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0377/2018

Biodiversität im Zuge der Umsetzung zweier Beschlüsse; Anfrage der Fraktion Die Linke

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 01.03.2018

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Nächste Beratung: Ausschuss Klima, Umwelt und Grün, Sitzung am 08.03.2018, TOP 1.3.1

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

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Anfrage N0003/2018

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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

17218 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
V/57/574 
 
Vorlagen-Nummer 01.03.2018 
 0377/2018 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss für Umwelt und Grün 08.03.2018 
 
Biodiversität im Zuge der Umsetzung zweier Beschlüsse; Beantwortung der Anfrage 
AN/0003/2018 der Fraktion Die Linke vom 18.01.2018 
Die Verwaltung beantwortet die Anfrage der Fraktion Die Linke wie folgt: 
 
Frage 1: Verfügt die Stadt Köln über ein eigenes, spezifisches Artenschutzprogramm, bzw. besteht die 
Absicht ein solches zu entwickeln? 
 
Die Stadt Köln nimmt den Erhalt der Artenvielfalt sehr ernst. Aufgrund der Größe der Fläche und dem 
damit einhergehenden großen Aufwand bei Kartierungen einzelner Artgruppen als Grundlage für umfas-
sende Artenschutzprogramme fehlen jedoch die entsprechenden Ressourcen für ein umfassendes, wis-
senschaftlich fundiertes Artenschutzprogramm. 
Erste Ansätze bieten jedoch folgende Aktivitäten: 
 
 Mit den Satelliten gestützten Erhebungen zu Zauneidechse, Kreuz- und Wechselkröte (2012 bis 
2014) durch das Museum König besteht hinsichtlich für diese drei FFH-Anhang IV Arten  eine gute 
Datengrundlage für weiterführende Schutzprojekte. Hinsichtlich der Wechselkröte mit ihrem 
westlichsten Vorkommen in der niederrheinischen Bucht werden diese genutzt, um ein effektives 
Schutzkonzept zu entwickeln. Dieses wird momentan von der  Biologische Station Leverkusen 
Köln in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung umgesetzt. Ein Ziel dabei ist es, durch die Anla-
ge von Kleingewässern die Ackerflächen als Nahrungsraum nutzbar zu machen.  
 Um den Vogelschutz in Köln besser in die Planverfahren einbringen zu können, wird momentan 
eine Erfassung der planungsrelevanten Arten in Auftrag gegeben. Ziel ist es, die lokalen Gege-
benheiten der Populationsgrößen berücksichtigen zu können. 
 Ein weiteres Projekt beschäftigt sich mit dem Erhalt der Edelkrebse. Zum Schutz der heimischen 
Art vor der durch den Amerikanischen Flusskrebs übertragenen Pilzerkrankung werden gezielt 
Krebssperren eingesetzt, um einen Kontakt der beiden Arten zu unterbinden. 
 Um den Rückgang der Biomasse der Insekten in Köln zu erheben, ist angedacht, die Fangerhe-
bungen aus den 1990er Jahren zu wiederholten und die Ergebnisse entsprechend der Krefelder 
Studie zu vergleichen. 
 In den Jahren 2013 bis 2015 hat der BUND Köln eine umfangreiche Kartierung der Pflanzen vor-
genommen, die in der Planungspraxis verwendet werden kann. 
 
Da die wissenschaftlichen Erhebungen mit großem Aufwand verbunden sind und viel Zeit in Anspruch 
nehmen, sich in vielen Bereichen, insbesondere innerhalb der stark versiegelten Gebiete, die Artenvielfalt 
jedoch schon durch unspezifische Maßnahmen wesentlich steigern lässt, wurden erste Projekte mit Um-
setzungscharakter zu sogenannten Leitarten gestartet. Ziel dieser Projekte ist es, durch gezielte Maß-

2 
 
nahmen neue Lebensräume zu schaffen, und gleichzeitig die Bevölkerung über den Sinn und Zweck der 
Aktivitäten aufzuklären, sie für die Artenvielfalt zu begeistern und dabei zu motivieren, auch im eigenen 
Umfeld tätig zu werden, um auch hier weitere Lebensräume zu schaffen. Ein Erfolg kann dabei jedoch vor 
allem für die stadttypischen Arten erzielt werden, weniger für solche, die auf ungestörte, größere, zu-
sammenhängende Bereiche angewiesen sind. Die Aufwertung durch Kleinstrukturen kann aber bei-
spielsweise durch die Förderung von Insekten zu einer Stabilisierung von  Nahrungsnetzen und einer Ver-
besserung der Bestäuberleistung beitragen.  
Folgende Projekte wurden in diesem Zusammenhang bereits umgesetzt: 
 
 Im Jahr 2015 wurde das Projekt „Ganz Köln im Spatzenfieber“ (www.stadt-koeln.de/spatz) be-
gonnen in dessen Rahmen nicht nur neue Lebensräume, u.a. an 10 Schulen, geschaffen worden 
sind, sondern auch mit öffentlichkeitswirksamen Materialien (Fotowettbewerb, Jahreskalender, 
Spatzenkinderbuch, Ausstellung, Informationsveranstaltungen, Internetauftritt) auf die Not dieses 
ehemaligen Allerweltsvogels aufmerksam gemacht wurde und wird. Saatguttütchen sollen dar-
über hinaus für eine ökologische Gestaltung des eigenen Umfeldes werben und diese erleichtern. 
Überregional ist das Projekt mehrfach ausgezeichnet worden unter anderem erfolgt im März die 
Auszeichnung als Jahresprojektes der UN-Dekade für Biodiversität. 
 Im Jahr 2017 wurde das Projekt „Wildbienenschutz aktiv – ganz Köln macht mit“ gestartet. Hier-
bei liegt der Hauptfokus auf der Neuanlage von für Wildbienen geeigneten Lebensräumen. An 18 
Standorten wurde bereits mit der Realisierung begonnen, weitere sollen folgen. Begleitet wird 
auch dieses Projekt durch umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit. Neben diversen Vorträgen, der Un-
terstützung von Schulen bei der Anlage naturnaher Flächen und Aktionstagen, wird durch  Saat-
guttütchen, einen Flyer, einen thematischen Jahreskalender und einen Internetauftritt 
(www.stadt-koeln.de/wildbienen) die Faszination für diese Artgruppe geweckt und dazu animiert, 
im eigenen Umfeld tätig zu werden. Die bisherige Resonanz zeigt dabei ein großes Interesse und 
eine hohe Bereitschaft, selber aktiv zu werden. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusam-
menhang die gute Kooperation nicht nur mit Akteuren aus dem Umweltbereich, sondern auch mit 
Trägern sozialer Einrichtungen. 
 
Insgesamt ist vorgesehen, die begonnenen Projekte weiter zu intensivieren und weitere zu starten, um 
auf diese Weise der Verantwortung in Bezug auf die Verbesserung der Biodiversität insbesondere auf 
Flächen ohne große Nutzungskonkurrenzen vermehrt gerecht zu werden. Ein weiterer positiver Aspekt ist 
dabei die Erlebbarkeit von Natur im direkten Umfeld der BürgerInnen. Auf diese Weise ist zu erwarten, 
dass nicht nur der Wohlfühlaspekt erhöht, sondern durch verstärkte Identifizierung mit dem eigenen Um-
feld auch der Vandalismus gesenkt wird. Die Grünen Strukturen leisten darüber hinaus u.a. durch klima-
tische Effekte einen Beitrag zur Umweltgerechtigkeit. 
 
Frage 2: Welche weiteren, mit den Bündniszielen einhergehenden Konsequenzen leitet die Stadt Köln 
aus dem Beitritt für ihr Handeln ab? 
 
Momentan bestehen innerhalb der vier Handlungsfelder bereits folgende Aktivitäten zur Verbesserung 
der ökologischen Gegebenheiten innerhalb des Stadtgebietes: 
 
1. Grün und Freiflächen im Siedlungsbereich 
 
 Im Rahmen der Planung Parkstadt Süd wird über das Planungskonzept den Umweltbelangen, 
insbesondere der Freiraumplanung auch unter dem Aspekt der Klimawandelfolgenanpassung, 
eine besondere Priorität eingeräumt. Neben der Schaffung neuer Freiräume soll vor allem eine 
ökologische Regenwasserbewirtschaftung erfolgen. 
 Im baulichen Außenbereich werden bei Neupflanzungen nur gebietseinheimische Arten verwen-
det. Im Innenbereich gestaltet sich dies aufgrund der Extremstandorte jedoch oft  schwierig,

3 
 
weswegen gerade bei den Stadtbäumen vielfach auf Zuchtformen oder fremdländische Arten zu-
rückgegriffen wird. Jedoch wird auch hier das Ziel verfolgt die Artenvielfalt zu erhöhen, um ggf. 
bei neu auftretenden Schädlingen und Krankheiten die Verluste zu minimieren. 
 Auf die Verwendung von Pestiziden und künstlichem Dünger wird im Rahmen der Pflege der öf-
fentlichen Grünflächen schon seit Anfang der 1980er verzichtet. Auch in den Kleingartenanlagen 
sieht die Gartenordnung eine Nutzung derselben nicht vor. 
 Eine Reduktion der Schnitthäufigkeit bei öffentlichen Grünflächen wird an einigen Stellen schon 
praktiziert. Eine Erweiterung wird unter Berücksichtigung der unterschiedlichsten Flächennut-
zungsaspekte angestrebt. 
 Um dem Klimawandel besser begegnen zu können, wird im Rahmen der Begrünung der Stadt 
zurzeit ein Förderprojekt zur Dach- und Fassadenbegrünung aufgestellt. Durch eine finanzielle Un-
terstützung soll die Motivation von Privatleuten gestärkt werden, solche Strukturen zu realisieren. 
 Im Rahmen des Förderprojektes EFRE- Grüne Infrastruktur soll durch verschiedene Projekte eine 
Verbesserung der Artenvielfalt erzielt werden. In diesem Zusammenhang soll die Anlage naturna-
her Wiesen (siehe auch unter Frage 3 und 4), die Renaturierung eines Niedermoores, die Anlage 
eines Gartenlabors, der Schutz eines Altwaldes durch Verlagerung der Wegeführung und die Op-
timierung von Obstwiesen durch Umsetzung eines geeigneten Pflegekonzeptes erfolgen. 
 Mit dem Projekt „Die Natur entdecken mit Hubert der Heuschrecke“ wurde den Kitas ein Werk-
zeug an die Hand gegeben, um mehr Natur und damit mehr Lebensraum für unsere heimischen 
Arten im direkten Umfeld zu schaffen und diesen zur Sicherstellung der Nachhaltigkeit erlebbar 
zu machen (www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/umwelt-tiere/umweltbildung/die-
naturforscherkiste)  
 Das Schulgartenprojekt „Gärtnern mit Pänz“ (http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/umwelt-
tiere/umweltbildung/gaertnern-mit-paenz-pauken-pausen-pastinaken) versucht, auch an Schulen 
naturnahe Flächen zur Förderung der Artenvielfalt aber auch zur Entgegenwirkung der Klimawan-
delfolgen zu schaffen. 
 
2. Arten und Biotopschutz 
 
 Über die Planung externer Ausgleichsmaßnahmen innerhalb von Schwerpunkträumen soll die Bi-
otopvernetzungsfunktion gestärkt werden. Ein besonderer Fokus liegt dabei momentan bei Kom-
plettierung des Äußeren und des Inneren Grüngürtels und der radialen Achsen.  
 Eine Beschreibung der Artenschutzprojekte erfolgt unter Frage 1 
 Eine Verbesserung der Gewässermorphologie erfolgt momentan über die im Rahmen der Wasser-
rahmenrichtlinie verbindliche Renaturierung der Fließgewässer. Hier existiert ein Umsetzungs-
fahrplan mit dem Ziel, die Gewässerstruktur ökologischer zu gestalten.  
 
3. Nachhaltige Nutzung 
 
 Im Rahmen der Forstwirtschaft erfolgt eine Bewirtschaftung gemäß FSE-Zertifizierung. Darüber 
hinaus wurden einige der Kölner Waldflächen als Schutzgebiete ausgewiesen und an geeigneten 
Stellen Naturwaldparzellen geschaffen. Insgesamt existieren inzwischen 500 ha nicht bewirt-
schafteter Wald, mit dem Ziel, in diesen Bereichen die Artenvielfalt und die natürlichen Stoffkreis-
läufe zu fördern. 
 Im Kölner Westen wurde in Bezug auf die nachhaltige Nutzung ein Waldlabor geschaffen, in dem 
nicht nur die Anpassungsfähigkeit von Baumarten an den Klimawandel getestet wird, sondern 
auch die Zukunftsfähigkeit eines Energiewaldes aus schnell nachwachsenden Gehölzen mit dem 
Ziel der lokalen Energiegewinnung erprobt wird. 
 Im Rahmen der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie wird an eine Erweiterung der Gewässer-
randstreifen angestrebt, wie dies auch schon im Landschaftsplan vorgesehen ist. Infolge von Ei-
gentumsverhältnissen gestaltet sich dies jedoch an verschiedensten Stellen problematisch.

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4. Bewusstseinsbildung um Kooperation 
 
 Im Rahmen der Bewusstseinsbildung existieren neben dem Schulgartenprojekt, dem Wildbienen- 
und dem Spatzenprojekt noch das Projekt der Naturforscherkiste und das Projekt zur ökologi-
schen Gestaltung des Wohnumfeldes in einer Sozialsiedlung. Alle Projekte sollen neben der För-
derung der Artenvielfalt über Partizipation der Bevölkerung und Wissensvermittlung im Rahmen 
BNE zu einer Verbesserung und damit einhergehend der Wertschätzung der natürlichen Umwelt 
beitragen. Alle Projekte legen den Fokus auf eine Umsetzung unmittelbar vor Ort. 
 Zur vermehrten Beteiligung der Bevölkerung wird seitens der Stadtverwaltung nicht nur der Er-
nährungsrat unterstützt, sondern inhaltlich auch bei der Verwirklichung der essbaren Stadt mit-
gewirkt. Hier geht es insbesondere um den Einbezug von Querschnittsthemen im Bereich Natur 
und Umwelt, respektive auch dem Erhalt der Artenvielfalt. 
 Um die Umweltbildung fester in der Stadtlandschaft zu verankern, wird zurzeit ein Umweltbil-
dungskonzept erarbeitet, mit dem Ziel, die im Umweltbereich tätigen Initiativen mit der BürgerIn-
nen zu vernetzen und auf diese Wiese besser zu informieren aber auch zu eigenem Handeln zu 
animieren. 
 Als eine erste aus dem Umweltbildungskonzept entwickelte Aktion wurde der Aufbau eines Um-
weltbildungszentrums auf Gut Leidenhausen beschlossen, welches in 2018 in die Umsetzung ge-
hen soll. Ziel ist es, einen Lern- und Erlebnisort zu schaffen, an dem die Menschen durch ein at-
traktives Angebot wieder mehr an die Natur herangeführt werden und Anleitungen erhalten, was 
man selber zum Erhalt der Umwelt beitragen kann Schwerpunktthema der Aktivitäten soll auf-
grund der Lage in einem bedeutenden Naturraum die Biodiversität sein.  
 In Köln existieren mit der Freiluga, der Waldschule Köln, Finkens Garten, der Zooschule und der 
Grünen Schule fünf Naturlernorte, an denen jährlich mehrere Tausend Kinder vor Ort anschaulich 
in Sachen Natur geschult werden. Das Erlernte soll dazu beitragen, die Kinder wieder für die na-
türliche Umwelt zu begeistern, um diese wertzuschätzen. 
 Eine interkommunale Zusammenarbeit existiert über den Arbeitskreis Natur und Landschaft der 
Region Köln Bonn e.V.. Ziel ist es u.a. in Abstimmung zwischen Kommunen, Naturschutz, Land- 
und Forstwirtschaft die Umweltbelange bei der Regionalplanänderung einzubringen. 
 
Da Artenvielfalt immer auch die Berücksichtigung der Belange des Naturschutzes bei allen Plänen und 
Programmen erfordert, ist es nur dann möglich, die bereits erzielten Erfolge weiter auszubauen, wenn der 
Belang innerhalb der Stadtverwaltung als Querschnittsaufgabe betrachtet wird und eine stärkere Zu-
sammenarbeit der Ämter erfolgt. Bei Neu- und Umbauten städtischer Gebäude könnten Arten- und Bio-
topschutzmaßnahmen u.a. durch Einbau von Nistmöglichkeiten in Fassaden, die Bepflanzung mit heimi-
schen Arten, der verstärkten Realisierung von Dach- und Fassadenbegrünung und dem Verzicht auf unnö-
tige Versiegelung Berücksichtigung finden. Meist ist dies ohne großen finanziellen Mehraufwand reali-
sierbar. 
Gleiches gilt im Bereich der Bauleitplanung oder der Erarbeitung von Stadtentwicklungskonzepten. Hier 
wäre es hilfreich, über angepasste Festsetzungen eine stärkere Berücksichtigung des Arterhalts, auch 
über die gesetzlichen Regelungen hinaus, herbeizuführen, nicht zuletzt um das Wohlbefinden der Be-
wohner zu steigern. Erste Ansätze gibt es bereits beim Amt für Wohnungswesen (Kottenforststraße) und 
der GAG (Waldbadviertel).  
 
Um diese Ziele zu erreichen und weiter zu verstetigen, ist es sinnvoll, eine Biodiversitätsstrategie für Köln 
mit gleichzeitiger Erstellung eines Aktionsplanes zu entwickeln und vom Rat beschließen zu lassen. Über 
den Fortschritt bei der Umsetzung würde den Gremien jährlich berichtet. Der Antrag „AN/0076/2018 
Bienenfreundliches Köln“ bildet hier aufgrund seiner umsetzungsorientierten Zielsetzung bereits eine 
gute Grundlage.  
 
Frage 3: Wie ist der aktuelle Stand der Umsetzung des Antrages AN/0246/2017, „Mehr artenreiche Wie-

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sen in Köln“ und welche weiteren Schritte werden als nächstes vollzogen? 
 
Der Ausschuss Umwelt und Grün hat dem og. Antrag in geänderter Form am 16.03.2017 zugestimmt. 
Hierbei wurden verschieden inhaltliche Vorgaben formuliert (z.B. kein großflächiger Umbruch, innerhalb 
von 3 Jahren Anlage von jährlich mind. 2.500 qm etc.) Zur Umsetzung des geänderten Beschlusses sind 
zurzeit zwei Projekte in der Umsetzung bzw. Vorbereitung. 
 
1. In Zusammenarbeit mit dem NABU-Köln sind im Inneren Grüngürtel Aachener Str./Innere Ka-
nalstr. Insgesamt 2.200 qm und im Bürgerpark Nord 4.500 qm Scherrasen in eine blütenreiche 
Mähwiese umgewandelt worden. https://nabu-koeln.jimdo.com/projekte-1/wiesenprojekt/ Die 
Mahd der angelegten Wiesen wird sowohl vom NABU als auch vom Amt für Landschaftspflege 
und Grünflächen durchgeführt. Der NABU erfasst und kartiert die Entwicklung der Artenzusam-
mensetzung der Wiesen. 
2. Im Rahmen des EFRE Projektes „Grüne Infrastruktur“ ist die Anlage von insgesamt 100.000 qm 
blütenreiche Wildwiese vorgesehen. Die Umsetzung dieser Maßnahme erfolgt durch EFRE-
Fördergelder. Im Vorfeld der konkreten Planung wurde ein Workshop mit verschiedenen Experten 
(NABU-Köln, Stiftung rheinische Kulturlandschaft, Kreisimkerverband etc.) durchgeführt, mit dem 
Ziel die Erfahrungen der Experten zu sammeln. Hieraus konnten erste Vorgabe für die spätere 
Umsetzung abgeleitet werden. Die Experten werden den nun anschließenden Umsetzungsprozess 
begleiten. 
 
Frage 4: Wie beurteilt die Verwaltung den aktuellen Prozess und welche Erwartungen knüpft sie an das 
Projekt? 
 
Mit dem NABU Stadtwiesenprojekt konnte eine erste Umsetzung erfolgen. Das EFRE Projekt bietet nun 
die Gelegenheit das Thema inhaltlich breiter aufzuarbeiten (Anlage verschiedener Varianten) und wissen-
schaftlich zu begleiten. Ziel ist es zum Abschluss einen Erfahrungsbericht zu erstellen, der als Leitfaden 
für die weitere Umsetzung von Maßnahmen herangezogen werden kann. 
 
Als ein Aspekt soll bei der Entwicklung der Wiesen auch der Insektenschutz gemäß dem Antrag 
„AN/0076/2018 Bienenfreundliches Köln“ Berücksichtigung finden. Daher ist geplant, auf den Flächen 
sowohl insektenfreundliche  Pflanzen zu wählen, als auch jeweils Nisthilfen und eine Infotafel zu installie-
ren. Auf diese Weise kann  gleichzeitig die Artenvielfalt gefördert und für eine Akzeptanz in der Bevölke-
rung geworben werden. 
 
Gez. Dr. Rau

Anfrage N0003/2018

3898 Zeichen

Die Linke.-Fraktion · Postfach 103564 · 50475 Köln 
 
Oberbürgermeisterin Reker 
Vorsitzender des Ausschusses Umwelt und 
Grün Struwe 
 
 
Rathaus, Spanischer Bau 
 50667 Köln 
Postanschrift: 
Postfach 103564 · 50475 Köln 
Tel: 0221/221-27840 · Fax: 0221/221-27841 
E-mail: DieLinke@stadt-koeln.de 
Fraktionsvorstand 
 
 
Eingang beim Büro der Oberbürgermeisterin:  
AN/0003/2018 
Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates 
Gremium Datum der Sitzung 
Ausschuss für Umwelt und Grün  
 
Biodiversität im Zuge der Umsetzung zweier Beschlüsse 
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin , 
sehr geehrter Herr Ausschussvorsitzender, 
 
DIE LINKE. Fraktion im Rat der Stadt Köln bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der 
kommenden Sitzung des Ausschusses Umwelt und Grün am 18.01.18 zu nehmen: 
 
Eine der entscheidenden Fragen über die Zukunft der Menschheit ist der Erhalt der Biodiversität. In 
einer viel beachteten internationalen Studie wurden neun sog. „planetare Grenzen“ (planetary 
boundaries) definiert, die von der Menschheit nicht überschritten werden dürfen, wenn das Erdsystem 
dauerhaft in einem stabilen, für Menschen habitablen Zustand verbleiben soll (Rockström et al. 2009, 
Steffen et al. 2015). Eine dieser planetaren Grenzen ist der Erhalt der biologischen Vielfalt. 
Dennoch hat das Artensterben bedrohliche Ausmaße angenommen. So gelten nach dem Artenschutz-
Report des Bundesamts für Naturschutz circa 30% der in Deutschland auf die roten Listen 
aufgenommenen ca. 32.000 Arten (Pflanzen, Tiere, Pilze) als bestandsgefährdet. 
Gerade im Zuge des massiven Artensterbens in den Agrarlandschaften des Flachlands erlangt der 
strukturreiche urbane Raum eine zunehmende Bedeutung als Lebens- und Rückzugsraum für eine 
Vielzahl von Arten. Studien der vergangenen Jahrzehnte haben gezeigt, dass Städte einen 
erstaunlichen Artenreichtum aufweisen (können), nicht zuletzt im Vergleich zu den immer 
artenärmeren ländlichen Umgebungen. 
Die Stadt Köln hat eine Größe von mehr als vierhundert Quadratkilometern. Dementsprechend groß 
ist auch die Verantwortung die sie hier übernehmen muss. 
 
In den letzten Jahren hat DIE LINKE. Fraktion im Rat der Stadt Köln im Rahmen ihrer Tätigkeit 
verschiedene Beschlüsse zur Biodiversität mit bewirkt, bzw. war an diesen beteiligt. 
Jeder dieser Beschlüsse war uns ein wichtiges Anliegen. 
Aus diesem Grund wollen wir daher wissen wie weit die Umsetzung folgender Beschlüsse ist und 
welche Konsequenzen hieraus erwachsen sind.

Unter anderem in Folge unseres Antrages AN/1982/2016 beschloss der Rat der Stadt Köln den 
Beitritt zum Bündnis Kommunen für öffentliche Vielfalt 
Eine der Aussagen in der Deklaration des Bündnisses ist die Befürwortung eines spezifischen 
kommunalen Artenschutzprogrammes. Dort heißt es: „Konkrete Beiträge  zum  Artenschutz 
und zur  Erhaltung  der  genetischen Vielfalt der Arten in einem kommunalen Artenschutzprogramm“ 
(Kommbio Deklaration, S. 3). 
Hierzu stellen sich uns folgende Fragen: 
 
1) Verfügt die Stadt Köln über ein eigenes, spezifisches Artenschutzprogramm, bzw. besteht die 
Absicht ein solches zu entwickeln? 
 
2) Welche weiteren, mit den Bündniszielen einhergehende Konsequenzen leitet die Stadt Köln aus 
dem Beitritt für ihr Handeln ab? 
 
Im Zuge des Antrages AN/0246/2017 beschloss die Stadt Köln die Diversifizierung verschiedener 
Wiesenflächen in Verbindung mit einer späteren Auswertung der Ergebnisse. 
In diesem Zusammenhang bitten wir um die Beantwortung dieser Fragen: 
 
3) Wie ist der aktuelle Stand der Umsetzung des Antrages AN/0246/2017, „Mehr artenreiche Wiesen 
in Köln“ und welche weiteren Schritte werden als nächstes vollzogen? 
 
4) Wie beurteilt die Verwaltung den aktuellen Prozess und welche Erwartungen knüpft sie an das 
Projekt? 
 
gez. gez. 
 
 
 
Michael Weisenstein Hamide Akbayir 
Fraktionsgeschäftsführer Mitglied des Ausschusses Umwelt und Grün

Beratungsverlauf (1)

08.03.2018 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün
TOP 1.3.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
0377/2018
Typ
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
Datum
01.03.2018
Erstellt
31.01.2018 12:12