0013/2020
Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß § 75 SGB VIII; hier: "Kunststück Familie e.V."
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Beschlussvorlage Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle IV/510/62 1701 Vorlagen-Nummer 0013/2020 Freigabedatum Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß § 75 SGB VIII; hier: "Kunststück Familie e.V." Beschlussorgan Jugendhilfeausschuss Gremium Datum Beschluss: Der Jugendhilfeausschuss – Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie – beschließt, den „Kunststück Familie e.V.“, Schaafenstr. 5, 50676 Köln, gemäß § 75 Abs. 2 SGB VIII als Träger der freien Jugend- hilfe anzuerkennen. Jugendhilfeausschuss 10.03.2020 Ausschuss Schule und Weiterbildung 27.04.2020 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Der „Kunststück Familie e.V.“, Schaafenstr. 5, 50676 Köln wurde am 08.12.2005 gegründet und am 24.03.2006 beim Amtsgericht Köln in das Vereinsregister unter VR-Nr. 15058 eingetragen. Der Verein beantragt nunmehr die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe. Der Zweck des Vereins ist gemäß § 2 der Satzung geregelt. Vereinszweck ist die Förderung und Unterstützung familiärer Beziehungen, Bindungen und die Unter- stützung einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung. Im Zentrum steht dabei die Förderung der Ent- wicklung und Erziehung zur Autonomie. Diese Hilfe erfolgt u. a. durch ressourcenorientierte künstlerisch geleitete Krisenintervention, systemi- sche Beratung sowie moderierte Selbsthilfegruppen. Ziel ist die Unterstützung hilfsbedürftiger Perso- nen, um im Sinne des Grundgesetzes eine positive Lebensbewältigung in der Gesellschaft zu finden, dabei gemeinnützige Ziele zu verfolgen und einen Beitrag zur Erfüllung der Aufgaben der Jugendhilfe zu leisten. Die Angebote haben sowohl präventiven, als auch fördernden und rehabilitativen Charak- ter. Der Satzungszweck wird insbesondere verwirklicht durch die Förderung innovativer Projekte, die dem Vereinszweck entsprechen. Inhaltlich ist „Kunststück Familie e.V.“ im thematischen Rahmen der Jugendförderung / Jugendhilfe tätig. Er leistet dabei Jugendhilfe zur Verwirklichung des Rechts nach §1 und §16 SGB VIII in dem Sinne, junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung zu fördern und dazu beizutra- gen, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen. Dabei wird das ganze Familiensystem einbe- zogen. Der Verein bietet nach § 2 SGB VIII ergänzende Leistungen für Kinder, die von einer seelischen Be- hinderung bedroht sind. Zielgruppe des „Kunststück Familie e.V.“ sind vor allem Kinder, Jugendliche und deren Eltern, die sich in Krisensituationen befinden. Eltern und andere Erziehungsberechtigte werden bei der Erzie- hung beraten und unterstützt. Der Verein stärkt Beziehungen innerhalb der Familie und zeigt Wege auf, wie Konfliktsituationen gelöst werden können. Dabei verfolgt er den Ansatz Hilfe zur Selbsthilfe. „Kunststück Familie e.V.“ leistet einen nicht unwesentlichen Beitrag zur unmittelbar oder mittelbaren Erfüllung der Aufgaben der Jugendhilfe. Die Projekte sind dabei an einem humanistischen Men- schenbild orientiert mit dem Ziel, junge Menschen in ihrer Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu unterstützen. Der Verein bietet im Rahmen seiner Pro- jekte jungen Menschen, die aufgrund ihrer bisherigen Lebensbiographie keine Perspektive zu einer positiven persönlichen und sozialen Entwicklung haben und/ oder besonderen Gefährdungen ausge- setzt sind, ein zeitnah ansetzendes Unterstützungsangebot im Rahmen von Prävention (primär, se- kundär und tertiär), dass sie in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung fördert und dazu beiträgt, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen. Schwerpunkt der Arbeit von „Kunststück Familie e.V.“ liegt dabei in der Arbeit mit Trennungskindern, denen kontinuierliche Angebote angeboten werden (Kunstprojekt für Trennungskinder). 3 Hinzu kommt ein Angebot für Kinder in Krisensituationen. Hierzu gehören zum Beispiel Kinder mit Gewalterfahrung, die mit ihren Müttern in Frauenhäuser geflüchtet sind oder solche, deren Mütter an den SKF angebunden sind. Seit 2013 bietet der Verein ein Entlastungsangebot für Kinder, Jugendliche und deren Familien an, die von einer plötzlichen Behinderung eines Elternteils (Unfall, Erkrankung) betroffen sind. Ergänzt werden diese kontinuierlichen Angebote durch jährlich wechselnde Projekte. Der Verein „Kunststück Familie e.V.“ arbeitet kooperativ-integrativ. Er ist in Köln gut vernetzt und ar- beitet mit unterschiedlichen Institutionen, wie Schulen, dem Atelier artig, Beratungsstellen, Stiftungen, Arbeiterwohlfahrt, Kinderschutzbund, SKF, Zentrum für Autismus, Selbsthilfegruppen, Bezirksjugend- ämtern, Arbeitskreisen mit unterschiedlichen Schwerpunkten, etc. zusammen. Der Verein verfügt über keine Festangestellten und kooperiert zur fachgerechten Durchführung von Projekten im Bereich der Prävention, Rehabilitation und Entwicklungsförderung u.a. mit dem „Atelier artig“, einer heilpädagogisch-kunsttherapeutischen Praxis, die anerkannter Leistungsträger der Ju- gendhilfe der Stadt Köln ist. Angebote werden ausschließlich von Personen durchgeführt, die sich für die jeweilige Aufgabe nach ihrer Persönlichkeit eignen und eine dieser Aufgabe entsprechende Ausbildung erhalten haben (Fachkräfte) oder aufgrund besonderer Erfahrungen im Themenzusammenhang in der Lage sind, die Aufgabe angemessen zu erfüllen. Dabei arbeitet „Kunststück Familie e.V.“ interdisziplinär. Fachkräfte verschiedener Fachrichtungen können so zielgerecht zusammenwirken, soweit die jeweilige Aufgabe dies erfordert. Da der Verein Mitglieder hat, die neben der praktischen Arbeit auch in Forschung und Lehre tätig sind, können aktu- elle Tendenzen und Veränderungen der Kinder- und Jugendkultur, Ergebnisse und Erkenntnisse im- mer unmittelbar in die Arbeit mit einfließen. Je nach fachlichem Aufgabenschwerpunkt wird Fachpersonal auf Fachschulebene (z.B. Erzie- her*innen), Fachhochschulebene (z.B. Sozialarbeiter*innen, Sozialpädagog*innen) oder Universitäts- ebene (z.B. Heilpädagog*innen Master- bzw. Diplompädagog*innen, Diplompsycholog*innen, Kunst- therapeut*innen, Psychotherapeut*innen, etc.) einbezogen. Fort- und Weiterbildungen, Supervisionen oder Coaching wird bei Bedarf gewährleistet. Der Vorstand besteht aus drei Personen, die ehrenamtlich fungieren: - Karl Poimer - Judith Husmann - Tanja Pöpping Der Verwaltung liegen keine Erkenntnisse über die handlungsbevollmächtigten Personen vor, die einer Anerkennung des Vereins als Träger der freien Jugendhilfe entgegenstehen. Das Finanzamt Köln-Altstadt hat mit Datum vom 06.10.2017 einen Freistellungsbescheid zur Körper- schaftsteuer für 2014-2016 erteilt. „Kunststück Familie e.V.“ verfolgt ausschließlich gemeinnützige Ziele. Es ist davon auszugehen, dass er auch zukünftig einen wesentlichen Beitrag zur Erfüllung der Aufgaben der Jugendhilfe zu leisten im Stande ist und die Gewähr für eine den Zielen des Grundgesetzes förderliche Arbeit bieten wird. Da die Voraussetzungen nach § 75 Abs. 1 SGB VIII erfüllt sind und der Verein bereits seit mehr als 10 Jahren auf dem Gebiet der Jugendhilfe tätig ist, hat er einen Anspruch auf die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gem. § 75 Abs. 2 SGB VIII. Die Satzung und die Konzeption sind als Anlagen 1 und 2 unter Session -Nr. 0013/2020 hinterlegt.
Anlage 1 Satzung Kunststück Familie e.V.
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Satzung des Vereins Kunststück Familie e.V. § 1 Name, Sitz und Geschäftsjahr 1.) Der Verein trägt den Namen „Kunststück Familie“ 2.) Er hat seinen Sitz und Verwaltung in 50676 Köln, Schaafenstraße 5. 3.) Er wird im Vereinsregister des Amtsgerichts der Stadt Köln unter der Registriernummer VR 15058 eingetragen. 4.) Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. § 2 Vereinszweck 1.) Vereinszweck ist es, Projekte zur Förderung familiärer Beziehungen und Bindungen nach einer Trennung/Scheidung, bei innerfamiliären Beziehungs- und Erziehungsproblemen und in Patchworkfamilien zu unterstützen. 2.) Der Satzungszweck wird insbesondere Verwirklicht durch die Förderung innovativer sozialer Projekte, die dem Vereinszweck entsprechen. § 3 Gemeinnützigkeit 1.) Der Verein verfolgt im Rahmen seiner Tätigkeit gemäß § 2 der Satzung ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnittes "steuerbegünstigte Zwecke" der Abgabenordnung (§§ 51 ff. AO). Er ist selbstlos tätig und verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. 2) Die Mittel des Vereins sind ausschließlich zu satzungsgemäßen Zwecken zu verwenden. Eine Gewinnausschüttung an Vereins-mitglieder oder Dritte erfolgt nicht. 3) Niemand darf durch Vereinsausgaben, die dem Vereinszweck fremd sind oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden. Für den Ersatz von Aufwendungen ist, soweit nicht andere gesetzliche Bestimmungen anzuwenden sind, das Bundesreise-kostengesetz maßgebend. 4) Bei Ausscheiden eines Mitgliedes aus dem Verein oder bei Vereinsauflösung erfolgt keine Rückerstattung etwaig eingebrachter Vermögenswerte. 5) Eine Änderung des Vereinszweck darf nur im Rahmen des in § 3 (1) gegebenen Rahmens erfolgen. § 4 Mitgliedschaft des Vereins 1.) Der Verein ist kein Mitglied in einer überordneten Organisation oder einem Dachverband. § 5 Mitglieder des Vereins 1.) Mitglieder des Vereins können natürliche und juristische Personen werden, die sich bereit erklären, die Vereinszwecke und - ziele aktiv oder materiell zu unterstützen 2.) Die Mitgliedschaft wird auf schriftlichen Antrag durch Beschluss des Vorstandes erworben. Gegen eine ablehnende Entscheidung des Vorstandes kann der Antragsteller Beschwerde einlegen, über die die nächste Mitgliederversammlung entscheidet. 3.) Die Mitgliedschaft endet durch Austritt, Ausschluss oder Tod, bei juristischen Personen auch durch Verlust der Rechtspersönlichkeit. Der Austritt eines Mitgliedes ist nur zum ersten eines jeden Monats möglich. Er erfolgt durch schriftliche Erklärung gegenüber dem Vorsitzenden unter Einhaltung einer Frist von 14 Tagen. 4.) Der Vereinsausschluss erfolgt durch Beschluss des Vorstandes, wenn ein Mitglied gegen die Ziele und Interessen des Vereins schwer verstoßen hat, die Voraussetzungen der Satzung nicht mehr erfüllt, so kann es durch den Vorstand mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen werden. 5.) Dem Mitglied muss vor der Beschlussfassung Gelegenheit zur Rechtfertigung bzw. Stellungnahme gegeben werden. Gegen den Ausschließungsbeschluss kann innerhalb einer Frist von 14 Tagen nach Mitteilung des Ausschlusses Berufung eingelegt werden, über den die nächste Mitgliederversammlung entscheidet. Bis zur auf den Ausschluss folgenden Mitgliederversammlung ruhen die weiteren Rechte und Pflichten des Mitgliedes. § 6 Organe des Vereins Die Organe des Verein sind a.) die Mitgliederversammlung b.) der Vorstand. § 7 Mitgliederversammlung 1.) Der Mitgliederversammlung gehören alle Vereinsmitglieder mit je einer Stimme an. 2.) Die Mitgliederversammlung findet mindestens einmal jährlich statt. Sie wird vom Vorstand schriftlich unter Angabe der Tagesordnung einberufen. Die Einladungsfrist beträgt 2 Wochen. Die Frist beginnt mit dem auf die Absendung des Einladungsschreibens folgenden Tag. Es gilt das Datum des Poststempels. Das Einladungsschreiben gilt dem Mitglied als zugegangen, wenn es an die letzte vom Mitglied des Vereins schriftlich bekannt gegebene Adresse gerichtet ist. 3.) Eine außerordentliche Mitgliederversammlung ist einzuberufen, wenn es das Vereinsinteresse erfordert. Auf schriftliches Verlangen von mind. 10 % aller Vereinsmitglieder hat der Vorstand binnen 6 Wochen eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen. Dem Antrag der Mitglieder muss der gewünschte Tagesordnungspunkt zu entnehmen sein. 4.) Die Mitgliederversammlung ist bei ordnungsgemäßer Einladung ohne Rücksicht auf die Anzahl der Erschienenen beschlussfähig. Sie wählt aus ihrer Mitte einen Versammlungsleiter. Beschlüsse werden, sofern die Versammlung nicht etwas anderes bestimmt, offen durch Handaufheben mit Stimmenmehrheit getroffen. Bei Stimmengleichheit gilt ein Antrag als abgelehnt. 5.) Zu Satzungsänderungen und zu Beschlüssen über die Auflösung des Vereins ist abweichend von (4) 3/4 der in der Mitgliederversammlung abgegebenen Stimmen, mindestens die Mehrheit aller Vereinsmitglieder erforderlich. § 8 Aufgaben der Mitgliederversammlung 1.) Die Mitgliederversammlung als das oberste beschlussfassende Vereinsorgan ist grundsätzlich für alle Aufgaben zuständig, sofern bestimmte Aufgaben gemäß dieser Satzung nicht einem anderen Vereinsorgan übertragen wurde. Die Mitgliederversammlung wählt aus der Reihe der Mitglieder den Vorstand. Gewählt sind die Personen, die die meisten Stimmen auf sich vereinigen. 2.) Die Mitgliederversammlung kann Mitglieder des Vorstandes abwählen. Hierzu benötigt sie die Mehrheit der Stimmen aller Vereinsmitglieder. 3.) Die Mitgliederversammlung entscheidet über Anträge von Mitgliedern, die durch Vorstandsbeschluss ausgeschlossen werden sollen. 4.) Die Mitgliederversammlung nimmt den jährlich vorzulegenden Geschäftsbericht des Vorstandes und den Prüfungsbericht des Rechungsprüfers entgegen und erteilt dem Vorstand Entlastung. 5.) Die Mitgliederversammlung entscheidet über den vom Vorstand jährlich vorzulegenden Haushaltsplan des Vereines. 6.) Die Mitgliederversammlung hat Satzungsänderungen und Vereins-auflösungen zu beschließen. 7.) Ihr sind insbesondere die Jahresrechnung und der Jahresbericht zur Beschlussfassung über die Genehmigung und die Entlastung des Vorstandes schriftlich vorzulegen. Sie bestellt zwei Rechnungsprüfer, die weder dem Vorstand noch einem vom Vorstand berufenen Gremium angehören und auch nicht Angestellte des Vereins sein dürfen, um die Buchführung einschließlich Jahresabschluss zu prüfen und über das Ergebnis vor der Mitgliederversammlung zu berichten. Die Rechnungsprüfer haben Zugang zu allen Buchungs- und Rechnungsunterlagen des Vereines. 8.) Die Mitgliederversammlung entscheidet z.B. auch über a) Gebührenbefreiungen; b) Aufgaben des Vereins; c) An- und Verkauf sowie Belastung von Grundbesitz; d) Beteiligung an Gesellschaften; e) Aufnahme von Darlehen f) Genehmigung aller Geschäftsordnungen für den Vereinsbereich; g) Mitgliedsbeiträge; h) Satzungsänderungen; i) Auflösung des Vereins. 9.) Sie kann über weitere Angelegenheiten beschließen, die ihr vom Vorstand oder aus der Mitgliederschaft vorgelegt werden. § 9 Vorstand 1.) Der Vorstand besteht aus drei Personen. Die Amtszeit beträgt 4 Jahre. Wiederwahl ist zulässig. Die jeweils amtierenden Vorstandsmitglieder bleiben nach Ablauf ihrer Amtszeit im Amt, bis Nachfolger gewählt sind. 2.) Der/ die Vorsitzende und sein(e)/ ihr(e) Stellvertreter(in) wird von der Mitgliederversammlung bestimmt. 3.) Der Vorstand beschließt über alle Vereinsangelegenheiten, soweit sie nicht eines Beschlusses der Mitgliederversammlung bedürfen. Er führt die Beschlüsse der Mitgliederversammlung aus. 4.) Der Vorstand trifft auf Verlangen eines Vorstandsmitgliedes nach Absprache mit den anderen Vorstandsmitgliedern zusammen. Der Vorstand ist bei Anwesenheit von zwei Mitgliedern beschlussfähig. Er fasst Beschlüsse mit Stimmenmehrheit. Bei Stimmengleichheit gilt ein Antrag als abgelehnt. Beschlüsse des Vorstands können bei Eilbe-dürftigkeit auch schriftlich oder fernmündlich gefasst werden, wenn alle Vorstandsmitglieder ihre Zustimmung zu diesem Verfahren schriftlich oder fernmündlich erklären. Schriftlich oder fernmündlich gefasste Vorstandsbeschlüsse sind schriftlich niederzulegen und vom Vorstand zu unterzeichnen. 5.) Der Verein wird gerichtlich und außergerichtlich von dem/der Vorsitzenden und/oder dem/der Stellvertreter/in vertreten, wobei jeder für sich allein vertretungsberechtigt ist. Über Konten des Vereins kann nur der/die Vorsitzende oder der/die Stellvertreter mit einem weiteren Vereinsmitglied (Revisor/in) gemeinsam verfügen. 6.) Der Vorstand kann durch Beschluss als besonderen Vertreter gemäß § 30 BGB einen hauptamtlichen Geschäftsführer bestellen, der die laufenden Geschäfte des Vereins führt und Vorgesetzter der hauptamtlichen Vereinsmitarbeiter ist. Entscheidungen über Arbeitsverträge, Kündigungen sowie Mitgliedsaufnahmen und Ausschlüsse bleiben dem Vorstand vorbehalten. 7.) Der Geschäftsführer hat die Pflicht zur Teilnahme an den Mitgliederversammlungen und das Recht und auf Verlangen des Vorstandes die Pflicht an den Vorstandssitzungen teilzunehmen. Er hat auf allen Sitzungen Rederecht und ist den Vereinsorganen gegenüber rechenschaftspflichtig. 8.) Satzungsänderungen, die von Aufsichts-, Gerichts- oder Finanzbehörden aus formalen Gründen verlangt werden, kann der Vorstand von sich aus vornehmen. Diese Satzungsänderungen müssen der nächsten Mitgliederversammlung mitgeteilt werden. 9.) Es besteht eine Haftungsbeschränkung für den Vorstand. § 10 Protokolle Die Beschlüsse des Vorstandes und der Mitgliederversammlungen werden schriftlich protokolliert und stehen den Mitgliedern zur Einsicht zur Verfügung. § 11 Tarifverträge Da es innerhalb des Vereins keine hauptamtlichen Beschäftigten sondern lediglich Honorarkräfte gibt wird kein Bundesangestelltentarif angewendet. §12 Vereinsfinanzierung 1.) Die erforderlichen Geld- und Sachmittel des Vereins werden beschafft durch: a) Zuschüsse des Landes, der Kommunen und anderer öffentlicher Stellen; b) Spenden / auch zweckgebundene Spenden c) Zuwendungen Dritter, z.B. der freien Wohlfahrtspflege 2.) Die Mitglieder zahlen keine Beiträge. 3.) Bei Auflösung des Vereins oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das Vermögen des Vereins an den Kinderschutzbund/Köln der es ausschließlich und unmittelbar für gemeinnützige Zwecke zu verwenden hat. Beschlüsse über die künftige Verwendung des Vereinsvermögens dürfen erst nach Einwilligung des Finanzamtes ausgeführt werden. § 13 Inkrafttreten Diese Satzung tritt mit der Eintragung in das Vereinsregister in Kraft. Köln, den 08.12.2005
Anlage 2 Päd. Konzeption_Tätigkeitsberichte Kunststück Familie e.V.
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Kunststück Familie e.V. Anlage zum Antrag auf Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß §75 SGB VIII 1 Pädagogische Konzeption Kunststück Familie e.V. mit Angaben über Aufgaben, Ziele und praktische Arbeit mit Nachweisen über bisherige Tätigkeiten auf dem Gebiet der Jugendhilfe „Kunststück Familie e.V.“ ist ein als gemeinnützig anerkannter Verein mit Sitz in Köln, der sich im Jahr 2005 gegründet hat. Der Verein ist gemeinnützig und erstrebt keinen Gewinn. Kunststück Familie ist politisch neutral und unter der Nummer 15058 im Vereinsregister eingetragen. Im Zentrum der Arbeit von Kunststück Familie e.V. steht die Familie. Wir begreifen das System Fami-lie als Teil unserer komplexen Gesellschaft in ihrer Ganzheitlichkeit und Vielfalt. Die Familie als Basis menschlichen Zusammenlebens ist über die Jahrhunderte hinweg massiven gesellschaftlichen Wan-deln unterworfen. Heute umfasst Familie verschiedenartigste, gleichberechtigte Lebensformen; sich wandelnde Familienstrukturen, neue Rollenbilder, Migration und Flucht, Trennung/Scheidung, Ar-mut, Krankheit und Tod wirken sich sowohl auf das ganze System Familie als auch auf jedes einzelne Familienmitglied aus. Jeder Einzelne wird als Mitglied in der Gesellschaft und Kultur mit besonderem Blick auf seine Individualität wahrgenommen. Für Kinder ist die Familie das Fundament ihrer gesunden Entwicklung. Als Bildungsort hat die Familie einen entscheidenden Einfluss auf die Teilhabechancen von Heranwachsenden. Hier wird Gemein-schaft und Geborgenheit ebenso wie Empathie, Eigenverantwortlichkeit und Konfliktfähigkeit erlebt, gelernt. Plötzliche aber auch schleichende Veränderungen in diesem dynamischen System durch Trennung, Verlust, Umzug, Krankheit, etc. hemmen und oder stören eine positive Entwicklung, denn sie kosten viel Kraft und müssen von jedem einzelnen Familienmitglied individuell bewältigt werden. Institutionen und Infrastrukturen passen oft nicht zu dem sich verändernden Familienalltag, in dem Partizipation, Chancengleichheit oder aber auch einfach nur Verständnis, Schutz und individuelle Fürsorge nicht mehr in ausreichendem Maße gegeben sind. Insbesondere mitbetroffene Kinder und Jugendliche geraten situativ aus dem Blickfeld belasteter Erwachsener. Kinder sind jedoch von ein-schneidenden Veränderungen, dem Verlust des vertrauten, sicheren Familienlebens und den damit einhergehenden emotionalen Reaktionen sehr betroffen und in ihrer weiteren gesunden Entwicklung besonders gefährdet. Kunststück Familie e.V. möchte ohne lange Wartezeiten im Moment der jeweils empfundenen Krise allen Familienmitgliedern helfen und verhindern, dass Kinder oder Eltern aufgrund ihrer psychischen Belastung schwerwiegende Symptome und Folgeschäden entwickeln. Auf Grundlage eines humanis-tischen Menschenbildes möchte KF Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Als Zielgruppe hat Kunststück Familie e.V. vor allem Kinder, Jugendliche und deren Eltern, die sich in Krisensituationen befinden. Zweck des Vereins ist die Förderung und Unterstützung familiärer Beziehungen, Bindungen und die Unter-stützung einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung. Im Zentrum steht dabei die Förderung der Ent-wicklung und Erziehung zur Autonomie im Sinne einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfä-higen Persönlichkeit. Dabei leistet Kunststück Familie e.V. Hilfe für Familien, die sich in einer akuten Krise aufgrund familiärer Schwierigkeiten (innerfamiliäre Erziehungsprobleme, Trennung, Tod eines Kunststück Familie e.V. Anlage zum Antrag auf Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß §75 SGB VIII 2 Familienmitgliedes, Behinderung etc.) befinden. Diese Hilfe erfolgt u. a. durch ressourcenorientierte künstlerisch geleitete Krisenintervention, systemische Beratung sowie moderierte Selbsthilfegrup-pen. Kunststück Familie e.V. richtet sich an die Familien als System wie auch an deren einzelne Mitglieder. Ein multimodales Team aus Fachleuten unterschiedlicher Bereiche unterstützt und stärkt in vielfälti-gen Angeboten alle beteiligten Generationen eines Familiensystems. Dabei ist das Hilfsangebot so-wohl präventiv als auch rehabilitativ ausgerichtet. Diese Hilfe erfolgt insbesondere durch § Informationsgespräche über Handlungs- und Hilfsmöglichleiten § Präventive Angebote im Bereich von Kunst- und Kultur § Systemische Beratung und Therapie § Kunsttherapeutische Krisenintervention § Moderierte Selbsthilfegruppen § Fort- und Weiterbildung § Interdisziplinäre, rehabilitative und präventive Angebote § Förderprogramme § Multiplikatorenanleitung § Öffentlichkeitsarbeit § Politisches Engagement hinsichtlich einer Wertschätzung für alle Eltern und Kinder sowie Of-fenheit und Toleranz gegenüber allen familiären Lebensformen. Seit seiner Gründung im Jahre 2005 kann der Verein auf vielfältige Projekte und Erfahrungen zurück-greifen. Vor allem in Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen konnte am Bedarf orientiert quali-fizierte Hilfe für Kinder, Jugendliche und Erwachsenen erfolgen. Der Verein verfügt über keine Angestellten, greift deshalb auf ein Pool von unterschiedlich ausgerich-teten Fachleuten zurück, die je nach Aufgabengebiet aus dem Bereich der Heilpädagogik, Sozialpäda-gogik, Systemischen Beratung, Kunstpädagogik, Kunstgeschichte, Kunst, etc. kommen und Qualifika-tionen und Erfahrungen im entsprechenden Bereich haben. Zur fachgerechten Durchführung von Projekten im Bereich der Prävention, Rehabilitation und Entwicklungsförderung kooperiert der Ver-ein u.a. mit dem „Atelier artig“, einer heilpädagogisch-kunsttherapeutischen Praxis, die anerkannter Leistungsträger der Jugendhilfe der Stadt Köln ist. Der Verein Kunststück Familie e.V hat sich in Köln gut vernetzt und arbeitet mit unterschiedlichen Institutionen, wie Schulen, dem Atelier artig, Beratungsstellen, Stiftungen, Arbeiterwohlfahrt, Kin-derschutzbund, Zentrum für Autismus, Selbsthilfegruppen, Arbeitskreisen mit unterschiedlichen Schwerpunkten, etc. zusammen. Kunststück Familie e.V. Anlage zum Antrag auf Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß §75 SGB VIII 3 Retrospektiv – eine Auswahl von Projekten der letzten Jahre A / Projekt: Independent Creatures - Ein integratives Kunstprojekt Integrative Kunstwerkstatt/ Skulpturen aus Holz, Stahl, Draht Kurzbeschreibung der Projektidee Angelehnt an die Kreaturen (Bäume) aus Herr der Ringe, entwickelt unter Anleitung der Projektleiter (2 Diplom Heilpädagoginnen/ Kunsttherapeutinnen, 1 Schreiner) jedes einzelne Kind/ Jugendlicher selbstständig innerhalb einer Gruppe von 10 Teilnehmern entsprechend seiner Phantasie und Vor-stellungen eine eigene „Kreatur“. Aus massiven Holz- und Baumstammstücken werden Figuren her-ausgearbeitet. Die einzelnen Holzskulpturen werden gemeinsam am Ende des Projektes anhand von Drahtverstrebungen zu einem Gemeinschaftskunstwerk miteinander verbunden. Dabei hat jede ein-zelne Skulptur für sich ihre Wirkung und ermöglicht durch das Zusammenfügen der einzelnen Teile ein beeindruckendes Gruppenwerk. Es werden Mechaniken eingebaut, sowohl in die einzelne Skulp-tur, als auch in das Endprodukt, damit sie, ohne ihre Grundstruktur zu verlieren, immer wieder ver-ändert werden kann und auch Außenstehenden im Nachhinein die Möglichkeit einer aktiven Verän-derung bzw. Interaktion mit dem Kunstwerk offeriert. Hintergrund Die Kunstwerkstatt Holz ermöglicht den Kindern und Jugendlichen, ihre individuellen Gestaltungs- und Ausdrucksmöglichkeiten zu erfahren und mit gezielter Unterstützung ausleben zu können. Der dabei erlebte Arbeitsprozess in der Auseinandersetzung und der Bearbeitung der Materialien eröff-net die Möglichkeit, Probleme im Moment des Wahrnehmens anzugehen und sofort auf diese rea-gieren zu können. Ziel Das Ziel besteht dabei nicht nur in der Heranführung an das Kunsthandwerk bzw. die Verarbeitung und Umgangsweise mit dem vorgegebenen Material, sondern ebenso in der Transferleistung ge-machter Erfahrungen in den Alltag der Teilnehmer. Die schöpferischen Tätigkeiten ermöglichen neue Erfahrungen des Selbst und des sozialen Miteinanders in der Kleingruppe, was ein Erlernen von Selbstständigkeit, Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl, Respekt, einem sozialen Miteinander und kooperativen Verhalten integriert. Das Material Holz bietet einen großen Widerstand, der nur durch das Zusammenwirken von hand-werklichem Können und geistiger Vorstellungskraft zu brechen ist. Arbeiten am Holz bedeutet gleich-zeitig ein Arbeiten an den eigenen Grenzen. Die fertige Skulptur präsentiert sich den Kindern und Jugendlichen als sichtbarer Beweis dafür, was sie aus eigener Kraft schaffen können. Dabei wird ein Prozess hervorgerufen, der viel Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit fordert und selbstständige Aktivität einschließt. Umsetzung In einer ersten Projektphase geht es um die Auseinandersetzung und Hinführung zum dreidimensio-nalen Arbeiten. Mit Zeichnungen und Tonfiguren wird auf die Umsetzung einer eigenen Skulptur aus Holz hingearbeitet. Kunststück Familie e.V. Anlage zum Antrag auf Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß §75 SGB VIII 4 Die dafür nötigen Werkzeuge werden durch Ausprobieren unter Anleitung kennen gelernt, um mit dem dann vertrauten Material eine „Kreatur“ entstehen zu lassen. Das Projekt wurde über einen Zeitraum von einem halben Jahr (24 Termine zu je 2 Wochenstunden) im Atelier artig angelegt. Eine abschließende Ausstellung am Ende des Projektes präsentiert jedes einzelne Kunstwerk und deren Gesamtkomposition. Die entstehenden Werke wirken sich positiv auf das Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein der Kinder und Jugendlichen aus. Überblick Teilnehmer: 10 Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren, davon 5 TN mit Behinderung und 5 ohne Behinderung Leitung/Durchführung: Verein Kunststück Familie e.V./ Atelier artig 2 Diplom Heilpädagoginnen/ Kunsttherapeutinnen / 1 Schreiner Art des Angebotes integrative Kunstwerkstatt/ Skulpturen aus Holz, Stahl, Draht Projektort Atelier artig, Schaafenstraße 5, 50676 Köln Projektzeit 24 Termine a 2 Stunden/ Start August 2007 Das Projekt wurde aus Mitteln der Kastanienhofstiftung (www.kastanienhofstiftung.de) und der Kämpgen Stiftung (www.kaempgen-stiftung.de) gefördert. Die Abschlusspräsentation fand im Rahen eines Kölner Stiftungstages auf dem Gelände der Kastanienhof-Stiftung in Köln statt in Austausch und Begleitung mit der damaligen Behindertenbeauftragten der Stadt Köln. B/ Projekt / Förderschule emotionale & soziale Entwicklung Förderschulen soziale und emotionale Entwicklung: Blumenthalstraße/ Mörikeweg Mal- und Gestaltungsatelier Das Mal- und Gestaltungsatelier in einer Schule ist ein künstlerisches Angebot für die Schüler. Künst-lerische und gestalterische Mittel sind ein ideales Medium mit Kindern und Jugendlichen fördernd zu arbeiten. Sie besuchen das Atelier je nach Bedarf ein bis zwei mal wöchentlich über einen Zeitraum von zwei Schulstunden. Gearbeitet wird im Atelier unter fachkompetenter Anleitung zweier Atelier-leiter in einer Kleingruppe von bis zu vier Kindern. Hintergrund – Warum ein Atelier in der Schule? Ästhetische Aktivitäten wie das Malen, Zeichnen, Plastizieren, etc. fördern die kreative Auseinander-setzung des Kindes mit seiner Umwelt. Der spielerische, materialerprobende Anteil künstlerischen Arbeitens bietet ein Forum, in denen die Kinder ihre Phantasien frei entwickeln und malerisch um-setzen können. Dabei fordert die Bildnerei von den Kindern immer neue Auseinandersetzungspro-zesse mit ihrem eigenen Tun. Sie beginnen ihre Fähigkeiten und Grenzen kennen zu lernen und aus-zuprobieren. Durch Versuch und Irrtum lernen die Kinder ihre Persönlichkeit immer besser kennen und entwickeln eine verbesserte Frustrationstoleranz. Unterschiedliche Zugangsweisen werden er-probt, eine neue Handlungsbasis mit erweiterten Perspektiven wird gewonnen. Neben dem Schulalltag, in denen die Schüler bestimmten Ansprüchen gerecht werden müssen und Misserfolge erfahren, bietet das kindgerechte künstlerische Arbeiten einen Freiraum, der keinen vorgegebenen Leistungsanspruch beinhaltet. Sie lernen hier ihren eigenen Anforderungen gerecht zu werden, selbst gesteckte Ziele strukturiert zu erreichen und ihre dafür gefragten Verhaltensweisen zu steuern und anzupassen. Die verschiedenen im Atelier zur Verfügung stehenden Materialien er- Kunststück Familie e.V. Anlage zum Antrag auf Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß §75 SGB VIII 5 fordern auf einer spielerischen Ebene gewisse Regeln und Bearbeitungsvorgänge von den „Künst-lern“, die eingehalten werden müssen, um ein ihren Wünschen und Vorstellungen entsprechendes Ergebnis zu erzielen; diese Umgangsmöglichkeiten und Erfolge spiegeln sich durch Transferleistungen in den einzelnen Bereichen des Lebens und Verhaltens in der Schule, Familie und Alltag des Kindes wieder. Ziel Wichtig ist der ressourcenorientierte Ansatz des künstlerischen Angebotes, denn Ziel ist es, die Kin-der in ihrem Tun und ihren Qualitäten zu fordern, neue Möglichkeiten aufzuzeigen und zu schaffen, um ihre Selbstständigkeit anzureizen. Die Situation des Gruppensettings ermöglicht den Kindern und Jugendlichen soziale Regeln, eigene Grenzen und die der anderen zu erfahren, zu achten und zu ler-nen. Dieser gruppendynamische Erlebnisprozess wird von den Atelierleiten begleitet und unterstützt. Arbeit im Atelier Gearbeitet wird im Atelier in einzelnen Schritten, die individuell auf jedes Kind angepasst werden. Verschiedene Materialien wie Guachéfarben, Holz, Papier, Ton, Gips, etc. stehen den Kindern und Jugendlichen zur Verfügung. Es kann im Sitzen, Stehen, und auf dem Boden künstlerisch gearbeitet und experimentiert werden. Dabei wird der gesamte Bildentstehungsprozess von den Angebotsleite-rinnen intensiv begleitet. Ohne fremdgesteuerten Leistungsdruck oder Wertung können Bilder und Werke ihrer Vorstellung entstehen. Das offeriert eine neue Handlungsbasis mit erweiterten Perspek-tiven. Der beim Malen und Werken erlebte Prozess eröffnet die Möglichkeit, Bildprobleme im Mo-ment des Wahrnehmens anzugehen und sofort auf diese reagieren zu können. Die Kinder und Ju-gendlichen erfahren eine ganzheitliche Förderung im Handlungsspielraum Atelier. Die entstehenden Werke wirken sich positiv auf das Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein der Kin-der und Jugendlichen aus, was durch Ausstellungen, in denen ihre Werke eine große Wertschätzung erfahren, unterstützt wird. Überblick Gruppenstärke: Bis zu 4 Kinder in einer Gruppe bei zwei Heilpädagogen/Kunsttherapeuten (A. Preß und R. Müller) Umfang: 1,5 Zeitstunden entsprechend 2 Schulstunden als eine Einheit in der Woche 2005 – 2012 u.a. mit finanzieller Unterstützung der Carl Richard Montag Stiftung für Jugend und Ge-sellschaft, Bonn (www.carl-richard-montag-stiftung.de) und bezirksorientierten Mitteln (Stadt Köln). C/ Projekt / Förderschule Lernen Kooperationsprojekt „Gefühlsreise“ der Wilhelm Leyendecker Schule umgesetzt durch das Atelier artig gefördert durch die Kämpgen-Stiftung, Köln. Im Vordergrund des künstlerisch ausgelegten Pro-jektes standen Emotionen im Sinne einer Entwicklungsförderung (emotional, sozial) und Gewaltprä-vention. Idee Der Förderverein und das Lehrerkollegium der Wilhelm-Leyendecker-Schule, Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen, entwickelten gemeinsam mit dem Atelier artig und dem Verein Kunststück Familie e.V. Anfang 2006 eine schulinterne Projektidee zum Thema Emotionen. Ausgangspunkt des Kunststück Familie e.V. Anlage zum Antrag auf Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß §75 SGB VIII 6 Kooperationsprojektes mit dem Namen “Gefühlsreise” war die zunehmende Beobachtung von vers-tärktem Konfliktpotenzial der Schüler. In der Unterstufenkonferenz enstand durch diese Beobach-tung die Zielsetzung, das bestehende Konzept um Themen zur sozialen Integration, Gruppenfindung, Akzeptanz und zum Umgang mit und zur Bewältigung von Konflikten zu erweitern. Um diese Erweite-rung umsetzen zu können, bedarf es der Zusammenarbeit und Unterstützung von außerschulischen Fachleuten, die durch Vertreterinnen des Atelier artig gefunden wurden. Die Arbeit der Lehrer vor Ort wird damit qualitativ durch Fachkräfte aus dem Bereich der Heilpädagogischen Kunsttherapie ergänzt und erweitert. Das Projekt integriert sich hervorragend in das schulinterne Unterrichtssystem mit seinen einzelnen fachlichen Inhalten ein, untermauert und ergänzt dieses. Es ist als schul- begleitendes Projekt mit dem Schwerpunkt Gefühle, Emotionen, Stimmungen und Affekte ausgerichtet und fokussiert in ers-ter Linie die Arbeit mit den Schülern der Unterstufe über einen Zeitraum von 6 Monaten angesetzt. Die im Unterricht behandelten Themen mit dem Schwerpunkt Emotionen sollen in Projektform ver-treten durch die beiden Kunsttherapeutinnen aufgegriffen und in künstlerischer Form ergänzend zum Unterricht thematisiert und verinnerlicht werden. Die eher kognitive Herangehensweise inner-halb der einzelnen Unterrichtsfächer an das Thema „Emotionen“ wird in einem Schutzraum Atelier innerhalb der Schule auf emotionaler Ebene erweitert und vertieft. Emotionen spielen beim Lernen eine zentrale Rolle. Nicht nur "starke" Gefühle wie Angst sondern auch eher "schwache" wie Interes-se und Neugier sind für den Lehr- und Lernprozess von Bedeutung. Da der Schule hier mit Möglichkeiten des wichtigen emotionales Arbeiten Grenzen gesetzt sind, entstand die Idee der Ko-operation mit außerschulischen Fachleuten und der damit verbundenen Möglichkeit, den Schülern eine differenzierte Wahrnehmung und ein erweitertes Ausdrucksvermögen bieten zu können. SCHULISCH UNTERRICHTLICHE PROJEKTINHALTE Ich lerne mich selbst kennen Die Kinder der Unterstufe müssen ihre eigene Position im Umgang mit anderen noch finden und fes-tigen. Bei ihnen steht das „Ich“ im Vordergrund ihres Gefühlslebens. Die Selbstwahrnehmung der Schüler wird durch gemeinsames Erleben, Erzählen von Geschichten und gemeinsamen Spielen ges-tärkt. In den Klassen wird durch Einführung erster Klassenregeln ein Klima zum Wohlfühlen und Ler-nen geschaffen. Ich lerne mich und die anderen kennen Im nächsten Schritt des Projekts steht das Verhältnis der Schüler untereinander im Vordergrund. Die Fähigkeit des Perspektivenwechsels als Voraussetzung zu einem konstruktiven Umgang miteinander stehen hier an erster Stelle. Im Unterricht wird diese Empathiefähigkeit gezielt gefördert, unter an-derem durch: Bücher oder Geschichten lesen Wie fühlen sich die Hauptpersonen? Wie würde ich mich fühlen? Was könnte ich machen, damit es einer traurigen Person wieder besser geht? Wann habe ich mich schon einmal so gefühlt? Musik und Bewegung Wie kann ich mit Instrumenten Gefühle ausdrücken? Was passiert, wenn ich lauter oder leiser spie-le? Was löst Musik bei mir selbst aus? Wie kann ich mein Gesicht, meinen Körper verändern oder bewegen um meine Stimmung mitzuteilen? Briefkasten Kunststück Familie e.V. Anlage zum Antrag auf Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß §75 SGB VIII 7 Ich schreibe einem Mitschüler einen Brief. Ich male einem Mitschüler ein Bild. Ich antworte auf Brie-fe und Bilder, die ich erhalten habe. Plakate und Bücher Wir haben gemeinsam etwas erlebt und schreiben es auf. Wir beschriften Fotos. Wir können uns immer wieder anschauen, was wir gemeinsam erlebt haben. Wir sind eine Klasse Im Verlauf des Projektes sollen die Schüler lernen, sich als Teil der Gruppe zu sehen. Während des Projektes sollen die Schüler ein Selbstwertgefühl entwickeln, welches ihnen ermöglicht, eigene Be-dürfnisse in der Gruppe mitzuteilen, ohne dabei bestehende soziale Regeln zu verletzen. Die Kinder übernehmen Verantwortung für die Gestaltung von Beziehungen untereinander und lernen, Sicht-weisen des anderen zu erfahren und im eigenen Handeln zu berücksichtigen. Das Projekt soll den Schülern helfen, sich selbst als einen wichtigen Teil einer Gruppe zu erleben. Besonders diejenigen Kinder, die ein sehr geringes Selbstwertgefühl haben, bekommen mit Unterstützung des Ateliers artig die Möglichkeit, ein positives Selbstgefühl zu entwickeln. Ein positives Selbstwertgefühl ist grundentscheidend für die Zufriedenheit der Kinder und Basis für ihr Wohlergehen. Sie lernen eigene Stärken kennen und Schwächen anderer zu respektieren. Unterrichtliche Methoden und Inhalte unterstützen dieses Ziel: Klassendiskussionen im Stuhlkreis Ich vertrete meine Meinung, ich höre zu, was die anderen zu sagen haben. Helfersysteme Wem kann ich helfen, was kann ich besonders gut? Wer kann mir helfen, wenn ich etwas noch nicht so gut kann? Wie kann ich jemanden um Hilfe bitten? Bücher und Geschichten lesen Kann mir eine Figur aus einem Buch oder eine Geschichte helfen? Gibt es da jemanden, der die gleichen Gefühle hat wie ich? Brieffreundschaften Ich schreibe mir Briefe mit anderen Schülern. Was erzähle ich von mir? Was will ich von einem anderen erfahren? Klassengespräche Was ist in der Klasse gut gelaufen? Wo hat es Streit gegeben? Was können wir tun, damit es allen gut geht? Was kann ich dazu beitragen? Rollenspiele Wir spielen Szenen aus dem Schulalltag. Wie fühlen sich die beteiligten Figuren? Wie können wir das ausdrücken? Finden wir Lösungen, bei denen sich alle wohl fühlen? Die Arbeit an diesem Konzept wird ständig hinterfragt und weitergeführt. Dazu geben die Klassenleh-rerInnen im regelmäßigen Austausch mit den Fachkräften des Ateliers artig wichtige Impulse für die weitere Gestaltung. Das Konzept soll schrittweise mit altersangepassten Elementen weiterentwickelt werden. Das Projekt ist ausgelegt als ressoucenstärkendes Angebot für Schüler, die neben der spezifischen Schulform einen besonderen Bedarf an Förderung haben. Künstlerische und gestalterische Mittel sind ein ideales Medium mit Kindern und Jugendlichen fördernd zu arbeiten, viele Schüler zeigen in ihrer emotionalen, kognitiven und sozialen Entwicklung große Defizite und einen besonderen Bedarf. Allein der Unterricht kann nicht alle Probleme der einzelnen Schüler aufarbeiten. Durch ein in die Kunststück Familie e.V. Anlage zum Antrag auf Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß §75 SGB VIII 8 Schule eingegliedertes Angebot kann unmittelbar auf die Schüler in ihrer individuellen Entwicklung reagiert werden. Sie erhalten professionelle und begleitende Unterstützung, die einer sozialen und emotionalen Krise vorbeugen und als Erweiterung und Ergänzung zu Unterrichtsinhalten gesehen werden kann. Das Kind erfährt Entlastung und Unterstützung und eine Vertiefung der im Unterricht erarbeiteten Inhalte. Neben seinem rehabilitativen, fördernden Charakter trägt das Projekt auch einen hohen präventiven Anteil in sich. Die Schülerinnen und Schüler gewinnen durch die kunstorien-tierte Praxis mehr Selbstvertrauen und prägen höhere Kompetenzen auf unterschiedlichen Bereichen aus. Das Lernklima wird spürbar besser, was wiederum die schulischen Leistungen der Kinder hebt, weil sie mehr Spaß am Lernen haben. In enger Zusammenarbeit der Schule mit den Kunsttherapeu-ten können Themenblöcke des Fachunterrichtes in die künstlerische Praxis gestellt und damit auf einer anderen Ebene bearbeitet werden. Eine Rückkoppelung bzw. eine Dimension ist hier multiline-ar, also von Fachunterricht hin zum künstlerischen Angebot und umgekehrt. Ästhetische Aktivitäten wie das Malen, Zeichnen, Plastizieren, etc. fördern die kreative Auseinander-setzung des Kindes mit seiner Umwelt. Der spielerische, materialerprobende Anteil künstlerischen Arbeitens bietet ein Forum, in denen die Kinder ihre Phantasien frei entwickeln und malerisch um-setzen können. Dabei fordert die Bildnerei von den Kindern immer neue Auseinandersetzungspro-zesse mit ihrem eigenen Tun. Sie beginnen ihre Fähigkeiten und Grenzen kennen zu lernen und aus-zuprobieren. Durch Versuch und Irrtum lernen die Kinder ihre Persönlichkeit immer besser kennen und entwickeln eine verbesserte Frustrationstoleranz. Unterschiedliche Zugangsweisen werden er-probt, eine neue Handlungsbasis mit erweiterten Perspektiven wird gewonnen. Neben dem Schulall-tag, in denen die Schüler bestimmten Ansprüchen gerecht werden müssen und Misserfolge erfahren, bietet das kindgerechte künstlerische Arbeiten einen Freiraum. Sie lernen sich an ihren Anforderun-gen zu orientieren, eigene Ziele strukturiert zu erreichen und ihre dafür gefragten Verhaltensweisen anzupassen. Das offeriert eine neue Handlungsbasis mit erweiterten Perspektiven. Der beim Malen und Werken erlebte Prozess eröffnet die Möglichkeit, Bildprobleme im Moment des Wahrnehmens anzugehen und sofort auf diese reagieren zu können. Die Kinder und Jugendlichen erfahren eine ganzheitliche Förderung im Handlungsspielraum Atelier. Die entstehenden Werke wirken sich positiv auf das Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein der Kinder und Jugendlichen aus, was durch eine Ausstellung am Projektende, in denen ihre Werke eine große Wertschätzung erfahren, unterstützt wird. Die verschiedenen im Schulatelier zur Verfügung stehenden Materialien erfordern auf spielerische Weise Regeln und Bearbeitungsvorgänge von den Kindern, die sie einhalten müssen, um ein ihren Wünschen und Vorstellungen entsprechendes Ergebnis zu erzielen; diese neu erworbenen Möglichkeiten und Erfolge spiegeln sich durch Transferleistungen in den einzelnen Bereichen des Lebens und Verhaltens in der Schule, Familie und Alltag des Kindes wieder. Künstlerisches Arbeiten ist eine spielerische, materialerprobende, sensomotorische Aktivität. Im Zentrum der Arbeit steht der Zusammenhang Wahrnehmen - Erleben - Handeln. Dies fordert von den Kindern immer neue Ausei-nandersetzungsprozesse mit ihrem eigenen Tun. Sie beginnen ihre Fähigkeiten kennen zu lernen und auszuprobieren. Durch Versuch und Irrtum lernen sie ihre Grenzen zu erkennen und entwickeln eine verbesserte Frustrationstoleranz. Den Schülern bietet sich damit eine interessante Entwicklungs- wie Entfaltungsmöglichkeit an, die innerhalb des normalen Schulalltag nicht möglich wäre. Als Ganzes fördert dieses Projekt soziale Kompetenz, Kreativität und individuelle Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen besonders hin-sichtlich ihrer emotionalen Intelligenz. Kunst berührt jeden Lebensbereich. Insofern helfen kunstori- Kunststück Familie e.V. Anlage zum Antrag auf Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß §75 SGB VIII 9 entierte Ansätze neben dem Kunstunterricht gerade auch bei der Ausgestaltung verschiedenster Schulfächer, nicht zuletzt berühren sie alle Fragen der Lebensorientierung und Lebensgestaltung. Wichtig ist der ressourcenorientierte Ansatz des künstlerischen Angebotes, denn Ziel ist es, die Kin-der in ihrem Tun und ihren Qualitäten zu fördern, neue Möglichkeiten aufzuzeigen und sie in ihrer Selbstständigkeit zu unterstützen. Die Situation des Gruppensettings ermöglicht den Kindern und Jugendlichen soziale Regeln, eigene Grenzen und die der anderen zu erfahren, zu achten und zu ler-nen. Dieser gruppendynamische Erlebnisprozess wird von den Projektleiterinnen begleitet und un-terstützt. HINTERGRUND/ SCHWERPUNKT EMOTIONEN Entwicklungsbereich: Emotionalität Entwicklungsaspekt: emotionale Ausdrucksfähigkeit Gefühle, Emotionen, Stimmungen und Affekte sind ein Teil zwischenmenschlicher Kommunikation. Neigungen, aber auch Fähigkeiten werden wesentlich durch Gefühle mitbestimmt. Emotionen lassen sich grob in angenehme und unangenehme Gefühle einteilen. Sie haben meist eine Qualität („Wel-che Art von Emotion?“) und eine Stärke („Wie intensiv ist die Emotion?“). Da Emotionen starke Auswirkungen auf die Leistung einer Person haben können, rückt neben dem Begriff Intelligenz, der bisher eher auf die technische und mathematische Leistung bzw. Intelligenz abzielte, auch die so genannte emotionale Intelligenz immer mehr in den Vordergrund. Bei gesellschaftlichen Verhaltensnormen und Bräuchen und im moralischen Handeln zeigen Gefühle und Emotionen an, ob wir uns den geltenden Normen gemäß verhalten. Im Sprachgefühl rep-räsentiert das negative und positive Gefühl die Einhaltung der Sprachregeln, z.B. entsprechend der Grammatik. In der Einschätzung der eigenen Gesundheit und in der Medizin deuten Gefühle auf Krankheiten oder auf den Genesungsprozess, und zwar sowohl im körperlichen wie im psychischen Bereich (Phobie, Selbstwertgefühl). Bei körperlicher und psychischer Belastung zeigen Gefühle Er-müdung, Überlastungen und Stresszustände an. Bei der Motivation spielt das Gefühl dank seines Wertcharakters eine wichtige Rolle als handlungsauslösendes Moment. Der individuelle Charakter ist über weite Strecken geprägt durch ein individuelles Gefühlsprofil. Nach Izard (1994) existieren zehn unterschiedliche Gefühle, die auf der ganzen Welt und in jeder Kultur vorkommen: Interesse, Leid, Widerwillen, Freude, Zorn, Überraschung, Scham, Furcht, Verach-tung und Schuldgefühl. Ältere Theorien teilen die Gefühle in vier Hauptgruppen ein: Angst, Ärger, Freude und Trauer. Weitere Beispiele für Einzelemotionen sind Enttäuschung, Mitleid, Neid, Stolz und Verliebtheit. Eine weitere Klassifikation besteht darin, zwischen Gefühlen und Affekten zu unterscheiden. Die Ge-fühle sind hiernach die Emotionen, die verbinden, während Affekte die Emotionen sind, die trennen. Zu den Gefühlen gehören somit: Liebe, Freundschaft, Mitgefühl, Verbundenheit, Gemeinschaftsge-fühl. Zu den Affekten gehören: Neid, Hass, Angst, Eifersucht, Minderwertigkeitsgefühl, Schuldgefühl. Nach Goleman setzt sich Emotionale Intelligenz aus fünf Teilkonstrukten zusammen Selbstbewusst-heit (Fähigkeit eines Menschen, seine Stimmungen, Gefühle und Bedürfnisse zu akzeptieren und zu verstehen, und die Fähigkeit, deren Wirkung auf andere einzuschätzen. Selbstmotivation (Begeiste-rungsfähigkeit für die Arbeit, sich selbst unabhängig von finanziellen Anreizen oder Status anfeuern zu können) Selbststeuerung (planvolles Handeln in Bezug auf Zeit und Ressourcen). Soziale Intelligenz als Fähigkeit, Kontakte zu knüpfen und tragfähige Beziehungen aufzubauen, gutes Beziehungsma-nagement und Netzwerkpflege) Empathie (Fähigkeit, emotionale Befindlichkeiten anderer Menschen zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren). Nicht das bloße Vorhandensein von Gefühlen, Emotionen, Stimmungen und Affekten, sondern der bewusste Umgang mit ihnen machen eine hohe Kunststück Familie e.V. Anlage zum Antrag auf Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß §75 SGB VIII 10 emotionale Intelligenz aus. Darüber hinaus zählen hierzu Eigenschaften wie Vertrauenswürdigkeit und Innovationsfreude oder die Motivationsfähigkeit und das Vermögen, Gefühle und Bedürfnisse anderer wahrzunehmen. Dabei werden Befähigungen wie Teamführung, Selbstvertrauen, die Fähigkeit, sich selbst und andere aufzubauen sowie politisches Bewusstsein betrachtet. Goleman verwendet den Begriff emotionale Intelligenz also für eine Vielzahl von Konstrukten, die nur bedingt als eine Einheit angesehen werden können. In dieser Hinsicht ist emotionale Intelligenz dem Intelli-genzquotienten ähnlich. Das Projekt möchte in Form eines als ganzheitlichen Projektes „Kunst“ an der Schule diese emotiona-le Intelligenz ergänzend zum Fachunterricht erweitern und stellt auf innovative Weise eine Verbin-dung zwischen Lehren, Schülern, Unterrichtsinhalten, künstlerischem Schaffen, Lernen und Lebens-gestaltung her. Heranwachsende lernen im Laufe ihrer Entwicklung, ihre Emotionalität in den ver-schiedensten gesellschaftlichen Bereichen und den unterschiedlichsten sozialen Situationen unter Kontrolle zu halten. Schule ist ein bedeutender institutioneller Bereich, in dem diese Gefühlskontrolle gesellschaftlich eingeübt wird und in dem das spontane Ausleben intensiver Emotionen weitgehend eingeschränkt ist. Das Aus- und Erleben von besonders als negativ angesehener emotionaler Destruk-tivität, z. B. Aggression, wird in der Schule ab einem bestimmten Ausmaß sanktioniert und bestraft. Die Kontrolle spontaner Emotionalität ist selbstverständlich für das soziale Zusammenleben sinnvoll. Aufgrund dieser Überlegungen ist das Projekt ein geeignetes Arrangements, neben der Ge-fühlskontrolle zusätzliche Bereiche und Freiräume innerhalb der Schule zu ermögli- chen, die ausglei-chend auf diese Einschränkungen und Selbstkontrollen wirken können. Um eine vereinfachende Me-tapher zu nutzen: Ein Gefühl erzeugt im Inneren einen Druck, der eines Ausdrucks bedarf. Werden nicht regelmäßig Möglichkeiten geboten, in denen dieser Ausdruck erfolgt, kann ein Überdruck ent-stehen, der sich ab einem gewissen Zeitpunkt nach außen unkontrolliert entlädt. Die Kunst ist dabei ein möglicher Bereich, indem sozial akzeptiert und kanalisiert – alle Art von Emotionen produktiv und kreativ genutzt werden. Überblick Teilnehmer: 12 Schüler der Jahrgangsstufen 1 – 5 Leitung/Durchführung: Verein Kunststück Familie e.V./ Atelier artig 2 Diplom Heilpädagoginnen/ Kunsttherapeutinnen Art des Angebotes Kunstwerkstatt/ Arbeit mit Emotionen/Wahrnehmung Projektort Kunstraum der Förderschule Lernen Leyendeckerstraße Projektzeit 24 Termine a 2 Stunden/ Start nach den Herbstferien 2006 Das Projekt wurde aus Mitteln von der Kämpgen-Stiftung finanziert. D/ Projekt STADTLEBEN Stadtleben ist ein Kooperationsprojekt der Förderschule Redwitzstraße und dem Verein Kunststück Familie e.V. mit wöchentlich stattfindenden Terminen über den Zeitraum von 6 Monaten von Okto-ber 2008 – März 2009 Informationen und den Link zum Magazin “Stadtleben”, das von den 5 Schülern im Rahmen des Pro-jektes gestaltet wurde, finden Sie unter: Kunststück Familie e.V. Anlage zum Antrag auf Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß §75 SGB VIII 11 http://www.foerderschule-redwitzstrasse.de/index.php?mact=News,cntnt01,detail,0&cntnt01articleid=25&cntnt01returnid=79 Stadtleben ist ein imponierendes Magazin von jungen Künstlern mit geistiger Behinderung, die das Heft ohne kommerzielle Ziele zu verfolgen, entwarfen. Mit bestechender künstlerischer Unabhängig-keit zeigen uns die Autoren die Stadt Köln aus ihrer privaten Perspektive und laden ein zum Dialog mit ihren Gedanken, Ideen, Vorstellungen und Wünschen. Eine Ausstellung im November 2009 in-nerhalb präsentierte eindrucksvolle Bilder, Fotos und Collagearbeiten, aus deren Fundus das Magazin erstellt wurde. E/ Projekt SCHREIBWERKSTATT BILDERBUCH Schreibwerkstatt Bilderbuch: eine künstlerisch- illustrative Auseinandersetzung mit sich und der Um-welt - Ein Kooperationsprojekt mit der Förderschule Lernen Rosenzweigweg Idee Idee des Projektes ist es, die teilnehmenden Kinder, die mehrheitlich aus sozialen Brennpunkten stammen, in ihrem Bewusstsein für die Welt und Umwelt zu sensibilisieren. In ihrem alltäglichen Leben in der Stadt, in der sie mehr durch mediale Einflüsse lernen als in der realen Natur, haben viele der Kinder keine Vorstellungen mehr, was die Freilandhaltung für Hühner bedeutet, wohin der Abfall gebracht wird oder wie das Klima von jedem, also auch ihnen selbst, geschützt werden kann. Alle reden über Umweltschutz und Klimawandel. Aber wovor muss die Erde denn geschützt werden und warum? Und was gehört zu unserer Umwelt eigentlich alles dazu? Vielen Kindern fehlt bereits ein Bewusstsein für ihre direkte Umwelt, was die mit Müll verdreckten Schulflure eindruckvoll demonst-rieren. Anstelle rudimentärer Erfahrungen in der Natur, in der Kinder spielend ihre Welt und Umwelt kennen lernen, findet die Lebenswelt der Kinder immer mehr in einer medialen Wirklichkeit statt, die keinerlei Berührungen mit der Umwelt mit sich bringt. Die am Projekt teilnehmenden Kinder kom-men überwiegend aus dem Kölner Stadtteil Meschenich, einem sozialen Brennpunkt der Stadt mit großem Migrationsanteil. Aufgrund einer hohen Armutsrate zeigen viele der Kinder immer mehr Verwahrlosungstendenzen. Ihre unmittelbare Umgebung und Wohngegend ist geprägt von trostlo-sem Beton und Hochhäusern, die wenig natürlichen Spielraum bieten. Durch die große Überforderung ihrer Familien und die fehlende Förderung in ihrer Kindheit, was vielfache Benachtei-ligungen mit sich bringt, wird die Förderschule Lernen zur einzigen Perspektive ihrer Schullaufbahn. Die Schule ist aufgrund eines weitreichenden Förderbedarfs der Schüler, sowie sozialen und bil-dungspolitischen Anforderungen, in ihren Handlungsspielräumen begrenzt. Somit bleibt im all-täglichen Schulgeschehen wenig Raum für ästhetische Erfahrungen und die Entwicklung fördernde Auseinandersetzungen mit sich und seiner Umwelt. Der Bedarf der Zusammenarbeit mit einer außer-schulischen Institutionen wie dem Atelier artig und der damit verbundenen Möglichkeit, den Schülern durch ganzheitliches Arbeiten eine differenzierte Wahrnehmung und ein erweitertes Aus-drucksvermögen bieten zu können, scheint immer bedeutender zu werden. In Kooperation des Ate-lier artig und der Förderschule Lernen am Rosenzweigweg wurde am Bedarf der Kinder orientiert die Idee und Konzeption des Projektes „Schreibwerkstatt Bilderbuch“ entwickelt. Gemeinsam mit Kin-dern der Förderschule Lernen wird über den Zeitraum eines Schulhalbjahres begleitet von zwei Kunstpädagogen/ Heilpädagogen/ Kunsttherapeutin ein Kinderbuch zum Thema Umweltschutz kre-iert, geschrieben, erfunden, und gestaltet. Über unterschiedliche Sinne werden die Schüler an das Kunststück Familie e.V. Anlage zum Antrag auf Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß §75 SGB VIII 12 Thema Umweltschutz herangeführt und können ihre Erfahrungen in einem spannenden Kinderbuch für andere zugänglich machen. Der Schwerpunkt liegt auf der bewussten Auseinandersetzung mit der eigenen Welt, Umwelt und dessen kreativen künstlerischen Gestaltung in Texten und Illustrationen. Entsprechend der Kompetenzen und auftretenden Problematiken der Kinder werden Inhalte und Strukturen des Buches von Kindern für Kinder erarbeitet. Dabei werden zentrale Umweltthemen, die den unmittelbaren Erfahrungsraum der Kinder betreffen, wie täglicher Verkehr, Abfallwirtschaft, Umweltverschmutzung, Massentierhaltung, erneuerbare Energien, Atomenergie und Sicherheit, die Kinder durch ihr Buchprojekt begleiten anhand von einfa-chen Fragen: - Was sind Versuchskaninchen und was versuchen sie? - Warum wird Milch im Supermarkt von Genen manipuliert? - Was ist Bio- Essen? - Welche Tiere leben bei uns, und wer bedroht sie? - Wie kommt das Essen in die Stadt (Thema Verkehr)? - Was ist eine Müllverbrennungsanlage? - Woher kommt Energie und was macht ihr damit? In Form von Exkursionen rund um und in Köln werden die Kinder zu den Themen experimentieren, dokumentieren, künstlerisch darstellen, illustrieren und forschen. Die Eindrücke, die sich den Kindern durch aktive Erfahrungen mit ihrer Umwelt, wie z.B. bei dem Besuch einer Müllverbrennungsanlage oder eines Ausfluges tief in den Wald, o.ä. offenbaren, fließen im Kunstatelier artig in ein künstle-risches, kreatives Gestalten von Wort, Text und Bildnereien zu einem Gesamtkunstwerk „Kinder-buch“ ein. Der ressourcenorientierte Ansatz des künstlerischen Angebotes ermöglicht es, die Kinder in ihrem Tun und ihren Qualitäten zu fördern, neue Möglichkeiten aufzuzeigen und sie in ihrer Selbstständigkeit und Handlungsfähigkeit zu unterstützen. In einer wertgeschätzten ästhetischen Auseinandersetzung mit sich und der Welt, in der sie leben, können sie ihre Fähigkeiten, Grenzen und Wünsche kennen lernen und sich ausprobieren. Den Kindern wird bewusst, dass sie die Umwelt, in der sie leben, etwas angeht und sie eine Verantwortung für sie tragen. In enger Zusammenarbeit mit Lehrern aus den Bereichen Sachkunde und Sprache gewinnen die Schüler Einblick in den Lebens-raum von Mensch und Tier. Ziel Ziel des Projektes ist es, einen nachhaltig wirksamen Beitrag zur Sensibilisierung an Umweltthemen und der kreativen Bildung zu leisten. Dem Atelier als einem (Frei-) Raum zum Arbeiten und Denken, Experimentieren und Handeln kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Gemeinsam mit den Kindern wer-den die Atelierleiter auf eine künstlerische Entdeckungsreise der unmittelbaren Umwelt gehen. Sie werden ermutigt, ihre Sinne zu schärfen und sich auf neue Sehweisen einzulassen. So werden sie zu Hauptakteuren im künstlerischen Prozess und lassen ihre Ideen und Erfahrungen zu sichtbaren For-men werden. Dabei agieren die Atelierleiter unterstützend und eröffnen neue Räume zum Entde-cken, Schauen, Befragen und Wahrnehmen. In der Arbeitsatmosphäre des Kunstateliers entwickeln die Kinder eigene Zugriffs- und Handlungsweisen auf ungewöhnliche Materialien. Dazu gehören fa-cettenreiche Herangehensweisen wie bildnerisches Arbeiten, Plastiken, physikalisches experimentie-ren, fotografieren und kreatives Schreiben. Kunststück Familie e.V. Anlage zum Antrag auf Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß §75 SGB VIII 13 Dabei ermöglicht die künstlerische und kreative Arbeit in der Gruppe intensive Erfahrungen über sich, die eigene Identität, das Erleben in einer Gruppe, die eigenen Grenzen, Talente und Vorlieben kennen zu lernen. Das gemeinsame Projekt Kinderbuch fordert von den teilnehmenden Kindern ei-gene Interessen in die Teamarbeit fließen zu lassen und sich gemeinsam neues Wissen anzueignen. In Form von Gesprächen und Diskussionen werden redaktionelle Entscheidungen gemeinsam getrof-fen. Das bedeutet ein Erleben grundlegender Erfahrungen von gruppendynamischen Prozessen. In der Auseinandersetzung mit sich und der Gruppe werden soziale Kompetenzen geübt und das Ver-treten einer eigenständigen Meinung erlernt. Die Kinder werden in ihren Werten und Interessen gefördert, eine Unmittelbarkeit von Beziehungen durch wechselseitige Wahrnehmung der Beteilig-ten wird unterstützt und ermöglicht Interaktion. In dem durch die Fachkräfte angeleiteten Interakti-onsgeschehen der Kinder ergibt sich eine Gruppendynamik, in der verschiedenen sozialen Rollen und Positionen (Status) in Hinblick auf die Verteilung von Macht, Kompetenz, Einfluss, Autorität oder anderer signifikanter Sozialressourcen erfahrbar werden. Spannend wird sich zeigen, wie sich die Projektteilnehmer nach innen als Gemeinschaft z. B. über Inhalte, Gefühle, Rituale, Werte, etc. defi-nieren und wie sie sich nach außen hin als Buchillustratoren präsentieren. Zur Nachhaltigkeit und Sicherung des Projektergebnisses wird das Buch in die Schülerbibliothek auf-genommen. Angedacht ist, dass es Verwendung findet in einzelnen Unterrichtsfächern und frei zugänglich ist für andere Kinder. In einer abschließenden Lesereise in unterschiedliche Institutionen in und um Köln können die jungen Autoren ihr Buch vorstellen und so Aufmerksamkeit und Gehör für ihre Geschichten zum Umweltschutz erfahren. Überblick Teilnehmer: 12 Schüler der Förderschule Lernen am Rosenzweigweg Leitung/Durchführung: Verein Kunststück Familie e.V./ Atelier artig (Künstlerische Leitung: Doro Schwirten, Heilpädagogin, Kunsttherapeutin) Art des Angebotes Kunstwerkstatt/ Arbeit mit Emotionen/Wahrnehmung Projektort Kunstraum Förderschule Lernen am Rosenzweigweg Projektzeit 12 Termine a 2 Stunden/ September 2010 – Dezember 2010 Das Projekt wurde aus Mitteln der Kämpgen-Stiftung Köln und dem Förderverein der Förderschule Lernen Rosenzweigweg finanziert. E/ Projekt GENERATION 4+ Ein generationsübergreifendes Kunstprojekt vom Verein Kunststück Familie e.V. Anliegen des Vereins Kunststück Familie e.V. ist es, in einem generationsübergreifenden Kunstprojekt mit dem Schwerpunkt Druckkunst Bewohner der Kölner Innenstadt zusammen zu brin-gen, um der Einsamkeit und Anonymität in diesem Wohngebiet entgegenzuwirken und eine lebendi-ge Nachbarschaft zu aktivieren. In großzügigen barrierefreien Atelierräumen der Kölner Innenstadt (Akademie artig) können sie sich begegnen, verschiedene Druckverfahren kennen lernen und sich im freiem Experimentieren angewandter Kunst probieren. In der kreativen Atmosphäre des Ateliers lernen sich die Teilnehmer kennen und schätzen. Die Bildende Kunst verschafft ihnen dabei eine wunderbare Aktions- und Artikulationsmöglichkeiten. Dabei stehen die freie Entfaltungsmöglichkeit der KünstlerInnen und die Sensibilisierung ihrer Talente im Zentrum. Das prozessorientierte Arbeiten Kunststück Familie e.V. Anlage zum Antrag auf Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß §75 SGB VIII 14 ermöglicht ihnen Erweiterung und Entwicklung ihrer Persönlichkeit. Im Kunstschaffen entdecken sie ihre eigene Kreativität, Authentizität und Fantasie. Die Wahrnehmungsfähigkeit aller Sinne wird ge-schult und deren Ausdrucksfähigkeit erweitert. Entgegen herkömmlicher Angebote für Senioren, in denen eine Kontaktaufnahme alleine durch ge-meinsame Anwesenheit in einem Raum erfolgen soll, ermöglicht die Druckwerkstatt ein gegenseiti-ges wie generationsübergreifendes Kennenlernen im künstlerischen Schaffensprozess. Die Atelierat-mosphäre wie das eigene Tun bestimmen den Handlungsspielraum und ermöglichen einen einfachen Einstieg eines gegenseitigen Austauschs und Kennenlernen. Druckverfahren wie der Siebdruck lassen viel Teamarbeit in den einzelnen handwerklichen Handlungsschritten zu, das Jung und Alt auch im unmittelbaren künstlerischen Austausch gehen. Dabei ist die Druckwerkstatt ein für alle teilnehmen-den Generationen und ihre Fantasien geschützter und vertrauter Raum, in dem sie mit gegenseitiger Unterstützung wie die der Atelierleiter ihre Ideen in Form und Farbe umsetzen. Das Angebot der Druckwerkstatt richtet sich an Menschen unterschiedlichster Lebensverhältnisse und Lebensphasen im Alter von 4 bis 104 Jahren aus der Kölner Innenstadt und angrenzenden Stadt-vierteln. Die Druckwerkstatt bietet allen Generationen Raum, sich und ihr künstlerisches Potential kennen zu lernen. Unter fachkompetenter Anleitung im Sinne einer Assistenz ergibt sich den Teilnehmenden ein wertfreier anregender Raum zum Experimentieren. Hier können Ideen, Konzepte und Projekte ver-wirklicht werden, sie können ihr Wissen und ihre Fähigkeiten austauschen, handwerklich tätig sein. Nachhaltig sollen aus dem Projekt bleibende Kontakte untereinander hervorgehen, die inhaltlich über das Angebot des Projektes Generation 4+ hinausgehen. Die Atelierräume bleiben allen Interes-sierten als Anlaufstelle und Ort der Begegnung auch im Anschluss an das Projekt bestehen. Angelegt ist das Projekt für einen Zeitraum von zunächst 8 Monaten für insgesamt bis zu 20 Teilneh-mer. Regelmäßig werden diese in einem Umfang von wöchentlich 2 Atelierstunden von zwei Fach-kräften angeleitet. Die Gruppe versteht sich dabei als halboffene Gruppe, da sie Interessierten jederzeit einen Einstig in der Gesamtprojektlaufzeit ermöglicht. Über ein halbes Jahr haben Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren die Möglichkeit, die Druckwerkstatt zu besuchen, sich im künstlerischen Tun kennen zu lernen und Einblick in die zeitge-nössische Druckkunst zu erhalten. Die Technik der Druckkunst eignet sich dabei hervorragend in der Arbeit mit Menschen mit unterschiedlichsten Voraussetzungen und Vorerfahrungen, da die hand-werkliche Herangehensweise an den Druck einfach vermittelt werden kann und gleichzeitig das ent-wickeln der Druckvorlagen viel Raum für künstlerisches Experimentieren lässt. Durch den klaren Rahmen und die fachkompetente Einführung in diese Kunstform, die eine Struktur mit klaren Hand-lungsabläufen vorgibt, kann eine Plattform geschaffen werden, in der sich alle als Gruppe wahrneh-men können. Die Besonderheit der künstlerisch-kreativen Tätigkeit fördert das Miteinander der teil-nehmenden Generationen, die in Dialog mit unterschiedlichsten Materialien und Druckverfahren gemeinsam Prozesse der Bildentstehung erarbeiten. Neben der aktiven Auseinandersetzung mit der Bildenden Kunst werden zudem gemeinsame Museumsbesuche das Potential der Teilnehmer berei-chern. Rezeptive Erfahrungen ausgewählter Kunstwerke zum Thema Druckkunst wirken sich nachhal-tig positiv auf das eigene künstlerische Schaffen der Teilnehmer aus. Die Anleitung durch ein interdis-ziplinäres Team (Dpl. Kunsttherapeutin, Dpl. Designerin/ Bekleidungstechnikerin/ freie Künstlerin) fordert und fördert die Teilnehmer im eigenen Kunstschaffen. Eine abschließende Ausstellung, die gemeinsam mit den Teilnehmern entwickelt wird, präsentiert die entstandenen Drucke. Kunststück Familie e.V. Anlage zum Antrag auf Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß §75 SGB VIII 15 Überblick Teilnehmer: 3 Mehrgenerationsfamilien, 5 Familien (Eltern Kinder), 4 Senioren Leitung/Durchführung: Verein Kunststück Familie e.V. 1 Kunsttherapeutin / 1 Dpl. Designerin/ 1 Siebdruckfachkraft Art des Angebotes Druckwerkstatt Projektort Akademie artig, Beethovenstraße 27, 50674 Köln Projektzeit 6 Termine a 3 Stunden/ November – Dezember 2015 Mit freundlicher Finanzierung der Rhein-Energie-Stiftung u.a. Kleinstiftern. F/ Projekt Ich sehe was, was du nicht siehst... In dem Projekt „Ich sehe was, was du nicht siehst“ werden 10 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 – 13 Jahren mit und ohne Behinderung an die Kunst der Fotografie und angrenzende, künstlerische Themenbereiche herangeführt. Einmal wöchentlich treffen sie sich in einem Offenen Atelier in der Kölner Innenstadt. Hier erleben sie Raum für sich und ihre Fantasien, die sie unter professioneller Anleitung künstlerisch gestalten können. Ihrer individuellen Entwicklung ent-sprechend schöpfen sie aus ihren Ressourcen und lassen ihr Talent, ihre Persönlichkeit mit allen Emotionen in das Kunstwerk einfließen. Die Kinder und Jugendlichen werden angeregt durch das Medium der Fotografie ihre Selbstwahr-nehmung zu fokussieren, intensivieren und zu reflektieren. In der Stadt können sie mit einer Einweg-kamera ihre individuelle Sicht auf die Dinge in der Umwelt bildlich zum Ausdruck bringen. Das Erken-nen der eigenen Stärken und Ressourcen, insbesondere in Bezug auf das individuelle ästhetische Empfinden werden dabei geschult. Die prozesshafte Auseinandersetzung mit dem Objekt der Fo-tokamera und dem Medium der Fotografie ermöglicht den Kindern und Jugendlichen eine neue Her-angehensweise an die sie alltäglich umgebende Welt. Die entstehenden Fotos stehen sinnbildlich für unterschiedliche, individuelle Perspektiven auf diese. Der Ausdruck der eigenen Sichtweise über Fo-tografien setzt einen bewussten Umgang mit der eigenen Wahrnehmung voraus und ermöglicht in-folgedessen sowohl die kritische Auseinandersetzung mit dieser, als auch ein wertschätzendes Ak-zeptieren der damit verbundenen, selbstständigen Arbeit. Im Dialog über ihre Fotografie lernen die Kinder verschiedene Perspektiven kennen. Der kommunikative Austausch neuer Sichtweisen auf die sie alle gleichermaßen umgebende Welt wirkt anregend und inspirierend, so dass sich neue, berei-chernde Perspektiven für die Kinder und Jugendlichen entwickeln können. Das Ergebnis des künstle-rischen Prozesses wurde öffentlich in einer abschließenden Ausstellung präsentiert. Durch die Ver-bindung von Fotografie, Kunst und Kreativität gelingt es einen Bogen zu spannen, der die teilneh-menden Kinder und Jugendliche auf experimentelle, spielerische und kreative Weise wichtige kultu-relle Erfahrungen ermöglicht. Die Kombination der eigenen ästhetischen Wahrnehmung, dem leicht zugänglichen und handhabbaren Medium der Fotografie und der sowohl aus einzel- als auch grup-penbezogenen Arbeitsteilung ermöglicht ein großes Potential und ist eine Stärke dieses Projekts. Bei der Konzeptplanung wurde vor allem der Bedarf einiger Heranwachsender mit Downsyndrom berücksichtigt. Überblick Kunststück Familie e.V. Anlage zum Antrag auf Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß §75 SGB VIII 16 Teilnehmer: 10 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 – 13 Jahren mit und ohne Behinde-rung Leitung/Durchführung: Verein Kunststück Familie e.V. 2 Kunsttherapeutinnen Art des Angebotes Atelierarbeit/ Fotografie Projektort Akademie artig, Beethovenstraße 27, 50674 Köln Projektzeit 24 Termine a 2 Stunden von September 2014 – Februar 2015 Das Projekt wurde aus Mitteln der Hans-Günter-Adels-Stiftung finanziert. F/ Kunsttherapie als Vor- und Nachsorge in der Tagesklinik Ein Kooperationsprojekt des Vereins Kunststück Familie e.V. mit dem Atelier artig und der Tagesklinik Pionierstraße Ein intensiver Austausch und enge Zusammenarbeit der Tagesklinik Pionierstraße, dem Verein Kunst-stück Familie e.V. und dem Atelier artig ermöglichte ein nachhaltiges Kunsttherapiekonzept mit heil-pädagogischer Orientierung im Sinne der Vor- und Nachsorge. Als Instanz der Krisenintervention, Vorbeugung und zum Schutz von Kindern und Jugendlichen leistet das Angebot eine Hilfestellung und dient der Förderung einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung. Die Hilfe soll dazu beitragen, positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien zu erhalten oder zu schaffen und dabei jeden einzelnen in seiner individuellen und sozialen Entwicklung fördern und dazu beitragen, Benachteiligungen zu vermeiden bzw. abzubauen. Das ambulante Angebot richtete sich zunächst konzeptionell an Kinder- und Jugendliche, die bereits einen tagesklinischen Aufenthalt absolviert hatten und mit Hilfe diesem einen stabilen Übergang zurück in Familie und Schulalltag ermöglicht bekommen konnten. Der hohe Bedarf von Kindern und Jugendlichen an therapeutischer Begleitung während mitunter langer Wartezeiten auf einen tages-klinischen Platz führte zu einer Modifizierung des Gesamtkonzeptes in eine Vor- und Nachsorge und konnte sich im Sinne eines Pilotprojektes, finanziert über Stiftungsmittel (Hans Günther Adels-Stiftung) im Jahr 2016/2017 etablieren. Im Fokus des Gesamtkonzeptes steht von Beginn an eine realistische Bedarfslage klären zu können um somit Ziele für eine Hilfeplanung zu schärfen. Die kon-kreten Zielformulierungen der Hilfe ergeben sich aus der aktuellen belastenden Lebenssituation des einzelnen Kindes/Jugendlichen und dem daraus resultierenden individuellem Bedarf. Die Kunsttherapie ist im vorliegenden Modell eine sich an die tagesklinische Behandlung vor und anschließende Eingliederungshilfe, bei der eine Anbindung von Kindern und Familien einfach gelingt, da bereits eine gute Vertrauensbasis existiert. Dabei findet zwischen den Ärzten und Therapeuten der Tagesklinik und des Ateliers artig ein direkter Informationsaustausch statt, um ein abgestimmtes Handeln zu ermöglichen und eine Teilhabe am gesellschaftlichen und familiären Zusammenleben zu gewährleisten. Ziel der Kunsttherapie ist es, den Übergang vom tagesklinischen Aufenthalt in die Familie und den schulischen Alltag therapeutisch zu unterstützen und die Kinder und Jugendlichen in ihren Verselbst-ändigungsprozessen zu fördern. Nach der Entlassung aus dem tagesklinischen Alltag und der Klinik-schule ermöglicht das Kleingruppen-Setting der heilpädagogisch-fundierten Kunsttherapie eine sen-sible Begleitung den Anforderungen alltäglicher Herausforderungen begegnen zu lernen. Kunststück Familie e.V. Anlage zum Antrag auf Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß §75 SGB VIII 17 Vor Eintritt in die stabilisierende Klinikstruktur mit entlastendem therapeutischen Angebot sowie nach der Entlassung aus dem tagesklinischen Alltag und der Klinikschule ermöglicht das Kleingrup-pen-Setting der Kunsttherapie, eine sensible Begleitung den Anforderungen alltäglicher Herausforde-rungen begegnen zu lernen. Der ganzheitliche Ansatz der heilpädagogisch fundierten Kunsttherapie verspricht nachhaltige Erfolge für eine gesunde und stabile Persönlichkeitsentwicklung eines Heran-wachsenden. Das ambulante Angebot fand im Rahmen von 2 Therapiestunden wöchentlich und um- fassender Umfeldarbeit über die Dauer von 2 Jahren statt. Pro Gruppe konnten 4 - 6 Teilnehmer aufgenommen werden, deren Behandlungsdauer sich nach dem individuellen Bedarf richtete. Freie Plätze können in dem Modell der halboffenen Gruppenarbeit sofort neu belegt werden. Bis heute hat sich das multimethodisch konzipierte Angebot aus einem Repertoire an pädagogischen und therapeutischen Ansätzen und Techniken bewähren können. Der positive Verlauf der Einzelfälle und die Resonanz aus Klinik, Elternhäusern, Schule und von den teilnehmenden Kindern und Jugend-lichen selbst unterstreicht diese Aussage und begründet zudem die Notwendigkeit eines solchen Angebotes. Die konkreten Zielformulierungen der Hilfe ergeben sich aus der aktuellen belastenden Lebenssitua-tion des Kindes/Jugendlichen und dem daraus resultierenden individuellem Bedarf. Eine enge Zu-sammenarbeit und ein fachlicher Austausch mit unterschiedlichen Tageskliniken für Kinder- und Ju-gendliche in Köln konnten den Bedarf aufzeigen, die Vor- und Nachsorge stärker in den Fokus zu stel-len. Um erreichte Fortschritte im Sinne einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung durch den Klini-kaufenthalt nachhaltig zu stabilisieren, kann diesem therapeutischen Angebot ein präventiver, reha-bilitativer und fördernder/fordernder Charakter zugesprochen werden. Die leitenden Therapeuten haben aufgrund ihrer jahrelangen Arbeit ausreichende Erfahrungen mit der Klientel sammeln können. Vor der tagesklinischen Behandlung haben viele Kinder und Jugendliche, die zur Aufnahme anstehen, an Jugendhilfemaßnahmen unterschiedlicher Art teilgenommen. Während der teilstationären Be-handlung in der Tagesklinik stellt sich häufig heraus, dass nach Abschluss der therapeutischen Maß-nahmen ein hoher Bedarf an weiterführenden Jugendhilfemaßnahmen besteht, der möglichst zeit-nah nach der Tagesklinikbehandlung umgesetzt werden sollte. Diese Maßnahmen können der Festi-gung der er- reichten Therapieerfolge dienen und langfristig zu einer positiven psychischen Entwick-lung der betroffenen Kinder und Jugendlichen beitragen. Das Angebot des Ateliers artig dient hier als wichtiger Baustein. Für Kinder mit Sozialisationsdefiziten im emotionalen, sozialen oder kognitiven Bereich, die sich in Form von Entwicklungsrückständen, Lerndefiziten und Verhaltensauffälligkeiten äußern können, sind künstlerische und gestalterische Mittel ein ideales Medium, um fördernd und therapeutisch zu arbei-ten. In Auseinandersetzung mit der Kunst lernen die Kinder und Jugendlichen, Herausforderungen des Schul- und Familienalltages positiv zu erleben, um auf eventuelle Belastungen professionell rea-gieren zu können. Entsprechend der Kompetenzen und auftretenden Problematiken der Kinder wer-den Inhalte und Strukturen der bildnerischen Werke mit dem einzelnen Kind erarbeitet. Künstlerisches Arbeiten ist eine spielerische, materialerprobende, sensomotorische Aktivität. Kunststück Familie e.V. Anlage zum Antrag auf Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß §75 SGB VIII 18 Zentral für eine erfolgreiche nachhaltige therapeutische Behandlung ist die Mitarbeit des Lebensum-feldes der Kinder und Jugendlichen. Die im therapeutischen Schutzraum erarbeiteten Ergebnisse können so als Transferleistung im Lebensalltag des Kindes gesichert werden. Ein interaktiver Infor-mationsaustausch und enge Zusammenarbeit von Therapeuten, Eltern und Lehrern etc. ist hier ele-mentar. Eine enge Anbindung der Er- ziehungsberechtigten in den laufenden Therapieprozess findet dabei in fallspezifischem Umfang bzw. zu jeweils notwendigen Anteilen statt. Die Mitarbeit der Eltern ist Voraussetzung, damit das Kind seine Entwicklungsschritte auch erfolgreich in seinem Lebensalltag umsetzen kann. Die Integration des ambulanten Angebotes in die Klinik gewährleistet ein hohes Potential aufgrund der engen Zusammenarbeit der Hilfesysteme. Eine positive Weiterentwicklung erlernter Strukturen und „Erfahrenswerte“ aus dem Klinikalltag können in der ambulanten „Nachsorge“ gesichert werden und bieten Nachhaltigkeit. Die Arbeit im multiprofessionellen Team kann von Beginn an eine realisti-sche Bedarfslage klären und somit Ziele für eine Hilfeplanung schärfen. Der ganzheitliche Ansatz ver-spricht nachhaltige Erfolge für eine gesunde und stabile Persönlichkeitsentwicklung eines Heran-wachsenden. Überblick Teilnehmer: 16 Jugendliche im Alter von 13 – 17 Jahren Leitung/Durchführung: Verein Kunststück Familie e.V./ Atelier artig 2 Diplom Heilpädagoginnen/ Kunsttherapeutinnen Art des Angebotes Kunsttherapeutisches Gruppenangebot Projektort Atelier der Tagesklinik Pionierstraße Projektzeitraum 1x Wöchentlich seit Mai 2016 bis heute Das Projekt wird aus Mitteln der Hans Günther Adels Stiftung finanziert. G/ Projekt Sichtweise .Das Projekt „Sichtweise“ wird seit 2013 vom Verein Kunststück Familie e. V. in Kooperation mit dem „Atelier artig“ mit Unterstützung der Kämpgen-Stiftung (in Teilen auch der Rhein-Energie-Stiftung-Familie und der Boll-Stiftung) durchgeführt. Das kunsttherapeutische Projekt richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 4 bis 17 Jahren, in deren Familien ein Elternteil durch Unfall oder Krankheit plötzlich von einer Behinderung betroffen ist. Es wurde festgestellt, dass besonders für die Kinder betroffener Familien kaum Unterstützungsangebote existieren, obwohl aus entwicklungspsy-chologischer Sicht das weitere gesunde Aufwachsen eines Kindes durch eine derartige Situation stark beeinflusst ist. Im Rahmen des Projektes „Sichtweise“ wird den Kindern ein geschützter Raum ange-boten, in dem sie sich mithilfe unterschiedlicher Medien und Materialien mit dieser Thematik ausei-nandersetzen und mit anderen Betroffenen austauschen können. Begleitet werden die Kinder durch einen Künstler/Trickfilmmacher und zwei promovierte Heilpädagoginnen/ Kunsttherapeutinnen. Grundlegender Gedanke dieses Projektes ist, den Kindern Raum für ihre Erfahrungen mit der neuen Familiensituation zu ermöglichen, um Gedanken und Gefühle zur neuen Beziehungsgestaltung mit dem betroffenen Elternteil und der neuen Rollen- und Aufgabenverteilung innerhalb des Familiensys- Kunststück Familie e.V. Anlage zum Antrag auf Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß §75 SGB VIII 19 tems ausdrücken zu können. Das Teilen der Situation mit anderen Betroffenen, Eltern und Kindern soll eine Perspektivenerweiterung für das gesamte Familiensystem ermöglichen. Der Projektverlauf seit 2013 1. In den ersten Projektjahren konnten ca. 60 Kinder begleitet und unterstützt werden. Bei den unterstützten Familien handelt es sich um Familien, die sich unabhängig vom Zeitpunkt des Unfalls oder der Erkrankung nach wie vor in einer akuten Krise befinden. 2. Es wurde eine über den unmittelbaren Teilnehmerkreis hinausgehende Netzwerkarbeit ange-regt, indem ein Austausch mit unterschiedlichen Kliniken, Stiftungen, Selbsthilfegruppen, Be-ratungsstellen usw. stattfand. 3. In Zusammenarbeit mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutzzentren Köln wurde im Juni 2015 ein Fachkongress mit dem Thema „Plötzlich ist alles anders - Kinder und Jugend-liche, die unerwartet von einer Behinderung eines Elternteils betroffen sind“ durchgeführt. Er beschäftigte sich inhaltlich mit Themen wie veränderte Rollenverteilung im Familiensys-tem, Wirkung von traumatischen Ereignissen, Hilfe- und Unterstützungsangebote für Kinder und Jugendliche sowie gesetzlichen Rahmenbedingungen. 4. Um die betroffenen Familien unmittelbar erreichen und unterstützen zu können, wurde das Projekt „Sichtweise“ direkt innerhalb der RehaNova Köln, Neurologische Rehabilitationsklinik GmbH, implementiert. Das Konzept des ambulanten kunsttherapeutischen Angebotes in der RehaNova verfolgt eine konsequente Umsetzung des familienorientierten Ansatzes und schafft damit eine erste Anlaufstelle für eine altersgerechte Herangehensweise an die Prob-lematik innerhalb der Klinik. 5. Das von den Kindern im ersten Projektjahr selbst erstellte Kinderbuch wurde in 2014 von ei-ner Kinderbuch-Autorin professionell überarbeitet, sodass es bundesweit für alle Zielgruppen verständlich und nutzbar wird. Seit Juni 2015 wird es vom Balance buch + medien Verlag in seiner Reihe „kids in BALANCE“ vertrieben. Das Buch richtet sich vorwiegend an Kinder ab fünf Jahren mit einem behinderten Elternteil, aber auch an deren Eltern, Lehr- und Fachper-sonen (Psychologinnen, Therapeuten etc.) sowie Beratungsstellen. Darüber hinaus hilft es Kindern, die nicht betroffen sind, sich dieser Thematik zu nähern und einen Eindruck von Be-hinderungen zu bekommen, auch von den Belastungen für die Familie. 6. Das Kinderbuch wurde in Form eines Trickfilms verfilmt. Die Weiterführung des Projektes Aktuell führt der Verein aufgrund der zunehmenden Nachfrage und positiven Resonanz, das Projekt „Sichtweise“ für zwei weitere Jahre durch (zunächst bis 2020). Da für Betroffene bislang kaum Ange-bote existieren, ist es ein besonderes Anliegen des Vereins, ein flächendeckendes, niedrigschwelliges Hilfs- und Unterstützungssystem für die betroffenen Familien zu schaffen. Darüber hinaus ist Ziel des Projektes, durch Leseriesen und andere Maßnahmen das Kinderbuch „Papas Unfall“ und den daran angelehnten Trickfilms, an die entsprechende Institutionen und eine breitere Gesellschaftsschicht weiterzutragen. Zudem sollen Multiplikatoren angeleitet werden, die dementsprechend jeweils vor Ort Angebote und vorhandene Institutionen einbinden können. Es gilt, Kunst-, Musik-, Gestalt- und Ergotherapeuten (o.ä.) für die Schaffung solcher Angebote zu motivieren, während Ärzte, Kinder- und Jugendpsychotherapeuten, Soziale Dienste und weiteres Klinikpersonal für die Kinder betroffe-ner Patienten sensibilisiert werden sollen und diese an entsprechende Angebote weiterverweisen können. Kunststück Familie e.V. Anlage zum Antrag auf Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß §75 SGB VIII 20 Für die nächsten zwei Jahre sind deshalb im Rahmen des Projektes folgende Bausteine geplant: 1. Weiterführung der kunsttherapeutischen Gruppen. 2. Lesungen mit dem Kinderbuch „Papas Unfall“ und/ oder Filmpräsentationen in Kindergärten, Schulen, Universitäten, Kliniken usw.. Diese sind von grundlegender Bedeutung, denn nur durch eine öffentlichkeitswirksame Verbreitung des Buches/ Filmes und damit des Projektes kann eine große Zahl von Kindern und Jugendlichen aus betroffenen Familien profitieren und weitere Institutionen auf den akuten Bedarf aufmerksam gemacht werden. 3. Weitere Vernetzung mit Kliniken und Therapeuten sowie Implementierung des Projektes an anderen Orten. 4. Erreichen einer zumindest teilweisen Regelfinanzierung durch Kooperation mit dem Gesund-heits- und Jugendamt sowie Bundesministerium. Erste Gespräche haben bereits stattgefun-den. Das Projekt wird von den Kostenträgern sehr befürwortet. 5. Ausweitung der wissenschaftlichen Begleitung um ausreichende Daten für die Begründung der Notwendigkeit bei den Kostenträgern zu erhalten und die Wirksamkeit des Projektes be-legen zu können. 6. Fachtag für Multiplikatoren. 7. Öffentlichkeitsarbeit zur Sensibilisierung der Gesellschaft für die Bedarfe der betroffenen Familien. Sommerdruckwerkstatt Integration und Stärkung durch Kunst. Das Projekt ist ausgelegt als ein inklusives künstlerisches Angebot für Kinder und Jugendliche aus der Kölner Innenstadt und angrenzenden Stadtvierteln mit und ohne Behinderung. Es geht vor allem darum, den Kindern Neugierde an facettenreichen künstlerischen Drucktechniken und ein Interesse an literarischer und bildnerischer Gestaltung zu wecken. Dafür wird den ca. 10 - 15 Teilnehmern das Drucken in der Kunst als Verfahren in vielerlei Varianten rezeptiv und aktiv nähergebracht. Hierbei setzen die anleitenden Kunsttherapeuten/ Kunstpädagogen an den Ressourcen jedes einzelnen an. Individuell wird jeder Teilnehmer im Gruppenkontext entsprechend seiner Wünsche, Interessen und Vorstellungen unterstützt und angeleitet in einen Prozess, der zu einem wertvollen ästhetischen Endprodukt führt – ein eigenes Buch. Dieses Kunstwerk wird sich nachhaltig positiv auf das Selbst auswirken und dementsprechend das Selbstwertgefühl stärken. Da unsere künstlerischen Projekte generell inklusiv ausgerichtet sind, ist auch für dieses Projekt eine Zielgruppe von Kindern und Jugendlichen vorgesehen, die vielfältige Ressourcen mit sich bringen. Angesprochen sind Heranwachsende der Kölner Innenstadt und angrenzenden Stadtbezirken, die aufgrund ihrer Lebenssituation in den Sommerferien nicht verreisen (können). Institutionen wie Flüchtlingsheime (Moselstraße & Vorgebirgsstraße), die Bürgerinitiative Rathenauplatz, Offener Ganztag (Grundschule Lochnerstraße), Kölner Selbsthilfe e.V., (internationale) Familienberatung der Stadt Köln, etc., mit denen der Verein Kunststück Familie e.V. vernetzt ist, sind eigeladen, interessier-te Teilnehmer an uns weiterzuleiten. Das Kompaktangebot der Sommerdruckwerkstatt bietet hier die Möglichkeit, vertieft in einen künstlerischen Prozess einzutauchen und sich mit seinem Werk zu identifizieren. Geplant sind 5 Kompakttage a 4 Stunden mit einer kleinen Abschlusspräsentation, bei der die entstandenen Werke wertschätzend auch der Öffentlichkeit präsentiert und feierlich über-reicht werden. Kunststück Familie e.V. Anlage zum Antrag auf Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß §75 SGB VIII 21 Ergebnis In einer Blockwoche vom 25.07. – 29.07.2016 mit fünf Kompakttagen à vier Stunden konnten 15 Kin-der und Jugendliche in inklusiver Gruppenzusammenstellung im Alter von 7 bis 15 Jahren in den Räumen der Akademie artig mittels unterschiedlicher Drucktechniken facettenreiche künstlerische Erfahrungen sammeln und eigene Potenziale und Ressourcen erkennen. Die künstlerischen Techni-ken wurden rezeptiv mit Bild- und Anschauungsmaterial vermittelt, um dann eine aktive Auseinan-dersetzung zu ermöglichen und selbstständig verschiedene Verfahren ausprobieren zu können. Zu dem Thema „persönliche Helden“ und unter der Anleitung erfahrener Therapeutinnen und Künstle-rinnen konnten die Teilnehmerinnen individuell an ihre eigene Lebenswelt anknüpfen und für sie wichtige Themen künstlerisch be- und erarbeiten. Durch Anregungen mit Bildbänden, Comicbüchern, anderen visuellen Vorlagen und im Einzelgespräch konnten die Kinder ihre eigenen Ideen wahrneh-men und äußern, um dann darauf aufbauend ihre Druckideen umsetzen zu können. Die inklusive Gruppenzusammenstellung erweis sich dabei als sehr vielfältig, kreativ und wertschätzend unterei-nander. Das Arbeiten in einer Gruppe in der unterschiedlichste Interessen und Hintergründe zusam-mentrafen, ermöglichte die Inspiration vieler unterschiedlicher Arbeitsprozesse. Der Austausch unter den Teilnehmerinnen führte zu immer neuen Anregungen, die viele künstlerische Prozesse in Gang setzten und beeinflussten. Es wurden diverse Druck- und Stempeltechniken thematisiert und auf die Vorstellungen der Teilnehmerinnen zugeschnitten, sodass jedes Kind den eigenen Fähigkeiten und dem eigenen Interessensgebiet entsprechend, künstlerische Druckverfahren erlernen und mit Unter-stützung umsetzen konnte. Die Gestaltung eines Leporellos zu einem persönlichen Thema mit vielen unterschiedlichen Medien, ermöglichte den Kindern und Jugendlichen die Auseinandersetzung mit den eigenen Identifikationsfiguren und Helden. Die Möglichkeit des seriellen Drucks in Kombination mit verschiedenen Hinter- und Untergründen schaffte viele Erfolgserlebnisse und eröffnete den Zu-gang zur Vielfältigkeit und Ästhetik der Drucktechniken. Zudem verdeutlichte das Erschaffen, Über-tragen, Ausschneiden und Drucken von Figuren und Formen die persönliche Handlungsfähigkeit je-des Einzelnen. Die Zusammenfassung dieser Werke in einem selbstständig gestalteten und zusam-mengesetzten Buch, ermöglichte die Mitnahme eines tatsächlichen Objektes zur Identifikation mit dem eigenen Held, zur langfristigen Freude am eigenen Schaffensprozess und zur Inspiration weite-rer persönlicher Arbeiten. Das Entwickeln und Herstellen eines eigenen Werkes über mehrere Tage und entsprechend der eigenen Vorstellungen, ermöglichte es den Kindern sich selbst als handelnd und entscheidend wahrzunehmen und anschließend ein fertiges Produkt in den Händen zu halten. Das selbstbestimmte Arbeiten und die Fertigstellung eines, für das Kind ästhetisch ansprechenden, Produktes erfüllte die Ziele des Projektes und ermöglichte einen positiven, selbstwertstärkenden Abschluss. Die Begeisterung der Teilnehmer und das Interesse daran, möglichst viele Techniken auszuprobieren und nach Möglichkeit zu variieren und abzuwandeln ließe bei einem weiteren Druckprojekt eine län-gere Zeitspanne zu, um die umfassenden Ideen möglichst intensiv umzusetzen. Diese intensive Be-schäftigung mit einem Medium und einer oder mehreren Ideen ermöglicht den Kindern eine nach-haltige Identifikation mit ihrem eigenen Schaffen, frei von Bewertung und Beurteilung. Das Erlernen eines neuen künstlerischen Verfahrens und das Überwinden damit einhergehender Schwierigkeiten förderte die individuelle Handlungsfähigkeit der Kinder, Herausforderungen anzu-nehmen und Probleme zu bewältigen. Eine enge Unterstützung ermöglichte den Teilnehmerinnen einen Lern- und Schaffensprozess, der auf ihre eigenen Stärken zugeschnitten war und von dem sie zukünftig profitieren können. Kunststück Familie e.V. Anlage zum Antrag auf Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß §75 SGB VIII 22 Überblick Teilnehmer: 15 Jugendliche im Alter von 10 – 15 Jahren Leitung/Durchführung: Verein Kunststück Familie e.V./ Atelier artig 2 Diplom Heilpädagoginnen/ Kunsttherapeutinnen Art des Angebotes Integratives Gruppenangebot Projektort Akademie artig Projektzeitraum 1 Kompaktwoche innerhalb der Sommerferien NRW Das Projekt wurde aus Mitteln der Hans Günther Adels Stiftung und der Kämpgen-Stiftung Köln fi-nanziert. G/ Kunstwerkstatt für Kinder und Jugendliche mit Fluchthintergrund in Porz Kunststück Familie e.V. in Kooperation mit dem Bezirksjugendamt Porz, Interkultureller Dienst, der OT Arche Nova und der Notunterkunft Praktiker (Notaufnahme für geflüchtete Familien, Friedrich-Neumann-Str.) Einmal wöchentlich besuchen 4 Kinder aus der Notaufnahme (Kinder mit Fluchthintergrund) und 4 Kinder aus der OT Arche Nova die Kunstwerkstatt, die in den Räumlichkeiten der OT Arche Nova stattfindet. Die Kinder sind zwischen 6 und 14 Jahren. Die geflüchteten Kinder sind besonders belas-tet durch traumatisierende Fluchterfahrungen und erschwerte soziale Bedingungen in der Notunter-kunft. In der Kunstwerkstatt soll ihnen ein wertfreier Raum geboten werden, in dem sie sich frei aus-drücken und in Kontakt mit anderen Kindern aus der unmittelbaren Umgebung treten können. Für die Kinder soll eine neue Verortung in Porz, sowie eine Anbindung an OT Arche Nova geschaffen werden. Zudem kommen Kinder aus der OT Arche Nova, die sozialen Förderbedarf haben. Die Kinder nehmen regelmäßig an den halboffenen kunsttherapeutischen Gruppensitzungen teil. Im Vorder-grund steht die ressourcenorientierte Arbeit. Die Kinder sollen positive Erfahrungen mit sich selbst und Kindern anderer Kulturen sammeln. Zum einen steht die Stärkung des Selbstwertes im Fokus. Die Kinder sollen in der Kunstwerkstatt die Möglichkeit haben sich selbst als aktive Gestalter wahrzu-nehmen. So wird die Selbstwirksamkeit und die Handlungsfähigkeit der Kinder gestärkt. Zum anderen ist die Förderung sozialer Kompetenzen ein wichtiges Ziel des Projektes. Durch das künstlerische Medium können die Kinder auch nonverbal miteinander in Beziehung treten und wichtige soziale Strukturen werden in eine sichtbare Form gebracht. Es finden regelmäßige Reflexionstermine zu-sammen mit den Pädagoginnen der kooperierenden Einrichtungen statt. Überblick Teilnehmer: 8 Kinder und Jugendliche im Alter von 4 – 14 Jahren: 4 Kinder aus der Not-aufnahme (Kinder mit Fluchthintergrund) und 4 Kinder aus der OT Arche No-va Leitung/Durchführung: Verein Kunststück Familie e.V. 2 Kunsttherapeutinnen Art des Angebotes Atelierarbeit Projektort OT Arche Noah Köln Porz Projektzeit 40 Termine a 2 Stunden von April 2017 – April 2018 Kunststück Familie e.V. Anlage zum Antrag auf Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß §75 SGB VIII 23 Das Projekt wurde aus Mitteln von „wir helfen“ und der Walter-Kaminski-Stiftung gefördert. H/ Projekt Favole - Musische Woche Projekt der Jaguarklasse im Rahmen der Musischen Woche der Stefan Lochner GGS. Favola – Schüler erzählen und gestalten Märchen - ein interkulturelles, inklusives Kunst- und Buchpro-jekt Favola ist ein literarisch-künstlerisches Projekt, das die weitreichenden Erfahrungen in der Arbeit mit Mitgliedern einer Gesellschaft unterschiedlichen kulturellen Hintergrundes mit und ohne Flüchtlings-biografie nutzt, um mit der dadurch gewonnenen Vielfalt gemeinsam „Geschichte zu schreiben“. Ziel des Märchenprojekts ist es, bei den Kindern die Liebe zu literarischer und bildnerischer Gestaltung zu wecken in einer heutigen stark medialisierten Gesellschaft. Kurzangaben zum Projekt Beginn/ Ende: Musische Woche der Stefan Lochner GGS - 15. - 21. November 2016 Durchführungsort: Köln (Innenstadt) hier: Stefan Lochner GGS, Akademie artig Schwerpunkt: künstlerisches Projekt zur Förderung von Vielfalt, Miteinander, zur Selbstwertstärkung und zur positiven Persönlichkeits- und Identitätsentwicklung der beteiligten SchülerInnengruppe Vermittlung verschiedener künstlerischer Techniken sowie Drucktechniken Zielgruppe: Erst- und Zweitklässler der Januarklasse, Lehrerin Frau Niebuhr Durchführende Institution Akademie artig beauftragt durch den Verein Kunststück Familie e.V. in Zusammenarbeit mit der verantwortlichen Lehrkraft mit Unterstützung von 1-2 begleitenden El-tern Praktische Durchführung: Die Klasse trifft sich in der Musischen Woche zum regulären Schulbeginn im Klassenraum und geht dann gemeinsam mit der Lehrkraft und den begleitenden Eltern zur Akademie artig. Idee Favola ist ein literarisch-künstlerisches Schülerprojekt, das spielerisch Bild und Textmedien nutzt um gemeinsam Geschichte zu schreiben. In der gegebenen Situation mit Erst- und Zweitklässlern wird auf eine vorgegebene Geschichte (H.C. Andersen: Des Kaisers Neue Kleider, Das Hässliche Entlein o.ä.) aufgebaut. Die Schüler „erarbeiten“ sich den Inhalt und Bildwelt u.a. auch durch den geleiteten Besuch des Wallraf Richards Museums Köln um Gehörtes, Erzähltes, Gesehenes mit den Möglichkei-ten, die die Akademie bietet, bild- und texthaft umzusetzen. Unterschiedliche Wahrnehmungen, Fertigkeiten, Sprache, Hintergrundwissen fließen im gemeinschaftlichen Arbeiten an einem vorzeig-baren „Buch“ zusammen und fördern so Interaktion, Kommunikation, Selbstvertrauen. Das Projekt schafft vor dem Hintergrund der wachsenden Digitalisierung unserer Gesellschaft einen notwendigen künstlerisch/haptischen, phantasievollen Raum. Das Projekt findet in einem hellen ansprechenden Atelier der Kölner Innenstadt statt, in dem mittels kreativer Sprache und bildnerischen Ausdrucks gemeinsam ein wertiges Buch/Leporello entwickelt Kunststück Familie e.V. Anlage zum Antrag auf Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß §75 SGB VIII 24 wird, das den Schatz der Märchenrezeption der SchülerInnen in neuem Gewand. Die SchülerInnen werden ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln, das jeden einzelnen bereichert. Favola wird Teil eines übergeordneten Projektes Favole, sein. Favole wird die Zusammenfassung unterschiedlichster Märcheninterpretationen demographisch unterschiedlichster Favola-Projekte sein, die abschließend in einem Märchenbuch veröffentlicht werden sollen. Ziel Ziel von favole ist es, neben der individuellen Entwicklung und Förderung der Teilnehmer die Vielfalt einer Urbanität zu illustrieren und Räume für Minoritäten in der Öffentlichkeit zu schaffen. Das Pro-jekt ist eine klare Parteinahme für eine auf Inklusion aufgebaute Gesellschaft zur Förderung einer fairen Migrationsarchitektur. Das künstlerische Tun ist ein gesellschaftlicher Integrationsmotor und schafft den notwendigen Raum, der eine pluralistische Gesellschaft fordert und eine heterogene Öffentlichkeit ermöglicht. Mittel- und langfristiges Vorhaben sind eine erweiterte Kommunikation, eine ganzheitliche Entwicklungsforderung, Integration und gleichzeitige Wahrung der mitgebrachten kulturellen Werte. Methoden Theorie: Das Kulturgut Märchen dient als Basis der künstlerischen und literarischen Arbeit. In Identi-fikation mit der eigenen Kultur repräsentieren die Märchen und entstehenden Geschichten ein Stück Kindheit, Heimat oder Lebenserfahrung und sind dabei eng verbunden mit der eigenen Biographie. Das Wortspiel unterschiedlicher Sprachen visualisiert die künstlerische Auseinandersetzung mit In-halt und Texten, denn über die entstehenden Bilder und Kunstwerke werden die Märchen und Ge-schichten sichtbar. Die Wertschätzung der kulturellen Vielfalt von Menschen mit und ohne sichtbare Beeinträchtigungen steht dabei im Vordergrund des künstlerisch-literarischen Projektes. Neben dem Malen, kommen unterschiedliche Drucktechniken, die Fotografie aber auch plastische Übungen zum Einsatz, die sowohl Halt als auch Wandlung und Reifung ermöglichen. Durch die fach-kompetente Begleitung eines interdisziplinären Teams aus den Bereichen Kunsttherapie, Bildender Kunst, Design, Typografie und Lyrik, wird eine sensible Begleitung der Teilnehmer ermöglicht und deren leiblich-physische, seelische und geistige Entwicklung berücksichtigt. Wie vielfältig im künstle-rischen Prozess dabei die Blickwinkel erweitert werden, wird schließlich in den entstehenden Kunst-objekten sichtbar, die abschließend zu einem gemeinsamen Sammelwerk zusammengefasst werden. Favola gestaltet damit eine Öffentlichkeit für Heterogenität, hybride Identitäten und Pluralität. Hintergrund Favole – Märchen und Geschichten „Wenn wir sterben, sind das, an was sich die Menschen erinnern, die Geschichten unseres Lebens und die Geschichten, die wir erzählt haben.” (Ruth Stotter) Geschichten erzählen ist eine der ältesten Formen menschlicher Kommunikation. Märchen und Ge-schichten verkörpern kulturellen Reichtum, in dem alle Werte, Kulturen, Sitten und Bräuche Einklang finden. Sie sagen etwas über Sehnsüchte, Wünsche und Bedürfnisse aus und sprechen unmittelbar unsere Emotionen an. Sie offenbaren uns, mit welchen menschlichen Haltungen wir uns identifizie-ren. Märchen und Geschichten zu erzählen bedeutet immer auch unterschiedliche Kulturen und deren Werte aufzuzeigen, sich mit Denk- oder Verhaltensmuster zu identifizieren und Wissen freizu-legen. Eine gute Geschichte bleibt im Gedächtnis und beeinflusst unser Handeln – vielleicht auch unser politisches Handeln. Denn Geschichten können einen Wandel oder die Diskussion über Emoti-onen, Visionen und Werte zu unterstützen. Während sie uns mit anderen Kulturen bekannt machen Kunststück Familie e.V. Anlage zum Antrag auf Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß §75 SGB VIII 25 setzen sie gleichzeitig unsere eigenen Geschichten frei und fördern uns Erfahrungen und Fähigkeiten zu teilen. Märchen und Geschichten ermöglichen uns eine hohe Identifikation, fesseln die Zuhörer und beanspruchen sie in ihrer Aufmerksamkeit. Neben der eigentlichen Projektarbeit ist grundlegen-de Idee, die Geschichten und entstandenen Illustrationen und Kunstwerke in einem Buch zu veröf-fentlichen, um mit dem kulturellen Reichtum dieser literarischen und künstlerischen Arbeit gemäß dem Motto "Nachhaltigkeit gestalten" einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Dadurch möchte favole Antworten und Wege für eine nachhaltige Zukunft in der Stadt Köln und darüber hin-aus finden und anregen, um ein würdevolles, interessiertes und respektvolles Miteinander zu sensibi-lisieren. Denn insbesondere Menschen mit Flüchtlingshintergrund werden, bedingt durch den ande-ren Kulturkreis, von einer Norm in die andere Norm geführt und so mit einer Wertewelt konfrontiert, die sie nicht kennen und doch gezwungen sind zu leben. Durch das Märchenerzählen können sie Gefühle und Erregungen durchleben und die Haltung eines Anderen einnehmen, die sie aber aus Ihrer Fantasie und ihren eigenen Erfahrungen schöpfen. Überblick Teilnehmer: 28 Kinder aus der Grundschule Lochnerstraße mit und ohne Fluchthinter-grund, kulturelle Vielfalt Leitung/Durchführung: Verein Kunststück Familie e.V. 2 Kunsttherapeutinnen Art des Angebotes Interkulturelle Atelierarbeit Projektort Akademie artig Projektzeit 1 Kompaktwoche (15. - 21. November 2016) Das Projekt wurde aus Mitteln vom Verein Kunststück Familie e.V. getragen. I/ Trennungsgruppe In Zusammenarbeit des Vereins Kunststück Familie e.V. und dem Atelier artig treffen sich einmal wöchentlich Kinder und Jugendliche (4-16 Jahre) für eine Zeitstunde in Atelierräumen der Kölner Innenstadt (Rathenauviertel). Hier erhalten sie in die Möglichkeit, ihrer besonderen Situation als Trennungs- oder Scheidungskind in einem geschützten Rahmen Ausdruck verleihen zu können ohne auf die Gefühle ihrer Eltern oder anderer Beteiligten Rücksicht nehmen zu müssen. Die Kinder haben hier einen sicheren Rahmen, in dem sie ihre Erlebnisse, Gedanken und Gefühle ausdrücken können und werden bei der Bewältigung ihrer Trennungstrauer, Wut und Verzweiflung unterstützt. Sie ler-nen mit ihrer neuen Familiensituation besser zurechtzukommen. In der Kleingruppe können sie Ent-lastung erfahren und miterleben, wie andere „Betroffene“ damit umgehen und können voneinander und miteinander lernen. Dabei werden die Heranwachsenden unter enger fachspezifischer Beglei-tung durch heilpädagogisch-kunsttherapeutische Methoden stabilisiert und unterstützt. Das Projekt findet seid 2005 in Zusammenarbeit mit der Familienberatungsstelle Köln Innenstadt und dem Ate-lier artig statt. Überblick Teilnehmer: Kinder und Jugendliche aus Trennungsfamilien im Alter von 4 – 16 Jahren Leitung/Durchführung: Verein Kunststück Familie e.V. in Zusammenarbeit mit dem Atelier artig 2 Diplom Heilpädagogen, Kunsttherapeutinnen Art des Angebotes Atelierarbeit, Moderierte Selbsthilfe, Resilienz Kunststück Familie e.V. Anlage zum Antrag auf Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß §75 SGB VIII 26 Projektort Akademie artig Projektzeit 2005 bis heute Das Projekt wurde aus Mitteln von „wir helfen“ und der Paria Stiftung getragen.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungOrte (11)
- Schaafenstraße 5
- Blumenthalstraße
- Beethovenstraße 27
- Moselstraße
- Mörikeweg
- Rosenzweigweg
- Leyendeckerstraße
- Redwitzstraße
- Pionierstraße
- Lochnerstraße
- Rathenauplatz
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Details
- Aktenzeichen
- 0013/2020
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 10.11.2020
- Erstellt
- 08.01.2020 08:25