KRhR 4/2023
Genehmigung der Niederschrift über das wesentliche Ergebnis der Sitzung der Kommission Rheinisches Revier am 03.02.2023
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Sitzungsvorlage Kommission Rheinisches Revier (Genehmigung der Niederschrift über das wesentliche Ergebnis der Sitzung der Kommission Rheinisches Revier am 03.02.2023)
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Seite 1 von 1 Sitzungsvorlage Kommission Rheinisches Revier - öffentlich - KRhR 4/2023 Dezernat Regionalplanung, Braunkohlenplanung, Geschäftsstelle Ansprechperson Frau Eva Kuhl Telefon 0221 / 147 - 4871 BEZIRKSREGIERUNG Köln Datum 07.09.2023 Beratungsfolge Termin TOP Beratungsaktion Kommission Rheinisches Revier 29.09.2023 3 beschließend TOP: Genehmigung der Niederschrift über das wesentliche Ergebnis der Sitzung der Kommission Rheinisches Revier am 03.02.2023 Beschlussvorschlag: Die Kommission Rheinisches Revier genehmigt die Niederschrift der 6. Sitzung. Erläuterungen: Anlage(n): 1. Anl. zu TOP 3_Niederschrift K. Rheinisches Revier 03.02.2023
Sitzungsvorlage Kommission Rheinisches Revier (Anl. zu TOP 3_Niederschrift K. Rheinisches Revier 03.02.2023)
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Niederschrift über das wesentliche Ergebnis der 6. Sitzung der Kommission Rheinisches Revier des Regionalrats des Regierungsbezirks Köln am Freitag, dem 3. Februar 2023, von 10:08 Uhr bis 12:06 Uhr, im Plenarsaal der Bezirksregierung Köln Vorsitz: Norbert Spinrath (SPD) Kommission Rheinisches Revier des Regionalrats des Regierungsbezirks Köln 3.02.2023 – 2 – Tagesordnung und Beschlüsse Vor Eintritt in die Tagesordnung 4 1 Feststellung der Tagesordnung 4 Die Kommission Rheinisches Revier genehmigt die Tagesordnung ein- stimmig. 2 Benennung eines stimmberechtigten Mitglieds der Kommission Rheinisches Revier zur Mitunterzeichnung des Ergebnisprotokolls der Sitzung am 03.02.2023 4 3 Genehmigung der Niederschrift über das wesentliche Ergebnis der 5. Sitzung der Kommission Rheinisches Revier am 23. September 2022 5 Die Kommission Rheinisches Revier genehmigt die Niederschrift der 5. Sitzung am 23. September 2022. 4 Sachstandsbericht der Zukunftsagentur Rheinisches Revier GmbH, Herr Bodo Middeldorf 5 5 Sachstand Förderprojekte und Förderverfahren – Dezernat 37 13 6 Sachstandsbericht Task Force, Herr Daniel Lüngen 15 7 Anträge 17 Kommission Rheinisches Revier des Regionalrats des Regierungsbezirks Köln 3.02.2023 – 3 – 8. Anfragen 17 8.1 Anfrage der CDU vom 11.01.2023 zur Sicherung und Re- vitalisierung von Fließgewässern im Rheinischen Revier 8.2 Anfrage der SPD vom 16.01.2023: Sachstandsbericht zum geplanten Ankauf des alten Polizeipräsidiums in Aachen durch die Stadt Aachen des Baues von Sporteinrichtungen mit Mitteln des Strukturwandels 9. Mitteilungen 18 9.1 der Bezirksregierung 9.2 des Vorsitzenden * * * Kommission Rheinisches Revier des Regionalrats des Regierungsbezirks Köln 3.02.2023 – 4 – Vor Eintritt in die Tagesordnung Vorsitzender Norbert Spinrath begrüßt die Anwesenden und stellt die form- und fristge- rechte Einladung zur heutigen Sitzung sowie die Beschlussfähigkeit fest. Sodann informiert er, dass Gudrun Zentis (GRÜNE) zur neuen zweiten stellvertretenden Vorsit- zenden der Kommission bestimmt worden sei, und dankt ihrer Vorgängerin Katrin Feldmann (GRÜNE) für die geleistete Arbeit. Ferner macht er darauf aufmerksam, dass Torsten Heerz zukünftig in der Kommission den Rhein-Erft-Kreis vertreten werde. Des Weiteren begrüßt er die neue Juristin im Dezernat 32, Frau Viola, herzlich. Schließlich weist er auf den am 23. Januar 2023 eingegangen – und damit verfristeten – Antrag der SPD-Fraktion hin. Dieser sei als E-Mail verteilt worden und werde heute als Tischvorlage behandelt. 1 Feststellung der Tagesordnung Auf die Nachfrage von Hans Josef Dederichs (GRÜNE), wann der Bericht der Landwirtschaft zur regionalen Versorgung vorliegen werde, sagt Vorsitzender Norbert Spinrath zu, den Be- richt im Rahmen der nächsten Sitzung aufzurufen. Die Kommission Rheinisches Revier genehmigt die Tagesordnung einstimmig. 2 Benennung eines stimmberechtigten Mitglieds der Kommission Rheinisches Revier zur Mitunterzeichnung des Ergebnisprotokolls der Sitzung am 03.02.2023 (keine Wortmeldung) Vorsitzender Norbert Spinrath teilt mit, Wolfgang Heller (SPD) werde zur Mitunterzeichnung des Ergebnisprotokolls der heutigen Sitzung benannt. Kommission Rheinisches Revier des Regionalrats des Regierungsbezirks Köln 3.02.2023 – 5 – 3 Genehmigung der Niederschrift über das wesentliche Ergebnis der 5. Sitzung der Kommission Rheinisches Revier am 23. September 2022 (keine Wortmeldung) Die Kommission Rheinisches Revier genehmigt die Niederschrift der 5. Sitzung am 23. September 2022. 4 Sachstandsbericht der Zukunftsagentur Rheinisches Revier GmbH, Herr Bodo Mid- deldorf Bodo Middeldorf (ZRR) führt aus, sowohl der Bund als auch das Land hätten wichtige politi- sche Beschlüsse gefasst, etwa zum Kohleausstieg 2030. Gleichwohl müssten weitere Beschlüsse in den nächsten Wochen und Monaten gefasst werden. So habe der Bundestag seine Entschei- dung zur Novellierung des Kohleausstiegsgesetzes mit der Novellierung des InvKG verknüpft. Darin würden Fragen von Förderstruktur und von Finanzierung geregelt. Er bitte alle Anwesen- den, über ihre politischen Kanäle Einfluss zu nehmen, damit die Herausforderungen des deut- lich vorgezogenen Ausstiegs durch das novellierte InvKG abgefedert werden könnten. Die ZRR werde alle Bundestagsabgeordneten aus dem Rheinischen Revier einladen und auf den neu- esten Stand bringen. Sie befinde sich darüber hinaus in engem Kontakt zur Bundesregierung, unter anderem um in Erfahrung zu bringen, wann ein erster Entwurf zur Novellierung anstehe. Die Leitentscheidung der Landesregierung bilde einen weiteren wichtigen Schritt. In ihr solle sehr viel deutlicher die strukturpolitische Komponente des Kohleausstiegs verankert werden, anstatt technische und energiepolitische Fragen zu beantworten. Vor zwei Tagen habe ihn die Ankündigung eines Green Deal Industrial Plan auf EU-Ebene er- reicht. Damit solle unter anderem mit Blick auf die Wettbewerbssituation mit den USA jetzt der Versuch unternommen werden, das Wettbewerbsrecht so zu reformieren, dass mehr Förde- rung und Subventionierung beispielsweise unternehmerischer Investitionsentscheidungen möglich werde. Er könne sich vorstellen, der Europäischen Kommission den Vorschlag zu un- terbreiten, das Rheinische Revier diesbezüglich zu einer Modellregion zu machen. Auch in die- sem Zusammenhang danke er bereits jetzt für jede politische Unterstützung. Das inzwischen bei allen relevanten Stellen vorliegende 11-Punkte-Positionspapier enthalte wichtige und relevante Aspekte für das weitere Verfahren, die auch den Bund in die Verant- wortung nähmen. Er unterstreiche die Notwendigkeit einheitlicher Förderzugänge, lehne eine Einmischung des Bundes ab und plädiere für eine einheitliche Richtlinie für klare Rahmenbe- dingungen für den Fördermitteleinsatz. Das steuere auf den Begriff der Sonderwirtschaftszone Kommission Rheinisches Revier des Regionalrats des Regierungsbezirks Köln 3.02.2023 – 6 – hin, den er nicht zu weit definieren wolle. Weiterhin stehe das Thema der Planungsbeschleuni- gung auf der Agenda. Er wolle die Existenz von Hürden und Hemmnissen auf Landesebene nicht verhehlen. Aus dem Aufsichtsrat könne er berichten, dass derzeit sehr intensiv an einer Weiterentwicklung und Ver- einfachung der Fördersystematik gearbeitet werde. Bis zur nächsten regulären Aufsichtsrats- sitzung am 17. März 2023 solle ein Vorschlag vorliegen, um das Fördersystem deutlich schnel- ler zu gestalten. Bereits im letzten Jahr habe der Aufsichtsrat das Sterneverfahren abgeschafft. Dabei handele es sich um eine Vereinfachung der Verfahren in der weiteren Projektqualifizierung. Der Auf- sichtsrat habe dies mit der Bitte um eine möglichst frühzeitige Klärung des Förderzugangs verbunden. Der Aufsichtsrat entscheide über den regionalen Konsens, wenn sich Projekte als umsetzbar erwiesen hätten. Er halte es bei den klassischen Wettbewerbsverfahren im Rahmen der Technologie- und Inno- vationsförderung für durchaus geboten, innezuhalten. Wenn man alle 300 eingereichten Pro- jekte vernünftig betreuen wolle, empfehle es sich, bei dem jetzigen zahlenmäßigen Stand zu bleiben und sich um die Projekte zu kümmern. Die ZRR habe die Bildung einer Projektfamilie zur wirtschaftsnahen Infrastruktur angeregt. Man könne nicht darauf warten, dass der Bund eventuell in zwei oder drei Jahren Schritte in Richtung EU zur Notifizierung tue. Zur Beschleunigung der Verfahren halte er es für geboten, mit den Fördersystemen möglichst nahe an die Unternehmen heranzurücken und Menschen für neue Qualifikationsanforderungen zu schulen, um so die Grundlage für unternehmerischen Investi- tionen zu bilden. Hierfür sei ein aktives Verfahren mit der Region zur Auswahl passender Pro- jekte vorgeschlagen worden. Er sehe die Notwendigkeit, das Kernrevier noch stärker zu berücksichtigen, da die Kommunen an den Tagebaurändern und die Kommunen mit Kraftwerksstandorten die größten Belastun- gen tragen müssten. Für das Thema Braunkohlewirtschaft halte er einen neuen Zugang für erforderlich. Das bedeute indes keine Neuauflage des Starterpakets, vielmehr werde ein quali- fiziertes Verfahren angestrebt. Ferner habe die ZRR die Einrichtung von Ankerprojekten – orientiert an Kriterien der Umsetz- barkeit, der Sichtbarkeit sowie der strukturellen Wirksamkeit – empfohlen. Neben der Novellierung des Fördersystems unterstreiche er die Bedeutung der Planungsbe- schleunigung und der Task Force. In diesem Zusammenhang weise er auf Tagesordnungs- punkt 6 der heutigen Sitzung hin. Es gehe nicht um die Ausweisung neuer Flächen – schon gar nicht an politischen Gremien vorbei –, sondern um die Identifizierung von und den produktiven Umgang mit Hemmnissen, etwa in Sachen erneuerbarer Energien, Verkehrsprojekten und Wirt- schaftsflächen. Kommission Rheinisches Revier des Regionalrats des Regierungsbezirks Köln 3.02.2023 – 7 – Der Aufsichtsrat habe einen Kassensturz vorgenommen und über 100 bewilligte Projekte iden- tifiziert. Er, Middeldorf, wolle diese Zahl relativieren, da sie viele serielle Projekte, die Bewilligungen der Strukturwandelmanagerinnen und Strukturwandelmanager sowie erste Schritte von Projekte wie Machbarkeitsstudien usw. umfasse. Er halte diese Zahl für ein ermutigendes Signal und hebt in diesem Zusammenhang die drei herausragenden Projekte AI Village in Hürth, die Papierfabrik Düren und den Brainergy-Park hervor. Auch habe der Aufsichtsrat mit Blick auf das vorgezogene Ausstiegsdatum 2030 Überlegungen angestellt, wie man sich auf einen Meilensteinplan bis dahin committen könne. Wenn man Handlungsstränge derart durchdenke, werde klar, mit welchem Ehrgeiz gearbeitet werden müsse. Dies werde der Aufsichtsrat am 17. März 2023 ebenso intensiv bewerten wie eine notwendige Überarbeitung des aktuellen Reviervertrags. Mittlerweile seien alle Strukturwandelmanagerinnen und Strukturwandelmanager bei den Ge- bietskörperschaften eingestellt worden. Im letzten Jahr sei das Format Revierakademie mit 20 Veranstaltungen gestartet worden, um ein Onboarding zu vollziehen, um diese möglichst schnell arbeitsfähig machen und zugleich eine intensive Verbindung mit den für den Struktur- wandel relevanten Themen zu ermöglichen. Das Format solle im Übrigen ausgebaut werden. Auch sei – unter Einbeziehung des Know-hows der Industrie- und Handelskammern – das Brei- tenförderprogramm Zukunftsgutscheine gestartet worden, sodass nun eine niedrigschwellige Fördermöglichkeit für KMU etabliert werde. Vorsitzender Norbert Spinrath dankt für den Überblick, der die große Breite des Themas aufgezeigt habe. Regierungspräsident Dr. Thomas Wilk ergänzt, die kommenden sechs Wochen bis zur nächsten regulären Aufsichtsratssitzung der ZRR wirkten sich entscheidend auf den Prozess aus. Eine Kabinettsvorlage sei für April vorgesehen. In den nächsten vier Wochen werde die inhaltliche Erarbeitung einer guten Vorlage zur Überarbeitung der Fördersystematik erfolgen. Hierzu sei von der Landesregierung eine Arbeitsgruppe der beteiligten Ressorts und der Staatskanzlei einberufen worden, die in der kommenden und übernächsten Woche tagen werde. Am 27. Februar 2023 werde der Region und auch der Bezirksregierung als Bewilligungsbehörde die Gelegenheit gegeben, ihre Belange in diesen Prozess einzuspeisen. Gestern habe er in einem Gespräch mit der Stabsstelle im MWIKE die Bedeutung dieser Möglichkeit unterstrichen und darauf hingewiesen, dass die ersten Ressortgespräche in keiner Weise als Präjudiz gelten dürften. Auch im Vorfeld der Arbeitsgruppensitzungen würden die Belange der Region und der Bezirksregierung eingespeist. Im März solle dann ein Austausch über die erreichten Ergebnisse stattfinden. Kommission Rheinisches Revier des Regionalrats des Regierungsbezirks Köln 3.02.2023 – 8 – Wolfgang Heller (SPD) dankt sowohl dem Vorsitzenden, Herrn Regierungspräsident Dr. Wilk als auch Herrn Middeldorf für seinen Vortrag. Sodann weist er eindringlich auf die wenige verbleibende Zeit zur Gestaltung der Jahrhundertherausforderung, der Bewältigung des Strukturwandelprozesses, hin. Der Zeitraum reiche bereits jetzt schon aus planungsrechtlichen Gesichtspunkten eigentlich nicht mehr aus. Deshalb halte er es für nötig, jetzt Tacheles zu reden und zur dringend benötigten Beschleunigung zu kommen, um unter anderem Flächen für Wirtschaft, Handel und Gewerbe nutzbar zu machen. Zur Erreichung des Ziels, neue Arbeitsplätze zu schaffen, müsse eine Ausweisung entsprechender Flächen für Unternehmensansiedlungen erfolgen. Diese Ausweisung müsse bei der Neuaufstellung des Regionalplans berücksichtigt werden, was bedeute, dass hier auch die Verantwortung beim Regionalrate läge. Das Ziel für 2030 müsse lauten: Arbeit, Arbeit, Arbeit. Wegfallende Arbeitsplätze müssten durch neue zukunftsträchtige Stellen, möglichst weit vorn in der Wertschöpfungskette, ersetzt werden, sodass diese weitere Arbeitsplätze nach sich zögen. Er selbst zügle seine Ungeduld, wolle jedoch nicht verhehlen, dass er bereits heute gern mehr Konkretes gehört hätte, nachdem ein großer Kassensturz angekündigt worden sei. Er frage sich, was dabei gestürzt worden sei und was dabei herumkomme. Des Weiteren frage er nach, wie es mit den Projekten verhalte, die im – aus seiner Sicht omi- nösen – Sterneverfahren irgendeine Berücksichtigung erfahren hätten. Niemand wisse, was es bedeute, wenn Projekte einen Stern, zwei oder drei Sterne erhalten hätten. Dieses Verfahren werde abgeschafft, jedoch wisse man noch nicht, was an seine Stelle trete. Diese Information solle möglichst schnell vorliegen, zumal – der Regierungspräsident habe darauf hingewiesen – die nächsten vier bis sechs Wochen entscheidend würden. Es gelte, keine Zeit mehr zu verlie- ren. Zuletzt hatte er grds. auf den verfristet eingereichten Antrag der SPD-Fraktion, welcher auch das 11-Punkte-Papier beinhalte, verwiesen, Hier wolle er jedoch an dieser Stelle nicht konkret werden, da dieser verfristet eingereichte Antrag erneut eingebracht würde. Er danke dem Regierungspräsidenten, dass dieser aufgezeigt habe, wohin die Reise in den nächsten Wochen gehen müsse, so Oliver Liebchen (SPD). Seine Ausführungen seien anders als diejenigen von Bodo Middeldorf gewesen, der eher Vergangenheitsbewältigung betrieben habe. Er, Liebchen, wolle erfahren, wie viele Arbeitsplätze die 100 erwähnten Projekte mit sich brächten, wie viele Arbeitsplätze entstanden seien bzw. kurzfristig entstehen könnten und wie viele Unternehmen hätten angesiedelt werden können. Die Problematik des Beihilferechts be- stehe schon seit geraumer Zeit. Er hege den Eindruck, als habe man in dieser Sache in den letzten Jahren die Hände in den Schoß gelegt und so lange gewartet, bis die EU tätig werde, anstatt aktiv zu werden und Alternativen zu entwickeln. Bislang hätten die Akteure keinen Weg gefunden, um direkte Förderungen von Unternehmen zu ermöglichen und so Arbeitsplätze vor Kommission Rheinisches Revier des Regionalrats des Regierungsbezirks Köln 3.02.2023 – 9 – Ort zu schaffen. Das halte er für schwierig; das müsse in den nächsten Wochen und Monaten gelingen, um für den Kohleausstieg 2030 gerüstet zu sein. Mit Blick auf die herrschende Ungeduld zeigt sich Claudia Walther (SPD) interessiert zu er- fahren, für wie realistisch es gehalten werde, dass die Meilensteine bis 2030 zur Umsetzung der Projektplanung gebracht werden könnten. Darüber hinaus frage sie, wie viele Arbeit- nehmerinnen und Arbeitnehmer in den geplanten Weiterbildungszentren weiterqualifiziert werden könnten. Kommission Rheinisches Revier des Regionalrats des Regierungsbezirks Köln 3.02.2023 – 10 – Er wolle sich nicht vor der Verantwortung drücken, aber möglicherweise hätten Herr Heller und Herr Liebchen die Rolle der Zukunftsagentur anders wahrgenommen, als sich diese tatsächlich darstelle, so Bodo Middeldorf (ZRR). Zwar sehe er Bedarf, dass die Agentur einige Prozesse verbessere, jedoch gebe er zu bedenken, dass die Zuständigkeit für die Fördersystematik beim Land NRW liege. Auch vonseiten der Agentur hätte man sich gewünscht, dass zur letzten Sit- zung des Aufsichtsrates bereits ein Ergebnis vorgelegen hätte, das der Aufsichtsrat hätte be- schließen können. Dazu habe sich der Aufsichtsrat noch nicht in der Lage gesehen; das sei so nicht vorgesehen gewesen. Deswegen habe er eingangs die Diskussionslinien im Aufsichtsrat und die konkreten Vorschläge der Agentur geschildert; damit handele sich mithin nicht um Vergangenheitsbewältigung. Im Übrigen teile er die geäußerte Ungeduld. Wenn man das Dargelegte in den nächsten zwei Monaten nicht schaffe, habe man eine wesentliche Chance zur Nachjustierung des gesamten Verfahrens verpasst. Die entsprechenden Arbeiten sollten bis Ende dieses Monats abgeschlos- sen sein. Natürlich sei das Thema Beihilferecht nicht neu, jedoch seien den Akteuren nach wie vor die Hände gebunden. Die EU habe bislang keinen Schritt zur Änderung dieser Rechtsmaterie un- ternommen. Auf EU-Ebene existierten nicht konsistente Politikbereiche. Auf der einen Seite sehe das Wettbewerbsrecht überhaupt keine Intervention vor; ihm stehe das regionale Förder- recht auf der anderen Seite diametral gegenüber. Der Bund habe bislang die Einrichtung einer Sonderwirtschaftszone genauso abgelehnt wie die Notifizierung eines solchen Programms bei der EU. Dies hätte eine Grundlage dafür geboten, allgemeine arbeitsplatzschaffende Unterneh- mensinvestitionen förderfähig zu machen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bezirksregierung müssten sich nun bemühen, für je- den Einzelfall eine beihilferechtliche Klärung herbeizuführen. Das könne es aus seiner Sicht nicht sein. Dies könne indes nicht auf der Ebene der Zukunftsagentur, der Bezirksregierung oder des Landes gelöst werden, vielmehr bedürfe es anderer Wege und einer möglichst breiten Einflussnahme, für die er an dieser Stelle werbe. Wenn der Aufsichtsrat die Meilensteine am 17. März 2023 beschließe, werde er, Middeldorf, die Kommission über alle Ergebnisse informieren. Mit Blick auf die Meilensteine seien die vier Jahresscheiben gebildet worden und man habe gefragt, wo man 2024, 2026, 2028 und 2030 stehe. Der Entwurf orientiere sich darüber hinaus mit Blick auf 2024 an der Frage, was bis dahin realistisch scheine. Dies könne jedoch kein Maßstab mehr für die darauffolgenden Meilensteine mehr sein. Von gewünschten Stand 2030 seien die Meilensteine 2028 und 2026 abgeleitet worden, die er gern der Kommission vorstellen werde. Alle müssten an der Erreichung der Meilensteine arbeiten. Zur Frage nach den Qualifizierungsangeboten mache er auf drei große Herausforderungen aufmerksam, erstens, die direkt und indirekt bei RWE Beschäftigten in der Region zu halten. Kommission Rheinisches Revier des Regionalrats des Regierungsbezirks Köln 3.02.2023 – 11 – Diese seien gut qualifiziert und verfügten über gute Einkommen. Ihnen müsse ein Anreiz ge- boten werden, in andere Jobs zu wechseln. Dies sei nicht zuletzt deswegen trivial, weil ihr Ent- lohnungsniveau deutlich über dem Durchschnitt liege. Zweitens seien die Zulieferbetriebe sehr heterogen aufgestellt. Derzeit werde geprüft, wie die Basis sei und welcher Qualifikationsbedarf bestehe, um so maßgeschneiderte Angebote zu ent- wickeln. Drittens mache er auf die vorhandene energieintensive Industrie aufmerksam, etwa in den Branchen Chemie, Aluminium, Buntmetall und Papier. Hierbei solle mindestens eine Möglich- keit zum subventionierten Umbau der Energiesysteme für diese Industriebereiche geschaffen werden, Stichwort: Green Deal Industrial Plan. Ferner müsse selbstverständlich auch dem demografischen Wandel Rechnung getragen wer- den. AD Daniel Lüngen (Bezirksregierung) ergänzt, die Neuaufstellung des Verfahrens werde zum Anlass genommen, die Prozesse zu schärfen, die Rollen zu verdeutlichen und eine Schnittstel- lenklärung herbeizuführen. Franz-Michael Jansen (CDU) begrüßt die Beschäftigung mit dem Ziel-6-Gebiet in Geilenkir- chen und mit der Verkehrsanbindung. Gestern habe ihm ein Mitarbeiter von Straßen.NRW Mönchengladbach telefonisch mitgeteilt, dass dort kein Auftrag bestehe, sich mit dem Thema intensiver zu beschäftigen. Weiterhin liege kein Verkehrsgutachten vor; die Erstellung benötige mindestens zwei Jahre. Der Mitarbeiter sehe in den nächsten zehn Jahren keine Möglichkeit einer vernünftigen Anbindung und habe vor diesem Hintergrund vorgeschlagen, eine Cluste- rung dieses Industriegebietes vorzunehmen. Im ersten Cluster für die ersten zehn Jahre solle eine Anbindung durchgeführt werden, die es erlaube, dass der dadurch entstehende Verkehr von den umliegenden Ortschaften vertragen werde. Er, Jansen, rege an, das Verkehrsministe- rium müsse verdeutlichen, was Strukturwandel bedeute. Neue Flächen bildeten die Vorausset- zung für neue Arbeitsplätze, weshalb er dazu aufrufe, dass die Arbeiten nicht weiter dahinschli- chen. Ulrich Göbbels (FDP) findet, die Bemühungen, sich im Sterneverfahren zu qualifizieren, dürf- ten nicht durch seine Abschaffung ad absurdum geführt werden. Fünf Jahre lang habe es einen Arbeitskreis gegeben, der abwechselnd in Regierungsbezirk Köln und Düsseldorf getagt und versucht habe, über die Fortschritte zu diskutieren. Bis jetzt, zwei Jahre später, sei nichts Gewaltiges passiert. Bodo Middeldorf (ZRR) antwortet, die Projekte, die im Sterneverfahren erfolgreich gewesen seien und Qualifizierungsschritte unternommen hätten, dürfen nicht hinten herunterfallen, weil Kommission Rheinisches Revier des Regionalrats des Regierungsbezirks Köln 3.02.2023 – 12 – das Verfahren verändert werde. Das gelte für die Projekte ab jetzt. Die Projekte, die jetzt aus- gewählt würden, müssten nur noch einmal in das Verfahren. Der Aufsichtsrat werde darüber entscheiden, ob er das jeweilige Projekte für geeignet halte, einen Impuls im Rahmen des Strukturwandels zu leisten. Bei positiver Entscheidung werde der regionale Konsens erteilt. Die bisher im Verfahren befindlichen Projekte müssten nicht noch einmal von vorn beginnen; anderenfalls hielte er dies für aberwitzig. Das Sterneverfahren habe die äußere Ausgestaltung der dahinterliegenden, substanzielleren Prozesse der Projektqualifizierung gebildet. Gleich- wohl müsse die Realisierungsfähigkeit der Projekte geprüft werden – mit Blick auf die Fragen des Zugangs und der Aufstellung der Projekte. Friedrich Jeschke (DIE LINKE./Volt) schließt sich einigen Vorrednerinnen und Vorrednern an, er vermisse Zahlen und Daten. Zur Zukunftssicherung gehöre nicht nur die Schaffung neuer Arbeitsplätze, sondern auch Absicherung der Menschen in der Region, Stichworte: Infrastruk- tur, Ortszentren usw. Ihn interessiere mit Blick auf den Kohleausstieg, wie die Qualifikationen verteilt und wie viele Jobs konkret seien. Er bitte darum, diese wichtigen Entscheidungsgrund- lagen zu schaffen bzw. mitzuteilen. Günter Weber (CDU) begrüßt, dass Herr Middeldorf bei der Antwort auf einige Fragen emo- tionaler geworden sei, zumal das aufzeige, wie sehr sein Herz an der Sache hänge und wie sehr er sich für den Fortgang einsetze. Er habe den Eindruck in der Diskussion gewonnen, dass die ZRR als Schuldige oder Bremserin angesehen werde. Dies sei jedoch aus seiner Sicht nicht der Fall. Mittlerweile seien ca. 400 Pro- jektanträge bei der ZRR eingegangen. Das Nadelöhr bildeten weder die ZRR noch der Auf- sichtsrat, sondern vielmehr die dann folgenden Institutionen, etwa Ministerien. So müssten z. B. Prozesse zwischen Bund und Land abgestimmt sowie Förderzugänge gefunden werden. Seiner Ansicht nach hätte man die 30 Milliarden €, davon 14,8 Milliarden € für NRW, in einem gesonderten Fördertopf für die Finanzierung der nun identifizierten Projekte vorhalten sollen. Stattdessen müssten nun Projekte in mehrere Teilprojekte aufgespaltet werden, um den je- weiligen Förderzugängen zu entsprechen. Wenn er die Stabsstelle richtig verstanden habe, stünden in diesem Jahr Zusagen in Milliardenhöhe zu erwarten, sodass Projekte endlich auch umgesetzt werden könnten. Er plädiere für eine Beschleunigung auf Arbeitsebene. Die Mitarbeiterschaft der BAFA sei auf- gestockt worden. Er sehe jedoch die Probleme, dass das neue Personal eingearbeitet werden. müsse und dass oftmals keine weiterreichenden Entscheidungen aus Angst vor der Überprüfung bzw. Kritik des Bundesrechnungshofes getroffen würden. Über Planungsbeschleunigung werde seit Jahrzehnten gesprochen, jedoch sei das Gegenteil der Fall. Planungsprozesse würden stetig komplizierter gestaltet, was zu Mehrarbeit für die Kommission Rheinisches Revier des Regionalrats des Regierungsbezirks Köln 3.02.2023 – 13 – Menschen führe, die diese Prozesse begleiten und umsetzen müssten. Er rufe die Akteure auf, Verfahren zu beschneiden, um diese zu verkürzen. Rolf Beu (GRÜNE) unterstreicht erstens, die Beschleunigung der Entscheidungsprozesse stehe im Fokus. Dabei dürfe die demokratische Mitwirkung nicht über Bord geworfen werden. Den nordrhein-westfälische Mittelbau zwischen Land und kommunaler Ebene halte er zweitens für relativ schwer zu handhaben. Nicht nur die Verfahren, sondern auch die Strukturen halte er für Außenstehende nur schwer zu durchschauen. Damit werde die Problemlösung nicht einfa- cher. Zusätzlich handele es sich drittens um eine Generationenaufgabe. Eine Beschleunigung könne seiner Erfahrung nach zum größten Teil nur durch den Schulterschluss aller Beteiligten inklusive der Bevölkerung erreicht werden. Es könne im Übrigen aus seiner Sicht keine Lösung sein, dass jeder Bürgermeister und jeder Gemeinderat „sein“ Gewerbegebiet fordere, das am Ende in Konkurrenz zu anderen stehe und zur Zersiedlung des Landes beitrage. Er halte es für eine schwierige Aufgabe, das Ganze am Ende rund hinzubekommen. Dr. Reimar Molitor schließt sich den Ausführungen von Herrn Weber an und weist darauf hin, dass der Prozess zwar nicht neu sei, aber eine andere Dimension erhalten habe, nachdem die Kohlekommission entschieden habe und Nordrhein-Westfalen 14,8 Milliarden € erhalten werde. Er stelle einerseits eine große Fokussierung auf dieses Geld fest, andererseits werde man damit den Strukturwandelprozess in der Region nicht hebeln können; vielmehr könne es zu einer arithmetischen Blockade des Strukturwandels aufgrund vielschichtiger Prüfungspro- zesse kommen. Das Land habe einen Kassensturz angekündigt, der zu einer Revision der Sys- tematik führen solle. Er plädiere für eine Ausrichtung aller Kräfte auf die Realisierung von Schlüsselprojekten und für eine relativ schlanke Gestaltung der Förderstruktur durch die vor- gesehene Neuausrichtung. Er pflichte der Forderung von Herrn Weber nach einer sehr flexiblen erweiterten Förderrichtlinie für das Rheinischen Revier bei, um eine Zersplitterung der Projekte mit Blick auf die Fördermöglichkeiten zu vermeiden. Er sehe hierbei vor allem den Bund in der Pflicht, jedoch müsse jeder Akteur seinen Beitrag leisten. 5 Sachstand Förderprojekte und Förderverfahren – Dezernat 37 RBD Ralph Jakob (Bezirksregierung) schickt seinem Vortrag voraus, auch aus Sicht der Be- zirksregierung werde eine neue Systematik benötigt. Im Regelformat sei die Behörde – von einer kurzen Einbindung am Anfang abgesehen – längere Zeit nicht in die Projekte Kommission Rheinisches Revier des Regionalrats des Regierungsbezirks Köln 3.02.2023 – 14 – eingebunden worden, müsse später aber die Entscheidung treffen. Auch führe die oftmals nötige Herstellung des Einvernehmens mit anderen Stellen zu erheblichen Verzögerungen. Sodann trägt er anhand der Präsentation „Sachstand Förderprojekte und Förderverfahren“ vor. Auf den Hinweis von Hans Josef Dederichs (GRÜNE), wenn man angehalten werde, sich für Projekte in der Region zu verwenden, halte er es für sinnvoll, über diese im Einzelnen informiert zu werden, erwidert RBD Ralph Jakob (Bezirksregierung), er werde diesen Hinweis sehr gern aufgreifen. Den Projektzahlen seiner Präsentation lägen anders bei den Ausführungen von Herrn Middeldorf ausschließlich die Landeskomponente zugrunde. Zu vielen Projekten könne die Bezirksregierung nicht so viel sagen, wenn nicht klar sei, ob diese überhaupt bei ihr lande- ten. Er nehme den Hinweis mit und werde, wo es möglich sei, in dieser Runde berichten. Von Peter Singer nach der Wirkung der bewilligten Projekte und der gesetzlich geforderten Bewertung befragt, legt RBD Ralph Jakob (Bezirksregierung) dar, mit Blick auf die hiesigen, in Umsetzung befindlichen Projekte werde seitens des Wirtschaftsministeriums voraussichtlich noch in diesem Jahr ein Monitoringsystem aufgestellt, das die Auswertung von Daten und Kennzahlen ermögliche. Dr. Reimar Molitor fragt nach, ob mit der jetzigen Organisation der Bezirksregierung gewähr- leistet sei – für die Förderangelegenheiten des Rheinischen Reviers bestehe nun ein eigenes Dezernat –, dass das normale Fördergeschäft weiterlaufen könne. Thorsten Zimmermann (IHK Köln) begrüßt die Herstellung von Transparenz über die Arbeit in Sachen Förderungen und fragt, inwiefern die Bezirksregierung bei der Weiterentwicklung der Fördersystematik, bei der Erstellung von Förderaufrufen und beim Aufbau des Monitoring- systems eingebunden werde. Zur Frage nach der Belastung der Bezirksregierung durch Förderverfahren erläutert AD Daniel Lüngen (Bezirksregierung), das neue Dezernat 37 befinde sich noch im Aufbau. Im Übrigen leide die Bezirksregierung unter denselben Problemen wie andere öffentliche Verwaltungen; so müsse sie am Markt um Personal konkurrieren. Derzeit würden Gespräche mit dem Wirt- schaftsministerium über die Aufwertung von Stellen geführt, zumal mit den bisherigen Entgel- ten keine Konkurrenzfähigkeit hergestellt werden könne. Angestrebt werde, die jetzige Perso- nalstärke in diesem Bereich zu verdoppeln, um beim Agieren am Markt schlagfertiger zu werden. Im Gespräch mit einem Vertreter des Projektträgers Jülich sei man auf 2.000 Förderzugänge gekommen. Mit den anderen AL-3-Kollegen habe man sich darauf verständigt, auf eine Reduzierung der Anzahl von Förderzugängen einzuwirken; auch insofern bitte er die Anwesenden, sich dafür zu verwenden. Kommission Rheinisches Revier des Regionalrats des Regierungsbezirks Köln 3.02.2023 – 15 – RBD Ralph Jakob (Bezirksregierung) ergänzt zur Leistungsfähigkeit, weitere für das Rheini- sche Revier zuständige Stellen fänden sich in anderen Dezernaten. Einige gemeinsame Projekte seien im Haus abgegeben worden. Eine gewisse Aufstockung bei Stellen sei geplant, jedoch müssten für die Besetzung der Stellen passende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefunden werden. Die Einbindung der Bezirksregierung sei vorgesehen; dazu habe der Regierungspräsident be- reits Ausführungen gemacht. So speise die Bezirksregierung selbst Anregungen in das Verfah- ren ein und nehme an einschlägigen Terminen teil. Er wolle den Blick auf die Kommunen als Letztverbraucher richten, so Andreas Heller (CDU), denen die Umsetzung der Entscheidungen obliege. Er freue sich, dass die Bezirksregierung als Bewilligungsbehörde für mehr Stellen und für eine adäquate Bewertung kämpfe. Die Kommu- nen könnten sich weder die Ausweisung neuer Stellen noch die Höherbewertung vorhandener Stellen für den Prozess leisten – erst recht nicht vor dem Hintergrund extremer Kostensteige- rungen aufgrund der Corona-Pandemie, aufgrund des Krieges in der Ukraine und aufgrund von Umlageverbänden. Der Prozess müsse durch Planungsrecht begleitet werden; schon jetzt gelinge es kaum, Mitarbeiter für originär hoheitliche Tätigkeiten zu gewinnen. Mit dem Strukturwandelprozess solle dem Wegfall von Arbeitsplätzen, von Wertschöpfung und von hohen Gewerbesteuereinnahmen im Rheinischen Revier begegnet werden. Letzterer werde weder durch Flächenausweisungen kompensiert, noch werde im Gemeindefinanzie- rungsgesetz eine Kompensation vorgesehen. Er bitte darum, die Kommunen am Ende des Ta- ges nicht aus dem Blick zu verlieren. Zwar begrüße er die Tätigkeit der Strukturwandelmanager, jedoch lösten diese bei Weitem nicht das vorhandene Kapazitätsproblem. Oftmals würden die Stellen aufgrund ihrer Dotierung mit Personen am Beginn ihres Berufslebens besetzt. Menschen mit wenig Berufserfahrung, die frisch von der Universität kämen, sollten in die vorhandene Kulisse eintauchen; er sehe daher die Überforderung bereits vorprogrammiert. AD Daniel Lüngen (Bezirksregierung) merkt an, einige der vorhandenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewürben sich aufgrund der besseren Bezahlung anderswo, etwa auch auf Stellen als Strukturwandelmanager bei der ZRR bzw. in den Kommunen. Es gehe nicht darum, das Verhältnis umzukehren, jedoch solle zumindest gleichgezogen werden. 6 Sachstandsbericht Task Force, Herr Daniel Lüngen AD Daniel Lüngen (Bezirksregierung) schickt voraus, die Task Force Sonderplanungszone bestehe aus den Vorsitzenden der beiden Regionalräten, den beiden Regierungspräsidenten, Kommission Rheinisches Revier des Regionalrats des Regierungsbezirks Köln 3.02.2023 – 16 – Vertreterinnen und Vertreter des Wirtschaftsministeriums und des Verkehrsministeriums. An- lassbezogen würden weitere Personen eingebunden. Dann trägt anhand der Präsentation „Sachstand Task Force“ vor. Im Wesentlichen sollten Regelungshemmnisse erkannt und besei- tigt, Verfahren beschleunigt, beispielhafte Projekte hervorgehoben und Leitfäden über Anwen- dungsfälle für die Kommunen erstellt werden. Zum Monitoring der Umsetzungshemmnisse bei der Entwicklung von planerisch gesicherten Gewerbeflächen führt Bodo Middeldorf (ZRR) aus, der Task Force und dem Aufsichtsrat der ZRR werde eine Liste besonders bedeutsamer strukturwandelrelevanter Gewerbeflächen vor- geschlagen, bei denen Hemmnisse beseitigt werden sollten, sodass diese im besten Fall bis 2030 an den Markt gebracht werden könnten. Dabei würden die Bemühungen der Kreise und Kommunen berücksichtigt. Der Gigawattpakt sei zwischen der Region – 50 Kommunen, Stadtwerken usw. – und dem Land geschlossen worden, um Vorhaben der erneuerbaren Energien voranzubringen. Auch hierbei müssten Hemmnisse identifiziert werden, um diese später beheben zu können. Christian Pohlmann (FDP) zeigt sich besorgt, da er nicht nachvollziehen könne, dass beim zentralen Projekt Barbarahof/Erweiterung Knapsack im Rhein-Erft-Kreis noch Klärungsbedarf bestehe. Er bitte um schnellstmögliche Klärung. HD’in Vera Müller (Bezirksregierung) antwortet, diese Fläche sei im Rahmen der Offenlage in das Verfahren eingebracht worden. Derzeit würden die Stellungnahmen ausgewertet mit dem Ziel, ein Konzept für die gesamte Region bzw. den gesamten Regierungsbezirk zu finden. Derzeit befinde man sich in der Klärungsphase und benötige die klare Vorgabe einer Richtung sowie Unterstützung seitens der Landesplanungsbehörde, auch um in Übereinstimmung mit den Zielen des Landes NRW zu handeln. Das vom Rhein-Erft-Kreis in Auftrag gegebene Gutachten enthalte aus ihrer Sicht eine gute Konzeption. Klärungsbedarf sei nicht per se negativ, sondern richte sich oftmals auch ins Positive. Gudrun Zentis (GRÜNE) regt an, regelmäßige Sachstandsberichte aus der Task Force zu er- halten. Weiterhin interessiere sie, ob die genannten Klärungsbedarfe ausschließlich die Flächen beträfen. AD Daniel Lüngen (Bezirksregierung) antwortet, der Klärungsbedarf beziehe sich lediglich auf die drei genannten Flächen. Auf die Frage von Dr. Patricia Elisabeth Peill (CDU) nach dem Klärungsbedarf im Fall von Hambach (Niederzier) legt HD’in Vera Müller (Bezirksregierung) dar, die Tagesanlagen in Hambach wären ein Neuansatz. Nach ihrem Dafürhalten handele es sich um einen sehr gut Kommission Rheinisches Revier des Regionalrats des Regierungsbezirks Köln 3.02.2023 – 17 – geeigneten Standort, allerdings müsse das LEP-Ziel Neuansatz im Freiraum überwunden wer- den. Daher müsse dies auf höherer Ebene angesprochen werden. Das Jackerather Kreuz liege auf Düsseldorfer und auf Kölner Gebiet; dabei handele es sich um das gleiche System eines Neuansatzes im Freiraum. Dieses verkehrlich gut angebundene Gebiet stelle einen geeigneten GIB-Standort dar, jedoch stehe auch hierbei das Ziel Neuansatz im Freiraum entgegen. Thorsten Zimmermann (IHK Köln) findet, die Task Force verfolge den richtigen Ansatz, um den Herausforderungen des Strukturwandels gerecht zu werden. Am Ende gehe es neben dem Einwerben von Fördermitteln um die Schaffung von Rahmenbedingungen, die Privatinvestition nach sich zögen. Dazu leiste die Task Force einen ganz wesentlichen Beitrag. Er spreche ein großes Lob vonseiten der Wirtschaft aus und wünsche viel Erfolg bei der weiteren Arbeit. Auch er schließe sich dem Dank an, so Friedrich Jeschke (DIE LINKE./Volt). Ihn interessierten nähere Informationen zu möglichen Siedlungsbereichen. Seine Frage, ob dies in den Gremien diskutiert werde, verneint Bodo Middeldorf (ZRR). Man versuche, Projekte mit Beispielcha- rakter für die Region zu finden, um den Kommunen gangbare Wege aufzuzeigen, so AD Daniel Lüngen (Bezirksregierung). 7 Anträge Vorsitzender Norbert Spinrath informiert, der verfristete Antrag der SPD-Fraktion werde neu vorgelegt. 8. Anfragen 8.1 Anfrage der CDU vom 11.01.2023 zur Sicherung und Revitalisierung von Fließgewässern im Rheinischen Revier Helmut Paul (CDU) führt aus, die drei betroffenen Kommunen Bergheim, Grevenbroich und Rommerskirchen verträten die Auffassung, dass der Gillbach mit seinen Zuläufen vor den Ta- gebauvorhaben ein vitales Gewässer gewesen sei. Er dürfe als prägendes Gewässer nach Be- endigung der Braunkohlenutzung nicht trockenfallen. Eine genügende Menge Wasser sollte für den Gillbach im Rahmen der notwendigen Grundwasserabsenkung im Bereich der Erft zur Verfügung stehen. Kommission Rheinisches Revier des Regionalrats des Regierungsbezirks Köln 3.02.2023 – 18 – 8.2 Anfrage der SPD vom 16.01.2023: Sachstandsbericht zum geplanten Ankauf des alten Polizeipräsidiums in Aachen durch die Stadt Aachen des Baues von Sporteinrichtungen mit Mitteln des Strukturwandels Wolfgang Heller (SPD) dankt der Verwaltung für die Beantwortung. 9. Mitteilungen 9.1 der Bezirksregierung (keine) 9.2 des Vorsitzenden Vorsitzender Norbert Spinrath dankt für angeregte und disziplinierte Diskussion. Er wünsche eine frohe Karnevalszeit. gez. Norbert Spinrath gez. Wolfgang Heller (Vorsitzender der Kommission (Mitglied der Kommission Rheinisches Revier) Rheinisches Revier) Datum 1 Dezernat 37 TOP 5 – Sachstand Förderprojekte und Förderverfahren 2 Aufgaben des Dezernates 37 6 Aufgabenbereiche Bundesmodellvorhaben „Unternehmen Revier“ Förderung der Zukunftsagentur Rheinisches Revier GmbH LHO Förderungen Kofinanzierung Förderungen nach dem InvKG (in NRW: Rahmenrichtlinie) Förderungen über den Just Transition Funds (JTF) für den Kreis Euskirchen 3 Sachstand Förderung Unternehmen.Revier 20 Projekte bewilligt, abgeschlossen 16 bewilligt, in Umsetzung derzeit Neuaufstellung Verfahren Förderung der ZRR jährliche institutionelle Förderung Förderungen nach der LHO 6 Projekte bewilligt, abgeschlossen 5 Projekte bewilligt, in Umsetzung 4 Projekte in Vorbereitung Kofinanzierung 26 Projekte bewilligt, in Umsetzung 31 Projekte in Vorbereitung … davon 18 StrukturwandelmanagerInnen für die Region Zukunftsgutscheine JTF in Vorbereitung, RL v. 14.12.2022 4 Sachstand Förderung Förderung nach der RRL 1 Projekt bewilligt, in Umsetzung 37 Projekte in Herstellung Antragsreife 125 Projekte mit möglichem Förderzugang über RRL aus bisherigen Aufrufen, zusätzlich Stadtentwicklungsprojekte 5 Sachstand Förderung Förderung nach RRL Sofortprogramm + Starterpaket Kernrevier Aufrufe Revier.Gestalten Aufruf Stadtentwicklung für das Rheinische Revier der Zukunft Das Verfahren muss schneller werden (vorgezogener Kohleausstieg 2030) Modifizierung des Sterneverfahrens √ BR bringt sich aktiv in die laufende Neuausrichtung ein, wichtig: frühzeitige Einbindung der Bewilligungsstellen Bündelung / Abstimmung Verfahrensbeteiligung klare Fördergegenstände und effizientes Verfahren 6 Neuausrichtung Förderverfahren 8 RBD Ralph Jakob Bezirksregierung Köln Dezernat 37 – Förderung des Strukturwandels im Rheinischen Revier 50606 Köln Dienstgebäude: Zeughausstr. 2-10, 50667 Köln Telefon: + 49 (0) 221 - 147 - 3645 Telefax: + 49 (0) 221 - 147 - 3037 eMail: ralph.jakob@brk.nrw.de Internet: www.brk.nrw.de Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 1 6. Sitzung der Kommission Rheinisches Revier 03.02.2023 Daniel Lüngen Sachstandsbericht Task Force 2 Agenda und Ergebnisse der Task Force „Sonderplanungszone Rheinisches Revier“ insgesamt 7 Sitzungen • konstituierende Sitzung am 31.01.2022 • 7. Sitzung am 30.11.2022 nächste Sitzung am 02.03.2023 aktuelle Themenbereiche 1. Wirtschaftsflächen / Flächenpool für zentrale Gewerbestandorte 2. Infrastruktur / Netze / Verkehr 3. Erneuerbare Energie / Gigawattpakt 3 Aktueller Sachstand 1. Wirtschaftsflächen Empfehlung zur Festlegung zusätzlicher GIB-Standorte als Transformationsstandorte in den Regionalplänen: Transformationsstandorte im Bezirk Köln: − 4 Standorte in Kerpen, Elsdorf, Aldenhoven und Jülich Die Kommunen haben die Entwicklungsabsicht bestätigt Einspeisung in den Prozess zur Überarbeitung des Regionalplans Köln − Standorte mit Klärungsbedarf zu landesplanerischen Vorgaben: Hürth (Erweiterung Knapsack), Jackerather Kreuz (Bezirk Köln und Düsseldorf), Tagesanlagen Hambach (Niederzier) 4 1. Wirtschaftsflächen Transformationsstandorte im Bezirk Düsseldorf: − Umsetzungsstandorte: Dormagen - Silbersee Industriepark Elsbachtal in Grevenbroich/Jüchen − möglich Standorte gemäß erfolgter regionaler Abstimmung mit den Kommunen: Mönchengladbach JHQ und Verkehrslandeplatz Jackerather Kreuz (wie vorgenannt Bezirk Köln) 5 1. Wirtschaftsflächen Monitoring Umsetzungshemmnisse bei der Entwicklung von planerisch gesicherten (RPlan, FN) Gewerbeflächen – ZRR Kriterien nach § 38 a LPlG: − erheblicher Zeitdruck durch anhängiges Verfahren zur 36. Änderung des Regionalplanes Köln / Bergheim-Niederaussem − Abstimmung zur Vorbereitung der Regionalratsbeschlüsse Köln und Düsseldorf; − abgestimmter Kriterienkatalog durch beide RRäte beschlossen 6 Aktueller Sachstand 2. Infrastruktur / Netze / Verkehr ständige Vertretung des MUNV in der TF 3. Erneuerbare Energien / Gigawattpakt Befragung der Gigawattgemeinden zu Umsetzungshemmnissen bei Projekten für Erneuerbare Energien – ZRR in Zusammenarbeit mit BRK`en 7 Weitere Ausrichtung der TF − monatliche Sitzungen − Optimierung von Planungsprozessen anhand konkreter Vorhaben mit Beispielcharakter − stärkere Verzahnung von Standortplanungen und Förderung − Erweiterung um feste Mitglieder und Gäste (themenbezogen) 8 Daniel Lüngen - Abteilungsleiter Bezirksregierung Köln Abteilung 3 50606 Köln Dienstgebäude: Zeughausstrasse 2-10 50667 Köln Telefon: + 49 (0) 221 - 147 - 2394 eMail: daniel.luengen@bezreg-koeln.nrw.de Internet: www.brk.nrw.de Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- KRhR 4/2023
- Typ
- Sitzungsvorlage Kommission Rheinisches Revier
- Datum
- 29.09.2023
- Erstellt
- 15.09.2023 08:33