AN/0709/2019
Wie wird es mit der dringend geboteten CO2-Reduzierung in Köln weitergehen?
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Linke Anfrage nach § 4
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Die Linke.-Fraktion · Postfach 103564 · 50475 Köln Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Rathaus, Köln Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln Postanschrift: Postfach 103564 · 50475 Köln Tel: 0221/221 -27840 · Fax: 0221/221-27841 E-mail: DieLinke@stadt-koeln.de Fraktionsvorstand Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 16.05.2019 AN/0709/2019 Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Rat 21.05.2019 Wie wird es mit der dringend geboteten CO2-Reduzierung in Köln weitergehen? Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, DIE LINKE. Fraktion im Rat der Stadt Köln bittet Sie, die folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung des Rates der Stadt Köln am 21.05.2019 zu nehmen. Die Stadt Köln hat sich durch die Mitgliedschaft im Klima-Bündnis der europäischen Städte verpflichtet, die in Köln erzeugten CO2-Emissionen gegenüber 1990 bis 2030 um 50 Prozent zu senken. Dafür ist ein sich fortschreibendes Maßnahmeprogramm für den Klimaschutz von der Stadt Köln entwickelt worden. Am 14. Februar 2019 beschloss der Rat der Stadt Köln mehrheitlich die Vorlage KölnKlimaAktiv 2022 (DS 3680/2018). Wie allen inzwischen bewusst sein dürfte, reichen die Maßnahmen zur CO2- Reduzierung, die in KölnKlimaAktiv 2022 aufgeführt werden, gerade einmal für rund 1% der Einsparungen, die in den vier Jahren bis 2022 erreicht sein müssten, in Tonnen sind dies 11.678 von 1.050.000. Die beschlossenen Maßnahmen sind offensichtlich völlig unzureichend. Nicht nur um das Kölner Klimaziel, sondern auch um die Einhaltung des 1,5° Zieles zu erreichen, sind deutlich größere Anstrengungen notwendig. Es muss ein Vielfaches der Einsparungen erreicht werden. In der Verwaltungsvorlage selbst heißt es dazu wörtlich: „Um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, ist ein sofortiges entschlossenes Handeln notwendig, weshalb ein radikales Umdenken gefordert wird. Die Zeit wird immer knapper, es muss jetzt gehandelt werden.“ Tatsächlich aber haben weder Verwaltung noch Politik in der Zwischenzeit weitere Vorlagen erstellt oder Beschlüsse gefasst, um auch die übrigen 99% CO2-Reduzierung zu erreichen. Die von der Stadt Köln beauftragten Institute, Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH und Gertec GmbH Ingenieurgesellschaft, haben an Hand von Beispielen verdeutlicht was „ambitionierte und gleichermaßen absolut notwendige CO2-Minderungsziele“ wären. - Reduktion des Stromverbrauchs in den privaten Haushalten und im Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD) um 30 % und in der Industrie um 10% - Reduktion des Öl- und Gasverbrauches durch Sanierungsmaßnahmen in den privaten Haushalten und im Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD) um die Hälfte - Öl- und Gasverbrauchsreduktion in der Industrie um 35% - insbesondere durch Einsparungen bei Prozesswärme und mechanischen Anwendungen - 70%ige Potenzialausschöpfung des theoretischen Ausbaupotenzials für Photovoltaik auf Dachflächen gemäß Energieatlas NRW - Zunahme des Modal Split-Anteils des Fahrrades von derzeit 20 auf 40 Prozent zu Lasten des MIV, dabei gegenüber heute deutliche Zunahme der durchschnittlichen Länge der mit dem Fahrrad zusätzlich zurückgelegten Wege, - Steigerung des Modal Split-Anteils des ÖPNVs von derzeit 21 auf 30 Prozent zu Lasten des MIV, - Verringerung des Pkw-Anteils am Modal Split von derzeit rund 34 auf nur noch zehn Prozent - Nutzung ausschließlich regenerativ erzeugten Stroms, um das derzeit bestehende und notwendige zusätzliche ÖPNV-Angebot bereitzustellen, - Anteil von Elektromobilität bei den in 2030 verbleibenden Pkw-Verkehren von 75 Prozent, - deutlich klimagünstigerer Emissionsfaktor des dabei in den elektrischen Pkw genutzten Stroms, - emissionsfreie Erbringung der Hälfte der derzeit noch mit konventionell angetriebenen leichten Nutzfahrzeugen durchgeführten Fahrten in der Stadt und - Reduzierung der vom Flughafen Köln Bonn aus- und am Flughafen eingehenden Flüge um ein Viertel. Zitat aus KölnKlimaAktiv 2022 (DS 3680/2018) Seite 10 Für uns ergeben sich hieraus die folgenden Fragen, um deren Beantwortung wir bitten: 1. Welche der oben genannten Punkte kann und wird die Stadt Köln ganz oder teilweise umsetzen? 2. In der Zeit von 2008 bis 2015 hat sich die CO2-Emission um nur 1 Prozent verringert, was skandalös wenig ist. Die Maßnahmen, die jetzt in KölnKlimaAktiv 2022 ergriffen werden, verringern die CO2-Emissionen in dem 4-Jahreszeitraum von 2019 bis 2022 lediglich um weitere 0,3 Prozent statt der erforderlichen 30 Prozent (entspricht 1 Prozent der erforderlichen Reduzierung). Ein weiter so, was zurzeit offensichtlich praktiziert wird, führt unweigerlich zur Verfehlung der Klimaziele. Da auch nicht zu erwarten ist, dass es in den nächsten 4 Jahren in der allzu freien Wirtschaft zu erheblichen CO2-Einsparungen kommen wird, möchten wir wissen, was die Verwaltung als weitere Maßnahmen zur CO2-Absenkung vorsieht und wann diese dem Rat vorgelegt werden? 3. Die CO2-Emissionen des Verkehrs haben sich in der Zeit von 1990 bis 2015 statt zu sinken leicht erhöht. Dass sich die Emissionen nicht noch stärker erhöht haben, liegt vor allem an der Einführung der so genannten Biokraftstoffe. Der motorisierte Individualverkehr ist der Hauptemitent beim Verkehr. Die gesetzlichen Vorschriften zur Schadstoff- und Verbrauchsbegrenzung bei Verbrennungsmotoren führten nicht wie von der Politik erhofft, zu einer CO2-Reduzierung. Wir benötigen daher ein Konzept für eine kommunale Verkehrswende, die z.B. den PKW-Anteil wie oben vorgeschlagen, von 34 auf 10 Prozent verringert und verstärkt auf Fuß- und Radwege sowie auf den ÖPNV setzt. Wie weit ist die Verwaltung bei der Arbeit an einem Konzept zur kommunalen Verkehrswende, das in der Lage ist, die durch den Verkehr verursachten CO2-Emissionen bis 2030 entsprechend ausreichend zu reduzieren? 4. Wann ist mit der Veröffentlichung der Energie- und Treibhausgasbilanz für die Jahre 2016 bis 2018 zu rechnen? 5. Frau Bundeskanzlerin hat beim diesjährigen Petersburger Klimadialog angedeutet, dass Deutschland bis 2050 CO2-neutral leben, arbeiten und produzieren soll - unter anderem auch durchs Bäume pflanzen. Zeitgleich ist der Presse zu entnehmen, dass die Personalsituation der Stadt Köln nicht mal ausreichend ist zur Nachpflanzung von Bäumen. Auf Grund des bereits eingetretenen Klimawandels wird hier für die nächsten Jahre der allein Bedarf an Nachpflanzungen durchweg erhöht sein. Wie bereitet sich die Stadt Köln auf dieses 2050er Ziel vor und wie kann im Bereich der Baumpflanzung der Personalmangel kurzfristig behoben werden? gez. Michael Weisenstein Geschäftsführer DIE LINKE. Fraktion im Rat der Stadt Köln
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- AN/0709/2019
- Typ
- Die Linke. Anfrage nach § 4
- Datum
- 16.05.2019
- Erstellt
- 16.05.2019 10:24