Armut in Köln: Wie ist die Lage bei der Kölner Tafel? (AN/1300/2022)
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 2534/2022 vom 16.08.2022
Stand: Am 18.08.2022 im Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/50/502 Vorlagen-Nummer 16.08.2022 2534/2022 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 18.08.2022 Armut in Köln: Wie ist die Lage bei der Kölner Tafel? (AN/1300/2022) Mit Anfrage vom 21.07.2022 (AN/1300/2022) bittet die SPD-Fraktion die Verwaltung um die Beant- wortung folgender Fragen: 1.) Was weiß die Verwaltung über die Lage der Kölner Tafel? 2.) Hat die Verwaltung Kenntnisse darüber, wie sich der Kreis der von der Tafel unterstützten Menschen zuletzt entwickelt hat? 3.) Sind Pläne für einen Aufnahmestopp gegenüber neuen Bezieher*innen der Lebensmittel der Tafeln oder sonstige Beschränkungen der Verwaltung bekannt? 4.) Plant die Verwaltung, die Kölner Tafel in irgendeiner Weise zu unterstützen und so möglicher- weise drohende Ausfälle der Versorgung Bedürftiger zu vermeiden? Die Verwaltung beantwortet die Fragen wie folgt: Zu 1.) Nach Auskunft des Vereins „Tafel Köln e.V.“ unterscheidet sich die Situation bei der Kölner Tafel nicht von den meisten anderen Tafeln in NRW: Die Nachfrage von bedürftigen Menschen ist sprunghaft gestiegen, konkrete Zahlen hierzu liegen jedoch nicht vor. Die hohe Inflation und der damit einhergehende massive Preisanstieg für Lebensmittel und Energie haben die Nachfrage bei den rund 40 Ausgabestellen in Köln verdoppelt. Gleichzeitig erhalten die Tafeln nicht mehr Zuwendungen als zuvor (z.B. über Spenden), so dass die vorhandenen Lebensmittel auf eine höhere Personenzahl verteilt werden müssen. Obwohl die Vernetzung der Kölner Tafel sehr gut ist, haben fast alle Ausgabestellen Aufnahme- stopps, weil die Nachfrage nicht mehr bewältigt werden kann. Das ist zum einen in den begrenzt zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten begründet, die die Kölner Tafel nutzen kann, zum anderen aber auch im fehlenden Personal. Mehr Personal (ehrenamtlich Tätige) führt jedoch nicht zu einer Verbes- serung der Situation, wenn eine Ausgabestelle nur begrenzt räumliche Möglichkeiten nutzen kann. So teilt die Ausgabestelle in Köln-Mauenheim unter der Hochbahn Lebensmittel aus, in Köln-Neubrück wird ein Zelt genutzt. In Köln-Ostheim steht eine Garage für die Ausgabe von Lebensmitteln zur Ver- fügung. Inzwischen können nicht mehr an jeder Ausgabestelle wöchentlich Lebensmittel ausgegeben werden, sondern vielfach nur noch vierzehntägig oder auch nur noch einmal im Monat. Zu 2.) Wie unter Ziffer 1.) dargestellt ist die Anzahl der Menschen, die bei der Kölner Tafel um Unter- stützung bittet, rapide angestiegen. Nicht allein der enorme Preisanstieg wirkt sich hier negativ aus, sondern auch die Ukraine-Krise. Geflüchtete aus der Ukraine wenden sich derzeit auch in hoher Zahl an die Kölner Tafel. Zu 3.) Fast alle der insgesamt 40 Ausgabestellen haben auf Grund der geschilderten Situation einen 2 Aufnahmestopp ausgesprochen. Zu 4.) Da die existenzsichernden Bedarfe u.a. für Lebensmittel in Deutschland grundsätzlich von den vom Bund festgelegten Regelsätzen abgedeckt sind, fehlen der Verwaltung im Kontext der Essens- ausgabe die Handlungsansätze. Den Austausch mit der Tafel Köln zur Klärung von Unterstützungs- möglichkeiten setzt die Verwaltung fort. Gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf
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18.08.2022
Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
Entscheidung. Ergebnis: Kenntnis genommen
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