Mandari Insight

V/0804/2017

Projekt Marischa - Jahresbericht März 2016 – August 2017

Vorlagen 12.09.2017

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Ausschuss für Gleichstellung, Sitzung am 17.10.2017, TOP 6

Berichtsvorlage

· application/pdf

Ansehen

Berichtsvorlage

18178 Zeichen

V/0804/2017 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Gesundheit, Veterinär- und 
Lebensmittelangelegenheiten 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Projekt Marischa - Jahresbericht März 2016 – August 2017 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
11.10.2017 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und 
Arbeitsförderung Bericht 
17.10.2017 Ausschuss für Gleichstellung Bericht 
 
 
Bericht: 
Das Projekt „Marischa“ wurde 2013 von einer Gruppe Ehrenamtlicher gegründet, mit dem Ziel, 
die Situation der Prostituierten in der Siemensstraße -Münsters Straßenstrich- zu verbessern. Sie 
führten Streetworkaktionen durch, bei denen den Frauen Kaffe e, Kondome und eine Visitenkarte 
mit Kontaktdaten angeboten wurden. Sehr bald wurde  deutlich, dass der Hilfebedarf sehr groß 
war.  
Im Jahre 2015 wurde deshalb bei der Stadt Münster ein Antrag auf eine hauptamtliche Stelle 
(0,5-Stelle) zur Unterstützung der  ehrenamtlich Tätigen gestellt und durch den Rat der Stadt 
Münster befristet bewilligt. 
Das Projekt „Marischa“ ist beim Amt für Gesundheit, Veterinär- und Lebensmittelangelegenheiten 
angesiedelt und dem Aufgabenbereich sexuelle Gesundheit (HIV/STI) zugeordnet. 
 
Am 01.03.2016 konnte Frau Yanica Grachenova als hauptamtliche Mitarbeiterin für das Projekt 
Marischa eingestellt werden. Frau Grachenova ist Sozialpädagogin und gebürtige Bulgarin.  
 
Zu ihren Hauptaufgaben gehören 
 
 die Koordination der Aktivitäten der Ehrenamtlichen;  
 Aufbau und Aufrechterhalten von Netzwerken;  
 Kontaktherstellung zu neuen Kooperationspartnern; 
 Öffentlichkeitsarbeit;  
 (Muttersprachliche) Einzelberatung der Prostituierten;  
 Organisation und Begleitung zu verschiedenen Behördengängen und Arztterminen;  
 Sprach- und Kulturmittlung  
 
 
 
 
 
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0804/2017 
Auskunft erteilt: 
Frau Grachenova 
Ruf: 
492-5386 
E-Mail: 
Grachenova@stadt-muenster.de 
Datum: 
20.09.2017 
Öffentliche Berichtsvorlage

2 
V/0804/2017 
 
Ziele des Projektes: 
 
 Gesunderhaltung:  
 Aufklärung zum Infektionsschutz, um die Aus - und Verbreitung von sexuell 
übertragbaren Krankheiten auch bei Kontaktpersonen zu minimieren  
 Abtreibungsraten reduzieren 
 Unterstützung bei allgemeinen, gesundheitlichen Fragen 
 
 Integrationshilfe: 
 Beratung und Begleitung der Prostituierten in schwierigen Alltagssituationen  
 Möglichkeiten anbieten, sich am gese llschaftlichen Leben der Stadt zu beteili-
gen 
 Begleitung bei strittigen Rechtsfragen 
 Hilfe bei bestehendem Ausstiegswunsch 
 
 Hilfe zur Selbsthilfe: 
 aufklärende Beratung zu sozialen Normen, Rechten, Pflichten in Deutschland 
 Sprachkenntnisse verbessern  
 
Bis zur Einstellung einer hauptamtlichen Kraft wurden die Aufgaben im P rojekt Marischa au s-
schließlich ehrenamtlich, mit viel Engagement, aber oft wenig zeitlichen Ressourcen bewältigt.  
Seit März 2016 ist es gelungen, nicht nur die Ziele des Projekts fundierter zu beschreiben, so n-
dern auch die bisherigen Angebote auszubauen u nd ein zuverlässiger Ansprechpartner für die 
Prostituierten und Kooperationspartner zu sein. Sehr von Vorteil  ist die Tatsache, dass die 
hauptamtliche Mitarbeiterin als Bulgarin die Kultur und Sprache vieler Frauen, die derzeit meh r-
heitlich aus Südosteuropa kommen, versteht.  
 
 
Angebote des Projektes:  
 
 Regelmäßige Telefonberatung (auf Deutsch oder Bulgarisch) Mo.-Fr. von 11 bis 15 Uhr; 
 Information über besondere gesundheitliche Risiken durch die Arbeit 
 Motivieren, sich regelmäßig freiwillig untersuchen zu lassen 
 Kontaktherstellung zur anonymen AIDS/STI-Beratungsstelle des Gesundheitsamtes 
 Beratung, Begleitung und sprachliche Hilfe bei Ärzten, Ämtern und Beratungsstellen; 
 Beratung, Begleitung und sprachliche Unterstützung beim Ausstieg, wenn gewünscht;  
 Organisieren von Initiativen bzw. geeignete n Aktionen, um die Frauen besser zu integri e-
ren und zu fördern 
 Bereit- und Zusammenstellung von Informationen in Form von mehrsprachigen Broschü-
ren  
 Durchführung einer kostenlosen Pflichtberatung gem. § 10 ProstSchG 
 
 
„Streetwork“:  
 
Durch die Beschäftigung einer hauptamtlichen Mitarbeiterin konnten die Streetworktermine und 
die Teamsitzungen mit den Ehrenamtlichen regelmäßig 2 x im Monat stattfinden. Bei den einze l-
nen Streetworkterminen werden je nach Jahreszeit 20 bi s 30% der Frauen auf der Straße ang e-
troffen und angesprochen. In der Zeit von März 2016 bis August 2017 konnte Kontakt zu 32 u n-
terschiedlichen Frauen hergestellt werden, welche zu 97% aus Bulgarien stammen. Dabei haben 
sich über 250 Einzelgespräche und die daraus resultierenden Beratungsmöglichkeiten ergeben. 
Ein Erstkontakt-Gespräch auf der Straße dauert im Schnitt etwa 15 Minuten. Die Frauen wollen 
ihre Arbeitszeit gewinnbringend nutzen und haben dann "keine Zeit" mehr für längere Gespräche.

3 
V/0804/2017 
 
Etwa ein Drittel der angesprochenen Frauen meldet sich allerdings anschließend telefonisch oder 
persönlich im Büro der hauptamtlichen Mitarbeiterin. Das macht deutlich, wie wichtig die aufs u-
chende Arbeit ist, da durch den persönlichen Kontakt erste Schwellenängste abgebaut werden. 
Oft sind akute und plötzlich aufgetretene gesundheitliche Probleme der Grund für eine erneute 
Kontaktaufnahme. In einigen Fällen kann direkt durch die Ärztin der AIDS/STI -Beratung geholfen 
werden, in anderen Fällen sind eine Terminvereinbarung  und in der Regel auch eine Begleitung 
in eine ärztliche Praxis erforderlich. 
Einige Frauen rufen an, wenn sie Hilfe bei Alltagsproblemen brauchen, aber auch um sich über 
Alltagsabläufe in Deutschland (Bank, Post, Einkaufen, öffentliche Verkehrsmittel, Öf fnungszeiten 
der verschiedenen Ämter etc.) zu informieren.  
Fragen nach einem möglichen Ausstieg werden nie auf der Straße, sondern immer im geschüt z-
ten Zweiergespräch im Büro gestellt. 
 
Seit Mai 2017 findet zusätzlich „Streetwork“ mit einem “Beratungsbus“ statt. Die Ärztin der 
HIV/STI-Beratungsstelle und die Sozialpädagogin werden von einem ehrenamtlichen Mitarbeiter 
mit einem Stadtteilauto durch die Siemensstraße gefahren, halten in der Nähe der Frauen und 
beraten zu gesundheitlichen und sozialen Fragen. Dieser Service wird von den Frauen geschätzt 
und sehr gern in Anspruch genommen. Es werden regelmäßig auch Termine für das Unters u-
chungsangebot nach §19 IfSG vereinbart. Danach ist es möglich, freiwillig, anonym und koste n-
frei eine Untersuchung oder Beratun g zu Sexuell -übertragbaren Krankheiten (STI) in Anspruch 
zu nehmen. 
 
 
Kultursensible Beratung und die sich daraus ergebende Begleitung:  
 
Da Frau Grachenova  aus Bulgarien stammt und in Deutschland studiert hat, kennt sie sich mit 
der deutschen Kultur, mit Traditionen und Gewohnheiten aus und kann den auf der Straße arbei-
tenden Frauen wichtige Informationen über das gesellschaftliche Leben in Deutschland vermi t-
teln. Häufig werden Fragen nach dem gesellschaftlichen, rechtliche n und politischen Leben in 
Deutschland gestellt: 
„Warum müssen Steuern gezahlt werden?“ 
„Was bedeutet Elternzeit?“ 
„Warum kann man die Kinder von der Schule nicht einfach abmelden und in eine andere Schule 
schicken?“  
„Wie ist Arbeit organisiert?“ etc.  
Die Beantwortung dieser Fragen und das Verstehen der Hint ergründe helfen den Frauen, sich 
besser zu integrieren und Lebenswelten außerhalb der Prostitution zu verstehen. 
 
 
Beratungen und Begleitungen im Projektzeitraum: 
 
 53 wahrgenommene Termine zu Ärzten, davon 11 zum Hausarzt, 32 zu Fraue närztInnen, 
10 Begleitungen von Kindern zum Kinderarzt.  
 58 Beratungsgespräche und Begleitungen zu Ämtern und zu der „Europa Brücke Müns-
ter“, unter anderem mit den Schwerpunkten: Notunterkunft, Umzug, Jobcenter, Bürge r-
amt; erfolgreiche Unterstützung bei de r Jo bsuche, Anmeldungen von Kindern  bei zwei 
Schulen und eine Anmeldung in einer Kita; 
 35 Beratungen und Begl eitungen mit folgenden Themen: Amtsgericht; Anwalt, Beantr a-
gen von Prozesskostenhilfe, Polizei, Häusliche Gewalt, Kindeswohlgefährdung und Kran-
kenhaus 
 25 Beratungen mit Schwerpunkt: Schwangerschaftskonfliktberatung, Schwangerschaft s-
abbruch; Schwangerschaft und Geburt; 
 10 Hausbesuche mit dem Ziel akute Integrationsschwierigkeiten zu überwinden;  
 12 Beratungen und Begleitungen bzgl. Fragen zum Krankenversicherungsschutz teilweise 
in Zusammenarbeit mit dem Projekt „Clearingstelle Klar für Gesundheit“.

4 
V/0804/2017 
 
Einzelfallhilfe in besonders schwierigen Situationen:  
Durch die kontinuierliche  Beratung und Begleitung konnte im Projektzeitraum in vielen Fällen 
konkrete Hilfe vermittelt werden: 
Zwei Frauen sind aus der Prostitution ausgestiegen und mit ihren Kindern wieder zurück nach 
Bulgarien gereist.  
Bei einer Frau wurde eine akute Kri senintervention notwendig, als sie nach einer Beratung im  
Marischa-Büro nicht wi eder zu ihrer Arbeitsstätte fahren wollte. Da der dringende Verdacht b e-
stand, dass sie gegen ihren Willen zur Prostitution gezwungen wurde, konnte sie mit Un terstüt-
zung eines Ehrenamtlichen an einen sicheren Ort gebracht werden. 
Auch das Thema „ungewollte Schwangerschaften“ ist nach wie vor ein Problem. Sichere Verh ü-
tungsmethoden sind den Frauen eher unbekannt. Insbesondere gegenüber der Spirale als Lan g-
zeitverhütungsmittel bestehen große Vorbehalte. Im Projektzeitraum hat sich eine Frau für eine 
Langzeitverhütungsmethode entschieden. Zwei Frauen wurden zu einer Schwangerschaftsko n-
fliktberatung begleitet und haben sich danach für die Geburt des Kindes entschieden. Eine dieser 
Frauen benötigte intensive Betreuung während der Schwangerschaft und hat ihr Kind i m G e-
burtshaus zur Welt gebracht. Sie wurde von der Schwangerschaftsberatungsstelle des Jugen d-
amtes und durch die Hebammen des Geburtshauses umfassend unterstützt.  
Nach und nach gelingt es, die Frauen davon zu überzeugen, dass regelmäßige gynäkologische 
Untersuchungen (auch ohne Beschwerden) zum Schutz der eigenen Gesundheit sinnvoll sind. 
Von März 2016 bis August 2017 wurde das anonyme Beratungs- und Untersuchungsangebot des 
Gesundheitsamtes 10 x in Anspruch genommen. 
 
 
Kooperationspartner des Projektes: 
 
Wichtig für die erfolgreiche Arbeit des Projekts sind der kontinuierliche Kontakt zu Kooperation s-
partnern und der Aufbau von Vernetzungsstrukturen.  
Das Projekt Marischa wurde von einem Netzwerk von Ärzten und Ärztinnen immer wieder unte r-
stützt. Die Ärzte und Ärztinnen boten bei Anfragen kurzfristig Termine an. In Notfällen machten 
sie eine Untersuchung oft auch ohne Anmeldung möglich. Der Kontakt zu zwei g ynäkologischen 
Praxen und einer Hausarztpraxis besteht bereits seit 2015. Es ist mit Unterstützung von Koopera-
tionspartnern gelungen , auch eine Zahnarztpraxis zu finden, die bereit ist, in Ausnahmefällen 
nicht krankenversicherte Frauen akut zu behandeln.  
 
Als weitere neue Kooperationspartner konnten im Projektzeitraum gewonnen werden: 
 
 Die Migrationsberatungsstelle der Bischof-Hermann-Stiftung, Europa Brücke Münster. Sie 
ist dem Projekt bei Notunterkunft, Wohnungssuche, Arbeitssuche, rechtl. Beratung, Sozi-
alhilfe zur Seite gestanden.  
 Das Projekt „Klar für Gesundheit“ (Caritasverband für die Stadt Münster e. V./GGUA 
e.V./Gesundheitsamt) bot helfende Beratung für Frauen, die Schwierigkeiten bei der Klä-
rung ihrer Versicherungen hatten. 
 Das Geburtshaus - Münster  
 Das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien (z.B. bei Kindeswohlgefährdung) 
 Das Team des „Streetwork- Projekt“ des Jugendamtes wendet sich bei speziellen Fragen 
zu Prostitution an Frau Grachenova  
 Die „Fachberatungsstelle bei häuslicher Gewalt“ des SkF e.V.  
 Durch die Teilnahme an überregionalen Fortbildungsveranstaltungen wurden Kontakte zu 
Beratungsstellen für Prostituierte in anderen Städten hergestellt, die bei speziellen Fragen 
telefonische Ansprechpartnerinnen waren. 
 
Kontakte zu Kooperationspartnern, die im Projektzeitraum verstetigt wurden: 
 
 Die gute Zusammenarbeit mit den Schwangerschaftsberatungsstellen, insbesondere mit 
Donum vitae wurde ausgebaut.

5 
V/0804/2017 
 
 Die Fachhochschule Münster lädt jedes Semester haupt- und ehrenamtliche Mitarbeite-
rinnen ein, um das Projekt Marischa vorzustellen und die Studierenden für das Thema  
Armutsprostitution zu sensibilisieren. 
 
Die Initiative „One Billion Rising“, die jedes Jahr am 14. Februar mit einer Tanzaktion, die Stimme 
gegen Gewalt an Frauen erhebt, hat bei diesen Aktionen in den letzten zwei Jahren Spendengel-
der für das Projekt Marischa gesammelt und eine Plattform geboten, das Projekt öffentlich vorzu-
stellen.  
 
 
Öffentlichkeitsarbeit:  
 
Seit Bestehen des Projekts gab und gibt es ein großes Interesse der lokalen Medien an der Sit u-
ation der Frauen auf der Siemensstraße und dem Hilfsangebot vom Projekt Marischa. Fragen zur 
Arbeit des Projekts in der Kombination Haupt- und Ehrenamt, Auswirkungen auf die Situation der 
Prostituierten, aber auch Fragen zu dem neuen Prostituiertenschutzgesetz waren von besond e-
rem Interesse.  
Nach wie vor gibt es immer wieder Anfragen, ob  eine Begleitung durch die Presse bei der 
Streetworkarbeit möglich ist, um die sich prostituierende Frauen zu interviewen. Diese Anfragen 
werden zum Schutz der Frauen und zur Wahrung ihrer Persönlichkeitsrechte grundsätzlich abge-
lehnt.  
Um auch nach außen hin deutlich zu machen, dass das Projekt Marischa nach wie vor ohne die 
Arbeit der Ehrenamtlichen weitgehend wirkungslos bliebe, wird darauf geachtet,  dass Interviews 
immer zusammen mit Ehrenamtlichen gegeben werden. 
 
Im Projektzeitraum wurden nachfolgende Artikel und Beiträge veröffentlicht: 
 Pressemitteilung der Westfälische Nachrichten zur  Aktion „One Billion Rising “ und Spen-
densammlung für das Projekt Marischa: 
 Montag, 15. Februar 2016 (Gewalt gegen Frauen nicht akzeptabel) 
 Mittwoch, 23. März 2016  
 Donnerstag, 16. Februar 2017 (Geld für „Marischa“ gesammelt) 
 Mittwoch, 12. April 2017 (Beratungs-Bulli für Prostituierte)  
 Kirche und Leben –  
März 2016 (Stationen von Marischa, Profil der hauptamtlichen Mitarbeiterin) 
 Perspektive Daily:  
Freitag, 05.August 2016 (Vom Versuch, Prostituierte besser vor Ausbeutung zu schützen) 
 Hallo Münster  
 Sonntag, 21.Juli 2016 (Helfer vom Strich) 
 Sonntag, 02 .August 2017 (Kaum kontrollierbar)  
 Auf der Seite vom Gesundheitsamt; Koordination und Gesundheitsförderung; Projekte 
und Maßnahmen zur Gesundheitsförderung: Projekt Marischa: 
http://www.stadt-muenster.de/gesundheit/koordination-und-
gesundheitsfoerderung/projekte-und-massnahmen-zur-
gesundheitsfoerderung.html#c77140  
 Radio Q 20.06.2017: https://soundcloud.com/radioq/nachts-auf-der-siemensstrase  
 Bürgerfunk/Antenne Münster:  
Am 19.05.2017 um 20:04 wurde ein Beitrag im Rahmen eines 50minütigen Programms 
mit anderen kleinen Beiträgen gesendet. 
 WDR –  
Interview am 03.07.2017: Lokalzeit Münsterland zum Thema ProstSchG und die Frauen 
auf der Straße. http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/westpol/video-westpol-
408.html

6 
V/0804/2017 
 
 
Haupt- und Ehrenamt 
 
Eine Besonderheit des Projekts Marischa ist die personelle Besetzung: 
Eine hauptamtlich arbeitende Fachkraft, mit 19,5 Wochenstunden beim Gesundheitsamt der 
Stadt Münster angesiedelt und ein Pool von  z.Zt. sieben ehrenamtlich tätigen jungen Männern 
und Frauen, deren Kapazitäten durch Studium und Beruf zeitlich begrenzt und festgelegt werden.  
Eine wichtige und nicht immer leichte Aufgabe im Projektzeitraum war die Koordination von 
Haupt- und Ehrenamt. Mit Hilfe einer externen Moderatorin wurden im Rahmen eines Projektt a-
ges Aufgaben, Möglichkeiten und Schnittstellen von Haupt- und Ehrenamt erarbeitet. Dabei wur-
de deutlich, dass einerseits sehr kurzfristige personelle Unterstützung durch Ehrenamtl iche mög-
lich sein muss, andererseits insbesondere die Ziele Integration und Hilfe zur Selbsthilfe haup t-
verantwortlich von den Ehrenamtlichen vorbereitet und umgesetzt werden können. 
Zur Verbesserung der Kommunikation wurde ein elektronischer Gruppenchatraum eingerichtet, 
über den nicht nur aktuelle Termine kommuniziert werden , sondern auch in einer akuten Notsit u-
ation schnell ein Ehrenamtlicher erreicht werden konnte. 
In Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen fand ein Sendbesuch für di e Frauen und ihre Kinder 
statt.  
Als bekannt wurde, dass eine Frau so gut wie keine Möbel in ihrer Wohnung hatte, wurden Möbel 
für die Einrichtung der Wohnung gespendet und in der Wohnung aufgebaut.  
Es wurde ein speziell für die Zielgruppe zugeschnittener Kurs der deutschen Sprache organisiert. 
In Gesprächen beim Streetwork berichteten die Frauen, dass Sprachkurse für sie, zu schwierig 
sind, sie aber gerne die deutsche Sprache lernen möchten. Einige Frauen sind Analphabetinnen, 
andere haben nur wenige Jahre eine Schule besucht.  
Deswegen stieß die Idee eines niedrigs chwelligen Sprachkurses auf großes Interesse auch bei 
den Frauen, die noch keinen ande ren Kurs ausprobiert hatten. In der Umsetzung fand der Kurs 
1x wöchentlich über einen Zeitraum von 2 Monaten statt. Danach änderten sich die Lebenswir k-
lichkeiten der teilnehmenden Frauen (Schwangerschaft, weite Anreisewege, Ortswechsel) , so-
dass der ursprünglich für 3 Monate geplante Kurs beendet wurde. 
 
 
Herausforderungen und Perspektiven: 
 
Die Angebote des Projekts Marischa werden immer mehr in Anspruch genommen und sind mitt-
lerweile eine verlässliche Größe geworden.  
Die Angebote können nur in diesem Umfang aufrechterhalten werden, wenn auch in Zukunft eine 
kontinuierliche und konstruktive Zusammenarbeit von Haupt - und Ehrenamt sichergestellt ist. 
Weiterhin erscheinen regelmäßige Schulungen und Fortbildungen erforderlich, um spezifische 
Sprach-, Kultur-, Gesundheits- und Rechtskenntnisse auf einem fachlich soliden Niveau halten zu 
können. Bislang konnten die damit im Zusammenhang stehenden Ausgaben aus Spendenge l-
dern finanziert werden.  
 
Eine weitere Herausforderung stellt die kontinuierliche Gewinnung und Förderung neuer Ehre n-
amtlicher dar, da immer wieder Ehrenamtliche aus beruflichen oder pe rsönlichen Gründen aus 
dem Projekt ausscheiden müssen.  
 
 
In Vertretung 
 
gez. 
Cornelia Wilkens 
Stadträtin

Beratungsverlauf (2)

11.10.2017 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung
TOP 11 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
17.10.2017 Ausschuss für Gleichstellung
TOP 6 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Siemensstraße

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
V/0804/2017
Typ
Vorlagen
Datum
12.09.2017
Erstellt
06.10.2020 14:37