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2010/0164

Bericht zum Frauenförderplan des Eigenbetriebes Abfallwirtschaft und Stadtreinigung der Stadt Darmstadt (EAD) Berichtszeitraum 2008/2009

Magistratsvorlage 01.04.2010

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2010/0164

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Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
14.04.2010 
an den Magistrat 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung: 
Dezernat II  an die Stadtverordnetenversammlung 
   OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss-        
fassung Fachausschuss 
 
Amt: EAD 
Behandlung in  
öffentl. Sitzung 
Ja 
 
Nein 
 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
Internetfähig     
Verteiler: 
 
 
Vorlage-Nr. 2010/0164 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
  
 
 
Betreff: Bericht zum Frauenförderplan des Eigenbetriebes Abfallwirtschaft und Stadtreinigung 
der Stadt Darmstadt (EAD) 
Berichtszeitraum 2008/2009 
 
Vorlage vom:  1. 4.2010 
 
Beschlussvorschlag: 
 
Der Magistrat nimmt den Bericht des Frauenförderplanes – Berichtszeitraum 2008/2009 –  
zur Kenntnis. 
 
 
 
Anlagen: Anteil der Frauen an den Gesamtbeschäftigten in Prozent 2003 - 2009 
 
Datenschutzrelevante Anlage:  
 
Beschluss des Magistrats vom

2 
... 
 
Berichtsseite zur Magistratsvorlage vom 01.04.2010 
 
 
 
Wie bereits im Berichtszeitraum 2006/2007 erwähnt, ist die Betriebsleitung des EAD mit 
einer Frau besetzt. Hiermit wurde seitens der Wissenschaftsstadt Darmstadt signalisiert, die 
Präsenz von Frauen in Führungspositionen zu fördern.  
 
Der Frauenanteil im EAD ist von 14,99 % (Stand: 31.12.2007) auf 26,28 % (Stand: 
31.12.2009) angestiegen. Dies hängt u. a. mit der Übernahme von 30 Gebäudereinigerinnen 
ab 01.01.2008 zusammen.  
 
Im Rahmen einer gesamten Stellenbewertung kam es zu Verschiebungen des prozentualen 
Frauenanteils. In der Entgeltgruppe 13 hat sich der Frauenanteil von 66,67 % auf 37,50 % 
reduziert, während sich in der EG 12 der Frauenanteil von 33,33 % auf 50 % erhöht hat. In 
den restlichen Entgeltgruppen sind Frauen weiterhin unterrepräsentiert. In der EG 1 liegt der 
Frauenanteil bei 93,88 % und in der EG 2 bei 100 % (Gebäudereinigung).  
 
Im Bereich Personalentwicklung hat der EAD im Berichtszeitraum sein Personal sehr 
intensiv in den unterschiedlichsten Arbeitsbereichen geschult und gefördert. Speziell im 
Bereich der Gebäudereinigung hat der EAD viel in die Personalentwicklung investiert, nach 
dem zum 01.01.2005 die Gebäudereinigung in ausgewählten Objekten als Experiment für 
die Dauer von 3 Jahren vom Magistrat an den EAD übertragen wurde. Damals wechselten 
ca. 30 Gebäudereinigerinnen zum EAD. 
 
Bei den Mitarbeiterinnen bestand ein großer Nachholbedarf hinsichtlich der notwendigen 
gesetzlichen Schulungen für Arbeitssicherheit und Gefahrgut. Dies war die Grundlage, ein 
internes Schulungsprogramm speziell für die Gebäudereinigung zu entwickeln. So konnte 
den Mitarbeiterinnen bezüglich Materialkunde, Reinigungsgeräte und –techniken aktuelles 
Fachwissen vermittelt werden.  
 
Nach dem erfolgreich abgeschlossenen Experiment übernahm zum 01.01.2008 der EAD 
nochmals 30 Beschäftigte der Stadtverwaltung, um im Auftrag für IDA weitere Objekte zu 
reinigen. Parallel bekam der EAD den Auftrag zur Reinigung des Darmstadtiums (Wirt-
schaftskongresszentrum). Demzufolge wurden 15 neue Stellen geschaffen. Weiterhin wurde 
ein mobiler Dienst eingerichtet, um auch kleinere Objekte (2-Stunden-Objekte) zu betreuen. 
Im Laufe des Jahres 2009 kamen noch 2 Kindertagesstätten in einem Pilotprojekt hinzu, 
wobei hier außer der Gebäudereinigung auch die Hauswirtschaft als neuer Aufgabenbereich 
hinzugekommen ist.  
 
Drei Mitarbeiterinnen aus der Gebäudereinigung haben 2009 ihre externen Gesellen-
prüfungen im Gebäudereiniger-Handwerk erfolgreich abgeschlossen. Somit haben diese 
Beschäftigten die Möglichkeit erhalten, berufsbegleitend - ohne finanzielle Einbußen - eine 
Ausbildung im Gebäudereiniger-Handwerk abschließen zu können.  
 
Diese Beschäftigten werden nach ihrer Ausbildung als Vorarbeiterinnen oder Vorarbeiter ein-
gesetzt. Anzumerken ist, dass diese Beschäftigten teilweise weder einen Schulabschluss 
noch eine Ausbildung in ihrem Leben abgeschlossen haben. Dies bedeutet für die 
Beschäftigten eine enorme Aufwertung ihrer persönlichen Qualifikation und stärkt zugleich 
ihr Selbstbewusstsein.

3 
... 
 
Im Jahr 2009 fand in der Gebäudereinigung ein Gesundheitszirkel in Zusammenarbeit mit 
der AOK statt, bei denen die Belastungspunkte der Tätigkeiten gemeinsam mit den 
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erarbeitet wurden, die dann Schritt für Schritt abgebaut 
oder verändert wurden. Der Gesundheitszirkel wird zukünftig in einer anderen Abteilung 
fortgesetzt. 
 
Das Schulungskonzept in der Gebäudereinigung wird im Hinblick auf immer neue Aufgaben-
felder kontinuierlich erweitert und optimiert. Festzustellen ist, dass den Beschäftigten eine 
höhere Wertigkeit zukommt und zugleich das Zusammengehörigkeitsgefühl im Team gestei-
gert wird.  
 
Weiterhin wurden in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit Beschäftigte im EAD 
besonders gefördert. So konnte innerhalb dieser Kooperation ein Frau aus der Abteilung 
Straßenreinigung und Winterdienst ihren Lkw- und Bus-Führerschein mit Personen-
beförderungsschein machen und hat somit Chancen, zukünftig eine Kraftfahrerstelle zu 
besetzen. Gerade in diesem Bereich sind Bewerbungen von Frauen sehr selten.  
 
Zur Zeit macht eine weibliche Beschäftige aus der Abteilung Straßenreinigung und Winter-
dienst ihre 1 1/2jährige berufsbegleitende Ausbildung zum geprüften Meister für Kreislauf- 
und Abfallwirtschaft und Städtereinigung mit dem Ziel, als Führungskraft in der Abteilung 
Straßenreinigung und Winterdienst eingesetzt zu werden.  
 
Festzustellen ist, dass Elternzeit, unbezahlte Beurlaubung und Teilzeitbeschäftigung nicht 
mehr überwiegend Frauensache ist. So ist ein Trend zu verzeichnen, dass auch immer mehr 
Männer Elternzeit, unbezahlten Urlaub oder Teilzeit beantragen. In dem Berichtszeitraum 
beantragten 4 Männer Elternzeit, 1 Mann unbezahlten Urlaub und 2 Männer beantragten 
Teilzeit für die Betreuung ihrer Kinder. Im Vergleich dazu beantragten 4 Frauen Elternzeit,  
2 Frauen unbezahlten Urlaub und 3 Frauen Teilzeit.  
 
Schon seit vielen Jahren geht man im Hinblick auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf ganz 
individuell auf die Bedürfnisse der Beschäftigten ein. Unterstützt wird dies auch durch die 
Dienstvereinbarung flexible Arbeitszeit in der Verwaltung. Der EAD verpflichtet sich, im 
Rahmen der geplanten Zertifizierung Audit Beruf & Familie weiter an der Vereinbarkeit von 
Beruf und Familie zu arbeiten.  
 
So beteiligt er sich mit einem Platzkauf an der Einrichtung der Notfall-Kinderbetreuung 
„Fluggi-Land“ in Darmstadt“. Da momentan noch nicht alle zur Eröffnung des Fluggi-Landes 
benötigten Plätze verkauft sind, kann noch kein verbindlicher Eröffnungstermin genannt 
werden.  
 
Noch immer bewerben sich relativ wenig Frauen auf einen Arbeitsplatz als Straßenreinigerin, 
Kanalarbeiterin oder Müllladerin. Jedoch konnte eine Frau für die Straßenunterhaltung 
gewonnen werden. Für Frauen scheint die Arbeit in der Straßenreinigung oder Abfallentsor-
gung nicht besonders attraktiv zu sein, was auch geprägt sein dürfte von dem gesellschaftli-
chen negativen Bild zum Thema Abfall.

4 
... 
 
An dieser Stelle setzt der EAD auf seinen Umwelt- und Familientag und nimmt weiterhin an 
dem alljährlichen GirlsDay teil. Im Laufe der Jahre wurde deutlich, dass sich die Mädchen 
ganz bewusst für einen Vormittag im EAD entschieden haben, um die vielseitigen Berufe in 
diesem Betrieb kennen zu lernen.  
 
Ziel für den EAD ist es, sich weiterhin intensiv für eine familienfreundliche Personalpolitik und 
Personalentwicklung vor dem Hintergrund der Geschlechtergerechtigkeit einzusetzen. 
 
 
 
Darmstadt, 01. April 2010 
 
 
Der Dezernent II 
 
 
 
 
 
 
Wolfgang Glenz 
Bürgermeister

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Details

Vorlagen-Nr.
2010/0164
Typ
Magistratsvorlage
Datum
01.04.2010
Erstellt
29.09.2026 00:00