AN/0695/2017
Änderungsantrag SPD zum Antrag der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen
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Änderungsantrag (SPD BV1)
8875 Zeichen
Herrn Bezirksbürgermeister Andreas Hupke Herrn Bürgeramtsleiter Dr. Ulrich Höver Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Köln, 28.04.2016 Antrag nach § 3 der Geschäftsordnung des Rates und der Bezirksvertretungen der Stadt Köln Sehr geehrte Herren, sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, wir bitten Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung der BV Innenstadt zu setzen: Änderungsantrag zum Antrag der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen Barrierefreiheit der Domplatte zum Kardinal-Höffner-Platz (AN/0591/2017) Beschluss 1. Neben der Neugestaltung der östlichen und der nördlichen Domumgebung bedarf auch der westliche Dombereich einer grundlegenden Neugestaltung. Die Verwaltung wird daher beauftragt, dem Rat einen ganzheitlichen Vorschlag zur Aufwertung der westlichen Domumgebung vorzulegen, aufbauend auf dem städtebaulichen Gesamtkonzept Domumgebung und als Teil des Betrachtungsgebiets „Die Via Culturalis und die Quartiere der Domumgebung“ des Förderprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus“. 2. Im Rahmen der Neugestaltung sollen insbesondere folgende Fragestellungen berücksichtigt werden: a) Barrierefreier Zugang zur Domplatte; b) Verbesserung des Stadtbildes durch qualitätsvolle und einheitliche Gestaltung des öffentlichen Raums entsprechend dem internationalen Rang dieses Bereiches der Stadt; c) Weitestgehende Reduzierung des fahrenden und parkenden MIV in unmittelbarer Domnähe; SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Innenstadt Ludwigstraße 8 50667 Köln fon 0221. 221 913 03 fax 0221. 221 913 01 mail SPD-BV1@stadt -koeln.de web www.koelnspd.de - 2 - d) Reduzierung der das Stadtbild beeinträchtigenden Einbauten und Installationen, dabei Erhalt der Kreuzblume im Bereich der westlichen Domgebung mit dem Prüfauftrag, für diese dort einen Standort zu finden, der die Sichtachse von der Straße „Burgmauer“ zum Hauptportal der Hohen Domkirche nicht oder weniger beeinträchtigt; e) Untersuchung von Potenzialen für eine maßvolle Begrünung; f) Aufwertung folgender Plätze und Straßen: I. Kardinal-Höffner-Platz - Einführung von „shared spaces“ im Bereich Kardinal-Höffner- Platz/Komödienstraße, - barrierefreie Gestaltung des Kardinal-Höffner-Platzes, - einheitliche behindertengerechte Oberflächengestaltung auch der angrenzenden Straßenräume und Verzicht auf „Betonwürfel“ und andere bauliche Absperrmaßnahmen, - verbesserte Gestaltung des U-Bahn-Abgangs; II. Straße „Burgmauer“ - Hinterfragung der Nutzung der prominenten, auf den Dom zuführenden Straße „Burgmauer“ als Haltestelle für Taxen und „Bimmelbahn“, - Nutzungsaufwertung der „Burgmauer“ z.B. durch die Förderung der Ansiedlung von Einzelhandel und (Außen-)Gastronomie, - Prüfung der Möglichkeiten einer gestalterischen Aufwertung – ggf. durch einen Wettbewerb – durch die perspektivische Ordnung des städtebaulichen Umfeldes, einschließlich der Angsträume; III. Komödienstraße - Prüfung einer Verlagerung der Haltepunkte für Touristenbusse an einen anderen in der Innenstadt gelegenen oder innenstadtnahen Ort, - Prüfung einer Verlagerung der Haltepunkte für Stadtrundfahrtbusse von dessen Nordseite auf die Südseite, - Regulierung der Fassaden-/ Gehwegwerbung, z.B. durch eine Werbesatzung oder/und eine Gestaltungssatzung; IV. Domgäßchen (bereits als Sofortmaßnahme) - Entschärfung des Angstraumes, z.B. durch zusätzliche und ausreichende Beleuchtung, regelmäßige Straßenreinigung; V. Marzellenstraße - Aufwertung des Erscheinungsbilds des südlichen Abschnitts der Marzellenstra- ße, auch in Kooperation mit den Eigentümern und Geschäftstreibenden; - 3 - g) Verknüpfung der westlichen Domumgebung mit der angrenzenden „Via Culturalis“. Insbesondere soll der Eingang zum Dom-Parkhaus attraktiver gestaltet werden, so dass die im Parkhaus ausgestellte römische Stadtmauer besser dargestellt und als Ausgangspunkt der „Via Culturalis“ dienen kann; h) Überprüfung der Radweg-Verbindungen, insbesondere Schaffung von Alternativen zum engen und unfallträchtigen Domgäßchen, z.B. Ausbau von Fahrrad-Hauptachsen wie Marspfortengasse/Große Sandkaul sowie Richartzstraße/Ludwigstraße mit fahrradfreundlichem Straßenbelag. 3. In dem Verfahren ist eine umfassende Bürgerbeteiligung vorzusehen. Das Verfahren ist unter enger Einbeziehung der Anlieger, wie z.B. der Hohen Domkirche, KölnTourismus, Café Reichardt, durchzuführen. 4. Dem Stadtentwicklungsausschuss, dem Verkehrsausschuss und der Bezirksvertretung 1 Innenstadt ist für deren jeweils letzte Sitzung vor der Sommerpause 2017 ein Verfahrens- und Zeitplan vorzulegen. 5. Als Sofortmaßnahme soll die Verwaltung bereits jetzt einen barrierefreien Zugang zum Domumfeld (Rampenanlage auf die Domplatte, einheitliche, barrierefreie Gestaltung der Oberfläche des Kardinal-Höffner-Platzes und anliegender Straßen) realisieren. Begründung: Der Zustand der Umgebung westlich des Doms ist der Bedeutung des Ortes nicht würdig. Zuletzt wurde der Dombaumeister Peter Füssenich dahingehend zitiert, dass zwar der Dom als Gesamtkunstwerk von höchster Kraft und Qualität im öffentlichen Raum stehe. Doch wenn sich der Besucher umdrehe, entdecke er eine zufällige Versammlung: Treppen, Schilder, Poller, Fahrradständer, Mülleimer, die Kreuzblume, den kaum noch ins Auge fallenden Taubenbrunnen, die Bimmelbahn usw. Zudem ist der Bereich Komödienstraße – Kardinal-Höffner-Platz – Burgmauer – Domgäßchen nicht barrierefrei. So gab es ein beslang erfolgloses Ansinnen der Verwaltung, in diesem Bereich kurzfristig einen barrierefreien Zugang zur Domplatte zu ermöglichen, was letztlich an einer Eigentümerzustimmung scheiterte (vgl. 3404/2016). Der Bedarf nach einer Aufwertung und Neugestaltung der westlichen Domumgebung ist daher unstreitig gegeben. Auch empfiehlt der städtebauliche Masterplan Innenstadt Köln eine gestalterische Beruhigung und reduzierte Möblierung des Domumfeldes und eine Aufwertung der Plätze der Domumgebung. In diesem Zusammenhang verdeutlichen die erfolglosen Bemühungen der Verwaltung i.S. barrierefreier Zugang zur Domplatte, dass die Maßnahmen zur Aufwertung des Bereichs in enger Abstimmung mit den Anliegern durchgeführt werden muss. Ebenso ist eine umfassende Bürgerbeteiligung notwendig, damit die Kölnerinnen und Kölner Ideen zur Gestaltung der Umgebung vor dem Hauptportal ihres Domes formulieren und an Politik und Verwaltung adressieren können. - 4 - Betrachtet werden muss dabei auch die verkehrliche Nutzung des Bereichs. Die Nutzung der „Burgmauer“ durch Taxen und „Bimmelbahn“ ist zu hinterfragen, insgesamt eine Aufwertung von Nutzung und Gestaltung anzustreben. Der Bereich ist den Kölnerinnen und Kölner zurückzugeben, die Ansiedlung von Restaurants, Cafés und kleinen Geschäften in einem gestalterisch geordneten Umfeld anzustreben. Der Bereich des Kardinal-Höffner-Platzes sollte in diesem Zusammenhang durch die Einrichtung eines „Shared space“ verkehrsberuhigt werden. Hier und für die angrenzenden Bereiche ist unter Berücksichtigung der Vorgaben des Gestaltungshandbuchs für die Innenstadt eine einheitliche Pflasterung vorzusehen. Bzgl. der Komödienstraße ist neben dem perspektivischen Ziel der Verlagerung der Haltepunkte für Touristenbusse der Erlass einer Werbesatzung zu prüfen, um der ausufernden Werbung der dort ansässigen Geschäftsleute einen ordnenden Rahmen zu geben. Auch für den südlichen Abschnitt der Marzellenstraße ist eine Aufwertung vorzusehen. Bestandteil der Neugestaltung der westlichen Domumgebung ist auch die Beseitigung von Angsträumen, z.B. durch bessere Beleuchtung und Straßenreinigung. Dies betrifft insbesondere das Domgäßchen. Um eine Alternative zu dessen widerrechtlichem Befahren zu schaffen, ist insbesondere für diesen Bereich zudem zu prüfen, wie der Radverkehr sinnvollerweise um diesen Verkehrsweg herumgelenkt werden kann, um ihn verkehrssicherer zu gestalten. Der Bereich der westlichen Domumgebung grenzt an den Stadtraum/“Kulturpfad“ der Via Culturalis an. Die Neugestaltung der westlichen Domumgebung ist mit dieser sinnvoll zu verknüpfen. Dieser integrierende Ansatz ist auch Grundgedanke des Einzelprojekts „Gestaltungsplan Gesamtraum Via Culturalis und die Quartiere der Domumgebung‘, das im Rahmen des Förderantrags i.S. Nationale Projekte des Städtebaus zur Förderung angemeldet und bewilligt worden ist. Zu überlegen wäre in diesem Zusammenhang, den nördlichen Ausgangspunkt der Via Culturalis zu verlagern und die Reste der römischen Stadtmauer, die sich im Dom-Parkhaus befinden darin einzubeziehen. Die Verwaltung wird um einen Verfahrens- und Zeitplan bis zur Sommerpause gebeten, um den städtebaulichen und verkehrlichen Missstand schleunigst zu beheben. Mit freundlichen Grüßen Gez. Dr. Regina Börschel
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: endgültig abgelehnt
Zur SitzungOrte (10)
- Ludwigstraße 8
- Komödienstraße
- Marzellenstraße
- Marspfortengasse
- Richartzstraße
- Kardinal-Höffner-Platz
- Große Sandkaul
- Domgäßchen
- Burgmauer
- Domplatte
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Details
- Aktenzeichen
- AN/0695/2017
- Typ
- Änderungsantrag BV1 (SPD)
- Datum
- 28.04.2017
- Erstellt
- 03.08.2017 00:27