V/0930/2011
Unkonventionelle Erdgasförderung stoppen
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Anlage 1
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Anlage 1 zur Vorlage V/0930/2011 Anlage 1 zur Vorlage V/0930/2011
Berichtsvorlage
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V/0930/2011 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Grünflächen und Umweltschutz Betrifft Unkonventionelle Erdgasförderung stoppen Antrag der Fraktion DIE LINKE. A-R/0063/2011 vom 11.10.2011 Beratungsfolge 17.01.2012 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Bericht Bericht: Der Antrag, „Unkonventionelle Erdgasförderung stoppen“, A-R/0063/2011, vom 11.10.201 1 ( s. Anlage 1) der Fraktion DIE LINKE. zur sofortigen Beschlussfassung wurde vom Rat in seiner Sitzung am 19.10.2011 an den Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen verwiesen, o hne eine weitere Beschlussfassung in der Sache. In dem vorliegende n Bericht werden die aktuellen Entwicklungen seit der Vorlage V/0226/2011 (s. Anlage 2) dargestellt, die der Oberbürgermeister vor der o.g. Ratssitzung an die Vorsitzenden der Ratsfraktionen, der Rat sgruppe UWG/ÖDP und den Ratsherrn Powroznik sandte. Anlass der verschiedenen Anträge (s. Anlagen) in Münster ist der beantragte Betriebsplan für eine Bohrung im Gemeindegebiet Nordwalde und eine geplante Bohrung im Gemeindegebiet Drensteinfurt, verbunden mit der über die Landesgrenzen hinweg geführten Diskuss ion um die Förderung unkonve ntionellen Erdgases. Weder die erdgasfördernden Unternehmen noch die Fachbehörden auf Landesebene haben bisher zufriedenstellende Antworten zu relevanten Fr a- gestellungen aus den Bereichen der hydrogeologischen und ch emisch-toxikologischen Themen, des Grund- und Trinkwasserschutzes, des Landschaftsverbrauchs und der Anlagensicherheit etc. gegeben bzw. geben können. Auch die Proteste verschiedener Bürgerinitiativen haben dafür g e- sorgt, dass von Seiten des Landes Nordrhein -Westfalen, der Fa. ExxonMobil bis hin zum Bu n- desumweltministerium bzw. Umweltbundesamt Expertisen erarbeitet bzw. in Auftrag gegeben wurden. Die Aktivitäten: 1. Der einzige bisher in Nordrhein -Westfalen bei der Genehmigungsbehörde (Bezirksregie- rung Arnsberg) gestellte Betriebsplanantrag für eine Bohrung mit Frac-Option in Nordwal- de wird nicht vor dem Sommer 2012 entschieden (s. unter 3.), so die Mitteilung der B e- zirksregierung Arnsberg, geregelt im gemeinsamen Erlass des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Bau en, Wohnen und Verkehr ( MWEBWV) sowie des Ministeriums für Klim a- schutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur und Verbraucherschutz (MKULNV) des Landes Vorlagen-Nr.: V/0930/2011 Auskunft erteilt: Herr Muddemann Ruf: 492 67 79 E-Mail: Muddemann@stadt-muenster.de Datum: 04.01.2012 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0930/2011 Nordrhein-Westfalen vom 18. November 2011. Aktuell hat die Fa. ExxonMobil einen g e- änderten Betriebsplan eingerei cht. Im Rahmen der Erkundung in Nordwalde sollen nu n- mehr lediglich Bohrlochmessungen und Analysen der Durchlässigkeit (Permeabilität) der Kohleflöze durchgeführt werden. Unmittelbar im Anschluss daran wird die Bohrung verfüllt (Pressemitteilung von ExxonMobil vom 20.12.2011). 2. Die Bezirksregierung Arnsberg hat Vorschläge zur Änderung des Bergrechts vom 18.02.2011 mit dem Kernanliegen der Einführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung mit Öffentlichkeitsbeteiligung für bestimmte Bohrungen und weitere Vors chläge zur Änderung des BBergG erarbeitet. Das Kernanliegen ist in einem Verordnungsantrag des Landes NRW vom 29.06.2011 an den Bundesrat (Drucksache 388/11) enthalten. Der Antrag wu r- de im dortigen Wirtschaftsausschuss und Wohnungsbauausschuss am 08.09.201 1 b e- handelt. Der Umweltausschuss hat den Punkt vertagt. Bislang gibt es keine Rechtsänd e- rung. Insbesondere die Positionen der Länd er Niedersachsen und Nordrhein -Westfalen liegen weit auseinander. 3. Prüfung des technischen Verfahrens: Ein Gutachten mit Risikostudie zur Exploration und Gewinnung von Erdgas aus u n- konventionellen Lagerstätten in NRW des MKULNV. Die Ergebnisse sind zum So m- mer 2012 zu erwarten. Das Gutachten soll einen Überblick über die Art der Gasvorkommen geben, die Ris i- ken für Umwelt und Trinkwasser aufzeigen, einen Kriterienkatalog für Ausschlussg e- biete bieten, die Übertragbarkeit von Erfahrungen aus anderen Ländern bewerten und Öffentlichkeit und Genehmigungsbehörden eine Entscheidungsgrundlage an die Hand geben. Das Bundesumweltminist erium hat eine Studie zu den Auswirkungen von Fracing ausgeschrieben. Zum Mai 2012 sollen Ergebnisse vorliegen. Das Ergebnis soll eine Risikobewertung, eine Handlungsempfehlung und die Evalui e- rung bestehender rechtlicher Regelungen und Verwaltungsstrukturen sein. Ein weiteres Gutachten wird im Rahmen des Informations - und Dialogprozesses der ExxonMobil über die Sicherheit und Umweltverträglichkeit der Fracing-Technologie für die Erdgasgewinnung erstellt. Ergebnisse sollen Ende März 2012 vorliegen. 4. Dialoge mit Akteuren und Experten, an denen sich die Verwaltung und/oder die Stadtwer- ke Münster GmbH beteiligt: Die Bezirksregierung Arnsberg, als Bergbehörde für Nordrhein -Westfalen zuständig, hat ein Expertenfachgespräch am 23.03.2011 sowie zwei Informations- und Diskussionsver- anstaltungen mit Bürgerinitiativen und Naturschutzverbänden sowie Wasserversorgern und Wasserverbänden am 26.09.2011 durchgeführt. Die ExxonMobil hat einen u mfangreichen Dialog- und Informationsprozess mit Experten und Akteuren für die Aufsuchungsgebiete des Unternehmens in Niedersachsen und Nord- rhein-Westfalen gestartet. 5. Die festgesetzten Einzugsgebiete für die Trinkwassergewinnung der Stadt Münster sind nicht unmittelbar von Bohrungen betroffen. Aufsuchungserlaubnisse wurden für das Ei n- zugsgebiet des Haltener-Stausees erteilt, der das Herkunftsgebiet des Trinkwasserfrem d- bezugs für die Stadt Münster bildet. Ein Betriebsplanantrag für eine Bohrung im Einzug s- 3 V/0930/2011 gebiet wurde bisher nicht gestellt. Die Stadtwerke Münster GmbH betracht et die Entwick- lung zur Erdgasexploration mit großer Sorge, da sich hieraus ein Risikopotential für die künftige Trinkwasserversorgung entwickeln kann. Diese Bedenken beziehen sich bereits auf konventionelle Probebohrungen, gelten aber in noch stärkerem Maße für das fragliche Fracing. Daher hat das Unternehmen bereits im Januar 2011 seine kritische Haltung zur unkonventionellen Gasförderung bzw. zum Fracing im Umland von Münster in einem P o- sitionspapier gegenüber den Bezirksregierungen Arnsberg und Münster z um Ausdruck gebracht. Fazit: Seit Herbst 2010 wird das Thema unkonventionelle Gasförderung in der Öffentlichkeit sowie von wissenschaftlicher Seite diskutiert. Eine intensive Prüfung des Themas auf Landes- und Bundes- ebene in seiner Gesamtheit ist auf den Weg gebracht. Ergebnisse sind bis Mitte 2012 zu erwa r- ten. Wie schon in der Vorlage V/0226/2011 zum weiteren Vorgehen angekündigt, hat die Verwal- tung Informationen zur unkonventionellen Gasförderung im Münsterland auf der Homepage des Amtes für Grünflächen und Umweltschutz ein gestellt. Die Verwaltung wird n ach Vorlage des durch die Landesregierung beauftragten Gutachtens zur unkonventionellen Gasförderung im Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen berichten und d ie Anträge abschließend beantwor- ten. Aus Sicht der Verwaltung sind zuvor keine weiteren Aktivitäten oder Beschlüsse erforderlich. gez. Thomas Paal Stadtrat Anlagen
Anlage 2
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Anlage 2 zur Vorlage V/0930/2011 Anlage 2 zur Vorlage V/0930/2011 Anlage 2 zur Vorlage V/0930/2011
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0930/2011
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 22.12.2011
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37