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AN/1286/2024

Schluss mit Femiziden! Wann kommt das Mahnmal gegen Frauenmorde?

SPD Anfrage nach § 4 17.09.2024

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Nächste Beratung: Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern, Sitzung am 18.11.2024, TOP 1.1

SPD Anfrage nach § 4

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SPD Anfrage nach § 4

4423 Zeichen

An die Vorsitzende des Ausschusses  
für die Gleichstellung von Frauen und Männern 
Frau Teresa De Bellis-Olinger 
 
An Frau Oberbürgermeisterin  
Henriette Reker 
 
 
 
SPD-Fraktion 
im Rat der Stadt Köln  
Rathaus, Spanischer Bau  
50667 Köln 
fon 0221. 221 259 50  
fax 0221. 221 246 57  
mail fraktion@koelnspd.de  
web  www.koelnspd.de  
 
Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 17.09.2024 
 
AN/1286/2024 
Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates 
Gremium Datum der Sitzung 
Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 23.09.2024 
 
Schluss mit Femiziden! Wann kommt das Mahnmal gegen Frauenmorde? 
Sehr geehrte Frau Ausschussvorsitzende,  
sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,  
 
die SPD -Fraktion bittet Sie, folgende Anfrage in die Tagesordnung des Ausschusses am 
23.09.2024 aufzunehmen:  
 
Die aktuellen Zahlen zur Partnerschaftsgewalt und den damit ver bundenen Femiziden sind 
erschütternd. Laut der polizeilichen Statistik des Bundeskriminalamts (BKA) gab es 2023 in 
Deutschland über 167.000 Opfer von Partnerschaftsgewalt, was einem Anstieg von 6,4 Pro-
zent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die meisten Opfer sind Frauen, die durchschnittlich 
alle vier Minuten in Deutschland Gewalt durch ihren Partner oder Ex -Partner erfahren.1 Be-
sonders alarmierend ist die Zahl der 155 Femizide, also Morde an Frauen aufgrund ihres Ge-
schlechts, die 2023 begangen wurden. Diese Zahl bedeutet, dass fast jeden dritten Tag eine 
Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner in Deutschland getötet wird. Diese Morde dürfen nicht 
länger als private „Beziehungstaten“ abgetan werden, sondern müssen als das bezeichnet 
werden, was sie sind: Femizide – Morde an Frauen aufgrund ihres Geschlechts und patriar-
chaler Machtansprüche.2  
 
Bereits 1991 gab es in Köln nach dem Mord an Angelika Bayer den Versuch, ein Mahnmal 
gegen Frauenmorde zu errichten. Trotz des starken Engagements von Kölner Feminist*innen 
und Aktivist*innen scheiterte dieses Projekt. Heute, angesichts der immer weiter zunehmen-
den Gewalt gegen Frauen, ist die Notwendigkeit eines solchen Mahnmals aktueller denn je. 
Besonders erschütternd ist auch der Femizid am 14. November 2021 an eine r jungen Frau 
                                                 
1  BKA - Listenseite für Pressemitteilungen 2024 - Häusliche Gewalt im Jahr 2023 um 6,5 Prozent 
gestiegen 
2  Femizide in Deutschland: Wenn Männer Frauen töten | NDR.de - Kultur

- 2 - 
 
und ihrem kleinen Sohn in Köln. Das Landgericht Köln verurteilte den Ex-Partner zu lebens-
langer Haft, erkannte aber keine strukturelle Dimension von Frauenhass an, obwohl dieser 
Fall exemplarisch zeigt, wie tief patriarchale Strukturen in unserer Gesellschaft verankert sind.3 
Es ist von gesellschaftlicher Bedeutung, nicht nur der Opfer von Femiziden zu gedenken, son-
dern auch ein klares öffentliches Zeichen gegen geschlechtsspezifische Gewalt zu setzen. 
 
In Osnabrück wurde Anfang 2024 ein Femizid-Mahnmal enthüllt, das auf dieses Problem auf-
merksam macht. Ein ähnliches Mahnmal in Köln könnte ebenfalls dazu beitragen, das Be-
wusstsein der Öffentlichkeit zu schärfen und Femizide als gesamtgesellschaftliches Problem 
anzuerkennen.  
 
In der Antwort auf die Anfrage der SPD-Fraktion betreffend die Zunahmen von Femiziden und 
häuslicher Gewalt vom 17.06.2024 erklärte die Verwaltung, dass die Aufnahme des Themas 
Femizide und häusliche Gewalt in die Präventionsgespräche in Zusammenarbeit mit dem Amt 
für Gleichstellung von Frauen und Männern abgestimmt werde.4 
 
Vor diesem Hintergrund fragen wir die Stadtverwaltung: 
1. Woran scheiterte der Versuch, 1991 nach dem Mord an Angelika Bayer ein Mahnmal 
gegen Frauenmorde zu errichten? 
2. Wird die Stadtverwaltung Köln angesichts der Zunahme von Femiziden und der Ent-
hüllung eines Femizid-Mahnmals in Osnabrück eine erneute Initiative zur Errichtung 
eines Mahnmals in Köln unterstützen? 
3. Welche Maßnahmen ergreift die Stadt Köln derzeit, um die Öffentlichkeit über die stei-
gende Zahl von Femiziden und über geschlechtsspezifische Gewalt aufzuklären? 
4. Welche Ergebnisse wurden bei den in der Antwort 1701/2024 angekündigten Abstim-
mungen erzielt? 
 
 
Mit freundlichen Grüßen  
 
gez. Thomas Breustedt  
SPD-Fraktionsgeschäftsführer  
 
 
 
 
                                                 
3  Doppelmord von Köln -Niehl: Femizide beim Namen nennen (lto.de)  
4  Beantwortung (stadt -koeln.de)

Beratungsverlauf (1)

18.11.2024 Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern
TOP 1.1 Antrag / Anfrage Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
AN/1286/2024
Typ
SPD Anfrage nach § 4
Datum
17.09.2024
Erstellt
17.09.2024 12:21