AN/0403/2020
Gemeinsamer Antrag der SPD-Fraktion und der Fraktion DIE LINKE: Kommunale Strategien gegen den Verlust demokratischer Gleichheit entwickeln!
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Gem. Antrag nach § 3 (SPD BV4)
2721 Zeichen
SPD-Fraktion und DIE LINKE Fraktion
Herrn Bezirksbürgermeister Frau Oberbürgermeisterin
Josef Wirges Henriette Reker
Venloer Str. 419 - 421 Hist. Rathaus
50825 Köln 50667 Köln
Eingang beim Bezirksbürgermeister:
AN/0403/2020
Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates
Gremium Datum der Sitzung
Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) 23.03.2020
Gemeinsamer Antrag der SPD-Fraktion und der Fraktion DIE LINKE: Kommunale
Strategien gegen den Verlust demokratischer Gleichheit entwickeln!
Sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister, sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
wir, die Antrag stellenden Fraktionen in der Bezirksvertretung Ehrenfeld, bitten
Sie, folgenden gemeinsamen Antrag in die Tagesordnung der Sitzung der Bezirks-
vertretung Ehrenfeld am 23. März 2020 aufzunehmen:
Beschluss:
Die Verwaltung wird gebeten,
(1) Entsprechend dem Hamburger Beispiel weitere Direktwahlmöglichkeiten,
beispielsweise in den Bezirkszentren zu schaffen, wo auch samstags eine
Stimmabgabe möglich ist.1
(2) Gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung und/oder weite-
ren lokalen Akteur*innen und Initiativen, eine Kampagne zu entwickeln, um
zur Teilnahme an den Kommunalwahlen zu ermuntern.
(3) Weitere Ideen zu entwickeln, welche die Hürden für eine Wahlteilnahme
senken würden, mit dem Ziel, die Wahlbeteiligung zu heben.
Begründung:
Seit den 1980er Jahren weist die Teilnahme an Wahlen und Abstimmungen eine
zunehmende soziale Schieflage auf. Sie ist in ökonomisch besser gestellten Quar-
1
- 2 -
tieren deutlich höher als in ökonomisch benachteiligten. Dies gilt gleichsam bei
Wahlen für Parlamente wie auch bei Bürger*innenbeteiligungsverfahren.
Für die Demokratie besteht die Gefahr einer niedrigen und sozial ungleichen
Wahlbeteiligung darin, dass die Politik sich an den sozial und ökonomisch Besser-
gestellten orientierten könnte, die nicht nur weiterhin wählen, sondern auch an-
dere Wege nutzen, für ihre Anliegen Gehör zu finden, während sozial Benachteilig-
te zumeist nicht über die dafür notwendigen Mittel verfügen.
Wahlen bleiben mit Blick auf die soziale Repräsentativität dennoch die egalitärste
Form der Partizipation. Deshalb ist es sinnvoll, wenn formale Hürden, an Wahlen
und Abstimmungen teilzunehmen, reduziert würden. So ließe sich die Partizipa-
tions- und Repräsentationskrise überwinden.
Zur Bürgerschaftswahl in Hamburg 2020 wurden einige Initiativen durchgeführt
und Wahlerleichterungen angeboten, die auch mit dazu beigetragen haben, die
Wahlbeteiligung zu erhöhen.2
Mit freundlichen Grüßen
gez.
Petra Bossinger Berndt Petri
(Fraktionsvorsitzende SPD) (Fraktionsvorsitzender DIE LINKE)
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zurückgestellt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0403/2020
- Typ
- Gem. Antrag nach § 3 BV4 (SPD)
- Datum
- 12.03.2020
- Erstellt
- 12.03.2020 11:15