V/0454/2021
Smart City Münster – Smart City Strategie, aktueller Sachstand
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Anlage A
1705 Zeichen
Anlage A zur V/0454/2021 Kurzüberblick Mit der Vorlage wird ein Sachstandsbericht zur Smart City-Strategie Münster gegeben. Dieser Entwurf benennt Leitbild, Grundwerte und Handlungsfelder für die Smart City Münster. Die Ent- wurfsfassung („Beta-Version“) soll in einem partizipativen Prozess zu einer beschlussreifen Fas- sung („Version 1.0“) weiterentwickelt werden. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit der Vorlage werden die Ziele verfolgt, Münster als Ort der Begegnung, als Marktplatz und als Motor der Stadtentwicklung zu stärken, das unverwechselbare Stadtbild zu bewahren und Müns- ter zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterzuentwickeln: mit hoher Umwelt- und Naturqualität mit breitem Freizeit- und Sportangebot mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft Finanzierung Produktgruppe: 103 OB, BM und Verwaltungsführung Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja X Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig X vollständig freiwillig Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Die Querschnittsthemen Klimaschutz und Demographie werden maßgeblich berührt. Durch die Smart City-Strategie und damit verbundene Maßnahmen wie z.B. vernetzte Mobilität, Einbezie- hung von alternativen Verkehrsmitteln, effizienter Ressourcensteuerung und Einsatz von moder- ner Sensorik und IT kann ein entscheidender Beitrag zum Klimaschutz bei gleichzeitig steigenden Bevölkerungszahlen geleistet werden.
Smart City Strategie Muenster_Beta_Version_2021
80025 Zeichen
1
Smart City-Strategie
der Stadt Münster [Version Beta*]
[ENTWURF, Stand 20. Mai 2021]
Einfach.
Smart.
Münster.
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
2
[ ]
Leitbild der Smart City Münster
Alle Aktivitäten, Prozesse und Projekte im Rahmen der
Smart City Münster dienen dazu, unsere St adt besser zu
machen. Maßstab ist die Steigerung der Lebensqualität für
die Menschen und die Stärkung Münsters als Wirtschafts -
standort. Dabei wollen wir Nachhaltigkeit und Effizienz
gewährleisten, indem wir durch die intelligente Vernetzung
von Systemen u nd Menschen Ressourcen schonen, Kosten
reduzieren und eine bessere Steuerung der Stadt ermög -
lichen. Digitalisierung ist nicht Selbstzweck, sondern Mittel
zum Zweck, um die Ziele der Stadtentwicklung zu erreichen.
Wie das geht und was dabei wichtig ist, ka nn sich im Laufe
der Zeit verändern. Deshalb unterliegt die Smart City -
Strategie einem kontinuierlichen Diskussions - und Aus -
handlungsprozess in der Stadtgesellschaft, aus dem sich
Anpassungen und Kurskorrekturen ergeben können.
Stabsstelle Smart City | Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft | Albersloher Weg 33, 48155 Münster
Ansprechpartner: Dr. André Wolf, Leiter der Stabsstelle | wolf@stadt-muenster.de | www.smartcity.ms
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
3
INHALT
Vorwort 4
1. Stadtentwicklung als Ausgangspunkt 5
2. Haltung und Leitbild der Smart City Münster 11
3. Handlungsfelder und Zukunftsfragen 17
4. Erste Projekte der Smart City Münster 23
5. Akteure, Organisation und Netzwerke 29
6. Kommunikation, Formate und Wissenstransfer 32
7. Von der Version Beta zur Version 1.0 35
Anhang 38
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
4
VORWORT
Digitalisierung ist inzwischen in vielen Lebensbereichen Wirklichkeit geworden. Der
Megatrend „Digitalisierung“ bietet sowohl riesige Chancen als auch besondere Heraus -
forderungen. Um beides konsequent und strukturiert anzugehen, hat sich Münster wie
zahlreiche andere Städte auf den Weg gemacht, eine „Smart City“ zu werden.
Das Thema „Smart City“ ist so breit, facettenreich und zugleich auch noch diffus, dass es
Struktur und Orientierung braucht. Dies soll der hiermit vorgelegte Entwurf der Smart City-
Strategie Münster leisten. Im Kern geht es um Stadtentwicklung im digitalen Zeitalter .
Münster will die Möglichkeiten der Digitalisierung so nutzen, dass das Leben in Münster
besser wird: komfortabler, lebenswerter, klimafreundlicher, gesünder, mobiler, sozialer,
sicherer und resilienter.
Der erste Entwurf der Smart City-Strategie ist in den letzten 12 Monaten in drei Schritten
entstanden durch:
> Sichtung, Auswertung und Zusammenführung maßgeblich relevanter Programme und
Pläne für eine nachhaltige und integrierte Stadtentwicklung in Münster,
> einen intialen Verwaltungsworkshop u nd eine erste Abstimmung innerhalb der
Verwaltung sowie
> drei Initial workshops mit ausgewählten Akteure n aus Wirtschaft, Wissenschaft und
Zivilgesellschaft in Münster.
Darüber hinaus greift der Entwurf Leitlinien und Merkmale der „Smart City Charta“ des
Bundesumweltministeriums und des Bundesinstitutes für Bau-, Stadt- und Raumforschung auf.
Der Entwurf ist eine erste Statusbestimmung aus Perspektive der Stabsstelle Smart City.
Wir haben in diesem Papier Informationen zu bereits vorhandenen Aktivitäten und
laufenden und geplanten Projekten zusammengetragen. Denn die Smart City Mün ster ist
keine komplette Neuerfindung, sondern hat eine Vorgeschichte und v iele Themen,
Handlungsfelder und Projekte wurden aus vorangegangenen Prozessen abgeleitet oder
werden durch diese vorgegeben.
Nun muss ein wichtige r nächster Schritt folgen: Die breite Beteiligung aller Engagierten
und Interessierten aus Stadtgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft. Deshalb haben wir
die vorliegende Strategie als „Version Beta“ betitelt . Sie muss kommentiert, hinterfragt,
aus verschiedenen Perspektiven betrachtet, ergänzt, angereichert, kritisiert und justiert
werden – und zwar jetzt und dauerhaft und von möglichst vielen Akteurinnen und
Akteuren. Wir wünschen uns, dass so nach der „Version Beta“ die Version 1.0 entsteht, die
von einer breiten Basis mitgetragen wird. Wie wir uns hier die e rsten Schritte vorstellen
und wie der kontinuierliche Anpassungsprozess der Strategie der Smart City Münster
aussehen soll, auch dazu gibt die vorliegende Version Beta Auskunft.
Kurzum: D ie vorliegende „Version Beta “ der Smart City -Strategie ist ein Vorschlag mit
ersten Leitplanken für den systematischen Aufbau der Smart City Münster und ihre r
Projekte. Sie ist eine Einladung an die Stadtgesellschaft, am Code unserer Stadt
mitzuprogrammieren und gemeinsam an der Smart City Münster zu bauen.
Dr. André Wolf
Leiter der Stabsstelle Smart City
im Dezernat für Planen, Bauen Wirtschaft
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
5
>
1.
Stadtentwicklung
als Ausgangspunkt
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
6
1. STADTENTWICKLUNG ALS AUSGANGSPUNKT
Die Stadt Münster arbeitet intensiv an der zukunftsorientierten Weiterentwicklung unserer
Stadt. Wo steht Münster 2020, 2030 oder 2050? war die Ausgangsfrage für den Prozess
der MünsterZukünfte und dem damit verbundenen Integrierten Stadtentwicklungskonzept
(ISEK). Bürgerinnen und Bürger, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Wirtschaft,
Verwaltung und Politik waren aufgerufen, gemeinsam Antworten auf wichtige
Zukunftsfragen zu finden.
Zur Strukturierung des Prozesses wurden zehn Leitthemen formuliert: von der „Vielfalt der
Stadtteile“ über „Facetten öknomischer Stärke“ bis zur „stadtverträglichen Mobilität“. Eines
dieser zehn Leitthemen ist das Thema „Digitalisierung findet Stadt “, welches nun weite r
vorangetrieben werden soll, um Münster zu einer Smart City zu entwickeln.
Smart City ist ein Sammelbegriff für gesamtheitliche Entwicklungskonzepte, die darauf
abzielen, Städte lebenswerter, effizienter, technologisch fortschrittlicher, ökologischer,
nachhaltiger, sozial inklusiver zu gestalten und unterschiedliche Lebensbereiche intelligent
zu verknüpfen. Auch wenn es keine allgemein anerkannte Definition einer „Smart City“
gibt, können mit Blick auf den theoretischen Diskurs, vorhan dene Richtlinien und
Empfehlungen auf unterschiedlichen Maßstabsebenen und die Praxis in vielen Städten und
Gemeinden einige grundsätzliche Merkmale von Smart Cities festgehalten werden:
> Auf der Zielebene stehen zumeist die Verbesserung der Lebens qualität für die
Menschen, intelligente Lösungen für die Mobilität, die Steigerung der
Ressourceneffizienz, die Reduzierung von Emissionen und die Klimaneutralität im Fokus.
> In einer Smart City werden Daten und Infrastrukturen der Daseinsvorsorge intelligent
miteinander vernetzt und können gebündelt gesteuert werden. Eine zentrale Grundlage
dafür sind Sensoren, mit denen der tatsächliche Zustand der Stadt mit Blick auf
verschiedene Systeme zu jedem Zeitpunkt erfasst werden kann. Die gesammelten
Daten werden analysiert, für Prognosezwecke genutzt und zur Steuerung der Systeme
verwendet.
> Die aktive Einbindung der Bürgerinnen und Bürger ist bei der Entwicklung einer Smart
City von großer Bedeutung. Dabei geht es besonders um Partizipation und die
systematische Be teiligung an Entscheidungsprozessen. Darüber hinaus können
Bürgerinnen und Bürger auch aktiv als „Sensoren“ Teil einer Smart City sein, indem sie
bestimmte Daten z. B. zu ihrem Mobilitätsverhalten zur Nutzung zur Verfügung stellen.
Smart City-Projekte sollen mit Hilfe des digitalen Fortschritts eine positive Wirkung in der
analogen Welt erzielen. Vor dem Hintergrund der Beschleunigung der Digitalisierung und
der absehbaren technologischen Entwicklungen in diversen kommunalen wie au ch
gesellschaftlichen Handlungs - und Anwendungsfeldern, braucht das Thema Smart City
Struktur und Orientierung. Dies soll der hiermit vogelegte Entwurf der Smart City-Strategie
Münster leisten.
Ziel der Strategie soll es sein, Digitalisierung und Stadten twicklung vorausschauend und
systematisch zusammenzudenken, um vielfältigen städtischen Herausforderungen (z.B.
Klimawandel und Klimafolgenanpassung, demographische und soziale Entwicklungen,
wirtschaftlicher Strukturwandel) begegnen und so zur langfristig en Steigerung der
Resilienz, zur Erhöhung der Lebensqualität, zur gesellschaftlichen Partizipation, der
sozialen Inklusion und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit beitragen zu können.
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
7
Die Strategie, Projekte und Maßnahmen der Smart City sollen wichtig e Beiträge zur
Umsetzung der Ziele des ISEK 2030 leisten. Daher wird die Smart City Strategie eng mit
weiteren relevanten Leitthemen des ISEK verknüpft, etwa mit dem Masterplan Mobilität
2035+ (Leitthema „Stadtverträgliche Mobilität“), dem Entwicklungsproz ess Innenstadt
(„Innenstadt ist mehr“) sowie der Entwicklung der Stadtquartiere und der Entwicklung der
Flächen der York - und Oxford -Kasernen („Urbane Wissensquartiere“, „Vielfalt der
Stadtteile“, „Vielfalt und sozialer Zusammenhalt“).
Die Smart City Mün ster fängt also nicht bei Null an. Die vorliegende „Version Beta“ der
Smart City Strategie basiert auf Ergebnissen, Vorgaben und Zielen aus übergeordneten
und vorangegangenen Prozessen sowie auf den bisherigen Erfahrungen und Projekten in
Münster. Diese Grundlagen wurden zu Leitlinien für zukünftiges Handeln verdichtet. Dabei
hat die Smart City Charta des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und
Reaktorsicherheit sowie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung wichtige
Rahmensetzungen vorgegeben, die münster-spezifisch weiterentwickelt wurden.
Zentrale Grundlagen für die Smart City Münster [eigene Darstellung]
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
8
Die vorstehende Darstellung gibt einen Überblick über Grundlagen auf allen Maßstabs -
ebenen, die in die Ent wicklung der Smart City Münster einfließen und deren Kurs
mitbestimmen. Im Anhang finden sich Kurzbeschreibungen zu den jeweiligen Dokumenten.
Eine herausgehobene Funktion nimmt in diesem Kontext die Stadtentwicklung Münsters
mit dem Prozess der „Münster Zukünfte 20 | 30 | 50“ ein. Der groß angelegte Zukunfts-
prozess wurde im Jahr 2017 gestartet und wird voraussichtlich in diesem Jahr
abgeschlossen. Bürgerinnen und Bürger, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler,
Wirtschaft, Verwaltung und Politik waren in den Prozess eingebunden, um gemeinsam
Antworten auf wichtige Zukunftsfragen für die Stadt zu finden. In diesem Prozess kamen
immer wieder direkt oder indirekt Fragen und Themen der digitalen Transformation auf:
> Im Jahr 2018 wurde eine Bürgerumfrage zu aktuellen Themen der Stadtentwicklung
durchgeführt, um als „Statusbestimmung“ die Informationsgrundlagen für die
Erarbeitung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes 2030 (ISEK) als Teil de r
Münster Zukünfte 20|30|50 zu verbreitern. In den umfangreichen Ergebnissen sind
Themen der digitalen Transformation am deutlichsten bei den Risiken zu finden, die die
befragten Bürgerinnen und Bürger für die Zukunft Münsters artikuliert haben. Dabei
geht es etwa um Risiken, die sich durch den Onlinehandel für die Einzelhandelsstruktur
Münster ergeben sowie die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Arbeitsmarkt.
Dabei ist aber festzuhalten, dass die Häufigkeit der Nennung dieser Risiken deut lich
hinter den Risiken der Themenkomplexe „Wohnen“, „Verkehr“ und „Gentrifizierung/
Segregation“ lieg en. Indirekt finden sich Themen der Digitalen Transformation in
weiteren Ergebnissen der Bürgerumfrage – so auch in den Chancen und Potenzialen, die
die Befragten für die Zukunft Münsters sehen. So belegen potenziell digital geprägte
Themen wie „Hochschulen/Wissenschaft“ oder auch zahlreiche Einzelaspekte rund um
das Thema „Mobilität“, die mit einer „smarten“ Verkehrssteuerung einhergehen, hohe
Ränge bei den Nennungen durch die Befragten.1
> Im Frühjahr 2018 wurden im Rahmen der Erarbeitung des ISEK 46 Gespräche mit
Schlüsselpersonen zur Stadtentwicklung Münsters sowohl als Einzel - und
Gruppengespräche als auch im Workshopformat durchgeführt. Dabei ergab en sich in
zahlreichen Gesprächen Bezüge zur digitalen Transformation – sei es als wichtige
Rahmenbedingung und Querschnittsthema für die Stadtentwicklung oder auch als
Chance und Herausforderung für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. 2
> Den Start des Zukunftsprozesses „Münster Zukünfte 20 | 30 | 50“ bildete die Aktion
„Gutes Morgen Münster" . Dieser Mitmachprozess hatte das Ziel, Bürgerinnen und
Bürger auch emotional für die (Mit-)Gestaltung der Zukunft zu gewinnen. Alle Menschen,
Unternehmen und Institutionen wurden aufgerufen, kleine und große Projekte
einzureichen, die Münster besser machen. Mehr als 300 „Zukunftsmacher“ konnten so
identifiziert werden – darunter zahlreiche mit digitalen und „smarten“ Ansätzen.3
1 Weitere Informationen zur Bürgerumfrage sind zu finden unter https://www.stadt-
muenster.de/stadtentwicklung/kommunale-umfragen
2 Der zusammenfassende Bericht der Schlüsselpersonengespräche ist zu finden unter
https://www.stadt-muenster.de/fileadmin/user_upload/stadt-
muenster/13_zukuenfte/pdf/190107_SPG_Mu__nster_Bericht_ohne_Bilder.pdf
3 Weitere Informationen zur Mitmachaktion „Gutes Morgen Münster sind zu finden unter
www.gutes-morgen.ms
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
9
> Für das ISEK wurde zudem eine Szenarionalyse durchgeführt. Als anzustrebendes
Szenario wurde im Prozess „das Wert -volle Münster“ herausgearbeitet . Darin spielen
insbesondere die Werte der Stadtgesellschaft, die Hochschulen und die Wirtschaft eine
zentrale R olle. Voraussetzungen für dieses Entwicklungsszenario sind eine starke
Wissenschaftsstadt, ein dynamischer Wirtschaftsstandort und die „Münster -Werte“,
insbesondere das starke bürgerschaftliche Engagement.
Im Rahmen der Szenarioanalyse , an der sich ca. 17.000 Bürgerinnen und Bürger
beteiligt haben, wurden sieben Schlüsselfaktoren identifiziert, die als „Stellschrauben“
für die Stadtentwicklung in Richtung des gewünschten Szenarios wirken können. Neben
Faktoren wie dem Bildungsniveau Münsters, der Entwicklung der Hochschulen und der
Verfügbarkeit von bezah lbarem Wohnraum zählt die Digitalisierung explizit dazu. Eine
aktive, wertebasierte und somit zielgerichtete Gestaltung der Digitalisierung im Rahmen
der Smart City Münster kann also dazu beitragen, die Stadt in Richtung des
erstrebenswerten Zukunftsszenarios „das Wert-volle Münster“ zu entwickeln.4
> Ein weiterer Baustein der „Münster Zukünfte 20 | 30 | 50“ ist das Integrierte Stadt-
entwicklungskonzept „ISEK 2030“ . Nach städtischen Vorausberechnungen könnte
die Stadt von heute 312.585 Einwohnerinnen und Einwohnern (Stichtag 30.11.2020)
bis zum Jahr 2030 auf ca. 326.000 anwachsen. Dieser erhebliche Bevölkerungszuwachs
ist einerseits eine Chance für die Stadt, andererseits aber auch eine zentrale Heraus -
forderung, der sich Münster in vielen Themenfeldern stellen muss. Vor diesem
Hintergrund dient das ISEK 2030 dazu, eine übergreifende und bre it getragene
strategische Orientierung für die räumliche Entwicklung Münsters zu erhalten. Dieser
mittelfristige Orientierungsrahmen für die Stadtentwicklung hilft , inhaltliche und
zeitliche Prioritäten zu setzen, um das zu erwartende Wachstum der St adt nachhaltig
gestalten zu können. Bei der Erarbeitung des ISEK 2030 stehen zehn Leitthemen und
die dazugehörigen Umsetzungsschritte im Mittelpunkt.
Die 10 Leitthemen des ISEK 2030 [Quelle: MünsterZukünfte/medlay]
4 Der Abschlussbericht der Szenarioanalyse ist zu finden unter https://www.zukunft-
muenster.de/wp-content/uploads/2019/07/Szenariobericht_StadtM%C3%BCnster.pdf
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
10
Zu fast a llen Leitthemen wurden sogenannte „Stadtforen“ durchgeführt. Sie g aben
Interessierten die Möglichkeit , jedes Thema mit Expertinnen und Experten aus der
Stadtgesellschaft sowie externen Fachleuten zu diskutieren und Anregungen zu geben.
Beim Stadtforum zum Leitthema „Digitalisierung findet Stadt“ im November 2019 waren
Akteure aus unterschiedli chen Bereichen der Stadtgesellschaft wie Wissenschaft,
Wirtschaft, Handel und Soziales eingeladen, um über das Konzept der Smart City zu
diskutieren. Im Mittelpunkt standen Fragen wie: Welche smarten Projekte gibt es schon
in Münster? Welche Partner braucht es für die digitale Stadtentwicklung? Welche Ideen
und Wünsche hat die Wirtschaft – und welche Bedürfnisse haben die Bürgerinnen und
Bürger in der Stadt? Dieses Stadtforum war die Initialzündung und Auftaktveranstaltung
für die Smart City Münster, die es nun durch Maßnahmen und Projekte (w eiter) zu
konkretisieren gilt.
Impresseionen und graphic recording des Stadtforums „Digitalisierung findet Stadt“
[Quelle: Smart City Münster/medlay sowie graphic recording: Marie Jacobi]
Insgesamt lässt sich konstatieren, dass das ISEK mit seinen Leitthemen das thematische
„Spielfeld“ vorgibt, auf dem sich die Smart City Münster bewegt. Eine integrierte und
zukunftsorientierte Stadtentwicklung ist gleichermaßen Ausgangspunkt und Ziel der
Smart City Münster. Strategie, Projekte und Maßnahmen der Smart City sollen wichtige
Beiträge zur Umsetzung der Ziele des ISEK 2030 leisten. 5
5 Weitere Informationen zum ISEK 2030 sind zu finden unter www.zukunft-
muenster.de/leitthemen-des-isek/
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
11
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
2.
Haltung und Leitbild
der Smart City Münster
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
12
2. HALTUNG, WERTE UND LEITBILD DER SMART CITY MÜNSTER
Die Ergebnisse und Erkenntnisse aus den vorangegangenen und laufenden Prozessen sowie
den bereits gestarteten Projekten zeigen: Digitalisierung ist inzwischen auch in Münster in
vielen Lebensbereichen Wirklichkeit geworden. Münster hat sich auf den Weg gemacht, die
digitale Transformation aktiv und positiv zu gestalten un d eine „Smart City“ zu werden.
Durch das Nutzen von Daten und digitalen Anwendungen will die Stadt attraktiv bleiben
für zukünftige Generationen, für Wirtschaft, Wissenschaft und Münsters Nachbarn.
Die Smart City -Strategie wurde entwickelt in Anerkennung und aufbauend auf fünf
Grundsätze zum Selbstverständnis und zur Haltung der Smart City Münster , und sie
formuliert aktuell zwölf Werte als Leitplanken für künftige Aktivitäten und Projekte.
I. Smart City-Maßnahmen dienen der Stadtentwicklung
Maßstab all er Smart City -Maßnahmen soll die Steigerung der Lebensqualität für die
Menschen, das Schaffen und Gewährleisten von Nachhaltigkeit und Effizienz und die
Stärkung Münsters als Wirtschaftsstandort sein. Durch die intelligente Vernetzung von
Systemen und Menschen sollen Ressourcen geschont, Kosten reduziert und eine bessere
Steuerung der Stadt ermöglicht werden. Die Digitalisierung ist nicht Selbstzweck, sondern
Mittel zum Zweck, um die Ziele der Stadtentwicklung zu erreichen. Die Möglichkeiten der
Digitalisierung sollen so genutzt werden, dass das Leben in Münster besser wird:
komfortabler, lebenswerter, klimafreundlicher, gesünder, mobiler, sozialer, sicherer und
resilienter.
II. Smart City braucht und nutzt Technik und Kommunikation
Angesprochen sind Hand lungsfelder an den Schnittstellen von Stadtentwicklung und
Digitalisierung wie zum Beispiel Mobilität, Umwelt, Handel, Bildung und Wohnen. Smart
City-Projekte sollen mit Hilfe des digitalen Fortschritts eine positive Wirkung in der
analogen Welt erzielen. Die Smart City Münster nutzt dafür sowohl Daten und Technik als
auch geeignete Kommunikationswege und -formate, um die Bürgerinnen und Bürger
unserer Stadt zum Anwenden und Mitgestalten digitaler Lösungen und Werkzeuge
anzuregen, deren Akzeptanz zu steiger n und um über den Transformationsprozess der
Digitalisierung in Münster zu diskutieren . Denn: Smart City braucht und nutzt Technik,
aber sie beginnt im Kopf – und den erreicht man mit guter Kommunikation.
III. Smart City nimmt sowohl Chancen als auch Herausforderungen in den Blick
Die digitale Transformation birgt große Chancen, bringt aber auch Herausforderungen mit
sich. In der Smart City Münster wollen wir Chancen von Technik, Innovationen und
Kooperationen nutzen, aber auch unerwünschte Folgen der Dig italisierung unter
Berücksichtigung des Allgemeinwohls mit in den Blick nehmen. Herausforderungen stellen
sich dabei gleichermaßen für die Umsetzung (z.B.: wie werden welche Daten und welche
Technik zu welchem Zweck genutzt und wem werden welche Daten in welcher Form zur
Verfügung gestellt ?), Akteure und Organisationen (z.B.: welche neuen Bedarfe und
Arbeitsprozesse entstehen durch Kooperationen verschiedener Einrichtungen und
Akteure?) sowie die Kommunikation (z.B.: wie können Nutzen und Akzeptanz neuer
digitaler Angebote diskutiert und verständlich kommuniziert werden?).
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
13
Welche Chancen
birgt die digitale
Transformation für
Münster?
> Beitrag zum Erreichen der Ziele der Stadtentwicklung
> Verbesserung der Partizipation
> Erhöhung der Lebensqualität für die Menschen
> Schonung von Ressourcen
> Verbesserung der Nachhaltigkeit der Stadt
> Verbesserung der Verfügbarkeit und Nutzbarkeit von Daten & Wissen
> Aktive Einbindung der Wissenschaft in die Stadtentwicklung
> Zusammenbringen der Gesellschaft
> Ermöglichung von proaktivem Handeln
> Steigerung der Effektivität und Effizienz von Prozessen
> Erhöhung der Resilienz der Stadt
> Erhöhung der Wirtschaftskraft
> Verbesserung der Außenwahrnehmung der Stadt Münster
> ...
Wie muss die Smart
City Münster
gestaltet werden und
agieren, um Risiken
zu minimieren?
> Klein und schnell anfangen, aber auch das „große Ganze“ im Blick
behalten
> Schnell erkennbaren Nutzen erzielen
> Prozesse und Entscheidungen immer transparent gestalten
> Anschaulich kommunizieren und Zusammenhänge gut erklären
> Datensicherheit und -souveränität jederzeit sicherstellen
> Hoheit über Prozesse und Daten jederzeit behalten
> Fehlerkultur etablieren
> ...
Übersicht: Fragen und Beispielthemen – die digitale Transformation birgt Chancen, bringt aber auch
Herausforderungen und Risiken mit sich, mit denen konstruktiv umgegangen werden muss.
IV. Der Weg zur Smart City ist ein Prozess
Die Smart City Münster ist kein befristetes Projekt, sondern ein dauerhafter
Entwicklungsprozess ohne fest es Enddatum. Mit anderen Worten: Hinter Sm art City
verbirgt sich ein strategischer und fortlaufender Prozess, der das Ziel verfolgt, das
Zusammenleben in einer Stadt in Zukunft nachhaltig und effizient zu gestalten. Deshalb
ist diese Entwurfsfassung der Strategie aktuell als „Version Beta“ betitelt: Die Formulierung
„Beta“ bezeichnet einen frühen und vorläufigen Entwicklungsstand einer Software, bei der
ein Teil der Funktionen bereits vorhanden, die Entwicklung jedoch noch nicht endgültig
abgeschlossen ist.
V. Smart City entsteht durch Ko-Kreation und Kooperation
Digitale Transformation braucht die Kreativität und die Kompetenzen aller relevanten
Akteure und Kooperationen dieser Akteure untereinander. Für die Entwicklung einer Smart
City Münster bedarf es daher aktiver und tatkräftiger Partner au s allen Bereichen des
städtischen Lebens, um schnell entsprechende Kompetenzen aufzubauen, um das Wissen
in die Breite zu tragen und den Anforderungen schneller Veränderungsprozesse gerecht zu
werden.
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
14
Werte und Leitplanken der Smart City Münster
Um die Smart City im Prozess mit allen städtischen Akteuren zu entwickeln, bedarf es eines
gemeinsamen Werteverständnisses im Sinne von Leitplanken für künftige Projekte und
Maßnahmen. Die Entwurfsfassung formuliert als Haltung der Smart City Münster zwölf
„Grundwerte“, die sich auf das Nutzen von Technik und Daten, auf den räumlichen Maßstab
von Projekten, Aspekte der Kommunikation und Kooperation, einen offenen Lernprozess
und Experimentierfreudigkeit sowie auf das Entwickeln von Grundsätzen zum Nutzen,
Anwenden und Bereitstellen von Open Source und Open Data einschließlich relevanter
Aspekte von Datenschutz, Datensparsamkeit und Datensouveränität beziehen.
1. Neuland und Historie
Die Smart City Münster ist keine Neuerfindung, sondern hat eine Vorgeschichte. S ie
dockt an zahlreichen vorangegangenen und übergeordneten Prozessen von der globalen
bis zur kommunalen Ebene an: seien es die Sustainable Development Goals (SDG) der
Vereinten Nationen , die Smart City Charta des Bundes oder das Integrierte
Stadtentwicklungskonzept 2030 – die Smart City Münster soll Beiträge zur Umsetzung
der Ziele mit „smarten“ Mitteln leisten und zur Umsetzung der genannten Strategien
dienen. Handlungsfelder und Projekte wurden und werden aus vorangegangenen
Prozessen abgeleitet und sollen durch Technik und Daten eine neue Dynamik entfalten.
2. Ideenwachstum und Klimaneutralität
Die Strategien, Prozesse und Projekte der Smart City Münster sollen zur effizienteren
Nutzung natürlicher Ressourcen beitragen. Das Tätigkeitsfeld beinhaltet al so alle
Bereiche der technischen Infrastruktur der Stadt: von der Mobilität über die Energie bis
hin zu Abwasser und Abfall. Damit einher geht auch das Ziel der Reduzierung des CO 2-
Ausstoßes, um die Klimaneutralität Münsters Schritt für Schritt zu verwirklichen. Damit
soll die Smart City Münster wichtige Beiträge zur Umsetzung der Nachhaltigkeits-
strategie Münster 2030 leisten.
3. Für die Menschen und die Wirtschaft
Strategie, Prozesse und Projekte der Smart City Münster sollen dazu beitragen, die Ziele
der Stadtentwicklung Münsters mit den Mitteln der Digitalisierung umzusetzen. Im
Mittelpunkt stehen dabei die Menschen und ihre Bedürfnisse. Es geht um die Steigerung
ihrer Lebensqualität, damit das Münster von morgen für die Menschen noch besser ist
als das Münster von heute. Damit das möglich ist, ist auch eine florierende Wirtschaft
unabdingbar. In den Teilen der Wirtschaft, die „digitalaffin“ sind, werden die Chancen
bereits genutzt, neue Möglichkeiten erschlossen und neue Geschäftsmodelle entwickelt
bzw. bestehende angepasst. Auf der anderen Seite benötigt die Wirtschaft in ihren
weniger „digitalaffinen“ Teilen Unterstützung und Begleitung bei den erforderlichen
Veränderungsprozessen, damit sie auf Dauer wettbewerbsfähig bleibt. Deshalb setzt die
Smart City Münster die Mittel der Digitalisierung auch dafür ein, die lokale Wirtschaft zu
stärken und neue Wertschöpfung zu ermöglichen.
4. Langfristig und kurzfristig
Die Smart City Münster muss langfristig und strategisch entwickelt werden, soll
andererseits ab er auch schnell starten und wahrnehmbar sein . Deshalb geht es mit
kleinen und schnellen Projekten „zum Anfassen“ los, also durch Strategie und „start by
starting“. So werden digitale Denkweisen und Lösungsansätze anschaulich. Dabei
bleiben aber auch große strategischen Themen und langfristige Projekte immer im Blick.
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
15
5. Digital und analog
Die digitale Transformation ist für viele Menschen heute noch immer vor allem „am
Bildschirm“ wahrnehmbar. Strategie, Prozesse und Projekte der Smart City Münster
sollen aber dazu beitragen, die Welt des Digitalen und die gebaute Stadt eng
miteinander zu vernetzen . Die Smart City Münster treibt die Nutzung von Sensorik,
Datengewinnung und -verarbeitung konsequent voran , um mehr Wissen und bessere
Daten über den Zustand der Stadt zu jedem Zeitpunkt zu generieren. Damit wird auch
die Steuerbarkeit vieler Prozesse auf ein höheres Niveau gebracht und es ergeben sich
neue Möglichkeiten zur Verbesserung z. B. von Mobilität, Umweltqualität oder auch
Lebensqualität in der analogen, physischen, gebauten Stadt.
6. Innen und außen
Der räumliche Rahmen der Smart City Münster ist die Gesamtstadt Münster. Projekte,
Maßnahmen und Aktivitäten finden deshalb nicht nur im Zentrum, sondern auch in den
Stadtteilen statt. Deren beson dere Bedeutung für die Stadtentwicklung wird nicht
zuletzt daran erkennbar, dass die „Vielfalt der Stadtteile“ eines der zehn Leitthemen des
ISEK Münster 2030 ist. Es ist klar, dass die Chancen und Herausforderungen der Zukunft
nur im koordinierten Zusamme nspiel der Gesamtstadt genutzt bzw. gelöst werden
können.
7. Für Spezialisten und Interessierte
Es liegt in der Natur der Sache, dass die Smart City Münster besonders für eine digital-
affine und häufig junge Zie lgruppe leicht zugänglich ist. Aber nicht jede und jeder ist
ein „digital native“. Darüber hinaus gibt es auch noch viele andere Einschränkungen, die
heute Menschen von einer umfassenden und selbstbestimmten Teilhabe am
gesellschaftlichen Leben ausschließen. Deshalb soll die Smart City so gestaltet sein,
dass sie Barrieren abbaut, für alle Gesellschaftsgruppen offen ist und positive Effekte
für das Gemeinwohl mit sich bringt. Das hat auch das Stadtforum „Digitalisierung findet
Stadt“ im November 2019 gezeigt, in dem einerseits die enge Zusammenarbeit von
Verwaltung, Unternehmen und Wissenschaft als wichtige Voraussetzung für
Digitalisierung im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung benannt wurde,
andererseits aber auch die besondere Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements und
das Ideenpotenzial lokaler Initiativen benannt wurde.
8. Gut gemacht und gut erklärt
Die Digitalisierung aller Lebensbereiche ist ein Prozess des Umbruchs mit hoher
Entwicklungsdynamik. Das löst bei vielen Menschen Vorbehalte und so gar Ängste aus.
Um eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung zu gewährleisten, müssen die Aktivitäten
der Smart City Münster einerseits höchsten inhaltlichen Ansprüchen genügen und
andererseits sehr transparent sein und so allgemeinverständlich kommuniziert werden,
dass sie bei den Menschen ankommen.
9. Serviceorientiert und kollaborativ
Die Institutionen, Unternehmen, Initiativen und Menschen in Münster sollen die Projekte
und Ergebnisse der Smart City nutzen können und von ihnen profitieren. Sie sollen sie
aber auch selbst aktiv mitgestalten. Es gilt, die Ideen vielfältiger Akteur innen und
Akteure in Münster einzubinden und sie gemeinsam weiterzuentwickeln. So sollen neue
Lösungen entstehen, um die sich bietenden Chancen zu nutzen und mit den
Herausforderungen der Stadt umzugehen.
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
16
10. Daten gemeinsam nutzen und konsequent schützen
Daten sind die Grundlage, um im Rahmen der Smart City Münster die Stadt besser zu
machen. Deshalb sollen Wissen, digitale Technologien und in der Stadt entstehende
qualitativ hochwertige Daten einerseits im Sinne einer evidenzbasierten Stadtplanung ,
andererseits aber auch für die Nutzung durch die Allgemeinheit verfügbar gemacht
werden (Open Source, Open Data). Dabei stehen nicht Einzelinteressen im Vordergrund,
sondern der Nutzen f ür die Gemeinschaft. Aber wertvolle Daten wecken auch
Begehrlichkeiten. Deshalb gilt es, das Sicherheitsbedürfnis und die Freiheitsrechte der
Bürgerinnen und Bürger strikt zu wahren und die Anforderungen von Datenschutz ,
Datensparsamkeit und Datensouveränität bei allen Aktivitäten zu beachten.
11. Lernen von anderen und andere lernen lassen
Die Digitalisierung macht nicht an den Stadtgrenzen Halt. Deshalb ist die Smart City
Münster offen für Ideen , Impulse und Vorbilder von außen. Umgekehrt teilt die Smart
City Münster ihre eigenen Erfahrungen bereitwillig mit anderen Städten und Gemeinden.
Auch für Smart City gilt: Nur im Schulterschluss kann die zukünftige Entwicklung von
Münster und seinen Nachbarn erfolgreich gestaltet werden.
12. Bewährtes und Experimente
Die Smart City Münster kann bereits auf viele gute Grundlagen und Erfahrungen in der
Stadt zurückgreifen. Es gibt aber auch immer noch „weiße Flecken“. Hier ist es wichtig,
experimentierfreudig zu sein und zu bleiben. Deshalb lebt und lernt die Smar t City
Münster auch vom Ausprobieren und Experimentieren – und manchmal vielleicht auch
vom Scheitern. Wie in der digitalen Welt sind auch für die Smart City Fehler und eine
offene Fehlerkultur notwendig, um schnell zu lernen.
Die Haltung für Projekte und Aktivitäten auf dem Weg zur Smart City auf den Punkt gebracht:
Strategie, Start by starting und Smart City als Gemeinschaftsaufgabe [Fotos: Smart City/medlay]
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
17
3.
Handlungsfelder
und Zukunftsfragen
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
18
3. HANDLUNGSFELDER UND ZUKUNFTSFRAGEN
Das Arbeitsgebiet der Smart City Münster umfasst alle Bereiche der Stadtentwicklung . Es
wird aus umfangreichen vorangegangenen Prozessen gespeist und unterliegt einer hohen
Dynamik. Um die verfügbaren personellen und finanziellen Ressourcen optimal
einzusetzen, muss die Arbeit gut strukturiert und priorisiert werden.
Deshalb wurden die Aktivitäten der Smart City Münster zu Beginn als vorläufiger
„strategischer Rahmen“ in sechs Handlungsfelder eingeteilt. Dies dient auch dazu, den eher
diffusen Begriff der Smar t City und den Gesamtprozess einfacher kommunizieren zu
können. Die aktuellen Handlungsfelder sind: Mobilität, Umwelt, Wirtschaft, Lebensart,
Teilhabe und Verwaltung.
Die Festlegung der Handlungsfelder ist nicht abschließend und soll keine Themenbereiche
ausklammern, sie ist aber gerade zu Beginn des Prozesses notwendig, um das breite Feld
zu strukturieren. Auch andere Kommunen fokussieren in der Regel auf fünf bis sechs initiale
Handlungsfelder.
Handlungsfelder Smart City Münster (siehe auch: www.smartcity.ms/handlungsfelder)
[Quelle/Fotos: Smart City/Kolta]
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
19
Die sechs Handlungsfelder werden auf den folgenden Seiten ausführlich dargestellt. Dabei
ist wichtig : Di e Handlungsfelder verfügen über unterschiedliche Bearbeitungstiefen .
Teilweise sind die Konturen bereits gut erkennbar , und es gibt erste konkrete Starter-
Projekte. Manche Handlungsfelder müssen aber auch noch weiter ausgearbeitet und
konturiert werden. Insgesamt bildet d er Kanon der Handlungsfelder den aktuellen
Arbeitsstand ab. Er ist ausdrücklich als Diskussionsgrundlage zu verstehen und verbunden
mit der Einladung an die Stadtgesellschaft, m itzudenken, mitzumachen und sich
einzubringen.
Zukunftsfragen
Für die Handlungsfelder wurden auch eine Reihe von Zukunftsfragen formuliert. Diese
bilden den „ Suchraum“ für Projekte und Beiträge ab. Sie sollen helfen, das jeweilige
Handlungsfeld zu öffnen, mögliche Wege für konkrete Lösungen aufzuzeigen und Ideen
anzustoßen – denn: Patentlösungen gibt es nicht, und die Kreativität und der
Ideenreichtum der Stadtgesellschaft sind gefragt, damit die Smart City Münster Schritt für
Schritt Realität wird.
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
20
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
21
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
22
23
4.
Erste Projekte
der Smart City Münster
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
24
4. ERSTE PROJEKTE DER SMART CITY MÜNSTER
Die Handlungsfelder und die dazugehörigen Zukunftsfragen machen deutlich, wie
vielschichtig und komplex sich die digitale Transformation darstellt. Zugleich öffnen sie den
Blick dafür, welche Chancen darin liegen.
Damit Digitalisierung im Sinne des Leitthemas aus dem ISEK tatsächlich „Stadt findet“,
braucht es jetzt Projekte zum Anfangen, Anfassen, Ausprobieren. Viele erste Schritte auf
dem Weg zur Smart City sind bereits getan , erste Starter-Projekte sind umgesetzt und
eine Reihe weiterer Maßnahmen sind konkret geplant. Diese zu zeigen ist wichtig : Damit
die Smart City Realität wird, braucht es Projekte zur Veranschaulichung des Nutzens
digitaler Denkweisen und Lösungsansätze.
Neben dem schnellen Start von ersten Projekten sind auch das Ausprobieren neuer
Projektwege, Arbeitsformen und Veranstaltungsformate zentral. Bereits in Münster
entwickelte Formate wie der MÜNSTERHACK und weitere Veranstaltungen gilt es zu nutzen,
zu fördern und weiterzuentwick eln, um neue Lösungen zum Beispiel für Mobilität,
Infrastruktur oder Ressourceneffizienz zu generieren.
Auswahl erster Smart City-Projekte in Münster [Quelle: www.smartcity.ms/projekte]
Auf den folgenden Seiten sind erste Projekte zur Smart City Münste r in Kurzform
dargestellt. Sie geben erste Antworten auf die formulierten Zukunftsfragen und
konkretisieren die benannten Handlungsfelder . Die Auflistung umfasst Projekte aus dem
Tätigkeitsbereich der Stadtverwaltung ebenso wie Maßnahmen weiterer Akteu rinnen und
Akteure in Münster. Das unterstreicht, dass die Smart City Münster ein Gemeinschaftswerk
ist, das nur durch das Zutun vieler Mitstreiterinnen und Mitstreiter lebendig wird.
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
25
#DAS GIBT ES BEREITS #DAS IST IN ARBEIT #DAS IST IM GESPRÄCH
Diese Projekte sind
bereits realisiert.
Diese Projekte sind
aktuell in der Umsetzung.
Diese Projekte sind
konkret geplant.
Die Auflistung erfolgt entsprechend des jeweiligen Konkretisierungsgrades bzw.
Umsetzungsstandes der Projekte. Aktuell wird der Sachs tand aus Mai 2021 abgebildet;
weitergehende Informationen oder eventuelle neue Projekte werden auf der Internetseite
smartcity.ms unter „Projekte“ dargestellt.
#DAS GIBT ES BEREITS
Aaseemonitoring
Über Sensoren in Messtonnen bzw. Bojen im Aasee wird seit dem Sommer 2020 die
Wasserqualität des innerstädtischen Gewässers fortlaufend gemessen. Die gewonnenen
Daten werden über das LoRaWAN -Netz der Stadtwerke Münster in Echtzeit an die
zuständigen Ämter der Stadtverwaltung übermittelt. Auf diese Weise können Maßnahmen
zur Verbesserung der Wasserqualität frühzeitig ergriffen werden. Dieses Projekt entstand
als Projektidee im Münsterhack 2018, wurde von der Stadtverwaltung aufgegriffen und in
Kooperation mit den Stadtwerken Münster umgesetzt. Zudem werden die digitalen
Messdaten mit regelmäßigen analogen Gewässerproben abgeglichen.
Adaptive Beleuchtung
„Innovative“ Laternen an der Kanalpromenade erhöhen den Radfahrkomfort während sie
zeitgleich die Lichtverschmutzung geringhalten. Die Laternen hellen sich auf 100% ihrer
Lichtstärke auf, wenn sich ein/e Fahrradfahrer/in nähert und regeln sich nach der Passage
eigenständig wieder runter. Auf diese Weise wird sowohl Energie gespart als auch ein
möglicher Angstraum ausgeleuchtet ohne dabei die Natur unnötig zu bel asten. Diese
innovativen Laternen tragen zu einer komfortabel nutzbaren, alltagstauglichen
Radwegeverbindung bei und sind ein Teilprojekt des Radverkehrskonzeptes Münster 2025.
App #Stadtsache
In dem digital -partizipativen Projekt mit der App #stadtsache werden Kinder und
Jugendlichen zu Stadtexpert:innen, die in ihrem Umfeld Vielfalt erforschen. Mit dem
digitalen Werkzeug lassen sich Fotos, Töne und Videos sammeln, Wege aufzeichnen oder
Dinge zählen. So entsteht nach und nach eine interaktive Karte, die d en Blick der jungen
Stadtexpert:innen sichtbar macht und deren Anregungen in den Zukunftsprozess der Stadt
eingeflossen sind . Nach den ersten zwei digitalen Expeditionen im Jahr 2019 wird das
Projekt #stadtsache im Sommer 2021 mit Schülerinnen und Schülern im Stadtteil Berg
Fidel fortgesetzt.
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
26
AppGrade
Um das Radfahren attraktiver, komfortabler, sicherer und zügiger zu gestalten, soll das
Münsteraner Radnetz unter dem Stichwort „Fahrradnetz 2.0“ bedarfsgerecht und modern
ausgebaut werden. Zusätzlich zu den bereits vorhandenen Radverkehrsdaten wurden im
Frühjahr 2021 mit der Aktion „Dein AppGrade für Münsters Fahrradwege” erstmalig mithilfe
der Münsteraner Fahrradfahrer:innen Daten von Alltagswegen für den Ausbau des
Fahrradnetzes 2.0 Münster erhoben. Über 2000 Menschen beteiligten sich mit fast 23.000
Einzelwegen an der Aktion. Insgesamt kamen so bei dem Tracking über 160.000 Kilometer
und eine ganze Menge Daten zusammen, die die Planer:innen nun auswerten können.
LOOP
Seit Sommer 2020 bieten die Stadtwerke Münster den digitalen Rufbus „Loop Münster“ als
neues Verkehrsmittel in Münsters Süden an. Über eine App rufen die Kunden ein mit
Ökostrom betriebenes, barrierefreies London -Taxi, das Fahrg äste schnell und
umweltschonend an ihr Ziel bringt. Damit verbessern die Stadt Münster und die Stadtwerke
Münster gemeinsam das Nahverkehrsangebot . LOOP macht den Busverkehr in den
Stadtteilen deutlich flexibler und stärkt den klimafreundlichen Nahverkehr. LOOP ist als
Pilotprojekt auf drei Jahre angelegt
Leezenflow
Leezenflow ist ein Grüne-Welle-Assistent für den Radverkehr. Mit Hilfe eines Displays sollen
Radfahrer in den Genuss einer grünen Welle kommen. Damit will die Stadt Münster für
mehr Komfort und eine höhere Verkehrssicherheit für Radfahrer sorgen. Seit Mai 2021 wird
der Leezenflow an der Kreuzung Hörstertor auf der Promenade getestet. Verbunden mit
der Installation beginnt eine wissenschaftliche Evaluation , um Aussagen darüber treffen
zu können, inwiefern der Leezenflow den Radverkehrsfluss verbessert, die
Verkehrssicherheit nicht beeinträchtig und die Münsteraner Radfahrer:innen mit dem
Prototypen zufrieden sind.
Thermografiebefliegung
Ziel der Thermografiebefliegung ist es, die Stadtbevölkerung für energetische
Fragestellungen zu sensibilisieren, die Ha useigentümerinnen und Hauseigentümer über
Möglichkeiten der Energieeinsparung zu beraten und sie bei der Umsetzung von
Maßnahmen zu unterstützen. Langfristig sollen so Energie - und Heizkosten gesenkt
werden. Die Befliegungen fanden im Januar 2021 statt, de rzeit werden die Bilder
ausgewertet. Alle Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer werden im Spätsommer
2021 kontaktiert und erhalten Zugangsdaten für ein passwortgeschütztes Webportal mit
ihren Bildern und Daten. Ebenfalls abgedeckt wurden m it der Befliegung auch die
Fernwärmeleitungen der Stadtnetze Münster im Hinblick auf mögliche Leckagen.
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
27
#DAS IST IN ARBEIT
Dashboard
Das Dashboard Smart City Münster ist ein Informationsangebot, mit dem Echtzeitdaten
visualisiert werden, die in unterschiedlichen Themen der Stadtentwicklung durch die Stadt
Münster und ihre Partner erhoben werden. Interaktive Zeitreihen erlauben erste Analysen
der Daten. Die Daten werden als Open Source hinterlegt und gespeichert und können somit
frei verwendet und in das Dashboard eingearbeitet werden. Alle Daten sind auch über das
Open-Data-Portal der Stadt Münster für andere Zwecke verfügbar. Das Dashboard wird
voraussichtlich Anfang Juni 2021 freigeschaltet.
Digitallabor
Im Mai 2020 wurde der Grundsatzbeschluss für ein „digitales Labor“ zur Förderung der
Medien- und Digitalkompetenz gefasst. Das Digitallabor hat zum Ziel, die digitale
Schulentwicklung zu beschleunigen und eine breite Wirkung in der Bildungslandschaft zu
entfalten. Es soll zudem auch Vernetzungspu nkt für die in Münster ansässigen
Digitalisierungs- und Bildungsakteur:innen werden. Das Digitallabor und das Smart City
Office sollen perspektivisch im „Urbanen Ort“ am Servatiiplatz einziehen. Aktuell ist ein
temporäres Digitallabor in Räumlichkeiten der Fachhochschule Münster in Vorbereitung.
KlimaHeroes
Spielerisch Klima -Retter werden: Mit einer App wollen die „KlimaHeroes “ Menschen mit
einem Gamification-Ansatz dazu animieren, im Alltag einen nachh altigeren Lebensstil zu
führen – mit klimarelevanten Echtzeitdaten aus ganz Münster. Entwickelt wurde die Idee
und die App von einem interdisziplinären Team aus den Bereichen Architektur, IT und
Psychologie auf dem Münsterhack 2020. Das Gewinnerprojekt wird aktuell weiterentwickelt
und wird voraussichtlich i m Sommer 2021 in einer Beta -Version veröffentlicht. Das Team
wird unter anderem unterstützt von der Stabsstelle Smart City und der
Koordinierungsstelle für Klima und Energie der Stadt Münster.
senseBox: Umweltmessstationsnetzwerk Münster
Die in Münster en twickelte senseBox ist ein Bausatz für eine Do -It-Yourself-
Umweltmessstation, welche ihre Messwerte online auf der openSenseMap teilen kann. Die
senseBox enthält unterschiedliche Sensoren z.B. für Feinstaub oder Bodenfeuchte. Die
Stabsstelle Smart City hat seit Februar 2021 eine eigene senseBox in Betrieb. Aktuell wird
mit weiteren Fachämtern ausgelotet, wo und für welche Zwecke weitere Geräte zum
Einsatz gebracht werden können , um wertvolle Echtzeitdaten für eine resiliente
Stadtentwicklung und für Maßnahmen zum Klimaschutz zu generieren.
Smart City-Quartierskonzepte für York und Oxford (KonvOY)
Die Flächen der York - und Oxford -Kasernen in Münster bieten künftig Platz für 3.000
Wohnungen. Die KonvOY GmbH such t Visionen und Ideen, um auch mit den Mitteln der
Digitalisierung nachhaltige und lebenswerte Stadtquartiere der Zukunft zu schaffen. Aus
diesem Grund entwickelt die KonvOY derzeit u.a. mit Beteiligung der Stabsstelle Smart
City passgenaue smarte Quartierskonzepte.
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
28
Smart City Reallabor Nieberding
Der Park&Ride -Platz Nieberdingstraße soll zu einem Reallabor „Smarte Mobilstation“
entwickelt werden. Ziel ist es, MIV -Verkehrsströme durch Echtzeitinformationen auf die
Park&Ride-Anlage zu lenken, so dass ein Umstieg auf umweltverträgliche Mobilitäts-
angebote (z.B. Busse, Bike-Sharing-Angebote oder E-Scooter) erfolgt. Gleichzeitig können
mittels der zu erprobenden technologischen Lösungen (z.B. Radar -Sensorik oder
Ultraschall-Sensorik) neue Daten über die tatsächliche Nutzung des Park&Ride -Platzes
erhoben werden, die in zukünftige Planungen einfließen. An diesem Standort erfolgreich
getestete smarte Technologien soll en auch bei anderen Mobilstationen oder an weiteren
geeigneten Orten in der Stadt eingesetzt werden. Die operative Umsetzung des Reallabors
„Smarte Mobilstation Nieberdingstraße“ erfolgt durch die Stadtwerke Münster.
Urbaner Ort am Servatiiplatz
Von der niedrigschwelligen Möglichkeit, moderne Technik zu benutzen bis hin zu Town -
Hall-Diskussionen über Datenethik: All das soll künftig im „Urbanen Ort“ am Servatiiplatz
Raum finden. Das Digitale soll hier in einem kollaborativen Bauprojekt der Stadt Münster
und des WDR lokalisiert werden – einem Medienzentrum, in das u.a. das Smart City-Büro
und das Digitallabor einziehen sollen. Hier w erden Medien- & Digitalkompetenz,
Bildungsarbeit, Teilhabe und Befähigung gebündelt.
#DAS IST IM GESPRÄCH
Digitales (Innen)Stadterleben
Die Innenstadt prägt das Gesicht der Stadt Münster und ist Zentrum des gesellschaftlichen
Austauschs. Auch für die Zukunft der Innenstadt ist der Einsatz moderner Technologien
wichtig. Aktuell gibt es unter anderem Überlegungen für ein Tourismusprojekt mit einer
Augmented-Reality-Anwendung (AR).
Mobilitätsplattform
Die Stadt Münster und die Stadtwerke Münster sind an der Einführ ung einer digitalen
Mobilitätsplattform interessiert, die den klassischen ÖPNV überregional mit E -Car- und E-
Ridesharing-Diensten aller Art vernetzt. Dabei könnte auch ein Dienstleistungen-
übergreifendes Ticketing integriert werden.
Urban Air Mobility/Drohnen
Die Stabsstelle Smart City nimmt auch mögliche Nutzungsszenarien für Drohnen (Urban
Air Mobility) in den Blick. Aktuell werden in Münster Drohnen zum Beispiel bereits für
Arbeiten des Kataster - und Vermessungsamtes eingesetzt. Mit verschiedenen Akte uren
werden derzeit Einsatzmöglichkeiten von Drohnen für weitere Aufgaben im öffentlichen
Raum bzw. für die Daseinsvorsorge diskutiert. Möglicherweise liegen hier
Entwicklungschancen in einer Kooperation mit der Stadt Enschede sowie im Bereich des
Förderprogramms INTERREG VI.
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
29
5.
Akteure, Organisation
und Netzwerke
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
30
5. Akteure, Organisation und Netzwerke
Eine intelligente und nachhaltige Stadt wird von vielen helfenden Händen und Köpfen
entwickelt und „gebaut“. Die Smart City Münster fußt daher auf der breiten Unterstützung
vieler unterschiedlicher Akteure. Neben zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der
Stadtverwaltung, die sich im sogenannten Kernteam Smart City engagieren, zählt vor
allem die Allianz der Smart City Münster zum breiten Akteursnetzwerk innerhalb der Stadt.
Neben diesen von der Stabsstelle Smart City betreuten Teams und Akteursgremien ist die
Stadt Münster aktiv in überregionale, thematisch fokussierte Netzwerke eingebunden.
Stabsstelle Smart City
Die Stabsstelle Smart City ist die Schnittstelle zwischen Verwaltung, Wirtschaft,
Wissenschaft und Zivilgesellschaft, wenn es um Themen und Projekte der Smart City
Münster geht. Die Stabsstelle steht für einen gesamtstädtisch integrierten und gemeinsam
getragenen Ansatz zur digitalen Stadtentwicklung in Münster. Sie ist ang esiedelt im
Dezernat III für Planung, Bau und Wirtschaft.
Die Weiterentwicklung und Umsetzung der Smart City -Strategie bildet die übergeordnete
Aufgabe der Organisationseinheit. Hierfür koordiniert und unterstützt die Stabsstelle
Maßnahmen und Projekte und steuert gegebenenfalls auch eigene Projekte in den sechs
Handlungsfeldern: Das Team der Stabsstelle Smart City entwickelt und initiiert, vernetzt
und koordiniert, moderiert und kommuniziert. Gemeinsam mit Partnern aus allen
Bereichen der Stadtgesellschaft geht es darum, neue beispielhafte Antworten auf die sich
verändernden Herausforderungen für Leben, Wohnen und Arbeiten in Münster geben.
Kernteam
Das Kernteam ist ein Arbeitsgremi um für die Smart City Münster innerhalb der
Stadtverwaltung. Im Kernteam S mart City tauschen sich Kolleginnen und Kollegen aus
unterschiedlichen Fachämtern des Dezernates für Planung, Bau und Wirtschaft aus. Über
planerische und bauliche Stadtentwicklungsthemen hinaus tragen auch Kolleginnen und
Kollegen aus weiteren städtischen Ämtern zur Weiterentwicklung der Smart City bei. Sie
kommen je nach Thema zu den Kernteam-Sitzungen dazu.
Überblick über Akteure und die aktuelle Arbeitsorganisation [Quelle: eigene Darstellung]
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
31
Kernteam+
Mit zunehmender Weiterentwicklung der Strategie und fortschreitender Projektumsetzung
ist perspektivisch geplant, ein erweiteres Kernteam mit Beteiligten aus weiteren
Fachämtern einzurichte n, um die Stabsstelle und das Kernteam in der Erfüllung ihrer
Aufgaben zu stärken.
Allianz Smart City Münster
Für die Entwicklung einer Smart City Münster bedarf es aktiver und tatkräftiger Partner
aus allen Bereichen des städtischen Lebens. Zu diesem Zwecke wurde die Allianz Smart
City Münster ins Leben gerufen. Die Allianz ist ein Zusammenschluss von mehr als 30
Partnern aus Unternehmen und Start -ups, Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen,
Verbänden, Kammern, zivilgesellschaftlichen Organisationen und der Stadt Münster.
Die Allianz versteht sich als neutrale Kooperationsplattform. Die Allianzpartner wollen den
digitalen Wandel im Sinne einer integrierten und nach haltigen Stadtentwicklung
mitgestalten, Wissens- und Erfahrungsaustausch betreiben und Ideen und Projekte für die
Smart City ko-kreativ und kollaborativ entwickeln. Die Mitwirkenden wollen sich vernetzen
und Synergien generieren, Fördermitt el gemeinsam akquirieren und die Potenziale der
Smart City als Qualitätsmerkmal und Standortfaktor für Münster kommunizieren.
Mitglieder der Allianz Smart City Münster [Stand: Mai 2021]
Weitere Netzwerke
Digitalisierung und integrierte, nachhaltige Stadtentwicklung kennen keine Grenzen. Für
neue Ideen, Erfahrungs austausch und Wissenstransfer braucht es das Mitwirken und
Mitarbeiten in entsprechenden fachlichen und überregionalen Netzwerken. Zu den
Netzwerken, in denen die Stabsstelle Smart City derzeit aktiv eingebunden ist, zählen der
Verbund „Civitas Connect“, d as Netzwerk Innenstadt /Smart City oder etwa der
Innovationszirkel CDO-Netzwerk der KGSt.
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
32
6.
Kommunikation, Formate
und Wissenstransfer
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
33
6. KOMMUNIKATION, FORMATE UND WISSENSTRANSFER
Eine Smart City braucht und nutzt nicht nur Daten und Technik, sie braucht gleichermaßen
auch gute Kommunikation : Geeignete Kommunikationsansprachen und -formate sind
notwendig, um sowohl die digitale urbane Transformation allgemein als auch die
Handlungsfelder und Projekte der Smart City -Strategie in die Stadtgesellschaft zu
transportieren. Dabei geht es darum, das Digitalisierungsverständnis zu stärken wie auch
Vorurteile und Sorgen auf zunehmen und den Umgang damit darzulegen. Daher ist eine
offene und proaktive Kommunikation erforderlich, um den Mehrwert der Smart City für das
Allgemeinwohl und die einzelnen Bürgerinnen und Bürger zu vermitteln. Hierfür sollen
sowohl digitale als auch herkömmliche, analoge Kommunikationsformate genutzt werden.
Digitale Kommunikation
Passgenaue und glaubwürdige Kommunikation für die Smart City Münster soll sowohl
digital als auch analog e rfolgen. Die digitale Kommunikation der Stabsstelle Smart City
Münster wird dabei über die Internetseite www.smartcity.ms sichergestellt. Auf der
Webpräsenz der Stabsstelle finden sich alle grundlegenden und aktuellen Information rund
um die Smart City Münster.
Internetseite der Stabsstelle Smart City Münster [Screenshot Mai 2021]
Flankiert wird der Internetauftritt vom Social Media Kanal Twitter der Stabsstelle Smart
City, auf dem über neue Projekte und Entwicklungen berichtet wird.
Klassische (analoge) Kommunikation
Auch über die klassische aktive Pressearbeit informiert die Sta bsstelle Smart City zu
(Projekt-)Hintergünden und erreicht so auch ein Zielpublikum a bseits der digitalen
Kommunikationswege. Da Smart City-Projekte immer auch Raumwirkung haben oder diese
entfalten sollen, ist zudem die Erläuterung und Diskussion vor Ort ein wichtiger Faktor. In
Zeiten ohne pandemiebedingte Kontaktbeschränkungen und Abstandsgebote sollen daher
– anknüpfend an die Zukunftsspaziergänge des ISEK – Smart City Spaziergänge zu einem
Bestandteil der analogen Kommunikation der Stabsstelle Smart City werden.
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
34
Formate für Dialog und Beteiligung
Die Weiterentwicklung sowie die Umsetzung de r Smart City -Strategie soll auch über
zielgerichtete Veranstaltungsformate zum Dialog und zur Beteiligung flankiert werden, um
Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen und zu vernetzen.
Anknüpfend an die Stadtforen des ISEK-Prozesses soll hierfür das Format des Webforums
genutzt werden. Das Format Webforum bietet die Möglichkeit, zu komplexen Themen
sachbezogen in den Austausch zu treten, in dem eine analoge Diskussions - und
Austauschveranstaltung in die digitale Welt verlegt wird. Entsprechend der definierten
Handlungsfelder und entsprechender Projekte wird die Stabsstelle Smart City Fachleute für
Impulse einladen und sie mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch bringen.
Den Auftakt hierfür bildete das WebForum „Beteiligung digitaler denken “ im November
2020, aktuell ist ein Webforum „Klima digital gedacht“ für Sommer 2021 in Vorbereitung.
Webforum „Beteiligung digitaler denken“ im November 2020 [Foto: SCMS]
Einen ähnlichen Ansatz wie das Web forum verfolgt auch die Digitale Wo che M ünster.
Anlässlich des bundesweiten Digitaltages am 18. Juni 2021 veranstaltet die Stabsstelle
Smart City zusammen mit der Stadtbücherei, dem Verein Bürgernetz e.V. und dem
digitalHUB von münsterLAND .digital e.V. eine Aktionswoche mit insgesamt 16 Online-
Veranstaltungen rund um das Thema „Digitalisierung gemeinsam gestalten“.
Neue Ideen und Projekte in der Smart City erfordern zudem neue kreative und
teamorientierte Formate wie den Münsterhack, bei dem in relativ kurzer Zeit sehr konkrete
Produktideen entstehen. Die Stabsstelle Smart City unterstützt daher seit dem Jahr 2020
den Verein münsterLAND.digital e.V. u.a. für das Format des Münsteraner Hackathons.
Wissenstransfer und Netzwerkarbeit
Der Erfahrungsaustausch und Wissensaustransfer spielt beim digitalen Transformations -
prozess eine große R olle. Daher werden hierfür fachspezifische Exkursionen entwickelt.
Den Auftakt bildete im Oktober 2020 eine Exkursion nach Ahaus mit zahlreichen Partnern
der Allianz Smart City Münster . Mit derartigen Exkursionen soll auc h in Zukunft ein
passendes Kommunikationsangebot für die Allianz sowie weitere Partner etabliert werden.
Regelmäßig und zielgerichtet erfolgt der Austausch und Wissenstransfer auch mit anderen
Kommunen über unterschiedliche Netzwerke (vgl. Kapitel 5).
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
35
7.
Von der Version Beta
zur Version 1.0
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
36
7. Von der Version Beta zur Version 1.0
Mit der vorliegenden „Version Beta “ der Strategie für die Smart City Münster ist ein
wichtiges Etappenziel erreicht. Damit ist die Strategie aber noch nicht „fertig“ . Sie soll im
nächsten Schritt in einem breiten partizipativen Prozess zu einer verbindlichen Smart City-
Strategie ausgebaut werden (Version 1.0). In diesem Prozess sollen Haltung und Leitbild
sowie Prinzipien, Handlungsfelder und übergreifende Zukunftsfragen für die Smart City
Münster reflektiert, weiterentwickelt und priorisiert werden.
Hierfür soll ein breites Akteursnetzwerk eingebunden werden, zu dem neben Verwaltung,
Politik und Bürgerinnen u nd Bürgern insbesondere auch die Mitglieder der Allianz Smart
City Münster gehören. Auch aktuelle Erkenntnisse aus der Wissenschaft und aus anderen
Smart City-Kommunen und Netzwerken (z.B. „Modellprojekte Smart Cities“) sollen in den
Prozess einfließen.
Durch verschiedene Formate wie Interviews, Workshops, Online -Beteiligungen und
Webforen soll ein breites Meinungsspektrum an der W eiterentwicklung der Smart City -
Strategie beteiligt werden. Insgesamt wird für diesen Prozess, orientiert an Erfahrungs -
werten anderer Kommunen, ein Zeitraum von ca. 12-15 Monaten veranschlagt.
Um eine möglichst gute inhaltliche Abstimmung, eine hohe Passgenauigkeit und eine breite
Verankerung der Smart City Strategie zu erreichen, ist ein umfangreicher
Beteiligungsprozess erford erlich. Nach aktuellem Stand sind vier Schritte im
Weiterentwicklungsprozess vorgesehen:
> Umfassende Beteiligung der Ämter und Einrichtungen
> Einbinden der Allianz einschließlich Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft
> Beteiligung von Politik sowie Bürgerinnen und Bürgern
> Fachliche Anreicherung durch Austausch mit anderen Kommunen und Netzwerken
Die dargelegten Arbeitsschritte stellen jedoch zunächst lediglich denkbare Bausteine dar,
um eine mögliche Schrittfolge zu illustrieren und Art und Umfang na chvollziehbar zu
machen. Der tatsächliche Beteiligungsprozess wird in enger Abstimmung mit einem
auszuwählenden Dienstleister entwickelt.
Nach Abschluss des Beteiligungsverfahrens werden alle im Rahmen der einzelnen
Beteiligungsschritte eingegangenen Hinw eise und Ideen ausgewertet und zur Version 1.0
der Smart City Strategie zusammengeführt. Zudem geht es i m Rahmen der
Weiterentwicklung der Beta -Version darum, ein Monitoring - und Evaluationskonzept zu
entwickeln, welches eine Erfolgsmessung bei der Erreichung sowohl projektspezifischer als
auch gesamtstädtischer Kernziele ermöglicht. Um eine verbindliche Grundlage für
kommunales Handeln sein zu können, wird die Version 1.0 vom Rat der Stadt beschlossen.
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
37
Entwurf: Zeitplan für den Weg von der Version Beta zur Version 1.0 [eigene Darstellung]
Auch in Zukunft ist angesichts der Dynamik des Themas zu erwarten, dass die Smart City
Strategie kein statisches Dokument, sondern ein lebendiger Handlungsrahmen sein wird,
dem weitere Versionen 2.0, 3.0 etc. folgen werden. Mit welchen Instrumenten und in
welcher zeitlichen Taktung dies zielführend organisiert wird, soll auf Basis der Erfahrungen
aus dem Beteiligungsprozess auf dem Weg zur Version 1.0 festgelegt werden.
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
38
Anhang
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
39
Anhang:
ÜBERGEORDNETE UND KOMMUNALE GRUNDLAGEN DER SMART
CITY MÜNSTER
Strategie, Projekte und Aktivitäten der Smart City Münster sind in einen Rahmen
eingebettet, der auf Grundlagen und Vorarbeiten in den Themenfeldern „Nachhaltigkeit“,
„Stadtentwicklung“ und „Digitale Transformation“ auf allen Maßstabsebenen von „global“
über „national“ bis „lokal“ fußt.
Die nachstehende, auch in Kapitel 1 abgebildete Darstellung gibt an dieser Stelle zudem
einen Verweis auf die zu Grunde liegenden Strategien, Konzepte und Programme. Diese
sind im Folgende n in kurzen Texten zusammengefasst. Der laufende Prozess „Münster
Zukünfte 20 | 30 | 50“ nimmt dabei eine Sonderrolle ein, weil er der auslösende Impuls
für den Aufbau und die Entwicklung der Smart City Münster war.
Zentrale Grundlagen für die Smart City Münster [Quelle: eigene Darstellung]
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
40
Sustainable Development Goals [übergeordnet | Nachhaltigkeit]
Aufbauend auf dem Leitbild der Nachhaltigkeit aus dem Jahre 1992 umfassen d ie
Sustainable Development Goals (deutsch: Ziele für nachhaltige Entwickl ung) von 2016
weitreichende politische Zielsetzungen der Vereinten Nationen , die dazu dienen , im
globalen Kontext eine ökonomisch, sozial und ökologisch nachhaltige Entwicklung zu
ermöglichen. Die 17 Ziele decken eine Vielzahl von Themen ab und richten sic h an
Regierungen weltweit, aber auch an Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft . Die
Sustainable Development Goals traten am 1. Januar 2016 in Kraft und haben eine Laufzeit
bis 2030.6
Grafische Darstellung der 17 Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen.
Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie [übergeordnet | Nachhaltigkeit]
Erstmals 2002 legte die Bundesregierung eine Nationale Nachhaltigkeitsstrategie vor , die
durch ein im Jahr 2010 beschlossenes Maßnahmenprogramm um Aufgaben und Zie le im
Verantwortungsbereich der Bundesregierung ergänzt wurde. Die Strategie und die
Maßnahmen werden seitdem fortlaufend weiterentwickelt. Zuletzt hat die Bundesregierung
im Jahr 2018 eine grundlegende Aktualisierung beschlossen. Dabei hat sie sich an den 17
Sustainable Development Goals der UN orientiert und diese auf die nationale Ebene
übertragen.7
6 Weitere Informationen zu den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen sind zu
finden unter www.sdgs.un.org/goals
7 Weitere Informationen zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie sind zu finden unter
www.bundesregierung.de/breg-de/themen/nachhaltigkeitspolitik
1
2
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
41
NRW-Nachhaltigkeitsstrategie [übergeordnet | Nachhaltigkeit, Stadtentwicklung]
Die Landesregierung Nordrhein-Westfalens hat im Jahr 2016 die erste
Nachhaltigkeitsstrategie für das Land beschlossen und diese im Jahr 2020 aktualisiert.
Inhalte, Ziele und Maßnahmen sind seitdem eng an der Systematik der
Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung ausgerichtet . Die Landesregierung hat die
Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung für Nordrhein -Westfalen
landespolitisch aufgegriffen und sich verpflichtet, die Sustainable Development Goals der
UN umzusetzen. Kern der Nachhaltigkeitsstrategie sind 67 konkrete Ziele und Indikatoren.8
New Urban Agenda [übergeordnet | Stadtentwicklung]
Die New Urban Agenda ist das zentrale Ergebnis der UN-Konferenz „Habitat III“ zu Wohnen
und nachhaltiger Stadtentwicklung im Jahr 2016. Mit ihren Ausführungen zur Entwicklung,
Funktion und nachhaltigen Ausgestaltung von St ädten leistet die Agenda einen
wesentlichen Beitrag dazu, die auf das nachhaltige Leben in den Städten bezogenen
Sustainable Development Goals in konkretes Handeln zu überführen. Außerdem ist sie
durch ihre Forderungen in Bezug auf eine energiesparende und erneuerbare Energien
fördernde Stadtentwicklung auch ein wichtiger Beitrag zu den Beschlüssen der UN -
Klimakonferenz in Paris im Jahr 2015. Auch wenn die New Urban Agenda lediglich eine
unverbindliche Vereinbarung ist, ist sie für die grundsätzliche strategische Ausrichtung der
Städte von großem Wert als Impulsgeber und Richtschnur für kommunales Handeln. Zu
den zentralen Forderungen der New Urban Agenda für eine zukunftsgerichtete Entwicklung
der Städte zählen ein möglichst sparsamer Umgang mit den natürli chen Ressourcen, die
konsequente Ausrichtung auf kompakte Siedlungsstrukturen, die Sicherung von
Freiräumen, gesunde Lebensbedingungen für alle Bewohnerinnen und Bewohner und die
Stärkung des öffentlichen Verkehrs.9
Leipzig-Charta/Neue Leipzig-Charta [übergeordnet | Stadtentwicklung]
Die „Leipzig-Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt“ wurde im Jahr 2007 von den für
Stadtentwicklung zuständigen Ministerinnen und Minister n der EU-Mitgliedstaaten
verabschiedet. Als Manifest und „Leitdokument“ betont s ie die Bedeutung und beschreibt
die Prinzipien einer integrierten und nachhaltigen Stadtentwicklungspolitik in Deutschland
und Europa. Vor dem Hintergrund der starken Entwicklungsdynamik der vergangenen
Jahre und der zunehmend drängenden Herausforderungen wie Klimawandel, Verlust der
Biodiversität, Ressourcenknappheit, Migration, demografische r Wandel, Pandemien oder
auch Veränderungsprozessen in der Wirtschaft wurde die Leipzig-Charta im Jahr 2020 zur
„Neuen Leipzig Charta“ fortgeschrieben. Zentraler Begri ff ist dabei d ie
Gemeinwohlorientierung als Prinzip und zentrales Ziel im Hinblick auf eine
zukunftsgerichtete Transformation von Städten und Gemeinden. Mit der „gerechten Stadt“,
der „grünen Stadt“ und der „produktiven Stadt“ werden d rei zentrale Themen d er
8 Weitere Informationen zur NRW-Nachhaltigkeitsstrategie sind zu finden unter
www.nachhaltigkeit.nrw.de
9 Weitere Informationen zur New Urban Agenda der Vereinten Nationen sind zu finden unter
www.unhabitat.org/about-us/new-urban-agenda
3
4
5
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
42
Stadtpolitik in den Fokus gerückt, um die Innovationskraft in den Städten Europas zu
stärken und aktuelle und zukünftige soziale, wirtschaftliche und ökologische
Herausforderungen zu bewältigen . In diesem Kontext wird u. a. auch die Gestaltung der
digitalen Transformation als bedeutendes Aufgabenfeld einer zukunftsgerichteten
Stadtentwicklung benannt.10
Smart City Charta [übergeordnet | Stadtentwicklung, Digitale Transformation]
Damit die digitale Transformation gelingt und damit die verfügbaren digitalen Technologien
zielführend eingesetzt werden können, benötigen Kommunen neben Weitblick, Know-how
und Zugang zu den erforderlichen technologischen Möglichkeiten auch ein stabiles
Wertegerüst. Deshalb hat die Bundesregierung im Jahr 2016 die Nationale Dialogplattform
Smart Cities 11 zur Auseinandersetzung mit den Chancen und Herausforderungen der
Digitalisierung für die Stadtentwicklung eingerichtet.
Experten aus Städten, Kreisen und Gemeinden, der Kommunalen Spitzenverbände, der
Länder und verschiedener Bundesressorts, aus Wissenschaftsorganisationen, Wirtschafts-
, Fach- und Sozialverbänden sowie der Zivilgesellschaft haben auf dieser Plattform die
„Smart City Charta“ erarbeitet, die im Jahr 2017 vom Bundesministerium für Umwelt,
Naturschutz, Bau und Reak torsicherheit gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Bau -,
Stadt- und Raumforschung vorgelegt wurde. Sie enthält zentrale Leitlinien und
Handlungsempfehlungen für Smart Cities als Beitrag zu einer nachhaltigen und integrierten
Stadtentwicklung. Demnach ist eine Smart City:
> lebenswert und liebenswert – sie stellt die Bedarfe der Menschen in den Mittelpunkt des
Handelns und unterstützt im Sinne des Allgemeinwohls lokale Initiativen, Eigenart,
Kreativität und Selbstorganisation.
> vielfältig und offen – sie nutzt Digitalisierung, um Integrationskräfte zu stärken und
demographische Herausforderungen sowie soziale und ökonomische Ungleichgewichte
und Ausgrenzung auszugleichen und demokratische Strukturen und Prozesse zu sichern.
> partizipativ und inklusiv – sie verwirklicht integrative Konzepte zur umfassenden und
selbstbestimmten Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben und macht ihnen
barrierefreie digitale und analoge Angebote.
> klimaneutral und ressourceneffizient – sie fördert umweltfreundliche Mobilitä ts-,
Energie-, Wärme -, Wasser -, Abwasser - und Abfallkonzepte und trägt zu einer CO2 -
neutralen, grünen und gesunden Kommune bei.
> wettbewerbsfähig und florierend – sie setzt Digitalisierung gezielt ein, um die lokale
Wirtschaft und neue Wertschöpfungsprozess e zu stärken und stellt passende
Infrastrukturangebote zur Verfügung.
> aufgeschlossen und innovativ – sie entwickelt Lösungen zur Sicherung kommunaler
Aufgaben, reagiert schnell auf Veränderungsprozesse und erarbeitet in Co -Produktion
innovative, maßgeschneiderte Lösungen vor Ort.
10 Weitere Informationen zur Leipzig-Charta sind zu finden unter www.nationale-
stadtentwicklungspolitik.de/NSPWeb/DE/Home/home_node.html
11 Die Dialogplattform is t 2019 in die zweite Phase eingetreten und arbeitet immer noch (siehe
www.smart-city-dialog.de)
6
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
43
> responsiv und sensitiv – sie nutzt Sensorik, Datengewinnung und -verarbeitung, neue
Formen der Interaktion und des Lernens zur stetigen Verbesserung kommunaler
Prozesse und Dienstleistungen.
> sicher und raumgebend – sie gibt ihren Bewohnerinnen und Bewohnern sichere private,
öffentliche und digitale Räume, in denen sie sich bewegen und verwirklichen können,
ohne Freiheitsrechte durch Überwachung zu verletzen. 12
Join, Boost, Sustain [übergeordnet | Digitale Transformation]
Die Init iative „Join, Boost, Sustain“ entstand auf europäischer Ebene im Rahmen der
finnischen EU -Ratspräsidentschaft mit Unterstützung durch mehrere europäische
Städtenetzwerke. Zentrales Ziel der Initiative ist die Verständigung auf europaweite
Leitlinien für die Umsetzung der digitalen Transformation vor Ort. Dadurch sollen optimale
Voraussetzungen dafür geschaffen werden, die Städte und Gemeinden in Europa zu
smarten und nachhaltigen Orten mit hoher Lebensqualität für die Menschen zu machen.
Eine enge Zusammena rbeit und ein solidarisches Miteinander sollen ein „Voneinander
lernen“ und die Nutzung gemeinsamer digitaler Lösungen ermöglichen und so dafür
sorgen, dass jede Stadt und Gemeinde die positiven wirtschaftlichen und sozialen Effekte
der digitalen Transformation optimal nutzen kann. Dabei sollen die Prozesse der digitalen
Transformation vor Ort konsequent partizipativ ausgerichtet sein. Zudem fordert die
Erklärung die Erzeugung, Bereitstellung und Nutzung örtlich verfügbarer Daten unter
Wahrung ethischer und sozialer Standards. Die Daten sollen u. a. dazu genutzt werden,
intelligente Mobilitätskonzepte aufzubauen, die Ressourceneffizienz zu steigern, den
Wohnungsbau nachhaltig zu machen, digitale öffentliche Dienste bereitzustellen und die
Verwaltungen bürger näher zu machen. Die Erklärung wurde im Januar 2020 von
zahlreichen Regierungsvertretern, Organisationen und Städtenetzwerken unterzeichnet. 13
Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 [lokal | Nachhaltigkeit]
Vor dem Hintergrund der Verabschiedung der glo balen „Sustainable Development Goals“
und der darauf aufbauenden Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie startete Ende 2015 das
Projekt „Global Nachhaltige Kommune in NRW“ (GNK NRW) der Landesarbeitsgemeinschaft
Agenda 21 NRW e.V. sowie der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement
Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung. Ziel des Projektes war es, einen systematischen Beitrag zur Umsetzung der
globalen und nationalen Nachhaltigkeitsziele auf kommunaler Ebene zu leisten. Insgesamt
15 Modellkommunen haben in diesem Kontext in partizipativen Prozessen integrierte
Nachhaltigkeitsstrategien erarbeitet – darunter auch die Stadt Münster.
12 Weitere Informationen zur Smart City-Charta sind zu finden unter
https://www.bmi.bund.de/DE/themen/bauen-wohnen/stadt-wohnen/stadtentwicklung/smart-
cities/smart-cities-node.html
13 Weitere Informationen zur Initiative „Join, Boost, Sustain“ sind zu finden unter
https://ec.europa.eu/digital-single-market/en/news/join-boost-sustain-european-way-digital-
transformation-cities-and-communities
7
8
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
44
Nach einem rund zweieinhalbjährigen Beteiligungs- und Erarbeitungsprozesses wurde im
Jahr 2018 die Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster als Ergebnis vorgelegt. Auf Basis
einer quantitativen und qualitativen Bestandsaufnahme und einer Stärken -Schwächen-
Analyse wurden zeitlich priorisierte Themenfelder für die Aufs tellung strategischer und
operativer Ziele in einem Zielsystem festgelegt. Es benennt in sieben themat ischen
Leitlinien zehn strategische Entwicklungsziele , die die wichtigsten Herausforderungen für
eine nachhaltige Weiterentwicklung Münsters bis 2030 im S inne der globalen
Nachhaltigkeitsziele adressieren:
> Gesellschaftliche Teilhabe für alle ermöglichen
> Bezahlbar, umwelt- und sozialgerecht sowie gesund wohnen
> Wirtschafts-, Pendler und Freizeitverkehre umweltverträglich und klimaneutral
gestalten
> Natürliche Lebensgrundlagen erhalten
> Klimaschutz aktiv gestalten
> Gute Arbeit ermöglichen
> Wirtschaft zukunftsorientiert entwickeln
> Bildungsgerechtigkeit ganzheitlich gestalten
> Globale Verantwortung im Handeln verankern
> Zukunftsfähige Produktions- und Konsummuster verwirklichen
Diese Leitlinien werden mit insgesamt 42 Entwicklungsteilzielen sowie 55 operativen Zielen
weiter konkretisiert. Zudem werden jeweils die Querbezüge und mögliche Zielkonflikte zu
den Sustainable Development Goals sowie zu den Nachhaltigkeitsstra tegien der
Bundesrepublik Deutschland sowie des Landes Nordrhein -Westfalen dargestellt. Die
Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 beschreibt damit, welchen Beitrag Münster zur
Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele leisten wird. Sie wurde im Dezember 2019
vom Rat der Stadt beschlossen.14,15
Digitale Stadt Münster [lokal | Digitale Transformation]
Unter dem Titel „Digitale Stadt Münster“ hat die citeq als Münsters kommunaler IT -
Dienstleister eine Digitalisierungsstrategie für die Stadtverwaltung vorgelegt, die im März
2018 vom Rat der Stadt Münster beschlossen wurde. Maßgebliche Grundlage der Strategie
ist das Selbstverständnis der Stadt Münster, die Chancen des technologischen Fortschritts
zur Verbesserung der Lebensqualität, der wirtschaftlichen Attraktivität und zur Steigerung
der Effizienz der Verwaltung nutzen zu wollen. Die Stadt will den digitalen Wandel
vorantreiben, um die sozialen, ökologische n und ökonomische n Ziele Münsters zu
verfolgen.
14 Weitere Informationen zur Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster sind zu finden unter
www.stadt-muenster.de/fileadmin//user_upload/stadt-
muenster/67_umwelt/pdf/gnk_nachhaltigkeitsstrategie-muenster2030_entwurf.pdf
15 Einen gute n Überblick über den Sachstand der Erreichung der Nachhaltigkeitsziele in den
deutschen Kommunen sowie die Möglichkeit zum Vergleich mit anderen Kommunen bietet das SDG-
Portal der Bertelsmann Stiftung unter www.sdg-portal.de.
9
Smart City-Strategie der Stadt Münster [Version Beta] ENTWURF, Stand 20. Mai 2021
45
Die Strategie „Digitale Stadt Münster“ konzentriert sich auf die Bereiche, in denen die Stadt
die digitale Entwicklung selb st steuern und umsetzen kann. Hier sollen die citeq und die
städtischen Ämter und Einrichtungen sich in einem nachhaltigen Prozess neu positionieren,
die für die digitale Fortentwicklun g des Stadtkonzerns relevanten technischen Trends
aufgreifen und so gemeinsam zum Treiber der Digitalisierung werden. Insgesamt gelten
dabei folgende Leitsätze:
> Münsters Zukunft ist digital und lebenswert.
> Münster macht sich auf den Weg hin zu einer ganzheitlichen Digitalen Stadt („Smart
City“).
> Die Stadtverwaltung unterstützt grundsätzlich alle gesellschaftlichen Gruppen in
Bürgerschaft, Wirtschaft und Wissenschaft in ihren Projekten und Prozessen der
Digitalisierung.
> Die Stadtverwaltung ist sich ihrer Funktion auch für die nicht-digitale
Aufgabenwahrnehmung bewusst.
In der Strategie „Digitale Stadt Münster“ der citeq geht es im Kern um die Digitalisierung
der Stadtverwaltung. Darüber hinaus enthält die Strategie aber auch Prinzipien und
Leitsätze, die über den Wirkungskreis der Verwaltung hinausreichen. Insbesondere wurde
in der Strategie die Entwicklung Münsters zu einer Smart City als Leitsatz formuliert. 16
Schnittstellen der Digitalisierungsstrategie für die Stadtverwaltung und der Smart City -
Strategie ergeben sich zum Beispiel im Bereich der Bereitstellung von Open Data, der
Schaffung einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur (z.B. Breitband, 5G) sowie der
Bereitstellung relevanter Softwarelösungen für eine zeitgemäße digitale Bürgerbeteiligung.
Diese Schnittstellen sind im weiteren Ausarbeitungsprozess der Smart City -Strategie auf
dem Weg von der Beta-Version zu Version 1.0 weiter zu schärfen.
16 Weitere Informationen zur Digitalisierungsstrategie der Stadtverwaltung sind zu finden unter
www.stadt-muenster.de/sessionnet/sessionnetbi/getfile.php?id=414343&type=do
Berichtsvorlage
11172 Zeichen
V/0454/2021 V/0454/2021 Öffentliche Berichtsvorlage Betrifft Smart City Münster – Smart City Strategie, aktueller Sachstand Beratungsfolge 10.06.2021 17.06.2021 Ausschuss für Verkehr und Mobilität Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung Bericht Bericht Bericht: I. Ausgangssituation Mit Ratsbeschluss vom 14.03.2018 wurde die Verwaltung beauftragt, eine Stabsstelle „Smart City Münster“ einzurichten, die das Themenfeld Smart City entwickelt, die Zusammenarbeit mit internen und externen Akteuren organisiert sowie als Ansprechpartner für Fördermöglichkeiten fungiert (vgl. Ratsvorlage V/0164/2018). Die Leitung der Stabsstelle wurde im Herbst 2019 besetzt. Die Stabsstelle ist seit Mai 2020 komplett besetzt. Mit dem o.g. Ratsbeschluss wurde die Verwaltung zudem beauftragt, eine umfassende Strategie „Smart City Münster“ zu erarbeiten. Ziel der Strategie soll es sein, Digitalisierung und Stadtentwick- lung vorausschauend und systematisch zusammenzudenken, um vielf ältigen städtischen Herausfor- derungen (z.B. Klimawandel und Klimafolgenanpassung, demographische und soziale Entwicklun- gen, wirtschaftlicher Strukturwandel) zu begegnen und so zur langfristigen Steigerung der Resilienz, zur Erhöhung der Lebensqualität, zur gesellschaftlichen Partizipation, zur sozialen Inklusion und zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit beitragen zu können. II. Aktueller Sachstand Smart City-Strategie Das Team der Stabsstelle hat sich seit Aufnahme ihrer Tätigkeit auf den Weg gemacht, Digitalisie- rung als wichtigen Teil der Stadtentwicklung voranzutreiben. Sowohl die zu erarbeitende Strategie als auch erste konkrete Smart City-Maßnahmen stehen in enger Verbindung insbesondere zu den Zu- kunftsstrategien „MünsterZukünfte 20 | 30 | 50“ (ISEK 2030) und der „Nachhaltigkeitsstrategie Müns- ter 2030“. Das ISEK 2030 war mit Festlegung des Leitthemas „Digitalisierung findet Stadt“ die Initial- zündung für die Smart City Münster. Darüber hinaus gibt das ISEK mit seinen Leitthemen insgesamt das thematische „Spielfeld“ vor, auf dem sich die Smart City bewegt. Die Strategie, Projekte und Maßnahmen der Smart City sollen wichtige Beiträge zur Umsetzung der Ziele des ISEK 2030 leisten. Daher wird die Smart City -Strategie eng mit weiteren relevanten Leit- themen des ISEK verknüpft, etwa mit dem Masterplan Mobilität 2035+ (Leitthema „Stadtverträgliche Dezernat III/Smart City 21.05.2021 Ihr/e Ansprechpartner/in: Herr Dr. Wolf Telefon: 492-7074 wolf@stadt-muenster.de - 2 - V/0454/2021 Mobilität“), dem Entwicklungsprozess Innenstadt („Innenstadt ist mehr“) sowie der Entwicklung der Stadtquartiere und der Entwicklung der Flächen der York- und Oxford-Kasernen („Urbane Wissens- quartiere“, „Vielfalt der Stadtteile“, „Vielfalt und sozialer Zusammenhalt“). Die Smart City -Strategie Münster soll die Kollaboration zwischen verschiedenen Verwaltungsberei- chen, städtischen Gesellschaften und anderen Akteuren der Stadtgesellschaft (Hochschulen, Wirt- schaft, Verein e, Verbände etc.) verbessern, indem sie eine gemeinsame Definition der Smart City Münster und deren wichtigsten Leitthemen und Handlungsfeldern zu Grunde legt. Der erste Entwurf der Smart City-Strategie ist in drei Schritten entstanden: durch Sichtung, Auswertung und Zusammenführung der Ergebnisse der o.g. Prozesse zu den Zu- kunftsstrategien, durch einen internen Workshop innerhalb der Verwaltung sowie durch drei Initialworkshops mit ausgewählten Akteure n aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilge- sellschaft in Münster. Darüber hinaus knüpft der Entwurf an die „Smart City Charta“ an, die 2017 vom Bundesumweltminis- terium gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Bau -, Stadt- und Raumforschung vorgelegt wurde. Die Smart City -Strategie greift die darin formulierten Leitlinien und Merkmale auf. Nicht zuletzt werden auch weitere relevante kommunale Strategien wie etwa die Digitalisierungsstrategie der citeq und Ergebnisse aus einem Erfahrungsaustausch mit anderen Kommunen berücksichtigt. Im Kern des vorliegenden Entwurfs der Smart City-Strategie geht es um Stadtentwicklung im digitalen Zeitalter. Wesentliche Maxime ist dabei: Digitalisierung ist kein Ziel, das es zu erreichen gilt, sondern sie ist ein Instrument für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Um die breite Vielfalt an Themen des eher diffusen Begriffes einer „Sm art City“ zu strukturieren, wurden sechs Handlungsfelder definiert : Mobilität, Umwelt, Wirtschaft, Lebensart, Teilhabe und Verwaltung. Handlungsfelder Smart City Münster (siehe auch: www.smartcity.ms/handlungsfelder) - 3 - V/0454/2021 Die Festlegung der Handlungsfelder ist nicht abschließend und soll keine Themenbereiche ausklam- mern, sie ist aber gerade zu Beginn des Prozesses notwendig, um das breite Feld zu strukturieren. Auch andere Kommunen fokussieren in der Regel auf fünf bis sechs initiale Handlungsfelder. Maßstab aller Smart City Maßnahmen soll die Steigerung der Lebensqualität für die Menschen, das Gewährleisten von Nachhaltigkeit und Effizienz und die Stärkung Münsters als Wirtschaftsstandort sein. Durch die intelligente Vernetzung von Systemen und Menschen sollen Ressourcen geschont, Kosten reduzier t und eine bessere Steuerung der Stadt ermöglich t werde n. Die Digitalisierung ist nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck, um die Ziele der Stadtentwi cklung zu erreichen . Die Möglichkeiten der Digitalisierung sollen so genutzt werden , dass das Leben in Münster besser wird: komfortabler, lebenswerter, klimafreundlicher, gesünder, mobiler, sozialer, sicherer und resilienter. Die Entwurfsfassung formulie rt zwölf „Grundwerte“ als Haltung der Smart City Münster und als Leit- planken für künftige Projekte und Maßnahmen: Diese beziehen sich unter anderem auf die Umset- zung der Ziele der Stadtentwicklung und der Nachhaltigkeitsstrategie, den räumlichen Maßstab vo n Projekten, Aspekte der Kommunikation und Kooperation, einen offenen Lernprozess und Experimen- tierfreudigkeit sowie auf das Nutzen, Anwenden und Bereitstellen von Open Source und Open Data einschließlich relevanter Aspekte von Datenschutz, Datensparsamkei t und Datensouveränität. Vor diesem Hintergrund wird klar, dass es in einer Smart City Münster nicht nur um Daten und das An- wenden digitaler Werkzeuge geht, sondern dass es gleichermaßen eine angemessene Beteiligung und Kommunikation benötigt, um auch mögliche Risiken und Sorgen rund um den digitalen Transfor- mationsprozess mit in den Blick zu nehmen. Die vorgelegte Smart City-Strategie ist kein finales Endprodukt. Vielmehr ist sie eine aktuelle Status- bestimmung aus Perspektive der Stabsstelle Smart City. In der Entwurfsfassung werden Informatio- nen zu bereits vorhandenen Aktivitäten und laufenden und geplanten Projekten zusammengetragen. Deshalb ist die Entwurfsfassung aktuell als „Version Beta“ betitelt: Die Formulierung „Beta“ bezeich- net einen frühen und vorläufigen Entwicklungsstand einer Software , bei der ein Teil der Funktionen bereits vorhanden, die Entwicklung jedoch noch nicht endgültig abgeschlossen ist. Die Beta -Version muss nun kommentiert und diskutiert, ergänzt, angereichert und weiter justiert werden. III. Weiteres Vorgehen Die Beta-Version der Strategie gibt erste Leitlinien für Projekte der Smart City Münster vor und soll in einem breiten partizipativen Prozess zu einer verbindli chen Smart City -Strategie ausgebaut werden (Version 1.0). In diesem Prozess sollen Haltung und Leitbild sowie Prinzipien, Handlungsfelder und übergreifende Zukunftsfragen für die Smart City Münster reflektiert, weiterentwickelt und priorisiert werden. Auch aktuelle Erkenntnisse aus der Wissenschaft und aus anderen Smart City -Kommunen und Netzwerken (z.B. „Modellprojekte Smart Cities“) sollen in den Prozess einfließen. Hierfür soll ein breites Akteursnetzwerk eingebunden werden, zu dem neben Verwaltung, Po litik und Bürgerinnen und Bürgern insbesondere auch die Mitglieder der Allianz Smart City Münster gehören. Die Allianz ist ein Zusammenschluss von zurzeit 35 Partnern aus Unternehmen und Start -ups, Wis- senschafts- und Forschungseinrichtungen, Verbänden, Kammern, zivilgesellschaftlichen Organisatio- nen und der Stadt Münster, die den digitalen Wandel im Sinne einer integrierten und nachhaltigen Stadtentwicklung mitgestalten sowie Ideen und Projekte für die Smart City Münster ko -kreativ und kollaborativ entwickeln wollen. Die Allianz wird koordiniert durch die Stabsstelle Smart City. Nach aktuellem Stand sind vier Schritte im Weiterentwicklungsprozess vorgesehen: Umfassende Beteiligung der Ämter und Einrichtungen Einbinden der Allianz Smart City einschl. Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft Beteiligung von Politik sowie Bürgerinnen und Bürgern Fachliche Anreicherung durch Austausch mit anderen Kommunen und Netzwerken Durch verschiedene Formate wie Interviews, Workshops, Online-Beteiligungen und Webforen soll ein breites Meinungsspektrum an der Weiterentwicklung der Smart City-Strategie beteiligt werden. Insge- - 4 - V/0454/2021 samt wird für diesen Prozess, orientiert an Erfahrungswerten anderer Kommunen, ein Zeitraum von ca. 12-15 Monaten veranschlagt. Für die Entwicklung und Umsetzung eines geeigneten Beteiligungs- verfahrens soll eine Agentur beauftragt werden. Die Ausschreibung hierfür ist aktuell in Vorbereitung. Entwurf des Zeitplans für den Weg von der Version Beta zur Version 1.0 Schritte Teilbaustein Monat ab Beginn des Prozesses 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 1. Vorbereitung 2. Reflektion und Anreicherung Einzelgespräche Webforen 3. Praxischeck, Ein- bindung Allianz Workshops 4. Einbindung von Politik, Bürger:innen, Netzwerken Bürgerumfrage Fachkonferenz Online-Beteiligung 5. Zusammenführung Nach Abschluss des Beteiligungsverfahrens werden alle im Rahmen der einzelnen Beteiligungsschrit- te eingegangenen Hinweise und Ideen ausgewertet und zur Version 1.0 der Smart City Strategie zu- sammengeführt. Um eine verbindliche Grundlage für kommunales Handeln sein zu können, wir d die Version 1.0 nach Beratung durch die Fachausschüsse vom Rat beschlossen. Auch in Zukunft ist angesichts der Dynamik des Themas zu erwarten, dass die Smart City Strategie kein statisches Dokument, sondern ein lebendiger Handlungsrahmen sein wird , dem weitere Versio- nen folgen werden. Mit welchen Instrumenten und in welcher zeitlichen Taktung dies zielführend or- ganisiert wird, soll auf Basis der Erfahrungen aus dem Beteiligungsprozess auf dem Weg zur Version 1.0 festgelegt werden. IV. Finanzielle Auswirkungen Die Weiterentwicklung der Smart City Strategie mitsamt Beteiligung der o.g. Akteure erfordert finanzi- elle Mittel. Die Mittel hierfür sind im Budget der Stabsstelle Smart City für die Jahre 2021 und 2022 eingeplant. In Vertretung Robin Denstorff Stadtbaurat Anlage A Anlage 1: Smart City Strategie Münster, Version Beta
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (5)
- Albersloher Weg 33
- Servatiiplatz
- Nieberdingstraße
- Kanalpromenade
- Promenade
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0454/2021
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 21.05.2021
- Erstellt
- 21.05.2021 11:16