0300/2026
Vergabe zur Restaurierung und fotografischen Dokumentation von Urkunden
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Beschlussvorlage Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle VII/44 44/6 Vorlagen-Nummer 0300/2026 Freigabedatum 03.03.2026 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Vergabe zur Restaurierung und fotografischen Dokumentation von Urkunden Beschlussorgan Ausschuss Kunst und Kultur Gremium Datum Beschluss: Der Ausschuss Kunst und Kultur erkennt den Bedarf des Historischen Archivs mit Rheini- schem Bildarchiv zum Abschluss einer Vergabe zur Restaurierung und fotografischen Doku- mentation von hauptsächlich aus den Beständen 1 (Haupturkundenarchiv) und 210 (Domstift) stammenden Urkunden durch externe Restaurator*innen zur Wiedernutzbarmachung der durch den Einsturz geschädigten Archivalien an. Der Ausschuss beauftragt die Verwaltung, das vorgeschriebene Vergabeverfahren einzuleiten. Auftragsbeginn ist frühestens der 01.09.2026, der Auftrag soll über maximal zwei Jahre abge- schlossen werden. Die voraussichtlichen Kosten über die Gesamtlaufzeit von maximal zwei Jahren betragen ge- rundet ca. 225.058 € netto bzw. 267.819 € brutto. Hiervon werden 220.134,53 € durch die In- anspruchnahme der Rückstellung „Wiedernutzbarmachung“ finanziert. Somit sind 47.684,49 € ergebniswirksam. Dieser Aufwand wird voraussichtlich in den Jahren 2027 bzw. 2028 anfal- len. Das Dezernat Kunst und Kultur wird im Rahmen des Haushaltsplanaufstellungsprozesses 2027 ff. innerhalb des dann zugewiesenen Budgets die erforderlichen Mittel, ggf. durch Um- schichtungen, vorsehen. Ausschuss Kunst und Kultur 12.03.2026 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme s. Begrün- dung € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Vom Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln am 03.03.2009 ist nahezu der kom- plette Bestand an Archivalien betroffen. Darunter auch 246 teils großformatige Urkunden, die im Zuge dieser Vergabe bearbeitet werden sollen. Die Urkundenbestände gehören zu den äl- testen und für die Öffentlichkeit interessantesten Beständen des Historischen Archivs mit Rheinischem Bildarchiv. Ihre langfristige Erhaltung und Nutzbarmachung für die Bürger*innen sowie der Schutz vor zukünftiger Schädigung haben daher eine hohe Priorität. Wie alle vom Einsturz betroffenen Archivalien bedürfen diese Urkunden dringend einer Reini- gung und Restaurierung. Zudem sollen sie digital dokumentiert und abschließend montiert und verpackt werden, um ihre Handhabung und Lagerung zu verbessern sowie sie sowohl di- gital als auch im Original nutzbar zu machen. Die Restaurierung insbesondere der stark geschädigten Wachssiegel ist sehr zeitaufwändig, und die Urkunden haben z.T. Sonderformate, die während der Bearbeitung viel Platz belegen. Da die benötigten Platz- und Personalkapazitäten parallel zu den anderen Prozessen inner- halb der Archivabläufe nicht zur Verfügung stehen, soll die Restaurierung und fotografische Dokumentation an externe Restaurierungsbetriebe vergeben werden. 3 4 - Rückstellung und Grundsatz der Wirtschaftlichkeit Die Kosten für die Restaurierung können über die Rückstellung „Wiedernutzbarmachung“ finanziert werden. Innerhalb dieser Rückstellung „Wiedernutzbarmachung“ sind insgesamt 1.059.607,15 € zur Restaurierung von Einsturzschäden an allen Urkunden des Archivs vorgesehen. Montierung und Verpackung der Urkunden sowie die Digitalisierung der Siegel werden nicht über die Rückstellung „Wiedernutzbarmachung“ abgerechnet (s. Kalkulation). Diese Maßnahmen trotz angespannter Haushaltslage im Kontext der Vergabe durchführen zu lassen, ist unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten angezeigt. Einerseits würde ein wesent- lich höherer personeller Aufwand bei einer nachträglichen Bearbeitung durch die Mitarbei- tenden des Historischen Archivs entstehen, andererseits wird es zu erneuten Schäden an den Urkunden kommen, wenn diese nicht montiert werden, was eine erneute Restaurie- rung notwendig machen würde. - Vorarbeiten wurden bereits geleistet Die Nutzbarmachung des Archivgutes stellt eine Kernaufgabe des Wiederaufbaus dar. In die Vorbereitung dieser Vergabe wurden seit einem Jahr personelle Kapazitäten investiert, die bei Ablehnung verpuffen würden. - Negative Effekte, wenn Aufwand nicht getätigt wird Ohne die Vergabe können diese Urkunden von großem öffentlichem Interesse nicht wie- der zur Nutzung bereitgestellt werden. Dies widerspräche der rechtlichen Verpflichtung des Historischen Archivs mit Rheinischem Bildarchiv nach § 2 Abs. 7 des Gesetzes über die Sicherung und Nutzung öffentlichen Archivguts im Lande Nordrhein-Westfalen (Ar- chivG NRW), das archivierte (und eingestürzte) Archivgut „[…] zu erhalten, instand zu set- zen [und] für die Nutzung bereitzustellen […] sowie zu veröffentlichen“. Umfang der Vergabe Hauptsächlich stammen die Urkunden aus dem Haupturkundenarchiv (Best. 1) und dem Dom- stift (Best. 210). Etwa ein Drittel gehört zu über 25 unterschiedlichen Beständen. Die im Zuge der Vergabe zu bearbeitenden 246 Urkunden sollen auf vier Lose aufgeteilt wer- den, die einzeln oder zusammen an Restaurierungsbetriebe vergeben werden können. Nach Ausschreibung der Vergabe und Beendigung des Vergabeverfahrens sollen ein bis vier Res- taurierungsbetriebe frühestens ab dem 01.09.2026 mit der Restaurierung beauftragt werden. Pro Los beträgt der Arbeitsaufwand durchschnittlich 718 Stunden, insgesamt 2.872 Stunden für alle Lose. Alle Urkunden sollen restauriert und fotografisch dokumentiert werden (Gesamtaufnahmen). Darüber hinaus sollen die Restaurierungsbetriebe jede durchgeführte Maßnahme mithilfe der vom Archiv genutzten und bereitgestellten Datenbank, dem sog. Restaurierungsdokumentati- onsmodul (RDM), dokumentieren. Hierzu ist im Voraus eine Schulung der Restaurierungsbe- triebe geplant. Damit die Bürger*innen die Urkunden zukünftig auch digital nutzen können, sollen neben den Gesamtaufnahmen der Urkunden auch Detailaufnahmen der ca. 1.500 Siegel angefertigt wer- den (in den oben genannten Stunden inkludiert). Da die Nutzung der wertvollen restaurierten Urkunden ohne zusätzliche Fixierung aufgrund der fragilen Wachssiegel und der teils großen Formate zukünftig neue Schäden verursachen wird, müssen die Urkunden und Siegel abschließend auf Tableaus montiert werden, um eine sichere Handhabung zu gewährleisten (in den oben genannten Stunden inkludiert). 5 Finanzierung Das von Prof. Dr. Weber nach dem Einsturz des Archivs erstellte Schadensgutachten, wel- ches Grundlage für die Berechnung der Rückstellung „Wiedernutzbarmachung“ war, sieht ins- gesamt für die Restaurierung aller Urkunden 1.059.607,15 € vor. Für die nun geplante Vergabe belaufen sich die Gesamtkosten auf Basis einer qualifizierten Kostenschätzung bei einem angenommenen Stundenlohn von 70 € auf etwa 225.058 € netto bzw. 267.819 € brutto. Die Finanzierung erfolgt zu rund 82 % durch die Inanspruchnahme der Rückstellung. Somit sind 47.684,49 € ergebniswirksam. Diese Summe wird voraussichtlich je- weils zu 50 % in den Jahren 2027 bzw. 2028 ergebniswirksam. Kalkulation Kostenträger P3210000407 0 (Wiedernutzbarmachung Rückstellung) Posten Erläuterung Kosten in € Restaurierungskosten inkl. Dokumentation 2.357 Stunden * 70 €/Stunde 164.990 € Materialkosten Restaurierung 4 % der Restaurierungskosten 6.597 € RDM Schulung Einmalige RDM-Schulung Pro Los nimmt vorauss. durchschnittlich 1 Dienstleister*in + 1 Mitarbeitende*r an der Schulung teil = 2 Personen Stundenlohn: 70 €/Stunde Zeitaufwand Schulung pro DL: 2*2,5 Stunden = 5 Stunden Rechnung: 5 Stunden * 70 €/Stunde = 350 € Für 4 Lose: 4 * 350 € = 1.400 € 1.400 € Transportkosten Pauschale von 1.000 € pro Transport 3 Transporte pro Los bei 4 Losen = 12 Transporte 12.000 € netto 184.987 € Umsatzsteuer 35.147,53 € brutto 220.134,53 € Kostenträger P32100004042 (Restaurierung durch Externe) Posten Erläuterung Kosten in € Montierung und Verpackung 496 Stunden * 70 €/Stunde Notwendig, um zukünftig Schäden an den Urkunden durch Verrutschen innerhalb der Kartons oder Handlings während der Nutzung zu vermeiden 34.720 € Materialkosten Montierung Kosten für 246 Montierungstableaus unterschiedlicher For- mate, Abstandhalter für jedes Montierungstableau, Material zum Fixieren von ca. 1.500 Siegeln und Folienstreifen zum Fi- xieren von 246 Urkunden 4.035 € netto 38.755 € Umsatzsteuer 7.363,45 € brutto 46.118,45 € Kostenträger P32100004060 (Bereitstellung) Posten Erläuterung Kosten in € Digitalisierung Siegel (Detail- aufnahmen) 18,8 Stunden * 70 €/Stunde Notwendig, um digitale Nutzung der Urkunden zu ermöglichen 1.316 € netto 1.316 € Umsatzsteuer 250,04 € brutto 1.566,04 € Gesamtkosten netto 225.058 € Umsatzsteuer 19 % 42.761,02 € Gesamtkosten brutto 267.819,02 € 6
Anlage 2 Stellungnahme RPA zugesetzt 10.03.2026
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Stellungnahme des Rechnungsprüfungsamtes vom 09.03.2026 als Anlage zur Beschlussvorlage 0300/2026 Vergabe zur Restaurierung und fotografischen Dokumentation von Urkunden RPA-Nr.: 141/22/01/26 Auftragsvolumen: 225.058,00 € netto / 267.819,02 € brutto Diese Stellungnahme bezieht sich auf die dem Rechnungsprüfungsamt am 03.03.2026 über Session zugegangene Beschlussvorlage zur Bedarfsfeststellung. Zur Bedarfsbegründung wird auf die Ausführungen der Beschlussvorlage verwiesen. Der beschriebene Bedarf wurde nachvollziehbar dargestellt. Horst Klippel Leitung der Abteilung Verwaltungs- und betriebswirtschaftliche Prüfungen
Anlage 1 Öffentlichkeitsbeteiligung
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Anlage Öffentlichkeitsbeteiligung Die Anlage Öffentlichkeitsbeteiligung ist allen Beschlussvorlagen der Verwaltung beizufügen. Kreuzen Sie bitte eine der folgenden drei Varianten an und machen Sie entsprechende Angaben dazu. Eine freiwillige Öffentlichkeitsbeteiligung wird nicht vorgeschlagen. Warum wird keine Öffentlichkeitsbeteiligung vorgeschlagen? - Der Gestaltungsspielraum ist nicht ausreichend. Bitte begründen Sie Ihre Entscheidung (Begründung zwingend erforderlich): Der Bedarfsfeststellungsbeschluss legt den Grundstein für rein fachliche, bestandserhaltene Maßnahmen zur Wiedernutzbarmachung der beim Archiveinsturz fragmentierten und verunordneten Archivalien. Kontakt OB/1 Büro des Oberbürgermeisters OB/12 Büro für Öffentlichkeitsbeteiligung Brückenstraße 5-11 50667 Köln Telefon: 0221 – 221 31122 E-M ail: oeffentlichkeitsbeteiligung@stadt-koeln.de Intranetauftritt: Systematische Öffentlichkeitsbeteiligung
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: vertagt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0300/2026
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 03.03.2026
- Erstellt
- 29.01.2026 09:13