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V/0369/2012

Umbenennung der Wagenfeldstraße in Robert-Blum-Straße

Vorlagen 08.05.2012

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung Münster-Mitte, Sitzung am 22.05.2012, TOP 4.4.6

Beschlussvorlage

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Anlage-2-Übersichtsplan

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Anlage-1-Bürgerumfrage-Ergebnisse

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Beschlussvorlage

17891 Zeichen

V/0369/2012 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Vermessungs- und Katasteramt 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Umbenennung der Wagenfeldstraße in Robert-Blum-Straße 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
22.05.2012 Bezirksvertretung Münster-Mitte Entscheidung 
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
1. Entsprechend der Empfehlung der Kommission Straßennamen wird die Wagenfeldstraße 
umbenannt. 
2. Die bisherige Wagenfeldstraße erhält den Straßennamen Robert-Blum-Straße. 
 
II. Finanzielle Auswirkungen: 
 
Es entstehen Kosten für neue Straßennamenschilder. Die Finanzierung ist aus laufenden Mi tteln 
des Tiefbauamtes aus dem Budget „1201-Straßenerhaltung“ sichergestellt.  
 
 
 
Begründung: 
 
Diese Beschlussvorlage zur Wagenfeldstraße steht im Zusammenhang mit de n stadtweiten Dis-
kussionen über NS-belastete Straßennamen. 
Ein Ausgangspunkt der Diskussionen war im Mai 2007 der Antrag der SPD-Fraktion der BV-West 
auf Umbenennung des Carl -Diem-Weges. Ebenfalls im Mai 2007 hat die SPD -Fraktion in der BV -
Mitte um Prüfung der Vorwürfe gegen den Namensgeber des Jöttenweges gebeten sowie einen 
Bericht über die Straßennamen angefordert, deren Namensgeber in die Unre chtstaten bzw. 
Kriegsverbrechen des Nationalsozialismus verstrickt waren. Diese Prüfung führte zu einem Auftrag 
an den Historiker Dr. Schmidt, der die Namensgeber der Straßen im Stad tbezirk Mitte a uf deren 
Verstrickung in die Unrechtst aten des NS -Regimes überprüfen sollte. In seinem Gutachten b e-
nannte Dr. Schmidt 29 Personen, die er in 4 Kategorien eingeteilt hatte: 
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0369/2012 
Auskunft erteilt: 
Herr Zimmermann 
Ruf: 
492 62 42 
E-Mail: 
ZimmermannBernhard@stadt-muenster.de  
Datum: 
11.05.2012 
Öffentliche Beschlussvorlage

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V/0369/2012 
Kategorie 1: keine Nähe zum NS-Regime 
Kategorie 2: Haltung zum NS-Regime nicht eindeutig 
Kategorie 3: Aktive Stützen des NS-Regimes 
Kategorie 4: Beteiligung an Kriegsverbrechen oder Unrechtstaten 
Während in der Kategorie 4 keine Namensgeber auf Münsters Straßenschildern vorha nden sind, 
sind es in der Kategorie 3 nach dem Gutachten Schmidt 7 Personen (Franz Ludwig, Ludwig Hum-
borg, Karl Wilh. Jötte n, Hans Pfitzner, Alfred Stühmer, Karl Wagenfeld und Agnes Miegel), d avon 
liegt jedoch die Agnes -Miegel-Straße im Stadtbezirk Ost. Ein weiterer Prüfauftrag des Oberbü r-
germeisters an das Stadtarchiv zu den Straßennamen im übrigen Stadtgebiet ergab drei weit ere 
Namensgeber in der Kategorie 3 aus dem Stadtbezirk Münster -Ost. Darüber hinaus hatte der 
Ratsantrag der SPD-Fraktion vom Januar 2008 zur Umbenennung des Hindenburgplatzes die D e-
batte um Straßennamen sehr stark in die Öffentlichkeit getragen.  
Nach der Kommunalwahl 2009 hat der erweiterte Ältestenrat des Rates beschlossen, eine Kom-
mission unter der Leitung des Oberbürgermeisters einzusetzen, der alle im Rat vertretenen Partei-
en und die Historiker Prof. Dr. Thamer und Prof. Dr. Kenkmann angehören sollten.  
Diese Kommission sollte über die zehn Personen der Kategorie 3 (dazu Diem und Hinde nburg) 
also über zwölf Namensgeber beraten. Im Vordergrund des Prüfauftrags stand nicht die Bewertung 
der gesamten Lebensleistung dieser Personen, sondern ob und inwieweit die Namensgeber das 
NS-Regime gestützt ha ben. Außer der Beratung über historische Fakten  sollte die Kommission 
den entscheidungsbefugten Gremien (Rat und Bezirksvertretungen) ihre Empfehlung mitteilen, ob 
die Ehrung durch den Straßennamen nach wie vor ang emessen sei und eine Umbenennung statt-
finden solle oder nicht. 
Nach Abschluss der Kommissionsarbeit hat der erweiterte Ältestenrat die Ergebnisse und Empfeh-
lungen der Kommission am 07.07.2011 entgegengenommen und die Verwaltung beauftragt, diese 
Ergebnisse in einer breit angelegten Informations- und Kommunikationsphase zu veröffentlichen. 
Zusätzlich sollte die Verwaltung eine repräsentative Bürgerumfrage zur Frage der „Ehrung“, die mit 
der Benennung einer Straße nach einem Namensgeber verbunden ist, durchfü hren. Diese Bürge-
rumfrage sollte eine zusätzliche Informationsquelle für die Diskussion in den Gremien bilden, diese 
aber nicht binden. 
Die Informations- und Kommunikationsphase hatte zum Ziel, über die Ergebnisse der Kommission 
zu informieren. Insbesonder e sollte die auf neuen Erkenntnissen der historischen Forschung b a-
sierende Einschätzung der Kommission zu den Namensgebern vermittelt werden, da diese E r-
kenntnisse vermutlich in weiten Teilen der Bürgerschaft nicht bekannt sind.  
Im Vordergrund der Informa tion sollte daher nicht die gesamte Lebensleistung der Namensgeber 
stehen, sondern sollten insbesondere die neuen historischen Fakten stehen, nach denen die N a-
mensgeber nach heutiger Bewertung nicht mehr als Vorbilder dienen können und eine Ehrung 
nicht verdient haben. 
Die Information der Öffentlichkeit erfolgte unter dem Motto „Ehre, wem Ehre gebührt?!“ 
- mit einer neuen Internetseite auf der Homepage der Stadt unter 
www.muenster.de/stadt/strassennamen, freigeschaltet seit 21.12.2011 
- mit der Ausstellung „Widerstände im Münsterland“ in der Bürgerhalle des Rathauses vom 
19.11. - 21.12.2011 
- mit der Ausstellung „Ehre, wem Ehre gebührt ?!“ in der Bürgerhalle des Rathauses vom 
26.01. - 16.03.2012

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- mit einer Eröffnungsveranstaltung zur Ausstellung „Ehre, wem Ehre gebührt?!“ am 
25.01.2012 im Rathaus-Festsaal 
- mit zwei Informationsveranstaltungen in den Stadtbezirken Ost und Mitte am 26.01.2012 
und 09.02.2012 
- mit einer Podiumsdiskussion „Ehre, wem Ehre gebührt?! - Geschichte und Verantwortung 
in einer demokratischen Gesellschaft“ mit prominenten Podiumsteilnehmern am 
29.02.2012 im Rathaus-Festsaal 
Ergebnisse der Bürgerumfrage 
Die repräsentative Bürgerumfrage wurde vom Amt für Stadtentwicklung, Stadtpl anung, Verkehrs-
planung in der Zeit vom 25.01. - 15.02.2012 durchgeführt. Es wurde unter anderem die Frage g e-
stellt: „Sind Sie generell dafür, Personen mit besonderer zeitgeschichtlicher Bedeutung durch B e-
nennung von Straßen, Wegen und Plätzen in Münster zu ehren?“ Knapp 70 Prozent der Antworten 
lauteten „Ja“.  
Auf die weitere Frage „Es gibt - neben dem Hindenburgplatz - noch weitere Anträge aus Bürge r-
schaft und Politik zur Umbenennung von Straßen und Wegen: Was würden Sie vorschlagen, wenn 
sich deren Namensgeber/innen nach neueren quellengestützten Forschungsergebnissen als Stü t-
zen des NS -Regimes erwiesen haben?“  sprachen sich knapp 40 Prozent der Befragten für eine 
Umbenennung aus.  
Die einzelnen Umfrageergebnisse sind in Anlage 1 beigefügt.  
Empfehlung der Kommission Straßennamen zur Wagenfeldstraße 
Die Kommission hat in ihrer abschließenden 4. Sitzung am 15. Juni 2011 zusammengefasst fo l-
gende Empfehlungen abgegeben: 
"Die Kommission empfiehlt einstimmig (bei 1 Enthaltung) die Umbenennung der Wagenfeld-
straße. Maßgeblich für das Votum war, dass Wagenfeld sich aus voller Überzeugung, nicht aus 
opportunistischen Gründen, dem NS-Regime angedient hat. Auf seine Arbeit vor 1933 konnte 
die nationalsozialistische Ideologie aufbauen." 
 
Die im Folgenden angeführte Begründung für die Umbenennung ist dem vom Stadtarchiv aufberei-
teten Internetangebot „Ehre wem Ehre gebührt!?“ entnommen. 
Wagenfeldstraße 
Die Straße wurde 1951 benannt nach Karl Wagenfeld, * 05.04.1869 in Lüdinghausen † 19.12.1939 
in Münster , Lehrer, Mundartdi chter und Schriftsteller, Redakteur und Organisator des Westfäl i-
schen Heimatbundes

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Karl Wagenfeld und der Nationalsozialismus 
Politische Mitgliedschaften 
27.04.1933: Eintritt in die NSDAP (Mitgliedsnummer 2496073) 
Weitere Mitgliedschaften: Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) 
"Schulter an Schulter für unsere deutsche Sache arbeiten" 
In einem Brief an seinen nationalsozialistischen Freund Heinrich Glasmeier begründete Wagenfeld 
seinen Eintritt in die NSDAP: 
"Was ich da an Eindrücken gewonnen habe, hat mir die unbedingte Notwendigkeit klar ge-
macht, dass ich, wenn meine Lebensarbeit nicht geschädigt werden soll, unbedingt der 
N.S.D.A.P. beitreten muss. [...] Dass das keinen Gesinnungswandel bedeutet, wissen Sie. Wer 
in mir einen Konjunkturjäger sehen sollte, dem schlage ich [...] in die Fresse. [...] und hoffe, 
dass wir jetzt noch besser als früher Schulter an Schulter für unsere deutsche Sache arbeiten 
können."  
"Das neue Reich brachte meiner Forderung die Erfüllung." 
Zitat aus einem von Karl Wagenfeld v erfassten Lebenslauf: "Der deutsche Mensch als Träger 
deutschen Wesens muss Mittel und Endpunkt deutschen Heimatschutzes, deutscher Heima t-
schutz muss Volkssache werden. Das neue Reich brachte meiner Forderung die Erfüllung."  (Karl 
Wagenfeld, Bundesarchiv, Akte Reichsschriftumskammer, vermutlich 1938) 
"Wir brauchen uns nicht umzuschalten" 
Dies bescheinigte Karl Wagenfeld dem Westfälischen Heimatbund am 22. April 1933. Nur einige 
Tage später erklärte er erneut: "Der Westfälische Heimatbund hat es nicht nötig 'umzuschalten', 
weil seine Arbeit stets im Sinne des neuen Reiches gewesen ist."  Diese offensive Erklärung für 
den Nationalsozialismus war Ausdruck seines Selbstbewusstseins. Er erschien ihm als idealer 
Bündnispartner und Vollstrecker des eigenen Programms . Das war nicht falsch. Wagenfelds A n-
schauungen zeigten schon vor 1933 große Gemeinsamkeiten mit der Ideologie des Nationalsozi a-
lismus. 
Diese Nähe lässt sich vor dem Hintergrund der um 1900 entstandenen Heimatbewegung verst e-
hen. Wagenfeld war einer ihrer f ührenden geistigen Köpfe. Die Bewegung strebte eine geistig -
kulturelle Erneuerung an und machte sich den Schutz der Heimat und des " westfälischen Volks-
tums" vor Modernismus, Industrialisierung und Verstädterung zur Aufgabe. Wagenfeld formulierte 
in seinen Schriften sein Bekenntnis " zum deutschen Wesen" , zum Provinziellen und zu dörflich -
bäuerlichen Lebensformen. Sein gesellschaftspolitisches Ideal umfassten Begriffe wie Familie, 
Stamm, Schollenverbundenheit, Besiedlung des Ostens. Nach 1933 griff er den NS -Jargon auf 
und sprach etwa von "Blut und Boden". Gemeinsam strebten Wagenfeld und die Nationalsoziali s-
ten die Schaffung einer gleichförmigen " Volksgemeinschaft" an. Seine katholisch geprägte, vö l-
kisch-konservative Weltanschauung wies ein hohes Anknüpfungspotential an die NS-Ideologie auf. 
Rasseideologie 
In Wagenfelds Denken und Schreiben fanden sich zeitgemäß schon vor 1933 Forderungen nach 
"Rassereinheit". Dafür plädierte er 1926/27 im Coesfelder Kreisheimatkalender. Er stellte dem 
"Rassengemisch der Großstadt" den "blonden Niederdeutschen" entgegen. Schon früh trat er ein 
für die Einhaltung eugenischer Regeln zum Schutz des "Stammes- und Blutserbes der Väter"  ge-
genüber "Fremdrassigen". Die Gegner der Heimatbewegung und ihrer Ziele sah er teils in Angehö-

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rigen fremder Völker außerhalb der deutschen Grenzen, teils in " Fremdrassigen" innerhalb der 
deutschen Grenzen, die "das deutsche Gastrecht mißbrauchen". Mit letzteren gebe es "nur Kampf, 
Kampf bis zum sieghaften Ende". 
Es gab aber auch gewisse Unterschiede beim Rassebegriff. Während der Nationalsozialismus aus 
vermeintlicher biologischer Minderwertigkeit die Vernichtung folgerte, sah Wagenfeld noch ein 
Veränderungspotential des "Minderwertigen" durch Erziehung. Die größte Differenz zwischen W a-
genfeld und dem Nationalsozialismus bestand wohl darin, dass Wagenfelds Anschauungen u r-
sprünglich christlich geprägt waren, während die Nationalsozialisten eher areligiös waren. Die 
Weltanschauung Karl Wagenfelds weist insgesamt jedoch mehr Anknüpfungspunkte als Unte r-
schiede zur NS-Ideologie auf. 
Beteiligung an nationalsozialistischer Propaganda 
Wagenfeld beteiligte sich an dem von ihm begrüßten Bündnis zwischen Heimatbewegung und 
Nationalsozialismus. Die propagandistische Ausrichtung des ersten Westfalentags nach der 
Machtübernahme 1933 lag ganz auf der Linie der Nationalsozialisten. Er stand unter dem Motto 
"Heimat und Reich". Bei zahlreichen Veranstaltungen wurde die gemeinsame Zielrichtung betont. 
Ohne die Beteiligung der NSDAP und des Provinzialverbandes wäre die gepla nte Massenveran-
staltung nicht möglich gewesen. Deshalb forderte der Westfälische Heimatbund die Partei zur Mi t-
organisation auf. Die Veranstaltung bot das Forum zu einer Selbstinszenierung beider Organisat i-
onen. Seine Ansprache bei einer Massenkundgebung auf dem Hindenburgplatz beendete Wagen-
feld mit den Worten: 
"Herzlicher Dank unserem Führer, unserem Reichskanzler Adolf Hitler! Ihm, dem Volkskanzler, 
das Gelöbnis westfälischer Treue, ihm und seinem großen Werke ein frommes 'Guod help!' ein 
hoffnungsreiches 'Glückauf', ein mannhaftes 'Sieg Heil!'" (Münsterischer Anzeiger vom 
18.09.1933) 
Auftrag der SA der NSDAP Gruppe Westfalen zur Formulierung eines Spruches für die SA-
Dolchklinge 
Im Nachlass von Karl Wagenfeld findet sich ein Schriftwechsel von drei Briefe n aus dem Jahr 
1934. An Wagenfeld wird die Bitte herangetragen, einen Spruch für die SA -Dolchklinge zu entwer-
fen. Wagenfeld drückt in seinem Antwortschreiben "eine grosse Freude"  aus, "wenn es ihm ve r-
gönnt sein sollte, einen guten Spruch zu schaffen, der a ls Widmung bei der Verleihung der S.S. -
Dolche zu verwenden wäre" . Daraufhin dankt ihm der SA -Sturmbannführer dafür, dass er seine 
"bewährte Kraft der SA zur Verfügung stellen" wolle. 
Wagenfeld-Ehrung  
Der Westfalentag 1933 wurde mit einer Karl -Wagenfeld-Ehrung im Friedenssaal eingeleitet. Damit 
stattete die nationalsozialistische Führung der Provinz Westfalen und der Stadt Münster Karl W a-
genfeld ihren Dank ab. Die großzügige Ehrengabe sollte Wagenfeld in den Genuss eines eigenen 
Hauses (Görresstraße 1) bringen. 
"Als Zeichen dieses Dankes hat der Provinzialausschuss dann Herrn Dr. Wagenfeld anschlie-
ßend die Verleihung einer Ehrengabe an den Dichter beschlossen, die ihn zum Besitz eines ei-
genen Heimes auf eigener Scholle instand setzen soll."

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Weitere Unterstützung für die Nationalsozialisten 
Noch nach seinem offiziellen Ausscheiden als Vorsitzender des Heimatbundes äußerte sich der 
von den Nationalsozialisten mehrfach ausgezeichnete und finanziell geförderte Wagenfeld in ö f-
fentlichen Erklärungen positiv und unt erstützend zum nationalsozialistischen Regime. Mindestens 
bis 1936 sind Loyalitäts- und Unterstützungserklärungen für Hitler und das NS -Regime überliefert, 
die wohl auf Veranlassung regionaler NSDAP-Stellen erfolgten. 
Zur Person Karl Wagenfeld 
Lebenslauf 
 
1886–1889: Lehrerseminar Warendorf 
1889–1899: Volksschullehrer in Göttingen/Westf., Bockholt und Recklinghausen  
Ab 1899: Lehrer an der Martinischule in Münster 
Um 1900: Verfassung erster literarischer Werke in westfälischer Mundart und im 
Geist der Heimatbewegung. Bis ca. 1934 produziert er ein umfangreiches literarisches 
Werk.  
1913: Anregung Wagenfelds zur Gründung des Westfälischen Heimatbundes 
(WHB) 
1919-1925: Freistellung vom Schuldienst für sein Engagement im WHB 
1925: einstweiliger und 1932 endgültiger Ruhestand 
1926: 2. Vorsitzender des WHB  
1933: 1. Vorsitzender des WHB 
 Begründer und Redakteur der Schrift "Heimatblätter der Roten Erde"  
April 1934:  Ablösung als Vorsitzender des Westfälischen Heimatbundes  
1934: Krankheitsbedingter Rückzug aus der Arbeit des Westfälischen Heimat-
bundes 
Ehrungen 
 
1929: Ehrendoktorwürde der Universität Münster 
1933: Ehrengabe der Provinz Westfalen: Wohnhaus in der Görresstraße  
1939: 3. Westfälischer Literaturpreis zum 70. Geburtstag. Nationalsozialisten ehr-
ten ihn damit als Geistesverwandten und Vorkämpfer. 
1939: Ehrengabe Adolf Hitlers in Höhe von 1.000 Reichsmark  
Nach 1945: Ehrung und Würdigung Wagenfelds vor allem als einer der größten nie-
derdeutschen Heimatdichter in Westfalen 
1949: Karl Wagenfelds-Gedächtnisfeier zum 80. Geburtstag

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26.02.1951: Straßenbenennung 
1954-1956: Herausgabe seiner zweibändigen „Gesammelten Werke“ durch Friedrich 
Castelle 
1967: Benennung einer Realschule nach Karl Wagenfeld 
Weitergehende Informationen 
Weitere Dokumente, Quellen- und Publikationsangaben finden sich auf der Internetseite  
www.muenster.de/stadt/strassennamen/ 
Fazit 
Aufgrund der einstimmigen Empfehlung (bei 1 Enthaltung) der Kommission Straßennamen schlägt 
die Verwaltung die Umbenennung der Wagenfeldstraße vor. Von der Umbenenn ung sind 161 g e-
meldete Einwohner und Einwohnerinnen unter 39 Hausnummern betroffen. 
Anträge oder Anregungen nach § 24 Gemeindeordnung zum Straßennamen Wagenfeldstraße 
liegen nicht vor.  
Neuer Straßenname Robert-Blum-Straße 
Entsprechend einem Vorschlag aus der Bezirksvertretung Mitte schlägt die Verwaltung vor, die 
bisherige Wagenfeldstraße in Robert-Blum-Straße umzubenennen. 
 
Robert Blum, *1807 in Köln †1848, deutscher Politiker, Publizist, Verleger und Dichter in den 
Jahren vor und während der Märzrevolution von 1848. Blum stammte aus sozial unterprivile-
gierten Verhältnissen und hatte sich zum teil autodidaktisch weitergebildet. Er war eine führen-
de Persönlichkeit der liberalen und nationalkirchlichen Bewegung des Deutschkatholizismus. 
Er war Abgeordneter in dem als Folge der Revolution entstandenen ersten demokratisch ge-
wählten gesamtdeutschen Parlament, der Frankfurter Nationalversammlung. Dort setzte er sich 
für eine republikanische Verfassung des geplanten deutschen Nationalstaates ein. Er war auf 
Kompromisse mit dem linken Flügel der Liberalen ebenso bedacht wie auf einen strikt demokra-
tischen Kurs. […] Während der zweiten Revolutionsphase nahm Blum beim Oktoberaufstand 
1848 auf der Seite der Revolutionäre an der Verteidigung Wiens gegen die kaiserlich-
königlichen Truppen teil und wurde nach der Niederschlagung des Aufstands nach einem 
Standgerichtsurteil hingerichtet.  
 
 
 
 
In Vertretung 
 
 
Schultheiß 
Stadtdirektor

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Anlagen: 
1   Ergebnis der Bürgerumfrage 
2   Übersichtsplan

Anlage-2-Übersichtsplan

49 Zeichen

C erus erring
h
k
Anlage 2
V/0369/2012V/0369/2012

Anlage-1-Bürgerumfrage-Ergebnisse

4166 Zeichen

Anlage 1    
Anlage 1, Seite 1 
 
Bürgerumfrage 2012 „Ehrung von Personen durch 
Straßenbenennungen“ - Zusammenfassung der Ergebnisse  
 
 
1. Auftragslage und Zielstellung 
- Beschluss des erweiterten Ältestenrates der Stadt  Münster vom 07.07.2011 
- Grundlage: Ergebnisse der Kommission „Straßenname n“ 
- Gewinnung zusätzlicher Informationen mittels eine r repräsentativen Bürgerumfrage 
parallel zur Informations- und Kommunikationsphase (v. a. Ausstellung „Ehre, wem 
Ehre gebührt?!“ vom 26.01. – 16.03.2012) 
- Leitfrage: „Wie soll sich Münster zu Persönlichke iten stellen, die sie durch 
Straßennamen für ihr Lebenswerk in besonderer Weise geehrt hat, wenn sich diese 
Ehrung aufgrund neuer Forschungsergebnisse als fragwürdig erweist?“ 
 
 
2. Methodik 
- Befragungszeitraum: 25.01. – 15.02.2012 
- Zufallsstichprobe: 5.126 Bürgerinnen und Bürger ( über 18 Jahre, Hauptwohnsitz) 
- Rücklauf: 1.937 Fragebögen (37,8 % Rücklaufquote)  
- Ergebnisse lassen sich grundsätzlich auf Münstera ner Bevölkerung übertragen 
 
 
3. „Sind Sie generell dafür, Personen mit besonderer zeitgeschichtlicher 
Bedeutung durch Benennung von Straßen, Wegen und Plätzen in Münster zu 
ehren?“ (Frage 1) 
- Ja, auf jeden Fall: 69,7 % 
- Ja, aber nur für Personen mit Bezug zu Münster: 1 7,5 % 
- Nein: 6,5 % 
- Ist mir egal: 4,4 % 
- Weiß nicht/kann ich nicht beurteilen: 0,8 % 
- Ohne Angabe: 1,1 % 
 
 
4. „Nach neueren quellengestützten Forschungsergebnissen ist der damalige 
Reichspräsident Paul von Hindenburg als Stütze des NS-Regimes anzusehen. 
Besteht heute noch ein Anlass, Hindenburg durch die Namensgebung für den 
größten Platz Münsters zu ehren?“ (Frage 2) 
- Ja: 35,0 % 
- Nein: 48,3 % 
- Ist mir egal: 7,3 % 
- Weiß nicht/kann ich nicht beurteilen: 6,6 % 
- Ohne Angabe: 2,8 %

Anlage 1, Seite  2 
2 
5. „Es gibt - neben dem Hindenburgplatz - noch weitere Anträge aus Bürgerschaft 
und Politik zur Umbenennung von Straßen und Wegen: Was würden Sie 
vorschlagen, wenn sich deren Namensgeber/innen nach neueren 
quellengestützten Forschungsergebnissen als Stützen des NS-Regimes erwiesen 
haben?“ (Frage 3) 
- Die Namen der Straßen/Wege sollen so bleiben wie sie sind: 27,6 % 
- Die Namen der Straßen/Wege sollen so bleiben wie sie sind; es soll aber jeweils ein 
Zusatzschild mit Erläuterungen zu den Namensgebern angebracht werden: 30,2 % 
- Die Namen der Straßen/Wege sollen geändert werden ; auf den künftigen 
Straßenschildern soll aber auf die ehemaligen Namen hingewiesen werden: 16,2 % 
- Die Namen der Straßen/Wege sollen geändert werden : 22,6 % 
- Ist mir egal: 0,6 % 
- Weiß nicht/kann ich nicht beurteilen: 1,3 % 
- Ohne Angabe: 1,5 % 
 
 
6. „Fühlen Sie sich zum Thema 'Ehrung von Personen durch 
Straßenbenennungen' ausreichend informiert?“ (Frage 4) 
- Ja: 56,4 % 
- Ja, zum Teil: 30,3 % 
- Nein: 11,4 % 
- Ohne Angabe: 1,9 % 
 
 
7. Fehlt Ihnen etwas an Informationen zu diesem Thema? (Frage 5) 
- Offene Frage: 512 Nennungen von 422 Befragten, d.  h. 21,8 % der 
Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer haben sich mittels Freitext geäußert 
- Nur ein geringer Teil der Nennungen bezieht sich auf „weitergehenden 
Informationen“: 4,3 % „weitere Informationen fehlen“; 3,1 % „mehr Informationen in 
Medien“ 
- Häufiger wird die Frage der „Kosten“ kritisch angesprochen: 7,6 % „Kosten 
insgesamt“, 7,0 % „Kosten der Umbenennung“  
- Auch machen die Anmerkungen deutlich, dass nicht alle Befragten die neueren 
Forschungen teilen, dass Hindenburg und weitere Namensgeberinnen/-geber als 
Stützen des NS-Regimes anzusehen sind: 8,2 % „Suggestive Fragestellung“,  
5,5 % „Begründung zweifelhaft“ (Hindenburg) bzw. 5,1 % (weitere Namensgeber) 
- Bezogen auf alle Umfrageteilnehmer/innen liegen d iese Antwortanteile bei 2,2 % 
(„Suggestive Fragestellung“), 1,4 % („Begründung Hindenburg zweifelhaft“) und 1,3 
% („Begründung weitere Namensgeber zweifelhaft“) 
- Ebenso werden auch „neue Namensvorschläge“ für de n Hindenburgplatz genannt 
(5,5 % aller Nennungen bzw. 1,4 % bezogen auf alle Umfrageteilnehmerinnen und -
teilnehmer), wobei hier der „Schlossplatz“ (3,7 %) überwiegt; vereinzelt werden 
weitere Namen genannt (z. B. Neuplatz, Friedensplatz)

Beratungsverlauf (1)

22.05.2012 Bezirksvertretung Münster-Mitte
TOP 4.4.6 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Zur Sitzung

Orte (4)

  • Robert-Blum-Straße
  • Görresstraße 1
  • Schlossplatz
  • Agnes-Miegel-Straße

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Details

Vorlagen-Nr.
V/0369/2012
Typ
Vorlagen
Datum
08.05.2012
Erstellt
06.10.2020 14:37