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2600/2017

Darstellung der Sparten im Kulturausschuss

Mitteilung Ausschuss 23.08.2017

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2600-2017 Anlage zur Darstellung der Sparte Musik

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2600-2017 Anlage zur Darstellung der Sparte Musik

11919 Zeichen

Zur Lage der freien Musik in Köln im Jahr 2017 
Die musikalische Gegenwart Kölns wird mitbestimmt von Klanglandschaften der Zugereisten, 
Migranten und Flüchtlinge, die 2017 fast 40 Prozent der Stadtbevölkerung ausmachen. Sie alle 
bringen eine Vielfalt musikalischer Stile, Instrumente und Künstlerpersönlichkeiten mit. Es ist 
überfällig, dass auch diese Akteure eine Anerkennung, Stimme und Plattform erhalten. Deshalb 
haben sich 2017 25 Aktive als „AG Globale Musik im ifm“ konstituiert, um sich gemeinsam für 
die Globale Musik und ihre Repräsentanz in Köln einzusetzen. Einig war man sich darüber, 
dass der verbindende Aspekt dieser „Sparte“ ausdrücklich kein musikalisch-stilistisches Genre 
ist, sondern die Pluralität, zu der alle Spielarten der Subgenres World Music/ Weltmusik, Folk, 
außereuropäische Klassik, traditionelle Musik, sowie regional basierte Musikkulturen und Fusi-
onen verschiedener Musikstile gehören. 
Wünschenswert wäre es, Spielräume und Organisationsstrukturen zu schaffen, wie sie schon 
für andere Genres existieren, wie Jazz-Zentrum, ZAMUS etc. Köln als Weltmusik-Zentrum wird 
bis heute im Wesentlichen von privaten, ehrenamtlichen und gemeinnützigen Initiativen getra-
gen. Wenn überhaupt, können sie nur auf Projektförderung und punktuelle Unterstützung zäh-
len. Leider gibt es bisher keine öffentlich geförderte Anlaufstelle, die vernetzt, wirbt, dokumen-
tiert und archiviert, bei spezifischen Fragen von Künstlermobilität, der Erarbeitung von Konzep-
ten, Förderanträgen und vielem mehr assistiert. Deshalb wird sich die „AG Globale Musik im 
ifm“ dafür einsetzen, dass diese Situation in Köln nachhaltig geändert und die prekäre Lage der 
Szene verbessert wird. Im Zuge der aktuell diskutierten nachhaltigen Gestaltung Kulturland-
schaft (KEP) muss die adäquate Förderung und Unterstützung aller musikalischer Ausdrucks-
formen inklusive der Globalen Musik als Verpflichtung angenommen werden (2007 – UNESCO 
Konvention zur kulturellen Vielfalt). 
Die bisher schon vielseitige und lebendige, in 2016 aber noch kaum selbstorganisierte Szene 
der Elektronischen Musik in Köln wie auch die transdisziplinäre arbeitende Szene der Klang-
kunst haben sich neu formiert. Seit Mai 2017 umfasst das Netzwerk der neu gegründeten Inte-
ressenvertretung Elektronik und Klangkunst ca. 130 professionelle AkteurInnen in Köln. Als Zu-
sammenschluss eines großen heterogenen Spektrums wie auch im Austausch mit den Hoch-
schulen, visuellen Künsten, Natur- und Geisteswissenschaften ist die Interessenvertretung 
Elektronik und Klangkunst in Köln keine Randexistenz. Vielmehr ist sie direkter Spiegel einer 
komplex gewordenen Gesellschaft im global vernetzten Zeitalter. 
Gemeinsam wurde eine Geschäftsordnung aufgesetzt und beschlossen, vier neu gewählte 
Sprecher*Innen – Anke Eckardt, Felix Knoblauch, Joker Nies und Georg Dietzler – vertreten die 
Interessenvertretung Elektronik und Klangkunst für die kommenden zwei Jahre. Aktuell wird 
eine Bedarfsermittlung unter allen AkteurInnen durchgeführt. Bisherige Antworten zeigen, dass 
Grundlegendes fehlt, wie ein größerer betreuter Ton- und Videotechnikpool zur kostenlosen 
Ausleihe. Möchte Köln darüber hinaus zeitgemäß im internationalen Vergleich agieren, fehlt seit 
langem ein fester, zentral gelegener Veranstaltungsort für Elektronische Musik und Klangkunst, 
so wie es z.B. in London das Cafe Oto oder in Brüssel das Q-O2 ist bzw. in den 2000er Jahren 
die Galerie Rachel Haferkamp in Köln einmal war. Für internationale Vernetzungen ist solch ein 
Szene-Treffpunkt, eine Ideenschmiede, ein Ort für neue Kooperationen essentiell. Eine ge-
wünschte Verwurzelung wie auch Brückenschläge und Vernetzungen dieses Ortes innerhalb 
Kölns ergäben sich allein schon durch das Spektrum der AkteurInnen der Interessenvertretung 
Elektronik und Klangkunst, das junge Professionelle wie auch Mid-Career-Artists und Pioniere 
diverser Szenen umfasst. 
Die Initiative Klassik Köln betont folgende Themenfelder für eine zielgerichtete Förderung der 
ernsten Klassischen Musik: 
Die Errichtung eines Kammermusiksaals als „Langziel“ sollte nicht aus den Augen verloren 
werden. Verbunden mit der städtebaulichen Erschließung des Deutzer oder Mühlheimer Hafens 
1

könnte sich ein Meilenstein im Musikleben der Stadt Köln entwickeln. Mit einem Musikpro-
gramm, das ausschließlich von der freien Szene gestaltet wird, und sich gerade nicht am übli-
chen „Klassik-Mainstream“ orientiert. 
Zentrale, für Konzerte relativ gut geeignete Säle wie im Gürzenich oder der Flora sollten sich 
wieder mehr der Öffentlichkeit mit Konzerten präsentieren können. Die einzigen zwei akustisch 
für Kammermusik überzeugenden Säle in Köln gehören zudem WDR und DLF. Die freie Szene 
kann sich hier aber nicht präsentieren, da das Programm ausschließlich von den Radio-
Redaktionen gestaltet wird. Ein gemeinsamer Vorstoß vom ifm und der Stadt Köln könnte die 
Sender überzeugen, Köln-spezifische Reihen ins Programm aufzunehmen. 
Wenn im Sommer die Orchester Saisonpause haben, dann ist in Sachen klassischer Musik in 
Köln jedes Jahr „tote Hose“. Und das, obwohl so viele Touristen die schönen Orte der Stadt mit 
stimmungsvollen Konzerten erleben möchten. Hier sollte sich die freie Szene mit einem Festival 
aller Sparten der ernsten Musik präsentieren und zeigen, wie großartig die Musikszene in Köln 
aufgestellt ist. 
In den vergangenen Jahren haben sich die Möglichkeiten zur Kultur-Werbung im öffentlichen 
Raum der Stadt Köln stetig verschlechtert. Immer mehr Plakatwände und Litfaßsäulen zum Be-
kleben wurden durch moderne, elektrisch betriebene Anlagen ersetzt. Kleine Werbeunterneh-
men haben fast keine Flächen mehr, um zu geringen Preisen Plakate aufzuhängen. Hier sollte 
die Stadt Köln dringend mit allen Vertretern der Kulturszenen ein Konzept erarbeiten wie Kul-
turwerbung im öffentlichen Raum wieder mehr möglich wird.  
Mit der traditionsreichen Kölner Gesellschaft für Neue Musik e.V. (KGNM) und dem aus einer 
Initiative der Kulturstiftung des Bundes hervorgegangenen Netzwerk ON – Neue Musik Köln 
verfügt die freie Kölner Szene der Neuen Musik über zwei Institutionen zur Bündelung der 
künstlerischen Bewegungen, die sich in ihren Aufgaben ergänzen und zusammenarbeiten. 
Köln verfügt über eine äußerst lebhafte Ensembleszene, die seit vielen Jahren ein fester Be-
standteil des nationalen und internationalen Konzert- und Festivalbetriebs ist. Um allerdings 
außerhalb Kölns sichtbar werden zu können, braucht es Möglichkeiten, Repertoire zu bilden. 
Hier wird aus den Erfahrungsberichten der Interpreten deutlich, dass eine reine Projektförde-
rung keine Chancen für Strukturaufbau lässt. Werden beispielsweise im Bereich Tanz schon 
immer die Begriffe „Produktion“ und „Abspiel“ klar unterschieden und berücksichtigt, wird bei 
Musikern der Aspekt der Produktion (mit Ausnahme von Kompositionsaufträgen) vernachläs-
sigt. Allerdings wäre gerade im Bereich der Neuen Musik, in dem oftmals aufwendige Projekte 
realisiert werden, die mit enormem Proben- und Produktionsaufwand verbunden sind, eine In-
vestition in genau diesen Teil der Ensemblearbeit eine echte Hilfe auch zur Professionalisierung 
solcher Ensembles, die gerade den Schritt vom Studium zu Vollerwerbstätigkeit vollziehen. Da-
zu bräuchte es Räume, Technik sowie technisches Personal. All dies ist keine Frage des Ange-
bots, sondern der finanziellen Mittel. Ideal wäre z.B. eine Anschubförderung, die es jungen 
Künstlern über einen bestimmten Zeitraum ermöglicht, sich eine Existenz aufzubauen.  
Ebenfalls lauter wird der Wunsch nach mehr Pluralismus auf der Festivalebene in der Stadt. 
Wünschenswert wäre eine Entwicklung der Fördervorhaben hin zu einem größtmöglichen Bild 
der Diversität, in der jede Strömung und jede Formation die Chance bekommt sich zu zeigen 
und somit zu festigen.  
Im Jazz und in der improvisierten Musik verfügt Köln (zusammen mit Berlin) über die aktivste 
und dynamischste Szene Deutschlands. Allen voran strahlt der Stadtgarten, seit Anfang 2017 
als Europäisches Zentrum für Jazz und aktuelle Musik ausgebaut und gefördert, von der Initiati-
ve Musik gGmbH als „Spielstätte des Jahres“, sowie im Frühjahr dieses Jahres mit dem Kölner 
Kulturpreis in der Kategorie „Kulturmanager des Jahres“ ausgezeichnet. 
2

Zudem erfährt Jazz aus Köln auch international eine hohe Wertschätzung. Zahlreiche Initiativen 
und Veranstaltungsorte wie das LOFT (laut dem Guardian einer der zehn besten Jazzclubs Eu-
ropas), das Alte Pfandhaus und natürlich der Stadtgarten bilden hierfür das Fundament. Um 
den inzwischen sehr großen Kreis an Musikern und Veranstaltern zusammen zu führen, wurde 
2015 die Kölner Jazzkonferenz (KJK) gegründet. Die KJK vertritt mittlerweile 200 Akteurinnen 
und Akteure der Kölner Jazzszene. 
Trotz dieser grundsätzlich positiven Ausgangsposition in Köln, ist die Situation fast aller 
Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker weiterhin prekär. Wie die Jazzstudie 2016 der „Union Deut-
scher Jazzmusiker“ belegt, leben knapp 70% aller Jazzmusiker am Rand des Existenzmini-
mums. Konzerte können kaum angemessen entlohnt werden, fast ausnahmslos ist die Min-
destgage von 250,-- € pro Person bei weitem nicht zahlbar. 
Wünschenswert ist deshalb neben einer verstärkten Bewerbung der qualitativ hochwertigen 
Jazzszene in Köln selber, das finanzielle Engagement für diese Musiksparte, wie für alle ande-
ren Musiksparten auch, sukzessiv zu erhöhen. Dies betrifft sowohl die finanzielle Ausstattung 
der Spielstätten als auch der Projektförderung, hier besonders mit der Möglichkeit auch über 
längere Zeiträume verbindliche Planungen eingehen zu können. Ebenfalls ganz oben auf der 
Wunschliste steht die Finanzierung eines hochkarätigen Jazzfestivals. 
Die Arbeit im Kölner Zentrum für Alte Musik (ZAMUS) hat sich konsolidiert. Die Erhöhung des 
Betriebskostenzuschusses der Stadt Köln für die Kölner Gesellschaft für Alte Musik e.V. zur 
Durchführung des Kölner Festes für Alte Musik um jährlich 50.000 Euro hat das Festival deut-
lich stabilisiert. Das Festival 2017 hat seinen Weg der interaktiven, spartenübergreifenden For-
mate sehr erfolgreich fortgesetzt. Schwerpunkte waren dabei zum einen die Interkultur: das 
Flüchtlingsprojekt „Musica Fugit“ mit Migranten setzte dabei auch künstlerische Maßstäbe und 
wurde als Gastspiel für vier Aufführungen ins Festival Oude Muziek Utrecht, dem renommiertes-
ten Festival Alter Musik der Welt, eingeladen; und das Beteiligungsprojekt „Vier Jahreszeiten“ 
mit Schülerinnen und Schülern aus Kölner Schulen, die Flüchtlingskinder unterrichten, fand als 
Eröffnungsprogramm an prominenter Stelle des Festivals statt. Zweiter Schwerpunkt war der 
Anspruch, das Publikum der Alten Musik zu erweitern, was mit Auftritten des Sängers Guildo 
Horn und des Fetish-Baroque-Ensembles nicht nur zu einer bundesweiten Medienpräsenz, 
sondern auch zu künstlerisch hochinteressanten Ergebnissen führte. 
Die Musikerinnen und Musiker der Kölner Alte-Musik-Szene berührt in ihrer jährlichen Arbeit 
etwas anderes: zum einen haben sich die an den Diskussionen Beteiligten ein Präsentations-
format gewünscht, in dem ungewöhnliche Konzertformen und/oder Projekte in einem experi-
mentellen Rahmen erprobt werden können. Dafür wurde das Format ZAMUS unlimited geschaf-
fen, ein von Musikerinnen und Musikern selbst kuratiertes Labor. Keine einheitliche Haltung 
dagegen und hohen Diskussions- und Arbeitsbedarf sehen die Ausführenden in der Frage der 
Existenzsicherung von Freien Musikerinnen und Musikern. Die Frage nach Mindesthonorierung 
und anderen Standards ist eine, die ganz dringend auf die Agenda aller Beteiligten gehört. 
 
Birgit Ellinghaus und Jan Krauthäuser (Globale Musik) Anke Eckardt (Elektronik und Klang-
kunst) Tobias Kassung (Sprecher der Initiative Klassik Köln) Sarah Heemann und Daniel Men-
nicken (Neue Musik) Janning Trumann (Jazzkonferenz) Thomas Höft (Alte Musik)
 
3

Mitteilung Ausschuss

1443 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
VII/41/22 
 
Vorlagen-Nummer  23.08.2017 
 2600/2017 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Kunst und Kultur 12.09.2017 
Integrationsrat 05.10.2017 
 
Darstellung der Sparten 
hier: Szenebericht Musik 
In seiner Sitzung am 07.09.2010 hat der Kulturausschuss die Verwaltung beauftragt, „den Sparten 
Musik, Darstellende Kunst (mit Theater und Tanz), Bildende Kunst (Fotografie) und Medien (Film, 
Literatur) die Möglichkeit zu geben, dem Ausschuss Kunst und Kultur regelmäßig über das Gesche-
hen, die aktuelle Situation und die Perspektiven ihrer Arbeit schriftlich zu berichten.“ Dabei sollen die 
Spartenvertretungen in ihren jeweiligen Bereichen auch die interkulturellen Aktivitäten und Entwick-
lungen berücksichtigen. Der Bericht soll – wie in der Vergangenheit – drei Seiten nicht überschreiten. 
Außerdem muss erkennbar sein, wer die Unterlage erstellt hat und wer in die Erstellung einbezogen 
worden ist. 
 
In der Anlage findet sich der von Vertretern der Teilsparten Globale Musik, Elektronik und Klangkunst, 
Klassische Musik, Neuen Musik, Jazz und improvisierte Musik sowie Alte Musik erstellte Bericht. In 
der Sitzung stehen mit Thomas Höft, Geschäftsführer des Kölner Gesellschaft für Alte Musik e.V., und 
Frank Dommert, Mitglied des Musikbeirats, zwei Vertreter der freien Musikszene dem Ausschuss für 
Rückfragen zur Verfügung. 
 
 
 
gez. Laugwitz-Aulbach

Beratungsverlauf (2)

12.09.2017 Ausschuss Kunst und Kultur
TOP 2.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
05.10.2017 Integrationsrat
TOP 5.2 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Haferkamp

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Details

Aktenzeichen
2600/2017
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
23.08.2017
Erstellt
21.08.2017 15:17