AN/1747/2021
Wie versiegelt ist die Stadt?
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Linke Anfrage nach § 4
4392 Zeichen
Die Linke.-Fraktion · Postfach 103564 · 50475 Köln Vorsitzende des Ausschusses Klima, Umwelt und Grün Frau Denise Abe‘ Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln Postanschrift: Postfach 103564 · 50475 Köln Tel: 0221/221-27840 · Fax: 0221/221-27841 E-mail: DieLinke@stadt-koeln.de Fraktionsvorstand Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 24.08.2021 AN/1747/2021 Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 02.09.2021 Wie versiegelt ist die Stadt? Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrte Frau Ausschussvorsitzende, DIE LINKE. Fraktion im Rat der Stadt Köln bittet Sie die folgende Anfrage auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Ausschusses Klima, Umwelt und Grün am 02. September 2021 aufzunehmen: „Eine übermäßige Bodenversiegelung hat unmittelbare Auswirkungen auf den Wasserhaushalt: Zum einen kann Regenwasser weniger gut versickern und die Grundwasservorräte auffüllen, zum anderen steigt das Risiko, dass bei starken Regenfällen die Kanalisation oder die Vorfluter die oberflächlich abfließenden Wassermassen nicht fassen können und es somit zu örtlichen Überschwemmungen kommt. Auch das Kleinklima wird negativ beeinflusst: Versiegelte Böden können kein Wasser verdunsten, weshalb sie im Sommer nicht zur Kühlung der Luft beitragen. Hinzu kommt, dass sie als Standort für Pflanzen ungeeignet sind, welche somit als Wasserverdunster und als Schattenspender ausfallen. Vor allem wird die natürliche Bodenfruchtbarkeit durch eine Versiegelung der Böden massiv beeinträchtigt. Wenn der Boden dauerhaft von Luft und Wasser abgeschlossen ist, geht die Bodenfauna zugrunde, welche wiederum wichtige Funktionen für den Erhalt und die Neubildung von fruchtbaren Böden erfüllt. Schließlich ist Bodenversiegelung nur schwer und mit hohen Kosten wieder zu beseitigen. Im Anschluss an eine Entsiegelung bleibt die natürliche Struktur des Bodens gestört. Häufig bleiben Reste von Fremdstoffen (wie Beton- oder Asphaltbrocken, Kunststoffsplitter oder diverse Schadstoffe) im Boden zurück. Eine neue Bodenfauna bildet sich nur über längere Zeiträume, so dass auch die natürliche Bodenfruchtbarkeit verzögert und oft nicht in der vorherigen Qualität wieder herstellbar ist.“ Zitiert aus: Bodenversiegelung des Umweltbundesamts: https://www.umweltbundesamt.de/daten/flaeche-boden-land- oekosysteme/boden/bodenversiegelung In einer Kooperation zwischen der Stadt Köln und den StEB Köln werden nach unserem Wissensstand lediglich Maßnahmen zur Aufklärung von Privatleuten und Unternehmen über die Folgen der Flächenbefestigungen und –versiegelungen durchgeführt. Zur Förderung entsprechender Maßnahmen wurde das Förderprogramm „GRÜNhoch3“ ins Leben gerufen, welches Beratungen zum Thema anbietet und den Rückbau von versiegelten und verschotterten Flächen mit finanziellen Zuschüssen fördert. Seitens der Stadt gibt es vereinzelte Aktionen zur Entsiegelung von Schulhöfen und Vorgaben in neuen Bebauungsplänen, welche die Versiegelung unbebauter Flächen ausschließen. In vielen Bezirken gibt es Beschlüsse, dass die Verwaltung – auch durch die Einwohnerinnen gemeldete – versiegelte Flächen kartieren und auf eine mögliche Entsiegelung prüfen soll. Ein aktives Entsiegelungsprogramm der Stadt Köln gibt es vielleicht auch mangels Daten nicht. Daher fragen wir: 1. Wie viel Prozent der Kölner Flächen sind zurzeit in welcher Form versiegelt? 2. Wie ist der Anteil der Versiegelung in Köln im Vergleich zu anderen Großstädten? 3. Wie war die Entwicklung beziehungsweise Bilanz der Ver- und Entsiegelung in Köln in den letzten 10 Jahren? (Bitte als Tabelle mit den Angaben der Jahre, dem Anteil an Stadtfläche der versiegelt wurde in Prozent, dem Anteil der Stadtfläche der entsiegelt wurde in Prozent und als Differenz das Ergebnis der zusätzlichen ver- oder entsiegelten Stadtfläche in Prozent.) 4. Wie viel Prozent beträgt die Versiegelung in den einzelnen Stadtteilen? 5. Welche Maßnahmen (die über die von uns bereits oben genannten hinausgehen) werden getroffen, um einer weiteren Versiegelung entgegenzuwirken sowie die Entsiegelung versiegelter Flächen zu fördern? gez. gez. Michael Weisenstein Sarah Niknamtavin Fraktionsgeschäftsführer Ausschussmitglied
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/1747/2021
- Typ
- Die Linke. Anfrage nach § 4
- Datum
- 24.08.2021
- Erstellt
- 24.08.2021 11:04