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V/0902/2015

Infomationen zu Gender Budgeting: Projektbeispiel Förderung der Lese- und Informationskompetenz

Vorlagen 02.11.2015

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Nächste Beratung: Kulturausschuss, Sitzung am 03.12.2015, TOP 5

Berichtsvorlage

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Berichtsvorlage

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V/0902/2015 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Frauenbüro 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Infomationen zu Gender Budgeting: Projektbeispiel Förderung der Lese- und 
Informationskompetenz 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
19.11.2015 Kulturausschuss Bericht 
 
 
Information zu Gender Budgeting  
 
Auftrag 
Der Auftrag, bei der Verteilung der städtischen Ressourcen auch auf Chancengleichheit zu ac h-
ten, wurde durch Ratsbeschluss bereits 2007 erteilt. Mit Einführung der Europäischen Charta zur 
Gleichstellung von Männern und Frauen auf lokaler Ebene und den darauf basierenden Aktion s-
plänen ist Gender Budgeting jetzt umzusetzen. Erste Schritte in den v ergangenen beiden Haus-
haltsjahren haben gezeigt, dass sich dies für alle Beteiligten in Politik und Verwaltung als eine 
schwierige Aufgabe erweist.  
Für alle Beteiligten bedeutet dies einen Lernprozess, zu dem die Frage „Was ist geschlechterg e-
recht?“ ebens o gehört wie die systematische Erarbeitung si nnvoller Kennzahlen. Z udem muss 
der Blick für notwendige Daten und die Wirkung, die erzielt werden soll, geschärft werden. Die 
Stadtverwaltung setzt dabei auf „learning by  doing“ und vermittelt in Zusa mmenarbeit mit einer 
Expertin für Gender Budgeting zunächst anhand von drei ausgewählten Produkten das notwe n-
dige Wissen.  Weitere Produkte sollen folgen. Gleichzeitig wird g emeinsam mit den beteiligten 
Ämtern und mit externer Unterstützung eine „Gebrauchsanwe isung zur Einführung des Gender 
Budgeting in Münster“ erstellt, die es den Ämtern erleichtert, die eigene Arbeit mit diesem Instr u-
ment um Gender-Budgeting-Aspekte zu ergänzen. Letztlich wird die „Gebrauchsanweisung“ auch 
ein hilfreiches Instrument für die Politik darstellen. 
Ziel ist es, dieses Instrument langfristig zu verinnerlichen und in der Haushaltssteuerung zu ve r-
ankern. Gender Budgeting trägt dazu bei, den eigenen Fachbereich und die damit ve rbundenen 
Ausgaben so zu steuern, dass die Mittel optimal eingesetzt werden und das bestmögliche Ergeb-
nis bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommt.  
 
Begriffserläuterungen 
Das englische Wort „Gender“ steht für soziale, kulturelle und gesellschaftlich geprägte G e-
schlechterrollen von Frauen und Männern, die sozialisiert un d veränderbar sind. Es geht also 
über den rein biologischen deutschen Begriff des Geschlechts Mann/Frau weit hinaus. „Budg e-
ting“ ist nichts anderes als Haushaltsführung.  
Gender Budgeting ist ein wichtiger Teil des Gender Mainstreaming, einer Strategie zur  Umset-
zung der Gleichstellung von Frauen und Männern. Konkret bede utet Gender Mainstreaming, das 
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0902/2015 
Auskunft erteilt: 
Frau Arndts-Haupt 
Ruf: 
492 17 00 
E-Mail: 
ArndtsHM@stadt-muenster.de 
Datum: 
29.10.2015 
Öffentliche Berichtsvorlage

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Ziel der Gleichstellung in allen Handlungsf eldern und bei allen Planungs - Entscheidungs- und 
Umsetzungsschritten („Mainstreaming“) zu berücksichtigen . In Münst er wird in diesem Zusa m-
menhang auch von einer  gesamtstädtischen Verantwortung für die Verwirklichung der Chance n-
gleichheit gesprochen.  
Hinter dem Prinzip Gender Mainstreaming steckt auch der Leitgedanke, dass Männer und Fra u-
en keine jeweils einheitliche s oziale Gruppe sind, also nicht alle Männer gleich und alle Frauen 
gleich sind, sondern in sehr unterschiedlicher Weise von politischen und administrativen En t-
scheidungen betroffen sein können.  
Gender Budgeting basiert daher auch auf der Annahme, dass es k eine geschlechtsneutrale 
Haushaltspolitik gibt und jeder öffentliche Haushalt geschlechtsspezifische Auswirkungen hat. 
Gender Budgeting bedeutet also, dass der kommunale Haushalt aus einer Geschlechterperspek-
tive heraus analysiert, geplant und verteilt ode r auch konsolidiert wird und gilt als wirkungsvolles 
Instrument, um Geschlechtergerechtigkeit auch durch eine veränderte Haushaltsführung herz u-
stellen.  
Ziel 
Mit einer geschlechtergerechten Haushaltsführung werden vorhandene Strukturen unter die 
Gender-Lupe genommen. Es geht dabei nicht um reine fünfzig zu fünfzig -Verteilung der Ge lder 
zwischen Frauen und Männern, also Gleichmacherei. Mit allen am Prozess Beteiligten wird g e-
prüft, ob die Stadt (nicht nur) in Zeiten knapper Kassen ihre Mittel auch richtig un d für die Richti-
gen einsetzt. Dazu müssen Daten erhoben und analysiert, Fragen gestellt und beantwortet, En t-
scheidungen getroffen und Vor- und Nachteile gegeneinander abgewogen werden. Dadurch trägt 
Gender Budgeting auch dazu bei, die Effizienz und die Qua lität der Prozesse innerhalb der Ve r-
waltung zu steigern und schafft mehr Transparenz über die Verwendung von Haushaltsmitteln. 
 
Übersicht Gender Budgeting in Münster: 
 
 
 
Produkt 040401 – Stadtbücherei: Medien und Informationen 
Stammdaten 
Dezernat IV Amt 42 
Produktbereich 04 – Kultur und Wirtschaft 
Produktgruppe 0404 – Stadtbücherei und Förderung von Büchereien freier Träger 
Produkt 040401 – Stadtbücherei: Medien und Informationen 
Produkt 040402 – Förderung von Büchereien freier Träger 
Das Produkt Stadtbüch erei umfasst sieben verschiedene Standorte (Hauptstelle, Bücherbus, 
Zweigstellen am Aaseemarkt, Kinderhaus, Coerde, Gievenbeck und am Hansaplatz)

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Haushaltsplan für diesen Produktbereich: 
Haushaltsjahr 2013: 36.745.274,63€ (davon Produktgruppe 0404: 5.526.380,72€] 
Haushaltsjahr 2014: 38.067.890,00€ (davon produktgruppe 0404: 5.479.572,00€) 
Weitere Daten 
Insgesamt 223.364 Medien 
2014: 33.239 aktive Benutzerinnen und Benutzer (69,98% weiblich; 35,02 männlich) 
Bis 12 Jahre weiblich 53,64%, männlich 46,36% 
13-18 Jahre 62,78% weiblich, 37,22% männlich 
Erwachsene 69,72% weiblich, 30,28% männlich 
2013 wurden insgesamt 1.856.827 Medien entliehen (694.090 Kinderbücher und -medien) 
2014 wurden insgesamt 1.768.464 Medien entliehen (679.090 Kinderbücher und -medien) 
Der Rückgang der Ausleihzahlen 2014 ist auf sanierungsbedingte Schließungszeiten in der Bibl i-
othek am Alten Steinweg und den Verlust der Bücherei in Kinderhaus infolge des Unwetters z u-
rückzuführen. 
 27 öffentlich zugängliche PC -Arbeitsplätze mit Internet zugang  mit Gesamtnutzungsdauer von 
50.426 Stunden in 2014 
228 Führungen für Kitas und Schulen mit 5283 Teilnehmenden 
303 Veranstaltungen zur Leseförderung mit 6941 Teilnehmenden 
Gesamtöffnungstunden 
2013: 10.051 (Hauptstelle davon 2.639, Bücherbus und Zweigstellen 7.412) 
2014: 10.034 (Hauptstelle 2.534, Bücherbus und Zweigstellen 7.500) 
 
Seit August 2014 gibt es das Angebot „ Junge Welt (JuWel)“ in der Hauptstelle der Stadtbücherei 
(Jugendbücher, CDs, DVDs, virtuelle Medien für Jugendliche, Veranstaltungen, Gaming -
Angebot). Die Stadtbücherei verfügt ausschließlich über statistische Materialien nach Alter und 
Geschlecht der Personen, die Bücher und Medien ausgeliehen haben. 
Bereits hier ist keine Aussage darüber möglich, wer im Er gebnis die Medien genutzt hat. Zum 
Beispiel werden viele Medien aus dem Angebot für Kinder von erwachsenen Frauen ausgeliehen 
– vermutlich von Müttern, Erzieherinnen und Grundschullehrerinnen. Über die Ausleiher und Aus-
leiherinnen liegt außerdem noch eine Migrationsanalyse aus dem Jahr 2012 vor, die jedoch nicht 
nach Geschlechtern differenziert ist. 
Es kommt hinzu, d ass im Zeitalter des Internets das Ausleihgeschäft in den Bibliotheken an B e-
deutung verliert und die Nutzung der stationären Angebote zunimmt. Das sind: 
 Arbeitsplätze und Lernräume (mit W-Lan im gesamten Gebäude einschließlich der Zweig-
stellen) 
 PC-Arbeitsplätze mit Internetzugang (auch in den Zweigstellen) 
 PC-Spiele und Spielkonsolen im Jugendbereich (JuWel) 
 Besuch von Veranstaltungen  
o Für Kinder 
o Rund um die Themen Internet und e-Book 
 Führungen und Schulungen für Kitas und Schulklassen 
 Bibliothek als Aufenthaltsort 
 
Über die Kunden, die von diesen Angeboten Gebrauch machen, liegen keine personenbezog e-
nen Daten vor. 
Der Aufwand, solche Daten zu ermitteln, ist beträchtlich und kann von dem vorhandenen Pers o-
nal nicht geleistet werden, da Kundenberatung und die Bereitstellung der Medien Vo rrang vor 
anderen Tätigkeiten haben. 
Mit Eintritt in die Pubertät lässt bei viele n Jugendlichen das Interesse am Bibliotheksbesuch 
nach, wobei diese Entwicklung bei Jungen stärker ist als bei Mädchen.  
Während die Zahl der Nutzer bis 12 Jahren von 2004 bis 2014 um 21,7 % stieg, ging sie bei den 
Jugendlichen (12 – 18 Jahren) um 14,2 % zurück. 
Die Gründe, warum die Bibliotheksnutzung durch Jugendliche nachlässt, sind vermutlich vielfä l-
tig. Zum einen ist der sogenannte Leseknick in der Pubertät ein Phänomen, das es schon immer

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gab, weil sich die Interessen der Jugendlichen verändern. Zum a nderen kam in den letzten Ja h-
ren noch die verstärkte Inanspruchnahme durch die Schule und die höhere Attraktivität anderer 
Medien – insbesondere des Smartphones - hinzu. Mit der Einrichtung eines Jugendbereiches 
(JuWel) mit einem attraktiven Buch - und Medienangebot für die Zie lgruppe, mit einem Bereich 
zum Chillen und mit Spielmöglichkeiten an PC und Konsole w ird versucht, diesem Trend entg e-
gen zu wirken. Gerade durch die Spielemöglichkeit wurde die Stadtbücherei auch wieder für Jun-
gen attraktiv. 
Eine Ausweitung dieses Angebots auf Zweigstellen scheitert an den Räumen und dem h ohen 
personellen Aufwand durch Betreuung der IT und Programmarbeit mit den Jugendlichen. 
Gender Budgeting-Projekt: 
 
Eines der strategischen Ziele der Stadtbücherei Münster ist es, mit ihrem Angebot und ihren 
Dienstleistungen das Lesen und die Informationskompetenz, insbesondere bei Kindern und J u-
gendlichen, zu fördern.  
 
Als ein mögliches Ziel wurde in der Arbeitsgruppe die Förderung der Lesekompetenz der 10 – 
12-jährigen Schüler und Schülerinnen der Hauptschulen in Coerde und Kinderhaus ausgewählt. 
 
Um die Lesekompetenz zu fördern, veranstalten die Büchereien in Coerde und Kinderhaus im 2. 
Schulhalbjahr einen „Klasse(n)leseclub“ für die Kinder aus den 5. Klassen. Im Rahmen des Pr o-
jekts lernen die Kinder die Bücherei und ihre Angebote für Schule und Freizeit ke nnen und mit 
kleinen Aktionen wird ihnen die Freude am Lesen vermittelt.   
 
Die Kinder – in der Mehrzahl Jungen – haben häufig wenig Beziehung zu Büchern und we isen 
zum Teil auch Defizite beim Lesen auf. 
 
Der Erfolg des Leseclubs hängt auch von den Voraussetzungen ab, die die Schülerinnen und 
Schüler mitbringen. Sofern die Kinder jedoch über angemessene Lesefähigkeiten verf ügen und 
sie lernwillig sind, eröffnet das Buchangebot der St adtbücherei ihnen die Möglichkeit regelmäßig 
zu lesen und die erworbenen Fähigkeiten zu verstetigen. Denn nur, wer liest, bewahrt auch seine 
Lesekompetenz. 
 
Kinder, die ihre schulischen Leistungen steigern wollen, erfahren während des Kla s-
se(n)leseclubs, dass ihnen sowohl das Sachbuchangebot als auch der Internetzugang in der B ü-
cherei hierbei helfen können und sie hier bei Bedarf auf die Hilfe der Mitarbeiterinnen zurückgre i-
fen können. 
 
Kennzahlen für die geschlechtergerechte Förderung der Lese- und Informationskompetenz: 
- Die Anzahl der teilnehmenden Kinder des Leseclubs, untergliedert in Anzahl der Mäd-
chen und Anzahl der Jungen.  
- Die Anzahl der Kinder, die nach Abschluss des Leseclubs die Stadtbücherei bes u-
chen. 
 
Mögliches Ziel: 
- Vermehrte Nutzung der Stadtb ücherei durch die ehemaligen Teilnehmerinnen und 
Teilnehmer nach Abschluss des Projekts; dabei kann allein der häufigere Aufenthalt 
als Indikator für einen Erfolg des Leseprojekts dienen. 
 
 
gez. 
 
Lewe

Beratungsverlauf (1)

03.12.2015 Kulturausschuss
TOP 5 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (2)

  • Hansaplatz
  • Kinderhaus

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Details

Aktenzeichen
V/0902/2015
Typ
Vorlagen
Datum
02.11.2015
Erstellt
06.10.2020 14:37