A-H/0009/2018
Neugestaltung der Grünfläche des ehemaligen Spielplatzes Rückertstraße in Hiltrup West,
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A-H-0009-2018
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A-H/0009/2018 BÜNDNIS 90 DIE GRÜNEN RN” A GAL MÜNSTER Bündnis 90 / Die Grünen / GAL Antrag Fraktion in der BV Hiltrup Windthorststr. 7 48147 Münster Neugestaltung der Grünfläche des ehemaligen Fon: 0251/8385810 Spielplatzes Rückertstraße in Hiltrup West; ratsfraktion@gruene-muenster.de Gestaltung eines „Bürgergartens“ www.gruene-muenster.de 14.07.2018 Die BV Hiltrup möge beschließen: Die Grünfläche des ehemaligen, zwischenzeitig zurückgebauten Spielplatzes an der Rückertstraße im Stadtteil Münster-Hiltrup soll neu gestaltet werden. Die brach liegende Grünfläche ist im Sinne eines „Bürgergartens“ und dem Konzept einer „essbaren Stadt“ neu zu bepflanzen. Hierzu sollen konkret folgende Maßnahmen getroffen werden: 1. Im Bereich der zentralen Sitzfläche sollen mehrere Pflanzbeete errichtet werden. Die Beete sollen durch Randsteine angehoben, eingefasst und gegen Grasbewuchs geschützt werden. Die Pflanzbeete sollen mit Mutterboden gefüllt werden. 2. Auf den bestehenden Grasflächen sollen Obstbäume aufgestellt werden. Die Gehölze sind aufeinander hinsichtlich gegenseitiger Befruchtungsfähigkeit, Blütezeit und Reifezeitraum so aufeinander abzustimmen, dass eine möglichst lange, ertragreiche Fruchtreife ermöglicht wird. 3. Als Randbepflanzung ist an einem Teil der Grünfläche Beerenobst (Sträucher: Johannisbeeren, Himbeeren, o.ä.) zu pflanzen. 4. An den beiden Eingängen zum Bürgergarten ist jeweils eine hölzerne Schildertafel aufzustellen, die auf das Konzept des Bürgergartens hinweist und Nutzungsmöglichkeiten erläutert. Alle Anwohner und Interessierte sollen ausdrücklich zur Mitarbeit aufgefordert werden. 5. Im zentralen Bereich des Bürgergartens ist ein Sammelbehälter für Grünschnitt und Gartenabfälle aufzustellen (ähnlich den Sammlungen auf Friedhöfen). 6. Zur Förderung des Gemeinschaftssinns und der Aufenthaltsqualität ist zudem zu prüfen, ob weitere Sitzbänke erforderlich sind. Seitelvon5 BÜNDNIS 90 = DIE GRÜNEN AIR“ EEE GAL münster Das Konzept des „Bürgergartens“ ist möglichst einfach und kostengünstig zu gestalten, die bestehenden Wege, Sitzbänke und die bestehenden Grünflächen sollen grundsätzlich unverändert bleiben. Die derzeit brach liegende Grasfläche soll durch obige, einmalige Maßnahmen nutzbar gemacht und aufgewertet werden. Anwohner und Interessierte sollen dazu eingeladen werden, den Bürgergarten aktiv zu nutzen und in den Pflanzbeeten eigenständig Obst- und Gemüsepflanzen auszubringen und zu pflegen. Die angrenzenden Institutionen (so insb. Ludgerusschule Hiltrup, Kita Lummerland, Begegnungszentrum 37 Grad) sollen eingeladen werden, den Bürgergarten in ihre pädagogische Arbeit einzubinden und das Potential hinsichtlich des Kennenlernens und Erlebens von Natur und Nutzpflanzenanbau zu fördern. Das Konzept des „Bürgergartens Rückertstraße“ soll hierdurch die Aufenthaltsqualität, den Gemeinschaftssinn und pädagogischen Nutzen für die Bevölkerung und die angrenzenden Institutionen in Hiltrup-West stärken und fördern. Die Verwaltung wird hiermit in einem ersten Schritt beauftragt, ein Konzept zur kostengünstigen, jedoch adäquaten Neugestaltung der Grünfläche im Sinne eines hier vorgestellten Bürgergartens zu erarbeiten und der BV Hiltrup als Bericht und Entscheidungsgrundlage vorzulegen. Die Planungen sollen sich hierbei an den diesem Antrag beigefügten Musterplan orientieren. gez. Carsten Peters Wilfried Stein Bündnis 90 / Die GRÜNEN - Fraktion in der Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Anlagen: - Begründung zum Antrag - Skizze (Musterplan) - Fotos Seite2von5 BÜNDNIS 90 DIE GRÜNEN A TEN GAL MÜNSTER Begründung: Der ehemalige Spielplatz an der Rückertstraße wurde vor einigen Jahren aus Kostengründen und mangels tatsächlicher Nutzung zurückgebaut. Die Fläche ist mittlerweile als Rasenfläche zugewachsen, wird teilweise als Aufenthaltsort und im Übrigen häufig lediglich als „Hundetoilette“ genutzt. Insgesamt macht die Fläche seit dem Rückbau des Spielplatzes zunehmend einen ungepflegten Eindruck. Das Potential der Fläche wird hierdurch nicht ausgeschöpft. Daher soll die Fläche einer neuen Nutzung zugeführt werden. Die Fläche ist hierbei unbedingt für eine Gemeinschaftsnutzung zu erhalten. Gleichzeitig sollen sich die laufenden Unterhaltskosten für die öffentliche Fläche nicht wesentlich erhöhen. Bündnis 90 / Die GRÜNEN schlagen daher die Errichtung eines „Bürgergarten Rückertstraße“ vor. Während in früheren Zeiten Hiltrup weitestgehend ländlich geprägt war und Wohnbebauung häufig mit einem großflächigen Nutzgarten zur Eigenversorgung versehen war, ist diese Flächennutzung im urbanen Raum im Zuge des Bevölkerungswachstums und Nachverdichtungen größtenteils verschwunden. Insbesondere in Neubaugebieten ist es auf Kleinparzellen nicht mehr möglich, einen Nutzgarten anzulegen. Gleichzeitig erfolgt ein stetiger Ausverkauf öffentlicher Flächen oder von Grünflächen und fortschreitender Bebauung. Öffentliche Freiflächen in urbanen Gebieten gehen zunehmend verloren. Es gibt weniger Orte, in denen Natur noch erlebbar ist. Hierdurch gehen zunehmend Kenntnisse über Anbau und Pflege von Nutzpflanzen und grundlegende Zusammenhänge in der Natur verloren. Leidtragende dieser Entwicklung sind insbesondere unsere Kinder, die in nachverdichteten, urbanen Ballungsgebieten ohne Garten- oder Grünflächen in ihrer Nachbarschaft aufwachsen. Auch unsere Schulen und Bildungsträger können diesen Verlust nicht auffangen, „Schulgärten“ sind häufig verwaist oder gar nicht vorhanden. Seit einigen Jahren etablieren sich weltweit in urbanen Räumen die Konzepte des „Urban Gardening“: einer „essbaren Stadt“, in welcher Bürger wieder selbst Nahrungsmittel anbauen können oder im Stadtbild nicht nur Zier-, sondern auch Nutzpflanzen ausgebracht werden. Außerdem ist seit einigen Jahren eine Trendumkehr zu beobachten: Menschen interessieren sich wieder verstärkt für Zusammenhänge in ihrer Natur und für verantwortungsbewusste, nachhaltige Versorgung. Auch entsteht ein stärkeres Bewusstsein für umweltschädliches Verhalten. Insbesondere Insektenschutz und eine Sensibilität für das Bereitstellen eines geeigneten Nahrungsangebots für Bestäuberinsekten, die einen wesentlichen Beitrag zu unserer Nahrungskette liefern, ist zunehmend von öffentlichem Interesse. All diese Aspekte sollen mit dem Konzept des „Bürgergartens Rückertstraße“ aufgegriffen werden. Gleichzeitig gibt es mit dem Konzept der „essbaren Stadt“ in Münster bislang kaum Erfahrungen, sodass sich das Konzept zur Erprobung mit Modellcharakter eignet. Seite3 von 5 BÜNDNIS 90 DIE GRÜNEN! GAL MÜNSTER Konkret soll der „Bürgergarten Rückertstraße“ ermöglichen, Natur stärker erfahrbar zu machen. Interessierte, Anwohner, Institutionen und Bürger sollen hier die Möglichkeit erhalten, sich der Pflege von Nutzpflanzen zu widmen. Im Sinne einer verantwortungs- und rücksichtsvollen Nutzung sollen die Nutzer die Möglichkeit erhalten, in den Pflanzbeeten Nutzpflanzen (beispielsweise Erdbeeren, Salat, o.ä.) anzubauen. Unter der Prämisse der gegenseitigen Rücksichtnahme dürfen auch reife Früchte der Obstgehölze und der Beerenobststräucher geerntet werden. Die angrenzenden Institutionen (so insb. Ludgerusschule Hiltrup, Kita Lummerland, Begegnungszentrum 37 Grad) sollen ausdrücklich eingeladen werden, den Bürgergarten in ihre pädagogische Arbeit einzubinden. Ihnen soll angeboten werden, den Bürgergarten aktiv zu nutzen und den Schülern und Kindern so auf eine neue, vielfältige Weise das Erlernen von Natur zu ermöglichen. Denkbar wäre hier die Einbindung einer Schüler-AG oder einer „Interessengruppe Bürgergarten“, die sich regelmäßig (1-2x im Monat) der Pflege des Bürgergartens widmet. Hier bietet sich das angeleitete Schneiden von Gehölzen, das Jäten von Unkraut und die Anlage neuer Bepflanzungen an. Interessierte sollen ausdrücklich eingeladen werden, sich aktiv in Gestaltung, Nutzung und Pflege des Bürgergartens einzubringen. Zur Erläuterung sind an beiden Eingängen des Bürgergartens (Zuwegungen Rückertstraße und An der Alten Kirche) wetterfeste (hölzerne) Informationsschilder anzubringen. Auf diesen soll das Konzept des Bürgergartens erläutert und Nutzungsmöglichkeiten vorgestellt werden. Auch soll auf grundlegende Naturzusammenhänge wie das Zusammenspiel zwischen Nutzpflanzen und Bestäuberinsekten hingewiesen werden, um den pädagogischen Nutzen des Bürgergartens zu erhöhen. Mangels Erfahrungswerten ist bislang nicht bekannt, inwieweit die Konzepte „Bürgergarten“ und „essbare Stadt“ in Münster bzw. in unserem Stadtbezirk angenommen werden. Daher soll der Bürgergarten Rückertstraße einen Modellversuch darstellen. Über die kommenden Jahre ist zu evaluieren, ob der Bürgergarten durch Anwohner oder angrenzende Institutionen aktiv genutzt wird oder nicht. Das Konzept „Bürgergarten Rückertstraße“ bietet sich zudem als Modellprojekt an. Mit geringem Kosten- und Arbeitsaufwand kann eine bestehende, öffentliche Fläche umgewidmet und ein gesellschaftlicher Nutzen erzielt werden. Bei positiver Resonanz bietet es sich an, das Konzept des Bürgergartens auf andere Stadtviertel und Stadtteile im Stadtbezirk auszudehnen und schließlich auch zur stadtweiten Nutzung vorzuschlagen. Auch wäre zu prüfen, ob seitens privater Imkervereinigungen ein Interesse zur Mitarbeit bzw. zum Aufstellen von Bienenstöcken besteht, um die Idee des Bürgergartens abzurunden. Seite4 von5 BÜNDNIS 90 „.; DIE GRÜNEN u GAL MÜNSTER Dieser Antrag greift zudem das Anliegen des Antrags „Der öffentliche Raum als Garten für jedermann“ vom 06.03.2018 auf, der als gemeinsamer Antrag von CDU und Bündnis 90/Die Grünen- Ratsfraktion Münster in den Rat der Stadt Münster eingebracht und von dort aktuell zur Beratung an den Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen verwiesen wurde (AR/ 0024/2018). Kosten und Finanzierung: Durch die Anlage des Bürgergartens entstehen einmalige Kosten durch Errichtung der Pflanzbeete (Randsteine, Mutterboden) und Ankauf und Bepflanzung der Obstgehölze. Derzeit fallen für die Fläche des ehemaligen Spielplatzes laufende Kosten durch regelmäßiges Mähen der Rasenflächen und zur Müllentsorgung an. Aufgrund des konzeptuellen Ansatzes, dass die künftige Bepflanzung durch die Nutzer des Bürgergartens gepflegt werden soll, wird derzeit nicht davon ausgegangen, dass im laufenden Betrieb wesentliche Mehrkosten für den Unterhalt anfallen. Die regelmäßige Leerung der Grünschnittsammlung ist zu beachten. gez. Carsten Peters Wilfried Stein Bündnis 90 / Die GRÜNEN - Fraktion in der Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Seite5 von5 ak ai vs Infoschild "Bürgergarten" Pflanzbeete mit Randstreifen - 1,50 mx 2,50 m Ehemaliger Spielplatz Rückertstraße Obstbäume h= ca. 1,80 m - 2,00 m beim einpflanzen S-Infoschild "Bürgergarten" Ingenieurbüro Smolik Maßstab 1:300 Datum 08.06.2018 BÜNDNIS 90 DIE GRÜNEN MAN" N GAL MÜNSTER Bündnis 90 / Die Grünen / GAL Anlage zum Antrag Fraktion in der BV Hiltrup Windthorststr. 7 48147 Münster Fon: 0251/89958 10 ratsfraktion@gruene-muenster.de www.gruene-muenster.de Fotos: Blick von Süden (Rückertstraße)
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungOrte (3)
- Rückertstraße
- Windthorststraße 7
- An der Alten Kirche
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Details
- Aktenzeichen
- A-H/0009/2018
- Typ
- Antrag an die BV Hiltrup
- Datum
- 24.07.2018
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37