0685/2020
Mitteilung zum Änderungsbeschluss vom 23.04.2018 (AN/0629/2018)
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle I/32/324/3 Vorlagen-Nummer 06.03.2020 0685/2020 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales 16.03.2020 Mitteilung zum Änderungsbeschluss vom 23.04.2018 (AN/0629/2018) hier: Vorstellung des erarbeiteten Rollenbildes für den Ordnungsdienst Die Verwaltung teilt dem Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / In- ternationales mit: Im Rahmen der Verwaltungsreform #wirfürdiestadt hat das Amt für öffentliche Ordnung das Projekt und Konzept "Zielbild 2020 - Maßnahmen zur Stärkung des städtischen Ordnungsdienstes" erarbeitet und dem Ausschuss mit Vorlage 2763/2017 in den Sitzungen vom 11.12.2017 und 23.04.2018 vorge- stellt. Gemäß des Änderungsbeschlusses vom 23.04.2018 (AN/0629/2018) bittet der Ausschuss Allgemei- ne Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales um Umsetzung mehrerer Maßnahmen im Rahmen des Projektes „Zielbild 2020“, unter anderem um Erarbeitung eines Rollenbildes für den Ordnungsdienst: „Grundlage eines fortentwickelten Ordnungsdienstes ist ein klares Rollenverständnis. […] Schwer- punkte des Rollenbildes soll die moderierende, konfliktlösende Kompetenz des Ordnungsdienstes sein.“ Zu den anderen geforderten Maßnahmen laut Änderungsbeschluss vom 23.04.2018 wird dem Aus- schuss im Rahmen des Abschlussberichts zum Projekt „Zielbild 2020 - Maßnahmen zur Stärkung des städtischen Ordnungsdienstes" voraussichtlich Anfang 2021 (Projektabschluss: 31.12.2020) berichtet. Hintergrund: Die Erwartungshaltung an den Ordnungsdienst insbesondere von Stadtgesellschaft, Politik und Medi- en hat sich mit den Silvesterereignissen 2015 und den Terroranschlägen in Berlin, Nizza und Paris (2015/2016) schlagartig geändert. Das öffentliche Bedürfnis nach Sicherheit und staatlichem Schutz war in dieser ersten Zeit vorherrschendes Thema und Anspruch an die beteiligten Sicherheitsorgane. Bedingt durch das Erfordernis einer schnellen Reaktion aller Institutionen mangelte es zunächst an einer trennscharfen Abgrenzung zwischen polizeilichen und ordnungsbehördlichen Befugnissen. So lautete der Auftrag an den Ordnungsdienst nunmehr auch „das subjektive Sicherheitsempfinden zu steigern“. Dies bedeutete eine wesentlich proaktivere Ausrichtung als zuvor, und damit auch ein deut- licheres „In- Erscheinung-treten“ im Rahmen der ordnungsbehördlichen Befugnisse. Bis zu den oben genannten Ereignissen hatte die Tätigkeit des Ordnungsdienstes eher aufsuchenden Charakter und war im Wesentlichen von der Auftragslage und der Ahnung von Ordnungswidrigkeiten geprägt. Langjährige Ordnungsdienstkräfte sahen sich mit diesem plötzlichen „Rollenwandel“ konfrontiert – neuen Kolleginnen und Kollegen sind die Anforderungen von vornherein bewusst. 2 Letztlich bestand somit nicht nur ein Spannungsverhältnis durch unterschiedliche Auffassungen in- nerhalb der Belegschaft, sondern insbesondere auch zwischen den Erwartungen an den Ordnungs- dienst von außen gegenüber dem Verständnis von innen. Insofern war die Erarbeitung eines eindeutigen Rollenbildes – neben der Beauftragung des Aus- schusses – insbesondere für die Identifizierung und Motivation der Mitarbeitenden des Ordnungs- dienstes dringend erforderlich. Da allerdings dieses Rollenbild nicht „von oben“ oder außen aufoktro- yiert, sondern von allen Beteiligten gelebt werden soll, waren alle Mitarbeitenden des Ordnungsdiens- tes in den Entstehungsprozess einzubinden. Der Erarbeitungsprozess war daher mehrstufig angelegt und nahm einige Zeit in Anspruch. Gleichzeitig wurde im Sinne eines guten Gelingens des Reformpaketes „Zielbild 2020“ eine externe Beraterin als flankierende Unterstützungsmaßnahme für den Projektprozess gewonnen. Sie wird den Ordnungsdienst noch bis Ende 2020 aktiv beraten und neben der Findung eines klaren Rollenbildes insbesondere die Umsetzung des Maßnahmenpaketes „Zielbild 2020“ im Rahmen eines Changema- nagements unterstützen. Entwicklungsprozess des Rollenbildes: Der Erarbeitungsprozess des Rollenbildes erfolgte in folgenden Schritten: Schritt 1: Führungskräfte-Workshop Schritt 2: „Spuren-Gruppe“ Schritt 3: Mitarbeitenden-Veranstaltung Schritt 4: „Berater-Gruppe“ Schritt 1: Im November 2018 wurde im Rahmen eines Führungskräfte-Workshops mit der Erarbeitung des Rol- lenbildes begonnen. Teilnehmende des Workshops waren alle übergeordneten Führungskräfte, Dienstgruppenleitungen und Stellvertretungen sowie die Innendienstmitarbeitenden des Ordnungs- dienstes. Im Rahmen eines sog. „World-Cafés“ wurden drei Themenblöcke intensiv bearbeitet: Die Rolle des Ordnungsdienstes Moderierende/konfliktlösende Kompetenz Was wird dafür benötigt? Die Unterschiede zwischen dem eigenen Rollenverständnis und dem Image von außen wurden im ersten Themenblock schnell deutlich. Die geforderte moderierende, konfliktlösende Kompetenz hiel- ten alle Teilnehmenden im zweiten Themenblock für selbstverständlich und bereits gelebte Praxis. Im dritten Themenblock herrschte Einigkeit darüber, dass es neben der Umsetzung eines gemeinsamen Rollenbildes erforderlich ist, eine eindeutige Identität zu schaffen, um so das Image des Ordnungs- dienstes und die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger für die Aufgaben des Ordnungsdienstes deutlich zu verbessern. Schritt 2: Die Ergebnisse des „Führungskräfe-Workshops“ sollten nunmehr mit allen Mitarbeitenden diskutiert und weiterverarbeitet werden. Um eine gemeinsame Mitarbeitenden-Veranstaltung mit allen Kräften zu organisieren, wurde eine sogenannte „Spuren-Gruppe“ etabliert. Mitglieder dieser Gruppe waren Vertretende aller Dienstgruppen, des Innendienstes und der Leitungsebene, die unter Anleitung der externen Beraterin ein Konzept für die große Veranstaltung in regelmäßigen Treffen erarbeiteten. Schritt 3: Am 08.04.2019 fand sodann eine von der externen Beraterin moderierte und der „Spuren-Gruppe“ vorbereitete Veranstaltung unter Beteiligung aller Mitarbeitenden (Außendienstkräfte, Innendienst, Einsatz-und Lagetraining, Dienstgruppenleitungen und Stellvertretungen, Leitung usw.) statt. Im Rahmen der Methode „World-Café“ wurden an runden Tischen folgende Fragestellungen erarbeitet: Wer sind wir? Wer wollen wir sein? Wie sehen uns die Bürgerinnen und Bürger? 3 Bei diesem Beteiligungsformat wurde insbesondere darauf geachtet, dass Mitarbeitende aus unter- schiedlichen Bereichen gemeinsame Ergebnisse erarbeiteten. Erneut wurde klar, dass zwischen dem eigenen Rollenverständnis und der Sicht von außen ein Spannungsverhältnis besteht, das nur durch einen „Spagat“ zu bewältigen ist. Während sich die Mit- arbeitenden als Vollzugsorgan und Repräsentanten der Stadt Köln verstehen, empfinden sie ihren Auftrag und ihre Zuständigkeiten im Hinblick auf den beschriebenen Rollenwandel als unklar. Bürge- rinnen und Bürger würden sie häufig als „Hilfssheriffs“ und „Knöllcheneintreiber“ wahrnehmen. Im Ergebnis wünschten sich alle einen klaren Auftrag und eine klare Identität sowie Akzeptanz und Verständnis für die Aufgaben seitens der Öffentlichkeit und der Bürgerinnen und Bürger. Hier kam erneut das Bedürfnis nach einer klaren Abgrenzung zwischen polizeilichen und ordnungsbehördlichen Befugnissen zutage. Schritt 4: Die Ergebnisse der Mitarbeitendenveranstaltung wurden anschließend in regelmäßigen Treffen einer „Berater-Gruppe“ (ehemalige „Spuren-Gruppe“, unter Beteiligung von Vetretenden aller Bereiche) ausgewertet und für die Formulierung eines Rollenbildes aufgearbeitet. Die „Berater-Gruppe“ sprach sich dafür aus, anhand des Wortes „Ordnungsdienst“ prägnante Schlagworte bzw. Schlagsätze zu formulieren, die für die Identität des Ordnungsdienstes stehen. Je- der Bereich des Ordnungsdienstes (jede Dienstgruppe, der Innendienst, das Schulungszentrum, das Einsatz- und Lagetraining, die Leitungsebene) sollte dabei einen Buchstaben des Wortes „Ordnungs- dienst“ erarbeiten. Alle Schlagwörter und Schlagsätze wurden anschließend erneut in der Beratergruppe besprochen und ausgewählt. Hierbei sprach sich die Gruppe dafür aus, ein Rollenbild für das Außenverhältnis sowie ein Rollenbild für das innere Verständnis und die Integrität zu formulieren. Ergebnis: Im Ergebnis wurden zwei Rollenbilder (Außen- und Innenverhältnis) unter Beteiligung aller Mitarbei- tenden des Ordnungsdienstes erarbeitet. Diese Rollenbilder sollen – nach Vorstellung im Ausschuss – weitergelebt und im Tagesgeschäft weiter etabliert werden. So sollen die Rollenbilder zum Beispiel regelmäßig bei den Willkommensveranstaltungen für neue Mitarbeitende vorgestellt und in den Will- kommensordnern integriert werden. Außerdem wird die Imagearbeit zur Steigerung der Akzeptanz und der Sympathie des Ordnungs- dienstes im Sinne der Rollenbilder weiter etabliert. FAZIT: Im beschrieben Prozess war und ist „der Weg das Ziel“. Alle Mitarbeitenden sollten mit auf den neuen Weg genommen werden, der aus deutlichen Umwälzungen ihres bisherigen Aufgabengebietes be- stand. Die erarbeiteten Rollenbilder sind dieser Mitteilung als Anlagen beigefügt. Außerdem werden zwei Mitarbeitende die Ergebnisse in der Ausschusssitzung anhand einer Präsentation vorstellen. Anlagen Anlage 1 – Rollenbild Außenverhältnis Anlage 2 – Rollenbild Innenverhältnis gez. Dr. Keller
Anlage 1 - Rollenbild Außenverhältnis
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Der Ordnungsdienst der Stadt Köln steht für: O R D N U N G S D I E N S T Die öffentliche Ordnung ist unverzichtbar für das Zusammenleben in Köln. Im Umgang mit den Bürgerinnen und Bürgern ist respektvolles Auftreten eine unserer Kernkompetenzen. Der Dialog zwischen entgegenstehenden Interessen im öffentlichen Raum gehört zu unserer täglichen Aufgabe. Wir lösen jede Situation unvoreingenommen und diskret. Bei Umweltverstößen ziehen wir die „Rote Karte“, da uns das Erscheinungsbild von Köln am Herzen liegt. Tägliche Präsenz in allen Stadtteilen führt zu unserem langfristigen Erfolg. Wir verhindern Gefahren durch präventives und repressives Handeln. Gemeinsam mit unseren Ordnungspartnern sorgen wir für Sicherheit in Köln. Adressatengerechte Gesprächsführung und deeskalierende Einsatztaktik sind Teil unserer qualifizierten Konfliktlösungsstrategie. Wir sind bunt und offen wie Köln, denn wir leben Vielfalt. Engagement bedeutet für uns, sich motiviert für unsere Stadt einzusetzen. Wir werden nicht überall gern gesehen, aber immer gebraucht. Im Einsatz sind wir souverän und ein kompetenter Ansprechpartner vor Ort. Unsere Entscheidungen sind nachvollziehbar und transparent, denn die Qualität unserer Arbeit ist uns wichtig. rdnung espekt ialog eutralität mweltbewusstsein achhaltigkeit efahrenabwehr icherheit eeskalation ndividualität ngagement otwendigkeit ouveränität ransparenz
Anlage 2 - Rollenbild Innenverhältnis
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Wir sind ... Nicht nur ein Job – sondern Leidenschaft! O R D N U N G S D I E N S T … eine gut organisierte Einheit. … rechtssicher und kennen unsere Befugnisse. … ständig im D ialog miteinander – jeder D ialekt ist willkommen. … neutral in unserer täglichen Arbeit. … umsichtig und achten auf Eigensicherung. … nervenstark und lassen uns nicht aus der Ruhe bringen. … eine starke G emeinschaft und unterstützen uns gegenseitig. … selbstsicher im Auftreten und handeln professionell. … da und halten durch – bei jedem Wetter, Tag und Nacht, in jeder Jahreszeit, auch in der Fünften! … innovativ und immer am Puls der Zeit. … ein erfahrenes und effizientes Team. … mehr als N ullachtfuffzehn. … solidarisch und stehen füreinander ein – im Einsatz und im persönlichen Miteinander. … transparent und nachvollziehbar in unseren Entscheidungen.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zurückgestellt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0685/2020
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 06.03.2020
- Erstellt
- 28.02.2020 12:41