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AN/0461/2020

Antrag zur Prüfung der Realisierung eines Hauses der Kulturen / House of Resources in Köln

Antrag nach § 3 der GeschO des Rates 10.04.2020

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Nächste Beratung: Integrationsrat, Sitzung am 21.04.2020, TOP 6.3

GOL-Antrag House of Ressources

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GOL-Antrag House of Ressources

4893 Zeichen

Ahmet Edis (Grün Offene Liste Migration)       
     
 
 
 
 
An den  
Vorsitzenden des Integrationsrates 
Herrn Tayfun Keltek 
 
An die  
Geschäftsstelle des Integrationsrates 
Herrn Andreas Vetter 
 
 
 
Antrag gem. § 4 der Geschäftsordnung des Integrationsrates 
 
Gremium Datum der Sitzung 
Integrationsrat 21.04.2020 
 
 
Antrag zur Prüfung der Realisierung eines Hauses der Kulturen / House of Resources 
in Köln – AN/0461/2020 
 
Beschluss: 
Der Integrationsrat bittet die Verwaltung zu prüfen, inwieweit ein Haus der Kulturen / House 
of Resources mittelfristig am Standort Köln ggf. in den Kalker Hallen und unter weitest ge-
hendem Einsatz von Fördermitteln wie bspw. der AMIF-Förderung vom BAMF, realisiert 
werden kann.  
 
 
Begründung: 
Neben den Interkulturellen Zentren gibt es in Köln eine Vielzahl von diversen Migranten-
selbstorganisationen (MSO). Durch die hohen Mietpreise und dem äußerst angespannten 
Kölner Immobilienmarkt, ist es gerade für diese Vereine äußerst schwierig bis unmöglich 
zentrale Räumlichkeiten für Ihre Vereinsaktivitäten zu finden. Auch in Köln erleben wir be-
reits wie etablierte Vereine ihre Räumlichkeiten im Kölner Stadtzentrum räumen müssen o-
der Mietverträge auslaufen und nicht mehr verlängert werden. Räumlichkeiten in der Peri-
pherie von Köln oder in entlegenen Industriegebieten stellen für die betroffenen Vereine kei-
ne Alternative dar, da diese in der Regel und vor allem an Wochenenden mit ÖPNV schlecht 
zu erreichen sind und viele Vereinsmitglieder abhält, an den diversen Freizeit- und Bildungs-
angeboten der Vereine teilzunehmen.  
 
Die zunehmende Gentrifizierung trifft neben sozial schwächeren Milieus insbesondere auch 
Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung und insbesondere Ihre Räume der Begeg-
nung. Dies hat auch unmittelbaren Einfluss auf die ehrenamtliche Arbeit vor Ort. Nicht selten 
fangen nämlich MSO´s mit ihrer wichtigen ehrenamtlichen Arbeit die Defizite von Regel-
diensten und -strukturen größtenteils auf. Neben Dolmetschertätigkeiten, Unterstützung bei 
Behördengängen uvm. fungieren die vielen Ehrenamtler*innen vor Ort als Kultur- und 
Sprachmittler und Verbindung in die Kölner Verwaltung sowie Stadtgesellschaft.  
Insbesondere seit 2015 konnten wir in Köln feststellen, dass gerade das ehrenamtliche En-
gagement von MSO´s einen wesentlichen Teil dazu beigetragen hat, dass die Integration 
von Geflüchteten gelingen konnte. Die Stadtverwaltung sowie Wohlfahrtsverbände und wei-
tere etablierte Akteur*innen der Flüchtlingshilfe hätten ohne die tatkräftige und rein ehren-

amtliche Arbeit auch von Kölner MSO´s, diese große Herausforderung nicht alleine bewälti-
gen können. 
Die Arbeit hat aber nicht aufgehört, ganz im Gegenteil, sie geht weiter und wird komplexer. 
Deswegen ist es wichtig MSO´s dahingehend zu empowern, ihre Arbeit sichtbarer zu ma-
chen und Räume dafür zu schaffen. Gleichzeitig gründen sich nun auch verstärkt Initiativen 
und Vereine von Menschen mit Fluchterfahrung. Hier stellt sich allerdings die finanzielle Si-
tuation noch prekärer dar, somit ist auch hier die Selbstorganisation und die gesellschaftliche 
Beteiligung in Köln in all seiner Vielfalt stark gefährdet. 
 
Ein zentrales House of Resources /Haus der Kulturen hätte ferner den Vorteil, dass die Köl-
ner MSO´s sich unter einem Dach auch untereinander stärker vernetzen und von Synergien 
profitieren könnten. Neben der Bereitstellung von Büros oder kleineren Vereinsräumen, wä-
ren auch größere Konferenzräume für Fortbildungen und/oder Veranstaltungen äußerst 
sinnvoll. Eine mögliche Ansiedlung in die Kalker Hallen, wo das Migrationsmuseum entste-
hen soll, hätte den Vorteil, dass man gemeinsame Räume der Begegnung schaffen, die 
MSO´s und ihre vielfältige Arbeit sichtbarer und von vielen weiteren Synergien profitieren 
könnte. 
 
Den MSO´s fehlen oftmals – neben geeigneten Räumlichkeiten – auch die Zugänge zu not-
wendigen finanziellen und fachlichen Ressourcen, sowie Kooperations- und Austauschstruk-
turen mit weiteren zivilgesellschaftlichen Akteuren vor Ort.  
Mit einem "House of Resources" könnte eine zusätzliche Förderung geschaffen und das bür-
gerschaftliche Engagement dieser Organisationen nachhaltig unterstützt werden. Das House 
of Resources könnte bspw. Migrantenselbstorganisationen und –initiativen z.B. auch zu 
Themen wie „Vereinsgründung und Vereinswesen“, „Unterstützung bei Veranstaltungen und 
Vereinsaktivitäten“ oder bei der „Suche nach Ressourcen“ beraten bzw. auch Tandemp-
artner gefunden werden, um sich zu empowern, zu vernetzen, die eigene Arbeit zu professi-
onalisieren und ggf. mehr Drittmittel nach Köln zu holen. Hierzu stünden uns in Köln bereits 
starke Partner*innen wie bspw. die Interkulturellen Zentren zur Verfügung, die ihr Know-how 
einbringen und somit das geplante Haus auch mit bespielen könnten. 
 
 
Mit freundlichen Grüßen 
 
Ahmet Edis

Beratungsverlauf (1)

21.04.2020 Integrationsrat
TOP 6.3 Entscheidung

Beschluss: zurückgestellt

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
AN/0461/2020
Typ
Antrag nach § 3 der GeschO des Rates
Datum
10.04.2020
Erstellt
10.04.2020 21:21