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2009/0019

Rückbau und Sanierung Knell-Gelände, 2. Bauabschnitt Hier: Mehrkosten nach Ziffer 5.2 i. V. m. 5.1 der Dienstanweisung für Vergaben

Magistratsvorlage 13.01.2009

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Umweltplanung Buliermann Schneble GmbH“

Havelstraße 7A

64295 Darmstadt

Telefon (06151) 9758-0
Telefax (06151) 9758-30
mall@umweltplanung-gmbh.de

Geschäftsführer

Eigenbetrieb Immobilienmanagement Darmstadt Obi:ine Mara Büllirnänn

Helen en a Dipl.-Ing. Helmut Schneble
Bankverbindungen
295 Darmstadt Darmstädter Volksbank
GER Dun Eigenbetrieb eigenes
Immobilienmanagement Konto 6544401

Hypo Vereinsbank Darmstadt
BLZ 500 201 60
Konto 2550240184

Amtsgericht Darmstadt
HRB 6207

24. November 2008 HL USt.-Nr. 0724701253
Rückbau und Sanierung Knell-Gelände Darmstadt, Bauabschnitt 2

Erläuterung zum 2. Nachtragsangebot der Firma Heilit Umwelttechnik, Mehrmengen und

Massenverschiebungen zu Aushub und Entsorgung belasteter Böden vom 30.09.2008

Sehr geehrte Damen,
sehr geehrte Herren,

der 0.g. Nachtrag erfolgt aufgrund von Mehraufwendungen, die aus zuvor nicht erkennbaren und
nicht dokumentierten Auffüllungsmassen und deren Bewertung gemäß des aktuellen Abfallrechtes
resultieren,

Neben der Sanierung der tiefgründigen Bodenverunreinigung im Bereich des ehemaligen Ölkellers
(B 004205-532) war im zweiten Bauabschnitt auf dem Knell-Gelände auch der Austausch von
sanierungsrelevanten Auffüllungen vorgesehen.

Diese Auffüllungen können im Hinblick auf den geplanten späteren Verkauf des Grundstückes und
der dafür erforderlichen Altlastenfreistellung durch die Genehmigungsbehörde (Regierungs-
präsidium Darmstadt) nicht auf dem Gelände verbleiben.

Die im Nachtragsangebot NA 2 angenommenen Mengen beruhen auf einer Schätzung mit Stand
vom 30.09.2008. Eine abschließende Kostenaufstellung kann erst nach Abschluss der Maßnahme
vorgelegt werden.

Eine längerfristige Unterbrechung der Sanierungsarbeiten nach der bereits erfolgten großflächigen
Oberflächenentsiegelung aufgrund potentieller Schadstoffauswaschungen durch Niederschlag
bzw. aufgrund von Schadstoffverwehungen und einer damit einhergehenden Gefährdung für das
Grundwasser bzw. die menschliche Gesundheit ohne einen immensen zusätzlichen Kostenaufwand
für Sicherungsmaßnahmen (z.B. Abplanen etc.) ist aus gutachtlicher Sicht nicht vertretbar.

Bei dem 1. Nachtragsangebot der Firma Heilit Umwelttechnik handelte es sich um ein Angebot für
Zusatzleistungen zur Flächenrodung, das jedoch nicht beauftragt wurde und somit bei der
Vergabe- und Beschaffungsstelle nicht bekannt ist.

oo

F-\06Projekte\AltS\0622607 Sanierung Knell Darmstadt\25V\Briefe\Nachträge\081124_Heilit-NA2-Erläut.doc 1

Untersuchungen durch das Büro IBL (2001)

Gemäß dem Bericht zur Detailerkundung (Standort Nr. 4205 Darmstadt, Detailuntersuchung,
Büro IBL vom 01.06.01) wurden auf dem nördlichen Geländeteil des ehemaligen Knell-Geländes
(aktuell Bauabschnitt 2 und Bauabschnitt 3) nahezu flächig anthropogene Auffüllungen
unterschiedlicher Belastungsgrade nachgewiesen.

Bei den Untersuchungen des Büros IBL im Jahre 2001 wurden zum Großteil nur die auffüllungs-
spezifischen Schadstoffparameter PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) und
Schwermetalle im Feststoff analysiert. Den Untersuchungsergebnissen zufolge entsprachen die auf
dem Gelände vorhandenen Auffüllungen zum Großteil der LAGA-Zuordnungsklassen Z 2 bzw. >Z
2 und waren nur zu einem geringen Teil als sanierungsrelevant zu bewerten.

Zusätzlich wurden insgesamt drei Mischproben aus der Auffüllung des nördlichen Geländeteils
(Bauabschnitt 2 und Bauabschnitt 3) erstellt und auf den Untersuchungsumfang gemäß LAGA-
Richtlinie 20 analysiert. Das beprobte Auffüllungsmaterial wurde ebenfalls in die LAGA-
Zuordnungsklassen Z 2 bzw. > Z 2 eingestuft.

Die vom Büro IBL durchgeführten Rammkernsondierungen (Durchmesser 50 mm) waren zur
Erkundung einer zum Großteil grobkörnigen Auffüllungsmatrix aufgrund des begrenzten
Sondendurchmessers nur bedingt geeignet, da eine repräsentative Probenahme nur schwer
möglich war.

Untersuchungen durch das Büro UBS (2007)

Zur Ergänzung der Erkenntnisse aus den Voruntersuchungen des Büros IBL und zur Mengen-
abschätzung für die Erstellung der Ausschreibungsunterlagen zum zweiten Bauabschnitt wurden
vom Büro UBS Baggerschürfe mit anschließenden organoleptischen bzw. chemisch-physikalischen
Untersuchungen durchgeführt.

Beim Begehen der Fläche des zweiten Bauabschnitts waren keine Anhaltspunkte für die Mächtig-
keit der Auffüllung bzw. deren Schadstoffbelastung zu erkennen. Die Ansatzpunkte für die
Baggerschürfe (S 1 bis S 10) mussten frei gewählt werden. Sie wurden gleichmäßig über die Fläche
des zweiten Bauabschnittes verteilt.

Da die Ergebnisse dieser Baggerschürfe nicht einer umfassenden Vorabdeklaration (abschließende
Festlegung des Entsorgungsweges) des gesamten Aushubmaterials dienen sollten, sondern zur
Abschätzung der Massen für die Ausschreibung, wurden auch unter Berücksichtigung der an-
fallenden Kosten 10 Baggerschürfe auf der Fläche des zweiten Bauabschnittes von über 23.000
Quadratmeter mit dem unten beschriebenen Untersuchungsumfang für ausreichend befunden.

Die Erstellung der Baggerschürfe inkl. der anschließenden chemisch-physikalischen Untersuchung-
en wurden im November 2007 unter gutachtlicher Begleitung des Büros UBS durchgeführt. Die
Feldarbeiten wurden ordnungsgemäß dokumentiert und können mit den Analysenberichten des
Labors Dr. Weßling bei Bedarf beim Büro UBS eingesehen werden.

Die anstehenden Auffüllungen wurden in den Baggerschürfen organoleptisch begutachtet, an-
schließend wurden die oberen potentiell schadstoffbelasteten Auffüllungsbereiche beprobt und auf
die auffüllungsspezifischen Schadstoffparameter PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasser-
stoffe) und Schwermetalle jeweils im Feststoff analysiert.

Den Untersuchungsergebnissen zufolge entsprachen die beprobten Auffüllungen zum Großteil der
LAGA-Zuordnungsklassen Z 2 bzw. > Z 2 und waren nur zu einem geringen Teil als sanierungs-
relevant zu bewerten. Die Schürfe mit den hohen Belastungen (LAGA-Zuordnungsklasse > Z 2)
konzentrierten sich auf den Nordteil des zweiten Bauabschnittes.

F:\06Projekte\Alt5\0622607 Sanierung Knell Darmstadt\2SV\Briefe\Nachträge\081124_Heilit-NA2-Erläut.doc 2

Aufgrund der dann vorliegenden punktuellen Untersuchungsergebnisse wurde eine sanierungs-
relevante Schadstoffbelastung der Auffüllungen nur für den nördlichen Geländeteil angenommen.
Hierfür wurden Auffüllungen der LAGA-Zuordnungsklassen Z 2 bis inkl. > Z 4 mit einem Massen-
schwerpunkt bei Z 3 angesetzt. Die im Süden liegenden Auffüllungen waren als gering belastet zu
bewerten. Hier war keine Sanierungsrelevanz nachzuweisen.

Die Untersuchungsergebnisse aus den Baggerschürfen des Büros UBS bestätigten somit die Ergeb-
nisse aus den Voruntersuchungen.

Erläuterung zu Mehrmengen

Im Zuge der Bauarbeiten zeigte sich jedoch, dass auf dem Gelände deutlich mehr sanierungs-
relevante Auffüllungen vorhanden waren. Entgegen der Annahme einer nahezu gleichmäßigen
Mächtigkeit (0,6-1,2 Meter) der hoch belasteten Auffüllungsschichten, war man während der Aus-
hubarbeiten auf viele Vertiefungen auf dem gesamten Gelände des zweiten Bauabschnittes
gestoßen.

Bei diesen Vertiefungen handelt es sich um bisher unbekannte verfüllte Krater/Trichter, Altgruben,
Leitungsgräben etc. Mit dem Vorhandensein dieser Vertiefungen konnte nicht gerechnet werden.
Auch aus den Voruntersuchungen waren keine Hinweise hierauf zu entnehmen und konnten somit
nicht in der ursprünglichen Massenschätzung berücksichtigt werden.

Auch im mittleren und südlichen Geländeteil wurden analog den Erfahrungen aus dem nördlichen
Abschnitt nach dem flachen Abziehen der obersten Bodenschicht diverse verfüllte Vertiefungen mit
hoch belasteten Auffüllungen (Bauschutt, Schlacken, Glasbruch, Kohlereste etc.) und Abfälle
(Altreifen, Gummiabfälle etc.) aufgefunden. Somit fielen auch im mittleren und südlichen Gelände-
teil größere Mengen an sanierungsrelevant belasteten Auffüllungen zur Entsorgung an.

Die flächig auf dem Gelände verteilten Baggerschürfe zeigten somit nach jetzigem Kenntnisstand
keinen repräsentativen Querschnitt der vorhandenen Auffüllungssituation. Die frei gewählten
Ansatzpunkte der Baggerschürfe befanden sich im mittleren bzw. im südlichen Geländeteil dem-
nach immer in kleinräumigen Bereichen mit organoleptisch unauffälligen und nicht sanierungs-
relevant belasteten Auffüllungsschichten. Die Bereiche mit den hoch belasteten und tief reichenden
Auffüllungen wurden hierbei zufälligerweise nicht aufgeschlossen und konnten somit nicht in die
Massenschätzung einfließen.

Dieser Umstand führte zwangsläufig zu der Fehleinschätzung der Aushubmengen im Zuge der
Ausführungsplanung und somit zu den von Heilit Umwelttechnik angemeldeten Mehrmengen.

Erläuterung zu Massenverschiebung

Neben diesen Mehrmengen ist zusätzlich eine Massenverschiebung von geringer belasteten zu
hoch belasteten Entsorgungschargen (LAGA-Zuordnungsklasse > Z 4) zu verzeichnen. Die Massen-
schätzung beruhte auf den Erkenntnissen der Voruntersuchungen vom Büro IBL bzw. den Erkennt-
nissen des Büros UBS aus den Untersuchungen anhand von Baggerschürfen. Da diese Untersuch-
ungen nicht für eine umfassenden Vorabdeklaration (abschließende Festlegung des Entsorgungs-
weges) des Aushubmaterials dienen sollten, sondern zur Abschätzung der Massen für die Aus-
schreibung, wurden aus Kostengründen nur bestimmte auffüllungsspezifische Schadstoffparameter
(PAK und Schwermetalle im Feststoff) untersucht.

Die eigentliche Deklaration der Aushubmassen hatte gemäß den Vorgaben im Sanierungsplan des
Büros UBS vom 25.03.2006 und dem daraufhin ergangenen Sanierungsbescheid des Regierungs-
präsidiums Darmstadt vom 17.10.2006 im Zuge der Sanierungsmaßnahme zu erfolgen.

F-\06Projekte\AltS\0622607 Sanierung Knell Darmstadt\2SV\Briefe\Nachträge\081124_Heilit-NA2-Erläut.doc 3

Zur Deklaration von Bodenaushub / Auffüllungen sind die zu entsorgenden Massen mindestens
alle 1.000 Tonnen gemäß dem Parameterumfang der LAGA Richtlinie 20 (Tabelle II. 1.2-2 und

11. 1.2-3) zu untersuchen. Grundsätzlich ist Bodenaushub ab der LAGA-Zuordnungsklasse > Z 2
deponietechnisch zu entsorgen.

Bei einer deponietechnischen Entsorgung von Bodenaushub bzw. Bauschuttabfällen sind grund-
sätzlich neben den Untersuchungsparametern der LAGA Richtlinie 20 (Tabelle II. 1.2-2 und Il. 1.2-
3) auch die Ergänzungsparameter gemäß der Parameterliste im Anhang 1 der Abfallablagerungs-
verordnung zu analysieren.

Bei diesen Ergänzungsparametern handelt es sich neben einigen Summenschadstoffparametern
auch um deponiebaugrundtechnische Parameter, die z.B. späteren Setzungen des Deponiekörpers
bzw. einer übermäßigen Gasentwicklung entgegenwirken sollen.

Diese deponiebautechnischen Parameter führen im Allgemeinen nur bei Auffüllungen mit einem
hohen Anteil an organischen Stoffen wie z.B. Holzresten etc. zu einer Einstufung in eine höhere
Entsorgungsklasse. Bei der organoleptischen Ansprache der in den Baggerschürfen angetroffenen
Auffüllungen waren solche Stoffe mit einem hohen organischen Anteil nicht feststellbar. Somit
wurde auf eine zusätzliche Untersuchung dieser deponiebaugrundtechnischen Ergänzungs-
parameter verzichtet.

Die auf dem Gelände ausgekofferte Auffüllung bestand aus Sand mit wechselnden Anteilen an
Bauschutt, Schotter, Schlacke, Glas, sonstigen Abfällen und Verbrennungsrückständen (Kohle-
stäube etc.). Diese bei der organoleptischen Begutachtung des Auffüllmaterials kaum erkennbaren
Kohlestäube führten zu einer deutlichen Erhöhung der deponiebaugrundtechnischen Ergänzungs-
parameter Glühverlust und TOC (total organic carbon, gesamter organischer Kohlenwasserstoff).

Diese hohen Werte bei den vorgenannten Parametern führten bei dem Hauptteil der zu entsorgen-
den Bodenmassen zu einer Einstufung in die LAGA-Zuordnungsklasse > Z 4.

Dies führte zu den im Nachtrag NA 2 von Heilit Umwelttechnik angemeldeten Massenverschieb-
ungen.

Wertung des Nachtragsangebotes

Die in diesem Nachtragsangebot NA 2 aufgeführten Einheitspreise entsprechen alle den mit der
Firma Heilit Umwelttechnik vertraglich vereinbarten Einheitspreise aus dem Hauptauftrag. Diese
Preise wurden ordnungsgemäß in einem öffentlichen Vergabeverfahren gemäß den Vorgaben der
VOB ermittelt. Eine Einsichtnahme in die Urkalkulation der Firma Heilit Umwelttechnik ist somit
nicht erforderlich.

Der für diesen Nachtrag relevante Einheitspreis für Transport und Entsorgung von Bodenaushub
der LAGA-Zuordnungsklasse > Z 4 (Position 4.5 aus Hauptauftrag) von 23,21 Euro (netto) ist um
9,79 Euro günstiger als der zweitgünstigste Bieter für diese Position war (siehe Prüfbericht vom
25.04.2008). Allein bei den im vorliegenden Nachtrag NA 2 angemeldeten Mehrmengen von
19.500 Tonnen ergibt sich somit ein Preisvorteil von 190.905,00 Euro (netto) der Firma Heilit
Umwelttechnik gegenüber dem zweitgünstigsten Bieter dieser Position.

Die Frage nach der Auskömmlichkeit dieses Angebotspreises ist zu bejahen, da die Firma Heilit
Umwelttechnik aktuell mit einer längerfristigen Maßnahme zur Endverfüllung der Deponie in
Mainz-Budenheim beauftragt ist. Nur durch die Nutzung der Synergien dieser beiden Aufträge ist
ein so günstiger Entsorgungspreis für diese Position möglich und auch auskömmlich. Eine ver-
gleichbare Konstellation ist den Unterzeichnern nach Prüfung der aktuellen Marktsituation nicht
bekannt.

F:\06Projekte\AltS\0622607 Sanierung Knell Darmstadt\2SV\Briefe\Nachträge\081124_Heilit-NA2-Erläut.doc 4

Umweltplanung Bullermann Schneble GmbH

Auch bei einer erneuten Ausschreibung dieser Entsorgungsleistungen bzw. einer Einholung von
Vergleichsangeboten wäre nach Meinung der Unterzeichner kein günstigerer Einheitspreis zu
erzielen.

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen

N

Dipl.-Ing. Martin Bullermann Dipl.-Ing. Heiko Luft

F\06Projekte\AltS\0622607 Sanierung Knell Darmstadt\2SV\Briefe\Nachträge\081124_Heilit-NA2-Erläut.doc =

2009/0019

3195 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
15.01.2009 
an den Magistrat 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung: 
Dezernat VI Dezernat III 
Dezernat IV an die Stadtverordnetenversammlung 
   OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss-        
fassung Fachausschuss 
 
Amt: Eigenbetrieb 
Immobilienmanagement 
Darmstadt  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung 
Ja 
 
Nein 
 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
Internetfähig     
Verteiler: 
 
 
Vorlage-Nr. 2009/0019 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
  
 
 
Betreff: Rückbau und Sa nierung Knell-Gelände, 2. Bauabschnitt 
Hier: Mehrkosten nach Ziffer 5.2 i. V. m. 5.1  der Dienstanweisung für Vergaben 
 
Vorlage vom: 13.01.2009 
 
Beschlussvorschlag: 
 
Der Magistrat stimmt den Mehrkosten nach Ziffer 5.2  i.V.m. 5.1.der Dienstanweisung für Vergaben dem 
2. Nachtragsangebot der Firma Heilit Umwelttechnik zu. 
 
Nach der Betriebssatzung für den Eigenbetrieb „Immobilienmanagement der Wissenschaftsstadt 
Darmstadt“ (IDA) wird die Genehmigung der Mehrkosten in Höhe von 458.526,52 Euro im Rahmen des 
Wirtschaftsplanes in einer separaten Vorlage eingeholt.  
 
Anlagen: Umweltplanung Bullermann Schneble GmbH vom 03.11.2008 
Umweltplanung Bullermann Schneble GmbH vom 24.11.2008 
 
Datenschutzrelevante Anlage:  
 
Beschluss des Magistrats vom

2 
... 
 
Begründungsseite der Magistratsvorlage vom 13.01.2009 
 
 
B e g r ü n d u n g: 
 
 
Der Hauptauftrag für den Rückbau und Sanierung Knell-Gelände, 2. Bauabschnitt wurde nach 
Submission am 24.04.2008 an den Mindestbietenden, Fa. Heilit Umwelttechnik GmbH aus Darmstadt 
vergeben. Die Auftragssumme beläuft sich auf insgesamt 699.346,51 € inkl. 2% Nachlass. 
 
Der vorliegende Nachtrag für die o.g. Arbeiten hat ein Volumen von 458.526,52 €. 
Diese Summe entspricht ca. 65 % des Hauptauftrages. 
 
Mit beigefügten Schreiben vom Ing.-Büro Umweltplanung Bullermann Schneble GmbH vom  
3. November 2008 und 24. November 2008 wird der Nachtrag aufgrund von Mehrmengen und 
Massenverschiebungen im Detail erläutert. 
 
Das Grünflächen- und Umweltamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt begleitet in Amtshilfe im 
Zuständigkeitsbereich der Bodenverunreinigungen die Sanierung am Knell-Gelände. 
 
Um den Nachtrag unter Einbeziehung der Vergabe- und Beschaffungsstelle an die Firma Heilit 
Umwelttechnik zu vergeben, müssen die Mehrkosten nach Ziffer 5.2  i.V.m. 5.1.der Dienstanweisung 
für Vergaben vom Magistrat zugestimmt werden. 
 
Nach der Betriebssatzung für den Eigenbetrieb „Immobilienmanagement der Wissenschaftsstadt 
Darmstadt“ (IDA) wird nach „§ 8 Aufgaben der Betriebskommission“ die Genehmigung der 
Mehrkosten in Höhe von 458.526,52 Euro im Rahmen des Wirtschafts-planes in einer separaten 
Vorlage eingeholt.  
  
Die erforderlichen Mittel stehen im Wirtschaftsplan des Eigenbetriebes Immobilienmanagement der 
Wissenschaftsstadt Darmstadt zur Verfügung. 
 
 
Der Dezernent III  Der Dezernent IV                   Der Dezernent VI 
 
 
 
Klaus Feuchtinger                  Dr. Dierk Molter     Dipl.-Ing. Dieter Wenzel 
Stadtrat   Stadtrat   Stadtrat

anlage 1

5154 Zeichen

Une

Havelstraße 7A

64295 Darmstadt

Telefon (06151) 9758-0
Telefax (06151) 9758-30
mail@umweltplanung-gmbh.de

Geschäftsführer

Eigenbetrieb Immobilienmanagement Darmstadt Dipl.-Ing. Martin Bullermann
Herr Rädge/Herr Weigelt Dipl.-Ing. Helmut Schneble
Bessunger Straße 125 Eigenbetrieb t Bankverbindungen

ilienmanagemen Darmstädter Volksbank
64295 Darmstadt Immob g enere

Konto 6544401

Hypo Vereinsbank Darmstadt
BLZ 500 201 60

Konto 2550240184

Nov. 2008
Summer vz}
ee tar

Amtsgericht Darmstadt

Fe ara HRB 6207

03. November 2008 HL USt.-Nr. 0724701253

Rückbau und Sanierung Knell-Gelände Darmstadt, Bauabschnitt 2
Erläuterung zum 2. Nachtragsangebot der Firma Heilit Umwelttechnik, Mehrmengen und
Massenverschiebungen zu Aushub und Entsorgung belasteter Böden vom 30.09.2008

Sehr geehrter Herr Rädge,
sehr geehrter Herr Weigelt,

wie bei unserem Erörterungstermin am 21.10.2008 in den Räumen des Grünflächen- und
Umweltamtes besprochen, erhalten Sie nachfolgend die Erläuterung zu den Mehrmengen und
Massenverschiebungen bei Aushub und Entsorgung von belasteten Böden im zweiten Bauabschnitt
im 0.g. Projekt in schriftlicher Form.

Neben der Sanierung der tiefgründigen Bodenverunreinigung im Bereich des ehemaligen Ölkellers
(B 004205-532) war im zweiten Bauabschnitt auf dem Knell-Gelände auch der Austausch von
sanierungsrelevanten Auffüllungen vorgesehen.

Im Zuge der Vorerkundungen wurden auf dem Gelände des zweiten Bauabschnittes nahezu flächig
anthropogene Auffüllungen unterschiedlicher Belastungsgrade nachgewiesen. Jedoch war nicht die
gesamte Auffüllung sanierungsrelevant mit Schadstoffen belastet.

Zur Mengenermittlung für die Erstellung der Ausschreibungsunterlagen wurden vom Büro UBS die
bereits vorhandenen Untersuchungsergebnisse aus den Voruntersuchungen durch insgesamt 10
Baggerschürfe mit anschließenden organoleptischen bzw. chemisch-physikalischen Untersuchung-
en ergänzt.

Aufgrund der nun vorliegenden Untersuchungsergebnisse wurde eine sanierungsrelevante
Schadstoffbelastung der Auffüllungen nur für den nördlichen Geländeteil angenommen. Hierfür
wurden Auffüllungen der LAGA-Zuordnungsklassen Z 2 bis inkl. Z 5 mit einem Massen-
schwerpunkt bei Z 3 angesetzt. Dies entsprach den organoleptischen und chemisch-physikalischen
Untersuchungsergebnissen. Die im Süden liegenden Auffüllungen wurden als gering belastet
bewertet. Hierfür wurde kein Aushub vorgesehen.

Im Zuge der Bauarbeiten zeigte sich jedoch, dass auf dem Gelände deutlich mehr sanierung-
relevante Auffüllungen vorhanden waren. Entgegen der Annahme einer nahezu gleichmäßigen
Mächtigkeit der hoch belasteten Auffüllungsschichten, war man während der Aushubarbeiten auf
unzählige Vertiefungen gestoßen. Bei diesen Vertiefungen handelt es sich um verfüllte Krater/
Trichter, Altgruben, Leitungsgräben etc. Ferner wurden auch im mittleren und südlichen
Geländeteil größere Mengen an sanierungsrelevant belasteten Auffüllungen angetroffen.

C:\Dokumente und Einstellungen\heiko,UBS01\Desktop\081103_Heilit-NA2-Erläuterung.doc 1

Umweltplauung Bullermantı Schneble Gmb

Die Baggerschürfe im mittleren und südlichen Geländeteil befanden sich demnach immer in
kleinräumigen Bereichen mit organoleptisch unauffälligen und nicht sanierungsrelevant belasteten
Auffüllungsschichten. Die Bereiche mit den hoch belasteten und tief reichenden Auffüllungen
wurden nicht aufgeschlossen. Dieser Umstand führte zu den nicht ausreichenden Aushubmengen
im Zuge der Ausführungsplanung und somit zu den im Nachtrag NA 2 von Heilit Umwelttechnik
angemeldeten Mehrmengen.

Neben diesen Mehrmengen war eine Massenverschiebung von geringer belasteten zu hoch
belasteten Entsorgungschargen zu verzeichnen. Grundsätzlich ist Bodenaushub ab der LAGA-Zu-
ordnungsklasse > Z 2 deponietechnisch zu entsorgen. Bei einer deponietechnischen Entsorgung
von Bodenaushub bzw. Bauschuttabfällen sind grundsätzlich neben den Untersuchungsparametern
der LAGA Richtlinie M 20 auch die Ergänzungsparameter gemäß der Abfallablagerungsverordnung
zu analysieren. Bei diesen Ergänzungsparametern handelt es sich neben einigen Summenschad-
stoffparametern auch um deponiebaugrundtechnische Parameter, die z.B. späteren Setzungen des
Deponiekörpers bzw. einer übermäßigen Gasentwicklung entgegenwirken sollen.

Die auf dem Gelände ausgekofferte Auffüllung bestand aus Sand mit Bauschuttresten, Schotter,
Schlacke, Glas, sonstigen Abfällen und Kohleresten (Kohlestäube). Diese organoleptisch kaum er-
kennbaren Kohlestäube führten zu einer deutlichen Erhöhung der deponiebaugrundtechnischen
Ergänzungsparameter Glühverlust und TOC (total organic carbon, gesamter organischer
Kohlenwasserstoff). Diese hohen Werte bei den vorgenannten Parametern führten bei dem Haupt-
teil der zu entsorgenden Bodenmassen zu einer Einstufung in die LAGA-Zuordnungsklasse Z 5
bzw. > Deponieklasse Il.

Dies führte zu den im Nachtrag NA 2 von Heilit Umwelttechnik angemeldeten Massenverschieb-
ungen. .

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Dipl.-Ing. Martin Bullermann Dipl.-Ing. Heiko Luft

C:\Dokumente und Einstellungen\heiko.UBS01\Desktop\081103_Heilit-NA2-Erläuterung.doc 2

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Details

Vorlagen-Nr.
2009/0019
Typ
Magistratsvorlage
Datum
13.01.2009
Erstellt
29.09.2026 00:00