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4217/2021

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn

Mitteilung Ausschuss 29.12.2021

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Mitteilung Ausschuss

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Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region KölnBonn

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Mitteilung Ausschuss

1728 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
VIII/67 
 
Vorlagen-Nummer  29.12.2021 
 4217/2021 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 20.01.2022 
Unterausschuss Regionale Zusammenarbeit 20.01.2022 
 
Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn 
Der Zweckverband Naturpark Rheinland der Region Köln/Bonn e.V. und die REGIONALE 2025 Agen-
tur GmbH haben die Deutsche Sporthochschule Köln mit der Erstellung einer Studie „Naturbezogene 
Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn (insbesondere im Hinblick auf das durch 
die Corona-Pandemie ausgelöste veränderte Freizeitverhalten)“ beauftragt. 
 
Die mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie Anfang 2020 verbundenen Auswirkungen, wie Kontakt-
beschränkungen, Reiseregelungen und auch die Schließung von (nah-)touristischen Angeboten, ha-
ben auch Auswirkungen auf das Freizeitverhalten in der Region Köln/Bonn gezeigt. 
 
Da insbesondere die ferntouristischen Aktivitäten einen Einbruch erlebten, hat die nahe gelegene 
Umgebung für den Tourismus und die Naherholung an Bedeutung gewonnen. Natur und Landschaft 
bieten hierfür mannigfaltige Optionen. Auch in der Wachstumsregion Köln/Bonn existieren vielfältige 
Erholungs-Möglichkeiten: Wandern und Mountainbiken in den Waldgebieten oder Radtouren auf den 
Panorama-Wegen sowie saisonabhängig Wassersport, Baden oder Sonnen an den Seen und Tal-
sperren sowie auch Rodeln und weiterer Wintersport. 
 
Im Rahmen der Studie sollte daher primär untersucht werden, wie die Natur- und Landschaftsräume 
der Region Köln/Bonn diesen Nutzungsansprüchen in der Pandemie alltäglich gerecht wurden. 
 
Die Studie ist als Anlage beigefügt. 
 
Gez. i.V. Wolfgramm

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region KölnBonn

100874 Zeichen

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn  
(insbesondere im Hinblick auf das durch die Corona-Pandemie ausgelöste veränderte Freizeitverhalten) 
 –  
Interaktions- und Bewegungsmuster sowie daraus abgeleitete Befunde und  
Maßnahmen/Projektvorhaben für eine zukunftsfähige Besucherlenkung

Vorgelegt im September 2021 
 
Auftraggeber/Herausgeber 
Zweckverband Naturpark Rheinland  
im Namen der drei Naturparke der Region (Naturpark Rheinland, 
Naturpark Bergisches Land, Naturpark Siebengebirge),  
des Region Köln/Bonn e.V. und der REGIONALE 2025 Agentur GmbH 
 
    
  
 
 
Auftragnehmer/Fachliche Erarbeitung 
Dr. Stefan Türk und Richard Krull 
Institut für Outdoor Sport und Umweltforschung 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
_____________________________________________________________________________ 
Anmerkung: 
Aus Gründen des Leseflusses wird auf die gleichzeitige Nennung der männlichen, weiblichen und 
diversen Sprachform verzichtet. Selbstverständlich gelten sämtliche Personenbezeichnungen 
für alle Geschlechter.

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn    
 
Inhalt 
Einleitung ........................................................................................... 1 
Methodik ........................................................................................... 3 
Prozessablauf ..................................................................................... 5 
Ergebnisse der Expertengespräche ................................................... 6 
Corona ..................................................................................... 6 
Problem ................................................................................... 7 
Konflikte .................................................................................. 8 
Hotspot .................................................................................... 9 
Infrastruktur .......................................................................... 10 
Erholung ................................................................................ 11 
Naturschutz ........................................................................... 12 
Besucherlenkung ................................................................... 13 
Vertreter Tourismus .............................................................. 14 
Vertreter Naturschutz- und Forstbehörden .......................... 15 
Auf Basis der Expertenbefragung ausgewiesene 
Hotspotzonen ........................................................................ 16 
Orte für die Besucherbefragung  .......................................... 17 
Ergebnisse der Besucherbefragung ................................................. 18 
Motive der Naherholung ....................................................... 18 
Aufenthaltsdauer .................................................................. 19 
Aktivitäten ............................................................................. 20 
Aufenthaltshäufigkeit ............................................................ 21 
Bedeutung der Witterung ..................................................... 22 
Besuchsalternativen .............................................................. 23 
Nutzungshäufigkeit unter Corona ......................................... 24 
Besucheraufkommen ............................................................ 25 
Konflikte ................................................................................ 26 
Entwicklung des Besucheraufkommens ................................ 27 
Orientierung .......................................................................... 28 
Anreise ................................................................................... 29 
Diskussion........................................................................................ 34 
Fazit ................................................................................................. 45 
Literatur ........................................................................................... 47 
Anhang ............................................................................................ 51

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   1 
 
Einleitung 
 
„Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass 
man sie ignoriert.“  
 Aldous Huxley 
 
„Rhein-Erft – Seen überfüllt“ titelte der Lokalsender Radio Erft im 
ersten Corona -Sommer am 31.07.2020. „Tourismus bricht ein: 50 
Prozent weniger Gäste“ beklagte daneben das Lokalblatt Blickpunkt 
am Sonntag ein wenig später am 21.09.2020. Und auch im 
darauffolgenden Winter sorgten Meldungen wie „Tagestouristen im 
Bergischen Land: Polizei plant Sperrungen“ aus der WAZ am 
10.01.2021 für ein kurioses Bild der Situation der Naherholung und 
des Tourismus.  
So zeigen sich auch in der Region Köln/Bonn die mit dem Ausbruch 
der Corona -Pandemie Anfang 2020 verbundenen Auswirkungen, 
wie Kontaktbeschränkungen, Reiseregelungen und auch die 
Schließung von (nah -)touristischen Angeboten. So wie letztendlich 
überall in der Welt hat man mit solchen Regelungen und Eingriffen 
in die Persönlichkeitsrechte bis hin zum totalen Lockdown versucht, 
die globale Ausbreitung des Coronavirus, so gut es geht, 
einzudämmen (Gössling et al., 2020). Insbesondere die Betriebe, die 
in der Freizeit - und Erholungsbranche tätig sind, sind von diesen 
Maßnahmen hart getroffen worden (dwif 2021).  
Ereignisse, die das Reisen verkomplizieren, haben  einen 
signifikanten Einfluss auf die Tourismusaktivitäten (Yeh, 2020). 
Hierzu zählen Naturkatastrophen wie Tsunamis, Erdbeben oder 
extreme Klimaereignisse. Aber auch politische Risikolagen mit ihren 
Gesundheits- und Sicherheitsbedenken  beeinflussen 
Reiseentscheidungen und verdeutlichen letztendlich die Fragilität 
dieser Branche (ebd.).  
Doch der Einfluss der Corona -Pandemie erscheint mit seinem 
weltweiten Auftreten tatsächlich in dieser Form einzigartig. Typisch 
für Pandemien zeig t sich  zunächst ein wellenförmiger Verlauf. So 
wechseln sich Phasen, in denen sich mehr Menschen mit dem SARS-
Cov-2 Virus anstecken und die Fallzahlen steigen mit solchen ab, in 
denen die Fallzahlen aufgrund niedriger Ansteckungsquoten wieder 
stark absinken (Bundesregierung, 2021). Mittlerweile existieren 
zwar Impfstoffe, die insbesondere  vor schwerer Erkrankung 
schützen, dennoch wird man auch weiterhin zum Schutz vor einer 
Überlastung der Gesundheitssysteme die Infektionszahlen 
möglichst niedrig halten müssen (ECDC, 2020; Pozo -Martin et al. , 
2020; Robert Koch Institut, 2021).  
Weil insbesondere die ferntouristischen Aktivitäten einen Einbruch 
erlebt haben, liegt es nahe , dass die nahe gelegene Umgebung für 
den Tourismus und die Naherholung an Bedeutung gewonnen hat. 
Natur und Landschaft bieten hierfür mannigfaltige Optionen. Auch 
in der Wachstumsregion Köln/Bonn existieren vielfältige Erholungs-
Möglichkeiten: Wandern und Mountainbiken i n den Waldgebieten 
oder Radtouren auf den Panorama -Wegen sowie saisonabhängig 
Wassersport, Baden oder Sonnen an den Seen und Talsperren sowie 
auch Rodeln und weiterer Wintersport.

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   2 
 
Im Rahmen der Studie sollte daher primär untersucht werden, wie 
die Natur - und Landschaftsräume der Region Köln/Bonn diesen 
Nutzungsansprüchen in der Pandemie alltäglich gerecht werden.  
• Welche Beobachtungen werden hinsichtlich der Nutzung 
und des Besucheraufkommens gemacht?  
• Wie sind diese zu beurteilen?  
• Welche Räume werden dabei wie und wie lange genutzt?  
• Gibt es vielleicht alternativlose Präferenzräume für 
bestimmte (Sport)‐Aktivitäten bzw. Naherholung?  
• Wie gelangen die Menschen in diese Räume? 
• Sind spezielle Besuchssituationen feststellbar?  
• Welche Ursachen lassen sich dafür ableiten?  
 
Die Ergebnisse sollen eine erste Grundlage liefern, um adäquate 
Lenkungskonzepte für ein zukunftsfähiges Besuchermanagement in 
der Region Köln/Bonn etablieren zu können. Eine so bedeutsame 
Region der Naherholung braucht Antworten und Konzepte, um die 
Region als Destination für die sie aufsuchenden Gäste weiter zu 
entwickeln und voranzubringen. Und auch nach der Pandemie wird 
die Naherholung in der Region vor wichtigen Herausforderungen 
stehen. Einflüsse durch den Klimawandel sowie veränderte Konsum- 
und Freizeitbedürfnisse werden das Besuchermanagement vor 
bekannte, aber möglicherweise auch vor noch bevorstehende 
Herausforderungen stellen.

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   3 
 
Methodik 
Als methodischer Ansatz wurden zunächst Expertengespräche nach 
Meuser & Nagel (1991) als qualitative Untersuchungsmethode 
gewählt, um „an Insider Erfahrungen spezifischer Statusgruppen“ zu 
gelangen (ebd. ). Durch diese sollte also eine Verstärkung des 
Verständnisses über de n Forschungsgegenstand erfolgen. Ziel der  
Expertengespräche war die Identifikation touristischer Hotspots in 
dem Untersuchungsgebiet. Es g alt die verschiedenen 
Nutzungskonflikte, die mit einem hohen Besucheraufkommen 
einhergehen, herauszukristallisieren un d eventuell weitere 
Probleme aufzuzeigen. Dafür w urden in den Interviews folgende 
Schwerpunkte gesetzt:  
• Tatsächliche Nutzung der touristischen Infrastruktur 
[Schwerpunkte: vorhandenes Wegenetz (Spazieren, 
Wandern, Radfahren, Mountainbiken), Schnee - und 
Wassersportinfrastruktur, Bademöglichkeiten]  
• Bedürfnisse der BesucherInnen hinsichtlich der 
Erholungsangebote und ihrer Qualität/Quantität  
• bisherige Nutzungskonflikte sowie Corona-bedingte neue 
Nutzungskonflikte  
• bisherige / geplante Maßnahmen zur Besucherlenkung  
• weitere Auswirkungen der COVID 19-Pandemie  
Die Durchführung der Gespräche wurde den aktuellen Corona-
Schutzverordnungen angepasst. Als Experten wurden Vertreter aus 
Tourismus, Politik, Landschafts - und Naturschutz sowie 
Forstverwaltung der Region  Köln/Bonn gewonnen. Somit konnten  
siebzehn Expertengespräche mit Vertretern folgender Institutionen 
in dem Zeitraum April bis Mai 2021 durchgeführt werden:   
• Bergisches Land Tourismus 
Marketing e.V. 
• Biologische Station im 
Rhein-Sieg-Kreis e.V. 
• Bonn Information • KölnTourismus GmbH  
• Naturarena Bergisches 
Land GmbH 
• Radregion Rheinland e.V. 
 
• Region Köln/Bonn e.V.  • Regionalforstamt Rhein-
Sieg-Erft 
• Rhein-Erft-Kreis • Rhein-Erft-Tourismus e.V 
• Rhein-Kreis Neuss • Rhein-Sieg-Kreis 
• Schloss-Stadt Hückeswagen • Stadtmarketing Leverkusen 
• Tourismus & Congress 
GmbH Region Bonn / 
Rhein-Sieg / Ahrweiler 
• Tourismus Siebengebirge 
GmbH 
• Untere Landschaftsbehörde 
Bonn  
• Wahnbachtalsperren-
verband 
• Untere 
Landschaftsbehörde Köln 
 
• Zweckverband Naturpark 
Rheinland 
• Zweckverband Naturpark 
Bergisches Land

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   4 
 
Je nach Zusammengehörigkeit und Verantwortungsbereich wurden 
dabei auch teilweise Gruppeninterviews mit mehreren Vertretern 
aus verschiedenen Institutionen durchgeführt. Die Dauer der 
jeweiligen Interviews betrug je nach Teilnehmerzahl zwischen 
mindestens einer bis maximal zwei Stunden. 
Für die anschließende Auswertung w urden die Expertengespräche 
transkribiert und mit einer Verschlagwortung auf unterschiedliche 
Begriffe hin untersucht. Diese Begriffe w urden in mehrere Cluster 
unterteilt und quantitativ ausgewertet. Daraus ergaben sich in einer 
ersten Analyse zum einen  Muster für positive sowie negative 
Umstände und zum anderen sind in einer gesonderten Analyse 
Themenschwerpunkte verschiedener Expertengruppen 
herausgearbeitet worden, die in Form von Wortwolk en dargestellt 
werden und aus denen sich verschiedene Handlungsoptionen 
ableiten lassen können. Diese Handlungsoptionen wurden 
konzeptionell an den Problematiken ausgerichtet, sodass sich am 
Ende Empfehlungen ergeben werden, an denen sich alle beteiligten 
Akteure orientieren können.  
Als weitere Erhebungsmethode wurden im Anschluss an die 
Expertengespräche Feldbefragungen an den ausgewiesenen 
Hotspots durchgeführt . Der dafür entwickelte zweiseitige 
Fragebogen (siehe Anhang) sollte neben persönlichen Angaben (wie 
Alter, Geschlecht, Postleitzahl und Begleitung) insbesondere 
Antworten zu den Besuchsmotiven, der tatsächlichen 
Frequentierung und Nutzung sowie der Aufenthaltsdauer , den 
weiteren Verhaltensweisen und der Anreise in die aufgesuchten 
Erholungsräume li efern. Die geschlossenen Fragen wurden durch 
das Ankreuzen von Antwortvorgaben beantwortet. Ein Ausfüllen 
des Frage -/Antwortbogens war in max. 5 min möglich. Die 
Befragungen wurden an 35 Standorten in der zu untersuchenden 
Region Köln/Bonn durchgeführt. Dafür wurden von den 
Interviewern vor Ort Anwesende zufällig ausgewählt und be fragt. 
Die Antwort bögen wurden summarisch, aber immer auch 
standortsspezifisch ausgewertet, um g egebenenfalls vorhandene  
Unterschiede erkennen zu können . Als Befragungszeiträume 
wurden die beiden letzten Wochenenden der Pfingstwoche im Mai 
2020 festgelegt, da d as Pfingstwochenende in der Region 
erfahrungsgemäß zu den besucherstarken Tagen der Naherholung 
zählt.  
An der Befragung beteiligten sich insgesamt 1113 Personen. Mit 
Ausnahme der Gruppe der unter 20jährigen (34 TN) beteiligten sich 
jeweils um 200 Teilnehmer der in 10 Jahres-Schritten eingeteilten 
Altersklassen. Und b ei den über 70jährigen nahmen noch 103 
Teilnehmer an der Umfrage teil. 46% der Befragten waren männlich, 
54% weiblich und 1 Person gab als Geschlecht divers an. Neben 
dieser Klassifizierung der Erholungssuchenden wurden deren 
Bedürfnisse bzw. ihre Bedürfnisänderungen in Zeiten von Corona  
ermittelt. Die daraus zu ziehenden Schlüsse w erden den 
Einschätzungen der Experten gegenübergestellt, sodass 
Unterschiede und Korrelationen in der Diskussion sichtbar gemacht 
werden können.

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   5 
 
Prozessablauf 
 
Monat 03 04 05 06 07 08 09 
 
Arbeitsschritte:        
Vorbereitung der Studie 
Konzeption und Abstimmung mit Auftraggeber 
       
Abstimmung des Leitfadens für die 
Expertengespräche mit der Projektleitung 
       
Expertengespräche zur naturbezogenen 
Naherholung (17 Gespräche) 
       
Abstimmung des Leitfadens für die 
Besucherbefragung mit der Projektleitung 
       
Erhebung von Besucherzufriedenheit und 
Erholungsqualitäten (1113 Befragungen) 
       
Auswertung der erhobenen Datensätze        
Rückkopplung der Ergebnisse  
mit den Fachgruppen Tourismus und Naturschutz 
im Köln/Bonn e.V. 
       
Raumbezogene Darstellung        
Berichtsentwurf        
Rückkopplung des Berichtsentwurfes durch 
Auftraggeber und beteiligte Fachgruppen 
       
Berichtslegung  
(Umfang ca. 40 Seiten)

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   6 
 
Ergebnisse der Expertengespräche Corona 
Die Analyse nach dem Begriff Corona (inklusive der Begriffe 
Pandemie oder COVID-19) e rgibt 130 Treffer. Die Schlagwörter 
„Anstieg“ (13 Nennungen) und „Veränderung“ (12) in Kombination 
mit „Verstärkt“ (10) und „Übernutzung“ (6) verdeutlichen das Bild, 
dass der Einfluss der Corona Pande mie auf die Naherholung nach 
Ansicht der Experten besonders stark gewesen sein muss. Der Druck 
(4) auf die entsprechenden Gebiete und die Nutzungsintensität 
bringt diese zeitweise an ihre Belastungsgrenze (2). Die Erholung 
verlagert sich gerade im Sommer z unehmend nach Draußen (6), 
wodurch die Frage nach den entsprechenden Maßnahmen z.B. in 
der Besucherlenkung (2) immer wichtiger wird. Auch über 
Alternativen (6) der vorhandenen Angebote (4) wird sehr oft 
nachgedacht, um die Bildung von Besucher -Hotspots (5)  zu 
vermeiden. Hier die richtigen Konzepte (3) zu entwickeln, auch in 
Bezug auf Hygiene (1), darin sehen die Experten ihre Aufgabe. Den 
Besuchern wollen sie trotz aller Umstände eine gewisse Sicherheit 
(2), z.B. in Form von einfachen Stornobedingungen (1), bieten, um 
weiter als Destination attraktiv zu bleiben. Vereinzelt wird 
diesbezüglich von einer Akzeptanzsteigerung ihrer Arbeit berichtet. 
Überdies ist die Wahrnehmung junger Leute (3) als neue Zielgruppe 
eine verbreitete Beobachtung der Experten. Demnac h wird im 
Rahmen der digitalen Möglichkeiten, u.a. in Gestalt sozialer Medien 
(2), deren Interesse besonders geweckt, sich mit ihrer unmittelbaren 
Umgebung auseinanderzusetzen.

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   7 
 
Problem 
Der Begriff Problem fällt in den Interviews 66 mal. Offenkundig sind 
für viele Experten die Mountainbiker (8) eine große Problemgruppe. 
Deren Anlage und Nutzung illegaler Wege (5) in den  Wäldern 
verärgert insbesondere die Naturschützer, die Tiere und andere 
Lebewesen in ihrer natürlichen Lebensweise massi v gestört sehen. 
Der Besucherandrang (6) während der Pandemie wird in diesem Fall 
mehrfach als Problem beschrieben, auf das die Verantwortlichen 
nicht vorbereitet waren und deshalb an vielen Stellen keine 
rechtzeitigen Maßnahmen einleiten konnten. Oft wird  von einem 
Vollzugsdefizit (5) aufgrund mangelnder personeller und finanzieller 
Ressourcen berichtet, durch das die Übernutzung (4) der Landschaft 
nicht kontrolliert (4) werden kann. Die damit verbundenen Schäden 
für den Naturschutz (6) werden ebenfalls wi ederholt als Problem 
dargestellt, genauso wie der Müll (3), der mit den vielen Besuchern 
anfällt. Drei Experten schätzen ein, dass diese ganzen Probleme sich 
noch zusätzlich durch die Sozialen Medien verschärfen. Auf der 
Infrastruktur (2) lastet ein ungeheurer Druck: einerseits durch den 
mit Automassen überfüllten Individualverkehr, für den z.B. die 
vorhandenen Parkmöglichkeiten nicht ausreichen; andererseits, 
weil an manchen Stellen Besucherlenkungskonzepte noch nicht so 
ausgereift sind, dass die Besuchers tröme effektiv verteilt werden 
können. Mancherorts beklagen sich die Experten auch über die 
vorhandenen Organisationsstrukturen und sonstigen 
Konstellationen (2).

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   8 
 
Konflikte 
Das Thema wird insgesamt 33 mal angesprochen und diskutiert. Es 
geht hier vorde rgründig um die verschiedenen Besuchergruppen 
und die Konflikte untereinander. Die Gruppe, die dabei am 
häufigsten genannt wird, ist die der Mountainbiker (6). Knapp 
dahinter platzieren sich die Spaziergänger und Radfahrer (je 5) . 
Wanderer (3) werden als i nvolvierte Gruppe ebenso genannt wie 
Familien, Rennradfahrer und Hundeführer (je 2). Die Reiter (3) 
haben zwar oftmals  ihre eigenen Wege, auf die sich bisweilen 
andere Besucher verirren, weshalb auch hier ein Konfliktpotenzial 
besteht. Richtet man den Blic k weg von den Besuchergruppen, hin 
zu anderen Akteuren, dann werden in diesem Kontext die 
Interessensgruppen um den Naturschutz (4) und der Anwohner (2) 
erwähnt. Als Hotspot konfliktreicher Begegnungen werden dabei oft 
die Parkplätze (4) und besonders enge  Stellen (2) gekennzeichnet. 
Ein wiederholt als konfliktbehaftet betitelter Umstand ist zudem der 
mit den Menschenmengen anfallende Müll (2). Außerdem wird in 
diesem Kontext die mangelnde Kenntnis  (1) bezüglich des 
Verhaltens in der Natur seitens der Besucher beklagt.

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   9 
 
Hotspot 
Begriffe zum Thema Hotspot werden 62 mal genannt. Dabei wird der 
Einfluss der Sozialen Medien (8) betont, durch die es leichter denn 
je zur einer Hotspotbildung kommen kann, weil sich Personen auch 
mithilfe diverser Online Communities und Apps (4) viel schneller 
vernetzen und Informationen weitergeben können. Der dadurch 
entstehende Besucherandrang (5)  übt gerade in Pandemiezeiten 
einen enormen Druck (4) auf die vorhandene Infrastruktur (2) und 
die Naturschutzgebiete (3) aus . Mit diesem Druck sind  die 
Verantwortlichen nach eigenen Angaben überfordert , da er 
teilweise von einer unkontrollierbaren Eigendynamik (1) geprägt ist. 
Umso wichtiger erscheint ihnen die richtigen Maßnahmen in der 
Besucherlenkung einzuleiten (4). Des Weiteren wird diskutiert, ob 
solche Gebiete mit Hotspots überhaupt noch beworben (4) werden 
sollen und wie die richtigen Informationen  (3) an die Besucher 
gelangen. Denn gerade an derartigen Stellen mit guter 
Erreichbarkeit (3) sind Konflikte (2) wahrscheinlich. Vor allem im 
Sommer (2), bei schönen Wetterperioden (3) und am Wochenende 
(2) suchen viele Menschen die Naherholungsgebiete auf, strömen zu 
den Sehenswürdigkeiten (2) und verschmutzen (1) schlimmstenfalls 
noch die Landschaft. Ergänzend wird vereinzelt beobachtet, dass 
sich die Besuchsspannen extrem gedehnt haben. Zum Teil halten 
sich Besucher zu jeder Tages - und Nachtzeit in den 
Naherholungsgebieten auf, sodass regelrecht von einem 24 -
Stunden-Betrieb (1) die Rede sein kann. Dies zieht nicht zu 
kalkulierende Folgen für die örtliche Fauna mit sich.

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   10 
 
 Infrastruktur 
Die Thematik der  Infrastruktur wird 39 mal aufgegriffen. Es ist 
deutlich erkennbar, dass es in der Region noch Defizite in der 
Infrastruktur gibt, um den Besuchermassen gerecht zu werden. Sie 
ist oftmals n icht ausgeprägt (7) oder muss ausgebaut (4), erneuert 
(2) bzw. größer werden  (1). Laut de r Meinung der Experten spielt 
außerdem die Beschilderung (4) und die Qualität (3) der 
Infrastruktur eine enorm wichtige Rolle. Über die könne neben der 
Lenkung auch die Zufriedenheit der Besucher erreicht werden. 
Dabei beziehen sie sich gleichermaßen auf das vorhandene und das 
benötigte Netz der Rad- und Wanderwege (je 3). Als gutes Beispiel 
dient hier das teils in der Region schon vorhandene 
Radknotenpunktnetz (1) samt Verbindungswegen (1) für 
dazugehörende Besuchergruppen. Eine große Problematik sind 
weiterhin die Parkplätze. Oft sind  sie gerade an den Ein - und 
Ausstiegsstellen (1) für die Besucherfrequenz nicht ausreichend. Um 
das sogar in der Presse dargestellte Problem der wild parkenden 
Autos und wütenden Anwohnern in den Griff zu bekommen, wurden 
an den hochfrequentierten Orten st ellenweise Felder und Wiesen 
von Landwirten als Parkraum für die anrollenden Automassen 
angemietet. Nicht nur in diesem Zusammenhang wird über die 
Finanzierung diskutiert, die oftmals eine Herausforderung darstellt. 
Genauso ist wie die Pflege und Instandha ltung (1) der Infrastruktur 
zu beachten, auch um Schäden durch Vandalismus zu beseitigen.

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   11 
 
 Erholung 
Das Thema Erholung wird 78 mal aufgeführt. Das Bedürfnis (3) der 
Menschen nach Erholung ist groß. Gerade die „Corona“ (4) 
Pandemie stellt besondere Anforderungen an Erholung und 
Erholungsmöglichkeiten. Die Experten stellen einen hohen 
Nutzungsdruck (2) durch die Naherholungssuchenden ( 6) oder 
Touristen (2) fest. So entstehen überall in der Region Hotspots (7), 
die die Nutzung (6) ebenso widerspiegeln wie den daraus 
abzuleitenden Anspruch (1) auf Erholungsgebiete (6) in Natur und 
Landschaft. Als dafür dienlich wurden klar die Naturparke (2) 
ausgewiesen. Die Eignung (2) weiterer Gebiete wird diskutiert und 
es stellt sich die Frage, in welchem Maße solche Räume die 
Erholungsfunktion (2) erfüllen können. Wichtige Überlegungen sind 
hier zum Beispiel, inwiefern die vorhandene Infrastruktur (1) und die 
Naherholungsangebote (6) ausreichen oder ob sie noch weiter 
ausgebaut werden müssen. Allerdings muss die anfallende 
Übernutzung besonders im Hinblick auf den Naturschutz (2) 
beachtet werden. Der immer öfter liegen gelassene Müll (1) 
reduziert den bedeutsamen Erholungsfaktor (1). Grundsätzlich muss 
sich die Region auch weiterhin anstrengen, um angemessen auf die 
Veränderung (2) des Freizeitverhalten reagieren zu können.

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   12 
 
 Naturschutz 
Auf das Thema Naturschutz wird in den Interviews 69 mal Bezug 
genommen. Am häufigsten richtet sich dabei der Fokus auf die 
vorhandenen Naturschutzgebiete (12) und den Druck (6), dem sie 
ausgesetzt sind. Dabei kommt den Naturschutzbehörden (8) eine 
besondere Bedeutung zuteil. Die gesteigerte Nutzung (3) und die 
damit verbundenen Konflikte (6) und Probleme (4) sind immer 
wieder Thema in den Diskussionen mit den Experten. Dabei werden 
die Naturschutzverordnung (3) und die naturschutzrechtlichen 
Beweggründe (4), die ja auch in einem eigenen Gesetz (2) verankert 
sind, als wesentliche Punkte genannt. Es wird insbesondere beklagt, 
dass diese von den Erholungssuchenden immer noch oft ignoriert 
werden. So sind Fehlnutzungen (1) und Beeinträchtigungen (1), 
beispielsweise durch illegale Pfade, an der Tagesordnung. Die 
Verantwortlichen schalten aufgrund von eigenen Kontroll - und 
Vollzugsdefiziten (1) nicht selten das Ordnungsamt ein (2). 
Gleichzeitig betonen sie aber auch, dass die Natur den Menschen 
weiterhin zur Verfügung stehen muss (3). Durch eine selektive 
Öffnung (2) gerade i n den städtischen Flächen versuchen sich die 
Naturschutzvertreter so weiterhin kompromissbereit (1) zu zeigen. 
Aber auch dann bleiben besucherlenkende Maßnahmen, wie 
zusätzliche Beschilderungen (2) oder Zonierungen (räumliche 
Funktionstrennung von Bereichen, 3) z.B. rund um Naturschutzseen 
(2), dringend notwendig.

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   13 
 
 Besucherlenkung 
Insgesamt fällt der Begriff Besucherlenkung 49 mal. Das dringlichste 
Thema ist hier die Digitalisierung (6). Die Experten haben erkannt, 
dass eine digitale (Vorab -) Lenkung in der Zukunft eine enorme 
Bedeutung haben wird. Hier werden die sozialen Medien (4) wichtig 
sein. Mithilfe von Datentrackern kann über einen Open -Data-Pool 
(2) ein Ausflugsticker (2) eingerichtet werden, der dem Kunden in 
Echtzeit anzeigt, welcher Ort gerade überlaufen ist. Inwieweit solche 
zukunftsweisenden Ideen mit den aktuellen Ansätzen im deutschen 
Datenschutz (2) konformgehen, wird in Zukunft  genauso zu prüfen 
sein, wie Fragen zur dauerhaft anfallenden Finanzierung. Durch eine 
verstärkte digitale Präsenz kann in jedem Fall die Reichweite erhöht 
werden, und sie ermöglicht einen intensiveren Dialog mit den 
Besuchern. Bezogen auf die analoge Welt sind bei dieser Thematik 
wiederholt attraktive Angebote (4) genannt worden, die als 
Anziehungspunkte fungieren können. Mit einem guten Konzept (3) 
sollte nach Expertenmeinung der Besucherandrang (3) bewältigt 
und die Hotspotbildung (3) vermieden werden. Auch zum Schutz der 
Natur (2) sind alternative legale Angebote wichtig, um die Menschen 
von den illegalen Trails und Trampelpfaden zu bekommen. Darüber 
hinaus wird die Wichtigkeit einer angemessenen Beschilderung (2) 
und von ausreichenden Parkplätzen (2) für die Region thematisiert. 
Eine etwas untergeordnete Rolle spielt in den Expertengesprächen 
der Umstand, dass künftig der Individualverkehr (1) noch mehr 
zurückgedrängt werden und das Angebot des ÖPNV (1) attraktiviert 
werden muss.

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   14 
 
 
 
Vertreter Tourismus 
Die in der Methodik beschriebene gesonderte Analyse  zur 
Schwerpunktsetzung verschiedener Expertengruppen wird anhand 
der beiden folgenden Wortwolken dargestellt. Der Fokus der 
Touristiker bezieht sich stark auf die Unterteilung der vielen 
Besucher, was durch den Begriff Zielgruppe (8) deutlich wird. Eine 
Bewerbung sollte speziell auf die Zielgruppen zugeschnitten 
werden, da jeweils spezielle Motive und Vorlieben existieren. Die 
hierfür vorhandenen Möglichkeiten, gerade in Anbetracht der 
Digitalisierung (6), sind Kern weiterer Diskussionen. Dabei erscheint 
die Rolle der sozialen Medien (6) als sehr wichtig, nicht nur für die 
Präsentation nach außen, sondern auch für die Kommunikation mit 
den Besuchern. Auf den unterschiedlichen digitalen Kanälen kann 
sehr gut auf das Besucherfeedback eingegangen werden. Darau s 
können leicht Bedürfnisse (3) ermittelt werden, auf die schnelle 
Reaktionen möglich sind. Die entsprechende Angebotslage (5) und 
die ständige Weiterentwicklung (3) bestehender Konzepte mit 
dahingehender Infrastruktur sind zusätzliche Interviewinhalte. Ei n 
weiterer Aspekt sind die Themen Mobilität (3) und Kooperation (4). 
Ersteres wurde oft im Rahmen der Besucherlenkung (3) 
angesprochen, da sich durch zukunftsweisende Mobilitätskonzepte 
in Verbindung mit der entsprechenden Infrastruktur (5) und mithilfe 
des ÖPNV neue Perspektiven in der Besucherlenkung ergeben. 
Zweites geht eher in die Richtung einer übergreifenden 
Zusammenarbeit mit anderen Akteuren, da sich doch einige 
Experten durch den entstandenen Druck (2) überfordert fühlen.

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   15 
 
 
 
Vertreter Naturschutz- und Forstbehörden 
In den Gesprächen mit den entsprechenden Vertretern wird in der 
Region der Fokus auf den Besucherandrang (6) gelegt, eine r 
Problematik, die durch die Corona -Pandemie stark an Bedeutung 
gewonnen hat. Nach Ansicht der Fachvertreter kommt es mit den 
Massen, die in die Natur strömen, vermehrt zu Fehlverhalten (4), 
worunter Beeinträchtigungen (2), wie b spw. die zunehmende 
Vermüllung (4), zählen. Solche immer öfter vorkommenden 
Konflikte (4) stellen die zuständigen Institutionen vor ungeheur e 
Herausforderungen. Sie sehen aufgrund von fehlenden personellen 
und finanziellen Ressourcen ein Vollzugsdefizit (4), welches eine 
angemessene Kontrolle unmöglich macht. Teilweise wird sogar von 
einem verstärkten Aggressionspotenzial seitens der Besucher (2) 
berichtet. Zudem basiert die illegale Nutzung (3) bestimmter Areale 
auf einer offensichtlichen Flut von Fehlinformationen (4), die bei 
den Besuchern auf unterschiedlichen Wegen ankommen. Hier ist 
laut den Experten eine noch intensivere Öffentlichkeitsa rbeit (2)  
nötig, um die richtigen Informationen zu verbreiten. Obendrein 
bedarf es einer geeigneten Besucherlenkung sowie attraktiver 
Alternativangebote (3), um Besucher noch effektiver von 
schützenswerten Gebieten wegzulocken. Deren Belastungsgrenze 
(2) ist bereits heute erreicht. Die Experten sind sich dennoch sicher, 
dass Natur und Landschaft den Besuchern zur Verfügung stehen (2) 
müssen, wenngleich sich in den Gesprächen wiederholt die Frage 
nach passender Zonierung (2) rund um solche Flächen stellt.

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   16 
 
Auf Basis der Expertenbefragung ausgewiesene Hotspotzonen 
2 
1 
30 
3 
 
4 
5 
29 
16 
15 
14 
13 
12 
11 
10 
9 
8 
7 
6 
22 
21 
20 
19 
18 
17 
28 
27 
26 
 25 
24 
23 
31

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   17 
 
Orte für die Besucherbefragung

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   18 
 
Ergebnisse der Besucherbefragung 
 
Motive der Naherholung 
Nach der Arbeit oder am Wochenende ist der Wunsch zum Ausgleich 
zur Arbeit groß. Man möchte „aktiv und in Bewegung sein“ bzw. „die 
Natur und Landschaft genießen“. Diese beiden Argumente werden 
mit deutlichem Abstand als die beiden Hauptmotive von den 
Besuchern der Naherholungsgebiete genannt. Oft erholt man sich 
gemeinsam mit Freunden oder man sucht beim Aufenthalt in Natur 
und Landschaft auch einfach nur den Abstand zum Alltag. Dabei 
stellen Naherholungsgebiete natürlich die Räume dar, in denen man 
die zur Erholung wichtige Ruhe finden kann. Und dass dies wichtige 
Räume sind, um etwas für die eigene Gesundheit zu tun ist, wird 
ebenfalls sehr deutlich.  
Die wenigsten Nennungen haben „etwas Neues entdecken“ bzw. 
„die Region kennenlernen“ erhalten. Darin wird deutlich, dass an 
den aufgesuchten Hotspots in der Region tatsächlich Naherholung 
stattfindet, und dies vorrangig an Orten, die dem Nutzer bekannt 
und vertraut sind.  
 
 
 
 
 
 
  
470 491
532
258
703 695
429
161
0
100
200
300
400
500
600
700
800Anzahl Besucher (N=1113)
Besuchsmotive
Wieso sind Sie heute in diesem 
Naherholungsgebiet?
(Mehrfachnennungen möglich)

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   19 
 
 Aufenthaltsdauer 
Das Gros der Naherholungssuchenden (69%) sucht die 
entsprechend geeigneten Natur - und Landschaftsräume für einen 
Zeitraum von ein bis zu drei Stunden auf. Für weniger als eine Stunde 
sind etwa 9%, und für drei bis sechs Stunden knapp 20% unterwegs. 
Die Menschen, die im Untersuchungsraum angetroffen und befragt 
werden konnten, nutzen ein paar Stunden am Vor-oder Nachmittag, 
um sich zu erholen. Unter einer Stunde sind nur wenige unterwegs, 
diese dann meist, um mal kurz ihren Hund Gassi zu führen. Damit 
wird die Bedeutung der Region für die Naherholung erneut sehr 
deutlich. 
Nur 2% der Befragten bleibe n länger als sechs Stunden im 
aufgesuchten Gebiet. Lange Aufenthalte spielen also offensichtlich 
keine primäre Rolle. Wenn sie stattfinden, dann werden in der Regel 
touristisch interessante Tagesziele, wie z.B. waldreiche 
Wandergebiete oder attraktive Wasserflächen, aufgesucht, die auch 
für einen Tagesaufenthalt ein ausreichendes und attraktives 
Erholungsangebot bieten. 
  
99
757
213
25
0
100
200
300
400
500
600
700
800
<1h 1-3h 3-6h >6h
Anzahl Besucher (N=1094)
Dauer in  Stunden
Wie lange dauert Ihr Aufenthalt heute?

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   20 
 
 Aktivitäten 
Wenn man die Erholungsräume aufsucht, nutzt man diese in der 
Regel für bewegungsorientiert e Aktivitäten. Versucht man diese 
Menschen für eine Datenerhebung in Form eines face -to-face 
Interviews zu gewinnen, muss man sich bewusst sein, dass man 
primär solche Personen befragen wird, die zu Fuß unterwegs sind. 
Spazieren und Wandern sind folglich d ie am meisten genannten 
Aktivitätsformen, und werden noch ergänzt von Joggen und Gassi 
gehen. Aber auch Radfahren und Mountainbiken werden noch 
relativ häufig genannt. Damit werden die beiden wichtigsten 
Bewegungsaktivitäten der Deutschen in ihrer Freizeit gestaltung im 
Grundsatz bestätigt. Man kann man davon ausgehen, dass ein 
Großteil der Bevölkerung über das erforderliche Basisequipment für 
Spaziergänge, kurze Wanderungen oder entsprechende Radtouren 
verfügt. Und wenn man über ein etwas ausgefalleneres 
Spezialequipment verfügt, kann man das ja ohne Probleme auch für 
die Naherholung nutzen. Dass nur relativ wenige Reiter oder 
Wassersportler angetroffen und befragt werden konnten, resultiert 
aus der Befragungsform und der Standortwahl. Dennoch nutzen 
Freizeitreiter de n Untersuchungsraum und haben entsprechende 
Ansprüche an den Raum. Auch Baden und Wassersport werden 
wiederholt genannt. Hier zeigt sich, dass die untersuchte Region mit 
den Restlöchern des Braunkohletagebaus in der Ville ( und Zülpich) 
sowie den Talsperren im Bergischen über attraktive und vorteilhafte 
Standorte verfügt. Solche Standorte sind den Erholungssuchenden 
bekannt und werden definitiv gerne aufgesucht.  
733
334
138 132
314
49 45 39
7
54
0
100
200
300
400
500
600
700
800Anzahl Besucher (N=1113)
Aktivitäten
Für welche Aktivitäten nutzen Sie dieses 
Gebiet regelmäßig?
(Mehrfachnennungen möglich)

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   21 
 
 
  
Aufenthaltshäufigkeit 
Von täglich über mehrmals die Woche oder im Monat bis zu maximal 
zwölfmal im Jahr reicht die Skala, der die Naherholungssuchenden 
ihre Aufenthalte in dem angetroffenen Gebiet zuordnen sollten. 
Täglich sind tatsächlich gerade 5% der Interviewten vor Ort 
anzutreffen. Und in der Regel ist der Gassi gehende Hund dann die 
antreibende Kraft für die alltägliche Runde. Knapp 20% sind 
mehrmals die Woche, knapp 30% dann mehrmals im Monat und 
schließlich etwa 50% zumindest mehrmals im Jahr an dem Ort 
anzutreffen, an d em sie für diese Studie interviewt wurden. Dies 
macht insbesondere zwei Dinge deutlich: zum einen werden für die 
Naherholung gerne solche Räume aufgesucht, an denen man sich 
einigermaßen gut auskennt und die einem dabei offensichtlich so 
gut gefallen, dass  man auch öfter wiederkommen mag. Zum 
anderen verfügt die Region offensichtlich auch über ausreichende 
Alternativen, so dass eben auch immer mal wieder die Räume für 
die Naherholung gewechselt werden können. Es muss eben nicht 
jedes Wochenende die gleiche Runde sein, letztendlich sind 
ausreichend viele spannende Alternativen in einer akzeptablen 
Entfernung vorhanden. 
  
55
193
283
506
0
100
200
300
400
500
600
täglich mehrmals die
Woche
mehrmals im
Monat
mehrmals im Jahr
Anzahl Besucher (N=1037)
Besuchshäufigkeit
Wie oft sind sie hier?

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   22 
 
 
 
Bedeutung der Witterung 
Grundsätzlich geht man hinsichtlich der Erholung in der 
nahegelegenen Natur und Landschaft von einem hohen Maß a n 
Witterungsabhängigkeit aus. So fällt tatsächlich vielen Menschen 
bei schlechtem Wetter der Verzicht auf die Runde durch den Wald 
oder entlang des Seeufers relativ leicht. Anderseits sorgen 
wiederum andere Wetterlagen dafür, dass man sich bewusst für 
einen Aufenthalt draußen entscheidet. So attestieren auch 499 der 
1101 Befragten der Witterung eine entscheidende Rolle für das 
Aufsuchen des Naherholungsraumes. Dies heißt aber auch, dass die 
aktuelle Wetterlage für den Rest eine unbedeutende (42%) bzw. gar 
keine Rolle (13%) spielt. Tatsächlich war die Witterungslage an den 
beiden Befragungswochenenden Ende Mai 2021 nicht von widrigem 
Wetter geprägt. Die Wetterlage war weder auffallend schön, noch 
kann sie als besonders schlecht bezeichnet werden. Sie reihte sich in 
die durchschnittlich recht kühle und feuchte Maiwitterung ein. 
Entsprechend leicht fällt einem Besucher dann auch der Hinweis, 
dass das Wetter eine nachgeordnete Rolle spielt. Dies wäre bei 
strömenden Regen oder schneidend kaltem Wind wahrscheinlich  
anders ausgefallen. Den Hinweis auf die fehlende Rolle bei der 
Entscheidung kann man zumindest bei einem Teil der Befragten mit 
einer speziellen Motivation korrelieren, so fordert z.B. der Hund 
tatsächlich seine tägliche Runde ein. 
 
  
499
452
150
0
100
200
300
400
500
600
eine entscheidende
Rolle
eine unbedeutende
Rolle
keine Rolle
Anzahl Besucher (N=1101)
Einfluss Witterung
Welche Rolle spielt die aktuelle Wetterlage?

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   23 
 
 
 
Besuchsalternativen 
Der regelmäßige, also mindestens monatliche Besuch auch anderer 
Naherholungsgebiete wird von 53% der Befragten angegeben. Und 
öfter als dreimal im Jahr besuchen weitere 33% auch alternative 
Gebiete. Sie bestätigen damit, dass die unters uchte Region 
tatsächlich über interessante, ausreichend viele und gut erreichbare 
Alternativen zum unmittelbar vor der Haustür liegenden 
Naherholungsgebiet verfügt. Das Untersuchungsgebiet ist vielseitig 
aufgestellt und diese attraktiven Alternativen liegen offensichtlich in 
für einen Besuch akzeptablen Entfernungen. Naherholung wird so 
zum „kleinen“ Urlaub, der gerne auch für neue, und dabei 
gleichzeitig aber auch durchaus vertraute, Erlebnisse genutzt 
werden kann.  
  
160
354
572
0
100
200
300
400
500
600
700
selten (1-3x im Jahr) oft (mehr als 3x im Jahr) regelmäßig (monatlich)
Anzahl Besucher (N=1085)
Besuchshäufigkeit
Wie oft besuchen Sie auch alternative 
Naherholungsgebiete in der Region?

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   24 
 
 
 
Nutzungshäufigkeit unter Corona 
Knapp die Hälfte der Befragten nutzt die Naherholungsgebiete 
aktuell öfter als in den Zeiten vor Corona. Und gut 43% sind 
zumindest ähnlich häufig vor Ort. Nur knapp 10% kommt seltener in 
die Naherholungsgebiete. Für die letzte Gruppe mag tatsächlich die 
Sorge vor ungewollten Kontakten, verbunden mit Infektionsrisiken, 
ein möglicher Grund dafür sein, ein vertrautes Naherholungsgebiet 
nicht mehr aufzusuchen. Allerdings zeigen die beiden anderen 
Gruppen mehr als deutlich auf, dass in der Pandemiezeit gerade die 
Naherholungsgebiete eine besondere Funktion übernommen 
haben. So mussten die Erholungssuchenden auf viele Formen der 
vertrauten Reisen verzichten. Insbesondere Fernreisen, aber auch 
die vielen, für die Region typischen Kurzurlaube z.B. an der 
holländischen oder belgischen Nordseeküste konnten oder durften 
unter anderem aus Quarantänegründen nicht durchgeführt werden. 
Das Erholungsbedürfnis ist aber gleichgeblieben. Um dieses zu 
befriedigen, bleibt dann tatsächlich nur der Besuch nahegelegener 
Naturräume. D eren Abwechslungsreichtum und Vielfalt ist dabei 
dann neben einer gewissen Vertrautheit aber auch ein Garant dafür, 
dass man sie gerne und dann auch öfter als üblich aufsucht. 
  
102
480
531
0
100
200
300
400
500
600
geringer gleichgeblieben höher
Anzahl Besucher (N=1113)
Nutzungshäufigkeit
Hat sich Ihre Nutzungshäufigkeit der 
Naherholungsgebiete durch Corona 
verändert?

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   25 
 
 
 
Besucheraufkommen 
Wer aber glaubt, dass eine erhöhte Nutzungsfrequenz dann  auch 
dazu führt, dass die Naherholungsgebiete als überfüllt 
wahrgenommen werden, der irrt. Nur ein verschwindend niedriger 
Anteil (3%) der Befragten ist der Meinung, dass das von ihm 
besuchte Naherholungsgebiet am Besuchstag tatsächlich 
überlaufen ist. Al lerdings spielt gerade bei dieser tagesbezogenen 
Fragestellung die entsprechende Witterung eine wohl 
mitentscheidende Rolle. Da diese nun im Befragungszeitraum nicht 
als besonders einladend bezeichnet werden kann, ist das doch sehr 
undifferenzierte Bild in der Beantwortung dieser Frage zu verstehen. 
Was dem einen Besucher als niedrig erscheint, da er das Gebiet auch 
aus Zeiten anderer Nutzungsnachfrage kennt, ist für den anderen 
Besucher offensichtlich dann schon eine Herausforderung, die er 
nicht zwingend öfter wahrnehmen möchte.   
291
495
282
41
0
100
200
300
400
500
600
gering mittel hoch überlaufen
Anzahl Besucher (N=1109)
Besucheraufkommen
Wie beurteilen Sie das heutige 
Besucheraufkommen in diesem 
Naherholungsgebiet?

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   26 
 
Konflikte 
Die verstärkte Nutzung von Naherholungsräumen aufgrund der 
Corona-Situation sowie das zumindest für einen Teil der Befragten 
als (zu) hoch empfundene Besuchsaufkommen können zu 
vermehrten Konflikten führen. Solche Probleme zwischen 
unterschiedlichen Besuch s- bzw. Nutzergruppen werden in der 
Literatur von Fachleuten und Experten tatsächlich auch oft benannt. 
Für die befragten Nutzer scheinen solche Konfliktsituationen 
zwischen Besuchergruppen zwar grundsätzlich möglich, es werden 
aber nicht zwangsläufig mehr  festgestellt. Nur knapp 20% bejahen 
die Frage nach vermehrten Nutzungskonflikten in der Pandemiezeit. 
An den Befragungstagen Ende Mai haben Konfliktsituationen dann 
auch offensichtlich keine Rolle gespielt. Nur vier Prozent berichten 
von Problemen, davon behandeln die meisten kleinere Streitereien 
zwischen den Führern freilaufender Hunde und anderen 
bewegungsaktiven Nutzern der Erholungsräume, manchmal auch 
Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern oder Reitern als 
Personen, die eine höhere Fortbewegung sgeschwindigkeit 
aufweisen. 
  
40
1045
0
200
400
600
800
1000
1200
ja nein
Anzahl Besucher (N=1085)
Konfliktsituationen
Sind Sie während Ihres heutigen Besuchs 
in Konflikt mit anderen Besuchern 
geraten?
155
682
0
100
200
300
400
500
600
700
800
ja nein
Anzahl Besucher (N=837)
Häufigkeit Nutzungskonflikte
Treten Nutzungskonflikte mit anderen 
Besuchern seit Corona häufiger auf?

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   27 
 
 
 
Entwicklung des Besucheraufkommens 
Die Corona -Pandemie hat dazu geführt, dass sich offensichtlich 
mehr Menschen in den untersuchten Naherholungsgebieten 
aufhalten. Zumindest wird die Entwicklung des 
Besucheraufkommens von etwas weniger als 70% so beschrieben. 
Für 22% ist es gleichgeblieben und knapp 9% sehen einen Rückgang 
im Besuchsaufkommen. Tatsächlich bestätigt sich auch bei der 
standortspezifischen Betrachtung, dass an fast allen Standorten das 
Gros der Befragten von e inem Anstieg im Besuchsaufkommen 
spricht, oder aber keine Veränderung s ieht. Nur an wenigen 
Standorten ist dieses klare Verhältnis nicht in dieser Deutlichkeit zu 
sehen. Dies kann daran liegen, dass hier bestimmte Attraktionen 
oder Besuchszentren aufgrund der Pandemie nicht mehr besucht 
werden können, und deshalb hier ein Rückgang im 
Besucheraufkommen besonders wahrgenommen werden kann.  
  
86
225
683
0
100
200
300
400
500
600
700
800
abgenommen gleichgeblieben zugenommen
Anzahl Besucher (N=994)
Besuchsaufkommen
Wie beurteilen Sie die Entwicklung des 
Besucheraufkommens seit Ausbruch der 
Corona-Pandemie in diesem 
Naherholungsgebiet?

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   28 
 
 
 
 
Orientierung 
Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass sich die Nutzer von 
Naherholungsgebieten in selbigen ausk ennen und sich ortskundig 
fortbewegen können. So überrascht es nicht, dass die persönliche 
Ortskenntnis von den meisten als wichtige Orientierungshilfe 
genannt wird. Fehlt die Ortskenntnis oder will man bezüglich der 
Wegewahl sichergehen, dann nutzt man ge rne auch den Blick auf 
Routenplaner im Smartphone bzw. das Schild an der Wegkreuzung. 
Spezielle GPS-Geräte oder auch Karten werden dagegen im Rahmen 
der Naherholung kaum genutzt. 
  
413
626
77
458
88
0
100
200
300
400
500
600
700Anzahl Besucher (N=1113)
Orientierung
Wie orientieren Sie sich vor Ort? 
(Mehrfachantworten möglich)

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   29 
 
Anreise 
Auch bei der Naherholung verzichtet ein Großteil nicht auf die 
Anreise mit dem PKW. Für 62% der Befragten ist das Auto das 
Anreisemittel der Wahl. Die Erreichbarkeit der Einstiegsstellen 
sowie die Bequemlichkeit bei der Anreise dürften bei dieser Wahl 
die ausschlaggebende Rolle gespielt haben. Offensichtlich ist diese  
bei der Anreise mit dem öffentlichen Personennahverkehr nicht 
gegeben, wenn nur 3% diese Option wählen. Ob dazu auch Corona -
bedingte Regeln wie die Maskenpflicht im ÖPNV beitragen, lässt sich 
nicht beurteilen. Weitere 19% kommen zu Fuß und 16% mit dem 
Fahrrad. Hier zeigt sich schon, dass die Erholungsräume tatsächlich 
oft in einer gut erreichbaren Entfernung zum Wohnort liegen und 
auch die Anreise schon in den bewegungsorientierten Prozess der 
Naherholung integriert werden kann. 
Dies bestätigt letztendlich auch der Blick auf die durchschnittliche 
Anreisedauer. Diese muss offensichtlich in einer passenden 
Relation zum Aufenthalt vor Ort stehen. So sind 31% weniger als 15 
min unterwegs, weitere 37% benötigen zwischen 15 und 30 min, 
um zu ihrem Naherholungsgebiet zu kommen. Der Rest ist länger 
als 30 min unterwegs. 7% geben sogar an, dass sie über eine 
Stunde anreisen. Bei einer näheren Betrachtung zeigt sich, dass 
eine solch lange Anreise mit zwei Dingen verknüpft ist: Zum einen 
weisen die so angereisten Ziele besondere Attraktionen auf, zum 
anderen liegen sie tatsächlich entsprechend weit entfernt von den 
Ballungsräumen und fordern selbst mit dem PKW eine 
entsprechende Reisezeit. 
206 173
687
32
0
100
200
300
400
500
600
700
800
zu Fuß mit dem Fahrrad mit dem Auto mit dem ÖPNV
Anzahl Besucher (N=1098)
Anreiseoption
Wie haben Sie dieses Naherholungsgebiet 
erreicht?
339
401
173
92 82
0
50
100
150
200
250
300
350
400
450
>15 min 15-30 min 30-45 min 45-60 min >60 min
Anzahl Besucher N=1087)
Anreisedauer
Wie lange dauert Ihre Anreise?

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   30 
 
Anreiseradius für primär zu Fuß/Fahrrad (idealisiert bis max. 8km ≙ 30min) 
 
Siegmündung 
Dünnwald 
Waldville 
Pollerwiesen Königsforst

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   31 
 
Anreiseradius primär mit dem PKW (idealisiert bis max. 35km ≙ 30min) 
 
Hitdorf 
Zollfeste Zons 
Gymnicher 
Mühle 
Bevertalsperre

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   32 
 
Anreiseradius PKW (idealisiert bis 70km ≙ mind. 60min) 
 
Kloster 
Knechtsteden 
Affen- und 
Vogelpark 
Eckenhagen

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   33 
 
 
 
Weiterempfehlung 
Fast 98% der Befragten empfehlen das von Ihnen aufgesuchte 
Naherholungsgebiet gerne weiter. Offensichtlich werden die an es 
gesetzten Erwartungen also erfüllt. Und diejenigen, die ein Gebiet 
nicht weiter empfehlen wollen, sind nicht zwingend enttäuscht vom 
Besuch. Oftmals wollen sie es nicht weiterempfehlen, um nicht zu 
viele Dritte in „ihrem“ Naherholungsgebiet zu haben.  
  
1040
27
0
200
400
600
800
1000
1200
ja nein
Anzahl Besucher (N=1067)
Weiterempfehlung
Würden Sie dieses Naherholungsgebiet 
weiterempfehlen?

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   34 
 
Diskussion 
In der Wachstumsregion Köln/Bonn lastet insbesondere auf den 
Räumen, die eine naturbezogene Erholung ermöglichen, ein 
besonderer Druck. Die Region Köln/Bonn umfasst den Arbeits - und 
Lebensraum von über drei Millionen Einwohnern. 
Konsequenterweise muss ein solcher Raum auch das 
infrastrukturelle Angebot für Naherholung und Tourismus bedienen.  
Trotz der kurzen Dauer hat di e Naherholung einen hohen 
gesundheitlichen, sozialen, und ökonomischen Wert (Russell et al. 
2013; Abraham et al. 20 09; Thompson Coon et al. 2011). 
Naherholungsgebiete können dabei sowohl inner - als auch 
außerörtlich liegen. Als natur- und landschaftsnahe Gebiete sind sie 
durch die Nähe zu Siedlungen und Städten geprägt von einer guten 
Erreichbarkeit. Zudem weisen Naherholungsgebiete meist eine 
Vielfalt an Landschaftstypen mit hohem Erlebniswert auf (Spektrum 
2000). Und so existieren vielfältige Erholungsmög lichkeiten im 
Untersuchungsgebiet: Wandern und Mountainbiken in den 
Waldgebieten oder Radtouren auf den Panorama -Wegen, 
Wassersport, Baden und/oder Sonnen an den Seen und Talsperren 
sowie saisonabhängig sogar auch Rodeln und weiterer Wintersport.  
Spätestens in den Monaten der Pandemie hat sich sehr deutlich 
gezeigt, welchen Nutzungsansprüchen diese Naturräume alltäglich 
gerecht werden müssen. So kam es offensichtlich vielerorts zu 
Übernutzungen und regelrechten Besucheranstürmen (KSTA 2021a, 
WAZ 2021), and erorts aber blieb es dagegen eher ruhig. Was hat 
genau zu diesen Besuchssituationen geführt? Welche Bedeutung 
spielt die Anreise und damit beispielsweise die Nähe zu Haltestellen 
des ÖPNV oder zu Parkplätzen? Gibt es alternativlose 
Präferenzräume für besti mmte (Sport) -Aktivitäten der 
Naherholung? Und wie beeinflusst am Ende auch das lokale Klima 
ein spontanes Besuchserlebnis? 
Die Beantwortung dieser Fragen steht also im Vordergrund des 
Forschungsinteresses, um basierend auf der raumbezogenen 
Darstellung ers te adäquate Vorschläge für ein 
Besuchermanagement aus tourismuswissenschaftlicher Sicht 
ableiten und die Destination für ihre Gäste weiter entwickeln zu 
können. Denn viele Zeichen sprechen dafür, dass die regionalen 
Freizeit- und Erholungsräume auch nach d er Pandemie, z.B. 
aufgrund des Klimawandels sowie veränderter Konsum - und 
Freizeitbedürfnisse, eine weiter steigende Nachfrage erfahren 
werden. Eine zukunftsweisende Nutzung der nahegelegenen 
Erholungsräume braucht eine intensive Auseinandersetzung mit 
bereits erkannten, aber auch mit möglicherweise noch kommenden 
Problemen der Besucherlenkung. 
Um sich zunächst ein fundiertes Bild über die Situationen vor Ort 
machen zu können, ist eine Hinzunahme der Einschätzungen der 
verantwortlichen Personen nötig. Dafür  haben sich die 
durchgeführten Expertengespräche als ein geeignetes Mittel 
erwiesen. Aus ihnen wird schnell ersichtlich, dass Corona einen 
signifikanten Einfluss auf die Naherholung und des Tagestourismus 
hat. Die enorme Dynamik stellt dabei die Experten g erade

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   35 
 
hinsichtlich der planerischen Ungewissheit vor große 
Herausforderungen. Im Kontext der Problemidentifikation werden 
„Besucherandrang“ und „Übernutzung“ relativ häufig genannt, was 
den Eindruck einer gewissen Überforderung  verstärkt, zu der die 
Plötzlichkeit der Ereignisse sicherlich ihren Beitrag geleistet hat. 
Zudem wird an einigen Standorten von dem punktuellen 
Überschreiten der Belastungsgrenze der Naherholungsgebiete 
berichtet. Dabei kann das Überschreiten vielerlei Formen 
annehmen. Watson & Kopachevsky (1996 ) beziehen folgende fünf 
Dimensionen in die touristische Tragfähigkeit ein:  
• Physische Tragfähigkeit: Fehlendes oder maximal 
ausgereiztes Angebot touristischer Einrichtungen und 
Infrastrukturen  
• Psychische Tragfähigkeit: Die maximale Anzahl der 
Erholungssuchenden, ohne dass sich dabei die 
wahrgenommene Erholung des jeweiligen einzelnen 
Besuchers reduziert  
• Ökonomische Tragfähigkeit: Die maximale Belastung von 
Einrichtungen ohne zusätzliche Investition oder die Schwelle, 
bei de r andere Nutzungsarten des Gebiets aufgrund 
erhöhter eigener Nutzungsintensität wirtschaftlich 
unrentabel werden (=ökonomische Vereinbarkeit)  
• Ökologische Tragfähigkeit: Die maximale Anzahl der 
Erholungssuchenden in einem Gebiet, welches durch diese 
keine irreversiblen Schäden erfährt  
• Soziale Tragfähigkeit: Die maximale Tourismusakzeptanz der 
Einwohner 
Mit dem durch Corona anfallenden Besucherandrang w ird in den 
Expertengesprächen die gesteigerte Wahrscheinlichkeit solcher 
Überschreitungen der touristische n Tragfähigkeit deutlich. So w ird 
sehr häufig auf die ökologische Tragfähigkeit (Verschmutzung, 
Zerstörung) verwiesen und auch die soziale Tragfähigkeit (z.B. 
verärgerte Anwohner) w ird des Öfteren angesprochen. Teilweise 
können Aussagen noch zu den physisc hen (vorhandene 
Infrastruktur, z.B. in Form der Parkplatzangebote) und psychischen 
Kapazitäten (Erholungswahrnehmung) aufgenommen werden. Der 
ökonomischen Tragfähigkeit (Nutzungsintensität der Einrichtungen) 
kommt dagegen aufgrund der Pandemie in den Inter views eine 
geringe Bedeutung zu.  
Somit ist die Annahme einer vermehrten Hotspotbildung in der 
Region Köln/Bonn eine logische Schlussfolgerung. Dies entspricht 
auch der verbreiteten Einschätzung der Experten, die in diesem 
Kontext noch vielfach auf die Rol le der Sozialen Medien verwiesen, 
durch die unübersichtliche Eigendynamiken immer öfter auftreten. 
In den Interviews ist eine entsprechend umfangreiche Diskussion 
über Maßnahmen zur Vermeidung solcher touristischen Hotspots 
geführt worden. Zum Schutz beson ders sensibler Bereiche ist es 
dringend erforderlich, innerhalb der Erholungsräume alternative 
Areale stärker zu bewerben. In diesem Kontext wird das Potenzial 
digitaler Infrastruktur betont, mit dem der Besucher bestenfalls 
schon vor der Anreise über das Besucheraufkommen informiert wird 
(UBA 2019).

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   36 
 
Aufgrund der stetig wachsenden Wichtigkeit einer derartigen 
Infrastruktur ist deren Einbeziehung in den Arbeitsalltag auf lange 
Sicht unausweichlich. Zum Beispiel wäre für den 
Informationsaustausch mit den Bes uchern auch nach ihrem 
Aufenthalt in den Erholungsgebieten neben einem telefonischen 
Ansprechpartner die Einstellung eines Social Media Beauftragten 
eine zeitgemäße Vorgehensweise. Diese Person kann als 
Serviceleistender in direkten Kontakt mit den Erholun gssuchenden 
treten, ihr Feedback aufnehmen und als eine weitere Anlaufstelle 
für Informationen dienen. Die nötige Präsenz im Internet könnte 
den Besuchern ein Gefühl von Sicherheit geben und das Image der 
Destination wird durch einen gepflegten Content mit  
ansprechenden Bildern mit Sicherheit aufgewertet, da man sich als 
Institution nahbar präsentiert. Und die Korrelation vom Image einer 
Destination mit der Intention der Gäste für einen erneuten Besuch 
ist belegt (Hallmann et al. 2015). Dem entsprechend wird auch 
bereits in den Expertengesprächen von ersten positiven 
Erfahrungen mit einer derartigen Arbeitsweise berichtet. 
Im Rahmen einer Vor-Ort-Befragung als Momentaufnahme konnten 
außerdem noch über 1000 Menschen befragt werden.  Auf diesem 
Weg wurden an de n beiden Wochenenden der Pfingstwoche 
weitere Daten bei den Besuchern der Naherholungsgebiete der 
Region Köln/Bonn erhoben. Die Beobachtung, dass am Wochenende 
sowie an Feiertagen ein Großteil der Tagesausflüge stattfindet 
(Harrer & Scherr 2014) , kann auch  in Zeiten der Pandemie  für die 
Region bestätigt werden. Bei der Auswertung ist allerdings zu 
beachten, dass zwar eine sehr aussagekräftige Personenzahl befragt 
werden konnte, vergleichende Referenzdaten aus Zeiten vor der 
Pandemie oder an anderen Tagen wä hrend der Pandemie nicht zur 
Verfügung stehen. Somit sind direkte Aussagen zur Veränderung des 
Besuchsaufkommens auf Basis von tatsächlichen Zählungen nicht 
möglich, sondern beruhen allein auf dem geschilderten Eindruck der 
Besucher sowie d er interviewten Fachleute. Allerdings wird e ine 
tatsächliche Zunahme durch die Auswertung der Zählstationen der 
RadRegionRheinland deutlich. Und auch die auf punktuellen 
Zählungen beruhende, statistisch abgesicherte Hochrechnung zum 
Besucheraufkommen im nahegelegenen Nati onalpark Eifel (2020)  
bestätigen eine Zunahme der  Nutzung der tagestouristischen 
Naherholungsräume in der Pandemie . Somit darf davon 
ausgegangen werden, dass es sich auch in der Region Köln/Bonn 
nicht nur um einen  gefühlten, sondern tatsächlichen  Anstieg der 
Besucherzahlen handelt. 
Um die Verbreitung des Corona-Virus zu unterbinden, wurden bis in 
den Sommer 2021 durch die politischen Entscheidungsträger immer 
wieder Kontaktbeschränkungen, Reiseregelungen und Schließungen 
öffentlicher Angebote veranlasst. So  mussten beispielsweise Kinos, 
Museen, Fitnessstudios, aber auch die meisten gastronomischen 
Betriebe aufgrund der hohen Infektionszahlen zeitweise 
geschlossen werden (Derks et al. 2020) . Neben der 
Freizeitwirtschaft wurden auch viele weitere Branchen durch die 
Maßnahmen des Lockdowns hart getroffen (dwif 2021). Aber auch 
im Privaten wurden kontaktbeschränkende Regelungen festgelegt.

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   37 
 
So durften sich zeitweise nur zwei Personen aus unterschiedlichen 
Haushalten miteinander treffen (Derks et al. 2020) . Und auch 
Vereinssport konnte nicht mehr a usgeübt werden. Ebenso wurde  
die Urlaubsplanung deutlich erschwert, da insbesondere das Reisen 
in andere Länder von sich ständig ändernden  Regelungen und 
Maßnahmen betroffen war . Andererseits wurden stattdessen 
Destinationen innerhalb von Deutsch land von  vielen, die 
normalerweise Urlaub im Ausland machen, neu entdeckt (Eisenstein 
et al. 2021). Doch auch innerhalb von Deutschland gab es während 
der Pandemie immer wieder  Reisebeschränkungen oder 
Nächtigungsverbote, sodass die Naherholung und der Tagesausflug 
eine neue Bedeutung erfahren haben (ebd.). Die Erhebungen in der 
Region bestätigen, dass die Freizeit- und Erholungssuchenden daher 
tatsächlich die wohnortsnahe Natur und Landschaft nutzen 
(Reinhardt 2020; Fannrich-Lautenschläger 2020; dwif 2021).  
Die k ontaktbeschränkenden Regelungen und die Einschränkungen 
im öffentlichen Bereich stärken andererseits den Wunsch nach 
spontanen Unternehmungen, gerne verbunden mit einem 
Aufenthalt in der Natur. Naturbezogene Aktivitäten und 
Tagesausflüge bekommen eine neue , gesteigerte Bedeutung in der 
Bevölkerung, insbesondere bei Familien und jungen Erwachsenen 
(Freizeitmonitor 2020; dwif 2021). Solche Wünsche mit sozialem, 
regenerativem und aktivem Charakter treten zunehmend in den 
Interessenfokus (Reinhardt 2020), auch wenn dieses Phänomen 
schon seit mindestens einem Jahrzehnt zu beobachten und in der 
urbanen Umgebung besonders ausgeprägt ist ( Wilkes-Allemann et 
al. 2020). Man ist also gerne draußen aktiv, nicht jeder täglich, aber 
die meisten mindestens einmal im Monat ( vgl. Freizeitmonitor 
2020). Und Bewegung und Ausflüge in die Natur zählen zu den 
signifikanten Faktoren für psychologisches Wohlbefinden (Javelle et 
al. 2021). Attraktive Waldflächen, Parkanlagen und Tierparks in 
Wohnungsnähe bieten als frei zugängliche Orte des sozialen 
Miteinanders die Möglichkeit, sich mit anderen Menschen an der 
frischen L uft zu treffen, ohne sich in eine allzu hohe 
Ansteckungsgefahr durch das SARS -CoV-2-Virus zu bringen (dwif 
2021; Weinbrenner et al. 2021). Zweifelsfrei sind Wälder und Parks 
damit sehr wesentliche Erholungs - und Ausgleichsorte für die sie 
aufsuchenden Menschen (vgl. Derks et al. 2020; Region Köln/Bonn 
e.V. 2012). Es verwundert also nicht, dass gerade die Wälder 
während der Pandemie vermehrt in Anspruch genommen werden  
(vgl. Eggers et al. 2019).  
Dies bestätigt sich dann auch bei einem Blick auf die Verkaufszahlen 
der Outdoor Sport Industrie. Neben der Nachfrage nach Artikeln der 
Fitness-Sportarten stieg während der Pandemie insbesondere die 
Nachfrage nach Artikeln für das  Wandern, Trekking und Radfahren 
(vgl. Decathlon 2021). Ob dabei nun eher günstiges Wanderzubehör 
(ebd.) oder dann doch deutlich teure E -Bikes (ZIV 2021)  verkauft 
werden: Outdoor Aktivitäten liegen definitiv in der Gunst der von 
den mit der Pandemie einhergehenden Einschränkungen 
betroffenen Menschen. Dies ist auch deshalb von hoher Bedeutung, 
da Bewegungslosigkeit zu einem entscheidenden Problem der 
heutigen Gesellschaft geworden ist (Blair 2009; WHO 2010). Den

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   38 
 
Wünschen entsprechende Angebote stellen also eine 
gesellschaftlich bedeutsame Maßnahme dar, die auch und gerade in 
der Region Köln/Bonn aufgegriffen wird und auch weiterhin werden 
sollte. Hierfür bietet die Natur und Landschaft der Region Köln/Bonn 
durchaus interessante Möglichkeiten, um die sogenannten freien 
Bewegungsangebote für Wandernde, Radfahrer, Reiter oder auch 
Wassersportler weiter auszubauen (vgl. Region Köln/Bonn e.V. o.J.). 
Dabei führen gerade die mit der gewohnten sportlichen Betätigung 
verbundenen Einschränkungen im öffentlichen Leben unweigerlich 
auch zu Veränderungen im Alltagsverhalten der dadurch 
betroffenen Mensch en. Homeoffice, Homeschooling und 
Kontaktbeschränkungen müssen definitiv Auswirkungen haben. 
Zum einen lässt sich feststellen, dass sich sportbezogene 
Freizeitaktivitäten mit Hilfe von Computer- oder Fernseh-Bildschirm 
ins eigene Wohn-, Schlaf- oder Arbeitszimmer verlagert haben und 
den Besuch im Fitnessstudio zumindest bedingt ersetzen konnten. 
Sport und Bewegung finden also bedingt zu Hause statt (Gerrish  
2020). Zum anderen führt insbesondere das Verbot bzw. die 
drastische Reduktion der sportlichen Angebote im Verein dazu, dass 
sich die Menschen vermehrt individuell in der Natur und Landschaft 
aufhalten und Sport tr eiben ( ebd.; Sc hweizer et al.  2021). Die 
eigenen Untersuchungen bestätigen dies. Zum einen unterstreichen 
die Experten die Bedeutung der Naherh olungsgebiete hinsichtlich 
ihrer Erholungsfunktion. Sogar Vertreter naturschutzfachlicher 
Einrichtungen appellierten, dass die Natur den Menschen zur 
Verfügung stehen muss. Zum anderen korreliert dies mit der 
Einschätzung seitens der Befragten, denn ein Gr oßteil derer sieht 
eine Zunahme an Besuchern in den Naherholungsgebieten. Und 
diese Naherholungssuchenden wollen dabei vorrangig aktiv und in 
Bewegung sein sowie Natur und Landschaft genießen. Dazu nutzen 
die Menschen die  Parks und Grünanlagen ( vgl. Gerris h 2020; vgl. 
Freeman & Eykelbosh  2020). Ein Großteil der in der Region 
Befragten ist dabei zu Fuß unterwegs und spaziert oder wandert. 
Der Aufenthalt unter freiem Himmel bietet daneben die 
Möglichkeit, sich mit Freunden zu treffen, etwas Abstand vom Alltag 
zu bekommen oder einfach nur Ruhe zu genießen. Er ermöglicht 
gerade aber auch in der Pandemiezeit etwas für die Gesundheit zu 
tun (vgl. Dicks & Neumeyer 2010; vgl. Projekt M 2014; vgl. Sänger 
2020). Dabei ist es egal, welche der Motive am Ende nun vorrangig 
zum Tragen komm en. Wichtig ist, dass die Menschen 
bewegungsaktiv sind, ob nun zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auch auf 
dem Rücken eines Pferdes. Denn Bewegung hat eine hohe 
Bedeutung. Sport und Bewegung reduzieren das Stressempfinden, 
steigern die F unktionen des Stoffwechsels und heben die eigene 
Stimmung (Strüder & Weicker 2001; Lafenetre  et al.  2011). 
Interessanterweise sind bei den Bewegungsaktiven dieser 
Momentaufnahme Motive mit Erlebnis- und Entdeckungscharakter, 
wie z.B. „die Region kennenlern en“, deutlich nachgeordnet. 
Offensichtlich kennt das befragte Klientel seine Naherholungsräume 
und nutzt die Natur und Landschaft durchaus öfters und wiederholt.  
Dabei muss man in der Region Köln/Bonn nicht immer auf ein und 
derselben Runde unterwegs sein . Vielmehr bietet die Region

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   39 
 
ausreichend Alternativen. Und von der Fülle an Angeboten und 
Möglichkeiten, seine Naherholung zu gestalten, machen die im 
Rahmen der Momentaufnahme befragten Bürger offensichtlich 
auch Gebrauch. Alltäglich auf derselben Runde geht man vielleicht 
noch seinen Hund Gassi führen. Ansonsten versucht man, seine 
regelmäßigen Bewegungsaktivitäten immer mal wieder auch an 
anderen Standorten durchzuführen , w as auch durch mehr als die 
Hälfte der Befragten bestätigt wird. 
Allerdings ist es wichtig, dass solche Alternativen gut und rasch 
erreichbar sind. Wenn man, wie der Großteil der Befragten, für 1 bis 
3 Stunden in Natur und Landschaft unterwegs ist, dann möchte man 
verständlicherweise nicht länger als bis zu 30 Minuten für die 
Anreise in den Erholungsraum benötigen . Diese Zeitspanne 
erscheint tatsächlich bedeutsam, denn sie wird unabhängig davon 
angegeben, ob die Naherholungssuchenden nun zu Fuß, mit dem 
Rad, dem Auto oder dem ÖPNV in den Erholungsraum gelangt sind. 
Da insbesondere ältere Menschen ihre Outdoor -Aktivitäten 
besonders gerne in unmittelbarer Nähe zum Wohnort ausüben 
(Portegijs et al., 2021) , wird es in Zukunft stärker denn je darauf 
ankommen, eine ausreichend e Anzahl an attraktiven 
Naherholungsangeboten in nahegelegener Entfernung 
bereitzustellen. Gerade der Ballungsraum entlang des Rhein muss 
diesbezüglich sehr sorgsam mit den heute zur Verfügung stehenden 
Räumen umgehen.  
Auch wenn während der Pandemie aus I nfektionsschutzgründen 
insbesondere Angebote für geführte Wanderungen und Radtouren 
kaum zum Tragen kommen, bieten derartige Angebote in Zukunft 
wieder die Möglichkeit , Besucher gezielt in  die schützenswerte 
Natur und Landschaft zu bringen und das Interess e an der Region 
weiter zu steigern. Dabei können solche Aktionen ganz nebenbei 
essentielle Ver haltensregeln in der Natur vermitteln. Eine solche  
Umweltbildung kann dabei helfen, dass die Verhaltensweisen dann 
auch im Alltag verstärkt Einzug halten und eben auch bei Touren der 
Naherholung Anwendung finden (Radeff, 1996). 
Vermeintlich uneinig sind sich die Befragten, welche Bedeutung der 
Witterung beim Aufenthalt in Natur und Landschaft zukommt. Die 
eine Hälfte spricht ihr eine entscheidende Rolle zu, die and ere eine 
eher unbedeutende bzw. gar keine Rolle. Wahrscheinlich hängt 
dieses Ergebnis damit zusammen, dass das Wetter bei der 
Momentaufnahme weder auffallend schön noch extrem schlecht 
war. Bei einer detaillierteren Betrachtung kann man aber zumindest 
erkennen, dass die ausgeübte Aktivität schon einen gewissen 
Witterungsbezug erkennen lässt. Badegäste und Wassersportler 
benötigen auch im Untersuchungsgebiet eher warmes und sonniges 
Wetter. Passt das Wetter, nimmt die Bedeutung der Wasserflächen, 
also der Wa ssersport- und Badeseen, aber auch der Talsperren für 
den Tagesausflug signifikant zu (vgl. Fannrich-Lautenschläger 2020). 
Und in Anbetracht der durch den Klimawandel bedingt vermehrt 
auftretenden extremen Wetterlagen ist zu erwarten, dass diesen im 
Allgemeinen immer öfter eine noch viel größere Bedeutung 
zukommen wird. Dem Gassigänger dagegen ist die Witterung relativ 
egal. Der Hund muss auch bei regnerischem Wetter vor die Tür.

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   40 
 
Die nahezu 100 prozentige Weiterempfehlung der bestehenden 
Naherholungsangebote heißt natürlich, dass die Besucher eine hohe 
Zufriedenheit mit ihren Natur - und Landschaftsräumen in der 
Region Köln/Bonn haben. Allerdings heißt d ies nicht, dass hier kein 
Potential für eine weitere Gestaltung bzw. Aufwertung bestehen 
kann. Die festzus tellende Bewegungsorientierung bei der 
Naherholung bietet vielmehr noch eine Fülle an 
Entwicklungsmöglichkeiten. Wenn zum Beispiel das Fahrradfahren 
in Grünflächen, welches in den Phasen des Lockdowns signifikant an 
Bedeutung gewonnen hat ( Schweizer et al.  2021), auch nur 
ansatzweise diesen Anstieg beibehalten sollte, dann muss man sich 
möglichst rasch Gedanken zur zukünftigen Ausgestaltung der 
Angebote, aber auch der Infrastruktur machen. So kann man aus 
einer illegalen, bzw. zumindest juristisch problemat ischen Anlage 
und Nutzung von MTB-Trails in Natur und Landschaft auch ableiten, 
dass Sportler ein dringendes Bedürfnis nach entsprechenden 
Räumen haben (Kretschmer & Türk 2020). Der auch von Reinhardt 
(2020) beschriebene Bedeutungsgewinn des Fahrradverkehrs 
gerade in Ballungsräumen benötigt in jedem Fall zeitnah auch für die 
Region Köln/Bonn entsprechend gestaltete Wege und Straßen. Hier 
zeigen die bereits umgesetzten Maßnahmen ebenso wie die 
weiteren Vorhaben in der Region definitiv in die richtige Richtung 
(www.radregionrheinland.de). 
Ein solches Vorgehen, welches die Entwicklung zu einer Gesellschaft 
mit „Walk-“ bzw. „Bikeability“ aufgreift, wäre ein entscheidender 
Unterstützungsfaktor, um die Nutzung des eigenen Autos zurück zu 
drängen (Fannrich -Lautenschläger 2020). Aktuell ist auch im  
Ballungsraum der Region Köln/Bonn  das Auto noch das wichtigste 
Anreisemedium. Bequemlichkeit un d Komfortorientierung werden 
insbesondere von bewegungsaktiven Menschen als entscheidendes 
Argument angeführt ( Kretschmer 2007 ). Neben fehlendem bzw. 
unzureichendem Komfort oder auch einer schlechten Anbindung ist 
die Ablehnung des ÖPNV aber in der Pandemie-Phase auch mit einer 
in Bussen und Bahnen als zumindest  subjektiv höher 
wahrgenommenen Ansteckungswahrscheinlichkeit zu begründen, 
auch wenn das Ansteckungsrisiko im öffentlichen Nahverkehr nicht 
höher als in einem Auto sein mag (VDV 2021). Für die Zukunft sollten 
dennoch Alternativen zur alltäglichen PKW - Nutzung entwickelt 
werden.  
Gerade während schöne r Wetterperioden und am Wochenende 
stellt der Individualverkehr die verantwortlichen Personen in der 
Region vor extreme Probleme. Viele Seiten berichteten unabhängig 
voneinander von einer Überbeanspruchung der vorhandenen 
Parkmöglichkeiten, sogar die Presse griff dies auf (KSTA 2021b). 
Leidtragende sind vor allem die Anwohner, die sich verärgert 
darüber zeigen, dass ihre Grundstücke und Straßen zugeparkt 
werden. Hier empfiehlt sich eine übergreifende Koordination 
vorhandener Parkmöglichkeiten, gerade weil an ihnen als Ein - und 
Ausstiegsstellen ein erhöhtes Konfliktpotenzial besteht. Außerdem 
wird ansprechenden und passenden ÖPNV-Angeboten für eine gute 
Besucherlenkung im Ballungsraum eine hohe Bedeutung 
zuteilwerden. Sie sind durch eine aktive Bewerbung, einheitliche

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   41 
 
Tarife in der Region und allen voran durch eine gute räumliche und 
zeitliche Infrastruktur attraktiv zu machen . Konkret könnte 
zumindest für einen ersten Schritt mit gezielten Werbeaktionen auf 
die Vorteile einer ÖPNV -Nutzung, zu denen entgegen vieler 
Meinungen auch Bequemlichkeit gehören kann , aufmerksam 
gemacht werden. Plakate oder Werbebanner könnten beispielhaft 
an Bushaltestellen sowie an Pa rkplätzen platziert werden. Spezielle 
Wochenendangebote, die attraktive Ticketpreise beinhalten, 
können weitere Anreize zur verstärkten Nutzung von ÖPNV 
darstellen, da sie den persönlichen Individualverkehr mit den oben 
genannten Problemen unattraktiver we rden lassen . Solche und 
weitere Maßnahmen der Besucherlenkung sollten frühzeitig durch 
entsprechende Infrastrukturbeauftragte unterstützt werden. 
Neben den öffentlichen Verkehrsmitteln kommt bei der Anbindung 
der Naherholungsräume an die Wohn - und Arbeitsorte 
insbesondere dem Fahrrad eine wichtige Bedeutung zuteil. Und 
auch hier wird die Zukunft nicht allein in der Einrichtung einer 
ansprechenden zu- bzw. abführenden Wegeanbindung liegen. Eine 
zukunftsweisende Planung muss auch beispielsweise gesich erte 
Abstellmöglichkeiten, Ladestationen für Pedelecs und E -Bikes, 
Umkleidebereiche sowie ansprechende Attraktionen in den 
Erholungsräumen andenken, wenn siedlungsnahe Erholungsräume 
eine Anbindung erzielen wollen, die irgendwann auf das Auto 
verzichten ka nn (vgl. Kretschmer et al. 2007 ; Kretschmer & Türk 
2020). 
Die erhöhte Nutzung der Natur und Landschaft in 
Naherholungsgebieten lässt auf einen Anstieg an Konflikten 
zwischen verschiedenen Nutzungsgruppen schließen (vgl. Wilkes -
Allemann et al. 2020). Auch im Rahmen der Expertengespräche wird 
die Zunahme an Konflikten zwischen den unterschiedlichen 
Aktivitätsgruppen, die am Ende häufig dieselben Wegeachsen 
nutzen (müssen), immer wieder bestätigt. Solche Konflikte zwischen 
beispielsweise Wanderern und Radfahre rn oder Joggern und 
Hundeführern sind schon seit längerem von vielen ähnlich stark 
frequentierten Orten bekannt (vgl. Arnberger & Haider 2005; Derks 
et al. 2020). Besonders aufgefallen ist innerhalb der 
Expertengespräche die Besuchergruppe der Mountainbike r. 
Einerseits im Hinblick auf eine fehelende Rücksichtnahme anderen 
Besuchergruppen gegenüber, wenn sie z.B. mit hohen 
Geschwindigkeiten an diesen vorbei fahren, andererseits durch das 
offensichtlich verstärkt festzustellende Querfeld(wald)einfahren . 
Die Belastung und Störung von Flora und Fauna wird vor allem von 
Vertretern naturschutzfachlicher Einrichtungen immer wieder 
angeprangert. Hier erweisen sich private Initiativen, wie z.B. 
Vereinsgründungen mit ausgewiesenen Trainingsgeländen,  für die 
Streitbeilegung als hilfreich. So hat bereits ein entsprechender 
zielführender Dialog zwischen behördlichen Vertretern und 
interessierten Mountainbikern zum  Bau einer legalen 
Mountainbike-Strecke in Köln Kalk  geführt. Dadurch können 
Beeinträchtigungen der städtischen  Grünflächen zu einem 
bedeutenden Maß reduziert werden.

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   42 
 
Nutzungskonflikte können also auch zwischen bewegungsaktiven 
Nutzern der Natur und dem Naturschutz auftreten. Sie fallen dabei 
häufig bei entsprechend hohem Besucherdruck auf Natur und 
Landschaft auf, da gerade dann unachtsam entsorgte Abfälle, wildes 
Zelten, offene Feuerstellen im Wald, falsch parkende Autos, 
Nutzung gesperrter Wege und anderes mehr besonders häufig 
festgestellt werden (Region Köln/Bonn e.V. 2012; Nationalpark Eifel 
2020). Mangelnde K enntnis über Regeln und Verhaltensweisen 
spielt dabei oftmals eine entscheidende Rolle und das Fehlverhalten 
führt in der Region nach Aussage der Experten immer wieder zu  
Konflikten. Interessanterweise erkennen die Besucher selbst diese 
Problematik aber nicht in dieser Deutlichkeit (vgl. Nationalpark Eifel 
2020). Auch in der Momentaufnahme bestätigen nur knapp 20% 
eine Zunahme an Konflikten in der Pandemiezeit, 80% der Befragten 
verneinen ein häufigeres Auftreten seit Beginn der Pandemie.  
Dieser scheinbare Widerspruch lässt sich darüber erklären, dass bei 
den Fachleuten der Forst - und Wasserwirtschaftsbehörden ebenso 
wie bei den Touristikern in der Region Köln/Bonn vorrangig die 
Beschwerden eintreffen. Auch ordnungspolitisch wird eben das 
notiert, was den A nweisungen zuwiderläuft, nicht aber das, was in 
Ordnung ist. Es ist also durchaus vorstellbar, dass gerade in Zeiten, 
in denen der Besucherdruck deutlich zugenommen hat, ein 
deutlicher Anstieg an Ordnungsvergehen in Natur und Landschaft 
behördlich festgestellt werden muss, ohne dass dies dem Gros der 
Besucher tatsächlich auffällt. Insbesondere dann, wenn die 
Besucher selber nicht in eine Konfliktsituation mit Dritten geraten 
sind, dürfte sich eine solche Situation auch nicht in deren Gedanken 
manifestieren. Der Unterschied in der Wahrnehmung von 
Konfliktsituationen könnte ferner auch dadurch zu begründen sein, 
dass der Erholungssuchende in der Regel die Naherholungsgebiete 
für Freizeitaktivitäten aufsucht. In dieser Phase erscheint er aus 
psychologischer Sicht deutlich entspannter gegenüber anderen und 
seiner Umwelt zu sein als beispielsweise im beruflichen Alltag, auch 
weil die aufgesuchte naturnahe Umgebung sowie die Bewegung 
selber in vielen Fällen den beruflichen und/oder privat en Stress 
nachweisbar reduzieren (Frumkin et al. 2017; Karjalainen et al. 2010; 
Sandifer et al. 2015; Stier-Jarmer et al. 2021). Eine solche Umgebung 
kann sich daher relativ rasch und konsequent positiv auf die 
persönliche Einstellung auswirken. Und in einer solchen Umgebung 
werden dann konsequenterweise auch die Begegnungen mit 
anderen Besuchern positiv erfahren (Rossi et al. 2012). Allerdings 
dürfte den Besuchern, die dennoch von Konfliktsituationen direkt 
betroffen sind, diese umso deutlicher in Erinnerung bleiben. 
Im Zuge dessen w erden auch in den Expertengesprächen 
Lösungsansätze zur Konfliktvermeidung diskutiert. Dabei werden 
hinsichtlich des Fehlverhaltens Maßnahmen genannt, die sich auf 
eine gute Öffentlichkeitsarbeit durch die Informationsvermittlun g 
auf mehreren Wegen beziehen. Neben analogen Kanälen 
(Infotafeln, Flyer usw.) ist vor allem das Potenzial digitaler Kanäle 
(Webseiten, Apps, Soziale Medien) diesbezüglich beachtlich. So 
kann die nötige Akzeptanz auch für restringierende Maßnahmen 
geschaffen und die erforderliche Weitsicht gefördert werden. Denn

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   43 
 
vielen Besuchern ist bislang leider nicht klar, dass es beim Aufenthalt 
in Natur und Landschaft eben  nicht „nur“ um Erholung geht, 
sondern um vieles mehr. Auch das Arbeiten am Runden Tisch bietet 
eine gute Möglichkeit, um zwischen verschiedenen Parteien zu 
vermitteln und Lösungen durch Kompromisse zu finden.  
Eine konsequente Überlegung zielt mittel - bis langfristig auf das 
bewusste Bewerben bestimmter Themenschwerpunkte bzw. 
Nutzergruppen ab, um ein e angepasste räumliche Verteilung der 
verschiedenen Interessen- und Besuchergruppen in einem Areal zu 
erzeugen. Durch derartige Zonierungen w erden räumliche 
Konfliktpotenziale, wie sie z.B. eintreten, wenn Hundeführer auf 
Reitwegen unterwegs sind, verminde rt. Dafür braucht es allerdings 
attraktive Angebote ( z.B. explizit ausgewiesene Hundeflächen, 
Mountainbikeparks, Spielplätze für Kinder und Familien usw.), um 
die Besucher im Raum angemessen und optimiert zu verteilen. 
Auf der anderen Seite kann aus der gegensätzlichen Empfindung der 
Befragten bzgl. des Besucheraufkommens auch abgeleitet werden, 
dass die bestehenden Lenkungsmaßnahmen in der Region aufgrund 
der Nähe zu den Ballungsräumen zwischen Leverkusen, Köln und 
Bonn bereits auf hohe Besuchermengen ausgerichtet sind und daher 
auch in der Pandemiezeit gut funktionieren.  Auch wenn viele der 
Experten beton en, die Infrastruktur sei „nicht ausgeprägt“ genug 
und müsse „erneuert“ oder „größer werden“ , können sich die 
Besucher auch bei einem hohen Andrang offensichtlich noch gut auf 
das in der Region vorhandene Wegenetz bzw. auf die dort 
vorzufindenden unterschiedlichen Angebote verteilen.  
Dass gelingt in Zukunft nur dann, wenn die Infrastrukturangebote 
von einer entsprechend zusagenden Qualität sind und in 
ausreichender Quantität vorhanden sind. Ist das der Fall, können 
auch Strategien der Besucherlenkung gut funktionieren. Zu solchen 
Lenkungsmaßnahmen zählen attraktive und der Nutzung 
angepasste und entsprechend aufbereitete Wege sowie weitere 
Bewegungsangebote. Sie helfen, stark frequentierte Wege und Orte 
zu entlasten. Allerdings ist es dabei notwendig, sich nicht nur auf 
wenige Premiumprodukte zu konzentrieren oder nur diese zu 
bewerben. Ein solches Vorgehen führt eher zu einer noch stärkeren 
Konzentration der Besucher auf diesen wenigen Standorten. Neben 
bestehenden hochwertigen Angeboten müssen also insbesondere 
über die Informationskanäle der sozialen Medien immer wieder 
interessante und attraktive Angebote der Naherholung offeriert 
werden, um die vorherrschende  Konzentrationen auf die (nah -) 
touristischen Leuchttürme immer wieder zu entzerren. Dabei bleibt 
aber zu beachten, dass von vielen Nutzern nicht die Einsamkeit auf 
der Fläche gesucht wird. Gerade in Park - und Grünanlagen werden 
andere Besucher häufig sogar eher positiv als negativ 
wahrgenommen (Rossi et al. 2012).  
Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass wesentliche Maßnahmen 
oft nur durch übergreifende Kooperationen eine überzeugende und 
wirksame Entfaltung erfahren. Lokale Parallelaktionen oder gar ein 
Scheuklappendenken sind definitiv nicht förderlich und hemmen in 
der Regel Entwicklungsprozesse. Aus den Expertengesprächen kann 
diesbezüglich auf eine  hohe Bereitschaft zur Zusammenarbeit

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   44 
 
geschlossen werden. Ferner sind sich die t ouristischen Akteure 
bewusst, dass ihre Vorhaben im größtmöglichen Einklang mit dem 
Naturschutz stehen müssen, da die Natur  unmittelbar zur 
Erholungsleistung beiträgt. Und die Akteure aus forstamt - und 
naturschutzfachlichen Einrichtungen anerkennen ihrerseits, dass die 
Erholung in den Natur- und Landschaftsräumen  als Ausgleich zum 
Alltag für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil ihres 
Wohlbefindens ist. Dies kann als Basis für einen offenen Dialog 
dienen, der auch angesichts der wachsenden Stadtbevölkerung 
(Bundesinstitut für Bevölkerung, 2021) unumgänglich sein wird, 
wenn man die Balance zwischen Erholung und Naturschutz 
aufrechterhalten will. Diese Balance im Interesse aller Parteien auch 
nach der Corona -Pandemie weiter bestehen zu lassen , wird zur 
herausfordernden Aufgabe der nahen Zukunft . Dabei sind  auch 
private Interessenvertreter  in d iesen Dialog zu involvieren, um 
sowohl Maßnahmen transparent zu vermitteln als auch  deren 
Anliegen mitberücksichtigen zu können. Als enorm wichtige Stütze 
für anstehende Vorhaben kann es so gelingen, den notwendigen 
Rückhalt in der Gesellschaft weiter auszubauen.  
Weiterführende Studien werden zeigen, o b das Besucher -
Aufkommen weiterhin so hoch bleibt oder nach der Pandemie sogar 
noch weiter ansteigt. In jedem Fall sprechen alle Zeichen dafür, dass 
die regionalen Freizeit - und Erholungsräume auch nach der 
Pandemie, z.B. aufgrund des Klimawandels sowie veränderter 
Konsum- und Freizeitbedürfnisse, eine weiter steigende Nachfrage 
erfahren werden. Daher wird  es sinnvoll sein, für eine 
zukunftsweisende Nutzung der für die Naherholung und den 
Tagestourismus geeigneten Räume in der Region Köln/Bonn ständig 
die bestehenden Lenkungsmaßnahmen zu überprüfen, sie weiter zu 
entwickeln und immer wieder auch neu zu konzeptionieren. Nur s o 
wird eine gezielte und bewusst e Lenkung auch in Zukunft möglich 
bleiben.

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   45 
 
Fazit 
Die naturbezogene Naherholung und der Tagestourismus in der 
Region Köln/Bonn durchleben aufgrund der Corona-Pandemie eine 
extrem dynamische, und gleichzeitig auch besondere Zeit. Der Druck 
auf die Naherholungsgebiete ist links - sowie rechtsrheinisch 
aufgrund unterschiedlicher Faktoren enorm gestiegen. 
Anhand der Expertengespräche wird deutlich, dass es in den 
Naherholungsgebieten einen Corona bedingten Anstieg der 
Besucherzahlen gibt und sich vermehrt Hotspot -Zonen ausbilden.  
Damit gehen aus Expertensicht Probleme einher, wie beispielsweise 
diverse Beeinträchtigungen der örtlichen Schutzgüter oder auch 
Konflikte zwischen den unterschiedlichen Nutzergruppen. Ein 
Großteil der Besucher der Naherholungsgebiete selbst nimmt solche 
Probleme aber offensichtlich anders war . Für sie ist die 
Daseinsgrundfunktion des „Sich erholen“ definitiv erfüllt. 
Die Attraktivität der Naherholungsregion entlang der Rheinschiene 
Köln/Bonn ist davon abhängig, ob die Verantwortlichen auch in 
Zukunft Wege und Mittel finden werden , um Missstände zu 
beheben und ein Nebeneinander von Erholung und Naturschutz zu 
gewährleisten. Dafür können aus  dieser Studie  Maßnahmen 
abgeleitet werden , die auf unmittelbarer und auf mittel - bis 
langfristiger Ebene ergriffen werden sollten. 
Eine umgehend zu verfolgende Vorgehensweise ist z unächst die 
übergreifende Koordination der Parkplatzangebote, um das  hier 
besonders hohe Konfli ktpotenzial zu reduzieren . Zudem ist in 
diesem Rahmen gerade in den Naturparken auch eine Ausweisung 
und Bewerbung alternativer Naherholungsräume empfehl enswert. 
Derartige Methoden sind relativ schnell umzusetzen und bieten ein 
geeignetes Mittel, um Besucherströme zu entzerren.  
Mittel- bis langfristig müssen aber auch Strategien entwickelt 
werden, die sich auf die Entwicklung attraktiver Angebote beziehen. 
Eine gleichzeitige Fokussierung auf bestimmte Themen bzw. 
Nutzergruppen verringert das Konfliktpotenzial, indem zum Beispiel 
eine räumliche Trennung verschiedener Besuchergruppen 
herbeigeführt wird. Ausgewiesene Vorrangflächen für Hunde oder 
weitere Mountainbikeparks helfen, die flächige Beeinträchtigung 
der Natur zu mindern bzw. an bestimmten Orten zu bündeln. Eine 
Reglung der Nutzungsauslastung verschafft diesbezüglich allen 
Beteiligten Klarheit  auch hinsichtlich  naturschutzfachlicher Fragen 
und kann sich positiv auf Natur und Landschaft auswirken. 
Weiterhin haben Maßnahmen, die unter dem Schlagwort de r 
Digitalisierung auflaufen, eine hohe Priorität. Um auf aktuelle, 
insbesondere aber auch zukünftige Bedürfnisse und Entwicklungen 
schneller reagieren zu können, sind neue Kommunikationswege  
aufzubauen, durch die der Kontakt und Austausch mit den 
Naherholungssuchenden intensiviert werden kann. 
Ein anderer Umstand, dem in Zukunft eine immer höher werdende 
Bedeutung zukommt, ist die Mobilität. Gerade in Bezug auf die 
Besucherlenkung ist dies neben der Digitalisierung der zweite große 
Themenbereich mit enormem Potenzial. Der Individualverkehr, der 
in Pandemiezeiten die Infrastruktur an ihre Belastungsgrenze führte,

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   46 
 
muss sukzessiv durch eine attraktive  Infrastruktur für Fahrrad, 
Pedelec und/oder den ÖPNV verdrängt werden. Und dafür sprechen 
nicht allein die ökologischen Beweggründe. A uch soziale 
Argumente, wie die Reduktion der  direkten Belastung der in den 
Erholungsgebieten ansässigen Bevölkerung, dürfen nicht außer Acht 
gelassen werden. So fühlt sich gerade diese Gruppe den Automassen 
oftmals hilflos ausgesetzt und bringt ihre Unzufriedenheit mitunter 
lautstark und pressewirksam zum Ausdruck. 
Geeignete Maßnahmen kurz-, mittel- oder langfristig umzusetzen, 
wird tatsächlich für eine  einzelne Institution alleine schwierig sein. 
Angesichts de s festgestellten hohen Drucks auf die 
Naherholungsgebiete wird daher bewusst auf den Region 
Köln/Bonn e.V. verwiesen. Er bietet bereits heute eine bestehende 
Plattform, um im Rahmen von Kooperationen eben jener Akteure 
aus kommunalen, touristischen, naturschutzfachlichen s owie 
forstamtlichen Einrichtungen in den zielgerichteten  Dialog über 
notwendige und umsetzbare Entwicklungsmaßnahmen 
einzusteigen. Der Druck ist bereits bei den verantwortlichen 
Institutionen spürbar und wird in einem solchen Kollektiv besser 
bewältigt wer den. Darüber hinaus sind natürlich auch 
unterstützende private Initiativen wünschenswert, um den 
Besucherandrang in der Region zu managen.  
 
Zusammenfassend wird es eine Hauptaufgabe für die Akteure in der 
Region sein, die Verteilung der Besucher bestmöglich zu 
beeinflussen. D ie Bedeutung der Naherholungsgebiete innerhalb 
der Region Köln/Bonn für die alltägliche Erholung der hier lebenden 
Menschen ist einfach zu hoch, als das s aus den anlässlich der 
Pandemie gemachten Erfahrungen keine Konsequenzen  gezogen 
werden. Diese Arbeit möchte dazu erste mögliche Schritte 
aufzeigen. Mit Ende der Corona -Pandemie erscheinen allerdings 
weitere Studien notwendig, um die wechselhafte Dynamik dieses 
Forschungsfeldes konsequent wissenschaftlich zu begleiten.

Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   47 
 
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Naturbezogene Naherholung und Tagestourismus in der Region Köln/Bonn   
 
Anhang

Beratungsverlauf (2)

20.01.2022 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün
TOP 7.5 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
Kenntnisnahme (Mitteilung)

Details

Aktenzeichen
4217/2021
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
29.12.2021
Erstellt
30.11.2021 15:07