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V/0495/2010

Ortszentrum Sprakel: Mitte vollenden - geplante Nutzung überdenken

Vorlagen 15.06.2010

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Nächste Beratung: Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft, Sitzung am 30.06.2010, TOP 6.4

Beschlussvorlage

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Beschlussvorlage

5443 Zeichen

V/0495/2010 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Ortszentrum Sprakel:  Mitte vollenden - geplante Nutzung überdenken 
Antrag der SPD Fraktion im Rat 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
30.06.2010 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
Die Verwaltung wird beauftragt, eine Änderung des Bebauungsplan Nr. 458: „Sprakel – Mitte“ vor-
zubereiten. Anstelle eines Mischgebietes soll ein Allgemeines Wohngebiet für den zentralen Be-
reich festgesetzt werden. Dabei wird das Platzthema beibehalten. 
 
 
II. Kosten/Folgekosten 
 
Es wird zur Kenntnis genommen, dass mit dem vorstehenden Beschluss unmittelbar keine Kosten 
entstehen. 
 
 
 
Begründung: 
Der Antrag der SPD-Fraktion im Rat wurde am 18.06.2009 im Planungsausschuss eingebracht. 
Die Verwaltung hat den Antrag geprüft und nimmt dazu wie folgt Stellung: 
 
Der Bebauungsplan Nr. 458 „Sprakel – Mitte“ ist seit dem 08.04.2004 rechtsverbindlich. Die Pla-
nung basiert auf dem Wettbewerbsentwurf des Büros Wolters und Partner aus Coesfeld. Sie ist 
gekennzeichnet durch die bauliche Ausbildung der künftigen Mitte von Sprakel als dreiseitig um-
bauter Platzbereich, der sich zur Sprakeler Straße orientiert und über eine Wegeverbindung durch 
das Neubaugebiet mit der Kirche St. Marien verbunden ist. Der Bebauungsplan setzt diesen ca. 
6500 qm großen Bereich als Mischgebietsfläche (MI 2 –gebiet) fest, um hier zusätzliche Einzel-
handels- und Dienstleistungsangebote in Verbindung mit Wohnungen zu bündeln.  Durch den Zu-
schnitt der überbaubaren Flächen soll eine kleinteilige Ladenstruktur erreicht werden, in Ergän-
zung  zum vorhandenen Lebensmittelvollsortimenter auf der anderen Seite der Sprakeler Straße.   
Das städtische Liegenschaftsmanagement hat die Flächen zwischenzeitlich zweimal ausgeschrie-
ben, jedoch keine Kaufinteressenten finden können. Als Hindernis für die Vermarktung hat sich die 
gewünschte Nutzungsvielfalt (Gewerbe und Wohnen) bei gleichzeitiger kleinteiliger Bebauungs-
struktur vor dem Hintergrund einer eher geringen Mantelbevölkerung im Stadtteil erwiesen. Der 
Vorlagen-Nr.: 
V/0495/2010 
Auskunft erteilt: 
Herr Kurz 
Ruf: 
492 61 40 
E-Mail: 
Kurz@stadt-muenster.de  
Datum: 
14.06.2010 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0495/2010 
Antrag der SPD-Fraktion  greift diese Erkenntnis auf und fordert eine Umplanung des zentralen 
Bereiches zum Allgemeinen Wohngebiet unter grundsätzlicher Beibehaltung der prägenden städ-
tebaulichen Struktur des Wettbewerbsentwurfes zu prüfen.  
 
Die Planungsverwaltung hat hierzu im Januar  2010 dargelegt, dass vor einer Umplanung der zent-
ralen Flächen zugunsten des Wohnungsbaus eine Klärung hinsichtlich des Bedarfes der Flächen 
für den Einzelhandel zur langfristigen Sicherstellung der Versorgungsstruktur in Sprakel vorausge-
hen müsse. Zentrale Säule einer funktionierenden Stadtteilversorgung mit Gütern des täglichen 
Bedarfes ist ein attraktiver Lebensmitteleinzelhandel. Sprakel verfügt entlang der Sprakeler Straße 
über mehrere Versorgungs- und Dienstleitungsangebote sowie einen Lebensmittelvollsortimenter. 
Dessen Standort weist mit ca. 750 qm allerdings einen knapp bemessenen Zuschnitt auf, so dass 
sich die Frage stellt, ob zur langfristigen Sicherung der Versorgung eine ausreichend große Fläche 
an zentraler Stelle in Sprakel vorgehalten werden müsste. Die Flächen könnten dann nicht für den 
Wohnungsbau umgewidmet werden. 
  
Planungsverwaltung und Wirtschaftsförderung Münster haben in einem gemeinsamen Gespräch 
mit dem Eigentümer und Betreiber des bestehenden Lebensmittelmarktes über die Perspektiven 
des Standortes gesprochen. Der Markt hat ca. 750 qm Verkaufsfläche und 32 Stellplätze. Der Ei-
gentümer sieht – angesichts des eher geringen Einzugsbereiches – keine großen Erweiterungsbe-
darfe. Ein Ausbau auf ca. 1.000 qm Verkaufsfläche ließe sich am Standort noch realisieren, was 
auch für die längerfristige Tragfähigkeit eines Lebensmittelmarktes in Sprakel ausreichen würde.  
Für einen deutlich größeren Lebensmittelmarkt, wie vom Lebensmitteleinzelhandel an vielen neu-
en Standorten aus betriebswirtschaftlichen Gründen präferiert und realisiert wird, sieht er ange-
sichts der Einwohnerentwicklung in Sprakel keinen Bedarf. Eine Umsiedlung und Neuaufstellung 
des Lebensmittelmarktes im Bereich „Sprakel-Mitte“ käme aus Sicht des Betreibers wegen der 
hohen Investitionskosten nicht in Betracht. Auch die Option als Ladenmieter in eine Investorenbe-
bauung zu wechseln, scheidet wegen der zu erwartenden hohen Mietforderungen aus. Für eine 
langfristige Sicherung des Lebensmittelmarktes sollten im Rahmen einer künftigen Erweiterung 
östlich der Sprakeler Straße lieber zusätzliche Flächen zur Vergrößerung des derzeitigen Markt-
standortes eingeplant werden. Damit sei eine schrittweise Anpassung an einen wachsenden Flä-
chenbedarf für den Lebensmittelmarkt möglich.    
 
Vor dem Hintergrund dieser Bewertung ist eine Umplanung zum Wohngebiet sinnvoll. Im Allge-
meinen Wohngebiet sind nicht nur Wohnungen sondern auch Läden, Handwerksbetriebe und 
Gastronomieangebote, die der Versorgung des Gebietes dienen zulässig. Insofern kann die zent-
rale Lage im Stadtteil auch mit einer vielfältigeren Nutzung ausgestattet werden. 
 
 
 
 
 
I.V. 
 
Gez. 
Schultheiß 
Stadtdirektor 
 
Anlagen: 
Antrag vom 16.06.2009

Beratungsverlauf (1)

30.06.2010 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft
TOP 6.4 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: von der Tagesordnung abgesetzt

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Sprakeler Straße

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Details

Vorlagen-Nr.
V/0495/2010
Typ
Vorlagen
Datum
15.06.2010
Erstellt
06.10.2020 14:37