V/0923/2021
Angebot "Berufsausbildungen in einer außerbetrieblichen Einrichtung - kooperatives Modell" gemäß § 16 Abs. 1 SGB II i. V. m. § 76ff. SGB III und §§ 4, 5 Abs. 2ff. BBiG / §§ 25, 26 Abs. 2 HWO
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Beschlussvorlage
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V/0923/2021 V/0923/2021 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Angebot „Berufsausbildungen in einer außerbetrieblichen Einrichtung (BaE) - kooperatives Modell„ gemäß § 16 Abs.1 SGB II i. V. m. § 76 ff. SGB III und §§ 4, 5 Abs. 2 ff. BBiG / §§ 25, 26 Abs. 2 ff. HWO Beratungsfolge 23.03.2022 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: Die Verwaltung wird beauftragt, das Angebot „Berufsausbildungen in einer außerbetrieblichen Einrichtung (BaE) - kooperatives Modell“ gemäß § 16 Abs. 1 Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II) i. V. m. § 76 ff. Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III) und §§ 4, 5 Abs. 2 ff. Berufsausbildungsgesetz (BBiG) / §§ 25, 26 Abs. 2 ff. Handwerksordnung (HwO; allgemeine Berufsausbildung einschließlich Stufenausbildung) ab dem 01.08.2022 (optional ab dem 01.08.2023) im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung zu beschaffen. II. Finanzielle Auswirkungen: Es wird zur Kenntnis genommen, - dass der Schätzwert der geplanten Beschaffung des Angebotes „BaE – kooperatives Modell“ unter der Wertgrenze in Höhe von 750.000,00 € liegt. - dass die Beschaffung über eine öffentliche Ausschreibung in einem nationalen Vergabeverfahren (UVgO) erfolgen wird. - dass die finanziellen Mittel für das Angebot “BaE - kooperatives Modell“ gemäß § 16 Abs. 1 Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II) i. V. m. § 76 ff. Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III) und §§ 4, 5 Abs. 2 ff. Berufsausbildungsgesetz (BBiG) / §§ 25, 26 Abs. 2 ff. Handwerksordnung (HwO; allgemeine Berufsausbildung einschließlich Stufenausbildung) für die Haushaltsjahre 2022 und 2023 im Eingliederungstitel (EGT) vorhanden sind. Für die Jobcenter 28.02.2022 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Robert T elefon:492-9182 Robert@stadt-muenster.de - 3 - V/0923/2021 folgenden Haushaltsjahre werden die Mittel für das o.g. Angebot reserviert. Der kommunale Haushalt wird nicht belastet. Begründung: I. Zielgruppe und Bedarf Zur Zielgruppe des Angebotes gehören förderungsbedürftige junge Menschen ohne berufliche Erstausbildung, die lernbeeinträchtigt oder sozial benachteiligt sind und wegen der in ihrer Person liegenden Gründe auch mit ausbildungsfördernden Leistungen nicht in eine Ausbildungsstelle in einem Betrieb vermittelt werden können. Damit Langzeitarbeitslosigkeit bereits bei jungen förderungsbedürftigen Menschen vermieden wird, soll ihnen durch die Aufnahme einer außerbetrieblichen Berufsausbildung ermöglicht werden, eine betriebliche Ausbildung aufzunehmen und erfolgreich abzuschließen. Auch Auszubildende, deren betriebliches Berufsausbildungsverhältnis vorzeitig gelöst wurde, sollen die Möglichkeit erhalten, ihre Berufsausbildung nach §§ 78 ff. SGB III in einer außerbetrieblichen Einrichtung fortzusetzen, wenn zu erwarten ist, dass diese erfolgreich abgeschlossen werden kann. II. Angebotsziel Ziel des Angebotes „BaE – kooperatives Modell“ ist es, eine dauerhafte berufliche Eingliederung bei jungen Menschen durch die Aufnahme und den Abschluss einer betrieblichen Ausbildung zu unterstützen und Langzeitarbeitslosigkeit zu vermeiden. III. Inhalt Das Angebot „BaE – kooperatives Modell“ beginnt am 01.08.2022. Die Dauer des Angebotes beträgt grundsätzlich 36 Monate. Das Angebot endet spätestens mit dem Ende der individuellen Ausbildungszeit des letzten noch in dem Angebot verbliebenen T eilnehmenden. Im ersten Angebotsjahr sind 12 Plätze für T eilnehmende vorgesehen und im zweiten sowie im dritten Angebotsjahr jeweils 9 Plätze für T eilnehmende. Die T eilnehmerzahl ist ab dem zweiten Maßnahmenjahr reduziert, weil erfahrungsgemäß mit entsprechenden Abbrüchen zu rechnen ist. Die BaE können als kooperatives oder integratives Modell durchgeführt werden. Gegenstand der Ausschreibung sind BaE als kooperatives Modell, d.h. die fachtheoretische Unterweisung wird durch einen Bildungsträger durchgeführt und die fachpraktische Unterweisung in einem Kooperationsbetrieb. Während des Angebotsverlaufs sind alle Möglichkeiten wahrzunehmen, um den Übergang der T eilnehmenden / der Auszubildenden in ein betriebliches Ausbildungsverhältnis zu fördern. Das BaE kooperative Modell wird als praxisnäher bewertet, da die fachpraktische Unterweisung in einem Kooperationsbetrieb durchgeführt wird. Nur die fachtheoretische Unterweisung erfolgt beim Bildungsträger. Beim integrativen Modell erfolgt sowohl die fachtheoretische als auch die - 3 - V/0923/2021 fachpraktische Unterweisung beim Bildungsträger. Darüber hinaus ist bei einer Ausschreibung des integrativen Modells mit deutlich höheren Maßnahmekosten zu rechnen. Die Ausbildung umfasst neben den üblichen Ausbildungsinhalten insbesondere: Stütz- und Förderunterricht sozialpädagogische Begleitung Entwicklung und Förderung von Schlüsselkompetenzen Eingliederung/Integration der T eilnehmendenin eine betriebliche Ausbildung oder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Anschluss an die Ausbildung Durch den Stütz- und Förderunterricht soll der Erwerb von fachtheoretischen und allgemeinbildenden Kenntnissen (hier insbesondere Deutsch und Mathematik) abgesichert werden. Der Stütz- und Förderunterricht erfolgt in einem Stundenumfang von durchschnittlich drei Stunden (à 45 Min.) wöchentlichje T eilnehmenden. Das Ziel der sozialpädagogischen Begleitung ist die nachhaltige Stabilisierung der T eilnehmenden, um die dauerhafte Integration in eine betriebliche Ausbildung oder im Anschluss an die Ausbildung in den Arbeitsmarkt zu erreichen. Die sozialpädagogischeBegleitungerfolgt durchschnittlicheine Stunde (à 45 Min.) wöchentlichje T eilnehmenden. Die Entwicklung und Förderung von Schlüsselkompetenzen als berufsübergreifende Kompetenzen hat eine große Bedeutung, um die T eilnehmenden auf die wachsenden Anforderungen in der Arbeitswelt, z.B. im Bereich der Selbstorganisation und Problemlösung, vorzubereiten. Die Entwicklung von Kompetenzen im Rahmen einer ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung stellt eine Querschnittsaufgabe dar und ist während der Angebotsdurchführung gezielt zu fördern. Darüber hinaus beinhaltet das Angebot auch die Unterstützung der T eilnehmenden, möglichst frühzeitig in eine betriebliche Ausbildung oder nach Abschluss „BaE kooperatives Modell“ in eine versicherungspflichtige Beschäftigung zu wechseln. Zu diesem Zweck sind Ausbildungs- und Arbeitsstellen im erforderlichen Umfang zu akquirieren und die Eigenbemühungen der T eilnehmendenzu fördern. Es besteht die Möglichkeit der Optionsziehung. Sofern den Auftragnehmenden die Optionsziehung bis zum 30.04.2023 schriftlich mitgeteilt wird, beginnt das optionale Angebot am 01.08.2023. IV. Erfolgserwartung Die Bewertung des Erfolges des geplanten Angebotes erfolgt anhand des folgenden Indikators: Anzahl der zur Abschlussprüfung angemeldeten T eilnehmenden mit erfolgreich abgelegter Abschlussprüfung / Anzahl aller zur Abschlussprüfung angemeldeten T eilnehmenden Das Angebot „BaE – kooperatives Modell“ ist aus Sicht der Auftraggeberin erfolgreich, wenn 80% der zur Abschlussprüfung angemeldeten T eilnehmendendie Abschlussprüfung erfolgreich ablegen. In Vertretung gez. - 3 - V/0923/2021 Cornelia Wilkens Stadträtin
Anlage A
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Anlage A zur V/0923/2021 Kurzüberblick Das Angebot „Berufsausbildungen in einer außerbetrieblichen Einrichtung – kooperatives Modell“ richtet sich an förderungsbedürftige junge Menschen ohne berufliche Erstausbildung, die lernbeeinträchtigt oder sozial benachteiligt sind und wegen der in ihrer Person liegenden Gründe auch mit ausbildungsfördernden Leistungen nicht in eine Ausbildungsstelle in einen Betrieb vermittelt werden können. Damit Langzeitarbeitslosigkeit bereits bei jungen Menschen vermieden wird, soll ihnen durch die Möglichkeit einer außerbetrieblichen Berufsausbildung ermöglicht werden, eine betriebliche Ausbildung aufzunehmen und erfolgreich abzuschließen. Auch Auszubildende, deren betriebliches Berufsausbildungsverhältnis vorzeitig gelöst wurde, sollen die Möglichkeit erhalten, ihre Berufsausbildung nach §§ 78 ff. SGB III in einer außerbetrieblichen Einrichtung fortzusetzen, wenn zu erwarten ist, dass diese erfolgreich abgeschlossen werden kann. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit der Vorlage wird das Ziel verfolgt, den Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucher- schutz und Arbeitsförderung über das geplante arbeitsmarktpolitische Angebot „Berufsausbildungen in einer außerbetrieblichen Einrichtung – kooperatives Modell“ gemäß § 16 Abs. 1 Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II) i. V. m. § 76 ff. Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III) und §§ 4, 5 Abs. 2 ff. Berufsausbildungsgesetz (BBiG) / §§ 25, 26 Abs. 2 ff. Handwerksordnung zu informieren. Der Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung soll über den Bedarf der Beschaffung des geplanten arbeitsmarktpolitischen Angebotes entscheiden. Finanzierung Produktgruppe: 0501 Leistungen der Grundsicherung Das geplante arbeitsmarktpolitische Angebot wird aus Bundesmitteln (hier: Eingliederungstitel) finanziert. Der kommunale Haushalt wird nicht belastet. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig x überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Die Aufgabe beruht auf dem Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II) in Verbindung mit dem Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III). Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Das geplante arbeitsmarktpolitische Angebot vom Jobcenter der Stadt Münster richtet sich an förderungsbedürftige junge Menschen ohne berufliche Erstausbildung, die lernbeeinträchtigt oder sozial benachteiligt sind und wegen der in ihrer Person liegenden Gründe auch mit ausbildungsfördernden Leistungen nicht in eine Ausbildungsstelle in einen Betrieb vermittelt werden können. Im Fokus steht, eine dauerhafte Eingliederung bei jungen Menschen durch die Aufnahme und den Abschluss einer betrieblichen Ausbildung zu unterstützen und Langzeitarbeitslosigkeit zu vermeiden. Hiervon profitieren junge Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht, einer Migrationsvorgeschichte oder einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- V/0923/2021
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 16.12.2021
- Erstellt
- 15.12.2021 10:31