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0519/2019

Schwerer Verlust für den Wirtschafts- und Handelsstandort Köln durch Verlagerung der Kaufhof-Zentrale nach Essen: Ist die Standortpolitik der Oberbürgermeisterin gescheitert?

Beantwortung einer Anfrage (Rat bzw. HA) 15.03.2019

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Nächste Beratung: Wirtschaftsausschuss, Sitzung am 21.03.2019, TOP 5.1.1

Beantwortung einer Anfrage (Rat)

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Beantwortung einer Anfrage (Rat)

5503 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
Dez. VI/2 
 
Vorlagen-Nummer: 14.02.2019 
 0519/2019 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung  
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Rat 14.02.2019 
Wirtschaftsausschuss 21.03.2019 
 
Anfrage der SPD-Fraktion gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates (AN/0210/2019) 
Schwerer Verlust für den Wirtschafts- und Handelsstandort Köln durch Verlagerung der 
Kaufhof-Zentrale nach Essen: Ist die Standortpolitik der Oberbürgermeisterin gescheitert? 
1. In KStA vom 31.12.2018 wird die Oberbürgermeisterin wie folgt zitiert: „ ich habe mit dem neu-
en Konzernchef Stephan Fanderl Kontakt aufgenommen und ihn auf die Vorzüge des Stand-
orts Köln aufmerksam gemacht.“ Mit welchen konkreten Maßnahmen und Aktivitäten hat sich 
die Oberbürgermeisterin für eine Ansiedlung der Konzernzentrale in Köln und die damit ver-
bundene Schaffung bzw. den Verbleib von Arbeitsplätzen am Standort eingesetzt? Welche 
Angebote, Gespräche und weiteres Engagement hat die Oberbürgermeisterin unternommen, 
um die unbestreitbaren Vorzüge des Standorts in der Entscheidungsfindung um den Sitz der 
Zentrale zu verdeutlichen und zu bewerben? Gab es hier einen Austausch und Schulterschluss 
mit IHK und Vertretern von Verdi und DGB? Sind der Stadtspitze die ausschlaggebenden Ar-
gumente für die letztendliche Entscheidung bekannt und welche Konsequenzen ergeben sich 
hieraus für die Standortpolitik und die aktuellen und künftigen Strategien der Wirtschaftsförde-
rung in Köln?  
 
Antwort der Verwaltung 
Die Oberbürgermeisterin stand mit den Konzernspitzen seit längerer Zeit in direktem persönli-
chen und kontinuierlichen Austausch zu unterschiedlichen Themen. Dieses gilt auf Anregung 
der Oberbürgermeisterin auch für die RheinEnergie und Koelnmesse ausgeweitet. Dabei wur-
de größtmögliche Unterstützung in allen für die Standortentscheidung relevanten Punkten und 
beispielsweise die Einrichtung einer eigenen Task Force der Stadtverwaltung zur reibungslo-
sen Umsetzung der Pläne zur Realisierung der neuen Konzernzentrale zugesichert. Das 
Spektrum der relevanten Themen reichte von baurechtlichen und verkehrlichen Fragestellun-
gen über die politische Unterstützung für einzelhandelsrelevante Themen und eine Zusam-
menarbeit beim Marketing bis zu Fragen der Willkommenskultur für die möglicherweise von 
Essen nach Köln wechselnden Mitarbeitern/innen. Auch mit dem Präsidenten der IHK und den 
Arbeitnehmervertretern sind mehrfach Gespräche mit dem Ziel des Erhalts der Konzernzentra-
le in Köln geführt worden. 
Der Oberbürgermeisterin sind Argumente, die ausschlaggebend für die Entscheidung waren, 
vertraulich mitgeteilt worden, es ergeben sich hieraus keine Konsequenzen für die Standortpo-
litik und die aktuellen und künftigen Strategien der Wirtschaftsförderung in Köln. Wie durch den 
Artikel im KStA vom 09.02.2019 bekannt wurde, hätte es im Jahr 2015 zu einer Entwicklung

2 
 
kommen können, die den Standort der Warenhauszentrale in Köln hätte sichern können. 
 
2. Welche Unterstützung wird seitens der Wirtschaftsförderung und der Oberbürgermeisterin ge-
leistet, um den Ausbau der zukunftsträchtigen Online-Sektion des Unternehmens in Köln zu 
begleiten und zu fördern? Gibt es zu den Planungen zum Aufbau eines Kompetenz-Centers für 
Digitalisierung und E-Commerce aktuell einen Austausch mit der Unternehmensführung? Wie 
viele Arbeitsplätze werden im Kontext des Digitalgeschäftes des Kaufhof/Karstadt-Konzern am 
Standort Köln gesichert bzw. geschaffen?  
 
Antwort der Verwaltung 
Unmittelbar nach der Standortentscheidung hat die Wirtschaftsförderung dem Unternehmen noch 
einmal umfangreiche Unterstützung/Hilfestellung angeboten. Die Pläne des Unternehmens sind 
der Verwaltung allerdings nicht im Detail bekannt. Offensichtlich laufen dazu derzeit auch noch 
Gespräche und Verhandlungen mit der Arbeitnehmerschaft. Für Freitag, den 22.02.2019, ist ein 
Gespräch der Wirtschaftsförderung mit den Vertretern von Kaufhof/Karstadt terminiert, bei dem 
höchstwahrscheinlich mehr Informationen von Unternehmensseite übermittelt werden. 
 
3. Neben einem massiven Stellenabbau im Umfang von rund 2.600 Vollzeitstellen in Verwaltung 
und Filialen des Konzerns ist für Beschäftigte von Kaufhof der Ausstieg aus der Tarifbindung 
angekündigt. Es steht zu befürchten, dass die anstehende Sanierung zu einem erheblichen 
Teil zulasten der Beschäftigten durch deutliche Einschnitte bei der Bezahlung realisiert werden 
soll. Wie positioniert sich die Oberbürgermeisterin in dieser Frage und welche Einflussmöglich-
keiten wird sie nutzen, um die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in ihrem Kampf um den 
Erhalt von Arbeitsplätzen zu unterstützen und eine Sanierung von Kaufhof ausschließlich auf 
dem Rücken der Beschäftigten zu verhindern? 
 
Antwort der Verwaltung 
Die Stadt Köln ist auch mangels unternehmensinterner Detailinformationen kein Beteiligter in 
den Verhandlungen der Unternehmensleitung mit der Belegschaft. Wie viele von den rund 
2.600 angesprochenen Arbeitsplätzen in Köln und wie viele in Essen abgebaut werden sollen, 
ist nicht bekannt. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden über den Betriebsrat und 
die Gewerkschaften qualifiziert vertreten. Nichtsdestotrotz hat die Oberbürgermeisterin in ihren 
Gesprächen mit der Unternehmensleitung immer deutlich gemacht, dass, wenn Einschnitte 
oder gar ein Arbeitsplatzabbau notwendig sind, diese auf jeden Fall sozialverträglich gestaltet 
werden müssen. 
 
gez. Reker

Beratungsverlauf (2)

14.02.2019 Rat
Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
21.03.2019 Wirtschaftsausschuss
TOP 5.1.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
0519/2019
Typ
Beantwortung einer Anfrage (Rat bzw. HA)
Datum
15.03.2019
Erstellt
13.02.2019 09:08