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2339/2018

Fahrscheinloser ÖPNV: Planungen rund um den 1. fahrscheinlosen Tag in Köln

Mitteilung Ausschuss 20.08.2018

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Nächste Beratung: Verkehrsausschuss, Sitzung am 11.09.2018, TOP 7.6

Mitteilung Ausschuss

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Mitteilung Ausschuss

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Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
VIII/66/661/1 
661/1 
Vorlagen-Nummer 20.08.2018 
 2339/2018 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Verkehrsausschuss 11.09.2018 
 
Fahrscheinloser ÖPNV: Planungen rund um den 1. fahrscheinlosen Tag in Köln 
hier: Beschluss des Verkehrsausschusses am 05.03.2018, TOP 1.2 
Beschluss: 
„Der Verkehrsausschuss beauftragt die Verwaltung, in Zusammenarbeit mit der KVB AG folgende 
Maßnahmen anlässlich des fahrscheinlosen Tags am 03. Juni 2018 durchzuführen: 
 
- Befragung im Rahmen einer Marktforschung, bei der u.a. eine Änderung des Mobilitätsverhal-
tens ermittelt werden soll 
 
- Gegenüberstellung der Werte in den vorhandenen Messstellen mit einem vergleichbaren 
Sonntag  
 
- Dokumentation des Personalmehreinsatzes.“ 
 
 
Zu den einzelnen Punkten teilt die Verwaltung mit: 
 
Befragung im Rahmen einer Marktforschung 
 
Am „fahrscheinlosen Tag“ in Köln am 03.06.2018 wurde im Auftrag der Kölner Verkehrs-
Betriebe AG (KVB) eine Kundenbefragung durch das unabhängige Marktforschungsinstitut Omniqu-
est durchgeführt. 18 Interviewerinnen und Interviewer befragten an den großen Verknüpfungspunkten 
Ebertplatz, Friesenplatz, Neumarkt ober-/unterirdisch und Wiener Platz ober-/unterirdisch die Fahr-
gäste. 
Von den ca. 2.300 Befragten hatten 62 % Kenntnis über den Aktionstag. Die große Mehrheit (2.107 
Befragte) ist dabei bereits Kunde des ÖPNV und nutzt diesen unabhängig vom fahrscheinlosen Tag. 
Dennoch waren 32,6 % aller Fahrgäste (2.300) an diesem Tag ohne Ticket unterwegs (also auch 
viele Kunden des ÖPNV). 29,2 % hatten ein Ticket (darunter auch die Zeitkarteninhaber), 38,2 % 
machten keine Angabe zu dem genutzten Ticket. 
 
193 Fahrgäste (8 %) waren gezielt aufgrund des Aktionstages unterwegs und sind sonst keine Kun-
den/-innen des ÖPNV. Etwa die Hälfte dieser Fahrgäste nutzt ansonsten den Motorisierten Individu-
alverkehr (MIV), die restlichen Fahrgäste sind sonst bereits im Umweltverbund unterwegs. Als Grün-
de für die Nicht-Nutzung des ÖPNV gaben diese Befragten zwei Hauptgründe an: ein in ihrer Wahr-
nehmung unflexibles Angebot (unpassende Fahrtzeiten, Taktung, keine passende Haltestelle) sowie 
die Höhe der Preise. 
 
Gegenüberstellung der Werte in den vorhandenen Messstellen mit einem vergleichbaren 
Sonntag 
 
In der am Ende des Textes befindlichen Tabelle werden die verfügbaren Luftschadstoffmesswerte

2 
 
vom 03.06.2018 (Aktionstag) mit Messwerten von anderen Sonntagen mit ähnlichen Rahmenbedin-
gungen gegenübergestellt. Hierbei wurden bewusst Sonntage ausgewählt, welche mit einem verlän-
gerten Wochenende einhergingen (Ausnahme: Palmsonntag) und zum anderen eine ähnliche Wet-
tersituation aufwiesen. Auf Kölner Stadtgebiet sind zur Luftgüteüberwachung nur zwei aktiv-
kontinuierliche Messstationen des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-
Westfalen (LANUV), an denen tagesaktuelle Werte ablesbar sind, vorhanden: am „Clevischen Ring“ 
und in der „Turiner Straße“. Aus technischen Gründen liegen jedoch für die Messstation am „Clevi-
schen Ring“ für den 03.06.2018 keine Messwerte vor, sodass nur die Daten der Messstelle „Turiner 
Straße“ herangezogen werden konnten. 
Aufgrund des Feiertags am 31.05.2018 (Fronleichnam) dürften viele Kölnerinnen und Kölner das „ver-
längerte Wochenende“ für einen Kurzurlaub genutzt haben, so dass geringeres Verkehrsaufkommen 
als an durchschnittlichen Sonntagen vorhanden gewesen sein dürfte. Der Niederschlag lag bei 
0,0 mm, die Windgeschwindigkeit bei 1,1 m/s und die Lufttemperatur bei 22 °C. Diese Werte sind in 
der Tabelle ebenfalls ablesbar. 
Es wurde nun überprüft, ob unter diesen Rahmenbedingungen ein signifikanter Unterschied zwischen 
der Stickstoffdioxid-Belastung am Aktionstag im Vergleich zu ähnlichen Sonntagen verzeichnet wer-
den konnte. Hierfür dienen der 29.05.2016 (Sonntag nach Fronleichnam), der 30.04.2017 (Sonntag 
vor dem Tag der Arbeit), der 25.03.2018 (Palmsonntag) und der 20.05.2018 (Pfingstsonntag) als Ver-
gleichstage. An all diesen Sonntagen lag der Niederschlag bei 0,0 mm und die Windgeschwindigkei-
ten waren bis auf den 30.04.2017 auf gleichem Niveau. In Bezug auf die Lufttemperaturen sind der 
29.05.2016 und der 20.05.2018 mit dem Aktionstag vergleichbar hoch; an den anderen beiden Ver-
gleichstagen (30.04.2017 und 25.03.2018) war es deutlich kühler (siehe Tabelle). Bezüglich des 
Stickstoffdioxidgehaltes am 03.06.2018 an der Messstation „Turiner Straße“ betrug der 1-Stunden-
Grenzwert1 45 µg/m3. Am 29.05.2016 lag dieser Wert bei 70 µg/m3, am 30.04.2017 bei 47 µg/m3, am 
25.03.2018 bei 71 µg/m3 und am 20.05.2018 bei 59 µg/m3. Es liegt demnach bei drei Referenzdaten 
ein signifikanter Unterschied bezüglich der Stickstoffdioxidbelastung vor, vorausgesetzt, dass einher-
gehende Messfehler nicht berücksichtigt werden. 
Eine verbindliche Aussage kann aus der Auswertung nur eines Messtages nicht abgeleitet werden, 
da die Messergebnisse in Abhängigkeit der Meteorologie stark variieren. Da der Immissionsgrenzwert 
der 39. Bundesimmissionsschutzverordnung als Jahresmittelwert angegeben wird, kann eine signifi-
kante Reduzierung nur über einen längeren Aktionszeitraum beobachtet werden. 
Zudem kann keine Aussage über einen Zusammenhang der unterschiedlichen Messdaten zu den an 
den jeweiligen Tagen aufgetretenen Verkehrsstärken hergestellt werden. Hierzu wären weitergehen-
de und vor allem umfangreichere Untersuchungen notwendig gewesen. 
 
Tabelle: NO2-Messwerte am Aktionstag und an Sonntagen mit ähnlichen Eigenschaften im Ver-
gleich 
 
Datum Besonderheit Niederschlag 
[mm]
Windgeschwindigkeit 
(24-h Wert) [m/s]
Lufttemperatur (24-
h Wert) [°C]
Stickstoffdioxid (1-
h Max) [µg/m 3]
29.05.2016 Sonntag nach Fronleichnam 0,0 1,1 20,2 70
30.04.2017 Sonntag vor Tag der Arbeit 0,0 3,2 13,8 47
25.03.2018 Palmsonntag 0,0 1,8 9,3 71
20.05.2018 Pfingstsonntag 0,0 1,2 18,6 59
03.06.2018 "fahrscheinloser Tag": Sonntag nach 
Fronleichnam 0,0 1,1 22,0 45
 
 
 
                                                 
1 Der 1-Stunden-Grenzwert darf nicht dem aus der öffentlichen Diskussion bekannten Jahresgrenzwert von 40 µg/m3 im 
Jahresmittel verwechselt werden. Der 1-Stunden-Grenzwert liegt europaweit bei 200 µg/m3 und darf nicht öfter als 18-mal im 
Kalenderjahr überschritten werden.

3 
 
Dokumentation des Personalmehreinsatzes 
 
An diesem Aktionstag war wegen fehlender Großveranstaltungen kein signifikant höheres Verkehrs-
aufkommen zu erwarten. Die KVB hatte aber für diesen Fall der signifikanten Zunahme aufgrund des 
Aktionstages vorsorglich Reserven eingeplant, um bei Bedarf weitere Züge ins Netz schicken zu kön-
nen. Da dieses nachfrageseitig nicht erforderlich war, wich das Angebot an Bus- und Bahnfahrten am 
Aktionstag nicht vom Angebot an „normalen“ Sonntagen ab, so dass für den Betrieb kein Mehreinsatz 
erforderlich wurde. Lediglich die 18 Interviewerinnen und Interviewer der Firma Omniquest waren am 
Aktionstag zusätzlich im Einsatz. 
 
 
Gez. BG Blome

Beratungsverlauf (1)

11.09.2018 Verkehrsausschuss
TOP 7.6 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

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Details

Aktenzeichen
2339/2018
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
20.08.2018
Erstellt
13.07.2018 16:55