1485/2022
Europäische Hauptstadt für Integration und Vielfalt
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Mitteilung Ausschuss
6172 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle OB/16/161 Vorlagen-Nummer 09.05.2022 1485/2022 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales 10.05.2022 Integrationsrat 10.05.2022 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 12.05.2022 Wirtschaftsausschuss 12.05.2022 Ausschuss Kunst und Kultur 31.05.2022 Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 13.06.2022 Stadtarbeitsgemeinschaft Lesben, Schwule und Transgender 14.06.2022 Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik 23.06.2022 Stadtarbeitsgemeinschaft Seniorenpolitik 28.10.2022 Europäische Hauptstadt für Integration und Vielfalt Die EU-Kommission hat die Stadt Köln für ihr Engagement für Integration und Vielfalt und gegen Dis- kriminierung ausgezeichnet. Zum ersten Mal wurde im April 2022 der Preis „European Capitals of Inclusion and Diversity“ (Europäische Hauptstadt der Integration und Vielfalt) verliehen. Die Stadt Köln wurde für ihr Engagement mit Gold vor den Städten Göteborg (Silber) und Barcelona (Bronze) ausgezeichnet. Mit der Einrichtung eines Amtes für Integration und Vielfalt sowie zielgruppenspezifischen Gremien und Handlungskonzepten, die partizipativ erarbeitet wurden, stärkt die Stadt Köln die politische Selbstbestimmung im Leben von Menschen oder Gemeinschaften (Empowerment) durch entspre- chende Strategien und Maßnahmen. Die Stadt hat Vielfalt und Integration zu zentralen Themen ge- macht, die sich in vielen Grundlagenpapieren und Konzepten wiederfinden. Dieser Ansatz wird mit dem nun verliehenen Preis als europaweit einzigartig ausgezeichnet. Seitens der Jury wurde insbesondere der umfassende sowie intersektionale Ansatz der Stadt Köln gelobt, der Vielfalt in allen Dimensionen wahrnimmt und Diskriminierung entschlossen entgegen tritt. Es wurde ausdrücklich unterstrichen, dass sich die gesamte Arbeit der Stadt zu Gleichstellung, Teil- habe, Vielfalt und Antidiskriminierung an nationalen und internationalen Standards, einschließlich der Standards der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA), orientiert. Die Juror*innen waren sich einig, dass die Maßnahmen der Stadt Köln sehr engagiert sind. Sie schätzten besonders die langfristige Vision, die die Stadt u.a. in den Aktionsplänen und Stadtstrategien zeichnet. So ist das Diversity Management Teil der städtischen Gesamtstrategie und des Personalmanagements und spiegelt sich u.a. in den Leitlinien für Führung und Zusammenarbeit wider. 2 In nahezu allen Vielfaltsdimensionen gibt es gesamtstädtische Handlungskonzepte, u.a. das Diversi- ty-Konzept, der LSBTI-Aktionsplan, das Integrationskonzept sowie die Handlungskonzepte Behinder- tenpolitik, Guter Lebensabend NRW, Kinderfreundliche Kommune, der Gleichstellungsplan sowie die Gleichstellungsaktionspläne gemäß EU-Charta der Gleichstellung. Die städtischen Handlungskonzep- te ermöglichen den jeweiligen Zielgruppen die Mitgestaltung an den Maßnahmen und Zielen, die ihre Lebensbereiche betreffen. Sie bieten Transparenz und bei Nichteinhaltung eine schriftliche Grundlage für Beschwerden und Forderungen. Darüber hinaus verfügt die Stadt Köln über verschiedene Beteili- gungs-, Informations- und Beschwerdemöglichkeiten. Darüber hinaus wurde die nationale und internationale Netzwerkarbeit lobend hervorgehoben, die dazu beiträgt, den intersektionalen und menschenrechtsorientierten Ansatz über die Stadtgrenzen hinaus zu verbreiten. Diesen Ansatz vertritt die Stadt insbesondere in folgenden Netzwerken: Euro- pean Coalition of Cities against Racism - ECCAR (2008), Rainbow Cities Network (Gründungsmit- glied), Diversity-Netzwerk der Kommunal- und Landesverwaltungen (Gründerin), Bundesnetzwerk der kommunalen LSBTIQ-Stellen, Bundesweiter Qualitätszirkel Integration, Bündnis Städte Sicherer Hä- fen (Beitritt 2019). Anerkennung fand auch, dass die Stadt die Auswirkungen ihrer Arbeit evaluiert, um diese bedarfsge- recht weiterzuentwickeln und Erfolge messbar zu machen. Die Evaluationen werden genutzt, um die Wirksamkeit der in den Handlungskonzepten formulierten Ziele zu validieren oder diese entsprechend anzupassen. Dazu entwickelt die Stadt Köln kontinuierlich ihre Datenbasis zur Diskriminierung mit Forschungseinrichtungen und Expert*innen der Zivilgesellschaft weiter. In ihrer Entscheidung hebt die Jury hervor, dass Köln starke Partnerschaften aufgebaut hat, u.a. mit zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie Bildungs- und Forschungseinrichtungen. Mit den Stadt- arbeitsgemeinschaften Lesben, Schwule und Transgender (LST), Behindertenpolitik und Seniorenpo- litik sowie dem Integrationsrat setzt die Stadt Köln auf Empowerment. Diese Gremien ermöglichen von Diskriminierung betroffenen Gruppen politische Partizipation. Der Runde Tisch für Flüchtlingsfra- gen bestehend aus Expert*innen berät die Politik und Verwaltung zu flüchtlingspolitischen Fragen. In diesen Gremien sind Vertreter*innen von Organisationen und Selbsthilfegruppen vertreten, die sich für die Belange der Zielgruppen stark machen und im politischen Entscheidungsprozess partizipieren. Auch der Rat der Religionen unter dem Vorsitz der Oberbürgermeisterin wirkt entscheidend für das friedliche Zusammenleben der Menschen aus vielen Religions- und Glaubensgemeinschaften mit. Diese Einbeziehung von Gruppen, die am stärksten von politischen Entscheidungen und der Ent- scheidungsfindung selbst betroffen sind, wird durch die Kommission und die Jury ebenfalls hervorge- hoben. Der Preis wurde durch die EU-Kommissarin für Gleichstellung, Helena Dalli, in Anwesenheit des Bür- germeisters Dr. Ralph Elster vergeben. Die Europäische Kommission hat für die Vorbewertungsphase unabhängige Sachverständige ernannt, um aus über 80 Bewerbungen die Finalisten zu bestimmen. Für die Endauswahlphase wurden fünf Mitglieder aus folgenden europäischen Nichtregierungsorgani- sationen benannt: European Youth Forum, European Network of Equality Bodies, European Roma Grassroot Organisations, The International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association und European Disability Forum. Gez. Reker
Beratungsverlauf (9)
Beschluss: Kenntnis genommen
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Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1485/2022
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 09.05.2022
- Erstellt
- 03.05.2022 12:26