0226/2023
Sachstand zum ehemaligen SA-Lager Am Hochkreuz
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Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle VII/4520 Vorlagen-Nummer 20.01.2023 0226/2023 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 31.01.2023 Bezirksvertretung 7 (Porz) 02.02.2023 Sachstand zum ehemaligen SA-Lager Am Hochkreuz Mit dieser Mitteilung informiert das NS-DOK über den Sachstand zur Niederlegung von histo- rischen Gebäuden des ehemaligen SA-Lagers „Hochkreuz“ in Köln-Porz sowie über die Pla- nung zur Errichtung eines Erinnerungszeichens und einer Information am historischen Ort und online. Es wird hierzu auch auf die Vorlage Nr. 3082/2022 der Bezirksvertretung Porz vom 3.11.2022 verwiesen. Von Juli bis November 1933 existierte in einer ehemaligen Zünder-Fabrik in Porz an der Kreu- zung der heutigen Frankfurter Straße / Maarhäuser Weg eine Haft- und Folterstätte der natio- nalsozialistischen SA. Etwa 100 männliche Gefangene waren dort inhaftiert und wurden als politisch Andersdenkende oder als Straftaten Verdächtige unter Druck gesetzt und zum Teil schwer misshandelt. Die herausragende Bedeutung dieses Lagers als einem frühen Terrorin- strument zur Durchsetzung der NS-Herrschaft ist anhand überlieferter Quellen und durch wis- senschaftliche Aufsätze belegt. Von den ehemals fünf Gebäuden des Lagers existierten zuletzt noch drei. Zwei davon, die ehemalige Schlosserei, in der 1933 zahlreiche Gefangene untergebracht waren, und ein wei- teres Fabrikgebäude, befanden sich in Privatbesitz. Das dritte erhaltene Gebäude, das soge- nannte Pförtnerhaus entlang der Frankfurter Straße, das die SA als Wachlokal und Verneh- mungszimmer nutzte, befindet sich seit 2021 in städtischem Besitz. Die Stadt hat dieses Grundstück für den vierspurigen Ausbau der Frankfurter Straße angekauft. Verwaltungsintern fand in den letzten Jahren eine Abstimmung zwischen dem NS-DOK und dem Amt für Denk- malschutz und Denkmalpflege statt. Letzteres hat die Unterschutzstellung der drei Gebäude abgelehnt. Das NS-DOK hat der Niederlegung des Pförtnerhauses unter der Prämisse zuge- stimmt, dass eine fotografische Dokumentation der Gebäude vorgenommen und am Ort künf- tig ein würdiges Gedenken ermöglicht wird. Anfang Januar 2023 sind die beiden in Privatbesitz befindlichen Gebäude im hinteren Teil des ehemaligen Lagergeländes niedergelegt worden. Die Niederlegung des einzig verbliebenen Gebäudes im städtischen Besitz ist für die nahe Zukunft geplant. Ohne die zugehörigen Ge- bäude des ehemaligen Gefangenenlagers besitzt das noch stehende ehemalige Pförtnerhaus für sich keinen herausgehobenen historischen Wert. Es ist zudem so baufällig, dass es für die zwischenzeitlich durchgeführte fotografische Dokumentation nicht betreten werden konnte. Das NS-DOK strebt die Errichtung eines Erinnerungszeichens und einer historischen Informa- tion am Ort an, idealerweise in Verbindung mit online abrufbaren Informationen. Bei der Ge- staltung wird die besondere Lage an einer stark befahrenen Bundesstraße mit sehr geringem Fußgängerverkehr zu berücksichtigen sein. Seitens des NS-DOK wird aus Gründen der 2 Sichtbarkeit eine Errichtung auf städtischem Grund nahe der Straßenkreuzung favorisiert. Sollte sich dies nicht realisieren lassen, da kein städtischer Grund neben der Straße zur Ver- fügung steht, ist in Einvernehmen mit dem Eigentümer eine Realisierung auf dem Privat- grundstück anzustreben. Der genaue Standort wird erst nach Fertigstellung der Planung für den Straßenausbau festgelegt und die Errichtung wird erst im Anschluss an den erfolgten Straßenausbau durchgeführt werden können. Daher ist ggf. bereits zuvor mit der Realisierung der Online-Informationen zu beginnen. Um die aktuelle Diskussion über das ehemalige SA-Lager und das Engagement von Bür- ger*innen aufzugreifen, wird das NS-DOK in den nächsten Wochen in Porz eine Vortragsver- anstaltung zur Geschichte des Nationalsozialismus in Porz unter Berücksichtigung des Lagers Hochkreuz anbieten. Anschließend wird das NS-DOK interessierte Bürger*innen einladen, sich an der Diskussion über die Ausgestaltung eines Erinnerungszeichens und einer histori- schen Information zu beteiligen. Danach wird das NS-DOK eine Beschlussvorlage in die BV Porz oder (bei gesamtstädtischem Interesse) in den Ausschuss für Kunst und Kultur des Rats der Stadt Köln einbringen. Gez. Charles
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0226/2023
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 20.01.2023
- Erstellt
- 17.01.2023 10:16