1381/2018
Bienenfreundliches Köln
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SPD Fraktion im Rat der Stadt Köln CDU-Fraktion im Rat der Stadt Köln Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Kölner Rat Fraktion Die Linke.Köln FDP Fraktion im Rat der Stadt Köln Ratsgruppe Bunt SPD Fraktion im Rat der Stadt Köln CDU-Fraktion im Rat der Stadt Köln Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Kölner Rat Fraktion Die Linke.Köln FDP Fraktion im Rat der Stadt Köln Ratsgruppe Bunt Frei Wähler Köln Ratsgruppe GUT An den Vorsitzenden des Ausschusses Umwelt und Grün Rafael Christof Struwe Eingang beim Büro der Oberbürgermeisterin: 17.01.2018 AN/0076/2018 Änderungs- bzw. Zusatzantrag gem. § 13 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Ausschuss für Umwelt und Grün 18.01.2018 Änderungs- bzw. Zusatzantrag gem. § 13 der Geschäftsordnung des Rates hier TOP 2.3: Bienenfreundliches Köln Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrter Herr Vorsitzender, wir bitten Sie, folgenden Änderungsantrag in die Tagesordnung der nächsten Ausschusssit- zung zu nehmen: Beschluss: 1. Angesichts des in Deutschland zu beobachtenden bedrohlichen Insektensterbens und allgemein schwieriger gewordenen Möglichkeiten für das Überleben von Insekten, rich- ten die zuständigen Ämter der Stadt Köln ihre Handlungsweisen auch an dem Ziel besserer Bedingungen für Insekten aus. 2. Auf geeigneten städtischen Flächen werden sogenannte „Insektennisthilfen“ aufge- stellt. Die Verwaltung schlägt entsprechende Flächen vor. Prioritär sollen Schulen und KiTas wie auch Bürgerhäuser solche Insektennisthilfen angeboten werden, auch um die Bedeutung von Insekten bereits im Kinder- und Jugendalter sichtbar zu machen. Wenn möglich sollen Insektenhotels in Zusammenarbeit von Berufskollegs und Schulen selber gebaut werden. Die Verwaltung nimmt hierzu Kontakt auf. - 2 - Hierbei sollen möglichst vorhandene abgelagerte Holzbestände/-stücke genutzt werden, die durch das Bohren von mehreren, unterschiedlich großen Löchern das Nisten von Insekten ermöglichen. 3. Um Insekten genügend Nahrung zu bieten, überprüft die Verwaltung ihre Bepflan- zung, auf Kita- und Schulgeländen und Grünflächen (z. B. insektenfreundliche Stauden) ebenso wie ihr Scherrasen- und Wiesenmanagement. Beim Einkauf von Saatgut, Zier- und Gehölzpflanzen etc. wird verstärkt auf Insektenfreundlichkeit geachtet. Die Verwaltung wird beauftragt weitere sog. Blühstreifen auf städtischen Flächen zu initiie- ren. 4. Bei den anstehenden Neu- und Umbauten von Schulen und sonstigen städtischen Gebäuden sind ökologische Aspekte direkt zu berücksichtigt. Das Belassen eines größeren, unversiegelten Geländes zur Anlage eines Schulgartens, sowie die Grüngestaltung mit hei- mischen Arten sind hier grundsätzlich zu setzen. 5. Die Verwaltung berichtet innerhalb eines Jahres den Ratsgremien über die entspre- chend der genannten Zielrichtung eingeleiteten Maßnahmen und ihre Umsetzung sowie über eine weitere Strategie der Öffentlichkeitsarbeit Begründung: Seit einiger Zeit muss man in Deutschland ein bedrohliches Insektensterben beobachten. Die Fluginsekten sind in Nordrhein-Westfalen um bis zu 80 Prozent zurückgegangen. Mit der europaweiten beobachteten Abnahme der Insektenzahlen geht eine Verminderung von Öko- systemleistung einher. So ist u.a. die natürliche Bestäubung von Pflanzen und damit auch unsere Nahrungsgrundlage bedroht. Aber auch auf Vögel hat die Insektenabnahme eine Bedeutung, da auch sie eine ihrer Nahrungsquellen verlieren. Eine Gegenstrategie hierzu ist die, vom Ausschuss Umwelt u. Grün beschlossene, Erweite- rung der Naturwaldbereiche in Köln. Hier wird der für Insekten wichtige Totholzanteil zuneh- men. Die Kommune trägt eine wichtige Verantwortung in ihrer Art der Bepflanzung, des Grünflä- chenmanagement und der Bereitstellung von Nisthilfen. Köln ist Mitglied im Bündnis "Kommunen für biologische Vielfalt e.V." Unter dem Motto „Pflanzt Futter für Wildbienen“ hat das Kölner Umwelt- und Verbraucheramt 2017 einen vielbeachtete Kampagne für die Wildbienen gestartet., diese soll weiter unter- stützt und gefördert werden. Durch die Installierung von Nisthilfen in Schulen und KiTas soll die Chance ermöglicht wer- den, das Thema und die Bedeutung von Insekten auch pädagogisch in Erziehung und Bil- dung einzubeziehen. Insektenstiche sind bei Wildbienen und anderen solitären Hautflüglern ebenfalls kein Thema. Solitäre Hautflügler sind friedlich und stechen nur zur ultimativen Selbstverteidigung, d.h. wenn man sie quetscht, in die geschlossene Hand nimmt oder an Beinen oder Flügel festhält. Sonst kann man jedwede Aktion in der Nähe betreiben - oder in aller Ruhe die Tiere aus nächster Nähe beobachten – ohne gestochen zu werden. Insekten- hotels brauchen keine Betreuung. Nisthilfen können an einer trockenen, besonnten Häuser- wand aufgehangen oder auf dem Gelände von Schulen und Kindergärten aufgestellt werden. Sie benötigen über viele Jahre keine Wartung. Die Stadt Köln hat auf ihrer empfehlenswerten Internetseite viele Anregungen für die Bevöl- kerung: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/umwelt- tiere/umweltbildung/wildbienenschutz-aktiv-ganz-koeln-macht-mit Mit freundlichen Grüßen gez. Dr. Barbara Lübbecke SPD- Fraktionsgeschäftsführerin gez. Niklas Kienitz CDU- Fraktionsgeschäftsführer gez. Jörg Frank GRÜNE-Fraktionsgeschäftsführer - 3 - gez. Michael Weisenstein Linke - Fraktionsgeschäftsführer gez. Ulrich Breite FDP- Fraktionsgeschäftsführer gez. Thomas Hegenbarth Ratsgruppe Bunt gez. Walter Wortmann Freie Wähler Köln gez. Thor Zimmermann Ratsgruppe GUT
Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/57/574 Vorlagen-Nummer 11.05.2018 1381/2018 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für Umwelt und Grün 29.05.2018 Bienenfreundliches Köln Umsetzung des Beschlusses AN/0076/2018 des AUG vom 18.1.2018 Das Umwelt-und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln folgt dem Beschluss des AUG gerne und übernimmt als das für Biodiversität zuständige Fachamt die Koordination der zur Umsetzung erforder- lichen Arbeitsschritte mit dem Ziel, Köln wieder zu einer blühenden, für Insekten attraktiven Stadt werden zu lassen und die Natur, nicht zuletzt auch zur Verbesserung des Wohlbefindens der Men- schen, ein Stück weit auch in den besiedelten Bereich zurückzuholen. Städte sind dabei umso wichti- ger geworden, als dass die intensive Landwirtschaft mit ihren Intensivkulturen und dem Einsatz von Pestiziden kaum mehr Möglichkeiten für die Entfaltung der Natur belässt und so die Städte zu wichti- gen Rückzugsgebieten für viele Arten werden. Daher kommt der Millionenstadt Köln bei der Begeg- nung des Verlustes der Biodiversität auch eine besondere Bedeutung zu. Bereits gestartete Projekte wie das Wildbienenprojekt, aber auch das mehrfach ausgezeichnete Spatzenprojekt (zuletzt im März 2018 als Jahresprojekt 2017 der UN Dekade Biodiversität) zeigen über die bisherigen Rückmeldungen, dass viele Menschen sich durch den Artenrückgang, insbeson- dere auch der Bestäuber, bedroht fühlen und auch selbst bereit sind, zum Schutz der heimischen Arten einen Beitrag zu leisten. Dabei besteht auch der Wille, Verantwortung für das eigene, unmittel- bare Umfeld zu übernehmen. Diese Aktivitäten können den Erhalt der Biodiversität enorm steigern. Fehlende Sachkenntnis ist hier jedoch ein ernstzunehmendes Hemmnis. Daher ist es unabdingbar, diese über umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit zu verbessern. Dies geschieht momentan im Rahmen der Projekte in Form von Vorträgen, Aktionstagen, eines Internetauftritts und der Entwicklung eines Wildbienenlehrpfades auf Gut Leidenhausen. Die Partizipation der Bürgerinnen und Bürger stellt jedoch nur ein Segment bei der Verbesserung der Lebensbedingungen unserer heimischen Flora und Fauna dar. Wichtiger noch ist eine Umsetzung geeigneter Strukturen vor Ort. Anhand des Projektes zum Wildbienenschutz konnte das breite Spektrum der Möglichkeiten eruiert werden. An 20 Standorten wurden mit verschiedensten Partnern bereits Wildbienenlebensräume an- gelegt. Diese bestehen aus einer blütenreichen Fläche mit Wildwiesenanteil und Staudenpflanzung sowie einer geeigneten Wildbienennisthilfe. Neben Bereichen im öffentlichen Grün, u.a. in Finkens Garten, dem Nord- und Westfriedhof sowie dem Forstbotanischen Garten, konnten dabei bislang auch 5 Schulen in die Umsetzung einbezogen werden. Insgesamt haben sich die Bildungseinrichtun- gen als wichtige Partner erwiesen. Dies zeigt die bleibend hohe Anfrage, die sich aus dem Projekt ergeben hat. Daher befindet sich eine Umsetzung für weitere 30 Flächen an Bildungseinrichtungen in der Vergabe, die ebenfalls zur naturnahen Gestaltung des Schulgeländes beitragen sollen. Die Notwendigkeit ergibt sich dabei neben dem Beschluss zum bienenfreundlichen Köln nicht zuletzt auch aus den For- derungen des Umweltbildungskonzeptes, in dem dezentrale Naturlernorte gefordert werden. Kinder und Jugendliche verbringen inzwischen den größten Teil des Tages in den entsprechenden Bildungs- einrichtungen. Wissenschaftliche Studien haben dabei ergeben, dass das Naturerleben nicht nur die 2 motorische, sondern auch die kognitive Entwicklung der Kinder enorm positiv beeinflusst. Darüber hinaus steigern naturnahe Elemente das Wohlbefinden und senken die Aggressivität. Um unseren Kindern ein angenehmes Umfeld zu bieten, sollten daher die Potentiale einer naturnahen Schulge- ländegestaltung genutzt werden. Dies gilt umso mehr, als dass auch der Aktionsplan zur Kinder- freundlichen Kommune aus den genannten Gründen eine naturnähere Umgebung der Kinder fordert. Für die langfristige Betreuung solcher Flächen bedarf es jedoch einer fachlich versierten Pflege, in welche nach Möglichkeit auch die Kinder bei der Umsetzung einbezogen werden sollten. Auf diese Weise werden nicht nur eine stärkere Identifikation und ein intensiveres Erleben erzielt, sondern auch Kinder und Jugendliche gezielt im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) geschult und in höheren Altersstufen sogar an die Berufsorientierung herangeführt. Da es gilt, über den reinen grünpflegerischen Aspekt auch den Umweltpädagogischen Aspekt fach- kompetent abzudecken und die Umsetzung in die Projekte zur Biodiversität miteinzubeziehen, ist es sinnvoll, diese Aufgaben beim Umwelt- und Verbraucherschutzamt anzusiedeln. Zusätzlich geht das Konzept zur Bienenfreundlichen Stadt Köln über Aktivitäten an Bildungseinrich- tungen hinaus. Will man das Projekt gemäß dem Antrag umfangreich und konzeptionell stimmig zum Erfolg bringen, ist es unabdingbar, nicht nur die Einzelaktivitäten zu koordinieren und neue Ideen zu kreieren. Vielmehr ist es aufgrund der unterschiedlichsten Ansprüche an die verbliebenen Freiflächen innerhalb der Stadtgesellschaft darüber hinaus erforderlich, einen ‚Umsetzungsfahrplan‘ in Abstim- mung mit den verschiedenen betroffenen Ämtern der Stadt Köln (u.a. Grünflächenamt, Amt für Kin- der, Jugend und Familie, Schulentwicklungsamt, Gebäudewirtschaft) zu entwickeln und die Umset- zung intensiv und öffentlichkeitswirksam zu begleiten. Insgesamt bietet es sich für die Maßnahmen zur bienenfreundlichen Stadt an, sie in den Gesamtzu- sammenhang der Verbesserung der Biodiversität im Rahmen einer umfassenden Biodiversitätsstra- tegie als Projektziel einzubetten. Nur dann kann es gelingen, dass die Stadt Köln als eine der größten Städte Deutschlands eine Vorreiterrolle einnimmt und weiter ihrer Tradition von Best Practice in Bio- diversitätsprojekten folgt. Dies gilt umso mehr, als dass die Stadt Köln durch die Unterzeichnung der Deklaration Biodiversität in Kommunen und dem Beitritt zum Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“ ihre Bereitschaft zur Berücksichtigung der Artenvielfalt manifestiert hat. Gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1381/2018
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 11.05.2018
- Erstellt
- 26.04.2018 08:21