AN/2458/2021
Fragen zur temporären Container-Anlaufstelle und gesundheitspolitischen Maßnahmen am Neumarkt
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SPD Anfrage nach § 4
4366 Zeichen
An
Frau
Oberbürgermeisterin Henriette Reker
An den Vorsitzenden des
Gesundheitsausschusses
Herrn Dr. Ralf Unna
SPD-Fraktion
im Rat der Stadt Köln
Rathaus, Spanischer Bau
50667 Köln
fon 0221. 221 259 50
fax 0221. 221 246 57
mail fraktion@koelnspd.de
web www.koelnspd.de
Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 18.11.2021
AN/2458/2021
Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates
Gremium Datum der Sitzung
Gesundheitsausschuss 23.11.2021
Fragen zur temporären Container-Anlaufstelle und gesundheitspolitischen
Maßnahmen am Neumarkt
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrter Herr Vorsitzender,
die SPD-Fraktion bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung des Gesundheitsaus-
schusses am 23.11.2021 zu setzen:
Die temporäre Container-Anlaufstelle am Neumarkt wurde vor ein paar Wochen errichtet
und Anfang November in Betrieb genommen. Mit dieser Stelle wollte die Stadtverwaltung
den vielen Beschwerden und der negativen Berichterstattung der letzten Monate über den
Drogenhandel und -konsum am Neumarkt begegnen. Laut Mitteilung (Vorlagen-Nr.:
3686/2021) der Verwaltung soll die Anlaufstelle als Basis genutzt werden, um bei Bedarf
kurzfristig in das Geschehen auf dem Neumarkt eingreifen und Beratung für Hilfebedürftige
anbieten zu können. Sogenannte „Kümmer*innen“ sollten im Bereich des Neumarktes als
zentrale Ansprechpersonen für Meldungen oder Beschwerden fungieren. In der Presse wur-
de damals aber auch betont, dass es sich bei der Anlaufstelle nicht um eine Wache handeln
werde. Trotz der Antwort der Verwaltung auf die Fragen der SPD-Fraktion „Drogenproble-
matik am Neumarkt: Echtes Kümmern oder nur Schaufensterpolitik“ (AN/2022/2021) sind
einige Fragen offengeblieben. Insbesondere ist nicht klar, inwieweit die Anlaufstelle das Prä-
ventions- und Drogenhilfeangebot für Suchterkrankte ergänzen soll – also, ob die Küm-
mer*innen und die Anlaufstelle auch aus gesundheitspolitischer Sicht eine sinnvolle Ergän-
zung zu den bereits existierenden Angeboten darstellen.
Im Zusammenhang mit der schwierigen Gemengelage am Neumarkt berichtete die WDR-
Lokalzeit1 positiv über die Stelle zur Verabreichung von synthetisch hergestelltem Heroin
1 https://www.facebook.com/watch/?v=1284494488665247&ref=sharing
- 2 -
(Diamorphin) am Neumarkt. Das Angebot scheint für stark Suchterkrankte eine Chance zu
sein, einen geregelten Alltag zu meistern. Auch das Deutsche Ärzteblatt vom 06.01.2020 in-
formierte über diese Diamorphingestützte Substitutionsbehandlung.2 Die in Deutschland
angebotenen Plätze seien alle belegt und es gebe Wartelisten. Ein Ausbau von Plätzen
scheint unserer Meinung nach ein sinnvolles Mittel zu sein, um schwer Suchterkrankten ein
menschenwürdiges Leben zurückzugeben und die Drogenproblematik am Neumarkt etwas
zu entschärfen.
Wir fragen die Stadtverwaltung:
1. Wir bitten um einen Sachstandsbericht mit Angaben darüber, wie oft die Anlaufstelle
aufgesucht wird, welche Öffnungszeiten angeboten werden, wie die Personalsituation
ist, ob alle Stellen besetzt sind, wie oft Streetworker und Sozialarbeiter*innen zugegen
sind und ob die Anlaufstelle trotz Weihnachtsmarkt und geplanten Zugangsbeschrän-
kungen (2G) gut erreichbar und sichtbar ist.
2. Wurden neue Streetworker-Stellen für das Projekt geschaffen, und wie viele Street-
worker (vom Jobcenter, Gesundheitsamt, Sozialamt, Jugendhilfe, Trägern, Projekten
usw.) sind im Stadtgebiet für welche Aufgaben im Einsatz?
3. Wie soll gewährleistet werden, dass Passant*innen und Anwohner*innen die Anlauf-
stelle nicht als Wache wahrnehmen und jederzeit polizeiliches und ordnungsbehördli-
ches Eingreifen, z. B. Festnahmen nach Drogenkonsum, einfordern?
4. Wie viele Plätze für eine diamorphingestützte Substitutionsbehandlung werden in
Köln angeboten, und wie lang ist die Warteliste?
5. Wie hoch schätzt die Verwaltung den Bedarf an weiteren Plätzen für die Verabrei-
chungsstelle ein, und ist eine Ausweitung der Plätze und/oder eine weitere Ambulanz
in Köln geplant?
Mit freundlichen Grüßen
Gez. Mike Homann
Fraktionsgeschäftsführer
2 https://www.aerzteblatt.de/archiv/211759/Diamorphingestuetzte -Substitutionsbehandlung -Die-
taegliche-Spritze
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Sache ist erledigt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/2458/2021
- Typ
- SPD Anfrage nach § 4
- Datum
- 18.11.2021
- Erstellt
- 18.11.2021 11:20