0375/2023
Diversität in den städtischen kulturellen Institutionen
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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*Korrektur vom 22.02.2023: das falsche Sitzungsdatum ist eingetragen worden Dezernat, Dienststelle VII/VII/2 Vorlagen-Nummer 26.01.2023 Korrekturdatum: 22.02.2023 0375/2023 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 31.01.2023 Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 06.02.2023 Integrationsrat 28.02.2023 Stadtarbeitsgemeinschaft Queerpolitik 09.03.2023* Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik 09.05.2023 Diversität in den städtischen kulturellen Institutionen Die Stadt Köln und die demokratischen Fraktionen sehen sich in der Verantwortung, allen Personen und Gruppen der Stadtgesellschaft Teilhabe zu ermöglichen. Die Stadt Köln hat im März 2007 die Charta der Vielfalt unterschrieben, gleichzeitig hat sie Diversität als wichtigen Fokus auch in ihrer Stadtstrategie verankert. Mit Ratsbeschluss vom 20. Dezember 2016 hat die Stadt Köln ein Diversity Management entwickelt und ein entsprechendes Büro eingerich- tet. Im Zuge dieses Prozesses sollten die Gesamtheit der Verwaltungsmitarbeitenden sowie die in Köln lebenden Menschen bei der Umsetzung der Diversity-Strategie in den Blick ge- nommen werden. Darüber hinaus stellt das „Leitbild für kulturelle Teilhabe und Vielfalt“ eine schriftliche Absichtserklärung dar, in der die städtischen kulturellen Institutionen (Museen, Bühnen, Orchester, Bibliotheken, Archive) gemeinsam Ziele formulieren, um in Zukunft kultu- relle Teilhabe und Vielfalt in ihren Häusern zu gewährleisten, zu fördern und auszubauen. Das Leitbild formuliert Handlungsfelder und Handlungsempfehlungen, an denen sich alle Kulturak- teure – städtische wie freie – orientieren sollen. Vor diesem Hintergrund fragen die Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, CDU und Volt: Welche Konzepte verfolgen bzw. entwickeln die städtischen Kulturinstitutionen bzgl. Diversity Management innerhalb der Kulturinstitutionen? Welche Konzepte verfolgen die städtischen Kulturinstitutionen für die kulturelle Öffnung hin- sichtlich Publikumsbesuchen und Presse? Sollten hier bereits konkrete Maßnahmen vorliegen, würden wir gern wissen, welche das sind und/oder in welchem Zeitrahmen diese umgesetzt werden. Wurden die Maßnahmen evaluiert? Wenn ja, könnte die Verwaltung die Ergebnisse darlegen? Wenn nein, bitten wir um zeitnahe Erhebungen. 2 Antwort der Verwaltung: Antworten der Verwaltung sind im Anhang zusammengefasst (Anlage 1). Gez. Charles
Anlage 2 (Vorab-) Auszug Niederschrift Ausschuss Kunst und Kultur
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Geschäftsführung Ausschuss Kunst und Kultur Herr Weis Telefon: (0221) 221-23657 Fax: (0221) 221-24141 E-Mail: Manuel.Weis@STADT- KOELN.DE Datum: 01.02.2023 Auszug aus dem Entwurf der Niederschrift der 15. Sitzung des Ausschusses Kunst und Kultur vom 31.01.2023 öffentlich 10.2 Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der Fraktionen Bündnis90/Die Grünen, CDU, Volt: Diversität in den städtischen kulturellen Institutio- nen 0375/2023 Die Ausschussmitglieder*innen bitten um die Erweiterung der Beratungsfolge um fol- gende Ausschüsse: Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern Stadtarbeitsgemeinschaft Queerpolitik Der Ausschuss für Kunst und Kultur nimmt die Beantwortung zur Kenntnis.
XXX Altfassung vom 22.02.2023
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Dezernat, Dienststelle VII/VII/2 Vorlagen-Nummer 26.01.2023 0375/2023 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 31.01.2023 Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 06.02.2023 Stadtarbeitsgemeinschaft Queerpolitik 13.06.2023 Diversität in den städtischen kulturellen Institutionen Die Stadt Köln und die demokratischen Fraktionen sehen sich in der Verantwortung, allen Per- sonen und Gruppen der Stadtgesellschaft Teilhabe zu ermöglichen. Die Stadt Köln hat im März 2007 die Charta der Vielfalt unterschrieben, gleichzeitig hat sie Diversität als wichtigen Fokus auch in ihrer Stadtstrategie verankert. Mit Ratsbeschluss vom 20. Dezember 2016 hat die Stadt Köln ein Diversity Management entwickelt und ein entsprechendes Büro eingerich- tet. Im Zuge dieses Prozesses sollten die Gesamtheit der Verwaltungsmitarbeitenden sowie die in Köln lebenden Menschen bei der Umsetzung der Diversity-Strategie in den Blick ge- nommen werden. Darüber hinaus stellt das „Leitbild für kulturelle Teilhabe und Vielfalt“ eine schriftliche Absichtserklärung dar, in der die städtischen kulturellen Institutionen (Museen, Bühnen, Orchester, Bibliotheken, Archive) gemeinsam Ziele formulieren, um in Zukunft kultu- relle Teilhabe und Vielfalt in ihren Häusern zu gewährleisten, zu fördern und auszubauen. Das Leitbild formuliert Handlungsfelder und Handlungsempfehlungen, an denen sich alle Kulturak- teure – städtische wie freie – orientieren sollen. Vor diesem Hintergrund fragen die Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, CDU und Volt: Welche Konzepte verfolgen bzw. entwickeln die städtischen Kulturinstitutionen bzgl. Diversity Management innerhalb der Kulturinstitutionen? Welche Konzepte verfolgen die städtischen Kulturinstitutionen für die kulturelle Öffnung hin- sichtlich Publikumsbesuchen und Presse? Sollten hier bereits konkrete Maßnahmen vorliegen, würden wir gern wissen, welche das sind und/oder in welchem Zeitrahmen diese umgesetzt werden. Wurden die Maßnahmen evaluiert? Wenn ja, könnte die Verwaltung die Ergebnisse darlegen? Wenn nein, bitten wir um zeitnahe Erhebungen. Antwort der Verwaltung: Antworten der Verwaltung sind im Anhang zusammengefasst (Anlage 1). Gez. Charles
Anlage 3 (Vorab-) Auszug Niederschrift vom Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern
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Geschäftsführung Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern Herr Neweling Telefon: (0221) 221 26348 Fax: (0221) 221 26462 E-Mail: frank.neweling@stadt-koeln.de Datum: 21.03.2023 Auszug aus dem Entwurf der Niederschrift der 15. Sitzung des Ausschusses für die Gleichstellung von Frauen und Männern vom 20.03.2023 öffentlich 4.1 Diversität in den städtischen kulturellen Institutionen 0375/2023 Dr. Marita Alami, Sachkundige Einwohnerin, beda nkt sich für die umfangreiche Ant- wort auf die Anfrage zur Diversität in den städtischen kulturellen Institutionen. Zeigt sie doch das erhebliche Engagement der Einrichtungen für kulturelle Teilhabe und Viel- falt. An dieser Stelle richtet die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen einen großen Dank an die Kölner Museen, die sich dieses Jahr wieder mit einem spannenden Sonderpro- gramm zum Weltfrauentag engagiert haben. Das aktuelle Thema war: ‚Rolle und Selbstverständnis von Frauen in der Kunst‘. Damit wird deutlich, dass sowohl Diversity-Mainstreaming als auch Gender- Mainstreaming unabdingbar sind, wenn wir allen Teilen der Bevölkerung gerecht wer- den und Benachteiligungen abbauen wollen. Friederike Steinmetz, Sachkundige Einwohnerin, weist auf Unterschiede zwischen Stadtbibliothek und Museumsdienst, die sich ausführlich dem Anliegen gewidmet ha- ben, auf der einen Seite und anderen städtischen Kultureinrichtungen wie zum Bei- spiel das Walraff-Richartz-Museum oder das Gürzenich-Orchester auf der anderen Seite hin, die solche Konzepte anstreben bzw. gar nicht entwickelt haben. Ein häufige- res Nachfragen und eine Begleitung durch den Gleichstellungsausschuss seien sicher sinnvoll. Ausschuss-Vorsitzende RM Teresa De Bellis-Olinger bittet darum, einen Auszug aus der Niederschrift den in der Vorlage genannten Gremien zukommen zu lassen.
Anlage 1 Diversität in den städtischen kulturellen Institutionen
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1 Beantwortung einer Anfrage AN/1838/2022 Inhalt Beantwortung einer Anfrage AN/1838/2022 .............................................................................. 1 Fragenkatalog AN/1838/2022 ................................................................................................ 2 4101 Puppenspiele............................................................................................................ 2 43 Stadtbibliothek ......................................................................................................... 2 44 Historisches Archiv .................................................................................................. 4 4510 Wallraf Richartz Museum / Fondation Corboud ...................................................... 4 4511 Museum Ludwig ....................................................................................................... 4 4512 Römisch-Germanisches Museum............................................................................ 5 4513 Rautenstrauch-Joest-Museum................................................................................. 5 4514 Museum für Angewandte Kunst............................................................................... 7 4515 Museum für Ostasiatische Kunst ............................................................................. 8 4516 Museum Schnütgen ................................................................................................. 8 4518 Kölnisches Stadtmuseum ........................................................................................ 9 4520 NS-Dokumentationszentrum .................................................................................. 10 4522 Mueumsdienst ........................................................................................................ 11 4523 Kunst- und Museumsbibliothek / Rheinisches Bildarchiv ...................................... 15 46 Bühnen.................................................................................................................... 15 47 Gürzenich Orchester .............................................................................................. 16 2 Fragenkatalog AN/1838/2022 Folgende Fragen wurden von den Mitgliedern des Ratsbündnisses: Fraktion Bündnis90 / Die Grünen, CDU-Fraktion und Volt-Fraktion im Rahmen der Anfrage AN/1838/2022 gestellt: 1. Welche Konzepte verfolgen bzw. entwickeln die städtischen Kulturinstitutionen bzgl. Diversity Management innerhalb der Kulturinstitutionen? 2. Welche Konzepte verfolgen die städtischen Kulturinstitutionen für die kulturelle Öff- nung hinsichtlich Publikumsbesuchen und Presse? 3. Sollten hier bereits konkrete Maßnahmen vorliegen, würden wir gern wissen, welche das sind und/oder in welchem Zeitrahmen diese umgesetzt werden. 4. Wurden die Maßnahmen evaluiert? Wenn ja, könnte die Verwaltung die Ergebnisse darlegen? Wenn nein, bitten wir um zeitnahe Erhebungen. Im Folgenden die Beantwortung der städtischen Kulturinstitutionen: 4101 Puppenspiele Die Puppenspiele antworten zusammenfassend wie folgt: Im Bereich 4101 gibt es keine spe- ziellen Projekte. Sowohl im Theater, als auch in den Stücken ist Diversität immer wieder mit einbezogen. In der Vergangenheit haben wir ein Stück für Geflüchtete mit viel Musik aufge- führt. Außerdem sollte ein Stück für Gehörlose gespielt werden, welches aufgrund von Corona verschoben werden musste. Frau Marx hat erst im November 2022 die Intendanz übernommen. Es besteht ihrerseits ein hohes Interesse, dieses Thema verstärkt aufzugreifen und einzubinden. 43 Stadtbibliothek 1. Die Stadtbibliothek Köln begreift sich als eine zutiefst demokratische Einrichtung. Als ein lebendiger Ort des Wissens, der Inspiration, der Innovation, der Integration und Chancengerechtigkeit steht sie allen Menschen offen. Von daher ist Diversität ein we- sentliches Ziel, dass auch in unserem Strategiekonzept zum Tragen kommt. Die Stadtbibliothek wurde 2018 mit einer umfassenden mehrjährigen Förderung im Rahmen des Programms „360° - Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“ durch die Kulturstiftung des Bundes bedacht. Dies umfasst die Finanzierung von Per- sonalkosten für Interkulturelle Bibliotheksarbeit und Diversity (Projekt Maker-Interkul- turell) von 2018-2024 sowie 100.000 € für Sachmittel und Programmarbeit. Für die Weiterentwicklung der internen Vielfalt in der Stadtbibliothek wurde ein „Kom- petenzteam Diversity“ gegründet. Die Diversity-Strukturen im Haus sollen durch die- ses Kompetenzteam verstetigt werden. Durch das Einrichten einer transparenten Kommunikationsstruktur und eines Reflexions- und Wissenspools für Diversity-bezo- gene Fragen wird angestrebt, dass das Kompetenzteam nach dem Abschluss des 360°-Projekts in der Lage ist, selbstständig diversitätsorientierte Aktionen und Veran- staltungen zu organisieren. Hierzu sind im Rahmen des 360°-Programms weitere Fortbildungsmaßnahmen geplant. Für die Gewinnung des diverseren Personals wird angestrebt, ein zeitgemäßes Bild über Berufe in der Bibliothek zu vermitteln und das 3 Konzept für Schulpraktika neu zu strukturieren. Eine enge Kooperation mit der städti- schen Ausbildungsabteilung für chancengerechte Auswahlverfahren wurde bereits begonnen. 2. Für unser Publikum wurden im bisherigen Projektzeitraum Maßnahmen zur verstärk- ten Ansprache von Jugendlichen (mit Einwanderungsgeschichte) verfolgt. Innerhalb der nächsten 18 Monate soll es verstärkt darum gehen, die Bibliothek für weitere Ziel- gruppen noch offener zu gestalten, zum Beispiel im Hinblick auf unterschiedliche so- ziale Milieus und ethnische bzw. kulturelle Herkunft. Die Stadtbibliothek hat hierzu be- reits die Vernetzung zu städtischen Institutionen und postmigrantischen Selbstorgani- sationen vorangetrieben. Um den Zugang zur Stadtbibliothek Köln niedrigschwelliger zu gestalten, wurden die Informationsmaterialien und die Webseite in Leichte Spra- che übersetzt. Zukünftig sollen weitere Hemmschwellen innerhalb der Bibliothek iden- tifiziert und geeignete Maßnahmen zum Abbau dieser Hemmschwellen erarbeitet werden. Für das Programm steht im Vordergrund, dass die Stadtbibliothek Köln sich verstärkt öffentlich im Bereich Diversität positioniert. Dafür werden gemeinsam mit externen Referent*innen und postmigrantischen Selbstorganisationen Veranstaltungen zu den Themen Rassismuskritik und Intersektionalität stattfinden. Darüber hinaus stehen zum Abschluss des 360°-Projekts das Teilen und die Weitergabe des „Diversity-Wis- sens“ im Fokus. Beispielsweise sind folgende Maßnahmen geplant: Fachvorträge o- der Veröffentlichungen, verstärkte Vernetzung mit anderen Kultureinrichtungen bun- desweit und die Organisation von fachlichem Austausch zur Etablierung von Diver- sity-Strukturen in öffentlichen (Kultur-)Einrichtungen. 3. Die wichtigsten Diversitäts-Entwicklungen der Stadtbibliothek Köln, die insbesondere durch das o. g. Projekt erreicht werden konnten, sind die folgenden: - Diversitätssensibilisierung im Personal durch Diversity-Trainings - Etablierung von Diversity-Multiplikator*innen in jeder Abteilung zum Transfer des diversitätsspezifischen Wissens der Bibliothek - Einrichtung und Etablierung eines „Kompetenzteams Diversity“ zur Entwicklung und Umsetzung von diversitätsorientierten Maßnahmen mit dem Ziel der nachhaltigen Steuerung des Diversity-Prozesses - gezielte Ansprache von Jugendlichen durch Maker-Workshops in Stadtteilbibliothe- ken in kulturell vielfältigen Stadtteilen - Neustrukturierung der Schüler*innen-Praktika und der eintägigen Berufsfelderkun- dungen, verstärkte Kooperation mit ausgewählten Schulen mit hohem Anteil an Schü- ler*innen mit Einwanderungsgeschichte; mit dem Ziel der Nachwuchsgewinnung - verstärkte Ansprache von Menschen (schwerpunktmäßig Kinder und Familien) mit vielfältigen Biographien durch: Ausweitung des Angebots an und verstärkte Präsentation von mehrsprachi- gen und diversitätsorientierten Medien Ausweitung der Netzwerkarbeit und Beteiligung von Zielgruppen an der Pro- grammgestaltung (z.B. mehrsprachige Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten) Ausweitung des Programmangebots im Bereich Mehrsprachigkeit und kultu- relle Vielfalt (z.B. Video und Aktionsreihe „Selbstverständlich vielfältig – Diver- sität in Kinderbüchern“) 4 44 Historisches Archiv 44 unterstützt und setzt die gesamtstädtischen Vorgaben zu diesem Thema um. Besonder- heiten, die für die Beantwortung der Anfrage genutzt werden können, liegen im Bereich des Historischen Archivs nicht vor. 4510 Wallraf Richartz Museum / Fondation Corboud 1. Bei der Besetzung vakanter Stellen wird – bei gegebener Qualifikation und im Rah- men der Bestenauslese – eine Erhöhung der Diversität im Team angestrebt. 2. Der Museumsdienst der Stadt Köln (4522) steuert und organisiert für die Kölner Mu- seen – so auch für 4510 – eine Vielzahl von Angeboten, die die kulturelle Öffnung der Institutionen sicherstellen. Von dort wird eine globalisierte Beantwortung erfolgen. 4511 Museum Ludwig 1. Diversität ist zentrales Anliegen im Hinblick auf Programm, Besucher*innen und Team. Alle Mitarbeitenden haben an Antidiskriminierungs-Workshops teilgenommen. Zu- sätzlich haben wir Workshops für eine professionelle Anfangserhebung für eine diskriminierungskritische Organisationsentwicklung durchgeführt. (Diese möch- ten wir durchführen und sind auf der Suche nach einer Finanzierung). 2. Mehr Diversität ist seit acht Jahren eines der zentralen Ziele des Museum Ludwig. Neue Besucher*innen kommen nur, wenn Sie sich im Museum Ludwig angesprochen fühlen und ‚wiederfinden‘. 3. Folgende Maßnahme wurden und werden im Museum Ludwig umgesetzt: Seit 8 Jahren: Kritische Revision und Erweiterung der Sammlung (u.a. mit- hilfe der Terra Fellowship-Kuratorin Janice Mitchell, der NRW Forschungsvo- lontärin Nana Tazuke-Steiniger und der Volontärin Joanne Rodriguez) Diskriminierungskritisch informierte Ankäufe und Ausstellungen. Zurzeit z.B. HIER UND JETZT - Antikoloniale Eingriffe (bis Februar 2023). Auch der von der Gesellschaft für Moderne Kunst vergebene renommierte Wolfgang Hahn Preis oder der „Junge Ankauf“ spiegelt zunehmende Diversität. Social Media ML: diskriminierungskritisch ! regelmäßiges TAKE OVER, um andere Stimmen einzubeziehen: 75.000 Follower auf Instagram, 75.000 auf Facebook Bei der Pressearbeit Focus auf Missy Magazine und andere relevante Foren, mit denen es teilweise auch zu engen Kooperationen kommt Beim LANGEN DONNERSTAG oder bei KunstBewußt-Abenden der Freunde des WRM und ML, bei Seminaren (teilweise mit der Akademie der Künste der Welt) immer aktiver Einbezug von BIPOC (Black, Indigenous, and 5 People of Color) und Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergrün- den. Bei einzelnen Ausstellung wie „Nil Yalter“ oder „Vor Ort – Migration und Foto- grafie“ intensive outreach-workshops mit Partnerschulen in Mühlheim und Kalk Häufige Führungen in verschiedenen Sprachen auf Türkisch, Kurdisch, Uk- rainisch, English 4. Es gibt bisher keine Evaluation, nur unsere Beobachtung: Unser Publikum wird jün- ger und diverser. Insbesondere an den Langen Donnerstagen mit aktivem Einbezug von diversen Akteur*innen kommen bis zu 3.000 Leute: diverser (und jünger) als frü- her. 4512 Römisch-Germanisches Museum Das Römisch-Germanische Museum der Stadt Köln bekennt sich zur Diversität auf Grund- lage der demokratischen Verfassungsordnung. Es wird niemand vom Museumsbesuch aus ethnischen, weltanschaulichen oder ideologischen Gründen oder wegen der geschlechtli- chen Orientierung ausgeschlossen. Die Vielfalt der Gesellschaft wird in unseren Museums- texten berücksichtigt. Themen wie Fremdsein oder Multikulturalität in der Antike sind fester Bestandteil unserer Ausstellung. Vor dem Hintergrund der römischen Zeit in Köln werden Be- züge zur heutigen Gesellschaft ohne erhobenen Zeigefinger aufgezeigt. Damit positionieren wir uns zugunsten einer gesellschaftlichen Vielfalt. Auch innerbetrieblich leben wir diesen Grundsatz. So hat das Römisch-Germanische Mu- seum der Stadt Köln einen aus Syrien geflüchteten Archäologen als erste städtische Institu- tion in sein Ausgrabungsteam integriert, um ihm eine Perspektive zu geben, sein Leben selbstbestimmt zu gestalten. 4513 Rautenstrauch-Joest-Museum 1. Seit ihrem Amtsantritt 2019 setzt Nanette Snoep eine dekoloniale Strategie um. Diese verbindet sich mit einer Critical Diversity-Perspektive. Ziel ist es, das koloniale Erbe des Hauses zu bearbeiten und marginalisierten Stimmen Raum zu geben. Folg- lich orientieren sich Inhalte, Methoden und strukturelle Maßnahmen an den Prinzipien einer diversitätssensiblen Öffnung. Dies bedeutet die direkte Involvierung eines diver- sen Personals in die programmatische Arbeit des RJM und die Etablierung von dau- erhaften Kooperationen mit diasporischen Communities, Neuen Deutschen Organisa- tionen sowie interkulturellen und queeren Netzwerken. Zudem nimmt das RJM teil am Programm „360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“ der Kulturstiftung des Bundes und beschäftigt seit 2019 zwei Diversity-Managerinnen für vier Jahre (bis 2023). 2. Im Zuge der dekolonialen Strategie verfolgt das RJM eine ebenso dekoloniale und machtkritische Pressearbeit sowie Publikumsakquise. Dies bedeutet in erster Linie die gezielte Ansprache diverser Publika je nach Ausstellungskontext sowie die Ein- bindung von Kooperationspartner*innen aus den migrantischen und diaporischen Communities als Multiplikator*innen. So konnte bspw. die Ausstellung RESIST! (trotz 6 Corona-Restriktionen und mehreren Corona bedingten Verschiebungen oder Lock- downs) um die 23.000 Besucher*innen aus Köln, Deutschland und international an- ziehen. Auch die Ausstellung Syrien – Gegen das Vergessen besuchten in nur kur- zer Zeit tausende von Besucher*innen von überall. Die große Resonanz auch inner- halb der migrantischen, diasporischen Communities lag bei diesen beiden Ausstellun- gen insbesondere an der Präsenz der unterschiedlichen Gast-Kurator*innen, die ihr „eigenes Publikum“ generiert haben. Auch hat das RJM mehrsprachige Führungen und alternative Vermittlungsangebote durchgeführt, die sehr gut innerhalb der diver- sen Stadtgesellschaft rezipiert wurden. Auch wurde die Pressearbeit im diversitätssensiblen Sinne erweitert, etwa durch die lokalen und globalen Kooperationen mit unterschiedlichen Akteur*innen aus Wissen- schaft, Kunst und Alltagspraxis, die in den unterschiedlichen Pressemaßnahmen wie Pressekonferenz oder Kampagnen eingeladen wurden, für sich selber zu sprechen. Hinzu kommt die aktive Förderung von Mehrsprachigkeit im Pressekontext und die internationale Versendung von Presseinformationen durch internationale Presse- Agenturen. Darüber hinaus hat das RJM seine Social Media Arbeit intensiviert und partizipative Kampagnen gestartet, die es einem internationalen Publikum erlaubt ha- ben, am Programm des RJM teilzuhaben. 3. Die dekoloniale Strategie und eine diversitätssensible Öffnung des Hauses werden konkret umgesetzt u.a. in 1) Sonderausstellungen; 2) der Einrichtung eines Open Spaces; 3) dauerhaften Kooperationen und partizipativen Projekten; 4) in internen Sensibilisierungsmaßnahmen. Zu nennen sind hier folgende Sonderausstellungen, die im Spezifischen die diverse Stadtgesellschaft und ein glokales Publikum adressieren: RESIST! Die Kunst des Widerstands (01.04.21 -09.01.22), Die Schatten der Dinge (11.09.2020 – 03.01.2021), Invisible Inventories Zur Kritik kenianischer Sammlungen in westli- chen Museen (28. Mai bis 29. August 2021), Syrien - Gegen das Vergessen (10. Juni bis 11. September 2022), die kontinuierliche Foto-Ausstellungs-Reihe Artist Meets Archive #1, 2, 3 Gegenbilder/Counter Images in Zusammenarbeit mit dem internationalen Photoszene Köln Festival (ab 3. Dezember 2021), I miss you! (seit 29. April 2022), und Love? eine Werkstatt (seit 1.12.2022) Die Ausstellung RESIST! thematisierte 500 Jahre antikolonialen und postkolo- nialen Widerstand aus der Perspektive des „Globalen Südens“. Die Ausstellung Die Schatten der Dinge stellte sich der Kolonialgeschichte und spürte anhand einiger Kunstschätze aus der Sammlung des RJM die Bio- grafien der „Museumsobjekte“ auf. In der Ausstellung Invisible Inventories Zur Kritik kenianischer Sammlun- gen in westlichen Museen nahmen die beiden internationalen Künstler*in- nen-Kollektive „The Nest" und „SHIFT" zusammen mit dem RJM und weiteren Partner*innen die kenianische Sammlung aus einer dekolonialen Perspektive unter die Lupe. In der Ausstellung Syrien - Gegen das Vergessen zeichnete der Gast-Kura- tor Jabbar Abdullah ein vielfältiges Syrienbild, das den kulturhistorischen Reichtum Syriens ins Zentrum rückte. Laufend: Mit dem Ausstellungsformat „Gegenbilder/Counter Images“ lädt das RJM internationale Künstler*innen ein, das Verhältnis der Sammlungen 7 des RJM zum Kolonialismus kritisch zu befragen und in die Dauerausstellung zu intervenieren. Mit I miss you präsentiert das RJM insgesamt 96 Benin Hofkunstwerke und thematisiert im Kontext der Restitutionsbestreben der Stadt Köln Fragen von Schmerz, Verlust, Trauer und Erinnerung. Und in Love? eine Werkstatt verhandelt ein kollektives Kuratorium, zusam- men mit einer Vielzahl an queeren Communities of Color, das Verhältnis von Kolonialismus und Liebe aus einer queeren Perspektive. Mit allen Ausstellungen gehen kollaborative und partizipative Zusammenarbeiten mit migrantisierten und diasporischen Communities und Forscher*innen und Künstler*in- nen aus dem Globalen Süden einher. Weitere Maßnahme sind die schrittweise Aktu- alisierung und Umstrukturierung der Dauerausstellung, die bis 2025 in Zusammenar- beit mit Expert*innen aus dem Globalen Süden und aus der Diaspora überarbeitet und weiterentwickelt werden wird, sowie Digitalisierungsprojekte in Zusammenarbeit mit Herkunftsländern. Zudem steuern und organisieren die Diversity-Manager*innen Sensibilisierungsworkshops für die Mitarbeitenden des RJM in den Bereichen Diskri- minierung, Critical Whitness, Empowerment oder LGBTQI*-Perspektiven: diese ha- ben in 2022 stattgefunden und werden auch in 2023 fortgeführt. Zu den Umstrukturie- rungen im Haus gehört die Einrichtung von Open Spaces, 3. Räumen, die nun seit 2019 im Kontext der Sonderausstellungen eingerichtet worden sind. So wurde im De- zember 2019 die so genannte Baustelle eröffnet, die später in die Dauerausstellung integriert wurde, oder jüngst ein neuer Open Space (kitchen) im Rahmen der Ausstel- lung Love? eröffnet. 4. Im Rahmen der Beteiligung des RJM am Programm „360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“ der Kulturstiftung des Bundes wird das RJM extern evalu- iert. Dies geschieht durch eine von der KSB beauftragten Trägerin (Syspons GmbH), und zwar auf folgenden 3 Ebenen: Programm, Personal und Publikum. Die Ergeb- nisse der Evaluationen werden in jährlich stattfindenden „Akademien“ für alle beteilig- ten Einrichtungen reflektiert, um kontinuierliche Verbesserungen vorzunehmen, die dann wiederum von den jeweiligen Leitungen und den Diversity-Managerinnen mittels weiteren Maßnahmen umgesetzt werden. 4514 Museum für Angewandte Kunst 1. Unsere bisherige Grundlage ist das Diversity Konzept der Stadt Köln. 2. Wir richten uns als Museum nach der Handreichung des Deutschen Museumsbundes (DMB). 3. Folgende Maßnahmen wurden bereits umgesetzt oder sind in Planung: Teilnahme am Deutschen Diversity Tag (Website und Social Media) Nutzung einer diskriminierungsfreien Sprache intern und extern (Veröffentli- chung) Erstellung von Museums- und Besucher*innenfotos mit diversitätsgerechter Bildsprache für Veröffentlichungen Schulung von Mitarbeitenden (in Planung) 8 Aktualisierung unseres Leitbildes 4. Nein. 2022 haben allerdings alle Museen der Stadt Köln im Verbund mit dem Muse- umsdienst ein langfristiges Projekt zur Besucher*innenbefragung begonnen. Es scheint uns sinnvoll, dass der Museumsdienst eine Evaluierung durch entsprechende Fragen im KulMon-Fragenkatalog ermöglicht. 4515 Museum für Ostasiatische Kunst 4515 unterstützt und setzt die gesamtstädtischen Vorgaben zu diesem Thema um. Beson- derheiten, die für die Beantwortung der Anfrage genutzt werden können, liegen im Bereich des Museums für Ostasiatische Kunst nicht vor. 4516 Museum Schnütgen 1. Das Museum Schnütgen bemüht sich seit Jahren intern um eine Stärkung des Diver- sity Managements. Bei der Sichtung von Bewerbungsunterlagen spielt es keine Rolle, ob Bewerber*innen einen europäischen Pass haben oder nicht. Hinsichtlich der Diversifizierung des Teams wurde zuletzt eine chinesische Bewerberin für das Pro- gramm Forschungsvolontariat Kunstmuseen NRW 2020/22 als Forschungsvolontärin für das Museum Schnütgen eingestellt. Auch bei den Festangestellten gibt es unter den 13 vollen Stellen des Museum Schnütgen eine Person, der Referent für wissen- schaftliche Sammlungsdokumentation, mit kanadischem Pass. 2. Regelmäßig bietet das Museum Schnütgen zu seinen Sonderausstellungen zwei- sprachige Ausstellungstexte an. Dies ist auch für die aktuelle Sonderausstellung „Ma- gie Bergkristall“ der Fall. Darüber hinaus ist auch das Begleitbuch zur Ausstellung in deutscher und englischer Sprache erschienen. Für die Sammlungspräsentation gibt es u.a. einen zweisprachigen Multimediaguide und die Homepage auf Deutsch und Englisch verfügbar. Informationsflyer zur ständi- gen Sammlung liegen in deutscher, englischer und niederländischer Sprache vor. Besonders inklusiv ist das Führungsangebot des Museum Schnütgen – in Koopera- tion mit dem Museumsdienst. Es gibt: Tandem Führungen: deutsch-türkisch (Sonderausstellung) und ukrainisch- deutsch (Überblick Sammlung) Deutsch-Türkische Führung „Feste feiern“ (Sammlung) Führungen auf Polnisch (Sammlung) Führungen auf Englisch (Sonderausstellung) Führungen für Seheingeschränkte Führungen für Menschen mit und ohne Demenz Führungen für Menschen mit und ohne psychische Beeinträchtigung über die Eckard Busch Stiftung finanzierte und damit ein kostenloses Angebot für Kinder mit psychisch erkrankten Eltern, um Geburtstag im Museum Schnütgen zu feiern Outreach-Programm, erreicht auch Schüler und Schülerinnen an Schulen die 9 häufig nicht ins Museum kommen würden Kostenlose digitales Museumsquiz, digitale Vorträge (Sonderausstellung) und Führungen (360 Grad Rundgang), ermöglicht Menschen, die nicht ins Mu- seum kommen können an den Ausstellungen teilzuhaben Veranstaltungsreihe zum Thema Tod und Trauer wurde konzipiert und insbe- sondere für ehrenamtliche Hospizmitarbeiter*innen angeboten (hier ist auch das Museum Schnütgen mit dabei) 3. Folgende konkrete Maßnahmen wurden bereits umgesetzt (Auswahl): Das herkunftssprachliche Programm wird fortlaufend ausgebaut. Ein Schwer- punkt liegt derzeit auf dem Angebot in Türkisch, Polnisch und Ukrainisch; wei- tere Sprachen sind aber ebenfalls vertreten. Es wurde ein virtuelles Museumsquiz für das Museum Schnütgen entwickelt (seit Q3/21). Eine Veranstaltungsreihe zum Thema Tod und Trauer wurde konzipiert und insbesondere für ehrenamtliche Hospizmitarbeiter*innen angeboten. 4. Vgl. die Antworten des Museumsdienstes 4518 Kölnisches Stadtmuseum 1. Das Kölnische Stadtmuseum hat 2022 ein neues Leitbild entwickelt, das sowohl für Besucher*innen als auch für Mitarbeiter*innen gilt. „Wir erzählen nicht nur Geschichte FÜR alle, wir verstehen die Stadtgeschichte auch als Geschichte VON allen. Unser Ziel ist es, die Diversität der Stadtgesellschaft in unserem Haus abzubilden, unabhän- gig von Alter, Geschlecht, Religion oder Nationalität. Was uns dabei verbindet: Wir ALLE sind Köln.“ 2. Das Kölnische Stadtmuseum ist ein offener Ort, an dem sich Menschen willkommen fühlen: In unserem Haus sind verschiedenste soziale und kulturelle Gruppen, Men- schen mit unterschiedlichen geistigen und körperlichen Voraussetzungen eingeladen, sich mit der Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Stadt Köln auseinanderzuset- zen. Besucherorientierung, Barrierefreiheit, Inklusion, Integration und unterschiedliche Perspektiven sind wichtige Orientierungspunkte unserer Arbeit, um Bildungsgerech- tigkeit herzustellen. Unser Museum kann ohne Vorkenntnisse besucht werden. Die Inhalte erschließen sich den Besucher*innen durch die Ausstellung und einen Medi- aguide, der verschiedene Führungen durch die Ausstellungen anbietet. Das Kölnische Stadtmuseum ist ein Haus für Kölner*innen aller Generationen sowie aller sozialen und kulturellen Hintergründe und Nationalitäten. Mit unseren Program- men bieten wir Kindern, Jugendlichen, Familien aber auch dem Fachpublikum ein in- dividuelles Ausstellungserlebnis. Wir verstehen gelebte Integration als Auftrag unse- res Museums. Wir wollen dazu beitragen, dass Menschen mit Migrationshintergrund Interesse an der Kölner Stadtgeschichte entwickeln und sich selbst darin auch wie- derfinden. 3. Das Kölnische Stadtmuseum hat mit dem Museumsdienst der Stadt Köln mit einer 10 heterogenen Gruppe anhand von Workshops ein partizipatives Projekt zu den zu- künftigen Ausstellungsthemen durchgeführt. Die Ergebnisse werden anhand von aus- gewählten Objekten und Statements in der zukünftigen Dauerausstellung zu sehen sein. Die neue Ausstellung im Haus Sauer geht andere Wege. Die Geschichte wird hier weder chronologisch erzählt noch anhand klassischer Museumsthemen behandelt. Maßgeblich für die Struktur der Ausstellung sind emotionale Fragen wie „Was lieben wir?“ oder „Was macht uns Angst?“. Das „wir“ in diesen Fragen meint die Stadtgesell- schaft in all ihren Facetten, die Emotionen dienen der leichteren Zugänglichkeit. Diese Struktur ermöglicht es uns, das Thema Migration an den Stellen aufzugreifen, an denen es gesellschaftlich und individuell relevant ist. Die Arbeitsmigration wird nicht als singuläre Erscheinung der „Wirtschaftswunderzeit“ begriffen, sondern in ih- ren historischen Ursachen und Folgen für die heutige Stadtgesellschaft erstgenom- men. Durch den Verzicht auf einen „Themenraum Migration“ wird zudem verhindert, dass die Idee der Trennung in ein Heimisches und ein Fremdes, ein natürlich Vorhan- denes und ein künstlich Hinzugekommenes in der Ausstellung nicht reproduziert wird, sondern spiegelt sich in den unterschiedlichsten Fragestellungen als selbstverständ- lich in der Ausstellung wider. Konkret bedeutet das: der Kölner Fordstreik von 1973 wird in der Ausstellung als Epochengrenze präsentiert und auf den kulinarischen Einfluss durch Migration ver- wiesen. Flucht als Folge von Kriegen wird historisch eingeordnet und mit heutigen Parallelen versehen. Es werden persönliche Migrationsrouten und die Beweggründe über Jahrhunderte nachvollzogen und so die historische Kontinuität von Bewegung präsentiert. Der rechte Terror-Anschlag auf die Keupstraße wird als Angriff nicht auf „Minderheiten“ sondern auf die Gesellschaft als Ganzes in die Erzählung eingebettet. Das Thema „Heimat“ wird in seinen etlichen Aspekten und aus verschiedenen Per- spektiven erläutert, der Islam wird nicht als Folge von Einwanderung sondern als Be- standteil gelebter Kölner Kultur präsentiert. Mit dem Arbeitskreis „Barrierefreiheit für Köln“, der Behindertenbeauftragten der Stadt Köln , dem Museumsdienst der Stadt Köln und einem externen Fachplaner wurde zu- dem ein Ausstellungskonzept entwickelt, das versucht so barrierearm wie möglich zu sein. Ein Mediaguide beinhaltet neben einer Highlightführung, eine Führung in Eng- lisch (weitere Sprachen sind zu einem späteren Zeitpunkt möglich), eine Führung für Kinder, eine Führung in „Leichter Sprache“ und eine Führung für Sehbeeinträchtigte. Des Weiteren gibt es in der Ausstellung ein Bodenleitsystem, das mit Aufmerksam- keitsfeldern durch die Ausstellung führt, wie zum Beispiel zu 3-D-Druck-Modellen zum Anfassen (z.B. Agrippina, Gebäude aus dem Stadtmodell etc.), damit die Ausstellung auch haptisch erfahrbar wird. Diese Objekte zum Anfassen sind mit Blindenschrift und Brailleschrift versehen. Darüber hinaus hat jedes Stockwerk einen tastbaren Raumplan. Für Hörbeeinträchtige gibt es DGS-Videos (Videos in deutscher Gebär- densprache). Geplant ist zudem noch ein Ausstellungsführer in „Einfacher Sprache“. 4. Es gibt dazu keine Evaluation, weil das Museum momentan noch geschlossen ist. 4520 NS-Dokumentationszentrum 11 1. Im Verantwortungsbereich der Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus (ibs) im NS-Dokumentationszentrum werden bei der Umsetzung von Programmen wie NRWeltof-fen das Diversity-Konzept der Stadt Köln, „Köln l(i)ebt Vielfalt“, das Konzept der „Europäischen Städte-Koalition gegen Rassismus zur Umsetzung des Zehn-Punkte-Aktionsplanes zur Bekämpfung von Rassismus auf kommunaler Ebene“ oder das Konzept zur Stärkung der integrativen Stadtgesellschaft zu Grunde gelegt. Gleiches gilt für die Entwicklung von Konzepten einzelner Teams wie der Fachstelle [m²] oder der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus. Letztere ist Diversity- Überlegungen auf Landes- wie Bundesebene ebenso verpflichtet. 2. In der Kommunikation des NS-Dokumentationszentrums mit Dritten wird entspre- chend des Leitfadens für eine wertschätzende Kommunikation bei der Stadt Köln eine möglichst inklusive, diskriminierungsfreie Sprache verwendet. Zudem ist vorgesehen, zukünftig noch stärker zweisprachig zu kommunizieren, um ein größeres Publikum erreichen zu können. Im Zuge dessen führt das NS-Dokumentationszentrum bereits heute einen großen Teil der Interaktion auf den Social-Media-Kanälen in deutscher und englischer Sprache. Perspektivisch soll auch eine neue Dauerausstellung stärker mehrsprachig gestaltet sein. Darüber hinaus ist geplant das Thema „Diversity“ ver- stärkt im Bereich der Wechselausstellungen im NS-Dokumentationszentrum sichtbar zu machen. Ab Anfang 2023 wird das NS-Dokumentationszentrum, unter anderem hierzu, einen internen Strategieprozess starten. 3. Im Programm NRWeltoffen wurde bspw. der Schwerpunkt auf das Thema Intersektio- nalität ab 2021 ff. gelegt. In Veranstaltungen der Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus (ibs) im NS-Dokumentationszentrum werden Rassismus und An- tisemitismus in einer pluralen (Stadt)gesellschaft thematisiert. Die Bildungsveranstal- tungen und Methoden sollen Menschen mit verschiedenen Hintergründen anspre- chen. Dabei wird darauf geachtet, keine Diskriminierung (z.B. in den verwendeten Materialien) zu reproduzieren. Es gibt Veranstaltungen mit geschützten Räumen, ausschließlich für Menschen mit Rassismus- und Antisemitismuserfahrungen. Diese Maßnahmen sind nicht zeitlich begrenzt. 4. Für eine Evaluation der Maßnahmen stehen leider keine Ressourcen zur Verfügung. 4522 Museumsdienst 1. Der Museumsdienst arbeitet seit mehreren Jahren intern an der Stärkung des Diver- sity Managements, in Bezug auf städtische Mitarbeiter*innen und auf freiberufliche Honorarkräfte. So wurden eigens Stellen geschaffen, um die museumspädagogi- schen Programme stärker diversitätssensibel auszurichten. Insbesondere ist hier die museenübergreifende Leitung des Bereichs „Diversität und Museum“ zu nennen, aber auch die angrenzenden Stellen zu „Inklusion und Museum“ sowie „Outreach“ und „Lebenslanges Lernen“ tragen zu einer diversitätsorientierten Fortentwicklung des Bildungsprogramms bei. Neben diesen personellen Maßnahmen werden auch fallbezogen und strategisch die diversitätsrelevanten Ressourcen des MD-Teams genutzt – teilweise auch jenseits ihrer ursprünglichen Stellenbeschreibung. So hat es sich beispielsweise als sehr hilf- 12 reich erwiesen, türkisch- und farsisprachige Kolleg*innen bei der Etablierung her- kunftssprachlicher Angebote und bei der Kommunikation dieser Angebote an die Communities einzubeziehen. Im Bereich der freien Honorarkräfte werden im Wesent- lichen zwei Ansätze verfolgt: zum einen die Diversifizierung der Teams durch die ge- zielte Akquise von Personen mit speziellen Kompetenzen (z.B. Sprachkenntnissen zur Erweiterung des muttersprachlichen Angebots), zum anderen durch die Schulung der existierenden Teams im Bereich der Diversitätssensibilisierung oder Diskriminie- rungskritik. 2. Aufbauend auf einer ohnehin zielgruppenorientierten Vermittlungsarbeit wurde im Jahr 2021 ein Feinkonzept „Museum und Diversität“ formuliert, das zunächst den Be- griff der Diversität definiert. Demzufolge versteht der Museumsdienst Diversität als gesellschaftliche Vielfalt und zwar in all ihren Dimensionen und Ausprägungen (bei- spielsweise Alter, Geschlecht und Geschlechtsidentität, sexuelle Orientierung, Reli- gion und Weltanschauung, kulturelle und ethnische Herkunft, Behinderung, soziale Herkunft) sowie in den unterschiedlichen Überschneidungen und Wechselwirkungen dieser Aspekte (Stichwort Intersektionalität). Darauf aufbauend wurden vier Hand- lungsfelder identifiziert, mithilfe derer die Vermittlungsarbeit diversitätssensibler ge- staltet werden kann: Das Programm des Museumsdienstes soll für neue Zielgruppen erweitert so- wie inklusiver und niedrigschwelliger werden. Das Personal soll diverser und in relevanten Methoden und Kompetenzen ge- schult werden. Die Bildung eines Netzwerks und die Kooperation mit geeigneten Partner*in- nen wie einschlägigen städtischen Stellen, Vereinen, Organisationen und Bil- dungseinrichtungen sollen zu einer publikumsorientierten und nachhaltigen Arbeit beitragen, die nicht am Bedarf der Adressat*innen vorbeigeht. Die Ausstellungen der Museen sollen durch partizipative Bildungsansätze er- weitert und so eine größere Vielstimmigkeit erzeugt werden. Als Schnittstelle zu den Medien dient hierbei eine monatliche Themenkonferenz, die zunächst die Verbindung zwischen der museumspädagogischen Vermittlungsarbeit und der Öffentlichkeitsarbeit herstellt und so die entsprechenden aktuellen Aspekte nach außen transportiert. 3. Folgende konkrete Maßnahmen wurden bereits umgesetzt (Auswahl): Personal Wie oben ausgeführt, wurden mehrere übergreifende Stellen zum Aufgaben- bereich Diversität und Museum geschaffen. Der Museumsdienst hat eine Person (POC) mit außereuropäischer Migrati- onserfahrung als Leitung Bildung und Vermittlung für das RJM eingestellt. Freie Mitarbeiter*innen wurden und werden zu verschiedenen Themen der Diversitätssensibilität fortgebildet, z.B. am NS DOK, RJM, ML (2021/2022). Am RJM hat das gesamte Team (Kurator*innen, Restaurator*innen, Presse, Vermittlung, etc.) dieses Jahr zwei Fortbildungen in „Diversity“-Themen („Leichte Sprache in Museen“ und „Antirassismus/Critical Whiteness“) absol- viert. Gemeinsam mit dem Themenbereich Inklusion wurden seit 2020 mehrere Schulungen zu Einfacher Sprache im Museum angeboten (aktueller Stand: 13 4mal). Die Perspektiven türkischsprachiger Mitarbeiter*innen wurden im Oktober 2021 anlässlich des 60-jährigen Jubiläums des Anwerbeabkommens mit der Türkei in Form des Videoprojekts „Benim Müzem – Mein Museum“ für die all- gemeine Öffentlichkeit sichtbar gemacht. Bildungsprogramm – verbale Vermittlung Sensibilisierung: Amtsintern wurde beim Museumsdienst eine AG Diversität ins Leben gerufen, um museumsübergreifende Themen zu initiieren. Ebenfalls zu erwähnen ist die Etablierung eines Fortbildungsprogramms für die Polizei (insg. acht zweitägige Fortbildungen im Jahr 2022 zu Geschichte und Gegenwart inkl. Positionierungen der Polizei, Fragen zu Kontinuitäten nach 1945, Rassismus, Racial Profiling heute etc. in Kooperation zwischen Museumsdienst und ibs/ mobile Beratung des NS DOK. Auch damit möchte der Museumsdienst eine diversitätssensibilisierende Wirkung nach außen und in die Gesellschaft hinein entfalten. Eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Tod und Trauer“ wurde konzipiert und seit Sommer 2022 insbesondere für ehrenamtliche Hospizmitarbeiter*innen angeboten. Sprachen: Das herkunftssprachliche Programm wird fortlaufend ausgebaut. Ein Schwerpunkt liegt derzeit auf dem Angebot in Türkisch und Ukrainisch; weitere Sprachen wie Chinesisch (im MOK seit 9/22), Arabisch (einmal im Mo- nat im RJM), Kurdisch, Russisch, Polnisch etc. sind aber ebenfalls vertreten. Zum Teil finden diese Angebote in Form von Zeichenworkshops oder als Fa- milienprogramm statt (bspw. im WRM), um niedrigschwellig einen möglichst großen Personenkreis ansprechen zu können. Damit bestehen bereits jetzt an allen städtischen Museen Angebote in mehreren Sprachen. In Kooperation mit der VHS fand im Jahr 2022 an drei Museen (ML, MAKK, RJM) das Pilot-Projekt „Raus mit der Sprache“ mit den Teilnehmenden von Integrationskursen statt, das derzeit evaluiert wird und nach Möglichkeit ver- stetigt werden soll. Auch zuvor gab es Programme für Geflüchtete bspw. aus Syrien, für die mit Integrations- und Sprachklassen zusammengearbeitet wurde, sowie ein DaZ- Programm, aus dem die Museumstasche entstanden ist, die weiterhin sehr gut einsetzbar ist, um niedrigschwellige Einstiege in die Themen der Kölner Museen zu ermöglichen. 2022 fand im RJM eine Sonderausstellung zum Thema „Syrien“ statt, die von einem syrischen Archäologen kuratiert wurde. Die Sonderausstellung hatte ein vom Museumsdienst finanziertes Begleitprogramm, u.a. auch auf Arabisch, das sehr gut von den diasporischen Communities in NRW wahrgenommen wurde. Aus Kooperationen mit dem Amt für Integration resultierten mehrere Veran- staltungen wie bspw. am Museum Ludwig ein Treffen für binationale Eltern o- der Talkrunden im Kontext verschiedener Ausstellungen. Für das Schulprogramm zur „Susanna“-Ausstellung (WRM), die ebenfalls Fra- gen zu Sexualität und dem Verhältnis der Geschlechter zueinander themati- siert und an die MeToo-Debatte anschließt, gibt es eine Kooperation mit dem 14 Gesundheitsamt der Stadt Köln und dem Zentrum für intersektionale Gesund- heit Holla e.V. Outreach: Angebote im Outreach wurden als Portfolioerweiterung des Ange- botes des Museumsdienstes für unterschiedliche Zielgruppen buchbar ge- macht. Dies wird sukzessive erweitert (z.B. im Jahr 2023 werden weitere buchbare Angebote für Menschen in Senioreneinrichtungen starten). Für die bereits durchgeführten Formate beispielhaft zu nennen wäre ein Film-Work- shop anlässlich des 1700-jährigen Jubiläums jüdischer Geschichte in Köln, bei dem Schulklassen Interviews mit Vertretern der jüdischen Community vorbe- reitet, durchgeführt und in Form von Filmen verarbeitet haben. Mit museenkoeln IN DER BOX wurde ein niedrigschwelliges Angebot für ein diverses Publikum geschaffen. Eine mobile Ausstellung zum Thema „Wohnen in Köln“ besucht dabei Kölner Stadtteile und lädt Kinder, Jugendliche und Er- wachsene im Rahmen von Workshops, Führungen und Gesprächen zur Aus- einandersetzung mit dem kulturellen Erbe der Stadt ein. Besucht wurden bis- her die Kölner Südstadt, sowie die Sozialräume Finkenberg/ Gremberghoven/ Porz-Ost, Höhenberg/ Vingst und Ostheim/ Neubrück. Kooperationspartner vor Ort sind Bürgerzentren, Schulen, Kitas und Senior*inneneinrichtungen. Weitere Einsätze sind für 2023 geplant. Zusätzlich konnten durch Förderun- gen immer wieder Projekte realisiert werden, die die Inhalte der Kölner Mu- seen in die einzelnen „Veedel“ bringen und so niederschwellige Zugänge ohne Barrieren schaffen: z.B. in den Sommerferien 2022 hat der Museums- dienst in Köln-Finkenberg ein tägliches, kostenfreies und offenes kreatives Programm angeboten. Kinder und Jugendliche konnten an einem stark fre- quentierten Ort („Platz der Kulturen“) mit ca. 30 Originalkunstwerken und mu- seumspädagogischer Betreuung unterschiedlichste kreative Methoden aus- probieren. Bildungsprogramm – mediale / digitale Vermittlung (auch online) Es wurde ein virtuelles Museumsquiz für mehrere Museen (ML, MSch, MAKK) entwickelt (seit Q3/21), um eine neuartige und niedrigschwellige Herange- hensweise an museale Themen anzubieten. Digitale Angebote des Museumsdienstes (wie z.B. die Tutorials und die Film- reihe „Erzähl mir...“ des Museums Schnütgen und des Kölnischen Stadtmuse- ums) wurden komplett auf Türkisch untertitelt. Für die Programmhefte werden alle Texte auf diversitäts- und diskriminie- rungssensible Sprache hin lektoriert. Das „Zeit für uns – Begleitheft für Kinder und Familien“ des Museumsdienstes wurde ins Türkische übersetzt. Die Übersetzungen sind via QR-Code auf den Seiten jeweils abrufbar. Partizipation: Die experimentelle Werkstatt-Ausstellung „LOVE?“ (2.12.2022-10.04.2023) im RJM, die mit starker personeller Einbindung des Museumsdienstes entstan- den ist, hinterfragt u.a. binäre Geschlechterkonstruktionen und hetero/patriar- chale Normativitäten aus einer queeren Perspektive und bietet Raum für un- terschiedliche Erzählungen marginalisierter Menschen über alles was „Liebe“ betrifft. Dieses Projekt wurde in Kooperation mit dem Amt für Integration und 15 Vielfalt konzipiert. Für das Begleitprogramm von LOVE? wurde „IJula“ (Intersektionale Jugend Labor in Veedel) eingeladen, ein partizipatives Konzept zu entwickeln, bei dem die Besucher*innen aktiv das Museum gestalten. Für ein queeres Publi- kum gibt es die Möglichkeit, Tage/Abende als „safer spaces“ zu gestalten. Diverse Perspektiven auf Kunst wurden z.B. am Museum Ludwig durch Video- projekte wie „Durch die Sammlung mit“ und „Let’s talk about queerness“ ge- stärkt. Ebenfalls am Museum Ludwig hat 2020/21 das Drittmittelprojekt „Ver Lern Raum“ stattgefunden, das die Entwicklung von Ausstellungsrundgängen spe- ziell von und für Menschen mit Rassismuserfahrungen zum Ziel hatte. Das Kölnische Stadtmuseum bezieht sogenannte „Köln-Expert*innen“ in die Gestaltung der neuen Dauerausstellung ein, um eine Vielfalt von Perspektiven abbilden zu können. Das Wallraf integriert in seiner Junior-Beschriftung Texte von Kindern mit Mig- rations-Erfahrung als Objekttexte zu Bildern in der Ausstellung. 4. Das Kooperationsprojekt mit der VHS wird derzeit evaluiert. Die herkunftssprachli- chen Angebote stoßen überwiegend auf sehr gute Resonanz. Insbesondere die neu etablierten ukrainischen Führungen erfreuen sich so großer Beliebtheit, dass für das kommende Jahr eine Verdopplung angestrebt wird. Auch die Einrichtung türkischer Angebote wird von der Zielgruppe begrüßt, einerseits als Möglichkeit, die musealen Angebote kennenzulernen, andererseits aber auch als Gelegenheit zu gemeinschaft- lichen Unternehmungen, wie Rückmeldungen zu deutsch-türkischen hausübergrei- fenden Angeboten ergeben haben. Gleichzeitig wurde jedoch auch der Wunsch nach besseren Informationen über das Angebot und nach einem vereinfachten Anmelde- verfahren geäußert. Das virtuelle Museumsquiz wird ebenfalls überwiegend sehr gut angenommen und die maximale Teilnehmerzahl von 25 Personen häufig erreicht. 4523 Kunst- und Museumsbibliothek / Rheinisches Bildarchiv Grundsätzlich hat die Leitung der KMB eine bewusst offene und positive Geisteshaltung ge- genüber der Vielfalt aller Menschen und ihrer individualen Fähigkeiten. Eine wertschätzende Kultur und entsprechende Unterstützung gegenüber sichtbaren und unsichtbaren Diversity- Merkmalen werden als Selbstverständlichkeit gelebt mit dem Ziel der Anerkennung, der För- derung des vollen Potenzials und der Überwindung sozialer Barrieren, intern und öffentlich. Offizielle Konzepte dazu gibt es bisher nicht. 46 Bühnen 1. Das Schauspiel Köln verfügt über eine Diversitäts AG und Vertrauenspersonen. Durch eine Förderung im Rahmen des Programms „Neue Normalität“ des Ministeri- ums für Kunst und Wissenschaft in NRW ist ab 01.01.23 die Stelle einer Vermittlung für Diversitätsmanagement besetzt. 16 2. Die Ansprache eines diverseren Publikums findet bisher eher themenspezifisch und programmgebunden statt. Im Rahmen einzelner Inszenierungen werden in dieser Spielzeit Nicht-Muttersprachler*innen über Übertitel angesprochen. Die Zugänge für Rollstuhlfahrer*innen sind barrierefrei, außerdem gibt es eine WLAN-basierte Höran- lage. Über die verschiedenen Publikationen und digitalen Kanäle versucht die Öffent- lichkeitsarbeit individuelle Ansprachen zu finden. Eine englische Website besteht be- reits. 3. Im Bereich Inklusion gilt es Barrieren weiter abzubauen, so ist eine Audiodeskription oder Gebärdenübersetzung wünschenswert, kann aber aktuell nicht finanziert wer- den. Eine barrieresensible Website sowie die Anwendung Leichter Sprache steht ebenfalls noch aus. 4. Wir sind sehr an einer Evaluation interessiert, jedoch fehlen uns dafür noch die ent- sprechenden personellen und finanziellen Ressourcen. 47 Gürzenich-Orchester 1. Ein strategisches Konzept zum Diversity Management wurde bislang nicht entwickelt. Es gibt Führungsleitlinien, die den Grundsatz der Diversität berücksichtigen. 2. Das Gürzenich-Orchester Köln verfolgt seit mehreren Jahren im Rahmen seines Ver- mittlungsprogramms das Ziel der niederschwelligen kulturellen Teilhabe. Projekte wie das Bürgerorchester und der Bürgerchor stehen paradigmatisch hierfür. 3. Das Bürgerorchester wurde 2020 etabliert und lädt musikalische Laien unabhängig von einer Instrumentalausbildung ein, gemeinsam mit dem Orchester und dem Gür- zenich-Kapellmeister ein Orchesterprojekt zu erarbeiten und zu präsentieren. Kom- plementär wurde 2022 der Bürgerchor gegründet, der interessierte Amateursänger in Projekte des Gürzenich-Orchesters einbindet. 4. Eine Evaluation erfolgte bislang nicht.
Beratungsverlauf (5)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0375/2023
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 24.02.2023
- Erstellt
- 24.01.2023 18:43