V/0923/2007
Digitale Bodenbelastungskarte der Stadt Münster
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Anlage 3
71 Zeichen
Flächenhafte Verteilung ausgesuchter Schadstoffe im Oberboden Anlage 3
Anlage 1
12369 Zeichen
Anlage 1
zur Vorlage V/0923/2007
Bericht über die digitale Bodenbelastungskarte der Stadt Münster
Anlass /Vorbemerkungen
Die Kreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-West falen können zur Wahrnehmung der behördli-
chen Ermittlungspflicht nach § 5 Landesbodenschutzg esetz (LBodSchG) Bodenbelastungskarten
erstellen. Die Stadt Münster hat zunächst die Fläch en im Außenbereich von 2000 bis 2003 und
anschließend den Siedlungsbereich von 2003 bis 2006 untersucht. In einem Zwischenbericht im
Mai 2003 (Vorlage AUB 319/2003) sind die Ergebnisse zur Untersuchung des Außenbereichs so-
wie zur Konzeption der Arbeiten im Siedlungsbereich berichtet worden. Die Maßnahme wurde mit
80 Prozent der Gesamtkosten über das Förderprogramm zur „Durchführung von Untersuchungen
auf schädliche Bodenveränderungen“ vom Land NRW gefördert. Dieser Bericht stellt die Ergebnis-
se der Gutachten gemeinsam dar.
Ziel und Umfang der Untersuchungen
Ziel der digitalen Bodenbelastungskarte für das Sta dtgebiet Münster ist die Abschätzung der flä-
chenhaften Bodenbelastung mit persistenten Schadsto ffen Arsen, Blei, Cadmium, Chrom, Kupfer,
Nickel, Quecksilber, Zink sowie den PAK (Polycyclis che aromatische Kohlenwasserstoffe). Die
Reichweite der Bodenbelastungskarte erstreckt sich auf den Oberboden sowie den Unterboden bis
höchstens 1m Tiefe.
Insgesamt wurden im Rahmen von drei Probenahmekampa gnen an 359 Standorten 917 Misch-
proben entnommen und 663 Analysen durchgeführt. Die Untersuchung des Außenbereichs konnte
durch Daten aus den Untersuchungen zum Schwermetall kataster aus dem Jahre 1986 um 381
Standorte ergänzt werden.
Methodisches Vorgehen
Im Hinblick auf die Nutzungen standen im Außenberei ch Acker, Wiesen sowie Wald und im Sied-
lungsbereich Einzelhäuser, Reihenhäuser, Geschoss-/ Blockbebauung, öffentliche Einrichtungen,
Gewerbeflächen, Park-/Grün- und Kleingartenanlagen, Spiel-/Sportanlagen, Großformbebauung,
dicht bebaute Kerngebiete sowie Streusiedlungen im Mittelpunkt des Interesses. Nicht berücksich-
tigt wurden insbesondere Gewässer, Altlasten bzw. a ltlastenverdächtige Flächen sowie stark ver-
siegelte Bereiche.
Grundsätzlich wurde eine Abschätzung der flächenhaf ten Bodenbelastung zwischen punktbezoge-
nen Probenahmestellen (durch Interpolation) berechn et. Im Siedlungsbereich wurde zunächst so-
wohl der raumanalytische Ansatz (Kartierung der Nut zungen in drei Zeitschnitten) als auch die
Ansätze zur Erfassung der immissionsbezogenen (Eintrag von Stoffen über den Luftpfad) und sub-
stratbezogenen (belastete Inhaltsstoffe im Boden) B odenbelastung angewandt. Als Ergebnis der
Arbeiten im Testgebiet ist für den übrigen Siedlung sbereich auf die separate Erfassung der immis-
sionsbezogenen Bodenbelastung verzichtet worden. Da im Testgebiet weder die Immission noch
technogene Substrate –bezogen auf den Oberboden - a ls Ursache der Bodenbelastung dominie-
ren, sondern sich beide Einflussfaktoren gleichgewi chtig in den gefundenen Gehalten widerspie-
geln.
Innerhalb des Siedlungsbereichs ist der raumanalytische Ansatz über das Testgebiet hinaus weiter
verfolgt worden. Die nach Nutzung und Alter der Sta ndorte differenzierende Auswertung ergab für
einige Parameter deutliche Unterschiede. So zeigte sich beispielsweise, dass die älteren Standorte
(z.B. Wohnnutzung bereits vor dem 2. Weltkrieg) für Blei und die PAK in der Regel höhere Belas-
tungen aufweisen als die mittleren (2. Weltkrieg bi s Ende der 1960er Jahre) oder gar die jüngeren
Standorte (Anfang der 1970er Jahre und jünger). Die Unterschiede waren aber nur teilweise signi-
fikant. Soweit signifikante Unterschiede festgestellt werden konnten, erfolgte eine Standardisierung
der Daten um somit eine verbesserte Vergleichbarkei t der Daten im Vorfeld einer Interpolation zu
erreichen. Diese Standardisierung führte jedoch in der Regel nicht zu einer Verbesserung der In-
terpolierbarkeit, so dass darauf verzichtet wurde.
Ergebnisse
Die Vielzahl der in Münster angetroffenen Bodentypen lässt sich in drei Hauptgruppen differen-
zieren:
Anlage 1
zur Vorlage V/0923/2007
• Anthropogene Auftragsböden (Deposole), die mindest ens 60 cm Auftrag aus ortsfremden
Bodenmaterial, technogenen Komponenten (z.B. Aschen , Bauschutt) oder einer Mischung
von beiden aufweisen und in der Regel bereits eine Profildifferenzierung und damit Anzei-
chen einer Bodenentwicklung erkennen lassen.
• Gartenböden (Kultosole), die einer langjährigen gä rtnerischen bzw. landbaulichen Nutzung
unterlagen und einen humosen Oberboden von mindestens 40 cm aufweisen
• Natürliche Böden – vornehmlich Braunerden, Pseudog leye, Gleye -
Eine eindeutige Tendenz lässt sich aus der räumlich en Verteilung der Auftragsböden, Gartenbö-
den (Kultosole) und natürlichen Böden im Siedlungsb ereich nicht erkennen. Es deutet sich aller-
dings an, dass die Auftragsböden und Gartenböden im Stadtkern und den unmittelbar angrenzen-
den Gebieten überwiegen, während die natürlichen Bo dentypen dort stärker zurücktreten. Im Au-
ßenbereich überwiegen die natürlichen Böden, die Au ftragsböden und Gartenböden treten stark
zurück.
Von den 800 genommen Proben im Siedlungsbereich ent halten etwa 55 % technogene Beimen-
gungen. Dabei treten diejenigen Hauptkomponentengru ppen hervor, die in Münster zu erwarten
sind: Bauschutt (häufig Kriegstrümmerschutt) und As chen (häufig zu Düngungszwecken einge-
setzte koksartige Hausbrandaschen). Bergematerial und insbesondere Schlacken spielen Mangels
montanindustrieller Schwerpunktbildung in Münster e ine untergeordnete Rolle. Im Außenbereich
sind ausschließlich natürliche Böden ohne technogene Beimengungen beprobt worden.
Ergebnisse der chemischen Analysen
Insgesamt liegen die Gehalte für alle untersuchten Parameter bei relativ niedrigen Werten (s. An-
lage 2). Einen Überblick der flächenhaften Schätzungen der Bodenbelastung im Stadtgebiet Müns-
ter gibt die Anlage 3. Insgesamt zeigt sich eine Tendenz abnehmender Gehalte vom Zentrum des
Stadtgebietes in Richtung Peripherie. Dabei ist der Gradient für die verschiedenen Paramter unter-
schiedlich ausgeprägt. So finden sich großflächig nördlich von Nienberge etwas höhere Gehalte an
Cadmium (> 0,4 – 1 mg/kg), Nickel (>15 – 30 mg/kg) und Chrom (>30 – 60 mg/kg) und für Cadmi-
um auch westlich von Roxel. Geringfügig höhere Gehalte an Kupfer (>20 – 40 mg/kg) treten im
Innenstadtbereich auf. Höhere Bleigehalte (>70 mg/kg) treten östlich von Nienberge, südlich von
Gievenbeck und an der südlichen Stadtgrenze sowie im Stadtzentrum auf. Auch die höheren Ge-
halte der polyzyklisch aromatischen Kohlenwasserstoffe (>3 mg/kg;) treten wie die höchsten Blei-
gehalte im Siedlungsbereich auf. Für Blei nehmen die geschätzten Gehalte von der Altstadt aus-
gehend in alle Richtungen kontinuierlich, mit Ausnahme der Waldflächen, ab. Areale mit höheren
Zinkgehalten (>60 – 150 mg/kg) treten flächendeckend nördlich und südlich der Innenstadt sowie
innerhalb der Innenstadt selbst auf. Daneben sind auch die Überschwemmungsgebiete von Fließ-
gewässern betroffen. Geringfügig höhere Quecksilbergehalte (>0,1 – 0,5 mg/kg) sind fast flächen-
deckend zu finden.
Die Überschwemmungsgebiete des Emmerbachs, des Gievenbachs, der Werse und der Aa wei-
sen für die Parameter Arsen, Cadmium, Chrom, Nickel, Zink und die Polyzyklisch aromatischen
Kohlenwasserstoffe höhere Gehalte auf, als Gebiete ohne Überschwemmungseinfluss. Im Sied-
lungsbereich sind die durchschnittlichen Gehalte für Benzo(a)pyren bzw. der Summe der Polyzyk-
lisch aromatischen Kohlenwasserstoffe ist ca. dreimal höher gegenüber dem Außenbereich. Auf
insgesamt niedrigem Niveau wird dennoch der anthropogene Einfluss auf die Bodenbelastung im
Siedlungsbereich deutlich.
Bewertung der Bodenbelastung
Im Vergleich zu den landesweiten Hintergrundwerten liegt die Belastung des Stadtgebietes
Münster unterhalb der in NRW üblichen Hintergrundbelastung (s. Tabelle 1 ). Für die Nutzungen
Wald, Acker, Grünland ohne Überschwemmungseinfluss und den Siedlungsbereich liegen die lo-
kalen Hintergrundwerte zwischen 10 bis 80 % unterhalb der landesweiten Hintergrundwerte. Die
Parameter B(a)P (Benzo-a-pyren) und Hg (Quecksilber) überschreiten die landesweiten Hinter-
grundgehalte für die Nutzungen Acker zwischen 20 und 30 % bezogen auf das 50. Perzentil. In-
nerhalb der Nutzung Grünland überschreiten die Parameter Arsen, Cadmium, Quecksilber, Nickel
und Zink das 90. Perzentil bis zu 50 %, wenn ausschließlich Standorte mit Überschwemmungsein-
Anlage 1
zur Vorlage V/0923/2007
fluss betrachtet werden. Dies unterstreicht die Relevanz des oben genannten Überschwemmungs-
einfluss.
Tabelle 1 Über- bzw. Unterschreitung der lokalen Hintergrundwerte im Vergleich zu lan-
desweiten Hintergrundgehalten (Überschreitung fett gedruckt)
Gemäß Bundesbodenschutzverordnung ist das Entstehen schädlicher Bodenveränderungen in der
Regel zu besorgen, wenn Schadstoffgehalte gemessen werden, die die Vorsorgewerte über-
schreiten. Es handelt sich um Beurteilungswerte im Rahmen des vorsorgenden Schutzes der Bo-
denfunktionen. Dabei ist zu beachten, dass für große Bereiche des Stadtgebietes der strenge, für
die Hauptbodenart Sand gültige Wert zugrunde gelegt werden muss. Insgesamt dominieren die
Areale mit Unterschreitung der Vorsorgewerte für die Schadstoffe Cadmium (Cd), Chrom (Cr),
Kupfer (Cu) und Nickel (Ni) im Außen- und Siedlungsbereich (ca. 10 % des Stadtgebietes). Im
Siedlungsbereich jedoch sind auf ca. 60 % des Bereiches die Vorsorgewerte für Quecksilber (Hg)
und Zink (Zn) überschritten, für Blei sind es ca. 40 % (s. Anlage 4). Große Flächenanteile zeigen
eine Überschreitung von zumindest einem Vorsorgewert (ca. 70 %). Es überrascht nicht, dass im
Stadtkern die größte Überschreitungshäufigkeit zu finden ist.
Nach den Berechnungen ist im Siedlungsbereich der Stadt Münster von großflächig siedlungsbe-
dingt erhöhten Schadstoffgehalten im Boden auszugehen.
Flächenhafte Überschreitungen der Prüfwerte als gefahrenbezogene Beurteilungswerte der
BBodSchV konnten hingegen nicht festgestellt werden. Es ergeben sich somit keine Anhaltspunkte
für das Vorliegen schädlicher Bodenveränderungen.
Innerhalb des Siedlungsbereichs treten bei den Messwerten selbst Überschreitungen der Prüfwer-
te in einigen Fällen insbesondere im Hinblick auf Blei und vor allem Benzo(a)pyren auf. Dabei sind
aber häufig untere Bodenhorizonte oder weniger sensible Nutzungen betroffen. In fünf Fällen wa-
ren allerdings auf Grund der vorgefundenen Belastung von der Unteren Bodenschutzbehörde wei-
tergehende Sachverhaltsermittlungen durchzuführen. Unter Berücksichtigung der aktuellen Nut-
zung auf den jeweiligen Flächen waren jedoch keine Maßnahmen notwendig. Die Grundstücksei-
gentümer sind über die Belastungen informiert worden.
Für das Auf- und Einbringen von Materialien in den Boden steht der zuständigen Behörde jetzt mit
den Karten des Vorsorgewertesvergleichs eine Entscheidungsgrundlage zur Verfügung. Sofern
nämlich am Entnahmeort die Vorsorgewerte gemäß BBodSchV unterschritten werden, besteht
auch am Aufbringungsort nicht die Besorgnis des Entstehens schädlicher Bodenveränderungen.
Umgekehrt ergeben sich in Gebieten mit Vorsorgewertüberschreitungen entsprechende Ein-
schränkungen für das Auf- und Einbringen von Bodenmaterial. Soweit Umlagerungen innerhalb
der Gebiete vergleichbar erhöhter Belastung stattfinden und keine zusätzlichen Beeinträchtigun-
gen der Bodenfunktionen erfolgen, können dort weiterhin Erleichterungen von Untersuchungs-
pflichten zugelassen werden.
Abweichung in % vom NRW -weiten
Hintergrundwert As Cd Cr Cu Hg Ni Pb Zn B(a)P
Acker
50.Perzentil -43 -55 -43 -40 20 71 -33 -47 17
90.Perzentil -45 -57 -33 -25 11 -58 -35 -48 -29
Grünland
50.Perzentil -29 -42 -34 -39 -1 -40 -17 -31 50 ohne Überschwemmung
90.Perzentil -20 -41 -42 -34 -16 -32 -48 -36 0
50.Perzentil -6 -12 -2 -24 27 -3 -1 22 130 mit Über-schwemmung
90.Perzentil 50 48 24 -32 13 11 1 10 -26
Wald
50.Perzentil -64 -68 -71 -45 -18 -75 -36 -50 -47
90.Perzentil -77 -68 -79 -56 -16 -76 -55 -53 -76
Siedlungsbereich
50.Perzentil -51 -66 -50 -59 -27 -57 -49 -65 -24
90.Perzentil -53 -67 -70 -74 -46 -69 -40 -65 -11
Anlage 2
591 Zeichen
Schadstoffgehalte im Oberboden der Untersuchungsstandorte Anlage 2 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 mg/kg As Cr Cu Ni Pb Zn PAK Parameter Siedlungsbereich Außenbereich 0 0,05 0,1 0,15 0,2 0,25 0,3 mg/kg Cd Hg BaP Parameter Siedlungsbereich Außenbereich Arithmetische Mittelwerte der Schadstoffe im Oberboden Siedlungsbereich n = 252), Außenbereich n = 454 As = Arsen, Cr = Chrom, Cu = Kupfer, Ni = Nickel, Pb = Blei, Hg = Quecksilber Zn = Zink, Cd = Cadmium, BaP = Benzo(a)pyren, PAK= Summe der untersuch- ten polyzyklisch aromatischen Kohlenwasserstoffe
Anlage 4
324 Zeichen
Flächenhafte Überschreitung der Vorsorgewerte im Oberboden Anlage 4 0 10 20 30 40 50 60 70 Cd Cr Cu Hg Ni Pb Zn BaP Siedlungsbereich Anteil [% ] Außenbereich Anteil [% ] Überschreitung der Vorsorgewerte nach Schadstoffen und Flächenanteilen in %
Berichtsvorlage
4248 Zeichen
V/0923/2007 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Grünflächen und Umweltschutz Betrifft Digitale Bodenbelastungskarte der Stadt Münster Beratungsfolge 15.01.2008 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Bericht Bericht: Mit diesem Bericht werden die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchungen zur flächendecken- den Bodenbelastung in Münster vorgestellt. Die digitale Bodenbelastungskarte (BBK) ist in zwei Schritten, dem Außenbereich von 2000 bis 2003 und dem Siedlungsbereich von 2003 bis 2006 erarbeitet worden. In den Anlagen 1 bis 4 sind die Ergebnisse und die Vorgehensweisen zu- sammenfassend und detailliert beschrieben. Der Bericht stellt die Untersuchungen des Außenbe- reichs und des Siedlungsbereichs gemeinsam vor. Über die Untersuchungen des Außenbereichs habe ich im Mai 2003 mit der Vorlage AUB 319/2003 berichtet. Die Erarbeitung der BBK wurde mit 80 Prozent der Gesamtkosten über das Förderprogramm zur „Durchführung von Untersu- chungen auf schädliche Bodenveränderungen“ vom Land NRW gefördert. Im Rahmen des Untersuchungsvorhabens wurden im Boden die Gehalte von Schwermetallen und organischen Schadstoffen wie z. B. Blei und Benzo(a)pyren betrachtet. Die Nutzungen Grün- land, Acker und Wald bilden den Schwerpunkt im Außenbereich. Im Siedlungsbereich standen Nutzungstypen, wie z.B. Einzelhäuser und Reihenhäuser, Geschoss- und Blockbebauung, öf- fentliche Einrichtungen, Gewerbeflächen, Grünlagen, Kleingartenanlagen sowie Spiel- und Sportanlagen im Mittelpunkt des Interesses. Ebenso wurden die Nutzungen Großformbebauung, dicht bebaute Kerngebiete sowie Streusiedlungen mit einbezogen. Insgesamt wurden im Rah- men von drei Probenahmekampagnen an 359 Standorten 917 Mischproben entnommen und 663 Analysen durchgeführt. Die Untersuchung des Außenbereichs konnte durch Daten aus den Un- tersuchungen zum Schwermetallkataster aus dem Jahre 1986 um 381 Standorte ergänzt werden. Die flächenhaften Schätzungen der Bodenbelastungskarte beziehen sich auf den Oberboden bis 30 cm Tiefe. Altlasten und altlastenverdächtige Flächen sowie stark versiegelte Flächen sind nicht Gegenstand der Untersuchungen. Die wichtigsten Ergebnisse sind: • Das Schadstoffniveau in Böden der Stadt ist als eher gering zu bezeichnen, wobei die Be- lastungen vom Stadtzentrum zur Peripherie hin abnehmen. Vorlagen-Nr.: V/0923/2007 Auskunft erteilt: Herr Muddemann Ruf: 492 67 79 E-Mail: Muddemann@stadt-muenster.de Datum: 06.11.2007 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0923/2007 • Im zentralen Siedlungsbereich ist von großflächig erhöhten Schadstoffgehalten im Boden auszugehen. • Es bestehen keine Anhaltspunkte für das Vorliegen von Flächen mit schädlichen Boden- veränderungen. Flächenhafte Überschreitungen der Prüfwerte (Gefahrenwerte) der Bun- des-Bodenschutzverordnung (BBodSchV) konnten nicht festgestellt werden. • Im Siedlungsbereich treten bei den Messwerten in einigen Fällen Überschreitungen der Prüfwerte der BBodSchV insbesondere für Blei und vor allem Benzo(a)pyren auf. Dabei sind aber häufig untere Horizonte oder weniger sensible Nutzungen betroffen. • In den Überschwemmungsgebieten ist das Belastungsniveau insgesamt höher. Eine De- tailbetrachtung ist daher im Bereich der Überschwemmungsgebiete (z.B. der Aa) erforder- lich. • Für die Bauleitplanung ist fest zuhalten, dass keine Hinweise gefunden wurden die eine multifunktionale Nutzung der Flächen aufgrund von großflächigen Schadstoffbelastungen einschränken. Mit Vorliegen der flächendeckenden Bodenbelastungskarte steht der Umweltbehörde somit eine neue Arbeitsgrundlage zur Verfügung. Die Umweltbehörde prüft zurzeit, ob für Gebiete mit erhöh- ten Schadstoffgehalten (z.B. zentraler Siedlungsbereich oder Überschwemmungsgebiete) ge- bietsspezifische Beurteilungswerte abzuleiten sind. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden über das Umweltkataster ins Internet eingestellt. gez. Thomas Paal Stadtrat Anlagen: 1. Bericht zur digitalen Bodenbelastungskarte der Stadt Münster 2. Schadstoffgehalte im Oberboden der Untersuchungsstandorte 3. Flächenhafte Verteilung ausgesuchter Schadstoffe im Oberboden 4. Flächenhafte Überschreitung der Vorsorgewerte im Oberboden
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (1)
- Werse
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0923/2007
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 12.11.2007
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37