Zusammenwirken mit der
Projektkoordination 'Soziale Stadt' mit
der Umsetzung des Nachhaltigkeitskonzeptes beauftragt.
3. Die Sozialverwaltung wird beauftragt, eine Leistungsvereinbarung sowie einen
Finanzierungsplan zur Fortführung des Betriebes der Stadtteilwerkstatt ab 2012 zu erarbeiten.
4. Das Stadtplanungsamt wird beauftragt, eine Leistungsvereinbarung sowie einen
Finanzierungsplan zur Fortführung des Stadteilmanagements ab 2012 zu erarbeiten.
Anlagen: Nachhaltigkeitskonzept Eberstadt Süd
Datenschutzrelevante Anlage:
Beschluss des Magistrats vom
2
...
Begründung der Magistratsvorlage vom 25.07.2008
Anlass
Im Herbst 1999 wurde Darmstadt Eberstadt Süd nach einjähriger Förderung im Förderprogramm
'Einfache Stadterneuerung' in das Bund-Länder-Programm 'Stadtteile mit besonderem Entwicklungs-
bedarf – die Soziale Stadt' aufgenommen. Über die Umsetzung einer Vielzahl an Projekten und
Maßnahmen ist es gelungen, die Gesamtsituation des Stadtteils zu stab ilisieren und entscheidend zu
verbessern.
Nach 10-jähriger Förderung wurde im Jahr 2008 der letzte Antrag auf Bewilligung von Fördermitteln
gestellt. Die nach Vorliegen des Bewilligungsbescheides mögliche Projekt- und Maßnahmenumsetzung
wird aufgrund der Bereitstellung der Fördermittel in Jahresscheiben bis voraussichtlich Ende 2011
erfolgen.
Die Stadt Darmstadt wurde durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landes-
entwicklung aufgefordert, eine Nachhaltigkeitserklärung zur Verstetigung des Erneuerungsprozesses über
den eigentlichen Projektzeitraum hinaus zu erarbeiten. Laut Aussage des Ministeriums haben die Inhalte
des Nachhaltigkeitskonzeptes Auswirkungen auf die Höhe der mit dem letzten Förderantrag bewilligten
Fördermittel. Die im folgenden dargestellte Erklärung wurde dem Ministerium zum gesetzten Termin am
16.06.2008 vorbehaltlich der Zustimmung der politischen Gremien übergeben.
Die wesentlichen Aussagen des Nachhaltigkeitskonzept sind (vollständiges Konzept in der Anlage):
Inhalt / Ziele
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt verfolgt eine fortgesetzte Verbesserung der Wohn- und
Lebensbedingungen im Stadtteil und betrachtet dieses Ziel als gesamtstädtisches Anliegen. Die
Programmphilosophie der 'Sozialen Stadt' soll im Sinne eines integrierten Stadtentwicklungsprozesses
wie folgt fortgesetzt werden:
Festlegung des verbleibenden Handlungsbedarfs
Die Maßnahmen im Regelförderzeitraum haben in den Bereichen städtebauliche Neuordnung von Frei-
und Grünflächen, Ausbau der sozialen Infrastruktur sowie im Aufbau eines Beteiligungsnetzwerks zu
ersten Stabilisierungen geführt. Die weitere Entwicklung des Stadtteils ist eine fortlaufende Aufgabe, da
sich hier soziale Benachteiligungen in Überlagerung mit Zuwanderungsproblemen kumuliert auswirken.
Fortschreibung von Handlungs- bzw. Entwicklungszielen
Auf Grundlage der erfolgten Schlussbilanzierung werden folgende Ziele für die nächsten Jahre gesehen:
Verbesserung der Wohnqualität in Zusammenwirken mit der Wohnungswirtschaft / Verbesserung des
Gebietsimages / Stabilisierung der Bevölkerungs- und Sozialstruktur / Verbesserung des Angebots für
Migranten/innen / Bedarfsgerechter Ausbau der Gesundheitsversorgung und –förderung /
Bedarfsgerechter Ausbau der Freizeit-, Sport- und Kulturförderung / Verbesserung des
nachbarschaftlichen Zusammenlebens / Perspektiventwicklung für den Schulstandort und Entwicklung
sozialräumlicher Strategien gegen Ausgrenzung und Armut.
Eine Konkretisierung der Ziele sowie die Ableitung von unterstützenden Maßnahmen und Projekten
erfolgt über die Fortschreibung des Integrierten Handlungskonzeptes.
Controlling/Sozialraumbeobachtung
Die Entwicklung des Gebietes wird mit Hilfe verfügbarer Statistik und Datenerhebung im Kontext der
Entwicklung der Gesamtstadt weiterhin beobachtet um daraus sowohl Entwicklungsziele als auch
Maßnahmen abzuleiten. Dies wird mit Nachdruck sozialraumbezogen unter Einbeziehung der
Bewohner/innen mit deutschem Pass und mit Migrationshintergrund verfolgt.
Fördervorrang und Mittelbündelung für das Quartier
Es ist beabsichtigt, über die relevanten kommunalen Fachbereiche weiterhin Mittel und Ressourcen mit
Vorrang für das benachte iligte Quartier zur Verf ügung zu stellen. Eine gebietsbezogene Bündelung von
Haushaltsmitteln aus verschiedenen Fachressorts ist beabsichtigt.
3
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Kooperations- und Steuerungsstrukturen
Zur Steuerung und Weiterführung eines integrierten Stadtteilentwicklungsprozesses werden die
geschaffenen Kooperationsstrukturen aufrechterhalten und entsprechend der Bedarfe weiterentwickelt:
Verwaltungsinterne Arbeitsstrukturen
Die Projektkoordination 'Soziale Stadt', die als Lenkungsgruppe die Koordination des Bund-Länder-
Programms 'Soziale Stadt' für den Stadtteil übernommen hat, soll sich nach Ablauf der Regelförderung
weiterhin in einem dreimonatigen Rhythmus treffen.
Mitglieder der Projektkoordination sind Vertreterinnen und Vertreter des Stadtplanungsamtes, der
Sozialverwaltung, projektbezogen tätiger Ämter, Vertreterinnen und Vertreter des Städtischen
Sozialdienstes und der Wohnungswirtschaft sowie des Stadtteilmanagements, der Stadtteilwerkstatt
einschließlich der jeweiligen Träger. Im Rahmen der Projektkoordination werden aktuelle, mittel- und
langfristige Problemlagen und Potenziale des Stadtteils erörtert und zur Entwicklung erforderliche
Projekte und Maßnahmen diskutiert, abgestimmt, koordiniert, strukturiert und für die Umsetzung
vorbereitet. Die Projektkoordination wird noch enger als bisher mit den formellen Strukturen der
gesamtstädtischen Planungsgremien (Jugendhilfeausschuss, Magistratskommission Soziale Brennpunkte
etc.) verzahnt.
Institutionalisierte Zusammenarbeit in Gremien und Netzwerken
Das Stadtteilgremium 'Stadtviertelrunde' wird als zentrales Stadtteilkoordinierungs- und Planungs-
gremium über den Förderzeitraum der 'Sozialen Stadt' hinaus als bewährtes Instrument der Beteiligung,
Koordination und Steuerung aufrechterhalten.
Unterstützungsstrukturen auf Stadtteilebene
Die Unterstützungsstrukturen im Stadtteil werden mit Auslauf der Förderung 'Soziale Stadt' in Anpassung
an Bedarfe und Aufgaben fortgeführt. Das Stadtteilmanagement soll durch das beauftragte Büro
Freischlad + Holz fortgeführt werden. Vorgesehen ist, nach Abschluss der Regelförderung jährlich
fortzuschreibende Verträge mit präziser Darstellung des Arbeitsauftrags, des Arbeitsumfangs sowie der
Honorierung zu schließen. Die vom Caritasverband Darmstadt e.V. und dem Diakonischen Werk
Darmstadt-Dieburg getragene Stadtteilwerkstatt soll fortgeführt werden. Geplant ist, eine
Leistungsvereinbarung mit den Trägern der Stadtteilwerkstatt über den Betrieb der Stadtteilwerkstatt im
CaritasLokal nach Abschluss der Regelförderung abzuschließen.
Unterstütztung der Bewohner und Bewohnerinnen als Experten und Gestalter ihres Stadtteils
Das aktivierte Engagement der Bewohner soll weiterhin professionell unterstützt werden. Das Leitbild zur
Bürgerbeteiligung mit Festlegung verschiedener Beteiligungsstufen (Information, Motivation,
Mitbestimmung, Mitwirkung) ist über den Zeitraum der Programmdurchführung 'Soziale Stadt' hinaus
durch politischen Beschluss (Magistratsbeschluss Nr. 357 vom 22.06.2005) formuliert und festgelegt.
Festlegung verbindlicher Partnerschaften zu den Handlungsfeldern
Im Abgleich mit den Bausteinen der 'Sozialen Stadt' sollen verbindliche Partnerschaften erhalten bzw.
aufgebaut werden. Diese werden durch das Stadtteilmanagement und die Stadtteilwerkstatt in ihrer Arbeit
unterstützt.
4
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Umsetzung
Das vorliegende Nachhaltigkeitskonzept wurde durch die Projektkoordination Eberstadt Süd vorbereitet
und am 09.06.2008 in einem Termin mit dem Bürgermeister Wolfgang Glenz und den Stadträten Dieter
Wenzel und Jochen Partsch sowie den Leitungen des Stadtplanungsamtes und der Sozialverwaltung
abgestimmt.
Die Erklärung wurde vorbehaltlich des Beschlusses der politischen Gremien durch die Dezernenten
unterzeichnet und fristgerecht an das Ministerium übergeben.
Ziel ist, das Nachhaltigkeitskonzept in den kommenden 3 Jahren bis zum Abschluss des Bund-Länder-
Programms entsprechend eines bereits vorliegenden Leitfadens weiter auszuarbeiten.
Anlage:
Nachhaltigkeitskonzept Eberstadt Süd
Darmstadt, 25.07.2008
VI/61.3 ks Tel. 2607
Der Dezernent II: Der Dezernent V: Der Dezernent VI:
Wolfgang Glenz Jochen Partsch Dipl.-Ing. Dieter Wenzel
Bürgermeister Stadtrat Stadtrat
Beratungsverlauf (6)
Orte (2)
- Bessunger Straße 125
- Grenzallee
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2008/0345
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 25.07.2008
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00