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V/0047/2007

Bericht zur Möglichkeit der Förderung der Beschäftigung scher behinderter Menschen und Förderung

Vorlagen 11.01.2007

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Nächste Beratung: Ausschuss für Personal, Recht und Ordnung, Sitzung am 13.02.2007, TOP 7

Berichtsvorlage

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Berichtsvorlage

11491 Zeichen

V/0047/2007 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Personal- und Organisationsamt 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Bericht zur Möglichkeit der Förderung der Beschäftigung schwer behinderter Menschen und 
Förderung der Ausbildung behinderter und schwer behinderter Jugendlicher 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
24.01.2007 Kommission zur Förderung der Integration von Menschen mit  
 Behinderungen Bericht 
13.02.2007 Ausschuss für Personal, Recht und Ordnung Bericht 
 
 
Bericht: 
 
Der Hauptausschuss hat mit Beschluss vom 21.06.2006 (Vorlage Nr. V/0433/2006/1. Erg.) die 
Verwaltung beauftragt zu prüfen, ob sich trotz vorrangiger Ausrichtung aller Maßnahmen auf die 
Haushaltskonsolidierung Handlungsspielräume ergeben, um über das beschriebene Engagement 
hinaus die Situation von Menschen mit Behinderungen zu verbessern und die Zahl der beschäf-
tigten Behinderten in der Verwaltung weiter zu erhöhen. 
 
Insbesondere war zu prüfen, 
 
a) ob und wenn ja wie trotz insgesamt sinkenden Auftragsvolumens der prozentuale Anteil der 
Vergaben an Werkstätten für behinderte Menschen gesteigert und sonstige Dienstleistungen 
von Einrichtungen für Behinderte bezogen werden können, 
 
b) ob und wenn ja wie die Zahl der Auszubildenden mit Behinderung gesteigert werden kann mit 
der Zielsetzung, im Anschuss daran die Übernahme in Abhängigkeit des Personalbedarfs und 
der Bestenauslese unter Beachtung der behinderungsbedingten Einschränkungen  zu errei-
chen. 
 
 
Ergebnis zu Lit. a):
 
 
Die Ämter / Einrichtungen (auch Schulen und Kindertageseinrichtungen)  wurden mit Rund-
schreiben 16/2006 vom 07.08.2006 um Prüfung gebeten, in welchem Maße die Auftragsverga-
ben bzw. die Beteiligung von Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) im Vergabeverfahren 
gesteigert werden können. Im Rundschreiben wurde darauf hingewiesen, dass z.B. der größte 
Teil der Auftragsvergaben im Bereich der Reinigung von Dienst- und Schutzkleidung angefallen 
ist,  dieser Bereich jedoch nur einen Teil dessen darstellt, was WfbM seit Jahrzehnten als Partner 
von Industrie, Handel und Verwaltung erfolgreich in den Bereichen Produktion und Dienstleistung 
Vorlagen-Nr.: 
V/0047/2007 
Auskunft erteilt: 
Herr  Goerke 
Ruf: 
492 11 00 
E-Mail: 
Goerke@stadt-muenster.de 
Datum: 
11.01.2007 
Öffentliche Berichtsvorlage

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V/0047/2007 
 
erbringen. Der Hinweis auf die Internet-Adresse www.werkstaetten-im-netz.de  (vollständiger 
Nachweis aller staatlich anerkannter WfbM mit Hinweis auf die Produktbereiche) wurde ebenfalls 
gegeben. 
 
Die Rückmeldungen der Ämter, die in den entsprechenden Bereichen Beschaffungen vornehmen 
bzw. Dienstleistungen beauftragen, waren durchweg positiv. Diese Ämter haben die zukünftige – 
auch über das bisherige Maß hinausgehende – Beteiligung von Werkstätten für behinderte Men-
schen zugesichert. Bei den in Frage kommenden Vergaben und Ausschreibungen  wie Einkuver-
tierarbeiten, Erstellung von Druckerzeugnissen, Polsterarbeiten, Lieferung von Reinigungsartikeln 
etc. sollen zukünftig entsprechende WfbM zur Angebotsabgabe aufgefordert bzw. in den Bieter-
kreis der Ausschreibung aufgenommen werden. 
 
Zudem arbeitet das  Amt für Grünflächen und Umweltschutz bereits seit mehreren Jahren im Be-
reich „Reinigungstätigkeiten“   mit der Arbeits gemeinschaft Betriebssozialarbeit (AGBSA) zu-
sammen, die trotz zahlreicher behinderter Arbeitnehmer nicht als Werkstatt für behinderte Men-
schen staatlich anerkannt ist. Das jährliche Auftragsvolumen beläuft sich in diesem Bereich zwi-
schen 50.000 – 60.000 Euro.  
 
Von einer  Steigerung des Auftragsvolumens ab 2007 gegenüber den  vergangenen Jahren  
kann somit ausgegangen werden. 
 
 
Ergebnis zu Lit. b):
 
 
1. Ausbildungssituation
 
 
 
 
Ergebnis der Auswahlverfahren für das Einstellungsjahr 2006 
 
In Jahr 200
6 sind insgesamt 32 Anwärter/innen bzw. Auszubildende in 15 verschiedenen Be-
rufen / Ausbildungsgängen eingestellt worden, 1 Auszubildende ist schwerbehindert (3,1 %). 
 
Die Stellen wurden extern über die Arbeitsagentur sowie über die WN und MZ ausgeschrie-
ben. Darüber hinaus wurden alle Schulen für Behinderte im Bereich des Landschaftsverban-
des Westfalen Lippe und die Integrationsfachdienste über die Ausschreibungen informiert. 
 
      Ausbildungsberufe und Bewerbungen im Einzelnen:
 
 
Ausbildungsberuf Bewer-
bungen 
gesamt 
Davon 
schwer-
behindert 
Hinweise zu den Bewerbungen schwerbehinder-
ter Menschen 
Bauzeichner/in  76 1 Bewerbung wurde zurückgezogen  
Kraftfahrzeugme-
chatroniker/in  
74 keine  
Fachangestellte für 
Medien- und Informa-
tionsdienste  
102 3 1 Bewerberin wurde eingestellt, eine wei-
tere Bewerberin (sprachbehindert) hat ihre 
Bewerbung zurückgezogen, da sie weiter 
zur Schule geht. Der dritte Bewerber war 
nicht im Besitz eines Schwerbehinderten-
ausweises; er wurde jedoch vom Integrati-
onsfachdienst betreut.  
Bühnenmaler/in  237 1 Die Bewerberin hat nach dem Vorstel-
lungsgespräch eine Absage erhalten. Sie 
war den anderen Bewerbern/innen mal-
technisch unterlegen.

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V/0047/2007 
 
Fachkraft für Kreis-
lauf- und Abfallwirt-
schaft  
20 keine  
Maskenbildern/in  81 keine  
Fachangestellte/r für 
Bäderbetriebe  
33 keine  
Auszubildende nach 
dem Coesfelder Mo-
dell  
250 6 Alle haben nach dem theoretischen Eig-
nungstest Absagen erhalten. In 5 Fällen 
war das Testergebnis zu schlecht, 1 Be-
werber wurde nicht zum Vorstellungsge-
spräch eingeladen, da er bereits eine 
Ausbildung im kaufmännischen Bereich 
abgeschlossen hatte.  
Informationselektroni-
ker/in  
49 Keine  
Forstwirt/in  61 1 Bewerbung zurückgezogen  
Fachinformatiker/in  128 1 Absage, da der erforderliche Schulab-
schluss nicht erfüllt war 
Informatikkaufmann/-
frau 
90 keine  
Vermessungstechni-
ker/in  
17 1 Absage nach dem Vorstellungsgespräch, 
da dort diese Ausbildung nur als Notnagel 
bezeichnet wurde (lieber eine Verwal-
tungs- oder kaufmännische Ausbildung)  
Brandmeisteranwär-
ter/in 
556 keine  
Inspektoranwärter/in  350 2 Ein Bewerber konnte aufgrund des Test-
ergebnisses (3,67) nicht berücksichtigt 
werden. Die zweite Bewerberin hat ihre 
Bewerbung zurückgezogen  
Gesamtbewerber-
zahl 
2124 16 
(0,75 %)
4  hiervon haben ihre Bewerbung zu-
rückgezogen 
 
 
In den zurückliegenden Jahren wurde allen Münsteraner Schulen angeboten, auf Wunsch di-
rekt in die Schule zu kommen, um die Schüler/innen persönlich zu informieren. Von den an-
geschriebenen Schulen für Behinderte hat es bisher nur in zwei Fällen eine Rückmeldung 
gegeben. Einmal gab es den Hinweis, dass die Schüler/innen nicht in der Lage seien, eine 
„normale“ Ausbildung zu absolvieren. In einem anderen Fall wurde zwar zugesagt, dass die 
Ausschreibung an die Klassen weiter gegeben würde, die Lehrerin war jedoch der Meinung, 
dass ihre Schüler/innen für die Ausbildung nicht geeignet seien. 
 
Fazit: Trotz konkreter Ansprachen sind nur in sehr geringem Umfang Bewerbungen schwer-
behinderter Menschen eingegangen. Dies bestätigt die Tendenz der letzten Jahre. 
 
 
Durchführung von Praktika 
 
Im Gegensa
tz zum Ausbildungsbereich hat die Anzahl der Bewerbungen schwerbehinderter 
Menschen, die sich um einen Praktikumsplatz bei der Stadt Münster bewerben, in den letz-
ten Jahren kontinuierlich zugenommen. In der überwiegenden Zahl der Fälle konnten die 
gewünschten Praktika auch tatsächlich durchgeführt werden. Das stellt sich seit 2005 wie 
folgt dar:

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V/0047/2007 
 
Anzahl der Bewerbungen:     39 
Anzahl der durchgeführten Praktika:    24 (61,5 %) 
Anzahl der Absagen durch die Stadt:       9 (23,0 %) 
Anzahl der Absagen durch den/die Bewerber/in:    6 (15,5 %) 
 
       Bei den schwerbehinderten Bewerbern/innen handelt es sich überwiegend um Teilnehmerin-
nen und Teilnehmer an Berufsqualifizierungsmaßnahmen die vom Integrationsfachdienst be-
treut werden. Die Bewerber/innen sind in der Regel schon älter und verfügen über eine ab-
geschlossene Ausbildung bzw. ein abgeschlossenes Studium. Aufgrund von Krankheit wa-
ren  sie nach abgeschlossener Ausbildung oder Studium  nicht in ihrem Beruf tätig und sollen 
im Rahmen dieser Qualifizierungsmaßnahmen st ufenweise in den Arbeitsprozess wiederein-
gegliedert werden.  
 
Umschüler/innen von Berufsförderungswerken bilden eine weitere Gruppe der schwerbehin-
derten Praktikanten/innen. Die Berufsförderungswerke führen Umschulungen zum Büro-
kaufmann  bzw. -frau und zum/zur Verwaltungsfachangestellten durch. Im Rahmen dieser 
Umschulungen haben die Teilnehmer/innen einen praktischen Ausbildungsabschnitt im Ver-
waltungsbereich zu absolvieren.  
 
Praktikumsanfragen von Teilnehmern/innen an Tr ainingsmaßnahmen, nehmen in letzter Zeit 
zu. Zielgruppe dieser Trainingsmaßnahmen sind  arbeitsuchende Personen, die im Rahmen 
eines max. 12wöchigen Praktikums, das von der Arbeitsagentur finanziert wird, ihre Einglie-
derungsaussichten auf dem Arbeitsmarkt verbessern wollen.  
 
 Fazit: Es besteht ein großer Bedarf an Praktikumsplätzen für schwerbehinderte Menschen.
 
 
 
Auswahlverfahren 2007 
 
Die Auswahlverfahren für die Einst
ellungen im Jahr 2007 laufen zurzeit noch. Während im 
Verwaltungsbereich die Bewerbungsfrist bereits abgelaufen ist, werden im gewerblichen Be-
reich noch Bewerbungen angenommen. Wie bereits in den Vorjahren sind die Schulen für 
Behinderte gesondert angeschrieben worden. 
 
Konkrete Zahlen liegen für beide Bereiche noch nicht vor. Es scheint sich allerdings die Ten-
denz der letzten Jahre zu bestätigen, dass trotz gezielter Ansprache nur wenige Bewerbun-
gen von schwerbehinderten Menschen eingehen.  
 
 
Zukünftige Vorgehensweise 
 
 
Eine nicht an der Nachfrage orientierte Steigerung der Anzahl der Ausbildungsstellen für 
schwerbehinderte Menschen erscheint aufgrund der Erfahrungen aus den letzten Jahren 
wenig erfolgversprechend. Nach dem Beschluss des Hauptausschusses vom Juni 2006 wa-
ren die regulären Verfahren für die Besetzung der Ausbildungsstellen zum Sommer 2006 
bereits abgeschlossen. Dennoch ist es gelungen, für eine schwerbehinderte Bewerberin, die 
sich im ersten Verfahren nicht durchsetzen konnte, einen zusätzlichen Ausbildungsplatz be-
reit zu stellen. Dieses Verfahren der zweiten intensiven Prüfung der Bewerbungen schwer-
behinderter Menschen nach Abschluss der regulären Auswahlverfahren soll in 2007 intensi-
viert werden. Dabei ist das Ziel, im Rahmen der Bestenauslese unter Beachtung der behin-
derungsbedingten Einschränkungen und der organisatorischen und finanziellen Möglichkei-
ten individuelle Lösungen zu finden.

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V/0047/2007 
 
 
2. Übernahme im Anschluss an die Ausbildung  
  
 Die Entscheidung darüber, ob nach der Ausbildung eine Weiterbeschäftigung erfolgen kann, 
hängt von dem Ausbildungsberuf und damit von der Personalsituation in dem Bereich sowie 
von  den während der Ausbildung gezeigten Leistungen ab. Wegen der andauernden Konso-
lidierung und dem damit verbundenen Stellenabbau ist es derzeit unmöglich, bereits zu Be-
ginn der Ausbildung eine verbindliche Aussage zur Übernahmesituation nach der Ausbildung 
zu treffen. Besonders im gewerblichen Bereich ist dabei auch zu berücksichtigen, dass die 
Stadt Münster deutlich über Bedarf ausbildet.  
 
 Die Verwaltung wird bei schwerbehinderten Auszubildenden bzw. Anwärtern/innen in jedem 
Einzelfall prüfen, ob eine – ggf. auch befristete – Weiterbeschäftigung im Anschluss an die 
Ausbildung möglich / vertretbar ist. Auch diese Entscheidungen werden in enger Rückkoppe-
lung mit der Vertrauensfrau für Schwerbehinderte getroffen. 
 
 
In Vertretung 
 
gez. Dr. Heinrichs 
Stadtrat

Beratungsverlauf (2)

24.01.2007 Kommission zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderungen
TOP 3 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
13.02.2007 Ausschuss für Personal, Recht und Ordnung
TOP 7 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Vorlagen-Nr.
V/0047/2007
Typ
Vorlagen
Datum
11.01.2007
Erstellt
06.10.2020 14:37