0373/2019
Benchmarking Müllabfuhr und Stadtreinigung bei der AWB Köln GmbH - Berichtsjahr 2018
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/V-6 Vorlagen-Nummer 13.03.2019 0373/2019 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Betriebsausschuss Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Köln 21.03.2019 Benchmarking Müllabfuhr und Stadtreinigung bei der AWB Köln GmbH - Berichtsjahr 2018 Hintergrund Der Rat der Stadt Köln hat in seiner Sitzung am 18.12.2008 folgenden Beschluss gefasst: „Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, inwieweit es möglich ist, zur objektiven Bemessung der Qualität und Wirtschaftlichkeit der städtischen Abfallbeseitigung, ein regelmäßiges Benchmarking bei der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung der Abfallwirtschaftsbetriebe der Stadt Köln aufzubauen. Ein Kennzahlenvergleich soll Aussagen zum örtlichen Standard bei Müllabfuhr und Straßenreinigung tref- fen und auch Schlussfolgerungen zur Bürgerzufriedenheit („gefühlte Sauberkeit“) zulassen. Über das Benchmarking sollen Leistungen und Preise der AWB GmbH & Co. KG auf ihre Qualität und Wirt- schaftlichkeit überprüft werden können. …“ Der Betriebsausschuss Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Köln hat den Auftrag des Rates am 03.12.2009 dahingehend konkretisiert, dass die Verwaltung für die AWB Köln GmbH ein Benchmar- king im zweijährlichen Rhythmus durchführen lässt, hiermit ein geeignetes Unternehmen beauftragt und den Betriebsausschuss der Abfallwirtschaftsbetriebe regelmäßig über das Ergebnis informiert. Die Verwaltung beauftragte daraufhin die Firma INFA –Institut für Abfall, Abwasser und Infrastruktur- Management GmbH, einen Vergleich von Leistung, Wirtschaftlichkeit und Qualität für die Abfallwirt- schaftsbetriebe Köln mit dem Fokus auf „Kundenorientierung“ vorzunehmen. Ein Kennzahlenver- gleich soll Aussagen über Leistungsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit und Qualität der Müllabfuhr und Stra- ßenreinigung treffen und auch explizit Schlussfolgerungen zur Kundenorientierung des Unterneh- mens AWB Köln GmbH zulassen. In Abstimmung mit dem Eigenbetrieb Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Köln hat die Firma INFA GmbH ein zielgerichtetes Benchmarking für die Stadt Köln mit anderen deutschen Großstädten ent- wickelt. Basis für das hier durchgeführte Benchmarking sind zwei seit Jahren etablierte Benchmar- kingstudien, an denen die AWB Köln GmbH regelmäßig teilnimmt. 1. Bereich Müllabfuhr: Benchmarking VKS im VKU (Verband kommunaler Unternehmen für Ab- fallwirtschaft und Stadtreinigung) 2. Bereich Straßenreinigung: Großstadtvergleich Produktivität und Qualität in der Straßenreini- gung Mittels sogenanntem Managementtableau werden die entscheidenden Kenngrößen zur Beurteilung von Leistung, Wirtschaftlichkeit und Qualität der Dienstleistung auf drei Ebenen zusammengeführt (1. Ebene: ausgewählte Kennzahlen, 2. Ebene Kennziffern und 3. Ebene Indizes). Diese konzentrierte Darstellungsmethodik ermöglicht ein gezieltes und aussagefähiges Berichtswesen. Die Darstellungs- form wurde im Rahmen des Großstädtevergleiches Straßenreinigung entwickelt und eigens für die Stadt Köln auch auf den Bereich Müllabfuhr übertragen. 2 Das für die AWB Köln GmbH gewählte Benchmarking unterscheidet sich von anderen Benchmarking- Untersuchungen insbesondere durch eine bewusste Fokussierung auf das Thema Kundenorientie- rung. Der Grad der Kundenorientierung lässt sich unter anderem mittels Indikatoren wie „Bürgerzu- friedenheit mit der Müllabfuhr“ und „gefühlte Sauberkeit in der Straßenreinigung“ messen. Hierzu wurden je Untersuchungsbereich Müllabfuhr und Straßenreinigung drei die Qualität beschreibende Kenngrößen eingeführt und bewertet: Kundenurteil Beschwerden (Auswertung der Beschwerdestatistik => Indikator für „Bürgerzu- friedenheit“ und „gefühlte Sauberkeit“) Kundenurteil Stimmungsbild (Durchführung einer Bürgerbefragung; nicht repräsentativ; => In- dikator für „Bürgerzufriedenheit“ und „gefühlte Sauberkeit“) Fachurteil Qualität (unabhängige Bewertung der Sauberkeit mittels standardisiertem Qualitäts- Messinstrument) Damit die Entwicklung der AWB gegenüber vergleichbaren Betrieben verfolgt und bewertet werden kann, wurde die Benchmarkingstudie in ein kontinuierliches Verfahren im zweijährlichen Rhythmus überführt. Um den Aufwand für die Datenerhebung dabei so gering wie möglich zu halten und Syner- gien zu nutzen, wird auf die Ergebnisse aus den jeweils aktuellen Durchgängen der beiden großen Benchmarkingprojekte zurück gegriffen, die ebenfalls in einem Intervall von zwei Jahren stattfinden (VKS im VKU und Großstadtvergleich Straßenreinigung, s. o.). Vorangegangene Benchmarking-Durchgänge Insbesondere durch die kontinuierliche Anwendung des Benchmarking-Verfahrens im zweijährlichen Turnus lassen sich AWB-spezifische Entwicklungen in einer Zeitreihe aufzeigen, Stärken und Schwä- chen bewerten und erste Handlungsfelder identifizieren. Das angewandte Verfahren dient demnach zum extern begutachteten Nachweis von Leistung, Wirtschaftlichkeit und Qualität der zu erbringenden Dienstleistung. Berichtsjahr 2010 Die Ergebnisse des ersten Benchmarking wurden dem Betriebsausschuss Abfallwirtschaftsbetrieb in seiner Sitzung am 10.11.2011 vorgestellt. Danach wiesen die AWB Köln GmbH in nahezu allen be- trachteten Bereichen (Leistung, Wirtschaftlichkeit und Qualität) ein überdurchschnittliches Ergebnis aus. Auch ein hohes Maß an Kundenorientierung konnte anhand der ermittelten Kenngrößen festge- stellt werden. Berichtsjahr 2012 Auch die Ergebnisse des zweiten Benchmarking-Durchgangs, Berichtsjahr 2012, bescheinigten der AWB GmbH ein überdurchschnittliches Ergebnis in nahezu allen betrachteten Bereichen (Leistung, Wirtschaftlichkeit und Qualität). Die auf Kundenurteilen basierenden Qualitätskennzahlen für den Be- reich Straßenreinigung ließen auf eine hohe Kundenzufriedenheit und somit eine positive Kundenori- entierung der AWB GmbH schließen. Die diesbezüglichen Werte für den Bereich Müllabfuhr bestäti- gen nicht nur, sondern verbesserten zum Teil das gute Niveau des vorangegangenen Berichtsjahres 2010. Berichtsjahr 2014 Im Rahmen des dritten Benchmarking-Durchgangs wurden auf Wunsch des BAA zum ersten Mal das Thema Littering in Grünanlagen tiefergehend begutachtet und positive wie negative Auffälligkeiten aus der Beschwerdestatistik der AWB Köln GmbH, einer Bürgerbefragung als auch aus dem Fachur- teil (mittels Qualitätsmesssoftware) herausgearbeitet. Die Beschwerdeintensität wurde hierbei als insgesamt niedrig eingestuft (eine Beschwerde pro Jahr je zwei betreute Grünanlagen), wobei die wilden Abfallablagerungen in Grünanlagen vermeintlich eine deutliche Relevanz aufwiesen. Aus Sicht des Bürgers und Besuchers waren Verschmutzungen auf Rasenflächen sowie die Papierkorbsituation überdurchschnittlich auffällig. Im Vergleich zu anderen Städten, die das Messsystem einsetzen, zeig- 3 ten sich für Köln im Bereich der Grünanlagen verbesserbare und im Bereich der Spielplätze gute Ge- samtnoten. Berichtsjahr 2016 Die vierte externe Begutachtung wies weiterhin ein überdurchschnittlich gutes Gesamtergebnis aus. Sowohl bei der Müllabfuhr als auch bei der Straßenreinigung ließen sich gute bis sehr gute Ergebnis- se erkennen, insbesondere im Bereich Müllabfuhr erreichte die AWB Köln GmbH mehrere Bestwerte innerhalb der Großstadtvergleichsrunde. Diesen hohen Standard, auch im Vergleich zu anderen Großstädten, gilt es langfristig zu halten und zu sichern. Das Thema Littering in Grünanlagen wurde analog zum Berichtsjahr 2014 mit weiterhin gutem Ge- samtergebnis analysiert. Die statistische Auswertung der Beschwerden für Grünanlagen und Spiel- plätze zeigte gegenüber dem Berichtsjahr 2014 einen Rückgang. Jedoch stieg die Anzahl der gemel- deten wilden Abfallablagerungen in Grünanlagen deutlich an, wobei der parallele Nutzeranstieg der städtischen „Sag´s uns“-App einen möglichen Einfluss darstellt. Im Rahmen der Umfrage machten die befragten Kölner Bürger und Passanten vielfach deutlich, dass man für die vorgefundene Verschmutzungssituation nicht die AWB GmbH verantwortlich machen könne („die AWB macht ja Ihren Job“). Im Weiteren wurde ersichtlich, dass den Befragten zwar nach wie vor die Verschmutzungssituation auf Rasenflächen (im Vergleich zu anderen Bereichen in Grün- anlagen) überdurchschnittlich auffiel, jedoch u. a. die im Jahr 2014 festgestellte Problematik der über- füllten Papierkörbe deutlich zurückging. Benchmarking Berichtsjahr 2018 Die Ergebnisse des nunmehr fünften Durchgangs zum Benchmarking der AWB Köln GmbH liegen, nach Prüfung durch alle Beteiligen, endabgestimmt vor und lassen sich wie folgt zusammenfassen: Das in den vorherigen Berichtsjahren erreichte, sehr positive Gesamtergebnis lässt sich auch für den aktuellen Durchgang auf vergleichbarem Niveau bestätigen. Insbesondere im Bereich der Müllabfuhr zeigen sich hierbei weiterhin entsprechende Bestwerte in- nerhalb der Großstadtvergleichsrunde. Trotz stetiger Kostensteigerungseffekte bei der AWB GmbH (u. a. tariflich bedingte Lohnkostenanstiege sowie z. T. erhöhte Fahrzeugkosten etc.) können bei ei- nem sehr hohen Leistungsniveau entsprechend im Vergleich weiterhin gute bis durchschnittliche Wirtschaftlichkeitswerte aufgezeigt werden. Zudem gehen diese im spezifischen Zeitverlauf einher mit sich stetig verbesserten Ergebnissen der Leistungsqualität. Auch im Bereich der Straßenreinigung zeigt sich ein sehr hohes Leistungsniveau bei guter Wirtschaft- lichkeit und insgesamt gleichbleibend guten bis durchschnittlichen Qualitätsergebnissen. Die Quali- tätsergebnisse sind vor allem im Kontext der überdurchschnittlich lang anhaltenden Schön- Wetterphase in den Sommermonaten 2018 zu betrachten und bewerten, aus der eine stärkere Nut- zung und damit auch Verschmutzung des öffentlichen Raums resultierte. Die guten Ergebnisse der Vorjahre bestätigen sich ebenfalls im Bereich Littering in Grünanlagen. Bei der eigens für das Benchmarking entwickelten Befragung Kölner Passanten wurde im aktuellen Durchgang, analog zum Fachurteil, eine Differenzierung nach Grünanlagen und Spielplätzen vorge- nommen. Es zeigen sich jedoch nur marginale Unterschiede, z. B. bei der Wahrnehmung von Ver- schmutzungen. So werden beispielsweise Scherben auf Spielplätzen prozentual häufiger benannt als in Grünanlagen. Das Fachurteil im Bereich Grünanlagen bestätigt auch im Berichtsjahr 2018 eine deutlich geringere Problematik in Form überfüllter Papierkörbe, so dass die gegensteuernden Maß- nahmen aus der Vergangenheit (höhere Anzahl an Papierkörben) entsprechend als erfolgreich einge- stuft werden können. Die wesentlichen Ergebnisse des Benchmarking für das Berichtsjahr 2018 werden in der Ausschuss- sitzung von der Firma INFA GmbH im Einzelnen vorgetragen und erläutert. 4
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- 0373/2019
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 13.03.2019
- Erstellt
- 28.01.2019 16:05