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V/0591/2008

Schreibweise der Elisabeth-Ney-Straße

Vorlagen 17.07.2008

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung Münster-Mitte, Sitzung am 19.08.2008, TOP 4.5

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Stellungnahme-Amt-45

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Beschlussvorlage

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Stellungnahme-Amt-45

4198 Zeichen

45 00 0001 10.07.2008
Dr. Barbara Romme \

| Vermessungs- u. Katasteramt

Amt 62
Bernhard Zimmermann ‚Eing 14 JULI 2008

Straßenumbenennung der Elisabeth- -Ney-Straße
Antrag Nr. A-M/0010/2008 der Fraktionen Bündnis90/Die Grünen/GAL der SPD-
Fraktion, der Vertreter der FDP und UWG/MS

Einer Straßenumbenennung der Elisabeth-Ney-Straße in Elisabet-Ney-Straße wird
zugestimmt. .

Begründung:

. Künstlerische Kraft und: hohe Professionalität zeichnen die Bildhauerin Elisabet Ney vor
vielen anderen Kollegen ihrer Zeit aus. Dabei hatte sie als begabte und künstlerisch tätige
Frau vielen chauvinistischen Vorurteilen gegenüber weiblicher Kreativität zu begegnen.
Einige Kritiker verstiegen sich sogar zu behaupten, sie könne - als Frau — ihre Werke nicht
selbst geschaffen haben. Neben diesen handfesten Schwierigkeiten gilt es für eine
Bewertung ihres Schaffens, auch ihre problematische rechtliche und soziale Stellung zu
berücksichtigen: Elisabet Ney konnte auf kein Vorbild zurückgreifen, das ihr den Lebensweg
als kreative Frau zu persönlicher und wirtschaftlicher Unabhängigkeit vorgelebt hat, denn die
starken Frauen aus der Zeit um 1800 in den. deutschen Großstädten waren in der
Öffentlichkeit nicht präsent. Außerdem hatte sie mit einem Mangel an klassischer Bildung zu
kämpfen, der bei Elisabet Ney noch durch ihre niedrige soziale Herkunft verstärkt wurde.
Frauen, gar kreative Frauen, kamen jenseits des Adels in der Öffentlichkeit vor 1871 so gut
wie gar nicht vor. Trotzdem findet sie einen ureigenen Weg, in dem sie ihre Kunst lebt und
zum Zentrum ihres Lebens macht.

Ney sieht die positive Zukunft der eigenen Person wie des weiblichen Geschlechts vor allem
in der Förderung von Bildung. Sie tut viel für ihre eigene Aus- und Weiterbildung und ist auch
um die Kreativität und Bildung ihres Sohnes Lorne (geb. 1872) sehr besorgt. Gleichzeitig
arbeitet sie auf die Gründung einer Kunstakademie in Austin hin, die selbstverständlich von
Anfang an auch Frauen offenstehen sollte. Im Gegensatz zu später geborenen Künstlerinnen
gelingt es ihr jedoch, ein eigenständiges künstlerisches und wirtschaftliches Leben zu führen
- wenn auch oft mit argen Geldnöten. An dieser Stelle kann keine voreilige Bewertung von
Lebensleistungen vorgenommen werden, doch ist klar, dass Elisabet Neys Leben eine
Ausnahmeerscheinung im 19. und frühen 20. Jahrhundert ist. Zu Ihrem Selbstverständnis
. gehört wesentlich die Wahl ihres Künstlernamens.

Die Marke Elisabet Ney - ihr Künstlername

Eine Frau aus einfachen Verhältnissen — der Vater Bildhauer und die Mutter Magd - stilisiert
sich auf der Basis ihres Talentes auch mit dem Namen zu einem gesellschaftlich
herausgehobenen Menschen. Dazu nutzt sie einerseits die von ihr nach außen getragene
Verwandtschaft mit dem napoleonischen Marschall Ney (1769-1815), die sich bei näherem
Hinsehen als Schwindelei entpuppt, was ihr sicherlich bekannt war. Sie verzichtet bei dem
doch sehr häufig in dieser Zeit vorkommenden Vornamen Elisabeth auf das „h“. Dies
ist weder eine späte Entscheidung der Künstlerin noch eine Fehlschreibung, sondern
wird von ihr schon zu Beginn ihrer Karriere eingesetzt. So unterschreibt Ney am 6.
Oktober 1855 in einem Brief an Carolyne Sayn-Wittgenstein noch mit Elisabeth; am 6.
Dezember 1856 ist dann der erste Brief mit dem Künstlernamen Elisabet überliefert,
dieser war an Alexander von Humboldt (1769-1859) gerichtet. Auch ihre Werke sind
spätestens seit 1859 mit diesem vom üblichen Schreibgebrauch abweichenden
Vornamen gekennzeichnet. Das erste erhaltene Relief, das ihren „erfundenen“
ausgeschriebenen Vornamen trägt, ist das Bildnismedaillon von Cosima Liszt (1837-1930)
aus dem Jahr 1859, spätere verheiratete von Bülow und Wagner. Erst kurz zuvor war
Elisabet Ney in den Kreis der Salonkultur um Karl August Varnhägen von Ense (1785-1858)
in Berlin eingetreten. Werke, die aus dem Jahr 1858 stammen - wie die Büste von Jacob
Grimm (1785-1863) -, tragen noch nicht die von späteren Skulpturen bekannte vollständige
Signatur Elisabet Ney. Bis zu ihrem Tod kennzeichnet die Künstlerin ihre Werke mit.ihrer
Signatur, die ihren Vor- und Nachnamen Elisabet Ney deutlich vor Augen führt.

Dr. Barbara Romme&
Museunsleiterin

Beschlussvorlage

1288 Zeichen

V/0591/2008 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Vermessungs- und Katasteramt 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Schreibweise der Elisabeth-Ney-Straße 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
19.08.2008 Bezirksvertretung Münster-Mitte Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
Die Schreibweise des Straßennamens Elisabeth-Ney-Straße wird geändert in  
Elisabet-Ney-Straße. 
 
II. Kosten/Folgekosten 
 
Es entstehen keine Kosten.  
 
 
Begründung: 
Mit dem Antrag A-M/0010/2008 vom 15. Mai 2008 beantragen die Fraktion Bündnis 90/Die 
Grünen/GAL, die SPD-Fraktion, Herr Mayweg (FDP) und Herr Heß (UWG-MS) die Umbenen-
nung der Elisabeth-Ney-Straße in Elisabet-Ney-Straße. 
Eine fachliche Stellungnahme der Leiterin des Stadtmuseums, Frau Dr. Rommé, ist als Anlage 
beigefügt. 
Die Umbenennung hat unter anderem zur Folge, dass die Anlieger innerhalb eines Jahres ihre 
Personalausweise und Führerscheine ändern lassen müssen. Die Verwaltung erhebt bei Um-
benennung von Straßen keine Gebühr für die Berichtigung der Ausweise. 
I. V.: 
 
gez. 
 
 Anlagen: 
Schultheiß  Übersichtsplan 
Stadtdirektor  Stellungnahme des Stadtmuseums 
Vorlagen-Nr.: 
V/0591/2008 
Auskunft erteilt: 
Herr Zimmermann 
Ruf: 
492 62 42 
E-Mail: 
ZimmermannBernhard@stadt-muenster.de  
Datum: 
14.07.2008 
Öffentliche Beschlussvorlage

Beratungsverlauf (1)

19.08.2008 Bezirksvertretung Münster-Mitte
TOP 4.5 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Elisabet-Ney-Straße

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
V/0591/2008
Typ
Vorlagen
Datum
17.07.2008
Erstellt
06.10.2020 14:37