2010/0423
Bericht zur Entwicklung des Krematoriums
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
2010/0423
7127 Zeichen
Magistratsvorlage Eingang Magistrats- geschäftsstelle: 29.09.2010 an den Magistrat zur Kenntnis zur Beschlussfassung Beteiligt vor Magistratsbeschlussfassung: Dezernat II an die Stadtverordnetenversammlung OBW zur Befassung zur Kenntnis zur Beschlussfassung zur abschließenden Beschluss- fassung Fachausschuss Amt: EAD Behandlung in öffentl. Sitzung Ja Nein OBW bei abschl. Beschluss- fassung Magistrat Ja Nein Internetfähig Verteiler: Vorlage-Nr. 2010/0423 Magistratsbeschluss-Nr. Betreff: Bericht zur Entwicklung des Krematoriums Vorlage vom: 22. 9.2010 Beschlussvorschlag: Der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung nehmen den Bericht zur Entwicklung des Kremato- riums zur Kenntnis. Anlagen: Datenschutzrelevante Anlage: Beschluss des Magistrats vom 2 ... Bericht zur Magistratsvorlage vom 22.09.2010: Ausgangssituation Durch das Verwaltungsstrukturgesetz 2002 (GVBI. I S. 342) und durch die Einführung der Umsatz- steuerpflicht im Jahre 2004 haben sich die Rahmenbedingungen für kommunale Krematorien in Hessen grundlegend geändert. Dies hatte für das Darmstädter Krematorium zur Folge, dass einer- seits die Vorsteuer nicht geltend gemacht werden konnte und anderer-seits nunmehr auf die Dienst- leistungen die Umsatzsteuer erhoben werden musste. Das führte strukturbedingt zu erheblichen Marktnachteilen. Die Feuerbestattungen nahmen aufgrund dieser wirtschaftlichen Rahmenbedin- gungen ab. Dabei hat sich gezeigt, dass die bestehende Organisationsform innerhalb eines Amtes nicht geeignet ist, mit der in Südhessen vor-herrschenden Wettbewerbssituation zu konkurrieren. So haben alle Versuche, die Zahl der Einäscherungen zu erhöhen, leider nicht zu einer Verbesserung der Situation geführt. Der städtische Haushalt wurde durch die zurückgehenden Einäscherungen und dem damit verbundenen steigenden Verlust belastet. Übertragung Verwaltungsinterne Überlegungen sowie Beratungsgespräche mit einer Wirtschaftsprüfungs- gesellschaft ergaben, dass das Darmstädter Krematorium dem Eigenbetrieb Abfallwirtschaft und Stadtreinigung der Wissenschaftsstadt Darmstadt (EAD) angegliedert wurde. Mit dem Magistratsbe- schluss Nr. 739 wurde das Krematorium der Wissenschaftsstadt Darmstadt zum 01.01.2008 zum Restbuchwert vom 31.12.2007 in das Sondervermögen des EAD über-tragen. Die in Zusammen- hang mit dem Krematorium stehenden Verträge sowie die dem Krematorium zugeordneten drei Personen sind ebenso zum 01.01.2008 an den EAD über-gegangen. Das Krematorium wird seit dem 01.01.2008 als Betrieb gewerblicher Art (BgA), unter dem Namen „Krematorium Waldfrieden“ betrieben und ist somit als eine eigenständige Einheit nach außen hin deutlich sichtbar. Modernisierungsmaßnahmen Durch die Optimierung der organisatorischen und technischen Abläufe konnten sowohl die Betriebs- führung als auch der Kundenservice wesentlich verbessert werden. Dazu wurden auch die Betriebs- ordnung nach den neuesten Richtlinien überarbeitet und eine Verfahrens- und Arbeitsanweisung er- stellt. Als eines der ersten Krematorien führt die Darmstädter Anlage das Siegel „Kontrolliertes Krema- torium“. Durch betriebswirtschaftlich optimierte Veränderungen konnten Kostensenkungen erreicht werden. Dazu wurden folgende Optimierungsmaßnahmen durchgeführt: - Konsequente „Ein-Ofen-Fahrweise“ - Anpassung der Strom- und Gasverträge an die tatsächliche Leistung - Neuverhandlung des Wartungsvertrages - Eigenständige Kontrolle des Stromverbrauches durch die Trennung des Stromanschlusses vom Waldfriedhof - Gegenseitige Vertretungsregelungen (ohne Inanspruchnahme des Friedhofspersonals). - Einbindung der Abrechnungsprozesse in das SAP-System des EAD - Übernahme der Unterhaltung und Pflege der Außenanlage Um auf dem Markt zu bestehen, konnte in Summe dieser Maßnahmen, aufgrund von Preisvergleichen der umliegenden Krematorien, eine Preisanpassung durchgeführt werden. Um die Position des Krematoriums auf dem Markt zu festigen sowie nach außen hin deutlich sichtbar zu machen, wurden weitere Veränderungen unternommen, wie: - Verlängerte Öffnungszeiten, montags bis freitags von 07:00 bis 17:00 Uhr 3 ... - 24 Stunden Zugang, inkl. an Sonn- und Feiertagen für die Bestatter - Schnelle Einäscherungen innerhalb von 36 Stunden - Eigenständiges neues einheitliches Erscheinungsbild (Geschäftspapier, Internetauftritt, Flyer, Anzeigenschaltungen, Arbeitskleidung) - Anbieten von Kaffee und Wasser für die Bestatter - Erhaltung des einwandfreien technischen Zustandes der Anlage durch zeitnahe Investitionen Ein wichtiger Bestandteil des „Krematorium Waldfrieden“ ist seine Kundenbindung. Im Bewusstsein der Hinterbliebenen ist es oft nachrangig, wo die Kremierung durchgeführt wird. So ist es wieder - durch konsequente Bestatterbesuche - dem Krematorium gelungen, 15 Bestatter zurück- bzw. neu zu gewinnen und gleichermaßen den vorhanden Kundenstamm zu festigen. Das Krematorium fühlt sich zur Information der Öffentlichkeit verpflichtet und macht seine Leistung jederzeit transparent. Dazu findet einmal jährlich ein „Tag der offenen Tür“ statt. Dieser Tag wird von den Bestattern, Bürgerinnen und Bürgern sehr gut angenommen. Viele Menschen haben den Wunsch, für die Bestattung selbst zu sorgen und diese vorab zu regeln. So wird allen Interessierten die Möglichkeit gegeben, die Räum- lichkeiten des Krematoriums Waldfrieden kennen zu lernen, sowie einen Einblick in die Technik der Anlage zu erlangen. Nach Absprachen mit dem Betriebsleiter werden ganzjährig Führungen angebo- ten. Das Krematorium Waldfrieden erkannte das Bedürfnis vieler seiner Kunden sowie das der Bürge- rinnen und Bürger nach einem Raum, in dem Hinterbliebene die Möglichkeit einer individuellen Ab- schiednahme von dem Verstorbenen haben. Am 19. April diesen Jahres konnte ein neu gestalteter Andachtsraum im Krematorium Waldfrieden eingeweiht werden. Fazit Die Summe aller Maßnahmen führte im Jahr 2008 aufgrund von Investitionen noch zu einem negati- ven Jahresergebnis, während im Jahr 2009 ein Überschuss erwirtschaftet werden konnte. Die Ergeb- nisse können aus den jeweiligen Jahresabschlüssen entnommen werden. Die Zahl der Kremierungen gegenüber 2008 stieg um 25 %. Zur internen Steuerung der Geschäfts-prozesse werden ausgewählte Kennzahlen monatlich ermittelt und in regelmäßigen Besprechungen analysiert. Sie bilden die Grund- lagen für die erforderlichen Entscheidungen der Geschäftsführung. Wesentliche Kennzahlen sind die Anzahl der Kremierungen, der Personal-einsatz pro Kremierung, Gasverbrauch pro Kremierung, die Anlieferung der Bestatter im Vergleich zum Vorjahr (ABC-Analyse), Soll-Ist-Vergleiche von Umsatzer- lösen und Kosten. Die Übertragung des Krematoriums aus dem städtischen Haushalt in das Sondervermögen des EAD hat die Voraussetzung für eine Positionierung am Markt geschaffen und ermöglichte einen kostende- ckenden Betrieb des Krematoriums. Darmstadt, 22. September 2010 Der Dezernent II Wolfgang Glenz Bürgermeister
Beratungsverlauf (1)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2010/0423
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 22.09.2010
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00