1250/2017
Anfrage der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Köln und Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen im Rat der Stadt Köln im Betriebsausschuss Bühnen vom 31.01.2017: Weiterentwicklung der Sparte Tanz
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16_17_Pressemappe_Kooperation Ballet of Difference
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RICHARD SIEGAL / BALLETT OF DIFFERENCE UND SCHAUSPIEL KÖLN / TANZ KÖLN Köln, 24. März 2017 Eine Kooperation zwischen Tanz und Schauspiel in mehreren Teilen Das Schauspiel Köln, Tanz Köln und die auf Grundlage der dreijährigen Förderung der Landeshauptstadt München neu gegründeten Tanzkompagnie Richard Siegal / Ballet of Difference des international bekannten Choreografen Richard Siegal planen eine längerfristige Kooperation und künstlerische Partnerschaft. Die Zusammenarbeit ist auf zunächst drei Jahre angelegt und erfolgt in mehreren Schritten. Bereits im Jahr 2017 entsteht die erste Produktion von Richard Siegal / Ballet of Difference als Koproduktion mit Tanz Köln: Die Premiere MY GENERATION wird ermöglicht durch die Förderung der Landeshauptstadt München und durch das Dance Festival, das sein Programm am 11. Mai 2017 in der Muffathalle, der Münchner Residenz von Richard Siegal, damit eröffnet und wird am 14. Juli 2017 im Rahmen der internationalen Tanzgastspiele von Tanz Köln im Depot des Schauspiel Köln zu sehen sein. In der Spielzeit 2017/18 wird die Zusammenarbeit intensiviert: TRIPLE BILL, das neben einer Neukreation des Choreografen Richard Siegal seine ursprünglich für das Bayerische Staatsballett entstandene Choreografie UNITXT und eine der Choreografien aus MY GENERATION in völlig neuem Kontext zu einem dreiteiligen Werk verbindet, wird städte- und länderübergreifend zu gleichen Teilen in München und Köln geprobt. Die Premiere ist für Februar 2018 am Schauspiel Köln geplant. Im Anschluss wir die Produktion in München zu sehen sein. In der Spielzeit 2018/19 werden dann das Schauspiel Köln und Richard Siegal / Ballet of Difference nicht nur räumlich, sondern auch konzeptionell und künstlerisch gemeinsam Neuland betreten. Nach den beiden reinen Tanzproduktionen wird als Kooperation zwischen Richard Siegal / Ballet of Difference und dem Schauspiel Köln ein großes genreübergreifendes Crossover-Projekt entstehen. In diesem Projekt, dessen Premiere für Ende 2018 / Anfang 2019 geplant ist, werden Tänzer der Kompagnie und Schauspieler des Schauspiel Köln gemeinsam auf der Bühne stehen und sich dabei nicht nur formal in unterschiedlichen (künstlerischen) Sprachen begegnen, sondern auch die Unterschiedlichkeit von Kulturen und den Schwierigkeiten ihrer Begegnungen zum inhaltlichen Thema der Produktion machen. Ergänzt wird die künstlerische Arbeit an den Standorten München und Köln durch zahlreiche gemeinsame Workshops, Lectures und zwei Symposien, sowie dem partizipativen Projekt IF / THEN FÜR ALLE, das in den jeweiligen Städten auch zahlreiche Akteure der freien Tanzszene in den Arbeitsprozess mit einbindet. Die Neugründung der Kompagnie Richard Siegal / Ballet of Difference in München, ist durch die Zusammenarbeit mit dem Schauspiel Köln und Tanz Köln von Anfang an auf Expansion angelegt. Über mehrere Jahre wird der Residenzgedanke der Kompagnie systematisch auf zwei Städte ausgeweitet, wodurch der Kompagnie ganz neue künstlerische Möglichkeiten entstehen. Gleichzeitig werden das Schauspiel Köln und Tanz Köln erstmals seit mehreren Jahren ohne eigene Tanzkompagnie in Köln wieder mit einer Kompagnie kooperieren, deren Tänzerinnen, Tänzer und Choreograf nicht nur im Rahmen der renommierten Tanzgastspiele zu Gast sind, sondern über einen längeren Zeitraum selbst in Köln produzieren. Das skizzierte Gesamtprojekt wird in seiner Größe nur durch das Zusammenspiel verschiedener Partner möglich. Eine dreijährige Förderung der Stadt München (2016-2018) ermöglicht es Richard Siegal, seine eigene Kompanie Richard Siegal / Ballet of Difference zu gründen. Weitere Kooperationspartner ermöglichen dieser Projektkompagnie über einen längeren Zeitraum zu arbeiten und zu produzieren. Für den Beginn der Arbeit ist Richard Siegal / Ballet of Difference in München beheimatet, wo auch die erste Premiere herauskommen wird. Im Verlauf der Zusammenarbeit erweitert Richard Siegal / Ballet of Difference seine künstlerischen Aktivitäten im Rahmen der umfassenden Kooperation mit dem Schauspiel Köln, die Zusammenarbeit mit München ist die Grundlage dafür. Von Kölner Seite aus wird die Kooperation zum einen im Rahmen eines Koproduktionsbeitrags durch die Tanzgastspiele an den Bühnen Köln ermöglicht. Zusätzlich werden Mittel aus dem Produktionsetat des Schauspiel Köln für die Zusammenarbeit bereitgestellt. Das Land Nordrhein-Westfalen, das wichtige Impulse für die Zusammenarbeit zwischen Richard Siegal / Ballet of Difference und Schauspiel Köln / Tanz Köln gegeben hat, fördert den Aufbau der Kompagnie und die Kooperation mit dem Schauspiel Köln über das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport (MFKJKS) des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen einer zusätzlichen Landeskulturförderung über mehrere Jahre. Die Förderung erfolgt auf der Basis des neuen Kulturförderplans 2016-2018 im Rahmen des Modellprojekts „Theater Hybrid“ zur mehrjährigen und strukturellen Zusammenarbeit zwischen kommunealen Theatern und freien Ensembles. Weitere Förderer werden in den nächsten Monaten dazukommen. ZEITPLAN Mai 2017 Premiere / Uraufführung von MY GENERATION, der ersten Produktion der neugegründeten Kompagnie Richard Siegal / Ballet of Difference zur Eröffnung des Dance Festival in der Muffathalle in München. Juli 2017 Vorstellungen von MY GENERATION im Rahmen des Programms der Tanzgastspiele an den Bühnen Köln Jan 2018 Beginn der Proben der Tanzproduktion TRIPLE BILL (AT) in München Feb. 2018 Fortsetzung der Proben in den Räumen des Schauspiel Köln. Endproben begleitet von Lectures, Open Rehearsals, Artistic Talk. Premiere / Uraufführung von TRIPLE BILL (AT) am Schauspiel Köln. Anschließend weitere Vorstellungen in Köln und München. Danach internationale Tournee 2017/18 IF / THEN FÜR ALLE – partizipative Workshopreihe nach der von Richard Siegal entwickelten Arbeitsmethode unter Einbeziehung lokaler Akteure und freier Tänzer in München und Köln Herbst 2018 „Dancing in the Dark – Körper und Politik im Europa des 21. Jahrhunderts“ – Think Tank in zwei Teilen, jeweils 2 Tage in München und Köln Herbst 2018 „Performing the Postdigital“ – Symposium mit internationalen Teilnehmern aus Wissenschaft, Kunst und Philosophie, jeweils 2 Tage in München und Köln Spielzeit 2018/19 Proben und Premiere / Uraufführung von CROSSOVER PROJECT (AT) in Köln.Gemeinsames Projekt von Tänzern von Richard Siegal / Ballet of Difference und Schauspielern des Schauspiel Köln im Rahmen des Repertoires des Schauspiel Köln. Intensive Begleitung durch Lectures, Workshops, Gespräche und Open Rehearsals. „Ich freue mich sehr, dass durch die Kooperation von Köln und München ein starkes zeitgenössisches Ensemble an den Start geht. Mit dem renommierten Choreografen Richard Siegal wird an den Bühnen Köln wieder Tanz produziert, der auch international wirken kann.“ Christina Kampmann, Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein- Westfalen „In Gegenwart des klassischen Balletts erfahren wir das Sublime. Wir treten mit der Vergangenheit in Verbindung und erfreuen uns an der Tradition. Und wir sind stolz auf unsere Gesellschaft, die solche großartigen Kunstwerke hervorgebracht hat. Leider geht diese positive Erfahrung einher mit veralteten Ansichten und den Vorurteilen aus der Entstehungszeit dieser Werke. Angesichts der technischen, gesellschaftlichen und philosophischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts ist es vielleicht gerade diese Dissonanz von Damals und Jetzt, die den Weg für eine neue Art von Ballett eröffnet.“ Richard Siegal, The Bakery und ecotopia dance productions „Ich freue mich sehr, dass mit Richard Siegal und seinem Ballet of Difference wieder eine hochkarätige Tanzkompagnie über einen längeren Zeitraum am Schauspiel Köln arbeiten und anwesend sein wird. Mit diesem Company-in-residence-Gedanken probieren wir auch ein Modell aus, dass hoffentlich Impulse für eine auch in Zukunft stärkere Präsenz des Tanzes in Köln geben wird.“ Stefan Bachmann, Intendant des Schauspiel Köln „Richard Siegal arbeit immer sehr intensiv mit seinen Tänzerinnen und Tänzern und motiviert jeden Einzelnen des Ensembles sich auf Neues einzulassen. Das Ergebnis sind Stücke von hoher tänzerischer Intensivität und ästhetischer Qualität. Siegal zeigt sich immer offen für Experimente und spannt dabei oft einen intersiziplinären Bogen aus Tanz, Performance, Musik und medialer Kunst. Ich wünsche Richard Siegal, seinem Ensemble, dem Schauspiel Köln und uns, sowie allen anderen Partner eine inspirierende Zeit der Zusammenarbeit und dem Publikum spannende Aufführungen.“ Dietmar Lupfer, Künstlerischer Leiter und geschäftsführender Gesellschafter, Muffatwerk München „Eine Liaison auf Augenhöhe, das habe ich mir für den Tanz an den Bühnen Köln immer gewünscht. Mit Richard Siegal und seinen großartigen Tänzer*innen haben Stefan Bachmann und das Schauspiel Köln einen künstlerischen Partner gewählt, mit dem gemeinsam neue Wege beschritten und erkundet werden könnten.“ Hanna Koller, Tanz Köln RICHARD SIEGAL Biografie Blitzschnelle Pirouetten, Spitzentechnik vom Feinsten, groovende Gruppen, durch den Raum gleitend oder mit messerscharfer Präzision Richtungen wechselnd – Richard Siegals Choreografien entwickeln von der ersten Sekunde an Sogwirkung. Er bringt Extreme von Licht und Schatten, Geräusch und Stille, bewegte Objekte und Tanz, die das Ballettsystem auf ganz besondere Weise entgrenzen und vorantreiben. Der amerikanische Tänzer und Choreograph Richard Siegal sucht, in Zusammenarbeit mit Künstlern unterschiedlichster Disziplinen, dem zeitgenössischen Tanz ein neues Gesicht zu geben. Richard Siegal stellte seine innovativen Projekte auf Festivals in der ganzen Welt vor und wurde hierfür mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem New York Dance and Performance Bessie Award, dem S.A.C.D. Prize, dem Deutschen Theaterpreis Der Faust und dem Münchner Tanzpreis 2013. Siegal ist ein MacDowell Fellow und Ehrenmitglied des Bolschoi Balletts Benoit de la Danse. Er arbeitete als Choreograph für das Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, das Bennington College (Vermont, USA) und das Baryshnikov Arts Center (New York City, USA). Zwischen 1997 und 2004 tanzte er im Ensemble des Ballett Frankfurt unter der Leitung von William Forsythe. Von 2005 bis April 2015 war Richard Siegal associated artist bei The Forsythe Company. Er ist seit 2010 artist in residence am Muffatwerk München und in der Saison 15/16 auch am Festspielhaus St. Pölten in Österreich. Er kreierte für das Ballett Frankfurt, das Ballet National de Marseille, die Göteborg Danskompani, das Bayerische Staatsballett, das Hessische Staatsballett, für das Cedar Lake Contemporary Ballet, für Bodytraffic in Los Angeles und für die São Paulo Dance Company (Premiere Juni 2016). Seine Choreographien werden getanzt vom Bayerischen Staatsballett II / Junior Company, Ballett Dortmund (Premiere Februar 2017), Ballett des Theater Bielefeld und von Bodytraffic. Richard Siegal / Ballet of Difference 2016 gründet Richard Siegal eine neue Kompanie, die sich als Alternative zum institutionalisierten Ballett der Gegenwart begreift: Richard Siegal / Ballet of Difference. Die Kompanie vereint eine Reihe herausragender Tänzerinnen und Tänzer aus unterschiedlichen Nationen und Kulturen, mit unterschiedlicher Hautfarben und unterschiedlichen sexuellen Präferenzen – Tänzerinnen und Tänzer, die zudem auf völlig unterschiedliche Art und Weise geprägt worden sind, die unterschiedliche Arten von Wissen und unterschiedliche Fähigkeiten erlangt haben. Die Verschiedenheit ist hier Programm: Richard Siegal / Ballet of Difference lotet die Grenzen von dem aus, was in unserer Gesellschaft als normal gilt. Siegal stellt ein Team aus zwölf Tänzern zusammen, die teilweise aus der internationalen freien Szene kommen, teilweise auf eine Vergangenheit bei etablierten Ensembles wie Cedar Lake Contemporary Ballet oder dem Bayerischen Staatsballett zurückblicken. Die Kompanie ist als freie Gruppe organisiert, mit Basis in der Stadt München. ist eine Produktion von Richard Siegal/The Bakery und ecotopia dance productions www.balletofdifference.com www.thebakery.org In Koproduktion mit Tanz Köln, Schauspiel Köln, Dance Festival und dem Muffatwerk München gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen. Richard Siegal ist choreographer in residence am Muffatwerk in München
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/46 Vorlagen-Nummer 25.04.2017 1250/2017 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Betriebsausschuss Bühnen der Stadt Köln 02.05.2017 Anfrage der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Köln und Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen im Rat der Stadt Köln im Betriebsausschuss Bühnen vom 31.01.2017: Weiterentwicklung der Sparte Tanz Weiterentwicklung der Sparte Tanz 1. Welche Möglichkeiten sehen die Bühnen, die Tanzsparte innerhalb der bisherigen finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln? 2. Welche finanziellen und/oder organisatorischen Veränderungen könnten das Tanzangebot in Köln noch weiter verbessern? 3. Welche Ideen oder Konzepte haben die Bühn en bei der Weiterentwicklung der Sparte Tanz insbesondere auch mit Bezug auf mögliche Drittmittel aus Bund und Land? Die Verwaltung nimmt dazu wie folgt Stellung: Hintergrund / Entwicklung des Tanzes an den Bühnen Köln Der Tanz und das Tanztheater an den Bühnen Köln blicken auf eine lange Geschichte zurück: Bis in die 1960er Jahre hatten die Kölner Bühnen ein 40 -köpfiges Opernballett mit klassischem Tanz- repertoire. Im Jahr 1971 wurde das „Tanz -Forum“ an den Bühnen Köln gegründet. Es widmete sich dem Mode r- nen Tanz und nahm wesentlichen Einfluss auf dessen Entwicklung. Die Kompanie ging weltweit auf Tournee. In Verbindung mit der alljährlichen Sommerakademie war Köln während dieser Zeit ein Zentrum für zeitgenössischen Tanz. Die Tanzvorstellungen sind im Abon nement gelaufen. Mitte der 90er Jahre wurde das Tanz-Forum ausgegliedert und eigenständig organisiert. Schließlich kam es zur Auflösung. Anschließend wurde das Tanzprogramm der Bühnen Köln durch Gastspiele an Oper und Schauspiel gestaltet. Im Jahr 2005 kam „pretty ugly tanz köln“ unter der Leitung der Choreografin Amanda Miller fest an die Bühnen Köln. Die Kompanie zeigte jedes Jahr eine große, neue Produktion für das Schauspielhaus sowie eine Wiederaufnahme eines bereits existierenden Balletts. Hinzu kamen Abende in der Halle Kalk und der Schlosserei, teilweise von Gastchoreografen. Außerdem gab es ein einmonatiges Pr o- jekt mit der Hochschule für Musik und Tanz. Finanziert wurde das Projekt über drei Jahre von der Imhoff-Stiftung, der Kunstsalonstiftung und dem Land NRW. Die vierte Spielzeit (2008/09) finanzie r- ten die Bühnen Köln auf ausdrücklichen Wunsch der handelnden Betriebsleiter aus Rücklagen. Dabei war die Finanzierung von Anfang an eher knapp bemessen. Dennoch war die Kompanie beim London Dance Umbrella Festival, Belgrad Festival und in Italien auf Gastspielreisen. Im Sommer 2009 wurde 2 Pretty Ugly aufgelöst. Seither wird Tanz an den Bühnen Köln im Gastspielbetrieb präsentiert: Gastspielbetrieb vor 2012 Der Rat der Stadt Köln diskutierte nach Schließun g der Sparte Tanz der Bühnen Köln in der Spielzeit 2007/08 immer wieder über verschiedene Modelle zur Präsentation von Tanzabenden für das Kölner Publikum. Auch die Wiedereinführung einer eigenen Tanzkompanie wurde in den Jahren 2008 und 2009 in Erwägung gezogen. Schlussendlich entschied sich der Rat der Stadt Köln dazu, den Bühnen der Stadt Köln 1 Million Euro für die Präsentation von „hochwertigen Tanzgastspielen“ als gebund e- nen Betriebskostenzuschuss zur Verfügung zu stellen. Spielzeit 2012/2013 Mit der Dringlichkeitsentscheidung vom 15.05.2012 wurde die Betriebsleitung ermächtigt, auf der B a- sis eines Betriebskostenzuschusses für die Spielzeit 2012/13 in Höhe von 51.148.000 € Verträge a b- zuschließen und Verpflichtungen einzugehen, um den Spielbetrieb in Oper und Schauspiel fortführen zu können. In diesem Betrag ist ein Konsolidierungsbeitrag in Höhe von 700.000 € für die Spielzeit 2012/13 enthalten. Aus den für Tanzgastspiele in der Spielzeit 2012/13 vorgesehenen Mitteln in Höhe von 1 Mio. Euro werden 300.000 € zur Erhöhung des Konsolidierungs beitrages der Bühnen verwe n- det. Damit standen der Sp arte Tanz für die Präsentation von Tanzgastspielen 700.000, - € zur Verfü- gung. Spielzeiten 2013/14 und 2014/15 Im Zuge der Haushaltsberatungen stand eine vollständige Streichung der Zuschüsse für den Tanz im Raum. Am 30.04.2013 bewilligte der Rat der Stadt für den Tanz in den Spielzeiten 2013/14 und 2014/15 jeweils 400 T€ für Tanzgastspiele. Die Tanzeinnahmen in Höhe von kalkulierten 160 T€ sol l- ten unmittelbar dem Tanzbudget zufließen, daher wurde im Wirtschaftsplan eine Spartenrechnung für den Tanz dargestellt. Damit standen dem Tanz 400.000, - € zuzüglich 160.000,- € an kalkulierten Ein- nahmen zur Verfügung. Aktuelle Situation Am 08.04.2014 hat der Rat der Stadt Köln im Zusammenhang mit dem Wirtschaftsplan der Bühnen der Stadt Köln für das Wirtschaftsjahr 2014/15 400 T€ pro Spielzeit für Tanzgastspiele bewilligt und klargestellt, dass die Bereitstellung dieser Mittel fortgeschrieben werden soll (Session -Nr. 0564/2014). Darüber hinaus wurde entschieden, dass die Tanzeinnahmen unmittelbar dem Tanz zufließen und ein entsprechendes Sonderbudget im Wirtschaftsplan dargestellt werden soll. Dementsprechend sind im Wirtschaftsplan 2016/17 400 T€ als Betriebskostenzuschussanteil für Tanzgastspiele berücksichtigt. Hinzu kommen 190 T€ kalkulierte Einnahmen, die das Bu dget unmit- telbar erhöhen. Die Erhöhung der kalkulierten Einnahmen um 30 T€ resultierte aus der erwarteten Eröffnung des Offenbachplatzes. Inwieweit diese Einnahmen durch die Interimssituation – derzeit sind keine großen Inszenierungen möglich – auch tatsächlich erzielt werden können, ist derzeit noch nicht sicher. Sollte es hier zu Mindererlösen kommen, werden diese durch das Interimsbudget ausg e- glichen. Dieses Budget iHv 400.000, - € zuzüglich 190.000,- € kalkulierte Einnahmen ist auch für die Spielzeit 2017/18 vorgesehen. 3 Vorschlag actori-Gutachten (März 2014) Die Tanzsparte war auch Gegenstand der Wirtschaftlichkeits - und Organisations untersuchung der Bühnen Köln durch die Firma actori. Der Abschlussbericht von März 2014 sah in allen drei untersuc h- ten Szenarien für die Sparte Tanz jährlich 11 Gastspiele und 22 Vorstellungen vor. Als Budget wurde ein fixierter Zuschuss iHv 700 T€ vorgeschlagen, zuzüglich 30 % der Eigeneinnahmen (vgl. Gutac h- ten actori S. 350); die restlichen Einnahmen blieben in den Sparten Oper und Schauspiel. Gemeinsame Beantwortung der Fragen 1 - 3 Zur besseren Darstellung wird die Beantwortung der Fragen in eine kurzfristige, mittelfristige und langfristige Betrachtung aufgeteilt. Dabei werden die drei gestellten Fragen gemeinsam beant wortet, da sich einzelne Aspekte nur schwer voneinander trennen lassen und Wiederholungen und Übe r- schneidungen vermieden werden sollen. KURZFRISTIGER BETRACHTUNGSANSATZ: SPIELZEIT 2017/18 In der Spielzeit 2017/18 führen die Bühnen Köln den in den letzten Jahren etablierten Gastspielb e- trieb fort. Das Budget beträgt 400 T€, zusätzlich verbleiben die gesamten Eigeneinnahmen in der Tanzsparte. Für die Aufführungen stellen die Sparten Oper und Schauspiel ihre spielfertigen Häuser zur Verfügung. Ziel ist es, in ternational hochwertigen Tanz zu zeigen. Es werden dem Publikum a b- wechslungsreiche Tanzgastspiele auf höchstem Niveau präsentiert. Außerdem findet eine Verne t- zung mit der Folkwang-Hochschule, der Hochschule für Musik und Tanz (Köln) und der Freien Szene durch regelmäßig begleitende Workshops statt, an denen auch Studierende der Hochschule teilne h- men. Seit der Einführung des Tanzgastspielbetriebs präsentieren die Bühnen Köln fast jährlich eine Kopr o- duktion mit renommierten Choreografinnen und Choreografen so wie Kompanien wie Wim Vandeke y- bus, Ballet Preljocaj, Gob Squad oder der Eastman Company. Aktuell wird ein neues Projekt mit dem amerikanischen Choreografen Richard Siegal realisiert, angelegt auf drei Jahre (siehe näher dazu unten). Der etablierte Tanzgast spielbetrieb wird vom Publikum sehr gut angenommen und von der Presse positiv begleitet. Allerdings stößt ein reiner Gastspielbetrieb auch an Grenzen: Das momentane Ko n- zept erschwert eine nachhaltige Entwicklung und eine eigene künstlerische Handschrift de r Sparte Tanz in Köln, wie es etwa zur Zeit des Tanz Forums der Fall war. Zudem ist eine Identifikation des Publikums mit dem Tanzangebot nicht im dem Maße möglich, wie es etwa bei einem ansässigen Leading-Team bzw. einer ansässigen, festen Kompanie möglich wäre. Vor diesem Hintergrund haben die Bühnen bereits kurzfristig neue Projekte des Tanzes an den Bü h- nen Köln initiiert: Schauspiel Köln: Kooperation mit Richard Siegal / Ballett of Difference Ende März 2017 wurde bekannt gegeben, dass Schauspiel Köln u nd Tanz Köln mit dem international bekannten Choreografen Richard Siegal kooperieren . Das Projekt beginnt in der laufenden Spielzeit 2016/17 und ist auf drei Jahre angelegt. Das Schauspiel Köln wird damit seit langer Zeit zum ersten Mal wieder kontinuierli ch mit einer Kompanie auf internationalem Niveau zusammenarbeiten, in Köln produzieren und dem Tanz in Köln eine neue zukunftsweisende Richtung geben. Die Kooperation findet an den Standorten München und Köln statt und ist in drei Stufen gegliedert: In der Spielzeit 2016/17 entsteht die Koproduktion „My Generation“, die nach der Premiere in 4 München im Juli 2017 am Schauspiel Köln präsentiert wird. In der Spielzeit 2017/18 wird die Zusammenarbeit intensiviert: Geplant ist ein dreiteiliges Werk „Triple Bill“, welches in München und Köln geprobt wird. Die Premiere ist für Februar 2018 am Schauspiel Köln geplant, wo auch die Bühnenendproben stattfinden werden. Im Anschluss wird die Produktion in München zu sehen sein und auf Tournee gehen. In der Spielzeit 2018/ 19 wird als dritte Stufe der Kooperation eine Koproduktion zwischen Richard Siegal / Ballet of Difference und dem Schauspiel Köln entstehen. In diesem Cross o- ver-Projekt werden Schauspieler des Schauspiel Köln und Tänzer der Kompanie gemeinsam auf der Bühne stehen. Diese Arbeit soll ebenfalls in München zu sehen sein. Ergänzt wird die künstlerische Arbeit durch Workshops, Lectures und Symposien, sowie einem part i- zipativen Projekt mit Akteuren der freien Tanzszene über die Zeit von drei Jahren. Ziel des Proje kts ist es, durch den Residenzgedanken der Kompanie neue künstlerische Möglichke i- ten zu schaffen. Gleichzeitig wird erstmals seit mehreren Jahren wieder eine Kompanie selbst in Köln produzieren. Ermöglicht und finanziert wird das dreijährige Projekt von me hreren Partnern. Die Stadt München ermöglichte durch ihre Exzellenzförderung die Gründung der Kompanie Richard Siegal / Ballet of Di f- ference. Weitere Koproduzenten ko-finanzieren die einzelnen Neuproduktionen. Von Seiten der Bühnen Köln wird die Kooperatio n durch einen Koproduktionsbeitrag finanziert, der zu gleichen Teilen aus dem Etat der Tanzgastspiele und dem Produktionsetat des Schauspiel Köln f i- nanziert wird. Darüber hinaus stellt das Schauspiel Köln weitreichende Ressourcen für die Neupr o- duktionen (W erkstattkapazitäten und Arbeitszeit im Bereich Bühne und Kostüm, Proberäume, das spielfertige Depot 1 für Proben und Aufführungen u.a.) zur Verfügung. Das Land Nordrhein -Westfalen, das wichtige Impulse für die Zusammenarbeit zwischen Richard Siegal / Balle t of Difference und Schauspiel Köln / Tanz Köln gegeben hat, fördert den Aufbau der Kompanie und die Kooperation mit dem Schauspiel Köln über das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport (MFKJKS) des Landes Nordrhein -Westfalen mit einer zu sätzlichen Landes- kulturförderung in Höhe von 150 T€ über drei Jahre. Weitere Förderer werden ggf. in den nächsten Monaten dazukommen. Weitergehende Informationen können der beigefügten Presseinformation vom 24.03.2017 entno m- men werden. Oper Köln: Kooperation mit Kulturamt und Freier Szene Das Kulturamt kooperiert in 2017 mit der Oper Köln, die den Saal 3 der Interimsspielstätte im Sta a- tenhaus für freie Tanzproduktionen aus Köln zur Verfügung stellen wird. Das Kulturamt schreibt für Kölner Tanzproduzentin nen und -produzenten die Erstellung einer Tanzproduktion im Staatenhaus aus. Der Saal 3 ist die Spielstätte der Kinderoper während des Interims. Der Saal wird zudem für kle i- nere Formate der Oper genutzt, z.B. Kammeropern oder zeitgenössische, experimentell e Produktio- nen und Liederabende. Mit dieser neuen Kooperation wird der freien Tanzszene Köln im Zeitraum vom 0 5. bis 16. Oktober 2017 die Möglichkeit geboten, in größerem Maßstab als unter den sonst üblichen Bedingungen in Köln zu produzieren und ggf. auch in Kooperation mit internationalen Partnern oder anderen nation a- len Tanzproduzenten professionell zu arbeiten. Die Oper Köln gewährt die professionelle Betreuung der ausgewählten Produktionen im Rahmen der vorhandenen personellen und technischen Möglic h- keiten. Eine Jury aus Vertretern der Oper, des Kulturamtes und weiteren Tanzfachleuten wählt die Tanzproduktionen aus. Die Kooperation ist auf Nachhaltigkeit angelegt und soll bei Erfolg weiterg e- führt werden. Sie bietet für den freien Tanz in Köln eine gute temporäre Bühnenlösung. 5 Änderungen des Wirtschaftsplans für die Spielzeit 2017/18 aus Sicht der Betriebsleitung problem a- tisch Grundsätzlich wäre eine Erhöhung des Tanzbudgets durch eine Verschiebung von Mitteln im Wir t- schaftsplan der Spielzeit 2017/18, we lcher zur Betriebsausschusssitzung am 21.03.2017 gemeinsam von der Betriebsleitung dem Betriebsausschuss der Bühnen zum Beschluss vorgelegt wurde (0581/2017) denkbar. Die o.g. Tanzprojekte sind im Wirtschaftsplan 2017/18 zunächst bereits b e- rücksichtigt. E ine darüber hinaus gehende, nachträgliche Änderung des Wirtschaftsplans 2017/18 zugunsten des Tanzbudgets ist aus folgenden Gründen allerdings problematisch: Durch eine Erhöhung des Tanzbudgets wäre grundsätzlich eine größere Anzahl von Tanzaufführu n- gen mö glich. Die Spielpläne von Oper, Schauspiel und Tanz für die Spielzeit 2017/18 sind jedoch zum jetzigen Zeitpunkt bereits fertiggestellt. Die Spielpläne befinden sich unmittelbar vor der Präse n- tation für die Öffentlichkeit. Die Planung weiterer Tanzaufführu ngen würde „Lücken“ in den Spielpl ä- nen voraussetzen. Auch ist davon auszugehen, dass die internationalen Tanzkompanien für den Zei t- raum bereits disponiert haben. Die Präsentation zusätzlicher Aufführungen ist daher aus künstler i- scher Sicht mit nicht unerheblichen Schwierigkeiten verbunden. Hinzu kommt, dass die Planungen von Oper, Schauspiel und Bühnenservice auf dem gemeinsam in der Betriebsleitung abgestimmten Wirtschaftsplan aufbaut. Finanzielle Verschiebungen mit Wirkung zur Spielzeit 2017/18 sind daher schwierig umzusetzen, da die Spielzeit von Oper und Schauspiel auf Basis der festgesetzten Budgets bereits fertig geplant sind. MITTELFRISTIGER BETRACHTUNGSANSATZ: MITTELFRISTIGE FINANZPLANUNG DES WIRTSCHAFTSPLANS (ZEITRAUM AB 2018/19) Das o.g. Kooperationsprojekt mit Richard Siegal / Ballett of Difference ist auf drei Jahre ausgelegt und damit von diesem Betrachtungszeitraum bereits umfasst. In der Spielzeit 2014/15 gab es bereits eine sehr erfolgreiche künstlerische Zusammenarbeit zw i- schen Oper und Tanz: Sasha Waltz gastierte für zwei Vorstellungen mit "Sacre": Choreographie Sa s- ha Waltz, Musik Igor Stravinsky. Es tanzte das Ensemble von Sasha Waltz. Die Musikalische Leitung hatte der Dirigent Pietari Inkinen. Während die Einladung der Compagnie aus Tan zgastspielmitteln bestritten wurde, trug die Oper die Unkosten für die Spielstätte, das Gürzenich -Orchester und den Dirigenten. Das künstlerische Ergebnis war überragend, besonders auch, da ein Tanzabend live b e- gleitet von einem Orchester eine besondere Kr aft entfalten kann. Die beiden Abende wurden von ca. 3.000 Besuchern gesehen. Die Oper wird zukünftig daran arbeiten, mittelfristig weitere inhaltliche Kooperationen dieser Art zwischen Oper und Tanz zu ermöglichen. Darüber hinaus wurde in der Spielzeit 2 015/16 im Saal 3 im Staatenhaus eine Tanzuraufführung mit dem Titel „Zwischen den Seiten“ des Choreographen Johnny Lloyd realisiert. Das Stück war Bestan d- teil des Spielplans der Kinderoper Köln und entstand in Koproduktion mit dem Zentrum für Zeitgenö s- sischen Tanz/Hochschule für Musik und Tanz Köln. Das Tanzensemble bestand aus Tänzerinnen und Tänzern der Hochschule. Die gesamte Ausstattung (Bühne und Kostüme) wurde in den Wer k- stätten der Bühnen erstellt. Es gab sechs Aufführungen. Für Herbst 2018 ist ein z weites Stück von Johnny Lloyd ebenfalls in Saal 3 im Staatenhaus geplant und bereits fertig entworfen. Die Finanzi e- rung erfolgt weitgehend aus dem Budget der Oper Köln. Erweiterung des Tanzbudgets Darüber hinaus ist mittelfristig eine Erhöhung der Mittel von Seiten der Stadt Köln zum Ausbau des Tanzgastspielbetriebs aus dem allgemeinen Haushalt denkbar. 6 Als Alternative könnte eine Budgetverschiebung innerhalb des Betriebskostenzuschusses der Bühnen zugunsten des Tanzbudgets in Betracht kommen. Auf diese W eise erachtet die Betriebsleitung eine Verschiebung der Mittel zum Tanzbudget um rd. 100 T€ für denkbar. In der Umsetzung bedarf diese Variante aus den o.g. Gründen eines gewissen Vorlaufs. Eine Verschiebung wäre also zur Spielzeit 2018/19 möglich, damit die Sparten die Änderungen bei ihren Planungen berücksichtigen können. Die Umschichtung, die zu Lasten der Budgets von Oper, Schauspiel und Bühnenservice ginge, würde im Rahmen der Erstellung des Wirtschaftsplans für die Spielzeit 2018/19 erfolgen. Die Eige neinnahmen des Gastspielbetriebs würden beim Tanz verbleiben. Der erhöhte Betrag würde in die Erweiterung des Tanzangebotes und in Kooperationen mit den Sparten und Dritten fließen. Etablierung / Ausbau langfristiger Kooperationen als „Kölner Weg“ Angelehnt an das o.g. Projekt mit Richard Siegal sind in Zukunft weitere Kooperationsprojekte von Tanz Köln zusammen mit den Sparten Oper und Schauspiel denkbar. Dahinter steht die Idee, dass Kommunen / Theater sich zusammenschließen, um gemeinsam ein hochwertige s, attraktives Ta n- zangebot zu schaffen. Finanziert werden kann ein solches Modell über eine Basisfinanzierung aus dem Tanzgastspielbudget, einem Kooperationsanteil der jeweiligen Sparte sowie Drittmittel für übe r- regionale und spartenübergreifende Projekte. Ziel eines solchen Konzepts wäre es, durch mehrjährige Kooperationen die Identifikation mit einer konkreten künstlerischen Handschrift, einer konkreten Kompanie, in Köln zu etablieren. Darüber hi n- aus könnte durch Einbindung der Hochschule für Musik und Ta nz und der freien Szene in Form von Workshops, Masterclasses oder Residenzen eine nachhaltige Förderung des Tanzes in Köln erreicht werden. Schließlich garantieren Uraufführungen immer ein großes Interesse der nationalen und internation a- len Presse. Ein der artiges Kooperationsprojekt kann neue Impulse im Tanz setzen und Strahlkraft weit über Köln hinaus entfalten. LANGFRISTIGE BETRACHTUNG / VISION: „WIEDERERÖFFNUNG OFFENBACHPLATZ“ Grundsätzlich ist eine Fortsetzung und langfristige Etablierung des o.g. Ko operationsmodells als „Kölner Weg“ denkbar. Eigene Tanzkompanie Langfristig kann auch über den Aufbau einer festen, kleinen Kompanie (bspw. 15 bis 20 Tänzerinnen und Tänzer) an den Bühnen Köln nachgedacht werden. Diese sollte in ihrer Organisation sowohl künstlerisch als auch finanziell weiterhin als eigene Sparte unabhängig sein. Es sind zwei unte r- schiedliche Modelle denkbar: Möglichkeit A: Es gibt eine Kompanie mit einer festen, choreografierenden Leitung. Dies b e- deutet zumeist, dass die Choreografin/der Choreograf der Kompanie eine eigene Handschrift verleiht und damit das Tanzangebot wesentlich prägt. Möglichkeit B: Engagement eines festen Kernensembles, welches mit verschiedenen Chore o- grafinnen und Choreografen arbeitet. Diese bringen möglichweise noch jeweils vier bis fünf Tänzerinnen und Tänzer mit. Die Leitung des Ensembles choreografiert nicht ausschließlich selbst. Vorteil dieser Varia nte ist, dass mit verschiedenen Choreografinnen/Choreografen und einem guten Ensemble die aktuellen Strömungen des zeitgenössischen Tanzes weiterhin in Köln präsent sein könnten und keine Festlegung auf den Stil einer/s einzelnen Choreogr a- fin/Choreografen erfolgt. 7 In beiden Fällen sind bei Uraufführungen von international gefragten Choreografinnen und Chore o- grafen möglicherweise zudem auch Gastspiele von Tanz Köln in Deutschland und Europa möglich. Umso wichtiger wäre eine unabhängige, schlanke Kompanie, die dies auch umsetzen könnte. "Internationales Tanz Studio" Die Oper Köln kann sich die Gründung eines "Interationalen Tanz Studios" vergleichbar dem Intern a- tionalen Opern Studio an der Oper Köln vorstellen. Möglicherweise bietet es sich an, hierzu auch sogenannte "apprentice" von der Hochschule für Musik und Tanz für ein Jahr aufzunehmen und so die Hochschule mit einzubinden. Die Mitglieder des Tan z- studios könnten in spartenübergreifende Produktionen eingebunden werden, aber auch eigene Pr o- duktionen unte r der Leitung eines Choreographen oder eines fixen Tanzstudioleiters (analog dem musikalischen Leiter des Opernstudios der Oper Köln) erarbeiten und zur Aufführung bringen. Am Offenbachplatz würde sich zukünftig die Kinderoper als Spielort für solche Tanzp roduktionen anbie- ten. Um eine Grundfinanzierung der Studiomitglieder zu gewährleisten, wäre es notwendig, analog dem Verein Freunde der Oper Köln einen entsprechenden Förderverein des Tanzstudios zu gründen um dem gesellschaftlichen Interesse am Tanz an de n Bühnen auch eine Lobby zu verschaffen. Auf diese Weise würden die Bühnen Köln in der Sparte Tanz (kleine) Eigenproduktionen schaffen und nachhaltig Nachwuchsförderung unterstützen. Möglicherweise ist es denkbar, ein solches Tanzstudio bereits vor der En tscheidung über die oben genannten Variante A oder B zu etablieren. Ähnlich wie die Opernstudiomitglieder auch, könnten die Studiomitglieder kleine komplette Tanzproduktionen auch bereits in den Interimsjahren für Saal 3 im Staatenhaus erarbeiten und zur Aufführung bringen. Räumliche Voraussetzungen am Offenbachplatz Nach Abschluss der Sanierung gibt es am Offenbachplatz für den künstlerischen Betrieb neue räu m- liche/logistische Voraussetzungen. Insgesamt gibt es in dem Gebäudeensemble vier Bühnen, welche alle für den Tanz geeignet sind und grds. zur Verfügung stehen. Außerdem gibt es – wie schon vor der Sanierung – einen Probensaal für den Gastspielbetrieb. Es wird jedoch keine Räume für den Tanz als produzierende Sparte geben. In jedem Fall bestünde zusät zlicher Raumbedarf; zusätzliche Anmietungen wären erforderlich. Auch die Werkstattkapazitäten sind aktuell nicht für eine eigenpr o- duzierende Tanzsparte ausgelegt. Die genannten langfristig angelegten Konzepte wären in ihren finanziellen Auswirkungen und Vo raus- setzungen näher zu untersuchen, insbesondere der Aufbau einer eigenen, festen Tanzkompanie u n- ter Einbeziehung einer Lösung des Raumbedarfes. Anlage: Presseinformation vom 24.03.2017
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1250/2017
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 25.04.2017
- Erstellt
- 03.08.2017 00:27