0216/2020
Beantwortung der Anfreage der Fraktion Die Linke: "Können wir schon Olympia?"
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle IV/52/522 Vorlagen-Nummer 23.01.2020 0216/2020 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Sportausschuss 23.01.2020 Beantwortung der Anfrage der Fraktion Die Linke: "Können wir schon Olympia?" Die Fraktion DIE LINKE bittet mit Schreiben vom 16.01.2020 folgende Anfrage mit auf die Tagesord- nung der kommenden Sportausschusssitzung am 23.01.2020 zu nehmen. Die Verwaltung hat mit ihrer Vorlage DS 4480/2020 vom 09. Januar jetzt den Aufschlag für eine Ent- scheidung zur Unterstützung einer eventuell möglichen Bewerbung um die Austragung der XXXV. Olympischen Sommerspiele 2032 gemacht. Für gewöhnlich steht eine Entscheidung allerdings erst nach und nicht vor einem Aufklärungs-, Informations- und gesellschaftlichen Diskussionsprozess an. Bisherige und damit naturgemäß relativ einseitige Informationen, gab es lediglich durch die rein pri- vatwirtschaftliche Initiative „Rhein Ruhr City 2032“, die ja ursprünglich die Initiative „Rhein Ruhr City 2028“ war. Finanziert wird diese Initiative unter anderem von den rheinischen und westfälischen Sparkassen, den Stadtwerken Köln und der koelnmesse und damit indirekt bereits jetzt von den Men- schen hier. Diese Menschen aber, haben nicht zu Unrecht das Vertrauen in die großen Sportverbän- de und die Organisatoren von Großevents verloren. Entscheidend wird sein, mit größtmöglicher Transparenz, dieses Vertrauen zurück zu gewinnen. Daher bitten wir um Beantwortung der folgenden Fragen: Bevor die einzelnen Fragen möglichst detailliert beantwortet werden, wird zunächst nochmals auf die besondere Strahlkraft und Bedeutung Olympischer und Paralympischer Spiele eingegangen. Mit etwa 200 teilnehmenden Nationen und etwa 15.000 Sportlerinnen und Sportlern sind Olympische und Pa- ralympische Spiele die größte Sportveranstaltung der Welt und liefern einen wertvollen Beitrag zur Völkerverständigung. Auch in puncto Nachhaltigkeit und Kostenreduzierung sollen Olympische und Paralympische Spiele in Zukunft, dem Zeitgeist entsprechend, mit gutem Beispiel vorangehen. So ist auf Grundlage der Agen- da 2020 des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) erstmals eine Bewerbung einer Region möglich. Insbesondere in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit ergibt eine Bewerbung um die Aus- richtung Olympischer und Paralympischer Spiele für Köln Sinn, wenngleich detaillierte Aussagen, z.B. bezüglich möglicher Kosten, zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös getätigt werden können. Weiterhin gilt die Maßgabe der Oberbürgermeisterin, dass eine hohe, positive Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger die Voraussetzung für die Planungen ist. Frage 1.: Welche privaten und städtischen Sportstätten und für den Sport verwendbare Stätten (Messehallen, Lanxess Arena etc.) sind bereits olympiatauglich und welche nicht? Antwort: Vor dem Hintergrund, dass zum heutigen Stand der Planungen noch nicht abschließend beurteilt werden kann, in welchem Umfang die benannten Sportstätten benötigt werden und welche Erwartun- gen das IOC an eine olympische und paralympische Sportstätte im Jahr 2032 stellen wird, kann hier- zu aktuell keine konkrete Aussage getroffen werden. 2 Gez. Voigtsberger Sicherlich lässt sich aber festhalten, dass sowohl die LANXESS arena als auch das RheinEnergie- STADION derzeit national wie international höchsten sportlichen Ansprüchen genügen. Beleg dafür ist die Tatsache, dass in den kommenden Jahren zahlreiche internationale Sportveranstaltungen oberster Kategorie (z.B. Basketball EM 2021, Handball EM 2024, Fußball EM 2024, DFB-Pokalfinale der Frauen voraussichtlich bis 2024) in Köln stattfinden werden. Auch das Radstadion, das zudem NRW-Landeszentrum für Bahnradsport wird, dürfte im Zuge des Neubaus gemäß den Planungen höchsten sportlichen Ansprüchen genügen. Gleiches gilt für die Regattastrecke des Fühlinger Sees, wo in diesem Jahr unter anderem die Deutschen Meisterschaften im Kanu-Rennsport ausgetragen werden. Frage 2.: Wie hoch werden die voraussichtlichen Kosten sein, um die noch nicht olympiatauglichen Sportstät- ten olympiatauglich zu machen und wie werden diese gedeckt werden? Antwort: Wie zuvor bereits dargestellt, kann dies zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantwortet werden, da noch nicht alle Faktoren für eine verbindliche Kalkulation bzw. Planung bekannt sind. Für notwendige Ertüchtigungsmaßnahmen und Neubauten werden zusätzliche Mittel des IOC, des Bundes und des Landes herangezogen. Diese werden transparent und nachvollziehbar dargestellt und zwischen den Kostenträgern (IOC, Bund, Land, Kommune) aufgeschlüsselt. Darüber hinaus hat das IOC zugesagt, mit den Bewerberstädten in einem Dialogverfahren die Rah- menbedingungen zu verhandeln, auch mit dem Ziel die Bewerbungskosten zu minimieren. Frage 3.: Welche Konsequenzen für Erhaltung und Ausbau der Sportstätten, die nicht für olympische Spiele vorgesehen sind, wird es haben, wenn sich die Stadt auf das Großprojekt konzentriert? Antwort: Die Investitionen, die für die Ertüchtigung der benötigten Sportstätten erforderlich sein werden, wer- den sich auch positiv auf die Sportstätten auswirken, die im ersten Schritt nicht für die Spiele vorge- sehen sind. Da im Zuge der Olympischen und Paralympischen Spiele neben den Sportstätten für die Wettkämpfe natürlich auch Trainingsmöglichkeiten für die Athletinnen und Athleten zur Verfügung gestellt werden müssen, ist davon auszugehen, dass in die Erhaltung und den Ausbau zahlreicher weiterer Sportstätten im Stadtgebiet investiert werden wird. Zudem soll, wie bereits in der Vorlage für den Rat dargestellt, die Sportstätteninfrastruktur von der Bewerbung, nicht nur im Hochleistungssport, sondern auch im Behinderten- und Breitensportbereich profitieren. Es sind durch die Vorbereitungen für Olympischen und Paralympische Spiele Modernisie- rungen der vorhandenen Sportanlagen zu erwarten. Wie im Beschluss des Rates explizit dargestellt, sollen die Bürgerinnen und Bürger intensiv in den Bewerbungsprozess eingebunden werden. Dies bedeutet auch, dass bei Bürgerinnen und Bürgern mit Beginn des Prozesses eine hohe Akzeptanz für die Austragung Olympischer und Paralympischer Spiele erreicht werden muss. Diese Akzeptanz ist voraussichtlich nicht zu erzielen, wenn die Bürgerinnen und Bürger nicht auch persönlich profitieren, indem auch die von ihnen im Breitensport genutzten Sportstätten im Rahmen der Olympia- Bewerbung eine Aufwertung erfahren. Das gemeinschaftliche Projekt kann eine kraftvolle Beschleunigung von Investitionen jeglicher Art in essentielle Zukunftsaufgaben der Stadt in den Bereichen Infrastruktur, vernetzte Mobilität und Digita- lisierung ermöglichen. Neben einer Modernisierung der vorhandenen Sportanlagen sind zudem Inves- titionen in den Bereichen Mobilität und Wohnungsbau zu erwarten. Sie können viele Themen be- schleunigen und der Katalysator für Zukunftsentwicklungen sein. Beispielhaft für einen nachhaltig positiven Nutzen von im Rahmen einer Bewerbung für eine sportliche Großveranstaltung getätigten Maßnahmen, sei an dieser Stelle der Ausbau der S-Bahn-Haltestelle Weiden-West genannt, der im Zuge der Bewerbung um die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 realisiert werden konnte. Ein infra- strukturell nachhaltiges und sinnvolles Projekt konnte in diesem Fall im Zuge der Bewerbung best- möglich realisiert werden. Anlehnend an dieses Beispiel soll im Zuge einer Bewerbung um die Olym- pischen und Paralympischen Spiele 2032 sichergestellt werden, dass sich die Bewerbung nachhaltig positiv auf die Stadt Köln auswirken wird.
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- 0216/2020
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 23.01.2020
- Erstellt
- 21.01.2020 16:48