1572/2021
MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln - Nachfragen von Bürgermeisterin von Bülow zur Kostenerhöhung, Vorlage 0061/2021
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Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/26 Vorlagen-Nummer 25.05.2021 1572/2021 Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Sitzung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 15.06.2021 MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln - Nachfragen von Bürgermeisterin von Bülow zur Kostenerhöhung, Vorlage 0061/2021 Text der Anfrage 1. zur Gegenfinanzierung : Ist sichergestellt, dass bei einer Finanzierung aus investiven Mitteln der Stadtbibliothek die Beschaffung des Bibliothekbusses sichergestellt bleibt? 2. Miqua wurde immer als Verknüpfung von archäologischer Zone und jüdischem Museum geplant. Auf welche Weise wurden die daraus resultierenden Sicherheitsmaßnahmen auch vor den Anschlägen auf jüdische Einrichtungen bereits in den Plänen und in der Planung berücksichtigt? 3. Wieso konnten erst nach Wiederfreilegung der archäologischen Befunde die Kosten für die Durchbrüche des Parcours ermittelt werden? Wieso war die Notwendigkeit von Unterfangungen archäologischer Befunde nicht vorab bekannt, wieso nicht die Notwendigkeit einer Interimslüftung im Praetorium? Der archäologische Befund war doch seit langem bekannt – der Parcours schon vor Jahren festgelegt und vorgestellt 4. Die Barrierefreiheit war Grundvoraussetzung für alle Planungen – wieso taucht sie unter Nach- tragskosten gesondert auf, wieso wurden hier Ergänzungen nötig? Nicht nur der LVR ist durch seine inklusive Ausrichtung bekannt, sondern alle öffentlichen Bauplanungen unterliegen diesem Anspruch. 5. Zur Kampfmittelräumung : Es wird immer wieder darauf verwiesen, das sich Verzögerungen durch den Fund einer Fünf Zentner Bombe 2016 ergeben haben – und der daraufhin notwendigen Kampfmittelsondierungen. Meine Anfrage dazu : Hat es im Vorfeld der Baumaßnahmen im Benehmen mit der zuständigen Kampfmittelsondierungs- stelle bei der Bezirksregierung Düsseldorf umfassende Kampfmittelsondierungen im Bereich der MIQUA gegeben – Ist die gesamte zu bebauende Fläche vorab überprüft worden - ggf. mit welchem Ergebnis ? (nachträgliche Ergänzung:) Könnten Sie bitte präzisieren, wann jeweils welche Kampfmittelsondierungen vorgenommen wurden? Die Frage bezieht sich auch auf den Zeitraum vor Baubeginn. Antwort der Verwaltung Zu 1. Die Beschaffung eines Bibliothekbusses ist weiterhin sichergestellt und wurde auf das Jahr 2022 verschoben (siehe Vorlage 2802/2020). Die Mittel werden nach der Auftragsvergabe in 2021 erst ab 2022 benötigt und sind vorgesehen zum Haushalt 2022. 2 Zu 2. Die Gefahreneinschätzung der Kriminalpolizei für das MiQua wurde aufgrund gehäufter Anschläge im Jahr 2015 in Europa aktualisiert. Die Kriminalpolizei sprach die konkrete Empfehlung aus, externe Sicherheitsberater mit Erstellung eines Sicherheitskonzeptes zu beauftragen. Dies erfolgte im Jahr 2016. Dem neuen Sicherheitskonzept folgend wurden die Sicherheitsmaßnahmen für das MiQua und die Museumspädagogischen Räume verschärft. So wurden im Jahr 2017 zusätzlich Schleusen sowie Gepäck- und Personenkontrollanlagen in die Planung aufgenommen. Dafür musste der Haupteingang des Museums komplett überarbeitet werden, da sich die beiden ursprünglich geplanten Eingänge nicht mehr realisieren ließen. Der Eingang zum Wallraf-Richartz-Museum entfiel deshalb. Zu 3. Die Notwendigkeit der Durchbrüche war bekannt. Allerdings mussten die Durchbrüche durch fortlaufende Optimierungen des Ausstellungsparcours und eine neue Befundlage angepasst werden. Den Planern war es nicht möglich, anhand der vorliegenden archäologischen Aufmaße und Dokumentationen die Komplexität der Durchbrüche im Vorfeld zu beurteilen. So ergaben sich nach Freilegen der Befunde komplexere Durchbrüche, die von einem Standarddurchbruch erheblich ab- weichen. Dies zieht aufwendigere Spezialverfahren nach sich. Die Durchbrüche sind weiterhin als ein bestehendes Risiko zu betrachten, da noch nicht alle Bereiche der Archäologie abgesaugt und freigelegt sind. Dieses ist in der Kostenverfolgung berücksichtigt. Die Interimsbelüftung wurde notwendig, da mit Vorziehen der Teilmaßnahme Umbau Praetorium noch keine Durchlüftung durch die Archäologische Zone ins Praetorium möglich war und die beste- hende Lüftungsanlage im Praetorium wegen des Umbaus außer Betrieb genommen werden musste. Zu 4. Die Barrierefreiheit wurde stets in der Planung berücksichtigt. An einigen Stellen des Parcours muss- te dieser aufgrund von neuer Befundlage angepasst werden. Zu 5. Das gesamte Baufeld wurde aufwendig in mehreren Monaten einer Kampfmittelsondierung unterzogen. Die Arbeiten zur Kampfmittelsondierung erfolgten im Zeitraum vom 25.Januar 2016 bis zum 06. Februar 2018. Die Kampfmittelsondierung war durch viele zusätzliche Kontaktbohrungen und großflächige Handschachtungen wesentlich aufwendiger als geplant. Die Verzögerung durch den Fund der Bombe ist nur eine von vielen Verzögerungen, die bei der Kampfmittelsondierung aufgetreten sind. Die Annahme für zusätzliche Kontaktbohrungen bei der Sondierung wurde in der Planung mit 30 % berücksichtigt. Die tatsächlichen Kontaktbohrungen lagen aber bei 85 %. Bei circa 340 von 400 Bohrpfählen mussten auf Grund von nicht auswertbaren Ergebnissen zusätzliche Kontaktbohrungen durchgeführt werden. Im Ergebnis waren dies rund 4400 Kontaktbohrungen. Aufgrund von metalli- schem Vorkommen in den archäologischen Befunden kam es zu vielen Ausschlägen und Störungen bei den Sondierungen. Um diese Unklarheiten zu entschärfen, waren eine Vielzahl von zusätzlichen Kontaktbohrungen und aufwendigen Handschachtungen notwendig. Durch die Verzögerungen bei der Kampfmitteluntersuchung kam es zu einer Bauzeitverlängerung von einem Jahr. Wegen der Fortschreibung des Baupreisindexes verursachen Verzögerungen bei der Bauzeit regelmäßig eine Steigerung der Baukosten. Gez. Greitemann
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1572/2021
- Typ
- Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.)
- Datum
- 25.05.2021
- Erstellt
- 26.04.2021 10:03